BADEN-BADEN/DONAUESCHINGEN (BLK) - Für ein Vogelstimmen-Hörspiel wird der Autor Wolfgang Müller mit dem Karl-Sczuka-Preis 2009 des Südwestrundfunks (SWR) ausgezeichnet. Während Müller den mit 12500 Euro dotierten Preis erhalte, werde der diesjährige Karl-Sczuka-Förderpreis in Höhe von 5000 Euro dieses Jahr nicht vergeben, teilte der Sender am Freitag in Baden-Baden mit. Der Karl-Sczuka-Preis gilt als international bedeutende Auszeichnung für avancierte Werke der Radiokunst.
Müllers preiswürdiges Radiostück „Séance Vocibus Avium“ wurde als Produktion des Bayerischen Rundfunks (BR) im vergangenen August gesendet. Der Karl-Sczuka-Preis wird jährlich an die „beste Produktion eines Hörwerks, das in akustischen Spielformen musikalische Materialien und Strukturen benutzt“, verliehen.
„Vogelnamen, exotische Lebensräume und die verbalen Notationen von Lautäußerungen schaffen weite Imaginationsfelder in den elf Textpassagen, auf die jeweils eine betörende Rekonstruktion von verlorenen Vogelstimmen durch menschliche Interpreten folgt“, urteilte die Jury über Müllers Werk. Es „bezaubert durch seine Lust am Erfinden von Wirklichkeiten“.
Der 1957 in Wolfsburg geborene Müller ist bekanntgeworden als Performer und durch Musik-, Video- und Buchprojekte, Ausstellungen und Konzerte. 1987 nahm der Wahl-Berliner an der documenta 8 in Kassel teil.
In diesem Jahr wurden laut SWR insgesamt 88 Wettbewerbsbeiträge aus 16 Ländern eingereicht. Der Preis wird am 17. Oktober im Rahmen der Donaueschinger Musiktage 2009 in Donaueschingen (Schwarzwald- Baar-Kreis) verliehen werden.
Der Karl-Sczuka-Preis ist nach dem früheren Hauskomponisten des Senders benannt und wird seit 1955 vergeben. Seit 1972 findet die Verleihung in Donaueschingen statt. Karl-Sczuka (1900-1954) war von 1946 bis 1954 Hauskomponist des damaligen Südwestfunks (SWF) Baden-Baden.