FRANKFURT AM MAIN (BLK) – Eberhard Rathgeb rezensiert in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ den Roman „Der Megaseller oder Alle Sünden dieser Welt“ von Klaus von Anderen. Eine Abrechnung mit dem Literaturbetrieb.
Das Buch, das unter Pseudonym von einem Insider des Buchbetriebs geschrieben wurde, handelt von einem Literaturagenten mit Sitz in München, der zusammen mit zwei mächtigen Verlegern aus drei teuren billigen Manuskripten mit allen Finten eines luftigen Handwerks drei Bestseller macht. Es kommen nur „dumme Autoren“ vor, die nichts zu sagen, aber Unmengen zu schreiben haben. So beispielsweise Jonathan Franzen, dessen Roman „Die Korrekturen“ unter dem Titel „Die Verbesserungen“ eingeführt und als Abklatsch von Philip Roth abgetan wird.
Der Rezensent konstatiert, dass der Roman nach den Gepflogenheiten der Branche, die er kritisiere, veröffentlicht wurde. Er kritisiert, dass das Antibetriebsbuch, in dem nichts Neues berichtet, sondern nur der alte kalte Kaffee noch einmal in der Tasse umgerührt würde, eine Form der narzisstischen Befriedigung auf Betriebskosten sei. Es breite sich beim Lesen der „hingeulkten“ Betriebsgeschichte keine Freude aus. (bah/mir)
Literaturangaben:
VON ANDEREN, KLAUS: Der Megaseller oder Alle Sünden dieser Welt. Pendo Verlag, München 2008. 304 S., 18 €.
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