ZÜRICH (BLK) – Das Basler Osteuropa-Forschungsteam um Heiko Haumann widme sich in dem Band „Die Russische Revolution 1917“ den verschiedenen Deutungen dieses Schlüsselereignisses der Weltgeschichte, schreibt Ulrich M. Schmid für die „Neue Zürcher Zeitung“ („NZZ“).
In diesem Werk würden die gesellschaftlichen Missstände in Russland vor dem Ersten Weltkrieg aufgezeichnet, schreibt die „NZZ“. Die Autoren präsentierten außerdem verschiedene Sichtweisen auf die Revolution. Die Beiträge stammen vom Harvard-Historiker Richard Pipes, der die Revolution als Katastrophe betrachte, die ganz Russland in einen Abgrund von Gewaltherrschaft und Ausbeutung gerissen habe sowie von Boris Mironow, der in seiner umfassenden Sozialgeschichte Russlands den antimodernistischen Charakter der Revolution unterstreiche. Der Göttinger Russland-Experte Manfred Hildermeier weigere sich sogar, den Begriff „Revolution“ zu verwenden und meine, dass der „Oktoberumsturz“ nichts weiter als ein dreistes „Husarenstück“ gewesen sei.
Der Sammelband verzichte auf eine minuziöse Darstellung des Machtgerangels zwischen den verschiedenen politischen Interessengruppen und richte den Blick auf die Lebenswelten der historischen Akteure, meint die „NZZ“. Einige Fragen blieben jedoch offen und Haumann würde vermutlich auch mit seiner optimistischen Deutung der Revolution zu weit gehen. (car/dan)
Literaturangaben:
HAUMANN, HEIKO (Hrsg.): Die Russische Revolution 1917. Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 2007. 182 S., 12,90 €.
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