MÜNCHEN (BLK) – Thomas von Steinaecker von der „Süddeutschen Zeitung“ („SZ“) empfindet den Comicband „Die Sache mit der Sorge“ von Isabel Kreitz als halbherzig.
Richard Sorge, Halbrusse und Sohn aus gutbürgerlichem Haushalt, wird während eines Aufstandes in Moskau von dem sowjetischen Geheimdienst angeworben. Ab 1934 lebt er in der deutschen Kolonie in Tokio. Dieser Stoff sei ein Traum für jeden Autor, schwärmt Thomas von Steinaecker. Kreitz habe sich mit ihrer Entscheidung für eine Doku-Fiction einen Aufwand zugemutet. Eleganz und Verkommenheit des Comicagenten würden zwar an Humphrey Bogart erinnern, jedoch bleibe die Geschichte sehr konventionell erzählt und finde kein rechtes Ende, schreibt der Rezensent. Richard Sorges kommunistische Überzeugung bleibe unbeachtet, kritisiert von Steinaecker.
Eine japanische Sicht der Ereignisse sei nur angerissen und die Auftritte der Nebenfiguren blieben für den Leser unklar, resümiert der Rezensent. Eindrucksvoll hingegen würde Kreitz die Isolation der Deutschen in Tokio beschreiben, lobt von Steinaecker abschließend. (lea/wip)
Literaturangaben:
KREITZ, ISABEL: Die Sache mit Sorge. Stalins Spion in Tokio. Carlsen Verlag, Hamburg 2008. 256 S., 19,90 €.
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