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Melancholie unter Palmen

Albert Alberts "Die Inseln"

© Die Berliner Literaturkritik, 15.12.03

 

FRANKFURT AM MAIN (BLK) --Der niederländische Schriftsteller Albert Alberts ist ein kleiner Klassiker der Moderne, schreibt der Kritiker Wolfgang Schneider in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (15.12.03).

1939 sei er als kleiner Regierungsbeamter nach Java, damals noch Teil von Niederländisch-Ostindien, gekommen. Nach Jahren sei er in die Niederlande zurückgekehrt und habe als Redakteur gearbeitet. Im Jahre 1952 erschien sein Debüt, der Erzählungsband "Die Inseln". Dieses schmale, aber epochemachende Buch beschreibe seine kolonialen Erfahrungen. Nun sei es erstmals in deutscher Übersetzung erhältlich.

In den Beschreibungen des kolonialen Alltags schwinge immer auch eine traurige Gemütsverfassung mit. Melancholie am Äquator - dem exzentrischen Europäer komme allmählich die bürgerliche Normalität abhanden. Wozu ist man eigentlich hier, scheine der Autor zu fragen. Anders als bei anderen Vertretern der Kolonialliteratur sei A. Alberts Sprache nicht durch groteske Übertreibung geprägt. In einem leisen Understatement entwickle sich der ganz eigene Ton. Thema und Erzählweise erinnern an Hemingway, mit dem sich der Niederländer durchaus messen kann, schreibt der Rezensent. (mön/ott)

Literaturangaben:
ALBERTS, A.: Die Inseln. Übersetzt aus dem Niederländischen von Waltraud Hüsmert. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2003. 153 S., €17,90.


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