BAD HOMBURG (BLK) – Der Schriftsteller Ror Wolf (75) erhält den Friedrich-Hölderlin-Preis 2008 der Stadt Bad Homburg. Die erstmals mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung wird Wolf für sein bisheriges Werk verliehen. Der Autor verbinde in seiner Prosa, seiner Lyrik und seinen Wort- und Toncollagen „auf unverwechselbare Weise Sprachartistik und groteske Komik“, lobte die Jury nach Mitteilung der Stadt vom Dienstag (26. Februar 2008). Wolf sei ein „Meister des abgründigen und utopischen Spiels mit der Ursubstanz der Poesie“.
Den mit 7500 Euro ausgestatteten Förderpreis erhält der Lyriker Hendrick Jackson für „sein lyrisches und übersetzerisches Werk“. Die jährlich verliehene Auszeichnung war bisher mit 12.500, der Förderpreis mit 5000 Euro ausgestattet.
Der Hölderlin-Preis wird in Gedenken an den Aufenthalt des Dichters (1770-1843) in der damaligen Landgrafenresidenz Homburg vergeben. Hölderlin lebte zweimal in der Stadt und schrieb dort an einigen seiner bedeutendsten Werke. Unter den bisherigen Preisträgern sind die Autoren Peter Härtling, Wolf Biermann, Günter Kunert, Hilde Domin, Ernst Jandl, Marcel Reich-Ranicki und zuletzt Urs Widmer. Wolf ist der 26. Preisträger.
Der mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller kam im thüringischen Saalfeld zur Welt und verließ 1953 die DDR. Nach 34 Umzügen lebt er in Mainz. Als Student der Literaturwissenschaft veröffentlichte er erste Texte in der Frankfurter Studentenzeitung „Diskus“. Zu seinen bekanntesten Werken gehören seine Fußball-Hörcollagen und die fünfbändige Text-Bild-Collage „Raoul Tranchirers vielseitiger großer Ratschläger für alle Fälle der Welt“.
Der 1971 geborene Jackson lebt als freier Autor, Übersetzer und Herausgeber in Berlin. Er betreibt unter anderem die Webseite www.lyrikkritik.de. Die Auszeichnung wird am 7. Juni in Bad Homburg überreicht. (dpa/wip)
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