PRAG (BLK) - Auch tschechische Verleger haben sich gegen die Pläne des Internetgiganten Google gewehrt, Millionen Bücher einzuscannen und im Internet zu veröffentlichen. „Wenn das passiert, verletzt Google das Urheberrecht der europäischen Autoren und Verleger massiv“, sagte Vladimir Pistorius, Vorsitzender des Verbands der Tschechischen Buchhändler und Verleger, wie Radio Prag am Mittwoch (9.9.) berichtete. Der Buchmarkt in Europa sei durch die Google-Pläne ernsthaft gefährdet. Pistorius sagte, sein Verband unterstütze europäische Appelle an die EU, gegenüber Google den Schutz von Urheberrechten zu sichern.
Proteste hatte in Europa das US-amerikanische „Google Book Settlement“ hervorgerufen. Der gerichtliche Vergleich zwischen dem Konzern und Verbänden von Autoren und Verlegern sieht vor, dass auch Copyright-geschützte Bücher online durchsucht und in Ausschnitten veröffentlicht werden dürfen. Kritiker befürchten, dass die Regelung nicht auf die USA beschränkt bleibt. Google hat bisher weltweit rund zehn Millionen Bücher digitalisiert, aber noch nicht mit der Vermarktung im Internet begonnen. (dpa/hel)