BERLIN (BLK) – Die „FAZ“ bespricht Tim Wintons „Weite Welt“. Rolf Lapperts Roman „Nach Hause schwimmen“ rezensiert die „NZZ“, und die „SZ“ stellt „Der kleine Berufsberater“ von Thomas Gsella vor. Außerdem in der Presseschau: Platon und Michael Roes.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“
Der Geschichtenband des australischen Autors Tim Winton bespricht die „FAZ“. Die Figuren der 17 „australischen Geschichten“ seien zumeist „die Eingewanderten aus Europa, die seit zweihundert Jahren die Küsten dieses Kontinentes besiedelt haben“, informiert der Rezensent Gerhard Schulz. Die Geschichten seien nicht als „Köder für Touristen“ geschrieben, findet Schulz weiter. Die Erzählungen seien „vorzüglich übersetzt“, meint die „FAZ“, der Autor habe „genügend Ressourcen an Einbildungskraft und Erfahrung, um nicht langweilig zu werden“.
„Neue Zürcher Zeitung“
Die „NZZ“ informiert über den Platon-Band der Reihe „Die Philosophie der Antike“, der in Zusammenarbeit Michael Erlers, der Universität Würzburg und seinem Team entstanden sei. Der Band stelle ein „ Monument der deutschsprachigen Geisteswissenschaften dar“, meint Rezensent Rafael Ferber. Gegliedert sei er in sieben Teile: der Stand der Platon-Forschung, das Leben Platons, Platon als Autor, die Werke Platons, die Lehre Platons und die Nachwirkung Platons, schreibt Ferber weiter und lobt den Band als „flüssig und verständlich“ geschrieben.
Rolf Lappert habe mit „Nach Hause schwimmen“ einen „wuchtigen, kraftvoll erzählten und kühn erdachten Roman“ geschaffen, findet die „NZZ“. In zwei Erzählsträngen sei zum Einen die Selbstfindung des 20-jährigen Wilburs beschrieben, der gerade einen missglückten Selbstmordversuch hinter sich hat, und zum Anderen die 20 Jahre vor dem erfolglosen Suizid. Mit „unerhörter erzählerischer Großzügigkeit“ und dem „Gefühl für die richtigen Tempi“ habe Lappert ein „mutiges Buch“ verfasst, meint Rezensent Roman Bucheli.
„Süddeutsche Zeitung“
Die „SZ“ bespricht Michael Roes’ Roman „Ich weiß nicht mehr die Nacht“. Stefanos sei der Sohn eines aus Griechenland stammenden Gebrauchtwagenhändlers und stähle seine Muskeln bei Turnübungen mit Trainer Timon, informiert der Rezensent Helmut Böttiger. Der Autor und Ethnologe habe mit seinem Buch das klassische griechische Drama vor Augen gehabt und durchsetze das Griechische mit deutschen Mythen. Die Idee sei gut, schreibt die „SZ“, doch gebe es „etliche Schludrigkeiten“ und „manche Passagen wirken allzu plump ausgedacht und einfallslos“.
„Der kleine Berufsberater“ von Thomas Gsella bestätige gerne Vorurteile, behauptet die „SZ“. Dies sei „immer lustig, oft sogar sehr“, findet Rezensent Christoph Haas, und verdanke viel dem Vorbild Robert Gernhardt (1937-2006). So seien der „geschickte Einsatz rhetorischer Mittel“ und das „Spiel mit der Erwartung des Lesers“ an Gernhardt angelehnt. Zuweilen lasse Gsella aus Albernheit Poesie mit einem Anflug von Melancholie erwachsen, schwärmt Haas. (tan/wip)
Literaturangaben:
ERLER, MICHAEL: Die Philosophie der Antike, Band 2/2: Platon. Grundriss der Geschichte der Philosophie, begründet von Friedrich Ueberweg, völlig neubearbeitete Ausgabe, hrsg. von Helmut Holzhey. Schwabe, Basel 2007. 792 S., 69,95 €.
GSELLA, THOMAS: Der kleine Berufsberater. Mit Zeichnungen von Greser & Lenz. Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2007. 96 S., 9,95 €.
LAPPERT, ROLF: Nach Hause schwimmen. Roman. Carl Hanser Verlag, München 2008. 544 S., 21,50 €.
ROES, MICHAEL: Ich weiß nicht mehr die Nacht. Roman. Verlag Matthes & Seitz, Berlin 2008. 226 S., 19,80 €.
WINTON, TIM: Weite Welt. Australische Geschichten. Aus dem Australischen übersetzt von Klaus Berr. Luchterhand Literaturverlag, München 2007. 349 S., gebunden, 19,95 €.
Presseschau vom 18. Februar 2008
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