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Regisseurin: „Feuchtgebiete“-Stück tabulos, aber nicht pornografisch

Das Stück wird am 27. September am Neuen Theater in Halle uraufgeführt

© Die Berliner Literaturkritik, 28.08.08

 

HALLE (BLK) – Die Inszenierung der ersten Theaterfassung von Charlotte Roches Bestseller „Feuchtgebiete“ wird laut Regisseurin Christina Friedrich tabulos, aber nicht pornografisch. „Wir arbeiten an der Erkundung einer ganzen Körperlandschaft“, sagte die Berlinerin am Donnerstag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (BLK) in Halle. Das Stück mit sieben jungen Schauspielern wird am 27. September am Neuen Theater in Halle uraufgeführt. Dieser Abend ist bereits seit langem ausverkauft. In der Romanvorlage erkundet die 18- jährige Helen Memel ihre eigenen Körperöffnungen und Körperflüssigkeiten. „Feuchtgebiete“ ist der Debüt-Roman der Ex-Viva- Moderatorin Roche (30).

„Dass wir sofort Pornografie, Schock und Skandal schreiben, wenn wir uns mit dem Körper befassen, ist ein Irrtum“, sagte Friedrich, die als Regisseurin und Gastprofessorin unter anderem in Weimar, Bremen, Bonn und Luzern arbeitet. Das umstrittene Buch von Charlotte Roche habe sie von ihrer Schwester zu Ostern geschenkt bekommen. „Ich habe es mit meiner Tochter und meiner Mutter gelesen und wir haben alle sehr gelacht“, sagte Friedrich. „Es ist auf jeden Fall ein wunderbar zärtlicher und radikaler Stoff und ein fröhliches Lehrbuch über den Umgang mit unserem Körper.“

Der Zuschauer könne in der Uraufführung „Zärtlichkeit, Berührung und Entgrenzung“ erwarten. „Es ist ein Körperfest“, sagte die Regisseurin. Auf diesem Fest gebe es Bilder, Sprache und Musik. Die Musik komponiert der Berliner Jacob von Suske. „Er schreibt und komponiert sie nur für Helen Memel.“ Die Protagonistin wird von der jungen Linzer Schauspielerin Ines Schiller gespielt. „Wenn es eine Helen auf dieser Welt gibt, dann wohnt sie in Ines“, sagte Friedrich.

Gespräch: Sophia-Caroline Kosel


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