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Neuer Chef will Literaturhaus „öffnen“

Hauke Hückstädt strebt einen Generationswechsel im „Kulturtempel“ an

© Die Berliner Literaturkritik, 12.05.10

Von Thomas Maier

FRANKFURT/MAIN (BLK) - Bei seiner Vorstellung gibt sich der neue Chef des Frankfurter Literaturhauses am Dienstag (11.5.) noch zurückhaltend. Doch auch mit wenigen mit Bedacht gewählten Worten lässt Hauke Hückstädt erkennen, dass dem neoklassizistischen „Kulturtempel“ ein Generationswechsel bevorsteht. „Literatur darf kein Reservat sein“, sagt der 40-Jährige und kündigt an, das Haus für neue Genres und Sparten zu öffnen.

Seit 2005 residiert das bundesweit renommierte Literaturhaus in der Alten Stadtbibliothek, die nach der Zerstörung im Krieg unweit des Mains für sieben Millionen Euro wiedererrichtet wurde. Fast feudal mutet das Haus an - und fast zu prächtig für die junge Literatenszene und deren Publikum. Unter der langjährigen Leiterin Maria Gazzetti, die in München künftig das Lyrik Kabinett betreut, haben die großen Literatur-Stars den Weg in das Haus zwar mühelos gefunden. Hückstädt soll es nun vom 1. Juli an auch schaffen, unbekannten Literaten ein Forum zu geben und neuen Schichten die Berührungsängste zu nehmen.

Es gehe darum, die gesellschaftlichen Reibungsflächen deutlich zu machen, die Bedingung für das Schreiben seien, sagt Hückstädt. Dazu gehörten auch Kino, Theater, Trashkultur, Musik, aber auch der Sport und die Wissenschaft. In Göttingen hat er mit dem eigenhändigen Aufbau des Literarischen Zentrums gezeigt, wie kreativ er sein kann. „Begehbares Feuilleton“ nennt der 40-Jährige, der selbst Gedichte schreibt, sein in Göttingen in zehn Jahren erprobtes Konzept.

Das Frankfurter Literaturhaus, von einem Verein unter Vorsitz des Verlegers Joachim Unseld getragen, wird maßgeblich von der Stadt Frankfurt finanziell unterstützt. Der neue Leiter des Hauses muss sich künftig jedoch in Zeiten des „Finanzkrisenhurrikans“ (Unseld) auch um Sponsoren und Drittmittel kümmern.

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Literaturhaus, Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main


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