MAINZ (BLK) – Die Berliner Schriftstellerin Monika Maron wird im kommenden Jahr Mainzer Stadtschreiberin. Die 67-Jährige ist damit die 25. Trägerin des Preises und Nachfolgerin von Michael Kleeberg, teilte das ZDF am Freitag (28. November) in Mainz mit. Als „herausragende Chronistin deutsch-deutscher Erinnerungen und Befindlichkeiten“ sei Maron zugleich „eine ebenso kritische wie temperamentvolle publizistische Begleiterin des wiedervereinigten Deutschlands“. Das ZDF vergibt den Literaturpreis seit 1984 zusammen mit dem Sender 3sat und der Stadt Mainz. Maron bekommt den mit 12.500 Euro dotierten Preis im Februar 2009 überreicht.
Sie wird den Angaben zufolge mit dem ZDF eine Dokumentation nach freier Themenwahl produzieren und die Stadtschreiberwohnung im Mainzer Gutenberg-Museum beziehen. Die Erzählerin „von europäischem Rang“ beherrsche „meisterhaft viele literarische Genres, vom Roman bis zur ironischen Glosse“, hieß es. Berühmt wurde Maron gleich mit ihrem Debütroman „Flugasche“ (1981), in dem die damals in der DDR lebende Autorin offen die Umweltsünden des SED-Staates anprangerte.
1988 siedelte sie nach Westdeutschland um. Große Erfolge feierte sie mit „Stille Zeile Sechs“ (1991), einem kritischen DDR-Generationsroman, dem Frauenroman „Animal Triste“ (1997) und mit dem berührenden autobiografischen Buch „Pawels Briefe“ (1999), in dem sie den jüdischen Wurzeln ihrer Familie nachspürte. Mit den Romanen „Endmoränen“ (2002) und „Ach Glück“ (2007) behandelte Maron aus der Sicht einer älter werdenden Frau geglückte und gescheiterte Lebensentwürfe.
Maron lebt in Berlin und wurde mit zahlreichen Preisen geehrt, unter anderem mit dem Kleist-Preis (1992), dem Solothurner Literaturpreis (1994), der Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz (2003), sowie mit der Poetik-Dozentur an der Universität Frankfurt am Main (2005). (dpa/mir)
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