BERLIN (BLK) – Zum Tag der Muttersprache am (heutigen) Donnerstag (21. Februar 2008) haben Unionspolitiker beklagt, dass Deutsch auf den hiesigen Flughäfen und Bahnhöfen zur „Randsprache“ geworden ist. „Sicherlich ist es sinnvoll, Flug- und Fahrthinweise auch in englischer Sprache anzubringen“, teilten die Gründer der „Initiative Sprachlicher Verbraucherschutz“ der CDU/CSU-Bundestagsfraktion mit. „Es kann aber nicht sein, dass vieles ausschließlich in Englisch beschriftet und beworben wird!“ Die Politiker kritisierten dabei Formulierungen wie „Call a Bike Point“ oder „web’n’walk Cards“.
Durch die Verwendung von Fremdwörtern, insbesondere von Anglizismen, würden zunehmend ganze Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt. Fremdsprachliche Ausdrücke und Begriffe im Schulunterricht, in der Arbeitswelt, in der Wissenschaft und in der Öffentlichkeit nehmen laut Union stetig zu. Negative Beispiele sind demnach eine Pralinenwerbung mit den Worten „Time for Gold“ oder eine bekannte Kosmetikfirma und ihre „pro-age beauty bodylotion“.
Zum „Internationalen Tag der Muttersprache“ will der Verein Deutsche Sprache ein Gütesiegel einführen. Das „Sprachsiegel“ in Form eines Dreiecks enthält die Worte „klar, logisch, treffend“. Nach einer Prüfung sollen damit Produkte oder Dienstleistungen ausgezeichnet werden, die durch gut verständliche Sprache auffallen, wie der Verein ankündigte.
Der „Internationale Tag der Muttersprache“ ist ein von der UN-Bildungsorganisation UNESCO seit dem Jahr 2000 jährlich ausgerufener Gedenktag. In diesem Jahr eröffnet die Organisation am Donnerstag (21. Februar 2008) das „Internationale Jahr der Sprachen“. Damit will sich die UNESCO für die Erhaltung sprachlicher Vielfalt, den Schutz gefährdeter Sprachen und Sprache als Mittel für Dialog und Integration einsetzen. (dpa/wip)