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Literaturkalender für Deutschland / Mai 2011

Von Braunschweig bis Worpswede - viele Termine rund ums Buch

© Die Berliner Literaturkritik, 27.05.11

Braunschweig

1.5. --- Raabe Haus Vortrag. Dr. Angela Klein – „Der Frühling“. Vortrag der Internationalen Raabe-Gesellschaft e. V. Veranstalter: Internationale Raabe-Gesellschaft e.V in Verbindung mit dem Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig. Eintritt frei. 15 Uhr. Leonhardstraße 29a, 38102 Braunschweig.

3.5. --- Raabe Haus Gespräch. Clubgespräche am Dienstag. Thomas Meinecke im Gespräch. Thomas Meinecke und Thomas Kapielski im Gespräch über Beachtliches im Internet. Veranstalter: Kulturinstitut und Raabe-Haus:Literaturzentrum, Abteilung Literatur und Musik. 5-8 €. 19.30 Uhr. Roter Saal, Schlossplatz 1, 38100 Braunschweig.

6.5. --- Neustadtmühle Lesung. Poetry Slam in der Neustadtmühle. Alle Interessierten sollten sich vorher bei Slam Master Patrick Schmitz unter 0531 88927878 melden, da die Teilnehmerzahl beschränkt wird. Veranstalter: Poppin' Poetry; c/o Patrick Schmitz in Kooperation mit dem Raabe-Haus:Literaturzentrum. 6-8 €. 20 Uhr. An der Neustadtmühle 3, 38100 Braunschweig.

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8.5. --- Raabe Haus Lesung. Hans Jürgen Heinze – „Man nehme ein Mütterlein“. Lesung mit Hans Jürgen Heinze. Eintritt frei. 15 Uhr. Leonhardstraße 29a, 38102 Braunschweig.

15.5. --- Raabe Haus Vortrag. Max Frisch zum 100. Geburtstag. Vortrag von Karin Tantow-Jung und Lutz Tantow. Eintritt frei. 15 Uhr. Leonhardstraße 29a, 38102 Braunschweig.

19.5. --- Raabe Haus Lesung. Ruth Nestvold – „Flamme und Harfe“. Autorenlesung mit Ruth Nestvold. Eintritt frei. 19.30 Uhr. Leonhardstraße 29a, 38102 Braunschweig.

22.5. --- Raabe Haus Lesung. Charles Chaplin: Die Geschichte meines Lebens. Dritter Teil. Lesung mit dem Schauspieler Andreas Jäger. Eintritt frei. 15 Uhr. Leonhardstraße 29a, 38102 Braunschweig.

25.5. --- Raabe Haus Gespräch. Philosophische Debatte: Lou Andreas-Salome (1871-1937): Der Mensch als Weib oder Artemis mit der Peitsche! Moderation: Aribert Marohn. Dienstag, 7. Juni, 10.30 Uhr. Veranstalter: KOLLEG 88. Eintritt frei. 10.30 Uhr. Leonhardstraße 29a, 38102 Braunschweig.

29.5. --- Raabe Haus Lesung. D. H. Lawrence – „Der weiße Strumpf“. Kurz und gut im Raabe-Haus. Gelesen von Verena Noll. Eintritt frei. 15 Uhr. Leonhardstraße 29a, 38102 Braunschweig.

31.5. --- Raabe Haus Lesung. Schriftsteller im Raabe-Haus: Sabine Peters. Moderation: Hans Gerd Hahn. Eintritt frei. 19.30 Uhr. Leonhardstraße 29a, 38102 Braunschweig.

Bremen

2.5. --- Literarischer Salon Buchbesprechung. PROSA! Graham Greene – „Die Kraft und die Herrlichkeit“. Lateinamerika: Im Konflikt mit einer ausbeuterischen totalitären Staatsmacht findet ein schwacher und sündiger Priester, der im Rausch ein Kind gezeugt hat, die Kraft, seine Mission zu erfüllen. Eine gnadenlose Jagd treibt ihn aus einem Versteck ins nächste, aber er gibt nicht auf, sondern versucht auch unter diesen Bedingungen noch sein Priesteramt auszuüben. Mit diesem Roman, in dem er zwei Formen der Sinngebung in einer sinnleeren Welt kontrastiert, erlangte Graham Greene Weltruhm. Sein Konzept einer revolutionären, mutigen, weltnahen Kirche von unten hat seine Glaubwürdigkeit bis heute bewahrt. Eintritt frei. 19.30 Uhr. Am Wall 164, 28195 Bremen.

3.5. --- Stadtbibliothek Musikalische Lesung. Horizonte, Flammen und Lieder - türkische Kult- und Lieblingsgedichte. Faszination und Wirkungskraft der Poesie in der Türkei vermittelt der Band Kultgedichte - Kült Şiirleri (Unionsverlag 2008) auf ungewohnte Art. Die Herausgeber baten prominente Vertreter der türkischen Kulturszene, ihr liebstes Gedicht auszuwählen und ihre Wahl in einem kurzen Essay zu begründen. Der Dialog zwischen Poesie und Essay, Dichtern und zeitgenössischen Interpreten wirft Schlaglichter auf Denken und Fühlen der türkischen Gesellschaft. Die Kulturschaffende Gülseren Doğaner liest zweisprachig türkisch/deutsch Gedichte aus dem Band. Sabine Adatepe (Übersetzerin und Publizistin) gibt eine kurze Einführung in die türkische Poesie, stellt den Band Kultgedichte vor, liest dazu Auszüge aus den Essays und sorgt für den inhaltlichen Zusammenhang der einzelnen Abschnitte. Der Gitarrist Rüdiger Zietz rundet den Abend musikalisch ab. 19 Uhr. Wall-Saal, Am Wall 201, 28195 Bremen.

10.5. --- Buchhandlung Storm Lesung & Verlagsvorstellung. Christa Hasselhorst – „Eden auf Erden“. Die Liebe zwischen Mensch und Garten. Der Garten als Abbild des verlorenen Paradieses und die Arbeit im Garten als Versuch, das Paradies wiederzufinden: Guerilla-Gardening in der Stadt, Gemüseanbau auf dem Balkon, Schrebergärten für Yuppies - es gibt viele Wege, das Gartenglück zu finden. Frau Hasselhorst zeigt in ihrem Buch auf unterhaltsame Weise, dass in der Geschichte die Gartengestaltung Spiegelbild der kulturellen und politischen Verhältnisse war. Das Buch erscheint im CORSO-Verlag, der in diesem Frühjahr sein zweites Programm präsentiert. Rainer Groothuis, der Verlagsgründer wird an diesem Abend das Programm seines Verlages vorstellen. 20 Uhr. Langenstraße 11, 28195 Bremen.

11.5. --- Stadtbibliothek Krimilesung. Lange Nacht des tschechischen Krimis. Mit Helena Reich („Engelsfall“) und Jaroslav Pízl („Adrenalin“). Eine Veranstaltung im Rahmenprogramm zur Ausstellung über Jaroslav Seifert in Zusammenarbeit mit dem Tschechischem Zentrum Berlin. 19 Uhr. Am Wall 201, 28195 Bremen.

11.5. --- Kulturzentrum Lagerhaus Poetry Slam. Sebastian 23- Die andere Show! Sebastian 23 ist als Slam-Poet, Liedermacher, Kabarettist und Taxidermist unterwegs. Dabei erliegt er dem Missverständnis, Taxidermisten seien Menschen, deren Haut sich anfühlt, wie eine Fahrt in einem Lieferwagen. Oder in einem Taxi. Ach, das ist doch alles konfus in diesem Text hier, ich fang noch mal neu an, streichen sie das. Sebastian stellt neue und alte Lieder vor, spielt rare B-Seiten, die niemals in sein Programm aufgenommen wurden, weil sie zu gut sind und flirtet mit einer Hyäne. Darüber hinaus sucht er eine neue Sekräterin, der Vollidiot. 20 Uhr. Schildstraße 12-19, 28203 Bremen.

12.5. --- Neues Museum Weserburg Lesung. Zwiesprache Lyrick: Für mich ist das so. Premiere des Buchs "Für mich ist das so". Poesie in Wort und Bild von Bremer Kindern und Jugendlichen, herausgegeben von Birgid Hanke. Mit der Unterstützung der Stiftung Karin und Uwe Hollweg und der swb-Bildungsinitiative. 18 Uhr. Teerhof 20, 28199 Bremen.

12.5. --- Stadtbibliothek Lesung. Betty Kolodzy – „Ali, der Tinnitus und ich“. Betty Kolodzy stellt ihren neuen Roman vor. Neue Wege in der Integrationspolitik: Die Bundesregierung zahlt jedem, der einen Migranten bei sich aufnimmt, eine Prämie in Höhe von 500 Euro monatlich. Die Protagonistin, eine Lebenskünstlerin Ende dreißig, wittert die Chance auf ein geregeltes Einkommen und holt sich "ihren" Ausländer ins Haus. Die Ereignisse überschlagen sich und werden immer abstruser - nicht zuletzt, als ein Tinnitus in Gestalt eines Engels auf der Bildfläche erscheint. 19 Uhr. Krimibibliothek, Am Wall 201, 28195 Bremen.

15.5. --- Bremer Shakespeare Company Buffet & Matinee. Sommerlügen und Liebesfluchten. Es geht um Menschen, die unvorhergesehen von der Vergangenheit eingeholt werden, vom Nationalsozialismus, auch von der Stasi, von ihren eigenen Lebensentwürfen, Liebeshoffnungen und Illusionen. Bernhard Schlinks irritierend-bewegende Erzählungen sind ohne Pathos, aber auch nie banal, seine klare Sprache zeigt Mut, auch schwierigste menschliche Beziehungen darzustellen, ohne anzuklagen und ohne zu moralisieren. Es liest: Beate Weidenhammer. 11 Uhr. Theater am Leibnizplatz, 28066 Bremen.

17.5. --- Stadtbibliothek Lesung. Harald Martenstein – „Gefühlte Nähe“. Harald Martenstein liest aus seinem neuen Roman. „Gefühlte Nähe“ besticht durch eine genaue Beobachtung des Paarungsverhaltens im ausgehenden 20. Jahrhundert. Er beschreibt 23 Männer in archetypischen Situationen, die eines gemeinsam haben: dieselbe Frau; eine Frau, die wir nur als N. kennenlernen. An ihrem Liebesleben und Lebenslauf reiht Harald Martenstein die unterschiedlichen Männer wie Verhältnisse auf - ein Roman in 23 Liebesabenteuern. Die Geschichten und Situationen ergänzen sich, zeigen Verhaltensmuster, ergeben eine Sittengeschichte im Privaten - aber sie sind vor allem eins: überraschend komisch und eigensinnig. 19 Uhr. Wall-Saal, Am Wall 201, 28195 Bremen.

18.5. --- Stadtbibliothek Krimilesung. Jörn Birkholz – „Deplatziert“. Jörn Birkholz stellt seinen Roman vor. Jörn Birkholz' namenloser Held betrachtet mit lakonischem Blick seine Welt aus anspruchsvoller Ziellosigkeit und einer Tristesse Royal in Reinkultur: Mit erfrischender Komik erzählt "Deplatziert" von einer Aneinanderreihung unerwarteter, skurriler Schicksalswendungen und zeichnet gleichzeitig ein stimmungsvolles Porträt einer Thirtysomething-Generation, die sich weigert, sich jenseits ihres Langzeitstudentendaseins dem Leben zu stellen. Da gilt es, sich mit der Rebellion gegen Borniertheit und Alltagstrott, die von Beziehungsenden, Magisterarbeit-Desastern, polnischen Kettensägenmassakern, schlechten Konzerten, und noch schlechteren Partys geprägt ist, auseinanderzusetzen. Doch wird der Aufstand gegen das Establishment von Erfolg gekrönt sein? 19 Uhr. Krimibibliothek, Am Wall 201, 28195 Bremen.

20.5. --- Kulturzentrum Lagerhaus Lesung. Sven Regener – „Meine Jahre mit Hamburg-Heiner“. „Herr Lehmann“, „Neue Vahr Süd“, „Der kleine Bruder“. Diese drei Bestseller sind allen bekannt. Nun kommt Sven Regener mit "Meine Jahre mit Hamburg-Heiner" auf Lesereise. Es handelt sich hier um Blogs, die zwischen 2005 und 2010 für diverse Internetforen entstanden, u.a. Spiegel.de, taz.de und standard.at. Die Lesung ist teilbestuhlt (kein Sitzplatzanspruch), Vorverkauf über Ticket Service Center, Nordwest Ticket, Thalia Buchhandlung in der Obernstrasse und EAR Schallplatten. 19 Uhr. Schildstraße 12-19, 28203 Bremen.

21.5. --- Kulturzentrum Lagerhaus Lesung. Sven Regener – „Meine Jahre mit Hamburg-Heiner“. „Herr Lehmann“, „Neue Vahr Süd“, „Der kleine Bruder“. Diese drei Bestseller sind allen bekannt. Nun kommt Sven Regener mit "Meine Jahre mit Hamburg-Heiner" auf Lesereise. Es handelt sich hier um Blogs, die zwischen 2005 und 2010 für diverse Internetforen entstanden, u.a. Spiegel.de, taz.de und standard.at. Die Lesung ist teilbestuhlt (kein Sitzplatzanspruch), Vorverkauf über Ticket Service Center, Nordwest Ticket, Thalia Buchhandlung in der Obernstrasse und EAR Schallplatten. 19 Uhr. Schildstraße 12-19, 28203 Bremen.

22.5. --- Swissôtel Bremen Lesung. Stefan Beuse – „Alles was du siehst“. Ein Mann, der seinen Lebensunterhalt normalerweise als Ghostwriter für berühmte Autoren verdient, bekommt einen hoch dotierten Job von einem Professor auf der anderen Hälfte der Erde angeboten - in einer verschneiten alten Universität an einem Berg, inmitten einer ehemaligen Gletscherlandschaft, eingerahmt von Schluchten, Wasserfällen und zugefrorenen Seen. Da der Ghostwriter seit Jahren ohne Auftrag ist, nimmt er das Angebot an ? obwohl er nicht die geringste Ahnung hat, was von ihm verlangt wird. Der Ghostwriter beginnt Teil einer Geschichte zu werden, die sich nicht nur selbst zu erfinden, sondern auch immer wieder neu zu verwerfen scheint. Zusehends mehren sich die Indizien, dass der Auftrag, den man ihm gegeben hat, mehr mit ihm selbst zu tun hat, als ihm lieb ist ... 17 Uhr. Hillmannplatz 20, 28195 Bremen.

Bremerhaven

8.5. --- Historisches Museum Preisverleihung. Verleihung des Jeanette Schocken Preises. Verleihung des Jeanette Schocken Preises 2011 an den amerikanischen Autoren Richard Sennett. Aus der Jurybegründung: „Richard Sennett ist ein bedeutender Soziologe und Philosoph - darüber hinaus ist er ein literarischer Erzähler von Format. Seine Essays wenden den Blick zurück in die Kulturgeschichte und ebenso nach vorn, auf die unmittelbare Gegenwart unserer kapitalistischen Moderne. Er weist - mit Kant - auf die Gefahr hin, dass wir als lebendige, aus krummem Holz geschnitzte Menschen in unsere normierte Welt nicht mehr hineinpassen. Sennetts Bücher sind ein Plädoyer für die Verteidigung der gefährdeten Sinnlichkeit und für die Bewahrung der menschlichen Würde in unserer Lebens- und Arbeitswelt. Ob diese Bücher von den alten und neuen Metropolen, von der Geschichte des Handwerks, vom Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit einst und heute handeln - oder von der aktuellen Zumutung ein „flexibler Mensch“ zu sein: Sennetts vielgestaltige, nie dogmatische politische Essays fügen sich zu einer großen humanen Zivilisationserzählung.“ 11 Uhr. An der Geeste, 27570 Bremerhaven.

17.5. --- Stadtbibliothek Lesung mit Musik. „Olja, mein Täubchen, Krokodil meiner Seele“ - Ein literarisch-musikalischer Abend für Anton Tschechow (1860 – 1904). Eine Collage aus Briefen, Erzählungen und Szenen - gelesen von Susanne Schwan, Gertrud Schwan und Norbert Duwe - zeichnet Tschechows Leben nach, am Piano illustriert von Adrian Rusnak. Tschechows humorvoller, zärtlicher und geistreicher Briefwechsel mit der Schauspielerin Olga Knipper, die er 1901 heiratete, zeugt von der unbestechlich beobachtenden, scharfsinnig und empfindsam das Leben kommentierenden Feder des Poeten. Seine Novellen verraten Menschenliebe und feine Ironie, seine Dramen wie „Die Möwe“, „Onkel Wanja“ und „Drei Schwestern“ gehören zur Theaterweltliteratur. 19.30 Uhr. Bürgermeister-Smidt-Straße 10, 27568 Bremerhaven.

19.5. --- Stadtbibliothek Lesung. Bühne trifft Buch: „Die Manns“ - ein literarischer Abend zu der Familie hinter den Buddenbrooks. Parallel zur Produktion „Buddenbrooks“ am Stadttheater Bremerhaven lesen Mitglieder des Ensembles aus Briefen, Tagebüchern und literarischen Texten der Familie Mann - der Familie hinter den „Buddenbrooks“. 19.30 Uhr. Bürgermeister-Smidt-Straße 10, 27568 Bremerhaven.

Darmstadt

3.5. --- Literaturhaus Eva Demski – „Gartengeschichten“ und kulinarische Texte. Was ist wohl Gartenwollust? „Vielleicht ist Gartenwollust das kurze und wunderbare Gefühl: Etwas Besseres kann es nicht geben. Dieser Moment, dieses Zusammenspiel aus Duft und Sonne, aus Wohlbefinden und dem Geschmack von Basilikum und selbsterschaffenen Tomaten: der Gipfel. Der ist wahlweise auch erreichbar durch Erdbeerkuchen mit Rosenduft, neuen Wein unter einem Holunderbaum bei milder Sonne und hundert andere glückliche Verbindungen.“ (aus Gartengeschichten). Vom Glück der Sinne erzählen Eva Demskis. Gartengeschichten, die seit ihrem Erscheinen viele Leserinnen und Leser begeistert haben. Weniger bekannt sind Demskis kulinarische Texte, die sie an diesem Abend erstmalig vorstellen wird. Anknüpfend an den Reichtum des Gartens schöpft sie aus dessen voller Vielfalt und zaubert eine sinnliche Mixtur aus Beeren, Blutwurst, Champagner und Leberwurst. Eva Demski, in Regensburg geboren, lebt in Frankfurt am Main. Ihr umfangreiches Werk wurde vielfach ausgezeichnet. 20 Uhr. Kasinostraße 3, 64293 Darmstadt.

4.5. --- Literaturhaus Lesung. Lesebühne - Özlem Özgül Dündar und Jannis Plastargias. Die Lesebühne ist eine Veranstaltungsreihe der Darmstädter Textwerkstatt und stellt am jeweils ersten Mittwoch im Monat ab 20.00 Uhr im Literaturhaus zwei Autoren mit ihren Arbeiten vor. Die Veranstaltung hat Werkstattcharakter und bietet neben der Präsentation den Diskurs. Zwei Teilnehmer der Darmstädter Textwerkstatt lesen: Özlem Özgül Dündar (Wuppertal) stellt ihre zarten, tastenden, sprachskeptischen Gedichte vor, die Zeugnis einer insistierenden Selbstvergewisserung sind. Jannis Plastargias (Frankfurt am Main), der bereits einen Roman für Jugendliche geschrieben hat, liest neue erzählende Prosa. Seine Geschichten umkreisen thematisch die Suche nach einer authentischen Beziehung zu sich und den anderen vor dem Hintergrund aktueller Konflikte. Beide sind mit den ersten MERCK-Stipendien der Textwerkstatt ausgezeichnet worden. Konzept und Moderation: Kurt Drawert. Eintritt frei. 20 Uhr. Kasinostraße 3, 64293 Darmstadt.

10.5. --- Literaturhaus Lesung. Herbert Rosendorfer – „Henkersmahlzeiten“. Es hat einige Zeit gedauert, bis Herbert Rosendorfer dort gelandet ist, wo wir ihn heute verorten: Bei der Literatur. Erst war es ein Studium als Bühnenbildner an der Akademie für Bildende Künste in München, dann kam die Juristerei als Richter und Staatsanwalt, um seit Mitte der 60er Jahre mit einem äußerst umfangreichen Werk zu beginnen. Ein Großteil seiner Werke sind dem Genre der phantastischen Literatur zuzurechnen, deren Sarkasmus und Ironie in der deutschen Literaturszene Ihresgleichen sucht. Eine Kostprobe davon bekommen wir heute Abend mit einer Reihe von Henkersmahlzeiten vorgesetzt, mit denen Rosendorfer verstorbenen oder noch lebenden, mehr oder weniger deutlich erkennbaren Zeitgenossen verdeutlicht, was er von ihnen hält. Ob Franz Josef Strauß oder Elfriede Jelinek beide bekommen ihre „Letzte Mahlzeit“ von Rosendorfer serviert, der sich dabei auf die Aufzeichnungen des königlich bayrischen Henkers Bartholomäus Ratzenhammer bezieht. Und wer als Zuschauer Geschmack an den letzten Mahlzeiten findet, dem werden die Rezepte dieses „Kochbuches“, neu interpretiert vom Sternekoch Herbert Hinter, sicherlich munden. Herbert Rosendorfer, 1934 in Bozen geboren, ist Jurist und Professor für Bayerische Literaturgeschichte. Herbert Rosendorfer ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Künste, er wurde mit zahlreichen bedeutenden Auszeichnungen geehrt, zuletzt 2010 mit dem CORINE-Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten. Er lebt mit seiner Familie in Südtirol. 20 Uhr. Kasinostraße 3, 64293 Darmstadt.

14.5. --- Literaturhaus Tagung. Tag der Weisheit 2011. Begegnung zweier Welten: Indien und Europa. Der Dichter Rabindranath Tagore und der Philosoph Hermann Keyserling. Der Tag der Weisheit ist dem indischen Dichter Rabindranath Tagore (1861-1941) aus Anlass seines 150. Geburtstages gewidmet und soll zugleich an den Besuch Tagores in Darmstadt vor 90 Jahren erinnern. Der Philosoph Hermann Keyserling (1880-1946), Gründer der Darmstädter „Schule der Weisheit“, hatte den Dichter auf seiner Weltreise kennen gelernt und ihn im Juni 1921 zu einer Rabindranath-Tagore-Woche nach Darmstadt eingeladen. Die Veranstaltung thematisiert nach der Eröffnung in zwei Kurzvorträgen die Begegnung zweier Welten: Indien und Europa. Zunächst geht es um Keyserlings Bezug zu Indien (Gahlings), anschließend um die Freundschaft zwischen Tagore und Keyserling (Kämpchen). In einer Lesung trägt Martin Kämpchen Tagores Lyrik vor. Nach einem indischen Buffett gibt es am Abend ein kulturelles Programm zu Ehren von Tagore mit Liedern, Tanz und Gesprächen. Genauere Informationen unter www.ipph-darmstadt.de Eintritt frei. Ab 14 Uhr bis voraussichtlich 20 Uhr. Kasinostraße 3, 64293 Darmstadt.

15.5. --- Centralstation Lesung. Vincent Klink, Patrick Bebelaar und Wiglaf Droste – „Häuptling Eigener Herd“. Vincent Klink und Patrick Bebelaar: Ein musizierender und schreibender Meisterkoch und ein meisterlich kochender Musiker. Kurz, zwei Brüder im Geiste, die sich seit vielen Jahren kennen und in der Centralstation mit doppelter Kraft Delikates auffahren werden. Gekocht wird dieses Mal nicht, dafür aber gemeinsam – vornehmlich Jazz – musiziert, gesungen, erzählt und gelesen. Letzteres hauptsächlich aus der von Klink zusammen mit dem Autor und Publizisten Wiglaf Droste vierteljährlich herausgegebenen literarisch-kulinarischen Kampfschrift „Häuptling Eigener Herd“, die sich kritisch, vor allem aber äußerst komisch mit allen Facetten rund um die Themen Essen und Trinken beschäftigt. Und um den Abend richtig köstlich zu machen, komplettiert auf der Bühne Wiglaf Droste persönlich das Duo zu einem mit allen Sinnen ausgestatteten Trio. Ein satirischer Gaumenschmaus und eine saftige Ohrenspeisung für Liebhaber des Kochens, des Essens, des Trinkens, des Lachens und überhaupt des Genießens aller schönen Künste! Patrick Bebelaar, 1971 in Trier geboren, ist Musiker und Komponist. Vincent Klink, 1949 in Gießen geboren, ist Koch, Autor, Verleger und Herausgeber von Häuptling Eigener Herd. Wiglaf Droste, 1961 in Herford geboren, ist Satiriker, Autor und Sänger und ebenfalls Herausgeber von Häuptling Eigener Herd. 18-28 €. 20 Uhr. Im Carree, 64283 Darmstadt.

Düsseldorf

1.5. --- Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen Auslese – Bücher für die Sammlung. Rudolf Müller. Das Lokal Lieshout in der Kunstsammlung verdankt seinen Namen dem niederländischen Künstler Joep van Lieshout, der seit der Wiedereröffnung des K20 den Raum das ehemaligen Café Zwey neu bespielt. Das Lokal Lieshout ist ein Ort, an dem nicht nur Erfrischungen angeboten werden, sondern auch Bücher. Viermal im Jahr lädt die Kunstsammlung in Kooperation mit der Literaturhandlung Müller&Böhm literaturbegeisterte Bürger ein, im Blick auf die Kunstsammlung eine ganz individuelle Auswahl zu treffen aus Romanen, Erzählungen und Sachbüchern. Rudolf Müller, seit 30 Jahren Buchhändler aus Leidenschaft und seit fünf Jahren mit der Literaturhandlung im Heine Haus ansässig präsentiert seine persönliche Auslese, die seine hohe Affinität zur Bildenden Kunst spiegelt. 10 €. 12 Uhr. Grabbeplatz 5, 40213 Düsseldorf.

5.5. --- Heine Haus Lesung. Oskar Gottlieb Blarr – „Orgelstadt Düsseldorf“. Kalendergeschichten um Düsseldorfer Orgeln. Oskar Gottlieb Blarr, bis 1999 Kantor an der Neanderkirche, Komponist und ausgewiesener Orgelfachmann hat aus der Perspektive der ‚Königin der Instrumente’ die Winkel der Düsseldorfer Musikgeschichte ausgeleuchtet und erstaunliche und denkwürdige Geschichten zutage gefördert. Ergänzt um Notenblätter und Meisterfotos von Friedemann Fey ist daraus ein immerwährender Kalender entstanden. Blarr, der dieser Tage seit nunmehr 50 Jahren in Düsseldorf tätig und längst selbst ein Stück hiesiger Musikgeschichte ist, liest im Heine Haus ausgewählte Kalenderblätter und lässt zum Thema Orgel auch Heinrich Heine zu gewohnt scharfzüngigem Wort kommen. Gemeinsam mit Esther Kim interpretiert Blarr auf dem kostbaren Fischer-Orgelpositiv Düsseldorfer Orgelmusik. 5 €. 19.30 Uhr. Bolkerstraße 53, 40213 Düsseldorf.

11.5. --- Heine Haus Lesung. Zsuzsa Bánk – „Die hellen Tage.“ Autorenlesung in der Reihe Neue Deutsche Literatur. Ein endloser Sommer in einem Nest in Süddeutschland, in den sechziger Jahren: dort lässt Zsuzsa Bánk die Geschichte einer Mädchenfreundschaft beginnen. Seri und Aja sind unzertrennlich wie Schwestern: „Wir fanden uns, wie sich Kinder finden, ohne zu zögern, ohne Umstände.” Als sich zu den Freundinnen Karl hinzugesellt, erweitert sich die Grundkonstellation des Romans zum Dreieck, der instabilsten aller Beziehungsformen. Allmählich freunden sich auch die Mütter der Kinder miteinander an. Doch die Idylle des Sommers trügt, denn die drei Familien sind keineswegs so heil, wie es zunächst den Anschein hat. Zsuzsa Bánk begleitet die Freunde durch Jugend und Studium bis nach Rom, wo aus den unzertrennlichen Freundinnen Rivalinnen um Karls Liebe werden. „Eine poetisch-melancholische Erzählerin, zart, aber auch kraftvoll und ausgesprochen sicher in der Wahl ihrer Mittel.” (Hubert Spiegel, FAZ). Moderation: Martin Krumbholz (freier Journalist u.a. NZZ). 6-8 €. 19.30 Uhr. Bolkerstraße 53, 40213 Düsseldorf.

17.5. --- Zentralbibliothek Lesung. Andreas Izquierdo – „Apocalypsia“. Frisch gepresst. Neue Bücher aus dem Rheinland. Eintritt frei. 18 Uhr. Bertha-von-Suttner-Platz 1, 40227 Düsseldorf.

19.5. --- Industrie Club Düsseldorf Lesung. Stéphane Hessel – „Empört euch!“ Über eine Million Mal hat sich in Frankreich ein kleines Büchlein mit dem Titel ‚Empört Euch!’ bis jetzt verkauft. Die schmale, gerade einmal 30-seitige Streitschrift des 93-jährigen Stéphane Hessel hat ohne Zweifel das Zeug zum Weltbestseller, denn auch in vielen anderen Ländern ist das Interesse enorm. Der Sensationserfolg dieses Aufrufs zur Empörung erklärt sich vor allem durch die ans Legendäre grenzende Autorität seines Verfassers: Stéphane Hessel kämpfte in der französischen Résistance, überlebte Buchenwald, wurde Botschafter und gehört zu den zwölf Autoren der ‚Erklärung der Menschenrechte‘. „Empört Euch! wiegelt nicht wirklich auf – es berührt.” (Arno Orzessek, Deutschlandradio Kultur). Moderation und Gespräch: Lothar Schröder (Rheinische Post). 8-10 €. 19.30 Uhr. Elberfelder Straße 6, 40213 Düsseldorf.

22.5. --- Kulturzentrum zakk Lesung. Khalid al-Khamissi – „Im Taxi“. 5 €. 20 Uhr. Fichtenstraße 40, 40233 Düsseldorf.

23.5. --- Heine Haus Lesung. Peter Kurzeck – „Vorabend“. Autorenlesung in der Reihe Neue Deutsche Literatur. Zwölf Bände soll Peter Kurzecks ‚Das alte Jahrhundert’ überschriebene autobiografische Chronik einmal umfassen. Seit Mitte der neunziger Jahre arbeitet Kurzeck an diesem epochalen Projekt, nun ist mit ‚Vorabend’ der fünfte, mehr als 1000 Seiten umfassende Band erschienen, den er im Literaturhaus Frankfurt im vergangenen Herbst 2010 einigen freundlichen Helfern öffentlich diktiert hat. Ausgehend vom Herbst 1983 unternimmt der Ich-Erzähler Peter eine Zeitreise in die Provinz der 60er- und 70er-Jahre, als der ökonomische Fortschritt unaufhaltsam wurde. Mit unzähligen Detailbeobachtungen umreisst Kurzeck die Mentalität jener Zeit und schreibt ein Stück bundesrepublikanischer Alltagsgeschichte. „(…) Ein gleichsam proustsches Epochengemälde. Wer, wenn nicht Peter Kurzeck, hätte es verdient, den nächsten Georg-Büchner-Preis zu bekommen?” (Deutschlandradio Kultur). Moderation: Philipp Holstein (Rheinische Post). 6-8 €. 19.30 Uhr. Bolkerstraße 53, 40213 Düsseldorf.

25.5. --- Literaturbüro NRW e.V. Lesung. Elfenbeinturm. Dichter lesen Dichter. 4-6 €. 19 Uhr. Bilker Straße 5, 40213 Düsseldorf.

27.5. --- Heine Haus Lesung. Margriet de Moor – „Der Maler und das Mädchen“. Autorenlesung in der Reihe Literatur der Nachbarn. Einen Tag im Leben eines berühmten Malers schildert Margriet de Moor in ihrem neuen Roman: Es ist der 3. Mai 1664, und der berühmte Maler ist Rembrandt, obwohl de Moor seinen Namen nicht nennt. Es ist ein großer Roman über die Kunst, die Liebe und den Tod im Amsterdam des 17. Jahrhunderts und ein faszinierendes Spiel zwischen Wahrheit und Fiktion, Vergangenheit und Gegenwart. „Ein weiterer Künstlerroman, sicher. Aber ein großer. Hier wird nicht das Genie, durch Einfühlung, auf ein verständliches Mittelmaß reduziert.“ (Martin Lüdke, Frankfurter Rundschau). Moderation: Christoph Buchwald (Verleger, Cossee Verlag Amsterdam). 6-8 €. 19.30 Uhr. Bolkerstraße 53, 40213 Düsseldorf.

Frankfurt am Main

4.5. --- Literaturhaus Lesung. Kunst und Leben IV: Karl Schlögel und Thomas Hettche. Auf welche Weise bestimmt eine Kunst die Biografie eines Künstlers? Der Schriftsteller und Essayist Thomas Hettche spricht für das Literaturhaus mit Kulturschaffenden über den Raum, den sie ihrer Gabe einräumen, über das oftmals höchst fragile Arrangement zwischen Leben und Werk. Hettches vierter Gast ist der Historiker Karl Schlögel. „Jede Zeit hat ihre eigenen Biographien“, sagt Schlögel und tatsächlich sagt seine viel über unsere Gegenwart: Bauernkind aus dem Allgäu, Maoist in Berlin, Quereinsteiger in die universitäre Karriere, ist Schlögel heute Verfechter einer Geschichtsschreibung aller Sinne, einer Historie des Tatsächlichen. „Im Raume lesen wir die Zeit“ (C. Hanser), sein methodischer Klassiker über Zivilisationsgeschichte und Geopolitik, hat weit über die Fachgrenzen Anerkennung erfahren. Seine 2008 erschienene Studie zu den stalinistischen Verfolgungen „Terror und Traum – Moskau 1937“ wurde zum Bestseller. Wohl auch, weil man im Impetus und in der Sprachkraft dieses Autors in jeder Zeile spürt, was ihm sein Gegenstand bedeutet. 4-7 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

10.5. --- Literaturhaus Lesung. Im Rahmen von „Frankfurt liest ein Buch“. Hütten, Paläste II: Wilhelm Genazino. Ganz Frankfurt liest ein Buch. In diesem Jahr die „Abschaffel-Trilogie“ (C. Hanser) des Büchner-Preisträgers Wilhelm Genazino. Doch trotz dieses Gemeinschaftserlebnis’ bleibt der Akt des Lesens privat. Denn jemand, der ein Buch liest, ist ein Denkmal, eine Säule der Unantastbarkeit. Ein Stillleben der Intimität zwischen Autor und Leser. Man darf deren Kreise nicht stören. Das Literaturhaus stellt diese Intimität seit einiger Zeit mit Lesungen und Gesprächen in Privatwohnungen auf die Probe. In Villen und Studentenbuden, in Mansarden und Souterrains, in Wohnungen und Gemächern, in Hütten und Palästen gleichermaßen. Im Rahmen des Lesefestes „Frankfurt liest ein Buch“ ist nun Wilhelm Genazino inmitten Frankfurts unter Frankfurtern zu Gast. Begrenzte Platzzahl. Keine Abendkasse. Angaben zum genauen Veranstaltungsort in Frankfurt-Nordend ab 02.05.11 über das Literaturhaus unter 069 / 75 61 84 10 oder info[at]literaturhaus-frankfurt.de. 14-22 €. 19 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

13.5. --- Literaturhaus Lesung. Arno Geiger – „Der alte König in seinem Exil“. Moderation: Kathrin Fischer (hr2-kultur). Der Autor Arno Geiger hat ein Buch über seinen Vater geschrieben: „Der alte König in seinem Exil“ (C. Hanser). Ein persönliches Buch. So direkt, dass man nicht ausweichen kann. So lichtdurchdrungen wie das Blattwerk auf dem Buchumschlag. August Geiger, der Vater, ist demenzkrank. Der Sohn und Autor schreibt darüber. So genau, dass es brennt. Die Schärfe der Betrachtung hängt von Nähe ab. Sohn und Vater schließen nochmals Freundschaft. Ein Leben wie durchs Brennglas geguckt. Arno Geiger begleitet den Vater über Jahre, die einmal zu dessen Letzten gehören werden. Der Sohn hört zu und schont nicht. Demenz ist eine Krankheit des Verlustes. Kritiker meinten, zum Weinen und nicht auszuschlachten sei solch Verlöschen. Arno Geiger hat sich mit Liebe dagegen gestemmt.10-14 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

17.5. --- Literaturhaus Lesung. Nora Bossong, Katharina Schultens, Judith Zander – „Sortierungen“. Moderation: Hans-Jürgen Balmes (S. Fischer). Wo wir auch hinschauen, es ist vorsortiert. Irgendwer entscheidet schon immer für irgendwen. Das kann von Vorteil sein. Hier sind drei unsere Aufmerksamkeit nicht unterfordernde deutschsprachige Neuerscheinungen des Frühjahrs: die Gedichtbände von Nora Bossong, Katharina Schultens und Judith Zander. Deren Titel lauten „Sommer vor den Mauern“, „gierstabil“ sowie „oder tau“. Erschienen in den Programmen von C. Hanser, luxbooks und dtv. Denn das Gedicht, wie Verleger Christian Lux kürzlich formulierte, ist das vielleicht einzige kommerziell verbreitete menschliche Erzeugnis, das von jedwedem kommerziellen Druck befreit wurde. Nicht freizusprechen ist das Gedicht von unserer berechtigten Erwartung, dass es mehr weiß als wir, dass es über uns hinausgeht. Die drei Autorinnen, zum Teil für ihre Romane gerühmt bis berühmt, schreiben gerade das, was Nachkommende zwar nicht mehr Kanon nennen werden, aber was wir jetzt schon als Labor unserer Sprache erkennen können. Der Lektor Hans-Jürgen Balmes stellt vor und führt dasGespräch.4-7 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

22.5. --- Literaturhaus Lesung. Helme Heine – „Schatzsuchen mit Toto“. Musikalische Begleitung: Christian Straube (Gitarre). Helme Heines „Freunde“ (Beltz & Gelberg), also Johnny Mauser, Franz von Hahn und das dicke Schweinchen Waldemar, kennt jedes Kind. Zum 70. Geburtstag des großen Illustrators und Kinderbuchautors feiern wir nun ein doppeltes Glück: ein neues Bilderbuch und den ersten Besuch von Helme Heine im Literaturhaus! Der Auftakt seiner Deutschlandtour, die der in Neuseeland lebende Künstler mit „Toto dem Schatzsucher“ unternimmt, findet in Frankfurt statt. Hase Toto ist der kleine Held der neuen Geschichte. Und eben dieser Toto ist ein Abenteurer auf Schatzsuche. Mit Eimer und Schaufel zieht er aus, sein Glück zu finden. Er erwartet Gold, doch am Ende seiner Reise, auf der er einer bunten Schar von Tieren und Menschen begegnet, hält das Glück eine ganz andere Art von Schatz für ihn bereit …Kinderbuch-Sonntag ab 5 Jahren. 4 €. 15 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

24.5. --- Literaturhaus Lesung. Hansi Jochmann und Burghart Klaußner – „Lew Tolstoj – Sofja Tolstaja. Eine Ehe in Briefen“. Einführung und Kommentar: Ursula Keller und Natalja Sharandak. Während ihrer fünfzigjährigen Ehe führten Lew Tolstoj und seine Frau Sofja einen ausgiebigen Briefwechsel (erschienen im Suhrkamp Verlag). Dieser bietet Einblick in die Entstehung großer Werke wie „Krieg und Frieden“ oder „Anna Karenina“, lässt Alltag und Familienleben der Tolstojs durchscheinen und ist doch vornehmlich Dokument einer konfliktreichen Zweisamkeit. Energisch schreitet Sofja Tolstaja aus dem Schatten ihres patriarchalen Mannes. Sie ist ihm ein ebenbürtiges, sprachgewaltiges Gegenüber in Fragen der Literatur und Politik und zugleich dreizehnfache Mutter und ausdauernde Transkribentin. Durch den Abend führen die Herausgeberinnen und Übersetzerinnen Ursula Keller und Natalja Sharandak. Den impulsiven Absendern geben Hansi Jochmann und Burghart Klaußner ihre Stimmen. Sie sang mit Louis Armstrong, spielt mit „Pfarrer Braun“ und ist die deutsche Stimme von Jodie Foster. Er war oscarnominiert für „Das weiße Band“, ist bedeutender Theaterspieler und seit „Good Bye, Lenin!“ und „Die fetten Jahre sind vorbei“ einem Millionenpublikum bekannt. Wie Tolstoj. 6-9 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

27.5. --- Literaturhaus Lesung. Les Murray und Christian Lehnert – „To the glory of God“. Das Heilige und die Poesie. „Religionen sind Gedichte“: Mit dieser Sentenz eröffnet der australische Dichter Les Murray ein berühmtes Gedicht, in dem er die Schnittflächen erkundet, an denen sich die Sphären ‚Dichtung‘ und ‚Religion‘ berühren. Seine Gedichte sind einer religiös inspirierten Spielart der Naturlyrik zuzuordnen; in Australien nennt man sie „bush poetry“. Murray selbst hat sich einmal als „Kopfbauer“ bezeichnet. Unter dem Titel „Größer im Liegen“ (Edition Rugerup, Übersetzung Margitt Lehbert) ist ein neuer Band mit bisher unveröffentlichten Gedichten erschienen. Der Dichter Christian Lehnert, von dem im Herbst der Gedichtband „Aufkommender Atem“ erscheinen soll (Suhrkamp), hat lyrische Zyklen geschrieben, in denen er in emphatischer Weise auf religiöse und mystische Stoffe zurückgreift. In seinen dunkel dahinströmenden Ursprungsbildern evoziert er Einsichten und Erleuchtungen der Mystik, seine Texte haben die Innigkeit und die Kraft visionärer Gebete. Heute tritt Christian Lehnert mit Les Murray ins Gespräch. Veranstaltungsfolge „Religionen sind Gedichte“ // Kuratiert von Michael Braun, Henning Ziebritzki und Hauke Hückstädt. Eingebunden in die Frankfurter Lyriktage 2011: „experiment, lyrisch“. Gefördert von EKHN-Stiftung. 4-7 €. 19 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

30.5. --- Literaturhaus Lesung. Preis der Literaturhäuser 2011 an Elke Erb. Laudator: Oleg Jurjew. Laudatio & Lesung. In diesem Jahr erhält die Dichterin Elke Erb den Preis der im literaturhaus.net. vereinten Literaturhäuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Elke Erbs Werk, so die Preisbegründung, hinterlässt Spuren. Spuren im Leser, den die Gedichte zum Leben brauchen. Spuren im Zuhörer, den die schnörkellose Ansprache ihrer Zeilen in den Bann schlägt. Aber Spuren auch in den Büchern ihrer zahlreichen Dichterfreunde und Bewunderer wie naturgemäß auch in ihren eigenen Büchern, ihrem Gesamtwerk. Zuletzt erschien der Gedichtband „meins“ (roughbooks). Elke Erb ist Referenz. Ihr Werk ist voller Verschränkungen, Überlagerungen und Wortstellungen, im Ineinander und Gegeneinander. Die Prämierte liest daraus. Der Dichter Oleg Jurjew rühmt es für uns. eine Veranstaltung von Literaturhaus Frankfurt und literaturhaus.net in Zusammenarbeit mit ARTE. 3-5 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

Freiburg

19.5. --- Literaturbüro Lesung. „Tramslam“ U20-Slam und Unplugged-Konzert in der Straßenbahn. Du schreibst? Und am liebsten nicht nur für deine Schublade? Dann melde dich für den U20 Poetry Slam an, den das Literaturbüro Freiburg gemeinsam mit dem Jugendbüro in Freiburg organisiert – in einer Straßenbahn, die mit jungen Slammern am 19. Mai Fahrt aufnehmen wird. Die Anmeldung unter tram-slam@jugendbuero.net sollte deinen Namen, dein Alter und deine Anschrift beinhalten. Bei Fragen kannst du dich an info@literaturbuero-freiburg.de wenden. Mitmachen können alle unter 20 Jahren. Der Slam beginnt um 18Uhr, die Präsentationszeit für jeden einzelnen Teilnehmer beträgt fünf Minuten. Durch den Abend führt die bereits vielfach ausgezeichnete Slammerin Sophie Passmann, begleitet von der Band „Eine kleine Schießerei“ . Eine Veranstaltung vom Literaturbüro Freiburg und vom Jugendbüro in Zusammenarbeit mit der VAG. 3 €. 18 Uhr. Abfahrt: VAG Betriebszentrum, Besançonallee 99, 79111 Freiburg.

20.5. --- Literaturbüro Lesungen in WGs. Marie T. Martin – „Luftpost“. „Vielleicht ist der Tod, sagst du und grinst, nur wie ein Abfluss und kommt in die universale Kläranlage. Das, sage ich, ist mir zu spät, ich möchte einen Klarspüler für die Seele, hier und jetzt.“ Die Lesereihe zwischen/miete präsentiert Literatur aus der jüngsten Schriftstellergeneration und bringt sie ins Gespräch. Von Studierenden organisiert und moderiert, kommen für einen Abend professionelle junge AutorInnen zur „Zwischenmiete“ in Freiburger Wohngemeinschaften und präsentieren ihre Texte. Am 20.5. ist Marie T. Martin zu Gast mit ihrem jüngst erschienenen Erzählband „Luftpost“. Leicht und schwebend erzählt die gebürtige Freiburgerin vom Alltag und den Menschen, ihren Ängsten, Wünschen und Träumen und führt den Leser direkt ins Innere der Figuren. Ihre Texte zeugen „von einem höchst eigenwilligen, phantasievollen, poetischen und sehr humorvollen Zugriff auf die Wirklichkeit“, so die Jury-Begründung zum Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium, das Marie T. Martin 2008 zugesprochen wurde. Marie T. Martin wurde 1982 in Freiburg geboren, nahm über mehrere Jahre an den Jugendwerkstätten des Literaturbüros Freiburg teil, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und lebt mittlerweile in Köln. 2007 erhielt sie den Förderpreis des MDR-Literaturwettbewerbs und war 2010 Stipendiatin der Stadt Köln in Istanbul. Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg in Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk Freiburg. 3 € inklusive Bier und Brötchen. 20 Uhr. Zasiusstraße 54, 79102 Freiburg.

24.5. --- Alter Wiehrebahnhof Lesung. Chalid al-Chamissi – „Im Taxi. Unterwegs in Kairo“. Der ägyptische Schriftsteller Chalid al-Chamissi zu Gast in Freiburg! Das Buch zur Revolution: »Wir leben in einer einzigen Lüge und glauben daran. Die Regierung ist nur dazu da, zu prüfen, ob wir die Lüge wirklich schlucken, finden Sie nicht auch?« fragt ein Taxifahrer in den Erzählungen des vielfach gelobten, ägyptischen Schriftstellers Chalid al-Chamissi. In seinem 58 Episoden fassenden Band „Im Taxi. Unterwegs in Kairo“, dessen deutschsprachige Übersetzung jüngst im Lenos Verlag erschien, entwirft der gebürtige Kairoer und studierte Politikwissenschaftler Dialoge zwischen Taxi-Fahrern und ihren Gästen. Drama, Verzweiflung und Humor schließen sich dabei nicht aus, wenn in eindringlichen Alltagsszenerien die gesellschaftlichen Verhältnisse eines Landes kurz vor dem Umbruch skizziert werden. Ein intelligentes, geistreiches Buch über den „Niedergang, die Korruption, das wirtschaftliche und diplomatische Scheitern des Mubârak-Regimes, aber auch das Elend und die Demütigungen, die das ägyptische Volk erdulden muss.“ Radio France Internationale Chalid al-Chamissi, geb. 1962 in Kairo, arbeitet als Journalist für ägyptische Zeitungen und hat sich als kritischer Beobachter gesellschaftlicher Verhältnisse einen Namen gemacht. Für verschiedene Spiel- und Dokumentarfilme war er als Produzent, Regisseur und Drehbuchautor tätig. Die Moderation der Lesung übernimmt Stephan Milich, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fach Arabistik/Islamwissenschaft an der Universität Göttingen. Eine Veranstaltung im Rahmen des Schwerpunkts „Kifaya! (Arabisch: Es ist genug!) – Revolten in der arabischen Welt“ des freiburger film forums (31.5. – 5.6.2011). In Zusammenarbeit mit dem Literaturbüro Freiburg und der Buchhandlung jos fritz, mit freundlicher Unterstützung von iz3w. 6-8 €. 20 Uhr. Kinosaal im Alten Wiehrebahnhof, Urachstraße 40, 79102 Freiburg.

26.5. --- Alter Wiehrebahnhof Lesung. Literarischen Werkstattgespräch. Im „Literarischen Werkstattgespräch“ können Schreibende unveröffentlichte literarische Texte zur Diskussion stellen. Die Veranstaltung findet monatlich jeweils am letzten Donnerstag statt. Textbewerbungen bitte bis spätestens eine Woche vor dem Gespräch ans Literaturbüro schicken. Eintritt frei. 20 Uhr. Urachstraße 40, 79102 Freiburg.

27.5. --- Haus der Jugend Slam-Workshop für Jugendliche. Mit Sophie Passmann. Du schreibst? Du slammst? Und wolltest schon immer mal mit einem Profi zusammenarbeiten? Dann melde dich an für den Slam-Workshop, den das Literaturbüro Freiburg gemeinsam mit dem Jugendbüro am 27.5. in Freiburg organisiert. Die Leitung des Workshops übernimmt die 17-jährige, vielfach ausgezeichnete Slammerin Sophie Passmann. Auch für Einsteiger! Vorerfahrungen sind keine Voraussetzung, um an dem Workshop teilzunehmen. Eine Veranstaltung vom Literaturbüro Freiburg und vom Jugendbüro, im Rahmen des Freiburger Jugendgipfels. 14 Uhr. Uhlandstraße 2, 79102 Freiburg.

Göttingen

4.5. --- Literarisches Zentrum Buchvorstellung. Stephan Porombka und Mathias Mertens – „Statusmeldungen“. Mit den beiden Autoren werden wir versuchen dem Phänomen Facebook auf die Spur zu kommen und gemeinsam mit dem Journalisten Matthias Dell (Der Freitag) über Gegenwart und Zukunft des sozialen Netzwerks diskutieren. 20 Uhr. Düstere Straße 20, 37073 Göttingen.

11.5. --- Literarisches Zentrum Lesung. Charlotte Kerner – „The next GENeration“. Hautfarbenwechsel wie bei Michael Jackson, Klonschaf Dolly, Kinder nach Katalog – den Körper zu „optimieren“ ist für die Forschung längst kein Ding der Unmöglichkeit mehr. Wissenschaftler arbeiten daran, Krankheiten schon in den Genen zu bekämpfen. Gendiagnostik und Gentherapie verheißen uns Gesundheit, Schönheit und Lebensglück. Und doch bleibt das Unbehagen, wenn der Mensch Gott spielt und in die Gene eingreift. Horrorszenarien angesichts der aktuellen Möglichkeiten_der Humangenetik gibt es massenweise, aber ist die Aufregung auch berechtigt? Charlotte Kerners Buch Die nächste GENeration (Beltz & Gelberg 2009) informiert über den aktuellen Forschungsstand und denkt das bereits Mögliche in Science-Fiction-Geschichten weiter. Mit der Autorin diskutiert der Göttinger Biologielehrer Hauke Schauermann über die Frage: „Wie weit müssen, dürfen und wollen wir ge(h)n?“. 5,50-8,50 €. 19 Uhr. Düstere Straße 20, 37073 Göttingen.

12.5. --- Altes Rathaus Lesung. Bascha Mika – „Die Feigheit der Frauen“. Feminismus reloaded. Noch immer haftet dem Feminismus das Stigma des verbiesterten und männerfeindlichen Latzhosen-Emanzentums an. Die Schwarzer-Keule ist mächtig, Gegner finden sich in allen politischen Lagern. Um zu klären, was da eigentlich los ist, haben wir Bascha Mika eingeladen. 20 Uhr. Markt 9, 37073 Göttingen.

13.5. --- Literarisches Zentrum Schreibwerkstatt 3X. Kann man Schreiben lernen? Sind meine Texte gut? Luise Rist hat schon viele Literaturworkshops für Schülerinnen und Schüler geleitet. Jetzt regt sie im Literarischen Zentrum an drei Nachmittagen zum Schreiben an: Am 13. Mai entstehen Fantasy- oder Science-Fiction-Kurzgeschichten, am 20. Mai geht es um szenisches Schreiben für Theater und Film, der 27. Mai gehört der Lyrik. Natürlich gibt es viel Raum für kritischen Austausch: Was macht die Geschichte, die Szene oder das Gedicht literarisch? Wie vermeiden wir Klischees und erfinden etwas Neues? Wie lektoriert man sich selbst? Für Jugendliche ab 15 Jahren, die Lust haben, sich schreibend auszudrücken. Und die jede Menge nützliche Tipps und gutes Handwerkszeug bekommen wollen, um ihre Texte weiterzuentwickeln. Die Homepage des Literarischen Zentrums wird den Ergebnissen der Schreibworkshops einen gebührenden Platz einräumen: Dort kann man nachlesen, was an den drei Nachmittagen entstanden ist. Voranmeldung bitte per Mail an borcherding[at]lit-zentrum-goe.de. Auch am 13.5., 20.5. und 27.5. jeweils 15-19 Uhr. Düstere Straße 20, 37073 Göttingen.

18.5. --- Literarisches Zentrum Lesung. Alissa Ganijewa, Aleksej Lukjanow und Denis Osokin – „Das schönste Proletariat der Welt“. Junge Erzähler aus Russland. In Russland meldet sich eine neue Generation von Autoren zu Wort – die Generation derer, die den Zusammenbruch des Imperiums als Kinder erlebt haben. Anders als ihre älteren Kollegen kennen sie keine sowjetische Vergangenheit mehr, die sie verklären oder bekämpfen müssen. Aber das riesige Land wälzt sich um, diese gewaltige Bewegung setzt sich bis in die Kapillaren des Einzelnen fort, und genau dem spüren die jungen Schriftsteller nach. 20 Uhr. Düstere Straße 20, 37073 Göttingen.

22.5. --- Literarisches Zentrum Lesung. Viola Roggenkamp – „Tochter und Vater“. Unvergessen ist vielen Leserinnen Viola Roggenkamps Familienleben, ihr einfühlsam und schwungvoll gezeichnetes Porträt einer deutsch-jüdischen Familie in Hamburg. Roggenkamps neues Buch Tochter und Vater, das im Mai im S. Fischer Verlag erscheint, schreibt nun diese Geschichte fort. 20 Uhr. Düstere Straße 20, 37073 Göttingen.

30.5. --- Literarisches Zentrum Lesung. Silke Scheuermann – „Ich und Du“. „Silke Scheuermanns Gedichte“, schrieb Hauke Hückstädt einmal, „sind hervorragende Träger und Leiterflächen unserer Wahrnehmung“. Das sind sie vor allem deshalb, weil sie keine Angst haben: weder vor Alltagsbezügen noch vor großen Gefühlen. Wie in einem Gravitationsfeld kreisen Scheuermanns Texte um das mystische Thema der Verwandlung und der Bewegung. Der Trägheit der Realität begegnen sie mit der Dynamik der Sprache. Was dabei entsteht, sind „Beziehungs-Texte“. Es geht um Beziehungen zwischen Menschen, Dingen, zwischen Ich und Welt, letztlich immer zwischen Ich und Du. 20 Uhr. Düstere Straße 20, 37073 Göttingen.

Greifswald

4.5. ---Koeppenhaus Lesung. Heinrich von Kleist – „Meine Seele sollst Du haben.“. Lesung aus den Abschiedsbriefen & Dokumentationsfilm "Die Akte Kleist". Am 21. November 1811 haben der Dichter Heinrich von Kleist und Henriette Vogel den gemeinsamen Freitod am Kleinen Wannsee gewählt. 200 Jahre später wird das Kleist-Jahr in seiner Geburtsstadt Frankfurt (Oder) eröffnet und Kleist, der sich zeitlebens nach dem Ruhm sehnte, gehört zum literarischen Kanon. Kleists Protagonisten sind von deutscher Innerlichkeit und Grübelei frei, sie handeln und scheitern in der Realität, das macht Kleists Werke bis heute für Leser in aller Welt so attraktiv. Elke Zeh und Grian Duesberg, Schauspieler am Theater Vorpommern, lesen aus den Abschiedsbriefen von Henriette Vogel und Heinrich von Kleist. Anschließend wird der Film "Die Akte Kleist" gezeigt. Kleists Tod und die Polizeiakten, die es dazu gibt, sind das Fenster, von dem aus der Film zurückschaut auf das Leben des Dichters, auf seine Zerrissenheit, sein Gehetztsein, sein Frauenproblem und die Zerwürfnisse mit seiner Familie. Der Film bringt dies zu einer spannend erzählten Geschichte zusammen. Ein Film von Simone Dobmeier, Hedwig Schmutte und Torsten Striegnitz, D 2010, 45 min. Anlässlich der Veranstaltung ist die Kleist-Ausstellung "Unterwegs in Europa. Heinrich von Kleists Reisen 1801-1810." in der Galerie von 19-20 Uhr am 04.05.2011 geöffnet. Eintritt frei. In Zusammenarbeit mit dem Kleist-Museum Frankfurt (Oder). Film und Lesung: 3 €. Bahnhofstraße 4 D, 17489 Greifswald.

Hamburg

1.5. --- Mathilde Bar Lesung. Stories on Stage: e.e. Cummings - englische Lesung - immer am 1. Sonntag im Monat. Meistens hört man Worte und versucht sie zu begreifen. Man versucht Ihnen den Sinn abzugewinnen, den sie vermeintlich verinnerlichen. Und meistens wollen wir nur einen Sinn isolieren. Und wir fordern auch kategorische Transparenz des Wortes. Und bevor wir uns versehen, definiert uns das Wort viel mehr als wir es definieren. Der amerikanische Dichter e.e. cummings schreibt keine Gedichte - er komponiert sie wie Musik. Und ähnlich wie Musik, die ungefragt sich der Seele des Hörers bemächtigt, verführt seine Poesie sowohl auditiv als auch visuell zur subtilen Selbsterfahrung. Mit musikalischer Untermalung lesen Yannis Bouzounis und Daniel Chelminiak. Gedichte von e.e. cummings. „Stories on Stage“, gegründet von Carol McNamara und Daniel Chelminiak, findet immer am ersten Sonntag im Monat statt. Verbessert Sprachkenntnisse, Allgemeinbildung und Laune. 3-4 €. 19 Uhr. Bornstraße 16, 20144 Hamburg.

1.5. – 3.5. --- Literaturhaus Tagung. „Hamburger Begegnung“. Vom 1. bis 3. Mai 2011 werden im Literaturhaus Hamburg Autoren und Kritiker über virulente Fragen der Gegenwartsliteratur debattieren. Literaturhaus Hamburg veranstaltet zum zweiten Mal ein Treffen von Schriftstellern und Kritikern. Mehr als 30 deutschsprachige Autoren und Kritiker aller Generationen werden für zweieinhalb Tage miteinander ins Gespräch kommen. In pointierten Kurzreferaten und Diskussionen zum Thema „Stilfragen“ sollen während der nicht-öffentlichen Tagung die virulenten Fragestellungen der Gegenwartsliteratur ohne Zeit- und Veröffentlichungsdruck reflektiert werden. Öffentliche Veranstaltungen am Abend begleiten die Zusammenkunft. Die „Hamburger Begegnung“ wird von der Autorin Sibylle Lewitscharoff, der Kritikerin Meike Feßmann und dem Leiter des Literaturhauses Hamburg Rainer Moritz kuratiert. Der zweite Tag der „Hamburger Begegnung” schließt am 2. Mai um 20 Uhr mit einer von Andreas Isenschmid moderierten „Literatursoiree“. Zu Gast ist der Lyriker Durs Grünbein, der im Gespräch mit dem Gastgeber die Grundlagen seines Schreibens offenlegt. Durs Grünbein wurde 1962 in Dresden geboren und lebt als Dichter, Essayist und Übersetzer in Berlin. Er wurde u.a. mit dem Georg-Büchner-Preis geehrt. Sein Werk umfasst zahlreiche hoch gelobte Lyrikbände, zuletzt „Aroma“ (Suhrkamp Verlag), über den „Die Zeit“ schrieb: „Mit nichts anderem scheint er beschäftigt, als das unablässige Strömen weit gereister Wortbilder, tollkühner Analogien und dienstbarer Gemeinplätze in seinem Kopf so zu rhythmisieren, dass die tausend Nuancen der ,urbanen Urvibration’ in ein bildsättiges Parlando überfließen.” 2009 hielt Durs Grünbein die renommierten Frankfurter Poetikvorlesungen. Den Abschluss der „Hamburger Begegnung“ bildet am 3. Mai um 20 Uhr eine öffentliche Lesung mit der Lyrikerin Marion Poschmann und dem Romancier Ulrich Peltzer. Marion Poschmann wurde 1969 in Essen geboren und lebt in Berlin. Für ihren herausragenden Lyrikband „Geistersehen“ (Suhrkamp Verlag), der die Jury wegen „seiner sprachlichen Virtuosität, strengen Komposition und gedanklichen Geschlossenheit“ überzeugte, wurde ihr soeben der Peter-Huchel-Preis verliehen. Der Schriftsteller Ulrich Peltzer, geboren 1956 in Krefeld, wurde durch Romane wie „Bryant Park“ und „Teil der Lösung“ bekannt. Er erhielt u.a. den Bremer Literaturpreis und den Berliner Literaturpreis. Aktuell liegen bei S. Fischer seine Frankfurter Poetikvorlesungen unter dem Titel „Angefangen wird mittendrin“ vor. Die Einladung nach Hamburg angenommen haben die Schriftsteller Karl-Heinz Ott, Martin Mosebach, Ulrich Peltzer, Paulus Hochgatterer, Michel Mettler, Hans Pleschinski, Steffen Popp, Clemens J. Setz, Josef Haslinger, Durs Grünbein, Georg M. Oswald, Ursula Krechel, Marion Poschmann, Heiko M. Hartmann und Ernst-Wilhelm Händler sowie die Literaturkritiker Tilman Krause, Roman Bucheli, Kristina Maidt-Zinke, Ursula März, Daniela Strigl, Gregor Dotzauer, Elmar Krekeler, Martin Ebel, Burkhard Müller, Andreas Isenschmid, Frauke Meyer-Gosau, Hubert Spiegel, Hubert Winkels, Sandra Kegel und Jörg Magenau. Weitere Informationen unter www.literaturhaus-hamburg.de. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

2.5. --- Literaturhaus Gespräch. In der Reihe „Hamburger Begegnungen“: Literatursoiree mit Durs Grünbein, Andreas Isenschmid trifft Durs Grünbein. Ein Gespräch. Wie in der Reihe „Literatursoiree” üblich, gibt dieser Abend die Möglichkeit, sich aus dem immer schneller rotierenden Literaturbetrieb zu entfernen und über grundsätzliche ästhetische Fragen nachzudenken. 6-10 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

2.5. --- Hamburger Institut für Sozialforschung Vortrag. Mischa Gabowitsch –„Verbrechen erinnern. Eine deutsch-russische Transfergeschichte“. Kann ein ehemaliger Kriegsgegner zum moralischen Vorbild werden? Seit den 1960er Jahren dienten kritischen Intellektuellen in der Sowjetunion Deutschlandbilder als ein Hohlspiegel, der dem eigenen Land vorgehalten wurde – um dessen totalitäre Züge aufzuzeigen, oder um Reue für den Massenterror der Stalinzeit anzumahnen. Die deutsche Vergangenheitsbewältigung, zumeist vereinfacht und verzerrt dargestellt, wurde für eine kleine liberale Minderheit zu einem erstrebenswerten Ideal; zu einem Maßstab, den sie – stets mit enttäuschendem Ergebnis – an ihre Landsleute anlegten. Seit der Perestrojka priesen nicht selten auch deutsche Gesprächspartner ihren russischen Freunden die bundesrepublikanische Vergangenheitsbewältigung als erprobtes „Modell“ an. In- und ausländische Kritiker beurteilen die Demokratietauglichkeit und Reife der russischen Bevölkerung zuweilen danach, ob sie der schreckensreichen Vergangenheit des eigenen Landes mit Schuld und Sühne statt Ehrfurcht und Schweigen begegnete. Heute jedoch erscheint der negative Identitätsdiskurs deutscher Prägung einer wachsenden Zahl von Russen als nationale Schwäche. Eintritt frei. 20 Uhr. Mittelweg 36, 20148 Hamburg.

3.5. --- Literaturhaus Lesung. Marion Poschmann – „Hundenovelle“, Ulrich Peltzer – „Alle oder keiner“. Meike Feßmann moderiert. Die zweite „Hamburger Begegnung” schließt mit einer Lesung von zwei der eingeladenen Autoren. Die 1969 geborene Lyrikerin und Erzählerin Marion Poschmann – zuletzt mit dem Peter-Huchel-Preis ausgezeichnet – liest aus ihrer 2008 erschienenen „Hundenovelle”, einer Geschichte, die die „Neue Zürcher Zeitung” mit kraftvollen Worten anpries: „Es öffnet Augen, Ohren und – wieso nicht – das Herz für jene Welt, die hinter oder neben den Menschen und ihrer zielgerichtet-ziellosen Betriebsamkeit existiert, gegenwärtig, geheimnisvoll, schrecklich und, eben, wunderbar: wie Poesie.” Der 1955 geborene Ulrich Peltzer, unter anderem mit dem Literaturpreis der Stadt Bremen ausgezeichnet, zählt zu den profiliertesten und reflektiertesten Erzählern der Gegenwart. Zuletzt hielt er die Frankfurter Poetik-Vorlesungen. Er liest aus seinem dritten Roman „Alle oder keiner”, dessen Protagonist als Psychologe in Berlin lebt: „Ein Bewusstseinspanorama, das allem standhält, was an äußeren Reizen einschießt” (Frankfurter Rundschau). Meike Feßmann, Mitorganisatorin der Hamburger Begegnung, moderiert den Abend mit Marion Poschmann und Ulrich Peltzer. 6-10 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

3.5. --- Mathilde Café Lesung. Themenabend (Poetry Slam) mit Längs Thema: "Online". Seit 7 Jahren hebt sich Mathilde mit ihren Themenslams von der Masse ab – denn: Hier wird selten getanzt, gerappt oder gesungen. Das Publikum achtet ein klein wenig mehr auf den Inhalt und nicht so sehr auf die Form. Und auf das Publikum kommt es an. Ausgebuht oder ausgelacht wird hier niemand. Anders als beim "normalen" Slam bewertet nicht eine Jury sondern das komplette Publikum. Jeder einzelne bekommt einen Bewertungszettel und einen Stift und gibt Punkte von 1 bis 10. Die Autoren lesen jeder einen Text von höchstens 5 Minuten. Achtung: Auch ein kurzer Text ist ein Text - und davon liest jeder Autor wirklich nur einen.) Der Text muss zum vorgegebenen Thema passen. Vorleser zahlen natürlich keinen Eintritt und der Publikumssieger noch nicht einmal seine Getränke. Der Gewinner bekommt einen Mathilde-Verzehrgutschein und startet beim nächsten Slam automatisch auf Platz 1. Nur die ersten 10 Autoren können lesen und nur die ersten 50 Gäste zuhören. Voller als voll geht einfach nicht, und regelmäßig müssen Gäste wieder weggeschickt werden. Daher empfehlen wir den Vorverkauf und rechtzeitiges Erscheinen. 3-4 €. 20.15 Uhr. Bogenstraße 5, 20144 Hamburg.

4.5 --- Literaturhaus Lesung. Spaß mit Büchern. Maria Parr und Christel Hildebrandt präsentieren „Sommersprossen auf den Knien“ im Rahmen des Norwegen-Festivals. Tonje Glimmerdal ist fast zehn Jahre alt und wächst in einem abgelegenen norwegischen Tal auf. Sie hat jede Menge Temperament – und ist absolut furchtlos. Ihr bester Freund ist der steinalte Gunnvald. Als dieser im Krankenhaus landet, nistet sich eine böse Frau mit bissigem Hund auf seinem Hof ein. Das stinkt Tonje mächtig, bis sie einem Geheimnis auf die Spur kommt … „Sommersprossen auf den Knien” wurde 2010 mit dem „Luchs” und dem norwegischen Bragepreis ausgezeichnet. Im Anschluss gibt es norwegische Waffeln! Für Kinder ab 7 Jahren! Reservierung unter Tel. 040 - 22 70 20 14. 15.30 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

5.5. --- Literaturhaus Lesung. David Abbott – „Die späte Ernste des Henry Cage“. Christoph Bantzer liest den deutschen Text. Margarete von Schwarzkopf moderiert. „Fein gezeichnete und bis in die tiefsten Tiefen ihres Wesens ausgelotete Figuren, die man, ist man ihnen einmal begegnet, nie mehr vergisst.” Spiegel Online. Ernten wir, was wir säen, oder sind wir dem Schicksal ausgeliefert? Was ist überhaupt wichtig im Leben, und was gilt es zu bewahren? Im Romandebüt „Die späte Ernte des Henry Cage” (dtv) begegnen wir einem Mann, der alles im Leben erreicht zu haben scheint und doch am Ende nicht belohnt wird. Weder eine funktionierende Familie noch die Früchte eines langen Arbeitslebens sind ihm vergönnt. Zu spät bemerkt er, was er im Leben eigentlich besaß. Mit einem einzigen Ereignis und einer verhängnisvollen Begegnung gerät alles aus den Fugen, und der ungewollte Ruhestand führt Henry Cage in einen Strudel der Ereignisse, die auf eine Katastrophe hinsteuern, die alles Gewesene in den Schatten stellt. Nach und nach verliert der beruflich ehemals hochgeachtete Werber alles und findet sich schließlich weinend „auf dem Küchenboden sitzend” vor. War er nur „zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort”, oder ist in unserem Leben alles vorherbestimmt? Der liberale und fortschrittliche Henry sieht sich selbst als gescheitert und blickt auf die Summe seiner „Verfehlungen”. Was am Ende bleibt, ist die Erinnerung an das Wesentliche im Leben. Der renommierte Werbeexperte und Agenturgründer David Abbott, 1938 geboren, fand erst spät zum literarischen Schreiben. Sein Erstlingswerk wurde sogleich zu einer von der Kritik gefeierten Sensation: Mit „Die späte Ernte des Henry Cage”, über einen „aus dem Takt der Zeit” geratenen ehemaligen Manager, schuf Abbott einen Roman, der dem Leser im Gedächtnis bleiben wird und der ihn bei der Lektüre durch die unterschwellige Gefahr eines drohenden Unheils in seinen Bann zieht. Peter Torberg hat diese Geschichte über eine gefährdete menschliche Existenz nun ins Deutsche übertragen. 4-8 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

8.5. --- Literaturhaus Lesung. Eva Gritzmann & Denis Scheck – „Sie & Er: Der kleine Unterschied beim Essen und Trinken“. Eva Gritzmann und Denis Scheck verdeutlichen den „kleinen Unterschied beim Essen und Trinken“ – Lesung mit einem Männer- oder Frauenmenü. Wie ist das mit den Männern und Frauen, insbesondere, wenn sie sich niederlassen, um zu essen und zu trinken? Wie verschieden ernähren sich die Geschlechter und warum? Liegt es allein am unterschiedlich ausgeprägten Empfindungsreichtum, an althergebrachter Erziehung und Sozialisation? Hat das Ernährungsverhalten mit den Gehirnstrukturen zu tun? Oder mit abweichenden Geschmacksnerven? Die Stuttgarter Ärztin Eva Gritzmann und der Kölner Literatur- und Zivilisationskritiker Denis Scheck sind diesen Fragen nachgegangen, ohne den kursierenden Klischees – der blutige Hammelnieren verschlingende Mann, die am fragilen Rucola knabbernde Frau – voreilig Glauben zu schenken. Beide haben Ernährungswissenschaftler befragt, Statistiken gewälzt, die Weltliteratur (von Georges Perec bis James Joyce) nach Kulinarischem abgeklopft, Spitzenetablissements in Chicago und im Hinterland Barcelonas besucht, Meisterköche interviewt, über den Sinn- und Unsinn der Molekularküche nachgedacht, eine Winzerin nach geschlechtsspezifischen Unterschieden beim Weinbau befragt und am Ende das famose Buch „Sie & Er. Der kleine Unterschied beim Essen und Trinken” (Bloomsbury) geschrieben. Im fein eingedeckten Festsaal des Literaturhauses werden Gritzmann & Scheck lesen und räsonieren, mit Sicherheit kurzweilig und lehrreich. Zur Veranschaulichung reicht die Küche des Literaturhaus-Cafés ein Menü, das allen Vorurteilen der Geschlechterdifferenz gerecht wird. An der Abendkasse kann jeder Gast entscheiden, ob er das „männliche” oder das „weibliche” Menü wählen möchte. Zu den Speisen wird leichter Weißwein (für die Damen?) und schwerer, tanninhaltiger Rotwein (für die Herren?) gereicht. Der Eintrittspreis umfasst die Lesung und ein Dreigängemenü (ohne Getränke). 40-45 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

9.5. --- Thalia Theater Lesung. Siri Hustvedt – „Der Sommer ohne Männer“. Oda Thormeyer liest den deutschen Text, Denis Scheck moderiert. Neben all den Vater-Büchern dieses Frühjahrs steht nun endlich eine feinsinnige Mutter-Tochter-Geschichte. Die große amerikanische Autorin Siri Hustvedt hat sie geschrieben, der wir die Romane „Was ich liebte” und „Die Leiden eines Amerikaners” sowie luzide Erkundungen der weiblichen Seele wie „Die zitternde Frau” verdanken. In ihrem neuen Roman „Der Sommer ohne Männer” (Rowohlt Verlag, Übersetzung: Uli Aumüller) verbannt Siri Hustvedt den männlichen Teil des Planeten mir nichts, dir nichts ins gedankliche und reale Abseits. Sie erzählt eine Geschichte, die schon tausend Mal, aber so noch nie erzählt wurde. Nach einem ordentlichen Stück des gemeinsamen Wegs, fast 30 Jahre, bekommt die Lyrikerin Mia Fredricksen von ihrem Gatten, einem erfolgreichen Hirnforscher, das Wort „Pause” recht unsanft an den Kopf geknallt: „Die Pause war eine Französin mit schlaffem, aber glänzendem braunen Haar. Sie hatte einen signifikanten Busen, der echt, nicht künstlich war, eine schmale Rechteckbrille und einen exzellenten Verstand.” Mia rast und tobt und taumelt in eine klinische Depression. Schließlich greift die Mittfünfzigerin zur intensivsten aller Selbsttherapien: Sie verordnet sich einen Sommer zu Hause, im ländlichen Minnesota, fernab von den hochgestimmten New Yorker Dinnerpartys um ihren kultivierten Boris, der ohne den Verstand seiner Frau möglicherweise nur halb so brillant wäre. An der Seite ihrer renitenten Mutter kommt Mia zur Ruhe und besinnt sich auf ihre Kunst. Dieses Minnesota-Matriarchat erzählt Siri Hustvedt mit hinreißendem Spott, mit Selbstironie und der ihr eigenen Scharfsinnigkeit, sodass man ihre durchgedrehten Weibsbilder lieben lernt – die uralte Abigail, die Masturbationsszenen auf Tischläufer stickt, die halbwüchsigen, engelsschönen Möchtegern-Poetinnen, die sich als wahre Teufelinnen entpuppen, und die toughe Nachbarin Lola, die mit Quiche und Rotwein geschundene Seelen zu heilen weiß. In „Der Sommer ohne Männer” schreibt Hustvedt endlich wieder aus weiblicher Perspektive, und ihr gelingt eine ebenso „meisterliche wie einfühlsame Studie des Frauenlebens” (FAZ). Hustvedts Frauen brauchen keine Männer. Auch wenn am sommerlichen Horizont möglicherweise eine Versöhnung mit dem untreuen Gemahl dräut. 12-16 €. 20 Uhr. Alstertor, 20095 Hamburg.

10.5. --- Literaturhaus Gespräch. Toter Salon vol. 102. Gastgeber: Gerhard Henschel und Richard Christian Kähler. Stargast: Wenzel Storch. Kenner wissen es seit Jahren: „Wenzel Storch ist der beste Regisseur der Welt” (Titanic). Mit seinen wunderbaren experimentellen Spielfilmen „Der Glanz dieser Tage”, „Sommer der Liebe” und „Die Reise ins Glück” hat er im Sturm die Herzens eines ebenso wunderbaren Publikums erobert. Was Storch auszeichnet, ist eine große Liebe – und mitunter auch Hassliebe – zu den Idolen seiner Jugend. Dazu gehören Petzi, Flipper, Lupo, Dr. Sommer, Winnetou, das Buschkänguru Skippy und die Kleinfamilie Cartwright ebenso wie Kalle Blomquist, Conny Kramer, Louis de Funès, die drei kleinen Schweinchen und so manche Kreatur aus dem kirchlichen, künstlerischen oder pornografischen Underground. Um Storchs an und für sich ganz unbeschreibliche Filme zu beschreiben, hat die Kritik Vergleiche bemüht wie „Jules Verne auf Acid” und „Terry Gilliam auf Crack”. Im Toten Salon wird er einige der schönsten Ausschnitte aus seinen Filmen zeigen, von den lebensgefährlichen Dreharbeiten erzählen und eine Jungfrau zersägen. Die Gastgeber Gerhard Henschel und Richard Christian Kähler werden ihrerseits im Schnelldurchlauf 116 Jahre komischer Filmgeschichte Revue passieren lassen. „Die einen blicken amüsiert und staunend auf die Leinwand, die andern haben das Gefühl, als würde ein Panzer über sie hinwegrollen. Was ja aber auch nicht das Schlechteste ist”: Wenzel Storch über die Wirkung seiner Filme. 6-10 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

10.5. --- Mathilde Café Lesung. Helmut Gentsch liest Christian Morgenstern. Christian Morgenstern wurde am 6. Mai 1871 in München geboren und starb im Alter von 42 Jahren am 31. März 1914 in Meran. Er erkrankte früh an Tuberkulose, die Krankheit zwang ihn zu häufigen Sanatoriumsaufenthalten. 1894 ging er nach Berlin, war Mitarbeiter der "freien Bühne", übersetzte Ibsen und Strindberg, war freier Lektor im Verlag B. Cassierer. Ab 1910 lebte er in Südtirol. Aus dem antibürgerlichen Freundeskreis der "Galgenbrüder" erwuchsen ab 1895 die Gedichte, die als "Galgenlieder" berühmt wurden. Es folgten "Palmström", "Palma Kunkel", der "Ginganz". Über das Kabarett wurden sie dem Publikum bekannt gemacht. Morgenstern spielte in seinen Gedichtenmit geistreichen Wortverbindungen, mitverwirrenden Tiraden, in denen er alle Möglichkeiten der Sprache zu erkunden suchte. Aber auch ernsthafte Gedankenlyrik gehörte zu seinen dichterischen Schöpfungen, die stark unter dem Einfluss von Nietzsche und der Anthroposophie seines Freundes Rudolf Steiner standen, den er auf seinen Vortragsreisen begleitete. Helmut Gentsch verbrachte seine Kindheit in München und war Ensemblemitglied an verschiedenen deutschen Theatern: u.a in Hamburg Ernst Deutsch Theater, Kammerspiele, Remond Theater Ffm, Komödie Marquardt Stuttgart, Landestheater Schleswig. Tourneen, Aufgaben im Funk und Fernsehen, und Theaterregie. Gastverträge in Lübeck, Bremerhaven u. Bremen Lesungen und Hörbuch Produktionen. 3-4 €. 20.15 Uhr. Bogenstraße 5, 20144 Hamburg.

12.5. --- Literaturhaus Lesung. Viola Roggenkamp – „Tochter und Vater“. „Ihr Vater war kurzsichtig und weitsichtig. Er konnte hellsehen und sah meistens schwarz.” Mit ihrem Roman „Familienleben” gelang der Hamburger Autorin Viola Roggenkamp vor sieben Jahren ein herausragender Bestseller. Ein einfühlsam und schwungvoll gezeichnetes Porträt einer deutsch-jüdischen Hamburger Familie in den sechziger Jahren, erzählt aus der Perspektive der 13-jährigen Tochter. Mit „Tochter und Vater”, dem neuen Roman, erschienen bei S. Fischer, bleibt sie diesem Stoff treu und führt ihn meisterhaft fort. In „Familienleben” setzte Roggenkamp sich als eine der ersten Schriftstellerinnen mit dem Leben der jüdischen Nachgeborenen in Deutschland literarisch auseinander: Kinder, die mit den Traumatisierten lebten, die täglich von deren Ängsten und Erinnerungen umgeben waren. In „Tochter und Vater” ist die Tochter längst erwachsen, der Vater Paul liegt im Sterben. Um auf seiner Beerdigung eine Rede zu halten, spürt sie seinem Leben nach. Für die Tochter stellte sich der oft müde und kränkelnde Paul nicht als Held da. Und doch hat ausgerechnet er seine jüdische Geliebte (und spätere Frau) und deren Mutter vor der Deportation gerettet: Papiere gefälscht, die Gestapo in Berlin ausgetrickst und in Krakau im Schleichhandel Geld gescheffelt auf Kosten der Nazis. Wie hat er das gemacht? Genügt es, verliebt und jung zu sein? In seinen Aufzeichnungen liest sie von den geheimen Ängsten des kleinen Angestellten. Über die Recherche offenbaren sich der Tochter die Lebenskatastrophen ihres Vaters – und auch ihre eigenen treten zutage. Fein im Detail und mit der ihr eigenen Leichtigkeit erzählt Roggenkamp vom Aufbrechen vermeintlicher Gewissheiten, von Zwist und Vertrauen in einer komplizierten Vater-Tochter-Beziehung. In ihrer Heimatstadt Hamburg liest die Autorin, selbst Tochter einer deutsch-jüdischen Familie, zum ersten Mal aus ihrem neuen Werk: „Viola Roggenkamp gelingen Dialoge, die man mit angehaltenem Atem liest” (Die Literarische Welt). 4-8 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

13.5. --- Jüdischer Salon am Grindel Lesung. Sayed Kashua – „Zweite Person Singula“. In seinem neuen Roman Zweite Person Singular erzählt Sayed Kashua die Geschichte zweier arabischer Israelis, die mit aller Macht versuchen, ihre Fremdheit in der Mehrheitskultur aber auch die gegenüber der in ihren Augen rückständigen arabischen Kultur durch eine neue Identität zu überwinden. Sie suchen ihr Heil in den Versprechungen der Popkultur und des westlichen Individualismus, nach denen alles möglich scheint, doch sind damit in dem tief zerrissenen Land zum Scheitern verurteilt. 20 Uhr. Grindelhof 59, 20146 Hamburg.

14.5. --- Mathilde Bar Lesung. Längs - Die Hamburger Lesebühne immer am 2. Samstag im Monat. Die Lesebühne Längs lädt zu ihrer wilden Mischung aus Live-Literatur, Satire, Comedy und Spoken Word in die Mathilde Bar. Nach der Tagesschau und vor dem Kiez. Die drei Autoren und ein bis zwei Gäste lesen ihre eigenen Texte. Und die sind lustig, politisch inkorrekt, mal moralisch, mal gewissenlos und vor allem: live und laut. Sensibelchen bleiben besser im Bett. Live-Literatur seit 2004 von Barhockern für lange und kurze Beine mit jeder Menge Spoken Word, spaßigen Gemeinheiten und glücklich eingeschalteten Gehirnen. So what? Längs sind Thomas Nast, Liefka Würdemann und Jörg Schwedler. 6 € inkl. eines BAZIC-Vodka mit Ahoj-Brause. 20.15 Uhr. Bornstraße 16, 20144 Hamburg.

17.5. --- Mathilde Café Lesung. 'Slamgenerationen' mit Viktor Horvarth und dem Jörch. Im Mai treten zwei wahre Slamveteranen bei unserem nicht ganz so ernsten Kampf der Generationen an. Viktor Horvath und der Jörch sind Stammgäste auf dem Siegerpodest des monatlichen Slams in der Mathilde. Viktor Horvath, 1940 in Ungarn geboren, studierte Architektur in Budapest und lebt seit 1964 als freier Architekt in Hamburg. Verheiratet ist er, Sohn hat er auch. Wenn er nicht baut oder schreibt, legt er keinen Wert auf die Feststellung, dass er mit Ödön von Horvath nicht verwandt ist. Der Jörch - hinter dem äußerst kreativen Künstlernamen verbirgt sich Jörg Schwedler. Nachdem ihm wegen seiner Vorliebe für Döner ein Modelvertrag verwährt blieb beschloss er Texte zu schreiben. Leider stellte er irgendwann fest, dass man als Autor auch über eine gute Rechtschreibung verfügen sollte und las seine Texte fortan einfach dem Publikum vor. Er entdeckte die Live-Literatur à la Lesebühne und Poetry Slam für sich. Unter anderem gab es Auftritte in Berlin, Köln, Düsseldorf, Marburg, Frankfurt, München, Mainz, Castrop Rauxel und seit Februar 2006 ist er fester Bestandteil der Hamburger Lesebühne Längs. Dort traktiert er das Publikum mit Satire, Alltagsgeschichten, satirischen Alltagsgeschichten, alltäglichen Satiregeschichten oder so. So genau weiß das keiner. 3-4 €. 20.15 Uhr. Bogenstraße 5, 20144 Hamburg.

18.5. --- Literaturhaus Lesung. Team-Slam-Workshop: Abschlusslesung. Mit Team&Struppi aka Jasper Diedrichsen und Moritz Neumeier. Team Slam – das heißt fliegender Wortwechsel, Performance, Stimmenspielereien oder einfach nur, einem Text durch doppelte Stimmkraft mehr Ausdruck zu verleihen. Im ersten Team-Slam-Workshop lernen blutige Anfänger und junge Dichter mit ersten Schreiberfahrungen (15 bis 20 Jahre) nicht nur, ihre Alltagsgeschichten in einen schlüssigen Text von fünf Minuten zu verpacken, sondern auch, mit einem oder mehreren Teampartnern eine Show auf die Bühne zu bringen. Die Teams treten im Wettkampf gegeneinander an und werden von einer aus dem Publikum gewählten Jury bewertet. Dabei sind keine Requisiten erlaubt und natürlich muss alles selbstgeschrieben sein. Nur ein Text, ein Mikro und das Team: Wir freuen uns auf Poetry Slam vom Feinsten. Der Team-Slam-Workshop findet am 7., 8. und 14.5. jeweils nachmittags im Literaturhaus statt. Eine Anmeldung ist bis 2.5. möglich! Nähere Infos unter www.literaturhaus-hamburg.de oder über Elisa.Fischer[at]Slam2011.de. Eintritt frei. 19 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

19.5. --- Literaturhaus Lesung. Kleist auf Hamburg-Tournee: Tanja Langer liest aus ihrer Novelle „Wir sehn uns wieder in der Ewigkeit“. Joachim Scholl moderiert. „Die Dunkelheit ist vollkommen, die Sterne erloschen, der Mond verschwunden. Kein Laut, kein menschlicher, keiner von einem Vieh. Selbst der See scheint zu verstummen.” Was mag sich abgespielt haben, damals, im November 1811 am Kleinen Wannsee, bevor Heinrich von Kleist seine Pistole erst auf die 31-jährige Henriette Vogel und dann auf sich selbst richtete? Der Freitod des genialen, rastlosen Leutnants und Schöpfers von Dramen wie „Penthesilea” und „Käthchen von Heilbronn” gilt als ein Skandalon der Literaturgeschichte. Die Berliner Schriftstellerin Tanja Langer hat nun die letzten 24 Stunden der beiden Todgeweihten rekonstruiert. Sie erzählt von der dreistündigen Kutschfahrt an den Wannsee, von den Zimmern im Gasthof Stimming, den düsteren und den hellen Gedanken. Von der Erlösung, die der Tod für die Lebensmüden bedeutet. Und von seinem Schrecken. Eindringlich lässt die Autorin das Geflecht aus Lebens(un)möglichkeiten, Freundschaften und Verletzungen aufscheinen, das diese beiden Menschen in den Freitod führte: „Langer vermittelt das Befreiende dieses Endes, die Last, die von beiden genommen wird, wenn sie sich sicher werden, dass ihr Doppelfreitod keine Kapitulation ist, sondern Triumph” (Märkische Allgemeine Zeitung). Entstanden ist ein filigraner, kluger Text, der mit Vorurteilen und Mutmaßungen aufräumt und Henriette als ebenbürtige Partnerin an Heinrichs Seite stellt. Denn Tanja Langers Verdienst ist es, dass sie in „Wir sehn uns wieder in der Ewigkeit” (dtv) sich nicht nur in die Gehirnwindungen des weltberühmten Schriftstellers schraubt, sondern auch seiner Schwester im Geiste und im Tode, der nahezu unbekannten Henriette Vogel, eine Stimme verleiht: „Und Henriette sieht, es gibt nur einen einzigen Ort für ihn und sie, an dem sie glücklich sein können und vereint.” Tanja Langers Lesung ist Teil des Veranstaltungsprogramms „Kleist auf Hamburg-Tournee”, das von der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft Hamburg anlässlich des 200. Todestages des Dichters initiiert wurde. 4-8 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

22.5. --- Kunsthalle Bildbeschreibungen: Thomas Kapielski spricht über Otto Muellers „Mädchen im Grünen“. Rolf-Peter Baacke moderiert. Für viele Schriftsteller ist es eine Selbstverständlichkeit, sich mit den Ausdrucksformen anderer Künste auseinanderzusetzen. Die bildende Kunst spielt dabei eine besondere Rolle und inspiriert gerade zeitgenössische Autoren immer häufiger zu essayistischen oder fiktionalen Reflexionen. Im Frühjahr 2009 taten sich das Literaturhaus Hamburg und die Hamburger Kunsthalle deshalb erstmals zusammen und luden fünf namhafte deutsche Autorinnen und Autoren ein, sich mit ihrem Lieblingsbild aus den Beständen der Kunsthalle zu befassen und ihren persönlichen Zugang in einem Essay niederzuschreiben. Mittlerweile geht diese viel beachtete Reihe zum dritten Mal an den Start. Vom Mai bis November 2011 werden die „Bildbeschreibungen” fortgesetzt, mit Elke Heidenreich, Michael Krüger, Georg Klein, Alissa Walser und Thomas Kapielski, der den Auftakt macht. Kapielski, der 2010 den Preis der Literaturhäuser und ein Jahr später den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor erhielt, ist seit vielen Jahren ein ausgewiesener Grenzgänger zwischen den Künsten. Seine bei Merve und Suhrkamp erscheinenden Sammlungen „Mischwald” oder „Anblasen” genießen legendären Ruf. Mehrere Jahre war er Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Umso gespannter darf man sein, wie er Otto Muellers „Mädchen im Grünen” beschreiben wird und was er dem Expressionismuskenner Rolf-Peter Baacke zu erzählen hat. Die Beiträge der ersten Staffel (von Brigitte Kronauer, Hanns-Josef Ortheil, Martin Mosebach, Annette Pehnt und Wilhelm Genazino) liegen gesammelt in dem Band „Ut pictura poesis. Bildbeschreibungen: Schriftsteller über Bilder in der Hamburger Kunsthalle” vor. Die Exemplare sind in der Buchhandlung Samtleben im Literaturhaus und im Shop der Freunde der Kunsthalle für 9,80 Euro zu erwerben. In Kooperation mit der Hamburger Kunsthalle und mit freundlicher Unterstützung der Hans Kauffmann Stiftung. Karten gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, in der Buchhandlung Samtleben im Literaturhaus. (Tel. 040-220 51 45) und an der Kasse der Kunsthalle. 6-10 €. 11 Uhr. Glockengießerwall 1, 20095 Hamburg.

23.5. --- Jüdischer Salon am Grindel Buchvorstellung. Michael Studemund-Halévy – „Im jüdischen Hamburg. Ein Stadtführer von A bis Z“. Eine Gastveranstaltung des Verlags Dölling und Galitz. Seit mehr als vier Jahrhunderten leben deutsche und iberische Juden in Hamburg. Ihre Synagogen und Betstuben, Schulen, Stiftshäuser und historischen Friedhöfe sind noch immer im Stadtbild präsent. Michael Studemund-Halévy, Autor des neuen Orts- und Gedenkstättenlexikons »Im jüdischen Hamburg. Ein Stadtführer von A bis Z«, nimmt uns mit auf eine Reise in Wort und Bild durch das jüdische Hamburg. Er bringt uns näher, was der Stadt verlorenging und wie jüdisches Leben heute aussieht. 20 Uhr. Grindelhof 59, 20146 Hamburg.

24.5. --- Mathilde Café Lesung. Ragni Mahajan – „Dass wir heute frei sind“. Lesung anlässlich des 50. Geburtstages von Amnesty International. 2011 feiert die größte und einflussreichste Menschenrechtsbewegung der Welt. Amnesty International ihren 50. Geburtstag. Am Anfang von Amnesty International steht ein Trinkspruch: Zwei portugiesische Studenten stoßen in einem Café in Lissabon auf die Freiheit an. Doch in den Sechzigerjahren herrscht in Portugal eine Diktatur, die keine Kritik duldet - die Erwähnung des Wortes "Freiheit" ist verboten. Die zwei Studenten werden festgenommen und später zu sieben Jahren Haft verurteilt. 3-4 €. 20.15 Uhr. Bogenstraße 5, 20144 Hamburg.

25.5. --- Literaturhaus Philosophisches Café. Thema: Das kalte Herz. Gast: Wolfgang Schmidbauer, Reinhard Kahl moderiert. „Für unser Seelenleben ist nicht die Sucht nach ,mehr' bestimmend, sondern die Angst, weniger zu bekommen. Und die gibt erst Ruhe, wenn wir mehr bekommen.” Im Märchen von Wilhelm Hauff tauscht der Kohlenmunk-Peter, ein junger Köhler im Schwarzwald, sein Herz gegen den Anspruch auf grenzenlosen Reichtum. Wo ein Herz schlug, sitzt nun ein Stein. Der Psychologe und Autor Wolfgang Schmidbauer nimmt das Märchen als Metapher für das Erkalten der Gefühle. „Geldwirtschaft ist grundsätzlich eine Angstwirtschaft. Je stärker die Geldwirtschaft alle Bereiche der Gesellschaft durchdringt, desto ängstlicher werden die Menschen.” Für Schmidbauer ist heute das kalte Herz ein leer gewordenes, depressives Organ. Depression wird zur am weitesten verbreiteten Volkskrankheit. Sie ist eine Folge von reduzierten, ehemals vielfältigen Beziehungen zu Menschen und Dingen. Großer Kater nach dem Ersatz des konkreten Lebens durch abstrakten Erfolg. „Geld ist nur eine Glücksabstraktion, als Selbstzweck ist es ein Weg zum kalten Herzen.” Werden Menschen zu Containern, deren innere Leere ständig gefüllt werden muss, weil dem Fass der Boden fehlt? „Der Wohlstand nimmt zu, aber Angst und Depressionen nehmen auch zu.” Das Märchen von Wilhelm Hauff geht gut aus. Auch Schmidbauer beschreibt den Teufelskreis nicht ohne Auswege, die er im Kleinen aus seiner psychotherapeutischen Praxis kennt und die er im großen anstehenden Projekt einer Selbstveränderung unserer Zivilisation für unausweichlich hält. Sein Buch „Das kalte Herz – Von der Macht des Geldes und dem Verlust der Gefühle” ist soeben im Murmann Verlag erschienen: „Der von Angst und Gier beherrschte, in seinem Gefühlsleben eingeengte Mensch steht so wenig für einen Fortschritt wie der Kohlenmunk-Peter nach der Herzoperation durch den Holländer-Michel. Homo consumens, der kaltherzige Verbraucher des Planeten, ist zum Aussterben verurteilt wie einst der Dinosaurier. Wir aber dürfen nicht aufhören, darüber nachzudenken, wie Homo sapiens ihn überleben kann.” 4-8 €. 19 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

25.5. --- Literaturhaus Lesung. Gerhard Roth – „Orkus. Reise zu den Toten“. Ulrich Greiner moderiert. „Gerhard Roth ist der eigensinnig zähe Protokollant dieser Wirklichkeit.” „Die Zeit”. Am Anfang war das Notizbuch. Mit dessen Hilfe nährt der österreichische Autor Gerhard Roth seine literarische Arbeit. Denn Gerhard Roth ist einer, der sucht, forscht, sammelt und recherchiert. Sein Erzählen basiert auf Authentischem, auf der genauigkeitsfanatischen Verwandlung des Selbsterlebten, das zunächst per Notizbuch festgehalten und mit Fotos dokumentiert wird. Auch sein neues Werk „Orkus”, im S. Fischer Verlag erschienen, basiert auf dieser wirklichkeitsverpflichteten Arbeitsweise. „Orkus” bildet den Abschluss einer jahrzehntelangen, monumentalen Arbeit, genauer von zwei Zyklen mit 15 Büchern: Reiseromane, Kriminalromane, Reportagen, Essaybände, ein Fotobuch und ein autobiografischer Band – insgesamt rund 6.000 Seiten. Der gleichnamige letzte Band des achtbändigen Zyklus „Orkus” führt jetzt die beiden Werkkomplexe zusammen, die Roth als eine „literarische Doppelhelix” bezeichnet. Die Werke greifen und fließen ineinander, weil Themen und Figuren aus dem ersten 1991 abgeschlossenen siebenbändigen Zyklus „Die Archive des Schweigens” im zweiten Zyklus „Orkus” wieder auftauchen. Die Zusammenschau von Themen und Motiven ist verbunden mit einer Reflexion literarischer Möglichkeiten. Tagebucheinträge stehen neben essayistischen Einschüben, Beschreibungen und Porträts, es gibt Fußnoten, Zitate, Listen, Abbildungen von Gemälden und Fotos – ein Blick in den Kopf des Schriftstellers, wie Gerhard Roth sagt: „Das ist die Parallelwelt, die Tür zu meiner Kopfwelt, die ich zuweilen interessanter finde als das Leben außerhalb.” „Orkus” ist die Fortführung der Autobiografie als Roman, in dem das Leben des Autors mit dem seiner Figuren auf raffinierte Weise verschmilzt: „Leise und langsam tröpfelt Gerhard Roth mit der Spannkraft seiner großen Imagination uns Träume ins Bewusstsein; so schafft er es, den Leser zu verändern. Was mehr kann Literatur leisten?” (Fritz J. Raddatz). 4-8 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

26.5. --- Cap San Diego (Überseebrücke) Gespräch. Gedankenflieger – Philosophieren mit Kindern. Thema: Wie entsteht mein Standpunkt? Philosophieren mit Isabell Köster – auf und unter Deck. „Es war einmal eine Fledermaus, die hatte nicht alle Tassen im Schrank. Zumindest dachten das die jungen wilden Tiere.” Ist Atomstrom sinnvoll? Selten hat sich ein Standpunkt zu so einer wichtigen Frage so schnell verändert wie in den letzten zwei Monaten. Auch sonst ist das so eine Sache mit dem Standpunkt. Wie kommt es, dass vernünftige Menschen, ja sogar Freunde, sich im Streit über einzelne Dinge fast die Augen auskratzen? Wieso gibt es unterschiedliche Meinungen? Und wer entscheidet, was wahr ist? Gemeinsam mit Isabell Köster lest ihr aus „Kopf hoch, Fledermaus!” von Jeanne Willis und Tony Ross, erobert die Cap San Diego im Sturm – und philosophiert über und unter Deck: Auf dem Sonnendeck wie Südseereisende, im Schiffsbauch wie Maschinenarbeiter … Auf dem Museumsschiff gibt es viel zu entdecken – und je nach Standpunkt ganz Unterschiedliches. Anmeldung unter Telefon 040-22 70 20 14. Für Kinder von 7 bis 10 Jahren. 3 €. 15.30 Uhr. Überseebrücke, 20459 Hamburg.

26.5. --- Jüdischer Salon am Grindel Lesung. Rada Biller – „Meine sieben Namen und ich“. Wenn Rada Biller in ihren Erzählungen berichtet, wie ganz kleine Kinder den Antisemitismus erlebten und der nationalsozialistische Wahn selbst geliebte Haustiere erfasste, aber auch davon spricht, wie jüdisches Leben ins Nachkriegsdeutschland zurückkehrt, dann spürt man den tiefen Humanismus einer europäischen Kosmopolitin. Wenn sie berichtet, wie leicht es sein konnte, eine gesichtslose Bürokratie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen und durch den Eisernen Vorhang zu schlüpfen, oder wenn wir Martin und Marina kennenlernen, die mit einem Riesentopf Borschtsch durch halb Europa fahren und ihr Ziel nur für einen Moment aus den Augen verlieren, spürt man den melancholischen Witz einer selbstbewussten literarischen Stimme. Flucht, Familie und Identität sind die Fixsterne, um die diese siebzehn persönlichen Geschichten kreisen. Dabei geht es Rada Biller nie um Anklage, sondern um Selbstfindung, nicht um Zorn, sondern stets um die Kunst zu vergeben. 20 Uhr. Grindelhof 59, 20146 Hamburg.

31.5. --- Literaturhaus Lesung. Unterwegs in der Welt: Patrick Leigh Fermor. Gabriele von Arnim porträtiert den Reiseschriftsteller Patrick Leigh Fermor. Christian Brückner liest ausgewählte Texte. Sich in die Welt zu begeben, eigene Erfahrungen mit den Sitten und Lebensformen anderer Länder zu vergleichen, das ist ein Reiz, dem sich Schriftsteller kaum entziehen können. Seit den Anfängen – man denke an Homers „Odyssee” – ist die Weltliteratur auch eine Literatur des Reisens und des Heimkehrens. Erbauungs-, Abenteuer-, Pilger- oder Kulturreisen bilden das unerschöpfliche Repertoire, und die steigende Mobilität im 20. und 21. Jahrhundert führt dazu, dass sich Autorinnen und Autoren immer häufiger aufmachen, die Welt zu erobern und das Gesehene literarisch – in Reportagen, Essays oder Romanen – festzuhalten. Das Literaturhaus verfolgt diese Zusammenhänge in seiner Reihe „Unterwegs in der Welt” und präsentiert das Werk eines der bedeutendsten Reiseautoren der Weltliteratur: Sir Patrick Leigh Fermor. 1932 wurde er in Canterbury der Schule verwiesen, weil er sich „in ein Mädchen beim Gemüsehändler verguckte”. Während der Aufnahmeprüfung in die Armee hatte er die fabelhafte Idee, nach Konstantinopel zu wandern (nachzulesen in den Bänden „Die Zeit der Gaben” und „Zwischen Wäldern und Wassern”). Drei Jahre lang organisierte er als britischer Agent auf Kreta den Widerstand, konnte 1944 den deutschen General Kreipe gefangen nehmen und wurde ein Held. Fermor reiste in die Karibik, wo der Reisebericht „Der Baum des Reisenden” und „Die Violinen von Saint-Jacques”, sein einziger Roman, entstanden. Patrick Leigh Fermor zählt zu den bedeutendsten englisch-sprachigen Reiseschriftstellern. Er lebt heute, 96-jährig, in der Mani, Griechenland. Die Berliner Kritikerin und Autorin Gabriele von Arnim lässt sein außergewöhnliches, vom Zürcher Dörlemann Verlag mustergültig wiederaufgelegtes Werk Revue passieren und hat Textstellen ausgesucht, die Christian Brückner – wir ahnen es – mustergültig vortragen wird.6-8 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

31.5. --- Mathilde Café Lesung. Maria Pollok – „Gesine, die Badehose kneift“. „Gesine, die Badehose kneift“ - humorvoll, bissig, kriminalistisch. Maria Pollok, Hamburger Schauspielerin und Autorin, bekannt durch Theater, Fernsehen und last but not least durch Lesungen gastiert auf vielfachem Wunsch wieder in der Mathilde. Ihre lebendige Vortragskunst garantiert einen kurzweiligen Abend. Sie vermischt bei den seit Jahren beliebten und regelmäßig gut besuchten Abenden in der Mathilde eigene Geschichten mit Ihren Lieblingsstories der Historie. Diesmal geht es anfangs humorvoll und temperamentvoll zu und endet spannend und geheimnisvoll. Denn auch ein Urlaub steckt manchmal voller Risiken und Nebenwirkungen, wenn es heißt: „Gesine, die Badehose kneift“! Man darf gespannt sein. 3-4 €. 20.15 Uhr. Bogenstraße 5, 20144 Hamburg.

Karlsruhe

2.5. --- KOHI-Kulturraum Lesung. Jana Scheerer – „Mein innerer Elvis“. Preslisa spielt Elvis-Songs, dazu Antje Schröder ist 15, zu dick und totaler Evis-Fan, obwohl es doch „fetzigere“ Musik gibt. Das finden jedenfalls ihre Eltern. Vater Wolfgang stopft Unmengen Doughnuts in sich hinein, Antjes Mutter, Familien- und Paartherapeutin, analysiert unablässig das Verhalten der Familienmitglieder und die kleine Schwester Klara sammelt ihren Urin in Marmeladegläsern... Höchste Zeit für die unsichere Antje, ihren eigenen Weg zu finden – und Elvis aufzusuchen. Vielleicht lebt Elvis ja tatsächlich noch, wie so viele Fans beschwören?! Jana Scheerer, geboren 1978, lebt in Berlin. Nach ihrem Studium der Germanistik, Amerikanistik und Medienwissenschaft arbeitet sie als akademische Mitarbeiterin am Institut für Germanistik der Uni Potsdam. 2004 wurde sie für ihr erstes Buch Mein Vater, sein Schwein und ich mit dem Literaturpreis Prenzlauer Berg ausgezeichnet. 5 €. 20 Uhr. Werderstraße 47, 76137 Karlsruhe.

3.5. --- PrinzMaxPalais Lesung. Constantin Hoffman – „Ich musste raus. 13 Wege aus der DDR“. Der Freundeskreis Karlsruhe-Halle e. V. zu Gast im PrinzMaxPalais. Von 1961 bis 1989 blieb die innerdeutsche Grenze für die meisten DDR-Bürger unüberwindbar. Einigen gelang dennoch die Flucht: Hoffmann erzählt Geschichten von Menschen, die alles für ihre Freiheit aufs Spiel setzten. Manche flüchteten abenteuerlich, einige nahmen es mit den Behörden auf und letzten mit Courage ihre Ausreise durch, andere mussten aus Gefängnissen freigekauft werden. „Ein aufrührendes Stück Nahvergangenheit“ (Mitteldeutsche Zeitung). Constantin Hoffmann, geboren 1956 in Magdeburg, reiste 1981 in die Bundesrepublik aus. Dort studierte er Politologie und war später als Journalist tätig. Nach dem Mauerfall kehrte er in die neuen Bundesländer zurück. Inzwischen arbeitet er als Redakteur beim Mitteldeutschen Rundfunk in Leipzig. Eintritt frei. 20 Uhr. Karlstraße 10, 76133 Karlsruhe.

8.5. --- PrinzMaxPalais Lesung. Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2011: Island – eine Insel am Abgrund? Das Deutsch-Isländische Kulturforum e. V. Stuttgart – Karlsruhe stellt vor: „Wie man ein Land in den Abgrund führt. Die Geschichte von Islands Ruin“. Lesung des isländischen Dichters und Schriftstellers Einar Már Gudmundsson mit Rudolf Guckelsberger. Die Finanzkrise zerrüttete Islands heile Welt. Die Banken wurden verstaatlicht, der Staat selbst stand kurz vor dem Bankrott. Gudmundsson erzählt in einer zornigen literarischen Polemik vom, gemessen an der Einwohnerzahl, größten Finanzdebakel der Weltgeschichte und geht dabei schonungslos mit jenen Mächtigen ins Gericht, die sich im Rausch ihrer Spekulationen von der Politik verabschiedeten. Einar Már Gudmundsson, 1954 in Reykjavík geboren, studierte an der Universität Island Vergleichende Literaturwissenschaft und Geschichte. Anschließend arbeitete er an der Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft in Kopenhagen. Für seinen großen, internationalen Romanerfolg Engel des Universums wurde Gudmundsson 1995 der renommierte Literaturpreis des Nordischen Rates verliehen. 4-6 €. 11 Uhr. Karlstraße 10, 76133 Karlsruhe.

9.5. --- S&G Automobil Aktiengesellschaft Lesung. Automobilsommer 2011 – das Automobil kommt aus Baden Angela Elis liest aus „Mein Traum ist länger als die Nacht. Wie Bertha Benz ihren Mann zu Weltruhm fuhr“ Multimediale Lesung über die außergewöhnliche Frau des großen Erfinders Carl Benz – beim weltweit ältesten Mercedes-Benz-Vertragspartner. Im Jahre 1886 entwickelte Carl Benz den ersten „pferdelosen Straßenwagen“. Seine Frau Bertha, stets an seiner Seite und ihm manchmal auch einen entscheidenden Schritt voraus, warf beherzt den Motor an.... 2011 feiert Deutschland das Jubiläum des Autos und die großartige Leistung des Ehepaars Benz. In Carl Benz´ Heimatstadt Karlsruhe stellt Angela Elis, bekannt als Fernsehmoderatorin des Wissenschafts- und Zukunftsmagazins „nano“ auf 3sat und verschiedener Sendungen von ARD und ZDF, ihre Romanbiografie vor – eine lebendige, kluge und unterhaltsame Würdigung der Leistung von Bertha Benz. Moderation: Prof. Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmann, Leiter des Museums für Literatur am Oberrhein. Bitte um Beachtung: Die Gästezahl ist auf 150 begrenzt! Anmeldung: Matthias Walz, Tel. 0721/133-3987, E-Mail: presseqliteraturmuseum.de. Eintritt frei. 20 Uhr. Schoemperlenstraße 14, 76185 Karlsruhe.

13.5. --- PrinzMaxPalais Lesung. GEDOK-Lesung mit den Karlsruher Autorinnen Karin Bruder, Irmentraud Kiefer, Vera Morelli und Hedi Schulitz. Literatinnen der GEDOK setzen sich in einer unterhaltsamen Textcollage mit dem Thema der alten neuen oder der neuen alten Weiblichkeit auseinander. Es werden unter anderem Porträts von Hedwig Lachmann und Olympe de Gouges vorgestellt. In einer Gesprächsrunde begegnen sich außerdem die Verfasserin des Manifestes der futuristischen Frau und eine rebellische Nonne aus dem 17. Jahrhundert. Eine Veranstaltung von GEDOK Karlsruhe Künstlerinnenforum - Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstfreunde e.V.. Eintritt frei. 20 Uhr. Karlstraße 10, 76133 Karlsruhe.

17.5. --- PrinzMaxPalais Lesung. Preisträger stellen ihre Texte vor. Verleihung des Prosapreises „JuLi/Junge Literatur“. Die GEDOK Karlsruhe, die Literarische Gesellschaft und das Kulturamt der Stadt verleihen dieses Jahr zum zweiten Mal den Prosapreis „JuLi/Junge Literatur“. Teilnahmeberechtigt waren 16-20jährige aus dem Landkreis Karlsruhe. Bei der Lesung stellen die jungen Preisträgerinnen und Preisträger ihre Texte vor. Eintritt frei. 20 Uhr. Karlstraße 10, 76133 Karlsruhe.

20.5. --- Schlosshotel Lesung. Eva Gritzmann und Denis Scheck – „Sie & Er. Der kleine Unterschied beim Essen und Trinken“. Brust oder Keule? Pils oder Prosecco? Herkömmliche Bücher über Essen und Trinken lassen den Unterschied zwischen den Geschlechtern vornehm beiseite. Der Literaturkritiker und bekennende Gourmet Denis Scheck und die Ärztin Eva Gritzmann betreiben eine humorvolle „kulinarische Geschlechterforschung“ und stellen sich mit Hilfe unerschrockener Selbstversuche delikaten Fragen wie: Ist unsere Ernährung wirklich unisex? Warum konnte die Schlange Eva mit frischem Obst verführen? Weshalb schmeckt es Männern bei Mutti am besten? Ein lustvoll-lehrreicher Streifzug durch die Esskultur. Eva Gritzmann studierte nach einer Banklehre Medizin und lebt heute als Ärztin in Stuttgart. Denis Scheck, 1964 in Stuttgart geboren, studierte Germanistik, Zeitgeschichte und Politikwissenschaft in Tübingen, Düsseldorf und Dallas. Er ist als Literarischer Agent, Übersetzer amerikanischer und britischer Autoren, Herausgeber, Literaturredakteur und freier Literaturkritiker tätig. Populär wurde er vor allem durch die Moderation des Büchermagazins Druckfrisch der ARD. Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft, des Schlosshotels Karlsruhe und der Stephanus Buchhandlung. Anmeldung erforderlich. 15 €. 20 Uhr. Bahnhofsplatz 2, 76137 Karlsruhe.

24.5. --- PrinzMaxPalais Lesung. Matthias Kehle und Mario Ludwig – „Die Wanderbibel“. Matthias Kehle und Mario Ludwig demonstrieren: Nichts ist vielfältiger und komischer als das Wandern. Das Autorenduo untersucht beispielsweise, wie viel Masse ein Massenlager verträgt. Oder es wandert feiertags in einem völlig verlassenen Industriegebiet, beobachten Nacktwanderer oder besucht einen kleinen Horrorladen, den Outdoor-Shop. Die Wanderbibel ist eine selbstironische und politisch unkorrekte Offenbarung für alle Freizeittouristen. Matthias Kehle, geboren 1967, lebt als freier Journalist und Schriftsteller in Karlsruhe. Für seine Erzähl- und Gedichtbände erhielt er unter anderem das Literaturstipendium des Landes Baden-Württemberg. Seit 2009 ist er Vorsitzender des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) in Baden-Württemberg. Er schreibt regelmäßig Reportagen und Kulturkritiken für Tageszeitungen. In seiner Freizeit ist er leidenschaftlicher Wanderer und Bergsteiger. Mario Ludwig, geboren 1957, lebt als Diplombiologe und Naturbuchautor in Karlsruhe. Mit seinen Unglaublichen Geschichten aus dem Tierreich trug er sich ein auf der Focus-Bestsellerliste. Im SWR, MDR, WDR und Deutschlandradio kommentiert er in regelmäßigen Abständen die außergewöhnlichsten und aufregendsten neuen Erkenntnisse aus der Wissenschaft. Auch er ist in seiner Freizeit passionierter Wandertourist und Bergkletterer. Eintritt frei. 20 Uhr. Karlstraße 10, 76133 Karlsruhe.

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26.5. --- PrinzMaxPalais Lesung. Irena Brežná – „Die beste aller Welten“. Demokratie ist nicht selbstverständlich: Irena Brežná liest aus ihrem Roman. Schauplatz des neuen Romans von Irena Brežná ist eine kleine Stadt im östlichen Europa in den Fünfziger Jahren. Für die 11-jährige Ich-Erzählerin Jana gibt es zwei Welten: die Welt der Schule, die mit ihrem sozialistischen Heldenpathos eine große Anziehungskraft auf Jana ausübt, und die Welt des Elternhauses. Der Vater, ein Anwalt, wird als „bürgerliches Element“ zum Brückenbau abkommandiert, die schöne Mutter verschwindet im Gefängnis, doch darüber spricht man nicht. Aus der bedrohlich wirkenden Umgebung zaubert sich das phantasievolle Mädchen seine eigene Welt. Trotz tragischer Umstände sind die hintergründigen Schilderungen eines absurd anmutenden Lebens von einer befreienden Leichtigkeit und Komik. „Wie reagieren Kinder auf die Allgegenwart der Ideologie in einem totalitären System? Seit Agota Kristofs Klassiker Das große Heft hat keine Autorin aus Osteuropa das Thema mehr so eindringlich behandelt wie Irena Brežná in ihrem autobiografisch grundierten Roman.“ (Hubert Spiegel). Irena Brežná, geboren in Bratislava, emigrierte nach dem sowjetischen Einmarsch 1968 in die Schweiz und wurde deutschsprachige Publizistin und Schriftstellerin. Ihre Reportagen und Essays aus Afrika und Mittelosteuropa verbinden auf engagierte Weise Ost und West, Nord und Süd. Als „literarische Brückenbauerin“ wurde sie mit Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Theodor-Wolff-Preis 2002. 3-6 €. 20 Uhr. Karlstraße 10, 76133 Karlsruhe.

30.5. --- PrinzMaxPalais Lesung. Island - Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2011. Das Deutsch-Isländische Kulturforum e. V. Stuttgart – Karlsruhe stellt vor: „Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen“. Lesung des isländischen Schriftstellers Hallgrímur Helgason mit Birgit auf dem Kampe. Der Wolf im Schafspelz: Der Kroate Toxic ist Auftragskiller der Mafia - doch erst einmal in Island angekommen, bleibt ihm keine andere Wahl als in das Gewand eines Predigers zu schlüpfen. Ein Auftritt in einer TV-Show und die Liason mit der Tochter seines Gastgebers drohen ihn jedoch schon bald zu demaskieren. „Eine Art ‚Pulp Fiction‘ des Heimatromans.“ (Stuttgarter Nachrichten) Hallgrímur Helgason, geboren 1959 in Reykjavík, studierte Malerei in München, Paris und New York. Seit 1982 ist er als Autor und bildender Künstler in seiner Heimatstadt tätig. Den europaweiten Durchbruch bescherte ihm 1996 sein Roman 101 Reykjavík. 2006 erhielt Helgason für seinen Roman Vom zweifelhaften Vergnügen, tot zu sein den Isländischen Literaturpreis und den Literaturpreis der Isländischen Buchhändler. 4-6 €. 20 Uhr. Karlstraße 10, 76133 Karlsruhe.

31.5. --- PrinzMaxPalais Lesung. Literaturförderung des Landes Baden-Württemberg: Lesung mit den Literaturstipendiaten 2010 Sudabeh Mohafez, Björn Kern und Patrick Findeis. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg vergibt jährlich drei Stipendien an Autorinnen und Autoren, die durch Geburt, Wohnort oder einen Schwerpunkt ihres Schaffens mit dem Land Baden-Württemberg verbunden sind. 2010 gingen die Stipendien an Björn Kern Patrick Findeis und Sudabeh Mohafez, die im Karlsruher PrinzMaxPalais ihre Texte vorstellen. Patrick Findeis, geboren 1975 in Heidenheim, studierte nach der Ausbildung zum Zahntechniker Komparatistik, Psychologie und Kommunikationsforschung an der Universität Bonn. Von 2003 bis 2006 besuchte er das Deutsche Literaturinstitut Leipzig. Nach diversen Stipendien und Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften erreichte er mit seinem Romanerstling Kein schöner Land 2009 überregionale Aufmerksamkeit und erhielt u.a. den 3sat-Preis des Ingeborg-Bachmann-Preises. Björn Kern, geboren 1978 in Lörrach, wohnhaft in Südbaden und Berlin, leistete Zivildienst in einem Heim für psychisch kranke und alte Menschen in Südfrankreich. Er studierte in Tübingen, Passau und Aix-en-Provence und schloss 2003 mit dem Magister Artium und der Maîtrise ab. Für seine Romane wurde er u.a. mit dem Brüder-Grimm-Preis und das Stipendium der Casa Baldi ausgezeichnet. 2010 erschien Das erotische Talent meines Vaters. Sudabeh Mohafez, geboren 1963 in Teheran, wohnhaft in Stuttgart, war nach dem Studium der Musik, der Anglistik und der Erziehungswissenschaften, welches sie als Diplom-Pädagogin abschloss in der Gewaltprävention und Krisenintervention tätig. Im Sommersemester 2007 hatte sie die Poetikdozentur an der Fachhochschule Wiesbaden inne. Sie erhielt für ihre Prosawerke zahlreiche Arbeitsstipendien und Preise; 2008 wurde sie für den Bachmannpreis nominiert. 2010 veröffentlichte sie Das Zehn-Zeilen-Buch. Eintritt frei. 19 Uhr. Karlstraße 10, 76133 Karlsruhe.

Kiel

9. Europäisches Festival des Debütromans – 5.-6.5.2011

5.5. --- Literaturhaus Lesung. Lesefest. Beim Lesefest zur Eröffnung des Festivals stellen in diesem Jahr zehn europäische AutorInnen aus Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Norwegen, Österreich, Polen, der Schweiz und Spanien ihre Romane in Ausschnitten aus dem Original und einer deutschen Übersetzungs-probe vor. Das Publikum ist herzlich eingeladen, die Vielfalt der Texte und Sprachen zu erleben und beim Spaziergang im Alten Botanischen Garten auf dem Literaturparcours zu entdecken. Aus den deutschen Übersetzungen lesen an diesem Abend der unterschiedlichsten Klänge und Stimmen aus Europa Sigrid Engeler, Eva Krautwig und Marcus Grube. Ein Grußwort des Landes spricht der Minister für Bildung und Kultur Dr. Ekkehard Klug. Die junge deutschsprachige Literatur wird mit Katharina Döbler („Die Stille nach dem Gesang“), Anna Weidenholzer („Der Platz des Hundes“) und Christian Uetz („Nur Du, und Nur Ich“) in deutscher, österreichischer und Schweizer Variante präsentiert. 5-8 €. 19 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

6.5. --- Literaturhaus Vortrag. „Literaturbetrieb und Debütroman“ - Vortrag mit anschließender Diskussion. Die dreitägige Fachtagung findet erstmals aufgrund der Schließung des Landeskulturzentrums Salzau ebenfalls im Literaturhaus statt. Sie gibt den Autoren und ihren Verlagsbegleitern Gelegenheit, sich mit weiteren Fachleuten auszutauschen und im Gespräch Wege für zukünftige Übersetzungen anzubahnen. Zum Festival liegt bei den Veranstaltern Centre Culturel Français de Kiel und Literaturhaus SH ein eigenes Faltblatt aus. Das Festival wird unterstützt vom Ministerium für Bildung und Kultur des Landes SH, dem Bureau du Livre der Französischen Botschaft Berlin und Partnerinstitutionen aller beteiligten Länder. Eintritt frei (Anmeldung im Literaturhaus aufgrund beschränkter Zuhörerzahl erforderlich). 19 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

9.5. --- Literaturhaus Textwerkstatt. „Texte unter der Lupe“ - Textwerkstatt mit Stephan Turowski für Jugendliche ab 14 Jahren. Teilnahme frei (Anmeldung erbeten unter T 0431-5796841). 16.30 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

10.5. --- Literaturhaus Lesung. Mahnveranstaltung zum 78. Jahrestag der Bücherverbrennung in Kiel. Lesungen aus „verbrannten“ Büchern u.a. von Erich Kästner, Kurt Tucholsky oder Rosa Luxemburg durch Autorinnen und Autoren des VS Schleswig-Holstein sowie Schülerinnen und Schüler aus Kiel. Eintritt frei 18 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

22.5. --- Literaturhaus Lesung. Matinéelesung „Laue Luft kommt blau geflossen“ (Joseph von Eichendorff). Gastveranstaltung: Es lesen aus ihren Werken zum Thema: Irmgard Filter, Thomas Gechter, Reinhard Großmann, Anna Malou und Lotte Brügmann-Eberhardt. Die Moderation übernimmt Brigitte Harkou.4-5 €. 11 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

24.5. --- Literaturhaus Lesung. „Wagnis der Erinnerung . Stimmen aus Südosteuropa“. Das ist der Titel einer Ausgabe der Zeitschrift „die horen“. Gemeinsam mit der 1948 geborenen und in Nikosia lebenden zyprischen Schriftstellerin Niki Marangou stellt Herausgeber Wolfger Pöhlmann, Leiter der Programmabteilung Südosteuropa am Goethe-Institut Athen, den Band vor. Dabei gewinnen Konflikte der Vergangenheit wie der Gegenwart Kontur, verarbeitet in den verschiedensten literarischen Gattungen und Genres. Niki Marangou, nach Studium in Berlin und Arbeit als Dramaturgin am zyprischen Staatstheater jetzt freie Schriftstellerin und Malerin, hat seit den neunziger Jahren Gedichte, Erzählungen, Romane und Märchen publiziert. Auf deutsch erschien von ihr zuletzt der Roman „Von Famagusta nach Berlin“ (2008). Für ihre Poesie wurde sie mit dem Kavafi-Preis in Alexandria ausgezeichnet. Der Name eines zweiten griechischen Schriftstellers bei der Veranstaltung steht noch nicht fest. Veranstalter: Literaturhaus S-H / Deutsch-Griechische Gesellschaft zu Kiel e.V. mit Unterstützung durch das Goethe-Institut. 4-7 €. 20 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

25.5. --- Literaturhaus Lesung. Andri Snaer Magnason – “Traumland Was bleibt, wenn alles verkauft ist?” – Schwerpunkt – Buchmesse Frankfurt Island. Der isländische Autor Andri Snaer Magnason liest aus “Traumland – Was bleibt, wenn alles verkauft ist?”. In seinem Bestseller “Traumland – Was bleibt, wenn alles verkauft ist?” geht der 1973 geborene isländische Schriftsteller Andri Snær Magnason persönlich, poetisch und genau recherchiert dem Wandel Islands vom Touristentraum mit dampfenden Geysiren inmitten unwirklich schöner Landschaft zum Land des Staatsbankrotts und der Naturzerstörung auf den Grund. Die Okkupation Islands durch internationale Aluminiumkonzerne wird ihm zum Beispiel einer Entwicklung, die sich ausweglos überall nach dem gleichen Muster abzuspielen scheint: Gewachsene Strukturen werden aufgegeben für den Wohlstand - die Natur bleibt unwiederbringlich auf der Strecke. Magnason, einer der vielseitigsten Autoren Islands und zugleich Protagonist einer visionären Ökologie-Bewegung, schrieb mit „Traumland“ einen Bestseller, der 2009 verfilmt wurde. 2010 erhielt er den hochdotierten KAIROS- Preis der Alfred Töpfer Stiftung. 4-7 €. 20 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

29.5. --- Literaturhaus Lesung. „Frühstück im Frühling”. Zur Einstimmung auf den dieshährigen Literatursommer "Türkei" lädt der Freundeskreis des Literaturhauses ein zu einem Frühstücksbuffet in den Garten des Literaturhauses. Serpil Medyatli, schleswig-holsteinische Landtagsabgeordnete mit türkischen Wurzeln, liest Geschichten und Verse aus der türkischen Volksliteratur. Helmut Herzog, Violine, macht Musik. Anmeldung bis 26.5.2011. 2-4 €. 11 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

31.5. --- Literaturhaus Lesung. Alban Nikolai Herbst – „Das bleibende Thier“. Die Geschichte entstammt aus seinem Buch „Bamberger Elegien“. „Eine der Führungsfiguren der ästhetischen Postmoderne“ nennt der Literaturwissenschaftler und Kritiker Wilhelm Kühlmann den Schriftsteller Alban Nikolai Herbst, der mit zahlreichen Erzählbänden, Hörspielen und Libretti zu den bedeutendsten deutschen Gegenwartsschriftstellern zählt und in seinem Weblog „Die Dschungel. Anderswelt“ seit langem Einblick in seinen Arbeitsprozess gibt. Während eines Jahresstipendiums in der Villa Concordia in Bamberg entdeckte Herbst den Hexameter für die Lyrik der Gegenwart. Das Ergebnis ist jetzt in „Das bleibende Thier. Bamberger Elegien“ kennenzulernen. Der Mensch ist biologisch betrachtet ein Tier, worin aber unterscheidet er sich doch vom Tier? Ist diese Differenz als Bereicherung zu werten? Was hat es gebracht, das Fell abzustreifen und das „Thier“ zu bändigen? In 13 Elegien gibt das lyrische Ich des Werkes darauf Antworten. 4-7- €. 20 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

Köln

2.5. --- Literaturhaus Filmvorführung & Gespräch. Frauen zur Zeit | Das Leiden anderer betrachten. Ein Abend für Susan Sontag. Mit Carolin Emcke. Sie war das »politische Gewissen der USA« und weltweit eine Ikone im Kampf für die Menschenrechte: Susan Sontag, femme de lettres und kritische Zeitgenossin. 2003 erhielt sie den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels im selben Jahr marschierten die USA in den Irak ein. Wir zeigen in einer Preview Birgitta Ashoffs Porträt Susan Sontag – Denkerin und Diva (ARTE/BR 2010) über Leben und Werk der im Jahr 2004 verstorbenen US-amerikanischen Schriftstellerin. Anschließend spricht die Reporterin und Autorin Carolin Emcke (Von den Kriegen – Briefe an Freunde, 2004; Stumme Gewalt – Nachdenken über die RAF, 2008) über ihre Arbeit und Sontags Verständnis der intervenierenden Intellektuellen. 2010 wurde Emcke für ihre Reportage aus dem Irak mit dem Reporterpreis ausgezeichnet. Das MEDIEN MAGAZIN kürte sie zur Journalistin des Jahres. Wie Susan Sontag geht es Emcke um die Geschichten der Opfer, wenn sie in Krisengebiete wie den Kosovo, den Irak, Gaza oder Haiti reist. Ihre Artikel erschließen Landschaften der Gewalt und blenden wie Sontag die Frage nicht aus, wo Zeugenschaft endet und Voyeurismus beginnt. Eine Veranstaltung von literaturhaus.net in Zusammenarbeit mit ARTE. Ausstrahlung des Films auf ARTE: 9. Mai 2011, 22:05 Uhr Veranstaltungspartner: Kunststiftung NRW. Eintritt frei. 19.30 Uhr. Ab 20.30 Gespräch, 4-8 €. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

3.5. --- Literaturhaus Lesung. Immer wieder ein neues Leben Die Kinderbuchautorin und Übersetzerin Mirjam Pressler. Seit 30 Jahren schreibt und übersetzt Mirjam Pressler Bücher für junge Menschen. Zu ihren vielfach ausgezeichneten Romanen zählen die Bestseller Malka Mai und Bitterschokolade. 2010 erhielt sie den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für ihr Gesamtwerk. Ein Lebensthema ist für Pressler die Shoah. In ihrem neuen Roman Ein Buch für Hanna erzählt sie die Geschichte eines jüdischen Mädchens, dass über Dänemark nach Palästina flieht. Die Autorin hat sich dafür an einer wahren Lebensgeschichte orientiert. Indem sie diese als die Geschichte ihrer Figur Hanna neu erzählt, sucht sie nach Antworten auf Fragen wie diese: Wie viele Abschiede hält jemand aus? Wie oft kann man ein neues Leben beginnen? Und wie schafft es ein Mensch, trotz Verfolgung und Verlusten glücklich zu werden? 3-8 €. 19 Uhr . Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

5.5. --- Literaturhaus Lesung. Frauen zur Zeit | Rahel Levin Varnhagen – Intellektuelle um 1800. Eine Neuausgabe der Briefe zeigt ihre Korrespondenz als Denkwerkstatt. Um 1800 war die Jüdin Rahel Levin, spätere Varnhagen, ein Mittelpunkt des Berliner Gesellschaftslebens. In ihrem Salon realisierte sie ein soziales und politisches Experiment: eine Denkwerkstatt, in der Männer und Frauen, Adel und Bürgertum, Juden und Nicht-Juden aufeinandertrafen. Rahel Varnhagen ist eine Schlüsselfigur in der Frage nach der gesellschaftlichen Rolle intellektueller Frauen und »weiblichen« Schreibens. Ihren Salon setzte sie im Schriftlichen fort: in ihren Briefen. Mit über 300 Personen korrespondierte sie in den Jahren 1787 bis 1833 und reflektierte die rasanten Umbrüche ihrer Zeit. Ihr Mann veröffentlichte posthum ihr opus magnum: Rahel. Ein Buch des Andenkens für ihre Freunde. Das Sensationelle dieses Buches wird in der Zusammenschau der Korrespondenzen mit den Intellektuellen der Zeit sichtbar. Über die Lektüre dieser Konstellation, die abenteuerliche Überlieferungsgeschichte der Briefe und über eine faszinierende Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts sprechen die Herausgeberin Prof. Barbara Hahn (Vanderbilt University) und die Schriftstellerin Brigitte Kronauer. Aus den Briefen liest Marietta Bürger. Anschließend laden unsere Veranstaltungspartner zu einem Umtrunk ein. Veranstaltungspartner: Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, Wüstenrot Stiftung, Wallstein Verlag, Kunststiftung NRW. 4-8 €. 20 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

10.5. --- Allerweltshaus Workshop. Workshop für Jugendliche – „Romeo und Jabulile“ (Roman von Lutz van Dijk).statt. Wenn du einen „Fremden“ liebst, was dann? - In der Beschäftigung mit Lutz van Dijks Roman werden körperliche und sprachliche Techniken für Rollenspiel und Textpräsentation eingeübt. Live-Auftritt am 29.05. geplant! Die Workshopleiter: Francisco Mirallas Hernández ist Theater- und Tanzpädagoge und Leiter der Straßentheatergruppe im Allerweltshaus Köln. Christa Morgenrath ist Dramaturgin und Literaturwissenschaftlerin und leitet im Allerweltshaus die Veranstaltungsreihe „Stimmen Afrikas“. 17-20 Uhr. Körnerstraße 77-79, 50823 Köln.

11.5. --- Filmpalette Filmpremiere. „Der Traum lebt mein Leben zu Ende. Der Dichterin Rose Ausländer zum Gedächtnis“. Als Rosalie Beatrice Scherzer, später: Rose Ausländer, 1901 in Czernowitz geboren wurde, nannte man die Hauptstadt der Bukowina »Klein Wien«. Die Kulturenvielfalt und liberale Weltoffenheit der Stadt prägten die Sprache bedeutender Dichterinnen und Dichter. Der berühmteste unter ihnen: Paul Celan. Rose Ausländer lernte ihn im Ghetto kennen und traf ihn 1957 in Paris wieder. Da schrieb sie schon. In den 1920er-Jahren veröffentlichte sie in den USA ihre ersten Gedichte. Viele Leser fand sie allerdings erst sehr viel später, als Ausländer schon wieder in Europa und eine alte Dame war. Katharina Schubert verfolgt in ihrem Dokumentarfilm Der Traum lebt mein Leben zu Ende Rose Ausländers Spuren von Czernowitz bis in die USA und zurück nach Europa, wo die Dichterin in einem Düsseldorfer Altenheim der jüdischen Gemeinde 1988 starb. Die Materiallage war schwierig, das Budget überschaubar, doch der Regisseurin ist es gelungen, einen Bogen über Ausländers Leben zu spannen. Es bricht sich darin fast ein ganzes Jahrhundert: »Die Vergangenheit / hat mich gedichtet / ich habe / die Zukunft geerbt // Mein Atem heißt // jetzt.« Die Regisseurin ist bei der Premiere anwesend. Weitere Vorführungen: 12.–15. Mai. 4-8 €. 20 Uhr. Lübecker Straße 15, 50668 Köln.

12.5. --- Blue Shell Lesung & Musik. Late Night: Dylans Geister. Hommage an einen literarisch denkenden Popstar. Seit Jahren wird er als Anwärter auf den Nobelpreis für Literatur gehandelt: Bob Dylan. Schließlich ist er nicht nur Folk- und Rockmusiker, sondern auch Dichter. Seine surrealistisch klingenden Wortspiele, seine Verwendung von Metaphern und literarischen Anspielungen revolutionierten die Rockmusik. 2008 wurde Dylan für seine lyrischen Kompositionen und seinen besonderen Einfluss auf die Popkultur mit dem Pulitzer-Sonderpreis ausgezeichnet. Es waren Autoren wie Arthur Rimbaud, Charles Baudelaire, Verlaine, Dylan Thomas, Franz Kafka, Bertolt Brecht und T. S. Eliot, die ihn zu Songs wie Don’t think twice und It’s all right inspirierten. Wir feiern den Meister mit einer Collage aus Texten dieser einsamen Klassiker der Avantgarden und Dylans Songs im Rahmen der Kölner Veranstaltungsreihe und Dylan-Hommage »Birthday Greetings from Cologne« (www.dylan-koeln.de). Mit Markus Berges, Songwriter und Frontmann der Band Erdmöbel, und einem Ensemblemitglied des Schauspiel Köln. Später legen wir Musik auf. Natürlich auch Dylan. »Yippee! I‘m a poet, and I know it. Hope I don‘t blow it.« (Bob Dylan). Veranstaltungspartner: Blue Shell, Hochschulradio Kölncampus, Sommerblut Kulturfestival. 4-8 €. 21.30 Uhr. Luxemburger Straße 32, 50674 Köln.

15.5. --- Stadtgarten Deutsch-Französische Lesung. Mit nichts als einem Schlag zum Himmel hin. René Char und Stéphane Mallarmé im Werk von Pierre Boulez. Pierre Boulez, neben Luigi Nono und Karlheinz Stockhausen einer der herausragenden Vertreter der musikalischen Avantgarde, komponiert mit der Akribie eines Dichters. Und von Dichtern ließ er sich zu Vokalkompositionen inspirieren. Besonders von zweien: Stéphane Mallarmé, dem symbolistischsten aller Symbolisten und Wegbereiter der modernen Lyrik, und René Char, Widerstandskämpfer und surrealistischer Dichter der nachfolgenden Generation. An Char bewundert Boulez, dass er seine Welt in einen gedrängten Ausdruck zu fassen vermochte, von dem doch bis heute ein Strahlen ausgeht. Seine Musik verbindet mit der Dichtung Chars und Mallarmés die Vorstellung eines absoluten Werkes. Oder vielleicht auch der Glaube, dass nach dem Tod des Himmels das Schöne aus dem Nichts entstehen muss. Im Rahmen des Festivals »Acht Brücken«, das dieses Jahr Pierre Boulez gewidmet ist, inszenieren wir eine deutsch-französische Lesung. Die betörend klaren Gedichte von René Char und Stéphane Mallarmé lesen Marietta Bürger und Aurélie Thepaut. Einführung: Daniel Malbert. Veranstaltungspartner: Acht Brücken – Musik für Köln, Institut Français. 6-10 €. 11 Uhr. Venloerstraße 40, 50672 Köln.

17.5. --- Literaturhaus Lesung. Viola Roggenkamp – „Tochter und Vater“. Viola Roggenkamp schreibt ihr Lebensthema fort. Mit ihrem Bestseller Familienleben hatte Viola Roggenkamp 2004 ein Sittenbild der 1960er-Jahre geliefert. Aus besonderer Perspektive: Die Erzählerin, die 13-jährige Fenia, ist die Tochter deutsch-jüdischer Überlebender. 2004 war Roggenkamp eine der ersten Schriftstellerinnen, die sich mit dem Leben der jüdischen Nachgeborenen in Deutschland literarisch auseinandersetzte. Mit Tochter und Vater, dem neuen Roman, bleibt sie diesem Stoff treu, verlegt die Handlung aber in die 1990er-Jahre. Eine erwachsene Erzählerin begibt sich auf Spurensuche, als sie nach dem Tod ihres Vaters die Trauerrede schreiben möchte. Dabei wird sie nicht nur mit den Katastrophen seines Lebenslaufs konfrontiert, sondern auch denen ihres eigenen. Von welcher Art diese sind und ob dieser Vater, der zwei jüdische Frauen rettete, nun ein Held ist oder nicht, wird Roggenkamp mit der Moderatorin Margarete von Schwarzkopf diskutieren. Veranstaltungspartner: S. Fischer Verlag, Sommerblut Kulturfestival. 6-9 €. 20 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

19.5. --- Stadtgarten Lesung. Der Literarische Salon International. Zu Gast bei Guy Helminger und Navid Kermani: A.L. Kennedy. Ob die Schottin über Menschen mit gebrochenem Herzen, Alkoholiker, Schriftsteller oder Stierkämpfer schreibt, A.L. Kennedys Prosa dringt immer bis in die letzten Tiefen des menschlichen Daseins vor. Ihr harter Realismus, verwoben mit fantastischen Elementen, entwickelt einen Sog, der Kennedy auch hierzulande eine stetig wachsende Fan-Gemeinde beschert hat. Bekannt wurde sie in Deutschland vor allem mit ihrem Roman Also bin ich froh. Zuletzt erschienen 2009 ihre Erzählungen Was wird. In den letzten Jahren hat sie sich auch außerhalb der Literaturszene einen Namen gemacht: Als Kolumnistin für den Guardian zum Beispiel. Kennedys Verhältnis zu ihrem Land ist von Zorn geprägt: über die britische Kriegspolitik und den Umgang mit Minderheiten im eigenen Land. Doch sie hat auch Humor – und den beweist sie als scharfzüngige Stand-up Comedian. Der Salon freut sich, eine der wichtigsten literarischen Stimmen Europas zu begrüßen. Veranstaltungspartner: SK Stiftung Kultur, Stadt Köln, Augenklinik am Neumarkt, Stadtgarten, Buchhandlung Klaus Bittner, Schauspiel Köln. 6-8 €. 20.30 Uhr. Venloerstraße 40, 50672 Köln.

24.5. --- Allerweltshaus Workshop. Workshop für Jugendliche – „Romeo und Jabulile“ (Roman von Lutz van Dijk).statt. Wenn du einen „Fremden“ liebst, was dann? - In der Beschäftigung mit Lutz van Dijks Roman werden körperliche und sprachliche Techniken für Rollenspiel und Textpräsentation eingeübt. Live-Auftritt am 29.05. geplant! Die Workshopleiter: Francisco Mirallas Hernández ist Theater- und Tanzpädagoge und Leiter der Straßentheatergruppe im Allerweltshaus Köln. Christa Morgenrath ist Dramaturgin und Literaturwissenschaftlerin und leitet im Allerweltshaus die Veranstaltungsreihe „Stimmen Afrikas“. 17-20 Uhr. Körnerstraße 77-79, 50823 Köln.

24.5. --- Literaturhaus Lesung. Peter Kurzeck „Der Igel, die Ausrottung der Frösche“. Peter Kurzecks autobiographisch-poetische Chronik: der fünfte Teil. Für Begeisterung sorgte Peter Kurzeck im vergangenen Jahr, als er im Literaturhaus Frankfurt jedem Willigen an jedem Werktag von 10 bis 16 Uhr seinen neuen Roman Vorabend diktierte. Kommentare und Fragen der freiwilligen Schreiberinnen und Schreiber waren erwünscht. Das Ergebnis liegt jetzt vor. Es ist der fünfte Band von Kurzecks auf zwölf Bände angelegter Chronik Das alte Jahrhundert. Kurzecks Erzählungen aus seinem Frankfurter Leben werden jetzt durch die Erinnerung an das Flüchtlingskind im mittelhessischen Staufenberg überblendet. Was die Frankfurter Helfer in den Computer getippt haben, ist erneut hinreißend komische und zugleich melancholische Prosa. Und das liegt nicht nur an Kurzecks Stil, der seine Leser direkt in den Gedankenstrom eintauchen lässt und wie durch Zauberhand den Figuren seines Lebens samt Elstern, Fröschen und Maulwürfen Atem einhaucht. Nun können auch die Leserinnen und Leser den Wegen des Autors zu den »Kostbarkeiten seines Schreibens« (FAZ) folgen. Und wieder wünscht Peter Kurzeck sich Fragen, wenn er in Köln aus Vorabend liest. 6-9 €. 20 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

25.5. --- Theater im Bauturm Lesung. Muriel Scheu – „Gier. Der ungewöhnliche Lebensbericht von Muriel Scheu“. Die Tatsache, dass sie noch am Leben ist, findet auch Muriel Scheu selbst »ziemlich erstaunlich«. Mit 14 hat sie zum ersten Mal zu Drogen gegriffen, weil sie sich in ihrer Umgebung anders, fremd fühlte. Heute ist die im Sauerland geborene Autorin 55 Jahre alt und hat im vergangenen Jahr ihre Autobiographie veröffentlicht: Kein ganzes Halbes. Mein schönes Leben als Junkie. Scheu blickt zurück auf ein turbulentes Leben, das sie auf fünf Kontinenten führte: als Reiseleiterin, Großverdienerin bei Apple, Szenemädchen und Hausbesetzerin. Die »Unersättliche« arbeitete für den Regisseur Peter Bogdanovich, traf Bob Marley und Billy Idol. Kein ganzes Halbes ist aber ebenso wenig eine Hommage an ein Leben im freien Fall wie ein reumütiger, sozialkritischer Bericht aus der Drogenszene. Hart und schonungslos schildert Scheu die abenteuerlich-rasante Weite der Welt und konfrontiert sie mit den engen Grenzen einer Entzugsklinik, in die sie sich 1998 selbst einwies. Über ihre Sucht, vor allem die nach Leben und Freiheit, wird Scheu sich mit der WDR2 Moderatorin und Buchkritikerin Antje Deistler unterhalten. Veranstaltungspartner: Sommerblut Kulturfestival, Theater im Bauturm. 6-10 €. 20 Uhr. Aachener Straße 24, 50674 Köln.

26.5. --- Rautenstrauch-Joest-Museum Filmvorführung. THEMBA – Das Spiel des Lebens (nach einem Roman von Lutz van Dijk). Film für Jugendliche. Regie: Stefanie Sycholt.(Schauspieldebüt von Jens Lehmann). Filmlänge: 108 Minuten, freigegeben ab 12 Jahren. Themba erzählt die spannende Geschichte vom Aufstieg eines armen Jungen in die Nationalelf seines Landes Südafrika, dort wo im Jahr 2010 zum ersten Mal auf dem afrikanischen Kontinent eine Fußball-Weltmeisterschaft stattfindet. Gleichzeitig berichtet der Roman von sexueller Gewalt und AIDS im südafrikanischen Alltag, aber auch von Aufbegehren und Mut und der Liebe Thembas zu seiner jüngeren Schwester Nomtha. 3-5 €. 19 Uhr. Cäcilienstrasse 29-33, 50667 Köln.

29.5. --- Allerweltshaus Lesung. Lutz van Dijks – „Romeo und Jabulile“. Liebe und Hass im Township. Lutz van Dijk lebt seit 2001 in Kapstadt. Sein Roman Romeo und Jabulile basiert auf Vorfällen im Jahr 2008, als bei ausländerfeindlichen Ausschreitungen über 60 Menschen ermordet und die Häuser von Tausenden Familien in Brand gesteckt wurden. Van Dijks Heldin Jabulile ist 13 Jahre alt und liebt nichts so sehr wie Fußball. Bis sie Romeo kennenlernt. Doch Jabuliles Familie ist über die Liebe der beiden gar nicht glücklich, allen voran ihr Bruder Lonwabo. Denn Romeo gehört zu den Flüchtlingen aus Simbabwe, die seit Kurzem in Jabuliles Township leben. Und viele Bewohner des Townships würden diese Flüchtlinge lieber heute als morgen loswerden. Um sie zu vertreiben, schrecken sie auch vor Gewalt nicht zurück. Jabuliles und Romeos Liebesgeschichte hat kaum begonnen, als die Situation außer Kontrolle gerät. Van Dijks Romane und Sachbücher waren u.a. nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis und den Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis. 2001 erhielt er den Gustav-Heinemann-Friedenspreis, 2009 die Poetik-Ehrenprofessur der Universität Oldenburg. Veranstaltungspartner: Allerweltshaus Köln e.V., Reihe »Stimmen Afrikas«. Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW. 3-5 €. 13 Uhr. Körnerstraße 77-79,50823 Köln.

29.5. --- Literaturhaus Lesung. Der Preis der Literaturhäuser geht an … … die Dichterin Elke Erb. Laudatio und Moderation: Norbert Hummelt. In der Eifel 1938 geboren, zog Elke Erb 1949 in die DDR. Hier wurde sie zur Schriftstellerin – und polarisierte. »Kommunikationsunfreudig« nannte Christa Wolf ihre Gedichte. Erb hielt dagegen: Lyrik werde genau das, wenn man sie als Kommunikationsvehikel instrumentalisiere. Mitte der 1960er-Jahre verfiel Erb dem Zauber von Stoffen und Sprachmaterial und veröffentlichte die ersten Texte. Heute umfasst ihr Werk über 30 Bände. Darunter sind auch Nachdichtungen der Werke Marina Zwetajewas, Alexander Bloks und Giuseppe Ungarettis. Zum Staat hatte Erb eine kritische Haltung. Humorvoll dichtete sie 1981: »Wenn ich öffentlich auf der Straße sage: ›Hühnerei!‹ / Und infolgedessen folgerichtig geschnappt werde, / Schuld sind die, // Daß sie kein selbständiges Ei, / Kein ständiges Ei, / Kein Ei, // Selbst kein Ei mehr dulden können, / Es ist eine Katastrophe! / Schuld sind die!« Alles andere als kommunikationsunfreudig zeigt sich Erb bei ihren Lesungen. Auch deswegen zeichnet das Netzwerk der Literaturhäuser die umtriebige Dichterin aus. Ihre Denkfäden hat Erb stets generationsübergreifend gesponnen. Das wird auch an diesem Abend so sein, wenn Norbert Hummelt die Laudatio hält und mit Erb über Leben und Arbeit spricht. Veranstaltungspartner: literaturhaus.net. 4-8 €. 18 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

31.5. --- Literaturhaus Lesung. Diesseits von Gut und Böse. Erasmus Schöfer zum 80. Geburtstag. Die kritische Selbstreflexion ist seit jeher elementarer Bestandteil linker Literatur. Einer, den die Dialektik der Aufklärung bis heute umtreibt, ist der Kölner Theater-, Roman- und Hörspielautor Erasmus Schöfer. Seit den 1960er Jahren hat er die großen sozialen und ökologischen Fragen in literarische Sujets verwandelt und seine Beobachtungen aus der Arbeiterwelt in eine erfahrungsgesättigte Schreibweise überführt. Privates wird bei Schöfer nicht nur politisch, sondern auch poetisch. Mit seinem opus magnum, der Tetralogie Die Kinder des Sisyfos, hat er sich als Chronist bundesrepublikanischer Geschichte erwiesen. Spürbar hadert er mit der Vorstellung vom genialischen Dichter. »Künstler, meine Herren, sind in den Abgründen wendig!«, behauptet Schöfers Figur Humphrey Holliday in einer Erzählung über die Fragwürdigkeit der Kunst im 20. Jahrhundert. Anlässlich seines 80. Geburtstags wirft Schöfer zusammen mit Petra Welteroth und Timo Ben Schöfer Schlaglichter auf 50 Schaffensjahre. Über Standhaftigkeit und Wandel diskutiert er mit dem Kabarettisten Heinrich Pachl, der wie Schöfer 1969 den »Werkkreis der Literatur der Arbeitswelt« mitbegründet hatte. Veranstaltungspartner: Stadt Köln, Sammlung Literatur in Köln (LiK), StadtBibliothek, Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt. 4-8 €. 20 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

Leipzig

2.5. --- Literaturhaus Lesung. 16. MDR-Literaturnacht Finalrunde im MDR-Literaturwettbewerb. Moderation: Michael Hametner und Ulf Heise. Im Gespräch: Kathrin Schmidt. Live-Musik: LYAMBIKO (Gesang) und das Stephan-König-Trio. Über 2000 deutschsprachige Schriftstellerinnen und Schriftsteller haben sich mit Prosa-Texten am 16. MDR-Literaturwettbewerb beteiligt. Der neunköpfigen Expertenjury aus Schriftstellern und Literaturkritikern lagen die bislang unveröffentlichten Kurzgeschichten in anonymer Form vor – nach Lektüre und Diskussion nominierte sie ihre Favoriten. Diese sieben Finalisten werden in der öffentlichen Endrunde des MDR-Kurzgeschichten-Wettbewerbs lesen. Die Abendjury aus Literaturkritikern und Publikum entscheidet über die Vergabe des 16. MDR-Literaturpreises. Die Veranstaltung wird live im Programm von MDR-Figaro ausgestrahlt. 19.30 Uhr. Großer Saal, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

3.5. --- Literaturhaus Vortrag. Johannes Saltzwedel über „Elementare Bibliophilie“. Was gibt heute, am vielfach herbeigeredeten Ende des Gutenberg-Zeitalters, den Anreiz, Bücher zu sammeln? Wie erwacht das Interesse, wann beginnt die Leidenschaft – und wohin führt sie? In einer Reihe sehr persönlich gewählter und im Bild gezeigter Beispiele wird anschaulich, wie private Entdeckerfreude, Neugier auf das historische Original und das Gespür für innere Kulturwerte zur Bibliophilie verschmelzen. Johannes Saltzwedel ist Redakteur beim Spiegel und Juror der Sachbuch-Bestenliste des NDR. Zuletzt veröffentlichte er Essays zu literarischen und bibliophilen Themen unter dem Titel »Finderglück« (Verlag zu Klampen). Veranstaltung des Leipziger Bibliophilen-Abends e.V. 19.30 Uhr. Saal 3, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

4.5. --- Literaturhaus Lesung & Gespräch. Jutta Voigt und Bernd Lutz Lange –„Westbesuch“ Jutta Voigt und Bernd-Lutz Lange erzählen vom Leben in den Zeiten der Sehnsucht und lesen eigene Texte. In ihrem ironischen und hellsichtigen Buch »Westbesuch« stellt Jutta Voigt fest: Ost- und Westdeutsche kannten sich viel besser, als nach 1989 gemutmaßt wurde und sie profitierten voneinander. Die einen freuten sich auf schöne Geschenke, die anderen genossen die Bewunderung ihres dicken Audis, ihres Lebensstandards, vor allem aber die Dankbarkeit für die mitmenschlichen Dienste an den Brüdern und Schwestern. 20 Jahre nach dem Mauerfall ist die Besuchszeit vorbei. Dennoch fühlen sich viele Ostdeutsche immer noch zu Besuch im Westen und viele Westdeutsche als generöse Gastgeber. Jutta Voigt hat Geschichten aus der Besuchszeit aufgeschrieben, ihre und die der anderen. Alltägliches und Absurdes, Drama und Groteske. Westbesuch – ein Wort, das Erinnerung in sich trägt, an Willkommen und Abschied, Umarmung und Entfremdung. Die Zeit schrieb über Voigts Buch »Das Ergebnis ist großes, politisch nicht korrektes Lesevergnügen«, die Süddeutsche Zeitung lobte das Werk als »unterhaltsam und klug«. 2-3 €. 20 Uhr, Saal 3, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

5.5. --- Literaturhaus Textwerkstatt : Schweiz. Beatrice von Matt – „Mein Name ist Frisch“ (Nagel & Kimche 2011). Die Autorin spricht über Max Frisch und sein Werk. Moderation: Christa Grimm. Am 15. Mai 2011 wäre Max Frisch 100 geworden. Er war einer der letzten großen deutschsprachigen Intellektuellen, der diese Rolle in der Gesellschaft bewusst wahrnahm und von seiner Umwelt auch so wahrgenommen wurde. Max Frisch hat ein bedeutendes literarisches Werk geschaffen, wofür er mit vielen Preisen ausgezeichnet wurde, unter anderem 1958 mit dem Georg-Büchner-Preis und 1976 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Beatrice von Matt hat den Schriftsteller über Jahrzehnte kritisch begleitet und die Arbeit an seinem Werk bis in die Gegenwart fortgeführt. Ihre Essays erzählen auch von persönlichen Begegnungen. Die letzte – ein langes Abschiedsgespräch auf Einladung des Autors – fand kurz vor Frischs Tod statt. Beatrice von Matt liefert mit diesem kenntnisreichen Porträt einen wichtigen Beitrag zur Literaturgeschichte, zum Frisch-Jubiläum und zum Verständnis seines Werks. »Von Matt interpretiert das Werk von Frisch kenntnisreich und schafft zahlreiche Bezüge zur Geschichte oder zur Literatur, vor allem zur Literatur von Frauen. Ihr ist ein persönliches und anregendes Buch gelungen«, schreibt Marius Leutenegger im Magazin books. Beatrice von Matt ist eine Schweizer Literaturkritikerin und Publizistin. Bis 1995 war sie Literaturredakteurin der Neuen Zürcher Zeitung. Heute arbeitet sie u.a. als Stiftungsrätin der Schweizerischen Kulturstiftung Pro Helvetia. 2-3 €. 20 Uhr. Literaturcafé, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

6.5. --- Literaturhaus Lesung. „Amor und andere Tyrannen“. Ein literarischer Abend mit Berliner und Leipziger Schriftstellern. Moderation: Grit Kalies. Musik: Hubert Schipkowski. Die große Liebe in der kleinen Form – Sonette des Berliner Dramatikers und Lyrikers Jörn Strohner, Gedichtzyklen der Berliner Psychotherapeutin und Lyrikerin Rosemarie Zens und Prosaminiaturen des Leipziger Schriftstellers Jörg Jacob über das, was Amors Pfeile und die Waffen anderer Tyrannen so alles anrichten können. Hubert Schipkowski studierte Klassische Gitarre. Orchesterengagements führten ihn u.a. an die Deutsche Staatsoper unter den Linden. Er widmet sich vor allem zeitgenössischer Musik. 2-3 €. 20 Uhr. Literaturcafé, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

9.5. --- Literaturhaus Lesung. Frühjahrsblütenlese. Gerald Diesener, Geschäftsführer des Leipziger Universitätsverlages, stellt wichtige Titel seines Hauses aus der diesjährigen Frühjahrsproduktion vor. Kurze Leseproben und Hintergrundinformationen vertiefen diese Präsentation des aktuellen Programms, dazu wird ein erster Blick auf die Offerten des Herbstes geworfen. Besondere Aufmerksamkeit erfährt das Buch »Die Kunst dem Volke. Städtische Kulturpolitik in Leipzig und Lyon 1945-1989« des Leipziger Kulturwissenschaftlers Thomas Höpel. Er vergleicht die Kulturpolitik Frankreichs und der DDR am Beispiel der beiden Partnerstädte Leipzig und Lyon. Der Historiker stellt in Lesung und Gespräch ein spannendes Kapitel Stadtgeschichte vor. Veranstaltung des Leipziger Universitätsverlages. 19 Uhr. Literaturcafé, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

11.5. --- Literaturhaus Lesung. Ingo Herman – „Casanova. Der Mann hinter der Maske“. Übersetzer stellen vor: Ingo Hermann, bekannt durch die ZDF-Reihe „Zeugen des Jahrhunderts“ und Biografien, zuletzt die über den Freiherrn Knigge, zeigt neue Facetten des venezianischen Lebens- und Überlebenskünstlers Giacomo Casanova (1725-1798) auf. Wie vermochte dieser Mann es, Doktor der Rechte, Freimaurer, Liebling der Frauen und der europäischen Höfe, Geheimagent der Inquisition und Autor historischer Studien in einem zu sein? Das Buch gibt Auskünfte zu einer schillernden Gestalt in einer glanzvollen Epoche. 1-2 €. 20 Uhr. Saal 1, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

16.5. --- Literaturhaus Lesung. Klaus G. Saur – „Traumberuf Verleger“. Der Autor und Verleger im Gespräch mit Siegfried Lokatis. Klaus G. Saur ist einer der erfolgreichsten Wissenschaftsverleger in der Bundesrepublik. Er prägte das kulturelle Leben in Deutschland durch eine Vielzahl einflussreicher Ämter entscheidend mit. Über Jahrzehnte hinweg setzte Saur Verlagsprojekte von heute beinahe unvorstellbarem Ausmaß um, wie das Gesamtverzeichnis des deutschsprachigen Schrifttums. Unternehmerischer Mut und sein Vermögen, Innovatives zu leisten, haben ihn in all diesen Jahren ausgezeichnet. Das Wissen um die Wirkung des Buches als ein bestimmendes Medium hat Saur zu einem handelnden Menschen gemacht, zu einem Anwalt des Buches. 19.30 Uhr. Saal 3, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

17.5. --- Literaturhaus Gespräch. Im Wechselbad wegen »Schwitzbad«. Fritz Mierau und Rainer Kirsch im Gespräch. Moderation: Ingrid Sonntag. Majakowskis „Drama in sechs Akten mit Zirkus und Feuerwerk“, zum 60. Jahrestag der Oktoberrevolution als illustrierte Buchausgabe bei Reclam vorgesehen, wurde erst 1978 in der Universal-Biblio-thek veröffentlicht. Die Übersetzung von Rainer Kirsch und Fritz Mieraus Nachwort hatten ein Monate währendes Tauziehen zwischen Herausgebern, Verlag und Kulturministerium entfacht. Die Entstehungsgeschichte dieser glänzenden Bühnensatire und die Wirkungsgeschichte der Neuübersetzung in der kulturpolitischen Eiszeit nach Biermanns Ausbürgerung stecken voller spannender Wendungen. Veranstaltungsreihe »Bücher, Mythen und Verlage« der Sächsischen Akademie der Künste und des Bereiches Buchwissenschaft der Universität Leipzig, gefördert vom Kuratorium Haus des Buches e.V. 20 Uhr. Literaturcafé, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

19.5. --- Literaturhaus Lesung. „Das schönste Proletariat der Welt“. Moderation: Christiane Körner. Puschkin, Dostojewski, Tolstoi – jeder kennt die berühmten Klassiker der russischen Literatur. Im Mai geht eine neue Generation russischer Autoren auf Lesereise durch Deutschland und Österreich. Sie heißen Denis Osokin, Alexej Lukjanow, Alissa Ganijewa und sie kommen nicht aus Moskau oder Petersburg, sondern aus Kazan, Perm und Ufa, der Peripherie, die heute mehr und mehr zum Zentrum der russischen Literatur wird. Die jungen Autoren erzählen eindringlich und persönlich von den Umwälzungen in einem riesigen Land, vom Ende jeglicher Gewissheit und den Erschütterungen der Gegenwart. Veranstaltung in Russisch und Deutsch. Veranstaltung des Suhrkamp Verlages, der Debut Prize Stiftung und des Literaturhauses Leipzig. 20 Uhr. Literaturcafé, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

23.5. --- Literaturhaus Lesung. Chalid al-Chamissi – „Im Taxi“. Moderation: Daniel Kinitz. Lesung des deutschen Textes: Matthias Hummitzsch. Dolmetschen: Walid Abd El Gawad. Veranstaltung in Arabisch und Deutsch. Kaum ein Berufsstand Ägyptens ist näher am Puls der Gesellschaft als die 250.000 Kairoer Taxifahrer. Wer wissen will, was die Menschen umtreibt, liest keine Zeitung, sondern nimmt das Taxi und hört auf das, was ihm der Fahrer erzählt. „Im Taxi“ plaudert, diskutiert, feilscht und streitet Chamissis Held mit Fahrern, die ihren Frust über das korrupte Regime und die allgegenwärtigen Missstände in Ägypten loswerden – mit immerhin einem Zuhörer: ihrem Fahrgast. Aus achtundfünfzig kurzen, pointenreichen Episoden entsteht ein großes Mosaik der ägyptischen Gesellschaft von heute. Chalid al-Chamissi, geboren 1962 in Kairo, studierte Politikwissenschaften an der Universität Kairo und der Sorbonne. Er arbeitet als Journalist für ägyptische Zeitungen und als freier Autor. 2-3 €. 20 Uhr. Literaturcafé, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

24.5. --- Literaturhaus Lesung. Andrea Fischer – „Was glaubst denn du?“. Im Rahmen der Reihe Nathan und seine Kinder.Woran glauben Christen, Juden, Muslime, Hindu und Buddhisten? Warum geraten Menschen so häufig über ihren Glauben in Konflikte? Diesen und anderen Fragen geht Andrea Fischer auf informative Weise nach. (ab 7. Klasse, Anmeldung unter 0341/ 99 54 134). Veranstaltung des Literaturhauses Leipzig, gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. 11 Uhr. Saal 3, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

24.5. --- Literaturhaus Lesung. „Re-Visionen: Frauenfiguren in Fantasy und Science Fiction“. Lesung aus »Flamme und Harfe« und Gespräch mit Ruth Nestvold über die Rolle der Geschlechter in Fantasy und Science Fiction. Moderation: Sabine Seyfarth. Veranstaltung des Freundeskreises Science Fiction Leipzig e.V. 20 Uhr. Saal 1, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

25.5. --- Literaturhaus Lesung. Aygen-Sibel Çelik – „Seidenhaar“. Im Rahmen der Reihe Nathan und seine Kinder. Canan und Sinem sind zwei junge Türkinnen. Canan trägt aus Überzeugung ein Kopftuch, Sinem trägt aus Überzeugung keins. Bei einer Diskussion zum Thema Kopftuchverbot prallen ihre Meinungen aufeinander. Am Tag danach ist Canan verschwunden. Sinem macht sich auf die Suche nach ihr und lernt dabei den Islam ganz neu kennen. Mit der Sichtweise der zwei türkischen Protagonistinnen veranschaulicht Aygen-Sibel Çelik die Emotionen, die der Diskussion um das Kopftuchtragen anhaften. Die Süddeutsche Zeitung schrieb über „Seidenhaar“: „Man spürt das Engagement der Autorin, die leidenschaftlich für mehr Toleranz plädiert. Ein Buch, das sich auch als Schullektüre eignet.“ Aygen-Sibel Çelik, 1969 in Istanbul geboren, lebt seit ihrem zweiten Lebensjahr in Deutschland. Wichtige Stationen ihrer Biografie sind ein sechsjähriger Aufenthalt in ihrer Geburtsstadt und das Studium der Germanistik sowie Pädagogik. (ab 7. Klasse, Anmeldung unter 0341/ 99 54 134). 10.30 Uhr. Saal 3, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

25.5. --- Literaturhaus Lesung. Oksana Sabuschko – „Museum der vergessenen Geheimnisse“ (Droschl 2010). Moderation: Ralf Pannowitsch. Dolmetschen: Wladimir Kutz. Daryna ist Fernsehproduzentin in Kiew. Eines Tages entdeckt sie das Foto von Helzja, Mitglied der Ukrainischen Aufstandsarmee in den 40er Jahren. Sie beschließt, die Geschichte der Partisanin in einer Dokumentation aufzuarbeiten, umso mehr, als sie sich im Zuge ihrer Recherchen in Helzjas Enkel verliebt. Fast zur selben Zeit kommt Darynas beste Freundin ums Leben, die Malerin Wlada, deren international hoch gehandelte Gemäldeserie „Geheimnisse“ bei diesem Unfall verschwindet. Geheimnisse – vor den Bolschewiken vergrabene Ikonen, geheimniskrämerische Mädchenspiele, von der offiziellen Geschichtsschreibung Verschwiegenes, das Unausgesprochene zwischen Männern und Frauen – dieses Motiv durchzieht den überbordend erzählten Roman, der eine erstrangige Mentalitätsgeschichte der Ukraine im 20. Jahrhundert darstellt. „Der Roman will Verdrängtes ans Licht holen, will aufdecken, Zusammenhänge stiften, Lügen und Machtspiele dekonstruieren, er kratzt und rüttelt, denunziert und begehrt auf“, kommentierte die NZZ. Oksana Sabuschko ist eine der wichtigsten Schriftstellerinnen der heutigen Ukraine. Sie veröffentlichte mehrere Lyrik- und Erzählbände, politisch-philosophische Studien sowie 1996 den Roman „Feldstudien über ukrainischen Sex“. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin schreibt regelmäßig für Zeitschriften und Magazine. Die vorzügliche Übersetzung des Werkes ist Alexander Kratochvil zu verdanken. Veranstaltung in Ukrainisch und Deutsch. 20 Uhr. Literaturcafé, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

26.5. --- Literaturhaus Lesung. Christiane Thiel – „Mein Gott und ich“. Im Rahmen der Reihe Nathan und seine Kinder. Neun Jugendliche haben über einen im Internet ausgeschriebenen Wettbewerb die Chance, 14 Tage in einer religiösen Familie zu verbringen. Sie erfahren hautnah, was es heißt, seinen Glauben als Moslem oder Christ, Jude, Buddhist oder Hindu zu leben. (ab 7. Klasse, Anmeldung unter 0341/ 99 54 134). 10.30 Uhr. Saal 3, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

26.5. --- Literaturhaus Lesung. Gernot Wolfram – „Das Wüstenhaus“. „Es geht um Sie und um den Tod meiner Eltern“, mit diesem unheimlichen Satz meldet sich eine junge Frau bei einem Journalisten und bittet um ein Treffen. Beide waren sich sechs Jahre zuvor auf einer Insel in Tunesien begegnet. Als die Eltern der damals 17-Jährigen nach der Abreise des Journalisten eine von ihm empfohlene Synagoge besuchten, verloren sie dort bei einem Anschlag ihr Leben. Eindringlich erzählt Gernot Wolfram eine fiktive Geschichte mit realem Hintergrund. Er kreist dabei um Aspekte wie die Macht des Zufalls, um unsere Sehnsucht nach Sicherheit und nach dem Anderen. Gernot Wolfram wurde 1975 in Zittau geboren. Er lebt in Berlin und Kufstein (Österreich), wo er als Autor, Publizist und Hochschullehrer tätig ist. Für seine Arbeit wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet, u.a. als Inselschreiber von Sylt (2010). Moderation: Sibille Tröml. 2-3 €. 20 Uhr. Literaturcafé, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

30.5. --- Literaturhaus Hörspielworkshop. Hörspielworkshop mit Katrin Wenzel. Im Rahmen der Reihe Nathan und seine Kinder. Nach Motiven von Ulrich Hubs Buch »An der Arche um Acht« (Sauerländer 2007) entsteht in Zusammenarbeit mit einer 7. Klasse ein Hörspiel. Die Redakteurin Katrin Wenzel leitet den Workshop. 10 Uhr. Raum 014, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

31.5. --- Literaturhaus Lesung. Brigitte Riebe – „Die Nacht von Granada“. Im Rahmen der Reihe „Nathan und seine Kinder.“ Granada 1499: Sieben Jahre nach der Eroberung der letzten maurischen Bastion in Andalusien durch die Katholischen Könige ist das Leben in der Stadt hart geworden. Das bekommen auch die besten Freundinnen Lucia und Nuri zu spüren. Dass die katholische Lucia sich in Rashid, Nuris Bruder, verliebt hat, wagt sie ihr nicht einmal mehr anzuvertrauen. Eine solche Verbindung wird undenkbar: Nach der Vertreibung der Juden richtet sich das spanische Königspaar gegen die Mauren, die in Granada jahrhundertelang friedlich mit Juden und Christen zusammengelebt haben. Die promovierte Historikerin Brigitte Riebe erzählt von Christentum und Islam in seinem historischen Kontext: den Konflikten und Annäherungen, den Hürden und den persönlichen Schicksalen. (ab 6. Klasse, Anmeldung unter 0341/ 99 54 134). 10.30 Uhr. Saal 3, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

Lüneburg

4.5. --- Heinrich-Heine-Haus Lesung. Judith Zander – „Dinge, die wir heute sagten“. Judith Zander liest aus ihrem Roman und neue Gedichte. Judith Zander machte mit ihren Gedichten auf sich aufmerksam und auch ihr erster Roman "Dinge, die wir heute sagten" wurde viel besprochen und gelobt. Für einen Auszug daraus erhielt sie 2010 beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb den 3sat-Preis und das Buch kam auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Judith Zander liest aus dem Roman sowie aus dem gerade erschienenen Gedichtband "oder tau". Claudia Sinnig moderiert. 20 Uhr. Am Ochsenmarkt 1, 21335 Lüneburg.

11.5. --- Heinrich-Heine-Haus Lesung. Hilal Sezgin – „Landleben. Von einer, die raus zog“. 20 Uhr. Am Ochsenmarkt 1, 21335 Lüneburg.

17.5. --- Heinrich-Heine-Haus Lesung. Ein irisches Kleeblatt. Lesung und Gespräch mit Claire Kilroy, Hugo Hamilton und Molly McCloskey. Moderation: Hans-Christian Oeser, Übersetzer. Veranstalter: Ireland Literature Exchange in Kooperation mit dem Literaturbüro Lüneburg. 20 Uhr. Am Ochsenmarkt 1, 21335 Lüneburg.

24.5. --- Heinrich-Heine-Haus Lesung. Martin Walker – „Schwarze Diamanten“. 20 Uhr. Am Ochsenmarkt 1, 21335 Lüneburg.

Marbach am Neckar

5.5. --- Deutsches Literaturarchiv Marbach Ausstellungseröffnung. „Schicksal. 7 mal 7 unhintergehbare Dinge“. 2011 jährt sich Heinrich von Kleists Todestag zum 200. Mal. Nicht seinem Werk, aber seinem zentralen Thema gilt diese Ausstellung. Wie sehen im Archiv die Dinge aus, die jenseits von Plan und Zufall liegen? Die Reste der fatalen Kräfte, vor denen jede Versicherung nutzlos wird und deutlich ist: Es geht, was immer man auch tut, zu bösen oder aber glücklichen Häusern hinaus? Zur Ausstellungseröffnung sprechen Karl Heinz Bohrer und Ulrich Raulff. 19 Uhr. Schillerhoehe 8-10, 71672 Marbach am Neckar.

15.5. --- Deutsches Literaturarchiv Marbach Internationaler Museumstag. „Alles vergessen oder sowieso nie gewusst?“ 5 x Crashkurs Literatur. Fünf Führungen vermitteln Literatur-Grundkenntnisse: Fünf wichtige Autoren des 20. (10 Uhr) bzw. 19. Jahrhunderts (11.30 Uhr), Fünf berühmte Romane (14 Uhr) und Gedichte (15.30 Uhr), Grundwissen Schiller (17 Uhr). Eintritt und Führungen frei. 10-18 Uhr. Schillerhoehe 8-10, 71672 Marbach am Neckar.

17.5. --- Deutsches Literaturarchiv Marbach Lesung. Zeitkapsel 25. Schicksalsmächte. Warburgs unvollendetes Projekt. Moderation: Ulrich Raulff. Aby Warburg hat sich ein Leben lang mit den Erinnerungszeichen magischer Kräfte beschäftigt. Die Leiterin des Archivs im Londoner Warburg Institute und Mitherausgeberin seiner »Gesammelten Schriften«, Claudia Wedepohl, gibt Einblick in unveröffentlichtes Material. 3-5 €. 20 Uhr. Schillerhoehe 8-10, 71672 Marbach am Neckar.

München

2.5. --- Literaturhaus Lesung. Meir Shalev – „Meine russische Großmutter und ihr amerikanischer Staubsauger“. Begrüßung und Moderation: Rachel Salamander. Lesung des deutschen Textes: Thorsten Krohn. In seinem neuen Roman (Diogenes Verlag, Deutsch von Ruth Achlama) erzählt Meir Shalev die unglaubliche aber wahre, so aberwitzige wie traurige Geschichte seiner Großmutter Tonia und dem Staubsauger, den ihr Schwager ihr aus Amerika geschickt hat, um dem allgegenwärtigen Chaos, Staub und Schlamm im jungen jüdischen Staat Herr zu werden. Aufgezeichnet hat dieses »bezaubernde Erinnerungsbuch« (Haaretz) der schelmische, liebende und staunende Enkel: der große israelische Romancier Meir Shalev. Die deutschen Textpassagen liest der Münchner Film- und Theaterschauspieler Thorsten Krohn. Veranstaltung in englischer und deutscher Sprache. 8-10 €. 20 Uhr, Bibliothek, Salvatorplatz 1, 80333 München.

3.5. --- Literaturhaus Gespräch. Ein Abend für und mit Hildegard Hamm-Brücher. Zum 90sten Geburtstag von Hildegard Hamm-Brücher: „Und dennoch…“. Gespräch: Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Im Mai 2011 feiert Hildegard Hamm-Brücher ihren 90sten Geburtstag. Sie ist eine der bedeutendsten Frauen der deutschen Politik seit 1945, war langjährige Abgeordnete, Staatsministerin und Präsidentschaftskandidatin. Auch nach dem Ausscheiden aus ihren Ämtern mischte sie sich immer wieder in gesellschaftliche und politische Debatten ein. Für ihr Engagement, vor allem in Demokratie- und Bildungsfragen, wurde sie mehrfach ausgezeichnet. In ihrem neuen Buch „Und dennoch... Nachdenken über Zeitgeschichte, Erinnern für die Zukunft“ (Siedler Verlag) blickt die Grande Dame der deutschen Politik zurück und wirbt eindringlich für ihre großen Lebensthemen: das Lernen aus den Irrtümern der Geschichte, die Stärkung der Demokratie und die Verteidigung der Freiheit. 8-10 €. 20 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

3.5. --- Literaturhaus Lesung. Lesung. Anilda Ibrahimi – „Rot wie eine Braut“. Moderation: Anila Shuka und Elisabetta Cavani (Dolmetscherin). Lesung des deutschen Textes: Sabrina Khalil. Anilda Ibrahimi, geboren 1972 in Albanien, zog nach ihrem Literaturstudium in Tirana 1994 zunächst in die Schweiz, später nach Italien. Ihr erster Roman in italienischer Sprache „Rosso come una sposa“ stand wochenlang auf der italienischen Bestsellerliste und ist nun auch in Deutschland erschienen (aus dem Italienischen von Franziska Kristen). Die Heldin, Dora, hat ihre Heimat Albanien verlassen, um in Italien ein besseres Leben zu beginnen. Aus der Ferne erinnert sie sich an ihre Familie, die in dem kleinen Bergdorf Kaltra seit Generationen ein von Traditionen bestimmtes Leben führt. Die Journalistin Anila Shuka (Deutsche Welle u.a.) stammt aus dem selben Ort wie Anilda Ibrahimi. Sie wird zusammen mit Elisabetta Cavani (Buchhandlung Itallibri) das Gespräch mit der Autorin führen. Die Münchner Schauspielerin und Sängerin Sabrina Khalil (elektravolksbad u.a.) liest die deutschen Textpassagen.Veranstaltung in italienischer und deutscher Sprache. 6-8 €. 20 Uhr. Bibliothek, Salvatorplatz 1, 80333 München.

4.5. --- Lyrikkabinett Lesung. MARBACH ZU GAST. Von und mit Jan Bürger. Zeitkapsel: Celan, Bobrowski, Sachs – Die DVA als Lyrikverlag. Sprecher: Helmut Becker. Mit Originalen von Benn, Celan, Sachs und Bobrowski aus den Archiven des DLA. In Kooperation mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach. 20 Uhr. Amalienstraße 83, 80799 München.

4.5. --- Literaturhaus Lesung. Aus der arabischen Welt: Lesung mit Elias Khoury – „Yalo“. Moderation: Christoph Bartmann (Goethe Institut). Lesung des deutschen Textes: René Dumont (angefr.). Yalo, der aus einer christlich-syrianischen Familie stammt, wächst in Beirut auf. Jung gerät er in eine der Milizen des Krieges. Nach dessen Ende wird er Wächter eines Waffenhändlers. In den Hügeln außerhalb Beiruts überfällt er nächtens Liebespaare, raubt und vergewaltigt – und verliebt sich in eines seiner Opfer, Shirin. Sie zeigt ihn an. Er wird festgenommen und gefoltert. Man zwingt ihn, sein Leben aufzuschreiben, immer neu, denn nie sind die Folterer zufrieden – selbst wenn er zugibt und ausmalt, was er gar nicht getan hat. So gerät Yalo außer sich. Im Schmerz trennt er sich von seinem Körper und erfindet sich im Geist. Mit jeder neuen Fassung verändert sich die Beschreibung, sie reichert sich an, sie franst aus, färbt sich, oszilliert, sie nimmt ein Sprach- und Eigenleben an. Ein großartiges Buch über ein libanesisches Leben in Zeiten des Kriegs und Nachkriegs (Suhrkamp Verlag, aus dem Arabischen von Leila Chammaa) - die deutschen Textpassagen daraus liest der Münchner Schauspieler René Dumont (Münchner Kammerspiele u.a.). 6-8 €. 20 Uhr. Bibliothek, Salvatorplatz 1, 80333 München.

5.5. --- Literaturhaus Lesung. Zsuzsa Bánk – „Die hellen Tage“. Moderation: Eberhard Falcke. Die vielfach ausgezeichnete Autorin Zsuzsa Bánk („Der Schwimmer“ u.a.), 1965 geboren als Kind ungarischer Eltern, lebt in Frankfurt am Main. In ihrem neuen Roman erzählt sie die Geschichte dreier Familien, die in den 60er Jahren des 20sten Jahrhunderts in einer süddeutschen Kleinstadt beginnt. Das Mädchen Seri erlebt hier helle Tage der Kindheit, Tage, die sie im Garten ihrer Freundin Aja verbringt, die aus einer ungarischen Artistenfamilie stammt. Aber die scheinbar heile Welt dieser Kindheit wird überschattet von Geheimnissen, Brüchen und Tragödien: Seris Vater starb kurz nach ihrer Geburt, Ajas Vater, der als Trapezkünstler in einem Zirkus arbeitet, kommt nur einmal im Jahr zu Besuch. Und Karl, der gemeinsame Freund der Mädchen, hat seinen jüngeren Bruder verloren. Es sind die Mütter, die Karl und die Mädchen durch die Strömungen und Untiefen ihrer Kindheit lotsen und die ihnen beibringen, keine Angst vor dem Leben haben zu müssen.20 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

6.5. --- Buchhandlung Kunst- und Textwerk Lesung. Die Literaturzeitschrift allmende stellt sich in München vor – allmende-Autorin Lena Gorelik liest. In der Münchner Buchhandlung Kunst- und Textwerk wird die Literaturzeitschrift, die von der Literarischen Gesellschaft seit 2003 herausgegeben wird, vorgestellt. Die aktuelle Ausgabe der allmende thematisiert „Liebe, Lust und Leidenschaft“. Die allmende-Autorin Lena Gorelik wird lesen, Hansgeorg Schmidt-Bergmann und Matthias Walz werden die Konzeption der Zeitschrift vorstellen. Lena Gorelik, 1981 in Sankt Petersburg geboren, absolvierte nach ihrer Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München den Elitestudiengang „Osteuropastudien“. Die in München lebende Autorin wurde für ihren ersten Roman Meine weiße Nächte 2005 mit dem Bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte Literatur den ausgezeichnet; für Hochzeit in Jerusalem erhielt sie den Ernst-Hoferichter-Preis 2009. Zuletzt erschien ihr Roman „Lieber Mischa“. Eintritt frei. 20 Uhr. Ligsalzstraße 13, 80339 München.

6.5. --- Literaturhaus Lesung & Film. Susan Sontag: Denkerin und Diva. Abend für Susan Sontag mit Birgitta Ashoff und Michael Krüger. Lesung: Sabine Kastius . Susan Sontag, geboren 1933 in New York, war eine streitbare Meinungsmacherin und Vordenkerin ihrer Zeit – mit großer Wirkung über ihren Tod im Jahr 2004 hinaus. In Birgitta Ashoffs neuer Filmdokumentation »Susan Sontag – Denkerin und Diva« (ARTE/BR 2011, 52 Min, Erstausstrahlung auf ARTE am 9.5. um 22.05 Uhr) erinnern sich berühmte Freunde und Weggefährten an ihre Begegnungen mit der amerikanischen Intellektuellen: Paul Auster, Lucinda Childs, Mitsuko Uchida, Isabelle Huppert, Meredith Monk, Darryl Pinckney, Michael Krüger und andere. Wir zeigen den Film ab 20 Uhr in einer exklusiven Preview (der Eintritt hierzu ist frei). Zuvor spricht die Filmemacherin mit dem Münchner Verleger Michael Krüger über Susan Sontag als geistige Schrittmacherin ihrer Epoche und über ihren Film. Sabine Kastius liest dazu Auszüge aus Susan Sontags Tagebüchern. Veranstalter: ARTE - Medienpartner des Literaturhauses München, Stiftung Literaturhaus. 7-9 € (Eintritt zum Film frei). 19 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

9.5. --- Lyrikkabinett Lesung. Poetry in Motion. Moderation: Ko Bylanzky; An den Turntables: Poetry DJ Rayl Patzak. Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats München. 5-7 €. 20 Uhr (Einlaß: 19.30 Uhr). Amalienstraße 83, 80799 München.

9.5. --- Literaturhaus Buchpremiere. Hugo Hamilton – „Der irische Freund“. Moderation: Knut Cordsen (Bayerischer Rundfunk). In seinem neuen Roman erzählt Hugo Hamilton die Geschichte des Serben Vid Cosic, der nach Dublin geht und dort ein neues Leben, Arbeit und Freunde sucht. Der Blick des Fremden auf Irland, auf seine Menschen und seine Eigenheiten ist ebenso faszinierend wie die Geschichte der Freundschaft zwischen dem zurückhaltenden Serben Vid und dem temperamentvollen Iren Kevin. »Der irische Freund« ist ein Roman über das heutige Irland, über Heimat und Fremde und über den schmalen Grat zwischen Freundschaft und Verrat (aus dem Englischen von Henning Ahrens). Veranstaltung in englischer und deutscher Sprache. 7-9 €. 20 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

10.5. --- Literaturhaus Lesung. Sayed Kashua – „Zweite Person Singular“. Einführung und Moderation: Rachel Salamander. Lesung des deutschen Textes: Helmut Becker. In seinem neuen Roman (Berlin Verlag, Deutsch von Mirjam Pressler) erzählt der israelische Autor Sayed Kashua die kunstvoll verwobene Geschichte zweier arabischer Israelis, die sich nichts sehnlicher wünschen, als Teil des jüdischen Israels zu sein. Mit aller Macht versuchen sie, ihre Fremdheit in der Mehrheitskultur, aber auch die gegenüber der in ihren Augen rückständigen arabischen Kultur, durch eine neue Identität zu überwinden. Sie suchen ihr Heil in den Versprechungen der Popkultur und des westlichen Individualismus. Veranstaltung in englischer und deutscher Sprache. 8-10 €. 20 Uhr. Bibliothek, Salvatorplatz 1, 80333 München.

11.5. --- Lyrikkabinett Lesung. Petr Borkovec – „Das Herz ist ein Auge“. Spirituelle Lyrik aus Tschechien II. Ein Abend mit Petr Borkovec und Vladimír Binar und mit Gedichten von Jakub Deml. Übersetzung und Moderation: Christa Rothmeier. In Zusammenarbeit mit dem Generalkonsulat der Tschechischen Republik München und dem Tschechischen Zentrum München. 5-7 €. 20 Uhr. Amalienstraße 83, 80799 München.

11.5. --- Literaturhaus Lesung. Clemens J. Setz – „Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“. Moderation: Cornelia Zetzsche (Bayerischer Rundfunk). Nach den bejubelten und ausgezeichneten Romanen »Söhne und Planeten« und »Die Frequenzen« hat der österreichische Autor Clemens J. Setz einen Band mit Erzählungen vorgelegt. Die Geschichten sind gespickt mit grotesken Ideen, subtilem Horror und zärtlichen Gesten. Setz ist ein scharfer Beobachter der Menschen und ein einfühlsamer Porträtist ihrer Eigenarten. Mit „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ (Suhrkamp Verlag) gewann er den diesjährigen Preis der Leipziger Buchmesse. Aus der Begründung der Jury: „Täuschende Nachbarn, Prügelorgien der Kunst, verrückende Maschinen – diese Erzählungen locken den Leser in ein Labyrinth aus Zärtlichkeit, Gewalt, Liebe und Gemeinheit.“. 7-9 €. 20 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

12.5. --- Literaturhaus Ausstellungseröffnung. Max Frisch. Heimweh nach der Fremde. Ausstellungseröffnung mit Volker Hage, Julian Schütt und Armin Kratzert. Lesung: Helmut Stange. Julian Schütt ist einer der besten Kenner des Werks von Max Frisch, im März 2011 hat er den großen Band „Max Frisch - Biographie eines Aufstiegs“ (Suhrkamp Verlag) vorgelegt. Auf der großen Bild-Biografie von Volker Hage „Max Frisch - Sein Leben in Bildern und Texten“ (ebenfalls Suhrkamp) basiert die von Armin Kratzert kuratierte Ausstellung des Literaturhauses München. Gemeinsam stellen sie einen der Großen der Literatur vor: Max Frisch, der im Mai 2011 seinen 100sten Geburtstag gefeiert hätte. Der große Münchner Schauspieler Helmut Stange (Bayerisches Staatsschauspiel u.a.) folgt den biografischen Spuren in Max Frischs Texten und liest Auszüge aus seinen Tagebüchern, Romanen und Erzählungen. . 8-12 €. 19.30 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

16.5. --- Brasserie „OskarMaria“ Lesung. Krimifestival Nachschlag: Lesung mit Martin WalkerSchwarze Diamanten - Ein literarisch-kulinarischer Abend mit Martin Walker. Moderation: Anette Lippert. Lesung des deutschen Textes: Johannes Steck. Der schwarze Trüffel ist der wichtigste und wertvollste Bodenschatz des Périgord. Doch die schwarzen Diamanten werden mit billigen Importen aus Asien verschnitten und Bruno muss als Chef de Police ermitteln. Der Fall nimmt eine dramatische Wendung, als Brunos Freund Hercule brutal ermordet wird – ausgerechnet der größte Trüffelexperte der Region. Martin Walkers neuer Krimi (Deutsch von Michael Windgassen) beginnt als beschauliche Erzählung und steigert sich zu einem fulminanten Thriller, der mehrere Kontinente und ein halbes Jahrhundert umspannt. Johannes Steck, der auch die Stimme des Hörbuches ist, liest Textpassagen daraus vor, die Brasserie „OskarMaria“ serviert dazu ausgewählte Gerichte aus dem Périgord. Veranstaltung in englischer und deutscher Sprache. 8-10 € (Speisen & Getränke extra). 19.30 €. Salvatorplatz 1, 80333 München.

18.5. --- Lyrikkabinett Lesung. Michael Krüger – „Ins Reine“. Michael Krüger liest aus seinem neuen Gedichtband. 5-7 €. 20 Uhr. Amalienstraße 83, 80799 München.

18.5. --- Literaturhaus Lesung. Aus der arabischen Welt: Chaled al-Chamissi – „Im Taxi. Unterwegs in Kairo“. Moderation: Günther Orth. Lesung des deutschen Textes: Stefan Wilkening. Kaum ein Berufsstand Ägyptens ist näher am Puls der Gesellschaft als die 250.000 Kairoer Taxifahrer. Wer wissen will, was die Menschen umtreibt, liest keine Zeitung, sondern nimmt das Taxi und hört auf das, was ihm der Fahrer erzählt: „Wir leben in einer einzigen Lüge und glauben daran. Die Regierung ist nur dazu da zu prüfen, ob wir die Lüge wirklich schlucken, finden Sie nicht auch?“ Im Taxi plaudert, diskutiert, feilscht und streitet Chalid al-Chamissi mit Fahrern, die im kleinen öffentlichen und doch abhörfreien Raum ihrer Wagen ihren Frust über das korrupte Regime und die allgegenwärtigen Missstände in Ägypten loswerden – mit immerhin einem Zuhörer: ihrem Fahrgast. Aus achtundfünfzig kurzen, pointenreichen Episoden entsteht ein großes Mosaik der ägyptischen Gesellschaft von heute, eine Hommage an die oft verschmähte Kultur der Straße (aus dem Arabischen von Kristina Bergmann). Nicht selten haben dabei die politischen Einsichten der Taxifahrer mehr Tiefgang als das ewige Geschwätz der Regierenden. Veranstaltung in arabischer und deutscher Sprache. 7-9 €. 20 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

19.5. --- Literaturhaus Lesung. Margriet de Moor – „Der Maler und das Mädchen“. Moderation: Verena Auffermann. Warum erschlug die achtzehnjährige Elsje, gerade erst nach Amsterdam gekommen, ihre Zimmerwirtin mit einem Beil? Und warum hat sie nicht bereut? Dann hätte man ihren Leichnam begraben und nicht zur Abschreckung öffentlich ausgestellt. Und was veranlasste den Maler Rembrandt, dessen Name nicht genannt wird, sich zu dem Leichnam zu begeben und ihn mit wenigen Strichen für immer festzuhalten? Margriet de Moor schreibt einen großen Roman über die Malerei, die Liebe und den Tod im Amsterdam des 17ten Jahrhunderts.Wie eine Malerin wechselt sie zwischen Hell und Dunkel und verschränkt die gegensätzlichen Geschichten zu einer spannenden, ergreifenden Erzählung (aus dem Niederländischen von Helga van Beuningen). 8-10 €. 20 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

23.5. --- Literaturhaus Lesung.Preis der Literaturhäuser 2011. Lesung und Empfang mit der Preisträgerin Elke Erb. Laudatio: Nico Bleutke. Die Dichterin Elke Erb erhält den diesjährigen Preis der Literaturhäuser. Der Preis, der jährlich einer Schriftstellerin/einem Schriftsteller verliehen wird, die/der sich im besonderen Maße um das Gelingen von Literaturveranstaltungen verdient gemacht hat, besteht aus einer Lesereise durch alle im Netzwerk zusammengeschlossenen Literaturhäuser und ist mit Euro 11.000.- dotiert. Aus der Begründung der Jury: »Elke Erbs Werk hinterlässt Spuren: [...] es ist ein lebenslanges Tagebuch, in dem sich das Artifiziellste als das Alltäglichste offenbart, Formstrenge als Anarchie, Derbheit als Feingefühl.«7-9 € (inkl. Empfang). 20 Uhr. Bibliothek, Salvatorplatz 1, 80333 München.

24.5. --- Lyrikkabinett Lesung. Les Murray – „Taller by Night – Größer bei Nacht“. Les Murray liest neue Gedichte. Übersetzungen und Lesung der deutschen Texte: Margitt Lehbert. 5-7 €. 20 Uhr. Amalienstraße 83, 80799 München.

24.5. --- Literaturhaus Lesung. Lea Singer – „Der Opernheld“. Moderation: Harald Eggebrecht (Süddeutsche Zeitung). Lesung: Heio von Stetten (angefr.). Moritz Redder ist erfolgreicher Jurist, führt ein geordnetes Dasein und kennt keine Unwägbarkeiten. Als jedoch durch eine Erbschaft die Musik Einzug in sein Leben hält, verändert sich alles. Die italienische Oper erobert ihn im Sturm, sie erweckt ihn zum Leben und lässt ihn an die besungenen Ideale glauben – bedingungslose Liebe, lodernde Leidenschaft und Heldenmut. Moritz Redder verliert keine Zeit: Er reist nach Italien und nennt sich fortan Maurizio Salvatore. Die Liebe zur Oper und zu den Sängerinnen wird zur Obsession. Der Magie der Oper verfallen, verliert er sich selbst immer mehr und findet doch zuletzt ein Glück, das er eigentlich gar nicht suchte. 7-9 €. 20 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

25.5. --- Literaturhaus Lesung. Silvia Avallone – „Ein Sommer aus Stahl“. Moderation: Maria Gazetti (Stiftung Lyrik Kabinett München). Lesung des deutschen Textes: Anna Maria Sturm. Nur wenige Kilometer trennen Piombino von Elba und doch scheint die Insel unerreichbar für die beiden 13jährigen Freundinnen Anna und Francesca. Ihr Leben pendelt zwischen Strand und Via Stalingrado, umgeben von Stahlarbeitern, Staub und Sommerhitze. Die beiden Mädchen heben sich durch ihre Schönheit und Lebenslust von der Tristesse des kleinen Küstenorts ab, sie scheinen glücklich zu sein – doch ihre Freundschaft zerbricht. Silvia Avallone, Jahrgang 1984, lebt in Bologna, wo sie Philosophie studiert hat. Ihr Romandebüt (Deutsch von Michael von Killisch-Horn) war in Italien ein fulminanter Erfolg. Die deutschen Passagen liest die Schauspielerin Anna Maria Sturm, bekannt aus den Kinofilmen „Beste Zeit“ und „Beste Gegend“. Veranstaltung in italienischer und deutscher Sprache. 7-9 €. 20 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

26.5. --- Literaturhaus Lesung. Oksana Sabuschko – „Museum der vergessenen Geheimnisse“. Moderation: Christine Hamel (Bayerischer Rundfunk). Lesung: Christa Posch. Oksana Sabuschko ist eine der wichtigsten literarischen Stimmen der heutigen Ukraine. Ihr zweiter Roman (aus dem Ukrainischen von Alexander Kratochvil) ist eine schonungslose und manchmal schockierende Abrechnung mit den gesellschaftlichen Verhältnissen und der verworrenen Geschichte der Ukraine im 20sten Jahrhundert. Geheimnisse – vor den Bolschewiken vergrabene Ikonen, geheimniskrämerische Mädchenspiele, von der offiziellen Geschichtsschreibung Verschwiegenes, das Unausgesprochene zwischen Männern und Frauen – diese Motive durchziehen den Roman, der gleichzeitig eine Mentalitätsgeschichte eines osteuropäischen Landes darstellt. Veranstaltung in russischer und deutscher Sprache. 7-9 €. 20 Uhr. Bibliothek, Salvatorplatz 1, 80333 München.

30.5. --- Lyrikkabinett Lesung. Arnim Senser – „Shakespeare: Ein Roman in Versen“. Einführung: Wolfgang Matz. 5-7 €. 20 Uhr. Amalienstraße 83, 80799 München.

30.5. --- Literaturhaus Vortrag. Vortragsreihe: Anfangen! - Montagsreden über das Schreiben. Heute: John Burnside: „Where your story begins. Building Books, Thinking Home“. Zu den Mythen der Moderne gehört ganz elementar das Pathos des Anfangs, die Betonung des Neuen, des „Nie-Dagewesenen“. Teil und zugleich Spiegel von Anfängen (in) der Moderne war schon immer die Literatur. Was steht am Anfang eines literarischen Textes? Fängt das Schreiben mit dem Anfang an? Ist von Anfang an ein Ende im Blick? Wenn der Imperativ der Moderne „Anfangen!“ heißt – welchen Anfang setzt dann der Autor? Diese Fragen gelten den Anfängen jedes Schreibprozesses ebenso wie dem Schreiben über Anfangsmomente. Im Sommer 2011 lädt das Literaturhaus München zusammen mit der Forschergruppe „Anfänge (in) der Moderne“ der LMU internationale Autorinnen und Autoren ein, über ihre und andere Anfänge laut nachzudenken. 20 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

Oldenburg

6.5. --- Literaturbüro Lesung. Poetry Slam Oldenburg mit Aftershow Party. Special Guest: Sascha Mühlenbeck. Mit seinem Sieg bei den letzten Wortgefechten hat Sascha Mühlenbeck den Kampf um die Krone für sich entschieden – und ist damit beim aktuellen Slam als amtierender Titelträger mit einem außer Konkurrenz laufenden Gastauftritt dabei. Für alle anderen im Wettstreit gegeneinander antretenden Spoken Word Poeten gelten die Regeln der offenen Bühne: Jeder Kandidat hat sieben Minuten Zeit, um das Publikum mit seiner Performance zu überzeugen. Denn die vom Publikum gestellte Jury entscheidet darüber, welche drei Teilnehmer ins Finale einziehen. Dem Gewinner der Endrunde winkt ein bezahlter Gastauftritt beim nächsten Slam. Anmeldungen für die offene Bühne sind beim Literaturbüro möglich. Die Aftershow Party findet im Anschluss an den Slam im Polyester (Am Stadtmuseum 15) statt. 6-9 €. 20 Uhr. Peterstraße 3, 26121 Oldenburg.

10.5. --- Wilhelm 13 Lesung. Kathrin Schmidt – „Finito. Schwamm drüber“. Bereits mit ihrem Romandebüt Die Gunnar-Lennefsen- Expedition war Kathrin Schmidt 1998 zu Gast in unserem Programm. Mit Du stirbst nicht, ihrem ausgezeichneten Roman über die Rückkehr ins Leben nach einer Hirnblutung, eroberte sie sich ein großes Lesepublikum. Mit dem darauf folgenden Gedichtband Blinde Bienen begeisterte sie die literarische Kritik, und nun folgt ein spätes Debüt: Finito. Schwamm drüber ist ihr erster Band mit Erzählungen, der sowohl sprachlich als auch thematisch von beeindruckender Vielfalt ist: Die Geschichten spannen den Bogen von der Zeit des geteilten Deutschlands bis in die Gegenwart, führen in Familien und Singlehaushalte, zeigen starke Frauen in schwachen Momenten und Männer, die nie so stark geworden sind, wie sie sich immer empfanden. Dabei beweist Kathrin Schmidt, wie groß das Repertoire ihrer erzählerischen Mittel ist und wie nah sie damit ihren Figuren kommen kann. Was in jedem Fall nicht zu kurz kommt, ist der Humor. Moderation: Dr. Silke Behl (Radio Bremen). 6-8 €. 20 Uhr. Wilhelmstraße 13, 26121 Oldenburg.

24.5. --- Wilhelm13 Lesung. Jana Scheerer und Betty Moffett – „Mein innerer Elvis“. Auf die Ohren! Elvis lebt. Und er will sie zu ihrem 16. Geburtstag treffen. Davon ist Antje fest überzeugt. Den Sommerurlaub verbringt sie durch eine glückliche Fügung mit ihrer Familie in Amerika und so scheint ein Zusammentreffen mit dem „King“ greifbar nahe. Das Problem ist nur: Familie Schröder ist in der falschen Richtung unterwegs. Statt Graceland stehen die Niagarafälle auf dem Programm. Als Nelly, die mitreisende Tochter amerikanischer Freunde, bei einem Nationalpark- Besuch plötzlich verschwindet, sieht Antje ihre große Chance gekommen, sich ebenfalls aus dem Staub zu machen – Richtung Memphis, Tennessee, um ihr großes Idol zu treffen. Mein innerer Elvis ist ein herrlich schräger Familienroman, der zugleich eine intelligente Coming of age-Geschichte erzählt. Für alle Elvis-Fans legt DJane Betty Moffett die passenden Songs zur Lesung auf. 6-8 €. 20 Uhr. Wilhelmstraße 13, 26121 Oldenburg.

Osnabrück

4.5 --- Volkshochschule Lesung. Harald Martenstein – „Gefühlte Nähe“. Harald Martensteins neuer Roman besticht durch eine genaue Beobachtung unseres Paarungsverhaltens; er beschreibt dabei das erste und das letzte Mal, den One-Night-Stand ebenso wie das Ende einer Beziehung - 23 Männer in archetypischen Situationen, denen eines gemeinsam ist: Es handelt sich immer um dieselbe Frau, eine Frau, die wir nur als „N.“ kennenlernen. An ihrem Liebesleben und Lebenslauf reiht der Autor die unterschiedlichen Männer und Verhältnisse auf. Die Geschichten und Situationen ergänzen sich, zeigen Verhaltensmuster auf, sind eine Sittengeschichte im Privaten - aber sie sind vor allem eins: überraschend und komisch. Harald Martenstein ist Autor der Kolumne „Martenstein“ im Zeit-Magazin und Redakteur beim Berliner Tagesspiegel. 2004 erhielt er den Egon-Erwin-Kisch-Preis. 6-8 €. 19.30 Uhr. Bergstraße 8, 49076 Osnabrück.

5.5. --- Kinder- und Jugendbibliothek Lesung. Hör zu, schau her, mach mit! Vorlesestunde für Eltern und Kinder. Eintritt frei. 17 Uhr. Markt 1, 49074 Osnabrück.

8.5. --- Lagerhalle Lesung. Markus Kavka – „Rottenegg“. Am 1. März 2011 erscheint "Rottenegg", der erste Roman von Markus Kavka. Gregor Herzl ist ein zufriedener Mann: Moderator bei Pop TV, die attraktive Wilma zur Freundin, viele Kumpels ? das Leben ist eine Party. Doch dann schneit plötzlich die Kündigung ins Haus, Wilma liegt mit einem anderen im Bett und auch die Partys verlieren ihren Reiz. Gregor schwant: Er muss erwachsen werden. Auf der Suche nach seinen Wurzeln verschlägt es ihn in die Heimat. Ein Großstädter im beschaulichen Rottenegg im Herzen Bayerns? Das kann nicht lange gut gehen ...13 €. 20 Uhr. Rolandsmauer 26, 49074 Osnabrück.

12.5. --- Lagerhalle Lesung. Comoc-Lesung mit Ralf König. Ralf König zählt zu den berühmtesten Comic-Zeichnern Deutschlands. Der gelernte Tischler schaffte mit Comics wie "Der bewegte Mann" und "Kondom des Grauens" den Durchbruch. Die Verfilmungen dieser Werke machten ihn Mitte der neunziger Jahre auch über die Schwulenszene hinaus bekannt. Mit seinen witzigen, oft aber auch hintersinnigen und bewegenden Geschichten hat sich Ralf König stets gegen die Vorurteile gegenüber Schwulen und Lesben engagiert und dadurch spürbar zu einer gesellschaftlichen Liberalisierung beigetragen. Seine Bücher wurden in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt, zuletzt ins Katalanische, Gälische und Polnische. Mit einer Gesamtauflage von fast sieben Millionen Exemplaren ist er heute der weltweit populärste Autor explizit schwuler Geschichten. Vier seiner Werke wurden für das Kino verfilmt, etliche als Puppenspiel oder Theaterstück aufgeführt. 13 €. 20 Uhr. Rolandsmauer 26, 49074 Osnabrück.

24.5. --- Kleine Freiheit Lesung. Violent Evolution - Die Geschichte von KREATOR. special Guest: Mille Petrozza Violent Evolution: Die Geschichte von KREATOR Kompromisslose Härte bestimmt das Leben im Essener Norden. Im Schatten des Emscherschnellweges zerren ein paar Heranwachsende die Rohheit des Alltags zu sich in den Übungsraum. Sie lassen die Haare wachsen und gründen eine Band. Schneller als sie gucken können bekommen Kreator einen Plattenvertrag. Nach nur einer Handvoll Gigs haben sie bereits eine ausgedehnte Amerika-Tour vor der Brust. Zu diesem Zeitpunkt sind sie noch keine zwanzig. So Gott will, werden sie nicht das Erbe der unter Tage malochenden Väter antreten müssen. Mit wegweisenden Alben erarbeiten sich Kreator einen stählernen Ruf. Weltweit begeistern sie ihre Fans mit ausgedehnten Touren bis sich kein Schwein mehr für Metal interessiert und die Band ausgelaugt darniederliegt. Aber Kreator wären nicht Kreator, wenn sie nicht mit klugen Schachzügen wiedererstarken. Nach über 25 Jahren werden sie erneut zum Top-Act des Trash-Metal. Dies ist die Geschichte einer Entwicklung, in der Gewalt und Aggression gleichsam Triebfedern und Ausdruck sind. Alle relevanten Protagonisten erzählen von früher. 10 €. 21 Uhr. Hamburger Straße 22, 49084 Osnabrück.

Rathenow

12.5. --- Städtische Musikschule Lesung. Heidi Rehn – „Hexengold“. Deutschland zehn Jahre nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges: Eigentlich könnte die ehemalige Wundärztin Magdalena mit ihrem geliebten Eric ein glückliches Leben in Frankfurt führen, wo er sich als Kaufmann etabliert hat. Doch da erfährt sie, dass ihr Mann ihr offensichtlich Nachrichten über ihre verschollene Familie in Königsberg verheimlicht hat. Gründet ihr ganzes Glück auf einer Lüge? Als Eric spurlos verschwindet und Magdalena plötzlich mittellos dasteht, macht sie sich auf nach Königsberg, um das Geheimnis ihrer Familie zu enthüllen und damit auch Erics Vergangenheit auf den Grund zu gehen. Heidi Rehn wurde 1966 in Koblenz/ Rhein geboren und wuchs in einer Kleinstadt am Mittelrhein auf. Zum Studium der Germanistik, Geschichte, BWL und Kommunikationswissenschaften kam sie nach München. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet sie als freie Journalistin und Autorin. Zusammen mit ihrer Familie lebt sie mitten in München. 20.30 Uhr. Am Schwedendamm 1, 14712 Rathenow.

12.5. --- Städtische Musikschule Lesung. Iny Lorentz – „Aprilgewitter“. Ende des 19. Jahrhunderts: Glücklich und voller Hoffnung brechen Lore und Fridolin nach Berlin auf. Hier tritt Fridolin einen bedeutenden Posten in einem Bankhaus an, und Lore erfüllt sich ihren großen Traum, mit ihrer Freundin einen Modesalon zu eröffnen. Doch bald muss sie erkennen, dass sie von den Damen der Gesellschaft geschnitten, ja dass ganz offensichtlich gegen sie intrigiert wird. Dann beginnt es auch noch in ihrer scheinbar so glücklichen Ehe zu kriseln, denn Fridolin hat eine alte Bekannte wieder getroffen – die Besitzerin des Edelbordells Le Plaisir …Hinter dem Autorennamen Iny Lorentz verbirgt sich ein Münchner Autorenpaar, das mit seinen opulenten historischen Romanen einen Bestseller nach dem anderen landet. Ihre Romane wurden in zahlreiche Länder verkauft und erreichen ein Millionenpublikum, das sich stets aufs Neue von den Autoren in die Vergangenheit entführen lässt. Vor allem die Saga um die Wanderhure Marie hat Millionen von Lesern begeistert, und wurde von Sat.1 verfilmt. 21 Uhr. Schwedendamm 1, 14712 Rathenow.

Strausberg

1.5. --- Sport- und Erholungspark Parkkantine Lesung. Gabriele Oertel – „Hans Modrow. Sagen, was ist“. Lesung und Gespräch mit Hans Modrow. Hans Modrow galt als Erneuerer und Hoffnungsträger. Nach der Deutschen Einheit saß er für die PDS als Abgeordneter im Bundestag und im Europaparlament. Die Journalistin Gabriele Oertel hat lange Interviews mit dem 82-Jährigen geführt, der es auch nach über sechs Jahrzehnten Politik nicht lassen kann, sich einzumischen. Und den mit Blick auf die Wendezeit vor allem bewegt, „dass wir zwanzig Jahre danach immer noch Schwierigkeiten haben, diese Zeit mit der Reife zu betrachten, die sie uns eigentlich abfordert“. Hans Modrow wird über Persönliches und Politischen reden. 15 Uhr. Landhausstraße 16-18, 15344 Strausberg.

Stuttgart

3.5. --- Literaturhaus Lesung. Friederike Roth – „Abendlandnovelle“. Lesung und Gespräch, Gesprächspartner: Norbert Beilharz. „Es gibt bei Friederike Roth die Magie der Wörter. Hier findet die Verwandlung statt, die ich so oft bei anderen Texten vermisse, die Verwandlung der Welt, die Beschwörung von Liebe, Tod. Die Anfälle von Hoffnung. Und immer wieder den Schrecken dazwischen. Eine Dichterin.“ - schreibt Siegfried Unseld in sein Tagebuch. Mit „Abendlandnovelle“ (Suhrkamp 2010) setzt Friederike Roth eine Zäsur: Sie setzt neu an. Und zugleich thematisiert das Buch diesen Neubeginn, denn es handelt vom Wagnis, einen Anfang zu setzen im klaren Bewusstsein, dass jeder Anfang sein Ende immer schon mit sich führt, dass der erste Satz eines Textes zwangsläufig mit dem letzten Satz endet: „Im endlosen Anfangsgewirbel / dem riesigen Reservat aller Aufbruchsvisionen / aller Optionen auf alles / auf denkbar und undenkbar Mögliches / das bodenlose Entsetzen: / der einmal gemachte Schritt / verdirbt jeden anderen.“ Zwischen Anfang und Ende tauchen die ewig alten Fragen auf, „die handeln von Gott und der Welt / und dem Tod und der Liebe / von Leben Kunst Geld.“ Und was, wenn alle zwischen Anfang und Ende ausgespannten, ausgebreiteten, ausgemärten Geschichten, alle Lebens- und Textgeschichten, sich als Wiederholungen in endlosen Variationen erweisen? Wenn das Wagnis zum Schrecken wird vor den bekannten Zwangsläufigkeiten von Ereignisketten, vor deren Ende man vielleicht doch lieber stumm bliebe? „War immer schon / Zerstörung und Rekonstruktion / und Neukonstruktion und wieder Zerstörung / Menschenhandwerk, warum taugt es dann auch / für üppig nutzlose Schönheit?“ Wäre da nicht eben doch „eine Ahnung von Gelungenheit ohne Bedrohung … etwas wie blauer Himmel“, das uns mit unseren Sätzen weitertreibt dorthin, wo aber wieder „alle auf alle treffen“, wo Väter schreien, Mütter weinen, jeder jeden kennt und man sich doch ganz und gar fremd ist: „Nie wollte doch „eine Ahnung von Gelungenheit ohne Bedrohung … etwas wie blauer Himmel“, das uns mit unseren Sätzen weitertreibt dorthin, wo aber wieder „alle auf alle treffen“, wo Väter schreien, Mütter weinen, jeder jeden kennt und man sich doch ganz und gar fremd ist: „Nie wollte man dahin kommen / nie, und ist eben doch / immer schon mittendrin“. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

4.5. --- Literaturhaus Lesung. Sibylle Knauss – „Hochzeitstruhe“.Drei Dinge. Essay und Gespräch, Gesprächspartnerin: Annette Krämer. Das Linden-Museum wird 100 Jahre alt, das Literaturhaus 10 - Zeit für das gemeinsame Geburtstagsprojekt „Drei Dinge“: Im Vorfeld der Landesausstellung „Weltsichten" (Eröffnung 17. September) werden von Schriftstellern an drei Abenden drei Objekte dieser Schau vorgestellt. Den Anfang macht Sibylle Knauss, die sich einer marokkanischen Hochzeitstruhe des späten 18. Jahrhunderts zuwendet. Solche Truhen für die Mitgift der Frau sind nicht nur im gesamten islamischen Orient ein fester Bestandteil der materiellen Kultur und des Brauchtums im Zusammenhang mit der Hochzeit. In ihr befanden sich Kleidung, Schuhe, Decken, Handtücher, Wandbehänge - die traditionelle, nicht zuletzt von den künftigen Bräuten selbst angefertigte Aussteuer. Als Truhe für alles, was den Frauen lieb und teuer ist, aber auch zur Aufbewahrung der Dinge für die nächste Generation begleitet sie die Familien weiter durch das Leben. Im Anschluss an den Essay findet ein Gespräch mit Dr. Annette Krämer, der Leiterin der Orient-Abteilung, statt. Die Truhe selbst wird am Abend ausgestellt. In Zusammenarbeit mit dem Linden-Museum. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

5.5. --- Literaturhaus Lesung. „Gewand der Globalisierung: Was heißt hier Neo-Osmanismus?“ Volkan Vural, Günter Seufert. Veranstaltungsreihe: BAKIS - Die Türkei im europäischen Dialog. Lesung und Gespräch, Moderation: Sibylle Thelen. Jenseits der Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union möchte sich die Türkei als Regionalmacht zwischen Europa, Kaukasus und Nahem Osten etablieren. Nach dem bald 50-jährigen Streben in die EU ergibt sich nun eine Alternative im Osten. Doch was sind die Hintergründe dieses politischen Richtungswechsels? Regieren in Ankara heute die Neo-Osmanen? Wendet die Türkei der EU den Rücken zu? Oder etabliert sich das Land unter der Führung der AKP als neue Regionalmacht? Welche Chancen und welche Gefahren birgt diese Position - für die Türkei selbst, aber auch für Europa? Volkan Vural war von 1995 bis 1998 türkischer Botschafter in Bonn. Nach einer Tätigkeit bei den Vereinten Nationen gründete er 2000 das Generalsekretariat für die Beziehungen zur Europäischen Union. 2006 verließ er den diplomatischen Dienst und ist seitdem als Berater der Dogan Holding Gruppe tätig. Dr. Günter Seufert arbeitete lange Jahre als Journalist und Autor in Istanbul, berichtete für die ZEIT und den Generalsekretariat für die Beziehungen zur Europäischen Union. 2006 verließ er den diplomatischen Dienst und ist seitdem als Berater der Dogan Holding Gruppe tätig. Dr. Günter Seufert arbeitete lange Jahre als Journalist und Autor in Istanbul, berichtete für die ZEIT und den SPIEGEL und veröffentlichte die Bücher „Cafe Istanbul“ (1999) und „Die Türkei: Politik, Geschichte, Kultur“ (2006). Seit 2010 ist er Mitarbeiter der Forschungsgruppe EU-Außenbeziehungen der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. Mit diesem Abend setzt das Deutsch-Türkische Forum Stuttgart gemeinsam mit dem Literaturhaus das Gesprächsforum BAKIS (türkisch „Standpunkt“) fort. Gefördert wird die Reihe von der Robert Bosch Stiftung. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

9.5. --- Literaturhaus Lesung. Barbara Hahn, Birgitte Kronauer, Helene Grass – „Rahel Levin Varnhagen“. Buchvorstellung. Rahel Levin Varnhagen, die große jüdische Salonière aus Berlin, unterhielt über Jahre hinweg einen lebhaften, oft leidenschaftlichen Briefwechsel mit einer Vielzahl von Freunden und Gästen ihres Salons, in dem Menschen unterschiedlichster Stände und Weltanschauungen zusammentrafen. Ihre Briefe sind Zeugnisse ihrer Verbundenheit mit vielen Geistesgrößen der Zeit, darunter Clemens und Bettina Brentano, Jean Paul, Kleist, die Brüder Schlegel und Humboldt, Tieck, Schleiermacher und Heine. Gemeinsam mit ihren Aufzeichnungen bilden sie das opus magnum dieser faszinierenden Frau : „Rahel. Ein Buch des Andenkens für ihre Freunde." Bereits die ersten beiden Ausgaben, kurz vor und bald nach Rahel Levins Tod von ihrem Mann Karl August Varnhagen von Ense herausgegeben, fanden großen Widerhall. In der Folge bereitete Varnhagen eine erheblich erweiterte Fassung zur Veröffentlichung vor - ein Vorhaben, das nie verwirklicht wurde. Barbara Hahn hat es nun unternommen, die umfangreiche Ausgabe nach dem Manuskript der Sammlung Varnhagen (Krakau) zu rekonstruieren. Am Abend wird sie Einblicke in ihre Arbeit als Herausgeberin geben, ausgewählte Passagen der Ausgabe liest Helene Grass. Den Anfang macht Brigitte Kronauer, die in einem einleitenden Essay Leben und Wirken einer der bedeutendsten Frauen des 19. Jahrhunderts vorstellt. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Wüstenrot Stiftung und dem Wallstein Verlag. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

10.5. --- Literaturhaus Lesung. Daniel Oliver Bachmann. Veranstaltungsreihe: Drei Dinge. Essay und Gespräch, Gesprächspartner: Herrmann Forkl. Moderation: Tobias Wall. Das Linden-Museum wird 100 Jahre alt, das Literaturhaus 10 - Zeit für das gemeinsame Geburtstagsprojekt „Drei Dinge“: Im Vorfeld der Landesausstellung „Weltsichten“ (Eröffnung 17. September) werden von Das Linden-Museum wird 100 Jahre alt, das Literaturhaus 10 - Zeit für das gemeinsame Geburtstagsprojekt „Drei Dinge“: Im Vorfeld der Landesausstellung „Weltsichten“ (Eröffnung 17. September) werden von Schriftstellern an drei Abenden drei Objekte dieser Schau vorgestellt. Der Autor und Filmemacher Daniel Oliver Bachmann beschäftigt sich mit einem hölzernen Wochenkalender, den um 1900 schwarze Farmarbeiter der Bergdama im heutigen Namibia benutzten, um nicht um ihren Wochenlohn betrogen zu werden. Das Wochenende ist auf dem Stück durch eine fein gebohrte Punktreihe noch einmal besonders hervorgehoben. Im Anschluss an den Essay findet ein Gespräch mit Dr. Hermann Forkl, dem Leiter der Afrika-Abteilung, statt. Der Wochenkalender selbst wird im Literaturhaus zu sehen sein. In Zusammenarbeit mit dem Linden-Museum. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

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12.5. --- Literaturhaus Lesung. Person Singular. Sayed Kashua. Moderation: Anat Feinberg. Lesung: Reinhold Ohngemach. Er ist Amir, Sozialarbeiter in Westjerusalem, und pflegt den gelähmten 19-jährigen Jonathan. Er will „so sein wie sie“, das ist sein sehnlichster Wunsch. Sie, das sind die jüdischen Israelis, die sich mit einer Selbstverständlichkeit in einem Land bewegen, das ihm, dem arabischen Israeli, die Zugehörigkeit so schwer macht. So beschließt er, ein anderer zu werden. In seinem dritten Roman „Zweite Person Singular“ erzählt Sayed Kashua die Geschichte zweier arabischer Israelis, die mit aller Macht versuchen, ihre Fremdheit sowohl in der Mehrheitskultur als auch in der arabischen Kultur durch eine neue Identität zu überwinden. Sie suchen ihr Heil in den Versprechungen der Popkultur und des westlichen Individualismus, nach denen alles möglich scheint, doch sind damit in dem tief zerrissenen Land zum Scheitern verurteilt. Sayed Kashua wurde 1975 geboren und lebt im palästinensischen Teil des Dorfes Beit Safafa bei Jerusalem. Er ist Autor, Filmkritiker und Kolumnist der Wochenzeitungen Ha'Ir und Haaretz. Er ist zudem Autor der erfolgreichen israelischen Sitcom Avoda Aravit ("arabische Arbeit"). 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

18.5. --- Literaturhaus Lesung. Anna Katharina Hahn – „Taucherin und Krake“. Veranstaltungsreihe: Drei Dinge. Essay und Gespräch, Gesprächspartner: Uta Werlich. „Taucherin und Krake“ ist eine kaum 7 cm große japanische Netsuke-Figur: Zwischen den Oberschenkeln einer nur mit einem Bastschurz bekleideten Taucherin hat sich ein Krake niedergelassen. Er umschlingt mit seinen Tentakeln ihre Beine und zwei Fangarme legen sich um je eine Brust. Mit den Händen versucht sie mit einer nicht sehr energisch und eher liebkosend wirkenden Geste, den Kraken von sich Bastschurz bekleideten Taucherin hat sich ein Krake niedergelassen. Er umschlingt mit seinen Tentakeln ihre Beine und zwei Fangarme legen sich um je eine Brust. Mit den Händen versucht sie mit einer nicht sehr energisch und eher liebkosend wirkenden Geste, den Kraken von sich wegzuschieben. Ihr zur Seite gewandtes Gesicht zeigt dabei einen Ausdruck stillen Vergnügens. Der erotische Charakter dieses Stückes offenbart sich auf der Unterseite, wo in der durch den Kraken und seine Fangarme gebildeten Höhle die rot eingefärbte Scheide der Taucherin zu sehen ist. Die sexuellen Annäherungsversuche von Kraken bei Taucherinnen sind seit alters her ein Thema in der japanischen Kunst. Meist wehrt sich das Mädchen gegen die Attacke, während sie hier jedoch den Angriff zu genießen scheint. Anna Katharina Hahn ließ sich von dieser Netsuke-Figur zu einem Essay inspirieren und spricht im Anschluss mit Dr. Uta Werlich, der Leiterin der Ostasien-Abteilung. Das Netsuke selbst wird am Abend ausgestellt. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

23.5. --- Literaturhaus Lesung. Beatrice von Matt – „Name ist Frisch“. Gespräch, Lesung, Vitrinenausstellung, Gesprächspartner: Jan Bürger. Am 15. Mai 2011 wäre Max Frisch 100 geworden. Beatrice von Matt, Literaturkritikerin aus der Schweiz, hat den Schriftsteller über Jahrzehnte kritisch begleitet und die Arbeit an seinem Werk bis in die Gegenwart fortgeführt. Ihre Essays erzählen auch von persönlichen Begegnungen. Die letzte - ein langes Abschiedsgespräch auf Einladung des Autors - fand kurz vor Frischs Tod statt. Beatrice von Matt liefert mit diesem Porträt einen kenntnisreichen Beitrag zur Literaturgeschichte, zum Frisch-Jubiläum und zum Verständnis seines Werks. Am Abend spricht sie mit Jan Bürger (Deutsches Literaturarchiv Marbach), von dem jüngst das Heft „Max Frisch : Das Tagebuch“ (marbachermagazin 133) erschien. Im Literaturhaus wird für die Veranstaltung eine kleine Vitrinenschau vorbereitet, mit Originalen von Max Frisch aus dem Marbacher Siegfried Unseld Archiv. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

24.5. --- Literaturhaus Preisverleihung & Lesung. Preis der Literaturhäuser 2011: Elke Erb. Veranstaltungsreihe: Preis der Literaturhäuser. Laudatio: Nico Bleutge. Die Literaturhäuser ehren Elke Erb als eine Autorin, die sich in besonderem Maße um das Gelingen von Literaturveranstaltungen verdient gemacht hat. Elke Erbs Werk hinterlässt Spuren: im Leser, den die Gedichte zum Leben brauchen und den sie deshalb suchen, mit aller Kraft, im Zuhörer, den die schnörkellose Ansprache in den Bann schlägt, in den Büchern zahlreicher Dichterfreunde, der jüngeren ganz besonders, und in den eigenen Büchern, die sich kontinuierlich ins Wort fallen und in ihrem In- und Gegeneinander etwas Seltenes entstehen lassen, ein Gesamtwerk. Elke Erbs Werk ist ein lebenslanges Tagebuch, in dem das Artifiziellste sich als das Alltäglichste offenbart, besonders, und in den eigenen Büchern, die sich kontinuierlich ins Wort fallen und in ihrem In- und Gegeneinander etwas Seltenes entstehen lassen, ein Gesamtwerk. Elke Erbs Werk ist ein lebenslanges Tagebuch, in dem das Artifiziellste sich als das Alltäglichste offenbart, Formstrenge sich als Anarchie, Derbheit sich als Feingefühl und das sich stets auch nach den ersten Blicken auf die Welt zurücktastet. „Sie ist noch da“ heißt ein Gedicht des neuen Bandes „meins“ (roughbooks 2010): „Dieser Tage habe ich erblickt, gefühlt & verstanden, / daß in meinem Schreib-Ich das Kind-Ich, / die Eifeler Ich-Person mitspricht. / Sie ist noch da, ich habe sie erblickt: / Kenntlich an Augen und Stirn.“ Die Stuttgarter Laudatio hält der Lyriker Nico Bleutge. Im Kooperationsverbund „literaturhaus.net“. Mitglieder frei, 7-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

25.5. --- Literaturhaus Lesung. Albert Ostermaier – „Sonne scheine“. RadioArt Literaturhaus. Lesung und Gespräch, Moderation: Uwe Kossack. Ein junger Mann, aufgewachsen in einem katholischen Internat in Bayern, der sein Leben darauf ausgerichtet hat, Schriftsteller zu werden, muss sich entscheiden zwischen sicherem Tod und ungewissem Überleben, für das er sich allerdings zwei völlig unbekannten Menschen überlassen muss. Eine ausgewiesene prominente Ärztin stellt ihm die Diagnose, er leide an einer nur von ihr diagnostizierbaren tödlichen Krankheit, die eine sofortige Therapie im amerikanischen Texas erfordere. Der väterliche Mentor, ein katholischer Priester, rät, der Ärztin zu vertrauen und in die USA zu reisen. Wie soll sich der angehende Schriftsteller entscheiden? Andere Diagnosen einholen, obwohl sie laut Ärztin die Krankheit nicht aufspüren können? Dem Rat der Eltern folgen und sich sofort dem Krankenhaus ausliefern? Statt dessen rekapituliert er sein Leben und die Ereignisse, die zu dieser dramatischen Situation geführt haben. Diese Recherche der vergangenen und verlorenen Jahre eines jungen Mannes weitet sich durch die detailgetreue Schilderung der Internatsjahre zu einem erschütternden Panorama moralisch-politischer Strukturen im Süden Deutschlands, in dem der Einzelne wenig, die Kirche alles zählt. In Zusammenarbeit mit dem SWR (Sendetermin: SWR 2, 21.6., 22.05 Uhr). 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

26.5. --- Literaturhaus Lesung. Sivia Avallone – „Ein Sommer aus Stahl“. Moderation: Maria Gazzetti. Deutsche Lesung: Stela M. Katic. Und Elba so nah. Nur wenige Kilometer trennen Piombino von der Insel, und doch ist sie unerreichbar für die Freundinnen Anna und Francesca. Stattdessen pendelt ihr Leben zwischen Strand und Via Stalingrado, umgeben von Stahlarbeitern, Staub und Sommerhitze. Die beiden 13-jährigen Mädchen heben sich durch ihre Schönheit und Lebenslust von der Tristesse des kleinen Küstenorts Piombino ab. Der Alltag dort ist Stattdessen pendelt ihr Leben zwischen Strand und Via Stalingrado, umgeben von Stahlarbeitern, Staub und Sommerhitze. Die beiden 13-jährigen Mädchen heben sich durch ihre Schönheit und Lebenslust von der Tristesse des kleinen Küstenorts Piombino ab. Der Alltag dort ist geprägt von der Arbeit im nahe gelegenen Stahlwerk, von verkrusteten Lebensstrukturen und Frustration. Die Freundschaft der beiden Mädchen zerbricht, als die frühreife Anna eine Beziehung mit dem ehemaligen Kriminellen Mattia eingeht. Francesca, enttäuscht über den vermeintlichen Verrat durch die Freundin, gerät auf Abwege. „Ein Sommer aus Stahl“, Silvia Avallones erster Roman, hat sich in Italien über 300.000 mal verkauft. In Zusammenarbeit mit dem Italienischen Kulturinstitut Stuttgart. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

31.5. --- Literaturhaus Lesung Arno Geiger – „Der alte König in seinem Exil“. Moderation: Wieland Backes. „Der alte König in seinem Exil“ ist Arno Geigers Vater, der trotz seiner Alzheimerkrankheit mit Vitalität, Witz und Klugheit beeindruckt. Die Krankheit löst langsam seine Erinnerung und seine Orientierung in der Gegenwart auf, lässt sein Leben abhandenkommen. Arno Geiger erzählt, wie er nochmals Freundschaft mit seinem Vater schließt und ihn viele Jahre begleitet. In nur scheinbar sinnlosen und oft so wunderbar poetischen Sätzen entdeckt er, dass es auch im Alter in der Person des Vaters noch alles gibt: Charme, Witz, Selbstbewusstsein und Würde. „Am meisten bewundert man an dem Buch die Kraft, mit der hier eine individuelle Geschichte erzählt wird. Es ist ein Buch über einen Vater geworden. Kein Buch über Alzheimer. Und man freut sich beim Lesen darüber, weil das vielleicht das Schönste ist, was bei so einer Konstellation geschehen konnte.“ (Dirk Knipphals/die tageszeitung). 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

Worpswede

20.5. --- Künstlerhäuser Worpswede Lesung. Alexander Häusser – „Das dritte Leben“. Nicolas Mehnrich lernt während der Zeitzeugen-Recherche für eine Filmproduktion den 65 jährigen Edvard Kamens kennen, dessen Vater im Zweiten Weltkrieg in Norwegen stationierter Pilot der Luftwaffe war und in den fünfziger Jahren anscheinend bei einem Autounfall sein Leben ließ. So jedenfalls die "offizielle" Erklärung für dessen Verschwinden, an die Edvard Kamens jedoch bis heute nicht glauben kann. Er schwört, als kleiner Junge seinen scheinbar "toten" Vater ein Jahr nach dessen Verschwinden gesehen zu haben; eine Begegnung, die seiner kindlichen Phantasie zugesprochen wurde und tatsächlich unbewiesen blieb. Doch noch immer will Edvard Kamens den Beweis finden, dass sein Vater lebte. Er bittet Mehnrich um Hilfe. Mehnrich - nach der Trennung von seiner Frau in einer schweren Lebenskrise - willigt ein. Auch mit dem Hintergedanken, der Produktion eine starke Geschichte liefern zu können. Doch Mehnrich verstrickt sich immer mehr in den Nachforschungen und gerät mit Kamens in einen braunen Sumpf Ewiggestriger, die nichts unversucht lassen, die Geschichte von Kamens Vater zu verschleiern. Gleichzeitig wird Mehnrich klar: der Produktion geht es nur um die Sensation, auch auf Kosten Edvard Kamens. Schließlich steht Mehnrich vor einer für ihn und Kamens lebenswichtigen Entscheidung. 19 Uhr. Der Buchladen in Worpswede, Findorffstraße 17, 27726 Worpswede.


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