POTSDAM (BLK) – Sie gelten als „literaturhistorische Sensation“: Mehr als 100 Briefe des Schriftstellers Theodor Fontane (1819-1898) an seinen Sohn Theodor werden künftig im Potsdamer Fontane-Archiv aufbewahrt. Das Land Brandenburg und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz unterzeichneten am Donnerstag (7. Februar 2008) in Potsdam dazu einen Dauerleihvertrag. Das Archiv und die Berliner Staatsbibliothek hatten den „Schatz“ im vergangenen Jahr erworben. Brandenburgs Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) sprach von einem „wichtigen Meilenstein in der Sammlung und Erschließung des Fontanschen Werkes“. Gut die Hälfte der Briefe war bisher unbekannt.
Die rund 100 Schriftstücke stammen aus dem Besitz der Erben jener Familie, die die Briefe zuletzt im Oktober 1933 zu dem damaligen Schätzpreis von 255 Reichsmark gekauft hatte. Im vergangenen Jahr seien dafür nun 320.000 Euro gezahlt worden, bestätigte ein Sprecher des Kulturministeriums. Es sei eine „kleine Sensation“, dass das Konvolut unbeschadet und ohne Verluste bewahrt werden konnte und nunmehr der Forschung zur Verfügung stehe, hieß es. Die Briefe – die ersten sind von 1868, die letzten schrieb Fontane („Effi Briest“) wenige Wochen vor seinem Tod 1898 – sollen in Ausstellungen vorgestellt werden und im Internet abrufbar sein.
Die Unterzeichnung des Leihvertrages sei die Basis für eine konzertierte Erschließung und Digitalisierung der Fontane-Werke, betonte Wanka einer Mitteilung zufolge. Zudem unterzeichneten die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und das Land Brandenburg am Sitz des Fontane-Archivs in der Potsdamer Villa Quandt einen zweiten Vertrag. Dieser regelt die auf vier Jahre begrenzte Leihfrist der stiftungseigenen Fontane-Autographen, die sich seit längerer Zeit im Archiv in Potsdam befinden. (dpa/wip)
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