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Politische Theologie auf neuem Terrain

Das Jahrbuch „Politische Theologie – gegengelesen“ von Jürgen Manemann und Bernd Wacker

© Die Berliner Literaturkritik, 06.08.08

 

MÜNCHEN (BLK) – Alexander Kissler stellt in der „Süddeutschen Zeitung“ („SZ“) der Band „Politische Theologie – gegengelesen“ der Herausgeber Jürgen Manemann und Bernd Wacker vor. Rechtzeitig zum achtzigsten Geburtstag des Theologen Johann Baptist Metz, dessen Impulse darin aufgegriffen werden, ist nun das fünfte „Jahrbuch Politische Theologie“ erschienen.

Bis ins 20. Jahrhundert hinein galt „politische Theologie“ vordergründig als Chiffre für die machtpolitische Instrumentalisierung theologischen Denkens. Durch Metz sei eine Neuschöpfung des Begriffes geschehen, schildert Kissler. Seine politische Theologie weise eine „Sensibilität für die eigene Zeit auf“ und beziehe Stellung zu aktuellen politischen Entwicklungen. Gerade wegen ihrer Zeitempfindlichkeit sei sie prädestiniert, die Gegenwart zu deuten. Das neue Jahrbuch wolle dies aufgreifen und „interdisziplinär fruchtbar“ machen, schildert Kissler. Es wolle unter anderem eine „destruktiven Entpolitisierung“ der Theologie abwehren, enthalte „tastende Gehversuche“ verschiedener Autoren auf „unbekanntem Terrain“, suche neue Gesprächspartner und markiere Erweiterungsfelder der Forschung.

Das Jahrbuch wage einige „Grenzgänge“ in der politischen Theologie, unter denen sich nur ein einziger „abschließender Ausrutscher“ befinde, stellt Kissler anerkennend fest. Es mache dabei jedoch nur einen Anfang, „nicht mehr, nicht weniger“. Außerdem zeige der Band eindrücklich, wie stark der Terminus der politischen Theologie kontaminiert sei, lobt der Rezensent. (mir/vol)

Literaturangaben:
MANEMANN, JÜRGEN / WACKER, BERND (Hrsg.): Politische Theologie – gegengelesen. LIT Verlag, Münster 2008. 304 S., 24,90 €.

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