FRANKFURT AM MAIN (BLK) - Die deutsche Buchbranche will zum „Welttag des Buches“ am 23. April die Rechte der Autoren in den Blickpunkt rücken. Vor allem über die Folgen des illegalen Herunterladens von Büchern aus dem Internet soll aufgeklärt werden, kündigte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Dienstag (13.4.) in Frankfurt an.
Bundesweit wollen am „Welttag“ 3.500 Buchhandlungen Werbung fürs Lesen machen. 51 Autoren werden auf Initiative von Jugendbuchverlagen am 23. April vorlesen. Rund 650.000 Kinder, die von Schulen dafür angemeldet wurden, erhalten kostenlos am 23. April das Buch „Ich schenk Dir eine Geschichte“.
Nach Musik- und Filmbranche wird nach Erkenntnissen des Börsenvereins auch die Buchbranche immer mehr zum Opfer von Internetpiraterie. Nach einer Umfrage des Dachverbands unter Jugendlichen lädt mehr als jeder Fünfte (21,9 Prozent) illegal elektronische Bücher oder Hörbücher aus dem Internet herunter. Knapp zwei Drittel habe schon einmal Dateien an andere weitergegeben.
Die Befragung von 313 Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren auf der Leipziger Buchmesse im März dieses Jahres ergab außerdem, dass knapp 87 Prozent wissen, dass die Weitergabe von Daten illegal sei. Zugleich befürworteten 55 Prozent eine Bestrafung des illegalen Downloads. Das nicht rechtmäßige Herunterladen werde von Jugendlichen allerdings pragmatisch und „sportlich“ gesehen, meinte Holger Volland vom Börsenverein. Man mache es, auch wenn Strafen dafür akzeptiert würden. „Wir werden unsere Aufklärungsoffensive verstärken“, kündigte Volland an.
Die Weltkulturorganisation Unesco hat den „Welttag des Buches“ 1995 ins Leben gerufen, um auf die unverzichtbare Rolle des Buches und die Rechte der Autoren aufmerksam zu machen. Er wird jährlich am Todestag der Schriftsteller William Shakespeare (1564-1616) und Miguel de Cervantes (1547-1616) begangen. In Deutschland wird das Lesefest gemeinsam von der Buchbranche und der Stiftung Lesen organisiert. (dpa/dan)
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