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Literaturkalender für Berlin / Oktober 2011

Von Buchpremieren bis Vorleseshows - viele schöne literarische Veranstaltungen

© Die Berliner Literaturkritik, 25.10.11


Samstag, 1. Oktober

Lehmanns Buchhandlung Lesung. Der Lesemarathon von Lehmanns Media und den Ullstein Buchverlagen. Lassen Sie sich inspirieren! Von 12-18 Uhr starten wir einen Lesemarathon, bei dem von Berliner Hörbuchsprechern, Moderatoren und Schauspielern je 20 Minuten aus einem von 2 brandaktuellen Romanen vorgelesen wird. Die Autoren: Daniela Krien „Irgendwann werden wir uns alles erzählen“; Oskar Roehler: „Herkunft“; u.a. Eintritt frei. 12 Uhr. Hardenbergstraße 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Petruskirche Lichterfelde Lesung & Musik. Fritz Rau – „Am Anfang war der Blues…“. Fritz Rau war zusammen mit seinem Partner Horst Lippmann einer der wichtigsten und erfolgreichsten Konzertveranstalter in Deutschland. In der Petruskirche liest er aus seinen Erinnerungen „50 Jahre Backstage“ und wird dabei von dem Bluesgitarristen Biber Hermann unterstützt. 15 €. 20 Uhr. Oberhofer Platz, 12209 Berlin-Lichterfelde

Sonntag, 2. Oktober

Café Tasso Musik & Lesung. Olaf Ruhl - singt oif jiddisch. Das Programm „Jiddische Lieder & Geschichten“ umfasst größtenteils fröhliche Lieder, die Olaf Ruhl zur Gitarre und zum Akkordeon singt. Zu einigen übersetzt er zum besseren Verständnis den Text vorneweg. Dazwischen gibt es Witze,  Anekdoten oder Texte aus der jüdischen Tradition, die zu dem jeweiligen Lied passen. Die Zuhörer erfahren außerdem einiges zur jiddischen Sprache und dem religiösen Hintergrund einiger Lieder. 15 Uhr. Eintritt: frei, Spenden erbeten. Liegnitzer Straße 15, 10999 Berlin-Friedrichshain.

Buchhändlerkeller Lesung. Erzählbar mit Jürgen Tomm. Zu Gast: Jürgen Engert (Journalist und ehem. Chefredakteur des SFB). Vielen Fernsehzuschauern bleiben die dramatischen Tage im November 1989 in Berlin immer verbunden mit den Reportagen des SFB-Redakteurs Jürgen Engert. 14 Jahre lang moderiere er außerdem – meinungsfreudig wie er immer war – das Polit-Magazin „Kontraste“ in der ARD, und das hieß beileibe nicht nur Schwarz-weiß-Malerei, gerade im geteilten Berlin. Sein Urteil galt gleichermaßen bei Zuschauern und Kollegen. Als Gründungsdirektor des ARD-Hauptstadtstudios positionierte er das Erste in Sichtweite des Reichstags in Berlin. Geboren wurde Jürgen Engert in einer der schönsten Städte des damaligen Deutschen Reiches, in Dresden. Als er neun Jahre alt war, lag diese Stadt vollständig in Schutt und Asche und war zum Grab von ca. 25.000 Menschen geworden. Als er nach dem Abitur in der DDR nicht studieren durfte, ging er 1954 nach München, bald aber nach Berlin, hospitierte schon während des Studiums beim „Aned“, wurde dort politischer Redakteur, dann Chefredakteur, umgeben und anfangs angeleitet von Redakteuren, die zum Teil noch aus der Berliner Zeitungstradition der Weimarer Republik stammten. Nach dem Abschied vom Fernsehen arbeitete er weiter als Publizist. Im Gespräch mit Jürgen Tomm, selbst jahrzehntelang Kulturredakteur beim Fernsehen, erzählt Jürgen Engert, wie er geworden ist, was er geworden ist und warum. Lebensgeschichte(n) als Zeitgeschichte, Zeitgeschichte als Lebensgeschichte(n). 17 Uhr. Carmerstraße1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Montag, 3. Oktober

Museumsdorf Düppel Lesung. Peter P. Pachl – „Aus alten Tagen“. Mittelalterliche Dichter wie u. a. Wernher der Gärtner mit Meier Helmbrecht, Walter von der Vogelweide, Neidhart von Reuental vorgelesen von Prof. Dr. Peter P. Pachl. Außerdem liest der Bestsellerautor Thomas R. Mielke aus seiner Nachdichtung des mittelalterlichen Ritterromans „Orlando Furioso“. Für Kinder gibt es die Erzählung des Märchens Frau Holle von den Brüder Grimm an den wechselnden Schauplätzen. Ab 11 Uhr jeweils zur vollen Stunde. Clauertstraße 11, 14163 Berlin-Zehlendorf.

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Restaurant Theodor Tucher Lesung. Ingolf Brökel – „deutsch“. Am 3. Oktober stellt Ingolf Brökel seinen neuen Lyrikband  vor, der im Herbst dieses Jahres in der Edition Galrev erscheint. Eine Stunde „deutsch“ wird es geben: Texte aus den letzten 20 Jahren Deutscher Geschichte, die konsequent pointiert,sarkastisch und knapp wie der Titel reichlich kritische Reflexionen bieten und Persönliches, Literarisches und Politisches zur Diskussion stellen. Die Lesung wird verstärkt durch Gersom Herold am Klavier. Ingolf Brökel, geb.1950, lehrt Physik an einer Berliner Hochschule. In der Edition Galrev erschienen die Gedichtbände „eben“(2008) und „also“(2009), in der Dahlemer Verlagsanstalt „anna lust“(2010), erotische Gedichte mit Zeichnungen von Günter Kunert. Eintritt frei. 20 Uhr. Pariser Platz 6a, 10117 Berlin-Mitte.

Dienstag, 4. Oktober

Literaturhaus Ausstellung & Lesung. Ausstellung Urs Jaeggi – „Al_pha_be_te“ oder: „Wo bin ich, wenn es mich gibt?“. Gespräch über Literatur und Politik mit Axel Schalk und Urs Jaeggi. Moderation: Hannes Schwenger. Axel Schalk ist Literatur- und Theaterwissenschaftler; er veröffentlichte zuletzt „Das moderne Drama“ (Reclam).3-5 €. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Heimathafen Neukölln Lesung. Elia Barceló – „Töchter des Schweigens“. Sieben Freundinnen, ein Geheimnis aus der Vergangenheit und ein rätselhafter Todesfall, der die Mauern des Schweigens zerbrechen lässt. Wie in ihrem Roman »Das Rätsel der Masken« erzählt Elia Barceló von Liebe, Lügen und Verrat und steigert dabei die Spannung bis ins Unerträgliche. Freundschaft verbindet – und kann zur tödlichen Bedrängnis werden. Margarita, Ana, Magdalena, Teresa, Carmen, Candela und Soledad: Sie haben ihre Kindheit zusammen verbracht, gemeinsam die Liebe entdeckt, Pläne geschmiedet und einander vertraut. Und sie teilen ein Geheimnis: ein schreckliches Erlebnis in der Vergangenheit. Etwas, das in einer mallorquinischen Nacht geschah, das sie alle zu Schuldigen macht und ihr Leben bestimmt. Als sie sich nach vielen Jahren wiedersehen, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, werden alte Gefühle neu entfacht. Bis eine von ihnen unter rätselhaften Umständen ihr Leben verliert. Und auf einmal wird das, was einst geschah, zur gefährlichen Bedrohung. 3 € inkl. Flamenco & Tapas. 20 Uhr. Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin-Neukölln.

Buchhändlerkeller Lesung. Grenzgänge: „Wie aktuell ist antike Weisheit heute?“ Über die „Sieben Weisen“ sprechen Rudi Thiessen und Justinus Pieper. Die „Sieben Weisen“ werden im 7. und 6. Jh. v. Chr. bei den alten Griechen sieben Herrscher und Staatsmänner genannt, deren Lebensweisheit in Form kurzer Aussprüche in ganz Hellas bekannt war. Zu ihnen gehörten  Thales aus Milet, Solon aus Athen oder Bias aus Priene, um nur einige zu nennen. Bekannte, noch heute zitierte Sprüche waren: Alles zur rechten Zeit (Pittakos). Der größte Reichtum ist: nichts zu wünschen (Bias). Erkenne dich selbst (Thales). Wie vertrug sich ihre Weisheit mit der Praxis des Alltags in Politik und Rechtsprechung? Was haben die Sieben Weisen mit den Vorsokratikern gemein, gibt es Parallelen? Sind deren Aussagen nach Sokrates obsolet? Und wie aktuell (und gegebenenfalls praktikabel) ist ihre Weisheit noch heute? Diesen Fragen gehen der Religionsphilosoph Rudi Thiessen und der Unternehmensberater Justinus Pieper in gewohnt unterhaltsamer, launiger Weise nach. 20.30 Uhr. Carmerstraße1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Lehmanns Buchhandlung Lesung. Dr. Martin Marianowicz – „Aufs Kreuz gelegt“. Wer die Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall erlebt hat, ist bereit, alles dafür zu tun, um Sie wieder loszuwerden. In vielen Fällen wird heute schnell operiert – doch gibt es Alternativen! Aus jahrzehntelanger Erfahrung weiß der renommierte Wirbelsäulenspezialist Dr. Martin Marianowicz: 80 Prozent aller Rückenschmerzen klingen durch sanftes Muskeltraining und effiziente Schmerztherapie von allein wieder ab. Heute Abend verrät er erstaunliche Wahrheiten zum Thema Rückenschmerzen und erklärt, wie der Weg zur Schmerzfreiheit auch ohne Operation möglich ist. Dr. Martin Marianowicz ist einer der führenden Wirbelsäulenspezialisten Deutschlands und gilt als Wegbereiter der modernen orthopädischen Schmerztherapie sowie der minimal-invasiven Wirbelsäulen- und Bandscheibenbehandlung. 5-7 €. 20.30 Uhr. Hardenbergstraße 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Mittwoch, 5. Oktober

Planet Modulor Buchpräsentation. Ansgar Oswald – „Modellbau für Architekten“. Ein handwerkliches, haptisches Architekturmodell hat einen ganz eigenen Charme und ist oft entscheidend bei Wettbewerben - und das obwohl oder gerade weil Computersimulationen ganz andere Möglichkeiten der Präsentation von Entwürfen bieten. Diesem Thema widmet sich die Neuerscheinung „Modellbau für Architekten“ aus der Reihe „Handbuch und Planungshilfen“. 11 Uhr. Prinzenstrasse 85, 10969 Berlin-Kreuzberg.

Literaturhaus Vortrag & Gespräch. Philosophisches Café. Von und mit Lutz von Werder. „Meditationen über das Ich (René Descartes)“. 3 €. 17.30 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Karl-Liebknecht-Haus Lesung. Gerd König – „Fiasko eines Bruderbundes“. Die Erinnerungen des letzten DDR-Botschafters in Moskau vorgestellt von Gerd Schünemann und Frank Schumann. Innensicht eines Diplomaten auf die Gorbatschow-Ära. Als exponierter Insider beschrieb Gerd König, Botschafter in Moskau von 1987 bis 1990, wie sich das spannungsreiche Verhältnis zwischen Moskau und Berlin in der Gorbatschow-Ära entwickelte. Er wartet mit Fakten und Details auf, die oft unbekannt sind. Seine nachgelassenen Aufzeichnungen sind darum eine zeitgeschichtliche Quelle ersten Ranges, aus der noch Generationen von Historikern zitieren werden. Gerd König verstarb 2009 nach Fertigstellung des Manuskriptes. Seine ehemaligen Kollegen Karl-Heinz Fehlberg und Manfred Schünemann redigierten und veröffentlichten es. 19 Uhr. Weydinger Straße 14-16 • 10178 Berlin-Mitte.

Jüdisches Museum Podiumsdiskussion – Konferenzauftakt. „Wir erinnern (uns) – aber wie?“ Historische Einblicke und politische Ausblicke der deutschen. Einwanderungsgesellschaft Migration und Integration sind nicht nur politisch aktuelle und strittige Themen. Sie haben auch eine historische und erinnerungspolitische Dimension, denn Geschichtsbilder werden in der Einwanderungsgesellschaft neu ausgehandelt. Im Oktober 2011 jährt sich der Beginn der Einwanderung aus der Türkei zum 50. Mal – Anlass für eine Diskussion über Perspektiven der Erinnerungskultur für die Einwanderungsgesellschaft. Es diskutieren: Egemen Baǧış, Minister für Europäische Angelegenheiten der Republik Türkei (angefragt), Dmitrij Belkin, Jüdisches Museum Frankfurt/Main, Bilkay Öney, Integrationsministerin des Landes Baden-Württemberg, Yasemin und Nesrin Şamdereli, Regisseurinnen des Kinofilms „Almanya – Willkommen in Deutschland“. Eine Veranstaltung des Netzwerks Migration in Europa e.V. in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Berlin, der Bahçeşehir University Istanbul und dem Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung. Eintritt frei. 19 Uhr. Großer Saal, 2. OG, Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin-Kreuzberg.

Café Sibylle Lesung. Herbert Köfer – „Nie war es so verrückt wie immer“.  4-7 €. 19.30 Uhr. Karl-Marx-Allee 72, 10243 Berlin-Friedrichshain.

Literaturhaus Lesung. „Von den Sagas - ...we survived Eyjafijallajökull”. Fresh spoken word poetry - entstaubt mit Finn-Ole Heinrich, Spaceman Spiff, Bergur Ebbi Benediktsson, Ugla Egilsdóttir und Halldór Halldórsson. Junge deutsche SpokenWord-Künstler begaben sich auf die Reise nach Island, um den Spuren der Isländersagas und Eddagedichte zu folgen. Zusammen mit ihren isländischen Kollegen stellen sie ihre Texte vor, die aus den Eindrücken des Islandbesuches entstanden sind und so isländisches Mittelalter, orale Poesie und Weltkulturerbe in neuer Form auf die Bühne bringen. Ein Projekt von literaturhaus.net in Kooperation mit Sagenhaftes Island und mit Unterstützung der Europäischen Union und ARTE als Medienpartner. 6-10 €. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

WABE Lesung. Wolfgang Schüler – „Das Gesicht des Täters“ . Mörder, Monstren, Mutationen – Die lange WABE-KrimiNacht mit: Stephan Hähnel, ein Meister des humoristischen Kurzkrimis, stellt in Miniaturen voller Sprachwitz normale Alltagssituationen vor, in denen Menschen alles zu wörtlich nehmen und auf diese Weise große Katastrophen heraufbeschwören. Steffen Mohr singt humorvoll-makabre Lieder und gibt launige Rätselkrimis zum Besten. Claudia Puhlfürst, die Verfasserin von Psychokrimis, auch Lady of Crime genannt, berichtet über die Intentionen eines Mörders, der seinem großen Vorbild, dem amerikanischen Serienkiller Ed Hein, nacheiferte. Wolfgang Schüler, der Rechtsanwalt gibt in seinen Gerichtsreportagen tiefe und erschütternde Einblicke in aktuelle Strafverfahren. Bernd-Udo Schwenzfeier, der Kriminalkommissar leistete die Vorarbeit, nämlich die Fahndung nach den Tätern. Aus eigener Erfahrung stellt er packende Tatsachenberichte über feige Morde vor und erläutert, weshalb die Arbeit der Kriminalpolizei im wahren Leben ganz anders ist als im Film. Als special guest: die Band Malibu Gordes (Jazz / Blues / Rock). 5-8 €. 20 Uhr. Danziger Straße 101, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literaturforum im Brechthaus Lesung. Hannelore Schlaffer – „Die intellektuelle Ehe. Der Plan vom Leben als Paar“. Thomas Stölzel im Gespräch mit Hannelore Schlaffer. Die Literaturwissenschaftlerin Hannelore Schlaffer nimmt in ihrem neuen Buch das Lebensmodell Ehe als ein Projekt der sog. Moderne in den Blick. Von den programmatischen Ideen der literarischen Romantik über Ehebruchs- und Ehestiftungsromane bis zu den intellektuellen Debatten und Praktiken des Heidelberger Kreises um Max Weber, den Kooperationen von Brecht und seinen Frauen sowie dem ikonenhaften Paar Sartre/ de Beauvoir untersucht sie die unterschiedlichen Experimente eines bewusst gestalteten gemeinsamen Lebens. Im Gespräch mit der Autorin sollen die literarisch vermittelten wie die existentiellen Entwürfe und Erfahrungen im Hinblick auf heutige Lebensstile und Bedürfnisse betrachtet werden. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Donnerstag, 6. Oktober

Literaturwerkstatt Lesung. Klagenfurt-Nachlese. In Lesung und Gespräch: Maja Haderlap (Autorin, Klagenfurt), Nina Bußmann (Autorin, Berlin) Steffen Popp (Autor, Berlin), Nora Wicke (Autorin, Berlin) und Kai Wiegandt (Autor, Berlin). Moderation: Ijoma Mangold (stellvertretender Feuilletonchef „Die Zeit“, Hamburg). Die in Klagenfurt lebende Bachmann-Preisträgerin Maja Haderlap beleuchtet in ihrer Dorf- und Familiengeschichte „Im Kessel“ den Widerstand der Kärntner Slowenen gegen die deutsche Wehrmacht. Haderlap habe der Geschichte der Kärntner Partisanen eine Stimme gegeben, sagte Jurorin Daniela Strigl, die sie für die 35. Tage der deutschsprachigen Literatur vorgeschlagen hatte, zu ihrer Wahl. „Sie beschreibt es [den Widerstand] bedächtig, mit großer Genauigkeit und ohne Hass“. Nina Bußmann beschreibt in »Große Ferien« ein enges Lehrer-Schüler-Verhältnis, an dessen Anfang auch die Natur steht: „Man sieht nicht, wie das Kraut wächst. Über Nacht ist es da. Auf Wiesen, Schuttfluren, Triften recken die Kriechpioniere ihre Ausläufer, meterlange, am Boden niederliegende Stängel …“. Thomas Klupp schließlich überzeugte das Publikum mit einem Text, in dem es vordergründig um Online-Pornografie zu gehen scheint. An diesem Abend lesen mit Nora Wicke und Kai Wiegandt zwei junge in Berlin lebende Autoren, die mit ihren Texten beim 15. Klagenfurter Literaturkurs auf sich aufmerksam gemacht haben. 3-5 €. 20 Uhr. Knaackstraße 97/Kulturbrauerei, 10435 Berlin-Kreuzberg.

Literaturforum im Brechthaus Lesung. Sherko Fatah – „Ein weißes Land“. Moderation: Sigrid Löffler. Der Roman beginnt im Bagdad der 30er Jahre: ein junger Araber aus einfachen Verhältnissen träumt davon, sein Glück zu machen. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht, scheint sein Traum von den »schönen Häusern« und von Reisen in ferne Länder in Erfüllung zu gehen. Im Gefolge des Großmuftis von Jerusalem, eines Bundesgenossen der Nationalsozialisten in Deutschland, flieht er 1941 nach Berlin. Sein Weg führt ihn in die muslimischen Verbände der Waffen SS, er beteiligt sich an der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Volksbühne Lesung. Lesebühne: Larissa Boehning – „Das Glück der Zikaden“. Buchpremiere. Mit der Vertreibung der Familie Nadjas aus Russland – kommunistisch, deutschstämmig –, beginnt eine Familiengeschichte, die erst mit dem Mauerfall den Puls des ausschließlich politisch determinierten Lebens verlässt: Larissa Boehning erzählt in „Das Glück der Zikaden“ von der Großmutter Nadja, dem Westberliner Gregor, der für die Revolution in die DDR zieht und später dort im Knast landet, von Nadjas Tochter und Gregors Liebe Senta, die schwanger in Westberlin zurückbleibt. Viele Jahre später kommen Geschichten ans Licht, die nicht von einer Welt in eine andere dringen konnten. 20 Uhr. Linienstraße 227, 10178 Berlin-Mitte.

Literaturhaus Lesung. Blanche Kommerell liest Hermann Hesse – „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“. Ein Porträt aus Gedichten, Briefen und Geschichten. 8-12 €. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literaturhaus Konzert & Lesung. Wolf Biermann – „Fliegen mit fremden Federn“. Konzert und Lesung zum neuen Buch. Wolf Biermann packt seine Schatzkiste aus: Lieder und Gedichte aus aller Welt, die er in sein Deutsch brachte. Die meisten Texte sind angeregt durch Begegnungen. Berühmte und unberühmte Freunde brachten Wolf Biermann eigene oder traditionelle Lieder und Gedichte aus aller Welt: Material von Bulat Okudžava, Daniel Viglietti, Ji?í Suchý und Georges Brassens. Freunde wie Eva-Maria Hagen, Lew Kopelew, Joan Baez, Franz Hohler und Allen Ginsberg steckten ihm Lieder zu. Nach der Ausbürgerung fand Biermann auf Konzertreisen neuen poetischen Stoff, u.a. bei Atahualpa Yupanqui, Savopoulos, Sven Bertil Taube, Yves Montand, Paco Ibánes. Deren Gastgeschenke füllten die Schatzkiste des Sammlers: Hohe Poesie, zauberhafte Kinderlieder und plebejische Folklore neben kleinen feinen Volksliedern. 6-10 €. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Café Tasso Lesung. Joseph Roth – „Die Legende vom heiligen Trinker“. Der Schauspieler Jürgen Rassek liest (ungekürzt, mit Pause) die Erzählung von Josef Roth. Der obdachlose alkoholsüchtige Andreas lebt mit anderen Clochards in Paris unter einer der zahlreichen Seine-Brücken. Eines Abends begegnet ihm ein geheimnisvoller Herr, der ihm 200 Franc anbietet, die er verwenden darf, jedoch später an die Statue der heiligen Therese von Lisieux in der Kapelle Saint Marie des Batignolles zurückzahlen soll. Es beginnt für ihn eine Odyssee durch Paris, die tragisch endet. Der österreichisch-ungarische Autor Joseph Roth war selbst schwer alkoholabhängig. Er lebte Anfang des 20. Jh. als Journalist in Berlin und Wien und schrieb für renommierte Zeitungen. Sein schriftstellerisches Werk umfasst Romane und Erzählungen, von denen einige sehr erfolgreich verfilmt wurden. Roth starb 1939 kurz nach der Veröffentlichung von „Die Legende des heiligen Trinkers“. Spenden erbeten. 20 Uhr. Liegnitzer Straße 15, 10999 Berlin-Friedrichshain.

Buchhändlerkeller Lesung. Odile Kennel – „Was Ida sagt“. Roman. Odile Kennel liest aus ihrem bei dtv premium erschienenen Roman „Was Ida sagt“. 20.30 Uhr. Carmerstraße1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

La Luz Lesung. Die Brauseboys - Die Vorleseshow im Wedding mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Gäste: Sacha Brohm (Texte aus Bielefeld). Hermann Frefel (Musik) 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstraße 16-20, 13347 Berlin-Wedding.

Lehmanns Fachbuchhandlung Lesung. Petra Bock – „Mindfuck“. Kennen Sie das Phänomen Mindfuck? Mindfuck ist das, was wir täglich tun, wenn wir uns gedanklich selbst sabotieren: wenn wir uns nicht trauen, obwohl wir wollen, oder wenn wir in Beziehungen und Jobs verharren, die uns schon lange nicht mehr gut tun. Warum stehen wir uns so häufig selbst im Weg? Petra Bock beantwortet diese Frage in ihrem neuen Buch Mindfuck.: Weil wir in einem veralterten Denken verharren. Weil wir häufig eine Schranke im Kopf haben, die uns blockiert. Weil wir Angst vor Kontrollverlust haben. Weil wir die Lebensinteressen anderer über die eigenen stellen. Weil wir uns selbst und anderen misstrauen.  Sie hat den täglichen destruktiven Mindfuck tausendfach bei ihren Klienten erlebt. Als eine der erfolgreichsten Coaches ist sie zur Expertin der Parallelwelten in unserem Kopf geworden. Deshalb zeigt sie auf, wie wir unser Verhalten ändern können, damit es in die Anforderungen des 21. Jahrhunderts passt. 5-7 €. 20.30 Uhr. Hardenbergstr. 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Freitag, 7. Oktober

Centre Marc Bloch Buchpräsentation. Christian Vigouroux – „Georges Picquart – Dreyfusard, Verbannter, Minister. Gerechtigkeit durch Akribie“. Buchpräsentation mit dem Autor. Georges Picquart (1854–1914), Offizier mit glänzender Zukunft und Chef des militärischen Auslandsgeheimdienstes, weigert sich 1896 gegen den Druck seiner militärischen und politischen Vorgesetzten, den Beweis der Unschuld von Alfred Dreyfus zu vertuschen. Christian Vigouroux zeichnet die selten beleuchtete Geschichte Picquarts, des agnostischen Offiziers, polyglotten Kriegsveterans, Literaturliebhabers und engen Mahler-Freundes, nach. Und er fragt, warum Picquart 1896 das Wagnis auf sich genommen hat, das Schweigen zu brechen: Seine Geschichte dreht sich um Akribie, Gerechtigkeit und Unschuld, um unbeugsame Bescheidenheit und das Geheimnis der Zivilcourage. Eine Veranstaltung des Centre Marc Bloch in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Berlin. Eintritt frei. 10 Uhr. Friedrichstraße 191, 10117 Berlin-Mitte.

Literaturhaus Lesung. Jan Koneffke – „Die sieben Leben des Felix Kannmacher“. Felix Kannmacher, ein aus dem Pommerschen stammender Pianist, wird im Herbst 1934 von einem international berühmten rumänischen Pianisten aus Deutschland geschmuggelt und lebt fortan in Bukarest, wo er sich als Siebenbürger Sachse ausgibt, unter dem Namen Johann Gottwald. Hier erlebt er die Kriegsjahre, arbeitet als Kellner in einem Spielkasino und als Sekretär der Nazis, hier wird er nach Kriegsende zum Tode verurteilt und flieht nach Wien. In Bukarest verliebt er sich auch in die Tochter seines Retters, als deren Erzieher er zeitweilig tätig war. Jan Koneffke, geboren 1960 in Darmstadt, lebt als Schriftsteller und Publizist in Wien und Bukarest. Zuletzt veröffentlichte er die »Abschiedsnovelle« (2006) und den Roman „Eine nie vergessene Geschichte“ (2008). Jan Koneffke liest aus seinem Roman „Die sieben Leben des Felix Kannmacher“ (DuMont Buchverlag). 3-5 €. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Samstag, 8. Oktober

Schwartzsche Villa Zum Kleistjahr 2011: Kleist-Lesen am Samstagnachmittag – „Das Erdbeben in Chili“. Die Schauspielerin Erika Eller liest Kleists spannende, 1807 erstmals veröffentliche Erzählung. In meisterhafter Weise schildert Kleist darin den Wechsel menschlicher Schicksale von höchster Glückseligkeit bis zu unerbittlichem Schrecken und Grauen. Ein Ausloten menschlicher Empfindungsebenen mit einem kleinen Hoffnungsschimmer am Ende...8-10 €. 15 Uhr. Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin-Steglitz.

Hugendubel im KaDeWe Signierstunde. Sebastian Fitzek signiert seinen neuen Thriller „Der Augenjäger“. Dr. Suker ist einer der besten Augenchirurgen der Welt. Und Psychopath. Tagsüber führt er die kompliziertesten Operationen am menschlichen Auge durch. Nachts widmet er sich besonderen Patientinnen: Frauen, denen er im wahrsten Sinne des Wortes die Augen öffnet. Denn bevor er sie vergewaltigt, entfernt er ihnen sorgfältig die Augenlider. Bisher haben alle Opfer kurz danach Selbstmord begangen. Aus Mangel an Zeugen und Beweisen bittet die Polizei Alina Gregoriev um Mithilfe. Die blinde Physiotherapeutin, die seit dem Fall des Augensammlers als Medium gilt, soll Hinweise auf Sukers nächste „Patientin“ geben. Zögernd lässt sich Alina darauf ein - und wird von dieser Sekunde an in einen Strudel aus Wahn und Gewalt gerissen ... 16 Uhr. Tauentzienstraße 21-24, 10789 Berlin-Schöneberg.

Sonntag, 9. Oktober

Café Tasso Lesung. Julia de Boor – „Anders, der Rabe“. Ein poetisches Materialtheater, eine federleichte Geschichte mit Musik für die ganze Familie. Die recht unbekannte Erzählung „Der Rabe Josef“ von Janosch bildet die Grundlage für das von Julia de Boor entwickelte Kindertheaterstück mit musikalischer Begleitung. Die Schauspielerin, Musikerin und Theaterpädagogin begleitet ihr Theaterspiel selbst auf dem Cello. Bei dieser mit Leichtigkeit erzählten Geschichte vom Anderssein wirken mit: eine geheimnisvolle Rabenfrau, Knete, Federn, Mosaikspiegelsteinchen, zwei Schüsseln, Wasser und natürlich das Cello. Das Publikum darf gespannt sein, wie es sich diesmal beteiligen kann... Für Zuschauer ab 3 Jahren. Spenden erbeten 15 Uhr. Liegnitzer Straße 15, 10999 Berlin-Friedrichshain.

Montag, 10. Oktober

Literaturwerkstatt Schreibwerkstatt Dichte Geschichten. In der Schreibwerkstatt „Dichte Geschichten“ können sich Jugendliche von 11–15 Jahren auf die Suche nach spannenden Themen machen und deren literarische Bearbeitung ausprobieren. Die Schreibwerkstatt findet jeweils montags von 15-17 Uhr (Altersgruppe 11-13 Jahre) und 17-19 Uhr (Altersgruppe 14-15 Jahre) unter der Leitung von Sylvia Krupicka statt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist unter mail@literaturwerkstatt.org erbeten. Mit freundlicher Unterstützung des Kulturamts Pankow. 15 Uhr. Knaackstraße 97/Kulturbrauerei, 10435 Berlin-Kreuzberg.

Kriminaltheater Lesung. Wolfram Fleischhauer – „Torso“. Ein Frauentorso mit Ziegenkopf, gehüllt in mittelalterlich anmutendes Tuch – der bizarre Fund, der in einem Plattenbau in Berlin-Lichtenberg auf die Mordkommission wartet, bleibt nicht der einzige seiner Art. Noch am selben Morgen macht eine Putzfrau in einem Szene-Club eine nicht weniger grausige Entdeckung. Hauptkommissar Martin Zollanger befürchtet eine Mordserie – oder ist es gar das makabre künstlerische Statement eines Psychopathen? Zollanger, der ehemalige Volkspolizist, tappt im Dunkeln und zweifelt angesichts solcher Monstrositäten einmal mehr am Sinn seines Berufes. Unterdessen sucht die junge Aktivistin Elin Hilger vergeblich das Gespräch mit ihm. Sie ist überzeugt, dass ihr Bruder, der sich in Berlin das Leben genommen haben soll, ermordet wurde. Kurz vor seinem Tod hatte er schreckliche Angst – doch warum sollte der allseits beliebte, erfolgreiche IT-Spezialist einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein? Als etwas später eine junge Frau entführt wird, deren Vater in höchsten politischen Kreisen verkehrt, muss Zollanger handeln. Muss die Rätsel verknüpfen, die Botschaft der Torsi entschlüsseln – samt den Horrorszenarien, die sie symbolisieren. Denn in der Hauptstadt aller Gier hat jemand sich aufgemacht, Rache zu nehmen für einen gigantischen Skandal, der niemals öffentlich werden durfte. 8 €. 20 Uhr. Palisadenstraße 48, 10243 Berlin-Friedrichshain.

Schwartzsche Villa Lesung. Autorenforum: Lesen – Zuhören – Diskutieren Vorlesen unveröffentlichter Texte. Das Autorenforum ist eine der ältesten Lesebühnen Berlins. Eintritt frei. 20 Uhr. Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin-Steglitz.

BABYLON Lesung. Daniel Krause – „Tattoo Krause“. Das erste Mal kam Daniel Krause im Knast mit Tattoos in Berührung. In der Haftanstalt Rummelsburg wurden Bilder von Hand gestochen, die manche heute noch nicht einmal mit einer Maschine hinkriegen. 2000 eröffnete er den Laden „Classic Tattoo“, der sich schnell zum Zentrum des jüngsten Tattoohypes entwickelte. Da sind zum einen Promis wie Sarah Connor, Fernanda Brandao, Sido, Detlef D. Sost, Antonia, Jörg Schlönvoigt aber auch ganz normale Menschen aus allen sozialen Schichten: Es sind hippe Menschen, die sich mit einem Tattoo schmücken wollen. Es sind Rocker, die ein Zeichen der Zugehörigkeit zu ihrer Gang tragen wollen. Aber da sind auch Menschen, die einfach einen Lebensabschnitt markieren wollen: der Vater, der sich in dezenten Buchstaben den Namen seines Neugeborenen auf den Arm tätowieren lässt. Oder die Mutter, die jedes Jahr am Geburtstag ihrer verstorbenen Tochter kommt, um sich einen kleinen Stern auf den Rücken tätowieren zu lassen, für jedes Jahr nach dem Tod einen. Es gibt eine Frau, die sich die Motive einer Klopapierrolle aufs Bein stechen lässt. Und Krause hat zu ihnen allen ein besonderes Verhältnis, denn wer sich tätowieren lässt, der liefert nicht nur seinen Körper aus, sondern gibt auch seine Geschichte preis. 10 €. 20 Uhr. Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin-Mitte.

Dienstag, 11. Oktober

Institut français Lesung. Pierre Clément – „Liebe“. Pierre Clément, ehemaliger Leiter der Theatergruppe "Französisches Theater in Berlin" trägt Texte von V. Hugo, J. de La Fontaine, A. de Musset vor. Hauptthema: die Liebe. Ein Abend in französischer Sprache. Kurze Zusammenfassung auf Deutsch. 19 Uhr. Kurfürstendamm 211, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Jüdisches Museum Lesung. Lizzie Doron – „Das Schweigen meiner Mutter“. Buchpräsentation mit der Autorin und der Übersetzerin Mirjam Pressler. Der Roman erzählt von der detektivischen Spurensuche einer Frau nach ihrem Vater. War er ein Kapo oder ein Partisan, ein Verräter oder ein Held? Als Mädchen hat sie immer wieder vergeblich nach ihm gefragt und dann, längst erwachsen, beginnt sie zu forschen. Die Suche wird zu dem Versuch, die verlorene Kindheit wiederzugewinnen und einem – wie sich zeigen wird – irrwitzigen Geheimnis auf die Spur zu kommen. In Zusammenarbeit mit der Literaturhandlung. 7-9 €. 19.30 Uhr. Großer Saal, 2. OG, Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin-Kreuzberg.

Theater im Palais Lesung. Peter Ensikat – „Ihr könnt ja nichts dafür!“. Ein Ossi erklärt, wie's drüben war: Immer wieder ließ sich Peter Ensikat von Verwandten und Bekannten »aus dem Westen« geduldig erklären, wie die DDR funktioniert. Jetzt schlägt er zurück - und beschreibt 60 Jahre bundesdeutsche Geschichte und Gegenwart aus der Perspektive des Ossis. 20 €. 19.30 Uhr. m Festungsgraben 1, 10117 Berlin-Mitte.

Literaturforum im Brechthaus Gespräch. Zwischen Literaturforschung und Poesie. Das Beispiel Silvia Schlenstedt. Gerhard Bauer, Volker Braun, Steffen Mensching, Kerstin Schoor, Hans-Eckardt Wenzel im Gespräch mit Frank Hörnigk. Am 16. März dieses Jahres verstarb die Literaturwissenschaftlerin Silvia Schlenstedt. Mit ihren Forschungen zur sozialistischen Literatur und deutschsprachigen Literatur des Exils fand sie international Beachtung und prägte das Bild der Germanistik in der DDR. Zugleich stand sie als kritische Intellektuelle in engem Austausch mit Künstlern und Autoren. Ihr besonderes Rollenverständnis einer Literaturforscherin genauer zu konturieren, ist Anliegen des Gesprächs, an dem sich Weggefährten, Arbeitskollegen und Freunde beteiligen. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Buchhändlerkeller Lesung. „Ein Kraftfeld, dm man sich nicht entziehenkann“ Vanessa Brandes und Roland Berbig zu Günter Eich. „Ein Kraftfeld, dem man sich nicht entziehen kann“. Günter Eich – „Die Gneisenauer Jahre (1944 - 1954)“. Mit Vanessa Brandes und Roland Berbig. 20.30 Uhr. Carmerstraße1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Mittwoch, 12. Oktober

Ingeborg-Drewitz-Bibliothek Vortrag & Lesung. „Liebstöckel und Wacholder“. Beobachtungen zur Pflanzensymbolik in Fontanes erzählerischen Werken. Fontanes erzählerisches Werk ist reich an Motiven und Symbolik, hinter denen sich oft beziehungsreiche Subtexte verbergen. Für den Fontaneleser ist es reizvoll, diese für ein erweitertes Textverständnis zu entdecken. Klaus Peter Möller vom Fontane- Archiv in Potsdam erläutert uns, welche Bedeutung Pflanzen als Symbole in Fontanetexten haben. Als gelernter Apotheker hatte Fontane umfangreiche Kenntnisse der Botanik, die sich auch im literarischen Werk in vielfältiger und bedeutungsvoller Weise widerspiegeln. Eine Veranstaltung der Sektion Berlin-Brandenburg der Theodor Fontane Gesellschaft. Eintritt frei. 18 Uhr. Grunewaldstraße 3, 12165 Berlin-Steglitz.

Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz Preisverleihung. Hans Joachim Schädlich erhält den Joseph Breitbach-Preis 2011. In der Begründung der Jury heißt es: „Hans Joachim Schädlich sucht die Deformation des Menschen durch repressive und manipulative Verhältnisse dort auf, wo sie unverfälscht ans Licht kommt: in beschädigter Sprache. Ein Proteus unter den Spracharbeitern, entwirft er Redemuster – Buch um Buch aufs Neue – die unwissentlich Wahrheit kundtun. Jeder seiner Prosatexte ist ein Kosmos kunstvoll falsch gesetzter Töne, Stachel im trägen Fleisch sprachlicher Übereinkünfte, und durchflackert von Ironien. (…) Seine Bücher, von „Tallhover” (1986), einem aus Aktenvermerken zusammengesetzten Seelenbild des ewigen Spitzels, bis zu „Kokoschkins Reise” (2010), einer minimalistischen Bilanz aller Schrecken des zwanzigsten Jahrhunderts, besitzen die Kraft und unmittelbar evidente Gültigkeit der Parabel.“ Der Preis wird in Breitbachs Geburtsort Koblenz am 23. September überreicht. Die Landesvertretung Rheinland-Pfalz lädt an diesem Abend zur Lesung des Preisträgers ein und gibt im Anschluss einen Empfang. Eintritt frei. 19 Uhr. In den Ministergärten 6, 10117 Berlin-Mitte.

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Literaturhaus Lesung. Der Autor und sein Leser, der „Seelenarzt“. Dieter Wellershoff und Thomas Fuchs. Zusammen mit der Park-Klinik Sophie Charlotte, der privaten Fachklinik für Psychiatrie und Psychosomatik, bringen wir »Seelenärzte« ins Gespräch mit ihren bevorzugten Schriftstellern. Was weiß Literatur über die Verhältnisse zwischen den Menschen, das die Fachärzte veranlaßt, Rat in einem Roman zu suchen? Thomas Fuchs, geboren 1958, promoviert in Medizingeschichte („Die Mechanisierung des Herzens“) und Philosophie („Leib, Raum, Person“), leitet seit 2000 die Sektion Phänomenologische Psychopathologie und Psychotherapie an der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg und ist seit 2010 Inhaber der Karl Jaspers-Professur für Philosophische Grundlagen der Psychiatrie. Er spricht mit Dieter Wellershoff über dessen Roman „Der Liebeswunsch“. 6-10 €. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Heimathafen Neukölln Lesung. Uli Hannemann – „Neukölln, mon amour“. Buchpremiere : Anekdoten vom Boden der Tatsachen. In seinem neuesten Buch unternimmt »Lesebüh-nenstar« (taz) Uli Hannemann einen humoristi-schen Streifzug durch seinen »Problemkiez« und widmet sich erneut Neuköllner Absurditäten und Absonderlichkeiten. Seine Geschichten spielen in Eckkneipen, in der berühmt-berüchtigten Hasen-heide oder einfach auf der Straße. Sie erzählen von Hundehaltern, Kleinkriminellen und zugezo-genen Yuppies, die unentwegt von »Kreuzkölln« schwärmen. 40 neue ironischgroteske Alltagsge-schichten mit hohem Unterhaltungswert. 7-9 €. 20 Uhr. Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin-Neukölln.

Donnerstag, 13. Oktober

Café Tasso Lesung. Die neue Lesebühne: Die Unerhörten. Die künftigen Stars der unerhörten Literatur zum Thema: „Toleranzgrenze“. Was verzollt man an der Toleranzgrenze? Wohin geht die Reise, wenn man sie überschreitet? Auf den Landkarten der Befindlichkeiten verlaufen viele Grenzen, manche starr, manche fließend, aber alle ziemlich spannend für die unerhörten Autorinnen und Autoren. Packen Sie also den Koffer und reisen Sie mit: diesseits und jenseits der Toleranzgrenzen - ein grenzenloses Hörvergnügen ist garantiert! Die Autoren: Friedhelm Feller, Doris Lautenbach, Ariane Meinzer, Mark Scheppert, Susanne Schmidt, Sebastian T. Vogel - und ein/e Überraschungsautor/in aus diesem unerhörten Kreis! Spenden erbeten 20 Uhr. Liegnitzer Straße 15, 10999 Berlin-Friedrichshain.

Volksbühne Lesung. Lesebühne: Matthias Wittekindt – „Schneeschwestern“. Buchpremiere. In der deutsch-französischen Grenzregion muss der Mord an der 16-jährigen Geneviève aufgeklärt werden. Ein anonymer Hinweis trifft bei der Zeitung ein, und an Verdächtigen herrscht kein Mangel. Aber nach und nach stellen sich die seltsamsten Fragen nach Wissen und Verhalten der Mitspielenden, der Leser muss dem Mörder über die Schulter gucken und miterleben, wie das zarte Zusammenspiel von Vernunft und Trieb außer Kontrolle gerät: Matthias Wittekindts neuer Krimi. 20 Uhr. Linienstraße 227, 10178 Berlin-Mitte.

Wenzels Gartenwelt Lesung. „Prominente in Berlin-Lichterfelde“. Das einst beschauliche Dörfchen Lichterfelde entwickelte sich im Laufe weniger Jahrzehnte zu einem der interessantesten Berliner Ortsteile. Inmitten weitläufiger Parks und stiller Alleen wohnten betuchte Großbürger, aber auch Wissenschaftler, Dichter, Schauspieler und ranghohe Militärs. 10 € (inkl. 1 Getränk, 20 Uhr. Lorenzstrasse 63, 12209 Berlin-Lichterfelde.

Literaturhaus Lesung. Suchers Leidenschaften: Thomas Bernhard. Thomas Bernhard ist ohne Zweifel der bedeutendste deutschsprachige Dramatiker des späten 20. Jahrhunderts. Ein Dichter, dessen Stil unverwechselbar ist: Man erkennt die Bernhardschen Wiederholungen, den Bernhardschen Sprachrhythmus sofort in seinen Stücken, seinen Romanen und seinen Gedichten, die nur wenigen bekannt sind. Thomas Bernhard ist eine Ausnahmeerscheinung: Er ist ein Genie. Zuerst erkannt hat dies Ingeborg Bachmann, die den Autor schon nach seinen ersten Prosawerken in den höchsten Tönen pries. Sie förderte den Prosaautor; Claus Peymann förderte den Dramatiker, der nicht müde wurde, die Schauspielkunst und die Schauspieler zu beschimpfen und dennoch die schönsten Komödien und Tragödien den Peymann-Akteuren auf den Leib schrieb. Mit dem Lyriker, dem Romancier und dem Dramatiker beschäftigt sich C. Bernd Sucher an diesem „Leidenschaften“-Abend. 8-12 €. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Berlin Carré Artroom Lesung. Wolfgang Schüler –„Das Gesicht des Täters. Authentische Kriminalfälle“. Einen Dieb verteidigen, einen Vergewaltiger hinter Gitter bringen, an der Unschuld eines Klienten ernsthafte Zweifel hegen, die Polizeiarbeit selber machen, einem Gewaltopfer in einem traumatischen Verfahren zur Seite stehen – immer offenbart sich dem Anwalt bei der Verteidigung das Verbrechen in allen grausigen Einzelheiten und werden die menschlichen Schicksale von Tätern, Opfern und Angehörigen sichtbar. Wolfgang Schüler erzählt authentische Fälle aus der Kanzlei. 20.15 Uhr. Karl-Liebknecht-Straße 13, 10178 Berlin-Mitte.

La Luz Lesung. Die Brauseboys - Die Vorleseshow im Wedding mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Gäste: Marlen Pelny (Liedermacherin), Jochen Reinecke (Autor und Blogger). 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstraße 16-20, 13347 Berlin-Wedding.

Freitag, 14. Oktober

Literaturhaus Lesung. „Leibniz war kein Butterkeks“. Lesung mit Michael Schmidt-Salomon und Lea Salomon. Veranstalter: Evolutionäre Humanisten Berlin-Brandenburg e.V. 4 €. 19 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Volksbühne Lesung. Lesebühne: Einar Már Gudmundsson (Island). Lesung und Gespräch. Einem kometenhaften Aufstieg binnen weniger Jahre folgte der Bankrott, der die islandische Gesellschaft tief zerrüttet hat. Auch für den Autor Einar Már Gudmundsson bedeutet die Krise Zäsur, wie er in Manifesten, Erzählungen, politischen Analysen, Gedichten beschreibt. Einar Már Gudmundsson wird aus Texten nach dem Zusammenbruch lesen; sie werden auf Deutsch zu hören sein. Sein 2010 erschienenes Buch „Wie man ein Land in den Abgrund führt. Die Geschichte von Islands Ruin“ gibt Anlass für ein einsichtsreiches Gespräch im Anschluss an die Lesung.20 Uhr. Linienstraße 227, 10178 Berlin-Mitte.

Veranstaltungsscheune Fourage Lesung. „Die tödliche Flora“ – Mörderische Geschichten „im Grünen“. Krimi-Lesung mit den „Mörderischen Schwestern“. Es lesen Eva Ehley, Barbara Ahrens, Martina Arnold und Isabella Bach. „Mörderische Schwestern“ heißt das europäische Netzwerk deutschsprachiger Kriminal-Autorinnen. Eisenhut, Fliegenpilz und das wunderschöne Alpenveilchen: alle wecken mitunter kriminelle Energien. Aber was ist mit einem Laubhäcksler? Oder einem allzu tiefen Seerosenteich? Lassen Sie sich inspirieren... 9-11 €. 20 Uhr. Chausseestraße 15a, 14109 Berlin-Wannsee.

Literaturhaus Lesung. „Was ist denn hier passiert?“. Jörg Baberowski und Michael Wildt sortieren Neuerscheinungen zur Geschichte, Politik und Literat ur. In zwanglosem Gespräch unterhalten sich die Historiker über Neuerscheinungen; im Zentrum steht nicht Belehrung. Deshalb sollen immer wieder auch Autoren zu Wort kommen. Als Gastautorin, die sich am Gespräch über ihr Buch beteiligt, ist Annette Vowinckel eingeladen. Besprochen werden folgende Bücher und Autoren: Martin Walser: Muttersohn (Roman, Rowohlt); Wolfgang Büscher: Hartland. Zu Fuß durch Amerika (Rowohlt Berlin); Christian Gerlach: Extrem gewalttätige Gesellschaften. Massengewalt im 20. Jahrhundert (DVA); György Dalos: Gorbatschow. Mensch und Macht (CH Beck) und Annette Vowinckel: Flugzeugentführungen. Eine Kulturgeschichte (Wallstein).3-5 €. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Samstag, 15. Oktober

Literaturhaus Lesung. „Leibniz war kein Butterkeks“. Philosophisches Café mit Michael Schmidt-Salomon und Lea Salomon. Veranstalter: Evolutionäre Humanisten Berlin-Brandenburg e.V. 4 €. 16 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Sonntag, 16. Oktober

Buchhändlerkeller Lesung. Armin T. Wegener. Schriftsteller - Reisender – Menschenrechtsaktivist. In Kooperation mit der Armin T. Wegener Gesellschaft e.V.: Armin T. Wegener: Schriftteller - Reisender - Menschenrechtsaktivist. Buchpremiere des Wallstein Verlages zum 125. Geburtstag. 11.30 Uhr. Carmerstraße1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Montag, 17. Oktober

Literaturwerkstatt Schreibwerkstatt Dichte Geschichten. In der Schreibwerkstatt „Dichte Geschichten“ können sich Jugendliche von 11–15 Jahren auf die Suche nach spannenden Themen machen und deren literarische Bearbeitung ausprobieren. Die Schreibwerkstatt findet jeweils montags von 15-17 Uhr (Altersgruppe 11-13 Jahre) und 17-19 Uhr (Altersgruppe 14-15 Jahre) unter der Leitung von Sylvia Krupicka statt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist unter mail@literaturwerkstatt.org erbeten. Mit freundlicher Unterstützung des Kulturamts Pankow. 15 Uhr. Knaackstraße 97/Kulturbrauerei, 10435 Berlin-Kreuzberg.

Jüdisches Museum Lesung. Thomas Blubacher – „Paradies in schwerer Zeit“. Buchpräsentation mit dem Autor. Viele Emigranten, die nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten Deutschland und Österreich in Richtung Amerika verlassen mussten, versprachen sich von der Nähe zu Hollywood neue Arbeitsmöglichkeiten: Thomas Mann, Vicki Baum, Salka Viertel, Lion Feuchtwanger, Bertolt Brecht oder Max Reinhardt waren nur einige von vielen, die in der Region Pacific Palisades ein Paradies vorfanden, in dem es sich dennoch schwer leben ließ. Denn die wenigsten konnten an ihre großen Erfolge anknüpfen. In Zusammenarbeit mit der Literaturhandlung. 7-9 €. 19.30 Uhr. Großer Saal, 2. OG, Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin-Kreuzberg.

Literaturwerkstatt Lesung. Neue arabische Welt. Reime der Revolution. In Lesung und Gespräch: Ali Al Jallawi Dichter (Bahrain, derzeit Deutschland), Deeb (Rapper und Performer, Ägypten), Hind Shoufani (Dichterin, Palästina, derzeit Dubai). Moderation: Barbara Wahlster (Redaktionsleitung Literatur, Deutschlandradio Kultur, Berlin). Seit Monaten bewegt die Situation in den arabischen Ländern die Welt – aber wohin der Weg geht, ist nach wie vor nicht gewiss. Unter dem Schlagwort „Arabischer Frühling“ verschwinden zudem die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern. Auch Dichter haben in diesen gesellschaftlichen Veränderungen eine wichtige Funktion. Sie sind Sprachrohr, Galionsfigur, Vermittler, Beobachter, Agitator – bisweilen auch wider Willen. Drei junge Autoren aus Ägypten, Bahrain und Palästina stellen ihre Sicht auf die Ereignisse vor. Schon mit siebzehn Jahren wurde Ali Al Jallawi (*1975 Manama) aufgrund eines Gedichtes verhaftet, mit dem er die politische Situation in Bahrain kritisierte. Jetzt hat sich die Situation für ihn so zugespitzt, dass er gezwungen war, ins Exil zu gehen. Die Rap- und Hip-Hop-Szene im Nahen Osten spielt eine große Rolle im Leben der Jugendlichen. Auf Spoken-Word-Bühnen finden sie in der Form von narrativen mündlichen Performances Möglichkeiten, gesellschaftspolitische Kritik zu üben. Nicht im Hocharabisch traditioneller Dichtkunst, sondern in der Umgangssprache weisen sie auf die Probleme des Alltags hin und zeichnen Fieberkurven der Revolution. Mit dem Rapper Deeb (*1984 Kairo) ist ein Vertreter der jungen Kairoer Szene zu Gast. Hind Shoufani (*1978 Sidon, Libanon) studierte in New York. Sie schreibt auf Englisch – eine der Möglichkeiten, die immer mehr arabische Autoren ergreifen, um ein größeres Publikum anzusprechen und um der Zensur zu entgehen. Als palästinensische Libanesin findet sich in ihrer politischen Lyrik die Auseinandersetzung mit dem jahrzehntelang andauernden Konflikt im Nahen Osten in überraschend anderer Weise wieder. Bereits am 15.10. sind Ali Al Jallawi, Deeb und Hind Shoufani zu Gast auf der Frankfurter Buchmesse um 13.30–14.30 bei Weltempfang, Halle 5.0. 3-5 €. 20 Uhr. Knaackstraße 97/Kulturbrauerei, 10435 Berlin-Kreuzberg.

Schwartzsche Villa Lesung. Autorenforum: Lesen – Zuhören – Diskutieren Vorlesen unveröffentlichter Texte. Das Autorenforum ist eine der ältesten Lesebühnen Berlins. Eintritt frei. 20 Uhr. Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin-Steglitz.

Backfabrik Clinker-Lounge Lesung. Andreas Altmann – „Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend“. Der renommierte Reiseschriftsteller Andreas Altmann erzählt von seiner Kindheit und Jugend. Und wie am Ende aus einem Opfer ein freier Mensch wird. Eine Kindheit der Nachkriegszeit im idyllischen Wallfahrtsort Altötting. Doch die Geschichte, die Andreas Altmann erzählt, handelt weder von Gnade noch von Wundern, sondern von brutaler Gewalt und Schrecken ohne Ende. Erst als Jugendlichem gelingt Altmann die Flucht. Die schreckliche Erfahrung aber kann ihn nicht brechen. Sie wird vielmehr der... mehr Schlüssel für ein Leben jenseits des Opferstatus. Ein Leben, in dem er seine Bestimmung als Reporter findet: „Hätte ich eine liebliche Kindheit verbracht, ich hätte nie zu schreiben begonnen, nie die Welt umrundet …“. 20 Uhr. Saarbrücker Straße 36-38, 10405 Berlin-Prenzlauer BErg.

Dienstag, 18. Oktober

Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland Lesung. Europa literarisch: Estland. In Lesung und Gespräch: Mari Saat (Autorin, Estland)  Moderation: Thomas Wohlfahrt (Literaturwerkstatt Berlin). Die Reihe „Europa literarisch“ widmet sich im Oktober der Literatur aus Estland. Zu Gast ist die mehrfach mit Preisen und Stipendien ausgezeichnete Autorin Mari Saat, die ihre erste in Deutschland erschienene Novelle »Meine lebendige Haut« (2011 ihleo verlag) vorstellt. Ülles Welt zerspringt wie eine Glaskugel, als sie die Nachricht erhält, dass die „Estonia“ untergegangen ist: 852 Seelen, die sich die See in einer stürmischen Nacht geholt hat – darunter Emil, ihr Mann, der Vater ihrer kleinen Tochter. Die Fragmente ihres Lebens wieder zu ordnen, irrlichtert Ülle durch ihr Tallinner Universum: durch ihre Gedanken, Geistesblitze und Vorurteile, durch halb verfallene Straßenzüge, moosbedeckte Wälder und ihre Menschen. „Meine lebendige Haut“  ist ein berührender Blick in das Innerste einer jungen Frau, die versucht, in einer Zeit steten Wandels zurechtzukommen. Die Schriftstellerin und Wissenschaftlerin Mari Saat (*1947 Tärjev, Finnland) wuchs in Tallinn auf, studierte Ökonomie und arbeitete als Wirtschaftswissenschaftlerin. Das Jahrzehnt von 1983–1993 lebte sie von der Schriftstellerei, um dann als hauptberufliche Dozentin für Wirtschaftsethik an die TH Tallinn zurückzukehren. „Meine lebendige Haut“, im Jahr 2000 mit dem Jahrespreis der estnischen Kulturförderung ausgezeichnet, wurde von Irja Grönholm ins Deutsche übersetzt. Eintritt frei. 18 Uhr. Unter den Linden 78, 10117 Berlin-Mitte.

Institut français Lesung. Abdelkader Djemai – „Gare du Nord“ (Le Seuil, 2003) / „Gare du Nord“ (Sujet Verlag, 2011, Üb. András Dörner) Moderation zweisprachig: Christine Belakhdar - deutsche Lesung: Andràs Dörner. „Sobald sie sich der Gare du Nord näherten, fühlten sie sich angezogen von ihrer warmen Atmosphäre, ihren weiblichen Formen und ihrem sanften Licht, das die Farbe eines guten Bieres hatte...“. Abdelkader Djemai ist Autor zahlreicher Romane wie zum Beispiel „Camping“ (2002), „Le nez sur la vitre“ (2004) oder „Zorah sur la terrasse“ (2010). Für sein literarisches Schaffen wurde er mit dem „Amerigo-Vespucci-Preis“, dem „Tropenpreis“ sowie dem „Albert-Camus-Entdeckungspreis“ ausgezeichnet. Mit der freundlichen Unterstützung des SujetVerlags.19 Uhr. Kurfürstendamm 211, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literarisches Colloquium Lesung. Hausgäste. Lesung: Donata Rigg, Anna-Elisabeth Mayer, Christoph Simon, Stanka Hrastelj und Kan Yaoming. Am heutigen Abend stellen gleich fünf unserer Gäste sich und ihre Bücher vor. Die Wahl-Hamburgerin Donata Rigg liest aus ihrem Romandebüt „Weiße Sonntage“ (Mairisch), das als „Geschichte einer Verwandlung, die den Leser selbst verwandelt“ (Die Welt) gelobt wurde.  Anna-Elisabeth Mayer aus Wien hat mit ihrem heiter-melancholischen ersten Roman „Fliegengewicht“ (Schöffling) laut Kulturspiegel den Arztroman rehabilitiert. Unkonventionell befasst sich der Berner Christoph Simon mit kleinen und größeren Hindernissen: „Viel Gutes zum kleinen Preis“ (Bilger 2011) ist eine Zusammenstellung von Prosa-Texten und Cartoons und eine ironische Antwort auf den aktuellen Boom von Lebenshilfe-Ratgebern. Als Gäste aus dem nicht-deutschsprachigen Raum lesen die slowenische Lyrikerin und Übersetzerin Stanka Hrastelj, die in ihrer Heimat das Lyrikfestival Pranger initiiert hat, und der taiwanesische Autor Kan Yaoming, der am taiwanesisch-deutschen Künstleraustausch teilnimmt. 4-6 €. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Literaturforum im Brechthaus Lesung & Gespräch. Judith Schalansky – „Der Hals der Giraffe“. Moderation: Holger Teschke. Eine Biologielehrerin, die versucht, die Darwinschen Naturgesetze mit ihrem Privatleben im Einklang zu halten. Exakt zwei Jahre nach dem großen Darwin-Jubliäum greift Judith Schalansky in ihrem neuen Roman zu einer Protagonistin, die ebenso typisiert wie vertraut anmutet. Und die Autorin hat den Mut, mit dem Schauplatz Schule einen Handlungsort zu wählen, der in der zeitgenössischen Belletristik deutlich unterrepräsentiert ist und Gefühle der unterschiedlichsten Art heraufbeschwört. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Buchhändlerkeller Lesung. Mit Goofy lernen, Wittgenstein zu verstehen. Eine filmische Spurensuche im Leben und in der Gedankenwelt des Philosophen. LebensBilder präsentiert von Jürgen Tomm: Mit Goofy lernen, um Wittgenstein zu verstehen. Eine filmische Spuensuche im Leben und in der Gedankenwelt des Philosophen. 20.30 Uhr. Carmerstraße1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Mittwoch, 19. Oktober

Lehmanns Buchhandlung Vorlesewettbewerb. Lesewelt Vorlesestunde. Alle Kinder im Alter von vier bis zwölf sind herzlich eingeladen, die neue Lesewelt-Vorlesestunde bei Lehmanns Media zu besuchen. Bei regelmäßigem Besuch winken Buchgeschenke! Das Lesen liegt uns von Lehmanns Media ganz besonders am Herzen. Wir sind überzeugt, dass Lesen grundlegender Baustein von Bildung ist. Daher haben wir als erste Buchhandlung mit dem Lesewelt Berlin e.V. ein neues Projekt aus der Taufe gehoben: Ab 19. Oktober 2011 wöchentlich jeden Mittwoch sind alle Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren herzlich eingeladen, die neue Lesewelt-Vorlesestunde bei Lehmanns Media zu besuchen. Ein Team geschulter Lesewelt-Vorleser erwartet immer mittwochs um 16 Uhr alle Kinder, die sich gern auf spannende Vorleseabenteuer mitnehmen lassen wollen. In drei kleinen, homogenen und nach Alterstufen eingeteilten Gruppen werden den Kindern Geschichten vorgelesen. Jeder ist willkommen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich! Und jedem, der regelmäßig an der Veranstaltung teilnimmt, winkt ein Buchgeschenk! Eintritt frei. 16 Uhr. Hardenbergstraße 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Literaturhaus Vortrag & Gespräch. Philosophisches Café von und mit Lutz von Werder – „Die Höllenfahrt der Ich-Erkenntnis (Immanuel Kant)“. 3 €. 17.30 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Humboldt-Bibliothek Lesung. Herbstreihe „Lesezeichen – Literatur live in Tegel“. Jörg Thadeusz liest aus: „Die Sopranistin“. Moderation: Claudia Johanna Bauer. 19.30 Uhr. Karolinenstraße 19, 13507 Berlin-Tegel.

HBC Buchpremiere: Jan Böttcher – „Das Lied vom Tun und Lassen“. Lesung und Konzert. Moderation: Patrick Hutsch. Der Autor und Singer-Songwriter Jan Böttcher, der 1973 in Lüneburg geboren wurde und in Berlin lebt, hat zuletzt im Rowohlt Verlag die Romane „Geld oder Leben” und „Nachglühen” veröffentlicht. Für einen Auszug aus diesem Buch, das die Süddeutsche Zeitung ein „stilles Meisterwerk” nannte, wurde er 2007 in Klagenfurt mit dem Ernst-Willner-Preis ausgezeichnet. Nach vier Alben mit seiner Band „Herr Nilsson” veröffentlichte er zuletzt das Soloalbum „Vom anderen Ende des Flures”. Mit seinem neuen Romen „Das Lied vom Tun und Lassen” (Rowohlt Berlin), in dem die Geschichte dreier Protagonisten aus drei Generationen als Reigen von Freundschaft, Verrat und Neubeginn erzählt wird, bringt er Literatur und Gesang nun auf neue Weise zusammen, denn es gibt neben dem literarischen Text auch die gesungenen „Lieder zum Roman”, die unter www.janboettcher.com angehört werden können. Jan Böttchers Texte und Musik werden auch in der Veranstaltung im Zentrum stehen, verbunden durch die Frage, was die Musikalität von Literatur und die literarische Qualität eines Liedtextes auszeichnet. 4-6 €. 20 Uhr. Karl-Liebknecht-Straße 9, 10178 Berlin-Mitte.

Literaturforum im Brechthaus Gespräch mit Lesungen. Das literarische Trio. Sechs Bücher und ein Gast. Jörg Magenau und Frauke Meyer-Gosau im Gespräch mit Elisabeth Ruge. Zwei Kritiker laden einen prominenten Gast ins Literaturforum ein, um mit ihm über neu erschienene Romane zu diskutieren und ihn über seine Lese-Erlebnisse zu befragen. Der Gast stellt sein Lieblingsbuch vor, darüber hinaus geben die Gesprächspartner selbst Empfehlungen zu Büchern aus der laufenden Produktion. Aus jedem vorgestellten Buch gibt es eine kurze Lesung. Im Gespräch mit Elisabeth Ruge geht es unter anderem um Karl-Heinz Ott „Wintzenried“ und Jeffrey Eugenides „Die Liebeshandlung“. In Zusammenarbeit mit „Literaturen“. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Literaturhaus Lesung. Michael Buselmeier – „Wunsiedel“. Vierundvierzig Jahre oder ein Tag sind vergangen, seit ich – ein unerfahrener junger Mensch – den Bummelzug bestieg, der mich über Würzburg, Nürnberg und Bayreuth in die oberfränkische Kleinstadt Wunsiedel bringen sollte, damals eine etwa achtstündige Reise ins Unbekannte. An einem Hochsommertag des Jahres 1964 fährt Schoppe, der Erzähler in Michael Buselmeiers Theaterroman „Wunsiedel“, in die oberfränkische Kleinstadt, um am dortigen Luisenburg-Theater seine erste Stelle an einem Theater anzutreten. Er hat seine Bearbeitung des »Götz von Berlichingen« dabei, die dort inszeniert werden soll. Aber in der populistischen deutschen Theaterprovinz wird anders entschieden und Schoppe kommt zu dem Schluß: „Ich war mit offenen Augen in die Theaterfalle gestolpert, zugleich eine Lebensfalle, wie sich zeigen sollte, ich war in die äußerste Ausweglosigkeit geraten.“. Michael Buselmeier, Lyriker, Erzähler und literarischer Stadtführer von Heidelberg, liest aus seinem Theaterroman „Wunsiedel“ (Wunderhorn Verlag). Moderation: Gregor Dotzauer. 3-5 €. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Lehmanns Buchhandlung Lesung. Tom Rob Smith – „Agent 6“. Krimi-Lesung mit Benno Fürmann und Tom Rob Smith. Für sein Land würde Leo Demidow alles tun. Für seine Familie würde er sterben. Die Suche nach dem, der sie zerstört hat, hält ihn am Leben. Und nur ein Mann kennt die Wahrheit: Agent 6. Moskau 1950. Der schwarze amerikanische Sänger Jesse Austin besucht die Sowjetunion, um sein idealistisches Bild des Kommunismus zu überprüfen. Damit Austin nicht hinter die Kulissen des für ihn inszenierten Alltags schauen kann, wird ihm Geheimdienstoffizier Leo Demidow an die Seite gestellt. Doch trotz Leos Einsatz kommt es fast zum Eklat. Fünfzehn Jahre später reist Demidows Frau Raisa nach New York, wo ein Konzert für Entspannung im Kalten Krieg sorgen soll. Auch Jesse Austin wurde eine Rolle in dem Spektakel zugewiesen. Doch der Abend endet mit mehreren Toten, und nur ein Mann weiß, was wirklich geschah: Agent 6. Und eines Tages wird Leo ihn finden. Nach „Kind 44“ und „Kolyma“ präsentiert Erfolgsautor Tom Rob Smith mit „Agent 6“ bei uns seinen dritten Leonid-Demidow-Roman. Tom Rob Smith liest auf Englisch, der Schauspieler Benno Fürmann liest weitere Passagen auf Deutsch. 5-8 €. 20.30 Uhr. Hardenbergstraße 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Eisenherz Buchhandlung Lesung. Stephan Niederwieser stellt eine neue Buchreihe („Die Besten“) vor, die im Bruno Gmünder Verlag in einer bibliophil gestalteten Ausgabe ab September erscheinen wird. Es handelt sich um Klassiker, die uns ans Herz gewachsen sind, die lange nicht lieferbar waren und es wert sind, neu entdeckt bzw. überhaupt gelesen zu werden. Mit dabei sind solche Juwelen wie David Leavitts „Die verlorene Sprache der Kräne“ und Edmund Whites „Selbstbildnis eines Jünglings“; Larry Kramers „Schwuchteln“ wird zum ersten Mal und endlich auf Deutsch erscheinen. Stephan Niederwieser, Herausgeber dieser Reihe, der vielen als Autor bekannt ist, wird zusammen mit seinem Kollegen Peter Peschke erzählen und aus den Büchern Kostproben lesen. Eintritt frei. 20.30 Uhr. Lietzenburger Straße 9A, 10789 Berlin-Charlottenburg.

Donnerstag, 20. Oktober

Café Tasso Vortrag und Lesung. Heidrun Loeper – „Der Beruf der Schauspielerin“ - Tilla Durieux. Tilla Durieux (1880 – 1971) war bereits vor dem Ersten Weltkrieg eine berühmte Schauspielerin in Berlin und ganz Europa. Daneben und danach hatte sie drei weitere Leben: Eines als Frau des nicht weniger berühmten Paul Cassirer, Kunstsammler und Verleger der Expressionisten-Generation. Das zweite als Gattin des jüdischen Bankiers und Förderers moderner Kunst, Ludwig Katzenellenbogen, mit dem sie in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland nach Jugoslawien emigrierte. Und schließlich, ab 1955, in Berlin wieder als Schauspielerin. Heidrun Loeper, Literaturwissenschaftlerin, Autorin und  Lektorin, bringt den Zuhörern diese schillernde Persönlichkeit nahe. Spenden erbeten. 20 Uhr. Liegnitzer Straße 15, 10999 Berlin-Friedrichshain.

Volksbühne Lesung. Lesebühne: Jan Brandt – „Gegen die Welt“. Buchpremiere. Jan Brandts Roman „Gegen die Welt“ ist ein Buch über die Wende in Westdeutschland, über Pop in der Provinz, über Verrat und Freundschaften, die nie zu Ende gehen. Auf Daniel, den schmächtigen, verschlossenen Spross einer Drogistendynastie, fallen eines Tages die Verdächtigungen für die unerklärlichstenen Dinge: Schneefall im Sommer, Hakenkreuze an der Hauswand, die in seinem Dorf in Ostfriesland erscheinen. Er begehrt gegen das Dorf auf und verliert. 20 Uhr. Linienstraße 227, 10178 Berlin-Mitte.

Literaturhaus Hörspielabend zur Ausstellung. Ausstellung Urs Jaeggi. „Al_pha_be_te“ oder: „Wo bin ich, wenn es mich gibt?“. „Rimpler“ und „Lange Jahre Stille als Geräusch“. Hörspielabend Urs Jaeggi. In dem 1987 entstandenen Hörspiel „Rimpler“ (Ursendung RIAS 1990) reflektiert der Polizeischütze, der bei der Studentenrevolte anläßlich des Schahbesuchs in Berlin am 2. Juni 1967 Benno Ohnesorg erschossen hat, in einem Monolog das Geschehen und Seine seelischen Folgen. In „Lange Jahre Stille als Geräusch“ (Deutschlandradio Kultur 2005) erprobt Urs Jaeggi in einem bildhaft-assoziativen Text das Weiterdenken gegen den Strom der Zeit. Er sieht sich auf der Seite der Skeptiker, aber auch bei den Hartnäckigen, die von den Rändern her versuchen, die satte Mitte aufzumischen. 3-5 €. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literaturforum im Brechthaus Lesung & Gespräch. Annett Gröschner – „Walpurgistag“. Gabriele von Arnim im Gespräch mit Annett Gröschner. Auf einer Tagesreise durch die Stadt kreuzen sich die Wege zahlreicher Menschen: alte Damen, die neuer Besitzverhältnisse wegen die Wohnung wechseln müssen, Taxifahrer, Gasableser, Obdachlose, Schulschwänzer, Lehrerinnen und viele mehr. Der Romanautorin Annett Gröschner ist mit ihren „short cuts“ eine Momentaufnahme gelungen, die ein Berlin zeigt, wie wir es noch nicht gesehen haben. Und alles passiert an einem Tag: am 30. April – dem Walpurgistag. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Buchhändlerkeller Lesung. Alissa Walser – „Immer ich“. Erzählung. Alissa Walser liest aus ihrer im Piper Verlag erschienenen Erzählung „Immer ich“. 20.30 Uhr. Carmerstraße1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Der Literarische Salon in der Z-Bar Lesung. Kate Atkinson – „Das vergessene Kind“. Kriminalgeschichte oder Gesellschaftsroman? Whitbread-Award Gewinnerin Kate Atkinson gelingt beides in einem. Unübertroffen, mit bissigen Kommentaren, lotet sie Abgründe der Gesellschaft aus und fügt sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu einem Ganzen. Tracy Waterhouse, ehemalige Polizistin und absolut gesetzestreue Bürgerin, kauft ein Kind. Niemand ist davon mehr überrascht, als sie selbst. Eigentlich eine Rettungsaktion, dennoch ist das Ganze keineswegs legal, und Tracy ist von Stund an auf der Flucht. Da kommt es ihr höchst ungelegen, dass ein gewisser Jackson Brodie, Privatdetektiv, sie unbedingt wegen eines dreißig Jahre alten Falles sprechen möchte, in dem auch ein Kind verwickelt war…5-7 €. 20.30 Uhr. Bergstraße 2, 10115 Berlin-Mitte.

La Luz Lesung. Die Brauseboys - Die Vorleseshow im Wedding mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Gäste: Rolf Kohring (Texte), Martingo (Lieder). 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstraße 16-20, 13347 Berlin-Wedding.

Freitag, 21. Oktober

Mehrgenerationenhaus Phoenix Khalil Gibran – „Der Prophet“. Seit Jahren entdeckt jede Generation für sich neu die Schönheit und Weisheit dieses Klassikers von Khalil Gibran. Ines Pinera Bustamente liest drei Reden aus dem Werk der Weltliteratur. Das Publikum entscheidet, welche Reden rezitiert werden. Spende erbeten. 19 Uhr. Teltower Damm 228, 14167 Berlin-Zehlendorf.

Museen Dahlem Lesung. John von Düffel – „Goethe ruft an. Roman“. Es gibt zwei Sorten von Schriftstellern – strahlende Zauberer und erfolglose Zweifler, und es gibt natürlich auch die Jagd nach dem Erfolg. Düffels Held gehört in die Kategorie der Erfolglosen. Doch er hat einen Förderer, der schon zu Lebzeiten ein Klassiker ist und deshalb Goethes Format hat. Es beginnt eine Komödie über den Literaturbetrieb. Lesung und Gespräch mit dem Autor. 8-12 e. 19.30 Uhr. Lansstraße 8, 14195 Berlin-Dahlem-Dorf.

Café Tasso Konzert & Kabarett. Kiki & Frau Gong. Mit Chansons der 1920er und 30er Jahre von Hollaender, Weill, Benes, Spoliansky und Kreisler. Kiki wird Sie mit einem Sammelsurium besonders heikler Fälle von Weiblichkeit überraschen, begleitet von Frau Gong am Klavier. Monique Steffen - Gesang, Inga Löchter - Klavier. Spenden erbeten. 20 Uhr. Liegnitzer Straße 15, 10999 Berlin-Friedrichshain.

Literaturhaus Lesung. „Der Prophet“ von Khalil Gibran- ein literarisches Programm. Nadja Tenge und Idil Baydar sprechen Texte des 1923 erschienenen Buches. Veranstalter: Nadja Tenge. 8-12 €. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Schwartzsche Villa Lesung mit Diskussion. Karl Schlögel – „Terror und Traum. Moskau 1937“. Karl Schlögel liest aus seinem gleichnamigen Buch : „Moskau 1937: Die sowjetische Metropole auf dem Höhepunkt der stalinistischen Diktatur.“ In einem Orkan der Gewalt geht eine Gesellschaft zugrunde. Karl Schlögel rekonstruiert Monat für Monat, wie sich der Terror eines Notstandsregimes zum „Großen Terror“ steigerte, dem binnen eines Jahres 1,5 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Doch damit ist nicht die ganze Geschichte erzählt: Im Schatten des Terrors will das Regime um Stalin eine neue Gesellschaft aufbauen. Gestützt auf zahllose Dokumente – Literatur, Filme, Zeitungen, Ausstellungen, Protokolle, Reklame, Tagebücher, Lieder, Stadtpläne, Briefe – vergegenwärtigt Karl Schlögel in seinem historischen Meisterwerk eine Zeit, in der Terror und Traum fließend ineinander übergingen: Eine beispiellose Perspektive. Ein hervorragend geschriebenes und äußerst anregendes Buch. Prof. Dr. Karl Schlögel wurde 1948 geboren, er studierte an der FU Berlin, in Moskau und St. Petersburg. Er lehrt Osteuropäische Geschichte an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Seine Bücher wurden vielfach ausgezeichnet. Eintritt frei. 20 Uhr. Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin-Steglitz.

Literaturhaus Lesung. Katharina Hacker – „Eine Dorfgeschichte“. Die Zeitenfolge bestimmt über lange Jahre, wie man sich erinnert, dann verliert sie, wie ein Bild an Farbe, ihre Kraft. Dies Gestern, das mein Jetzt ist, das Jetzt, das sich auflöst in die Zukunft, alles so klein wie eine Streichholzschachtel, wo schon verbrannte, abgebrochene, auch neue Zündhölzer durcheinander liegen. Ein Dorf im Odenwald, drei Kinder, Geschwister, Eltern und Großeltern verbringen dort die Sommer. Im Namen der Kinder, mit kollektiver Erzählstimme und doch auch abgesetzt von den beiden Brüdern, erzählt Katharina Hacker von den alltäglichen Sensationen der kindlichen Weltaneignung, von Ängsten, Träumen und Albträumen und von der noch unverstanden in die Dorfgegenwart hineinwirkenden Geschichte. Katharina Hacker liest aus „Eine Dorfgeschichte“ (S. Fischer Verlag). 3-5 €. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Buchhändlerkeller Lesung. Donna Reynolds – „Der bipolare Spagat“. Buchpremiere mit Donna Reynolds: „Der bipolare Spagat“. Manisch-depressive Menschen verstehen. Das Hilfe-Buch für Freunde und Angehörige. Gastveranstaltung des Thieme Verlages. 20.30 Uhr. Carmerstraße1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Samstag, 22. Oktober

Literaturhaus Lesung. „Die Erde ist nur ein Land, und alle Menschen sind seine Bürger“. (Bahá'u'lláh). Lesung aus den Schriften der Bahá'i Religion. Veranstalter: Geistiger Rat der Bahá'i in Berlin Charlottenburg /Wilmersdorf. Eintritt frei. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Sonntag, 23. Oktober

Schwartzsche Villa Lesung mit Musik. Theodor Fontane – „Unterm Birnbaum“. Erzählt von Johannes Gahl am Klavier und Eva Moreno, Flöte. Die Geschichte spielt im „großen und reichen Oderbruchdorf Tschechin“, wo ein Mann spurlos verschwindet, der bei einem Geschäftsinhaber eine Schuld eintreiben sollte. Mit psychologischem Einfühlungsvermögen erzählt Fontane vom Hin und Her um die Aufdeckung der Tat. Die Musik stellt die verschiedenen Stimmungen der Geschichte her oder vertieft sie. 8-10 €. 18 Uhr. Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin-Steglitz.

Heimatmuseum Steglitz Lesung. Wolfgang Unterzaucher – „Wie ich die Welt sehe“. Der Schauspieler Wolfgang Unterzaucher liest aus dieser kleinen Schrift Albert Einsteins und bringt uns auch den Menschen Einstein aus Briefen und Redentexten näher. Eintritt frei. 18 Uhr. Drakestraße 64 A, 12205 Berlin-Lichterfelde.

Literaturhaus Lesung. „Gesicht verloren“. Hörspiel von Barbara Kenneweg mit Musik von Susanne Stelzenbach. Präsentation und Gespräch mit Regine Ahrem (Redakteurin RBB), Lilli Nitsche (Merlin Verlag) und den Künstlerinnen. Veranstalter: GEDOK Berlin. 3-5 €. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Montag, 24. Oktoberi

Literaturwerkstatt Schreibwerkstatt Dichte Geschichten. In der Schreibwerkstatt „Dichte Geschichten“ können sich Jugendliche von 11–15 Jahren auf die Suche nach spannenden Themen machen und deren literarische Bearbeitung ausprobieren. Die Schreibwerkstatt findet jeweils montags von 15-17 Uhr (Altersgruppe 11-13 Jahre) und 17-19 Uhr (Altersgruppe 14-15 Jahre) unter der Leitung von Sylvia Krupicka statt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist unter mail@literaturwerkstatt.org erbeten. Mit freundlicher Unterstützung des Kulturamts Pankow. 15 Uhr. Knaackstraße 97/Kulturbrauerei, 10435 Berlin-Kreuzberg.

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Egon-Erwin-Kisch-Bibliothek Lesung. Peter Ensikat – „Ihr könnt ja nichts dafür!“. Ein Ossi erklärt, wie's drüben war: Immer wieder ließ sich Peter Ensikat von Verwandten und Bekannten »aus dem Westen« geduldig erklären, wie die DDR funktioniert. Jetzt schlägt er zurück - und beschreibt 60 Jahre bundesdeutsche Geschichte und Gegenwart aus der Perspektive des Ossis. 3-4 €. 19.30 Uhr. Frankfurter Allee 149, 10365 Berlin-Lichtenberg.

Literaturhaus Lesung. Mircea Cartarescu – „Der Körper“. Als die Schreibstube des Erzählers dem urbanistischen Größenwahn des Diktators zum Opfer fällt, kehrt Mircea in die elterliche Wohnung zurück, wo er mit seinen Imaginationen und Erinnerungen hinabsteigt in die Tiefen der Zeit, wo seine und die Vergangenheit seiner Eltern und Großeltern wieder lebendig wird. Sie ist albtraumhaft und phantastisch, bevölkert von Sektierern, sich verwandelnden Figuren, voller schmerzhafter Abschieds- und Verfallsbilder. Aber sie fügt sich unter den erzählerischen Anstrengungen Mirceas zu einer Selbst- und Weltbeschreibung, wie nur große Literatur sie leisten kann. Mircea Cartarescu, 1956 in Bukarest geboren, hat 2007 den ersten Band seiner „Orbitor“-Romantrilogie in deutscher Übersetzung veröffentlicht: „Die Wissenden“; mit „Der Körper“ (Zsolnay Verlag) liegt nun der zweite Band in der Übersetzung von Gerhardt Csejka und Ferdinand Leopold vor. Mircea Cartarescu liest zusammen mit Frank Arnold aus diesem Buch. 3-5 €. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Schwartzsche Villa Lesung. Autorenforum: Lesen – Zuhören – Diskutieren Vorlesen unveröffentlichter Texte. Das Autorenforum ist eine der ältesten Lesebühnen Berlins. Eintritt frei. 20 Uhr. Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin-Steglitz.

Berliner Ensemble Lesung. Ben Becker – „Na und, ich tanze“. Ben Becker ist einer der wichtigsten deutschen Schauspieler. Als Enfant terrible so berüchtigt wie beliebt, hat der eigenwillige Künstler eine beispiellos vielseitige Karriere gemacht: am Theater, im Film, als Musiker mit seiner Band Zero Tolerance und nicht zuletzt mit der gigantischen Bibel-Performance. Seine unverwechselbare Stimme wirkt magnetisch, er liebt die Provokation und polarisiert. Und er überrascht immer wieder mit impulsiven Lyrik-Lesungen, mit zärtlichen Kinderbüchern und öffentlichen Auftritten, bei denen ihm nicht selten sein Temperament durchgeht. In „Na und, ich tanze“ erzählt er, was bisher geschah: wo er herkommt, wie er wurde, der er ist – und was ihn antreibt. Seine unbändige Lebensgier und seine großen Erfolge bieten den anekdotenreichen und skandalumwitterten Stoff für dieses Buch, das man ein Ereignis wird nennen dürfen. 7-10 €. 20 Uhr. Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin-Mitte.

Dienstag, 25. Oktober

Literaturwerkstatt Lesung. Wieder entdeckt: Christine Lavant. In Lesung und Gespräch: Nadja Küchenmeister (Autorin, Berlin), Jürgen Israel (Literaturwissenschaftler, Neuenhagen). Moderation: Norbert Hummelt (Autor, Berlin). Christine Lavant ist eine der großen, wenngleich weniger bekannten Stimmen der deutschsprachigen Lyrik. Ihr Leben war geprägt von Krankheit, Armut, Depression und einem starken Gefühl des Alleinseins. Ihre Texte sind »das elementare Zeugnis eines von allen guten Geistern missbrauchten Menschen als große Dichtung, die in der Welt noch nicht so, wie sie es verdient, bekannt ist« (Thomas Bernhard). Sie wurde 1915 im Lavanttal, Südkärnten, als Kind eines Bergarbeiters geboren und starb 1973 in Wolfsberg. Publiziert hat sie ab 1948, in schneller Folge erschienen 13 Bände mit Gedichten und Erzählungen, spät fand sie öffentliche Anerkennung und Förderung. Christine Lavant war als Autorin eine Naturbegabung. Schreiben war für sie lebensnotwendig, ihr Leben fand geradezu in der Dichtung statt. Ihre Worte treffen mit elementarer Wucht auf den Leser. Mit dieser unmittelbaren, fast suggestiven Wirkung der Texte sucht sie ihresgleichen in der deutschen Dichtung. „In diese pragmatische Welt … ragen die naturmystischen Versenkungen der Christine Lavant wie unzeitgemäße Zaubersprüche.“ (Michael Krüger) Ihre Texte, fast sind es Anrufungen, nehmen es mit der Welt, der Natur und mit Gott auf. Höchste Zeit, sich Christine Lavant zu widmen. Die Lyrikerin Nadja Küchenmeister und der Literaturwissenschaftler Jürgen Israel, der 1984 eine Lavant-Ausgabe in der DDR herausgab, lesen gemeinsam mit Norbert Hummelt ihre Texte und diskutieren über ihr Werk. „Wieder entdeckt“ ist eine Veranstaltungs-Reihe in der Literaturwerkstatt Berlin, die sich auf die Suche nach Solitären in der Poesiegeschichte begibt. Der Dichter Norbert Hummelt stellt sie uns im Gespräch mit Fachleuten und kundigen Menschen vor. 3-5 €. 20 Uhr. Knaackstraße 97/Kulturbrauerei, 10435 Berlin-Kreuzberg.

Schwartzsche Villa Lesung & Musik. Carl-Peter Steinmann – „Sonntagsspaziergänge. Entdeckungen in Berlin“ Carl-Peter Steinmann liest aus seinem neuen Buch. Nach „TatOrt Berlin“ und „Im Fluss der Zeit“ greift der Stadterzähler Carl-Peter Steinmann die Form des Sonntagsspaziergangs auf und beschreibt Bekanntes, auch scheinbar Nebensächliches und entdeckt Neues hinter vertrauten Fassaden. 6-8 €. 20 Uhr. Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin-Steglitz.

Literaturforum im Brechthaus Buchvorstellung & Gespräch. Henning Marmulla – „Enzensbergers Kursbuch“. Moderation: Jörg Magenau. „Enzensbergers Kursbuch“ erzählt die spannende Geschichte einer Zeitschrift, die ihren Beginn in einer Zeit nahm, als man Geschichte noch für machbar hielt – und die maßgeblich dazu beitrug, dass Menschen für ihre Geschichte kämpften. Dazu zeichnet der Autor anhand zahlreicher unveröffentlichter Quellen den Weg zur Gründung der Zeitschrift im Jahre 1965 nach und analysiert ihre Bedeutung für die internationalen 68er-Bewegungen. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Literaturhaus Lesung. Karl-Heinz Ott – „Wintzenried“. Der Philosoph Jean-Jacques Rousseau kommt zeitlebens nicht über ein Trauma hinweg: dass der Friseur Wintzenried den Platz im Bett seiner dreizehn Jahre älteren Geliebten eingenommen hat. Gäbe es Wintzenried nicht, würde Rousseau glücklich sein, müsste nicht gegen die Welt toben und zum Wegbereiter der Französischen Revolution werden. Ohne Wintzenried wäre alles gut. Karl-Heinz Ott, 1957 in Ehingen geboren, Autor mehrerer Romane, einer „Heimatkunde. Baden“ (2007), des Essays „Tumult und Grazie. Über Georg Friedrich Händel“ (2008) und, zusammen mit Theresia Walser, des Theaterstücks „Die ganze Welt“ (2010), beleuchtet in seinem neuen Roman das Leben des großen Philosophen Rousseau zwischen Wahnsinn und Wahrheit, Verfolgungs- und Größenwahn. Karl-Heinz Ott liest aus „Wintzenried“ (Hoffmann und Campe). 3-5 €. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literarisches Colloquium Lesung. Winfried Menninghaus und Josef H. Reichholf – „Von der Schönheit“. Winfried Menninghaus und Josef H. Reichholf in Lesung und Gespräch. Moderation: Jens Bisky. Schiller zufolge ist es das Schöne, „das Menschen und Götter bezwinget”. Was aber verbirgt sich hinter dem abstrakten Begriff „Schönheit“? Zwei Wissenschaftler, die in höchst unterschiedlichen Forschungsbereichen beheimatet sind, haben sich in den letzten Jahren dieser Frage gewidmet. Winfried Menninghaus, Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der FU, veröffentliche 2003 die Studie „Das Versprechen der Schönheit”, ein „erhellendes Zusammenspiel von Natur- und Kulturgeschichte der Schönheit”, wie Jens Bisky in der Süddeutschen Zeitung schrieb. In diesem Herbst nun erscheint im Suhrkamp Verlag der Band „Wozu Kunst? Ästhetik nach Darwin”, der den Ahnherrn der Evolutionsbiologie ebenso im Titel führt wie das im Frühjahr bei C.H Beck veröffentlichte Buch „Der Ursprung der Schönheit. Darwins größtes Dilemma” von Josef H. Reichholf, in dem sich fundamentale Fragen mit kritischem Zeitbezug verbinden. Der Evolutionsbiologe Reichholf war Leiter der Wirbeltierabteilung an der Zoologischen Staatssammlung München und lehrte an beiden Münchner Universitäten. 2007 wurde er mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa ausgezeichnet. Beide Autoren lesen aus ihren neuen Büchern und diskutieren mit Jens Bisky über Schönheitskonzepte und deren Herkunft.4- 6 €. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Heimathafen Neukölln Lesung. Kirsten Fuchs – „Eine Frau spürt so was nicht“. „Eine Frau spürt so was nicht“ sind Geschichten wie ein Großstadtleben: Da ist das Mädchen, das sich über die Welt wundert, denn ihre Eltern behaupten zwar, sie lieben sie, schicken sie aber dennoch in die Schule. Da ist die Frau, die auf eindrückliche Weise lernt, warum es Beziehung heißt und nicht „Beliebung“ oder die, die sich wünscht, der Ex solle sich fortpflanzen - ganz weit fort. Und dann die „Pärchenpest“ mit ihrem Liebesgesäusel, das sogar Spinnen dazu bringen kann, sich im eigenen Netz zu erhängen. Schließlich die Mutter, die Zwillinge bekommt, die zu echten „Flegelfällen“ werden - Kirsten Fuchs Alter Ego bleibt nichts erspart. Kirsten Fuchs wurde in Karl-Marx-Stadt geboren und ist in Berlin aufgewachsen. 2003 gewann sie den renommierten Literaturwettbewerb „Open Mike“ Kirsten Fuchs war Mitglied verschiedener Berliner Lesebühnen, seit 2008 liest sie bei der Chaussee der Enthusiasten. Von 2003 bis 2005 war sie Kolumnistin für die taz. Seit 2007 schreibt sie für Das Magazin. Zuletzt erschienen: „Die Titanic und Herr Berg“, „Zieh dir das mal an!“, „Heile, heile“ und „Nicht der Süden“. 6-8 €. 20 Uhr. Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin-Neukölln.

Buchhändlerkeller Lesung. Alfred Polgar - großer Meister der kleinen Form. Gelesen von Frank Arnold. Flaneure: Alfred Polgar - großer Meister der kleinen Form. Ein Streifzug durch das Werk mit Frank Arnold und Hartmut Mangold. 20.30 Uhr. Carmerstraße1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Mittwoch, 26. Oktober

Lehmanns Buchhandlung Vorlesewettbewerb. Lesewelt Vorlesestunde. Alle Kinder im Alter von vier bis zwölf sind herzlich eingeladen, die neue Lesewelt-Vorlesestunde bei Lehmanns Media zu besuchen. Bei regelmäßigem Besuch winken Buchgeschenke! Das Lesen liegt uns von Lehmanns Media ganz besonders am Herzen. Wir sind überzeugt, dass Lesen grundlegender Baustein von Bildung ist. Daher haben wir als erste Buchhandlung mit dem Lesewelt Berlin e.V. ein neues Projekt aus der Taufe gehoben: Ab 19. Oktober 2011 wöchentlich jeden Mittwoch sind alle Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren herzlich eingeladen, die neue Lesewelt-Vorlesestunde bei Lehmanns Media zu besuchen. Ein Team geschulter Lesewelt-Vorleser erwartet immer mittwochs um 16 Uhr alle Kinder, die sich gern auf spannende Vorleseabenteuer mitnehmen lassen wollen. In drei kleinen, homogenen und nach Alterstufen eingeteilten Gruppen werden den Kindern Geschichten vorgelesen. Jeder ist willkommen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich! Und jedem, der regelmäßig an der Veranstaltung teilnimmt, winkt ein Buchgeschenk! Eintritt frei. 16 Uhr. Hardenbergstraße 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Café Sibylle Lesung. Renate Geißler – „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ von Theodor Fontane. „Ob du reisen sollst, fragst du …?“. Die Schauspielerin Renate Geißler liest aus „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ von Theodor Fontane. 4-7 €. 19.30 Uhr. Karl-Marx-Allee 72, 10243 Berlin-Friedrichshain.

Museen Dahlem Lesung. Peter Bieri – „Wie wollen wir leben?“. Der Philosoph und Schriftsteller Peter Bieri alias Pascal Mercier geht zentralen Fragen des menschlichen Lebens nach. Wir wollen über unser Leben selbst bestimmen, denn davon hängen unsere Würde und unser Glück ab. Unser Denken, Fühlen und Tun ergeben sich aus den Bedingungen unserer Lebensgeschichte. Können wir trotzdem Einfluss auf unser Leben nehmen, so dass es uns nicht einfach nur zustößt? Bieris Überlegungen in diesem Buch sind eine Fortführung seiner Betrachtungen in seinem 2001 erschienen Werk „Das Handwerk der Freiheit“. Vortrag und Gespräch mit dem Autor. 8-12 €. 19.30 Uhr. Lansstraße 8, 14195 Berlin-Dahlem-Dorf.

Literaturwerkstatt Lesung. John Montague – „Erste Landschaft, erster Tod“. In Lesung und Gespräch: John Montague (Autor, Irland)  Moderation: Hans-Christian Oeser (Übersetzer, Berlin). John Montague ist einer der bedeutendsten irischen Dichter der Gegenwart. Der „Doyen der Poesie von Ulster“ schlägt in seinen Texten die Brücke von der älteren Dichter-Generation zu den jüngeren Zeitgenossen. Vom ersten Gedichtband an, „Poisoned Lands“ (1961), bestachen seine Verse durch Schlankheit, Sinnlichkeit, Kraft und Präzision. Sein einflussreicher Gedichtband „The Rough Field“ (1972), eine faszinierende Sequenz über eine Reise in das zerrissene Nordirland, vereinigte Persönliches mit Politischem. Montague versteht sich trotzdem als Kosmopolit, als Mittler zwischen Amerika, dem europäischen Kontinent und dem insularen Irland. John (Patrick) Montague wurde 1929 in New York als Sohn irischer Auswanderer geboren. Seine Kindheit verbrachte er auf einem Bauernhof in der nordirischen Grafschaft Tyrone. Er studierte Englisch und Französisch. In den sechziger Jahren lehrte er in Berkeley, Dublin und Vincennes sowie am University College Cork. Seither lebt er als freier Schriftsteller in Cork. In regelmäßigen Abständen war er Poet-in-Residence am New York State Writers’ Institute. Von 1998 bis 2001 war er Irlands erster Inhaber des Lehrstuhls für Dichtkunst. Zuletzt erschien auf Deutsch in der Edition Rugerup „Erste Landschaft, erster Tod“ (2008, Übersetzung Margitt Lehbert und Hans-Christian Oeser). Montague, Mitglied der Irish Academy of Letters und der irischen Akademie der Künste (Aosdána), ist Empfänger zahlreicher Auszeichnungen und Preise. Hans-Christian Oeser stellt den Autor im Gespräch vor und liest gemeinsam mit ihm die Gedichte und ihre Übersetzungen. 3-5 €. 20 Uhr. Knaackstraße 97/Kulturbrauerei, 10435 Berlin-Kreuzberg.

Literaturforum im Brechthaus Lesung & Gespräch. Uwe Timm – „Freitisch.“ Novelle. Moderation: Michael Opitz. In Uwe Timms Novelle „Freitisch“ wird die Frage nach dem Erreichten aufgeworfen: Sind wir die geworden, die wir sein wollten? Unweigerlich führt diese Frage zu einer weiteren: Wodurch sind wir geworden, wie wir sind? Die Antwortsuche findet unter einem kühn gespannten topografischen Bogen statt. Er reicht von Anklam, einer Stadt in der ostdeutschen Provinz, bis nach München, der angesagten Großstadt im Süden Deutschlands. Zum zentralen Handlungsort für wichtige Gespräche wird aber ein Freitisch. Die Gespräche liegen weit zurück, aber wie gegenwärtig sind noch die Hoffnungen von einst? 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Heimathafen Neukölln Buchpremiere. Der Emons Verlag und Hugendubel am Hermannplatz – „111 Orte in Berlin, die man gesehen haben muss.“ Entdecken Sie Berlin neu: zum Anfassen, zum Angucken und zum Anhören! Das Autorenteam nimmt Sie mit auf seine Spurensuche durch die Stadt. Ein Parcours für alle, die ihre Neugierde auf dieses unbegreifliche Berlin nicht los lässt! Wie kommt man auf den Geisterbahnhof in Siemensstadt? Welchen Whiskey hat David Bowie in seiner Stammkneipe getrunken? Was kostet eine Übernachtung im Prinzessinnenzimmer in einer Marzahner Platte? Und wo konnte man in West-Berlin Bauern bei der Ernte zugucken? In diesen 111 Fundstücken wohnen Bilder, Geschichten und ganz eigene Stimmungen. Berlin will entdeckt werden! LIVE Die Runaway Brides : Die vier Ladies singen von Whiskey, Wein und den Schattenseiten des Lebens. Sie mischen Old School Country mit Punk Rock und Pop Hooks und besingen dabei das wahre Leben in der Großstadt. 3 €. 20 Uhr. Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin-Neukölln.

Literaturhaus Lesung. Poesie der Nachbarn: Belgien. Meine schlichten Reisen. Im Juni 2010 haben die deutschen Dichter Gerhard Falkner, Zsuzsanna Gahse, Norbert Lange, Michael Speier, Ulrike Almut Sandig und Hans Thill - philologisch begleitet von Beate Thill  und Stefan Wieczorek - im Künstlerhaus Edenkoben flämische und niederländische Dichter aus Belgien übersetzt: Dirk van Bastelaere, Eric Brogniet, Karel Logist, Els Moors, Erik Spinoy und Liliane Wouters. Dirk van Bastelaere und Eric Brogniet lesen zusammen mit Gerhard Falkner, Michael Speier und Hans Thill aus dem Band „Meine schlichten Reisen. Gedichte aus Belgien“ (Wunderhorn Verlag). 3-5 €. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literarisches Colloquium Lesung. Juri Andruchowytsch – „Perversion“. Juri Andruchowytsch in Lesung und Gespräch. Moderation: Olaf Kühl. Als 2003 der Essay „Das letzte Territorium” des ukrainischen Schriftstellers Juri Andruchowytsch bei Suhrkamp erschien, wurde den Lesern hierzulande die Ukraine als politisch und literarisch bislang unbekanntes Terrain neu erschlossen. Im Jahr darauf blickte dann die ganze Welt nach Kiew und auf die „orangene Revolution”. 2005 erschien Andruchowytschs großer Roman „Zwölf Ringe” in deutscher Übersetzung, und der 1960 geborene Autor aus Iwano-Frankiwsk, der im selben Jahr mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet wurde, konnte die Öffentlichkeit neben seiner Rolle als politisch denkender Kopf und Vermittler zwischen dem deutschsprachigen Raum und seiner Heimat auch als bedeutende literarische Stimme überzeugen. Für seinen Roman „Perversion” von 1996, der in diesem Herbst in der deutschen Übersetzung von Sabine Stöhr bei Suhrkamp erscheint, haben Rabelais und Bachtin, Bulgakow und Esterházy Pate gestanden – die Leser erwartet ein wildes Spiel mit Formen, Stilen und apokryphen Traditionen. 4-6 €. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Lehmanns Buchhandlung Lesung. Nele Neuhaus – „Wer Wind sät“. Mit „Wer Wind sät“ erscheint der bereits fünfte Krimi von Nele Neuhaus. Innerhalb kürzester Zeit schnellte er auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Die Autorin ist heute bei uns zu Gast. Der neueste Fall der Ermittler Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein führt uns wieder in den Vordertaunus. Während seiner Arbeit stürzt der Nachtwächter der WindPro GmbH zu Tode. Doch ein Unfall scheint unwahrscheinlich, denn die Überwachungskamera zeigt einen Einbrecher und außerdem liegt ein toter Hamster auf dem Schreibtisch des Firmenchefs. Die Ermittlungen führen zu einer Bürgerinitiative, die sich mit der Firma einen Krieg liefert, es geht um Korruption und gefälschte Gutachten. Dann taucht ein weiterer Toter auf, und Bodenstein hat plötzlich andere Dinge zu tun, als bei der Aufklärung der Morde zu helfen…5-8 €. 20.30 Uhr. Hardenbergstraße 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Buchhändlerkeller Buchpremiere. Georg Heym – „Ich, ein zerrissenes Meer“. Eine Biographie von Gunnar Decker. Georg Heym: „Ich, ein zerrissenes Meer.“. Gunnar Decker stellt seine Biographie des Dichters vor. Gastveranstaltung des Verlags für Berlin-Brandenburg. 20.30 Uhr. Carmerstraße1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Donnerstag, 27. Oktober

Literarisches Colloquium Fortbildung. „Mein hochgelahrter, tiefstudierter Herr!“. Titel, Anrede, Gruß und Höflichkeit im Wandel der Zeiten. Eine ganztägige und sprachübergreifende Fortbildung für literarische Übersetzer und andere Interessierte. Mit Beiträgen von Klaas Hinrich Ehlers und Gudrun Held. Moderation: Gabriele Leupold und Eveline Passet. Arthur Schopenhauer vergleicht in seiner treffenden Metapher die Höflichkeit mit der „mittleren Entfernung“, die Stachelschweine an kalten Wintertagen mühselig herzustellen versuchten, um nicht zu frieren und sich zugleich auch nicht zu stechen. Doch wie macht man sich mit Sprache bei anderen beliebt, und wie hält man sie auf Abstand? Was bedeutet es, wenn Heinrich von Kleist einen Brief mit „Untertänigster Diener“ unterschreibt? Wann haben Kinder ihre Eltern gesiezt, wann der Papst den Kaiser „geerzt“, zeugte ein „Ihr“ von Vertraulichkeit oder Distanz? Zwei Linguisten erkunden das Spannungsverhältnis zwischen universalen Strategien wechselseitiger „Gesichtspflege“ und seinem stets historisch gewachsenen Ausdrucksinventar. Klaas Hinrich Ehlers, Sprach- und Dialektforscher aus Frankfurt/Oder, stellt in seinem Vortrag „Von 'Hochachtungsvollst' über 'Heil Hitler' bis 'Herzliche Grüße’“ die Entwicklung höflicher Routinen an Briefen dar. Gudrun Held, Romanistin aus Salzburg, wendet sich der Literatur im engeren Sinne zu und beleuchtet in ihrem Vortrag „Wenn die Red' ein Feiertagsgwandl anzieht“ die Inszenierung sprachlicher Höflichkeit in Johann N. Nestroys Wiener Komödienwelt. Im Anschluss an die Vorträge bieten wir, wie immer, zwei kleine Werkstätten an. Der Eintritt ist frei, 10 Euro Unkostenbeteiligung für einen Mittagsimbiss und Getränke sind vorgesehen. Anmeldung per Mail erbeten an becker@lcb.de oder Fax 030-81699619. 10-18 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Literaturwerkstatt Lesung. Poesiegespräch: Manfred Peter Hein. In Lesung und Gespräch: Manfred Peter Hein (Helsinki)  Moderation: Nico Bleutge (Autor und Literaturkritiker, Berlin). Manfred Peter Hein ist der große Fremde der deutschen Dichtung. Er veröffentlicht seit über einem halben Jahrhundert Gedichte – auf 15 Bände beläuft sich das Oeuvre –, und fast ebenso lange lebt er als ein „deutscher Dichter in Finnland“ (Bobrowski). Vielleicht ist diese Entfernung an die Peripherie des Literaturbetriebs die Ursache dafür, dass Hein ein Geheimtipp für Eingeweihte ist. Sein Werk, das in der Traditionslinie Celans, Huchels, Arendts und Bobrowskis steht, ist in Deutschland immer noch zu entdecken. Anlässlich seines 80. Geburtstages am 25. Mai 2011 veröffentlichte der Wallstein-Verlag dem Band „Weltrandhin“ mit Gedichten aus den Jahren 2008–2010. Über diesen Band und ein Leben als Dichter, Beobachter, Übersetzer, Fährtensucher und Fährmann der Literaturen soll an diesem Abend gesprochen werden – und aus diesem Band wird Hein lesen. „Im Grunde arbeitet Hein in jedem Gedicht an dem Paradox, mit der Sprache gegen das Nichts anzutreten, dort Verse zu setzen, wo eigentlich Schweigen und Stille herrschen.“ (Nico Bleutge). Manfred Peter Hein (*1931 Darkehmen/Ostpreußen) studierte Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte und Finnougristik in Marburg, München, Helsinki und Göttingen. Er lebt seit den fünfziger Jahren in Finnland. Er hat zahlreiche Gedichtbände, Prosa, Essays publiziert, er ist Übersetzer und Herausgeber. Für seine Gedichte und Übersetzungen wurde er mit renommierten deutschen und internationalen Literaturpreisen geehrt, darunter 1984 mit dem Peter-Huchel-Preis; zuletzt 2006 mit dem Rainer-Malkowski-Preis. Poesiegespräche bieten die Möglichkeit eines tiefen Einblicks in Schreibstätten und Konzepte von Dichtern, zumal wenn es um deren neuestes Buch geht. Nico Bleutge, selbst Dichter, wird als kritisch begleitender Gesprächspartner auch diese Veranstaltung der Reihe moderieren. 3-5 €. 20 Uhr. Knaackstraße 97/Kulturbrauerei, 10435 Berlin-Kreuzberg.

Volksbühne Lesung. Lesebühne: Katerina Poladjan – „In einer Nacht, woanders“. Buchpremiere. Mascha soll das Haus ihrer verstorbenen Großmutter in Russland verkaufen. Längst hat das Berliner Leben Maschas Erinnerungen an ihr Kindheitsglück in Russland verschüttet, mitsamt den Rätseln ihrer Familie: Was trieb ihre Mutter fort? Warum lies der Vater sie im Westen so bald im Stich? Was wurde aus der geliebten Großmutter, einer Raumfahrtingenieurin mit Verbindungen in höchste Regionen? Überstürzt bricht Mascha auf ins winterliche Russland. Was als Fahrt in eine fremd gewordene Welt beginnt, wird nicht nur zur Reise in die Kindheit, sondern zur Flucht, zur Möglichkeit eines anderen Lebens – „In einer Nacht, woanders“ ist das Romandebüt von Katerina Poladjan. 20 Uhr. Linienstraße 227, 10178 Berlin-Mitte.

Literaturforum im Brechthaus Lebenszeugnisse. André Baganz – „Endstation Bautzen II. Zehn Jahre lebenslänglich“. Wolfgang Benz im Gespräch mit André Baganz. Es ist einer der spektakulärsten und in der DDR bis zuletzt geheim gehaltenen Fälle: Nach einem gescheiterten Fluchtversuch an der Grenze zu Westdeutschland wird André Baganz, Sohn einer Deutschen und eines Afrikaners, 1981 in Frankfurt/Oder in Untersuchungshaft genommen. Beim Versuch, aus der Haftanstalt auszubrechen, verschanzen er und drei weitere Gefangene sich in einem Gebäude. Sonderkommandos von Polizei und Staatssicherheit belagern die Stadt, ein Polizist kommt zu Tode, die Geiseln bleiben unversehrt. Baganz, obwohl selbst nicht der Todesschütze, wird zu lebenslanger Haft verurteilt und nach Bautzen II verlegt – dorthin, wo nur die gefährlichsten Staatsfeinde einsitzen. Das Stasi-Gefängnis wird zum Martyrium. Jahrelange Einzelhaft, Übergriffe, Psychoterror. 1991 wurde sein Urteil revidiert und er entlassen. Heute lebt André Baganz als taxifahrender Schriftsteller in Bonn. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Literaturhaus Lesung zur Ausstellung. Ausstellung Urs Jaeggi. „Al_pha_be_te“ oder: „Wo bin ich, wenn es mich gibt?“ Die Zeitschriften „Idiome. Hefte für neue Prosa“ und „Perspektive“ in Gespräch und Lesung mit den Herausgebern Florian Neuner und Ralf B. Körte. 3-5 €. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literarisches Colloquium Lesung. Studio LCB. Reinhold Neven Du Mont. Gesprächspartner: Ursula März und Walter van Rossum. Moderation: Denis Scheck. „Mit einer Art zwanghaftem Vergnügen habe ich mir angewohnt, die Todesanzeigen in meiner Zeitung zu lesen. Die schwarz umrandeten Felder üben auf mich eine Art Anziehungskraft aus, die sich nur zum Teil mit meinem fortgeschrittenen Alter erklären läßt.“ So beginnt „Die Villa“, der erste Roman des 1936 in Köln geborenen Reinhold Neven Du Mont. Sein Vater, sein Großvater und sein Urgroßvater – alle waren Zeitungsverleger, und sein Bruder Alfred ist es heute noch. Seinem Naturell aber hat die Zeitungsverlegerei nie entsprochen: Reinhold Neven Du Mont, als Schwiegersohn von Joseph Caspar Witsch 1963 in den Verlag Kiepenheuer & Witsch eingetreten, hat zwei Jahre nach Witschs Tod 1969 Kiepenheuer & Witsch als Alleininhaber übernommen. In seine Zeit als Verleger fielen die Nobelpreise für Heinrich Böll, Gabriel Garcia Marquez und Saul Bellow ebenso wie der sensationelle Sachbucherfolg mit Günter Wallraffs „Ganz unten“ und das verlegerische Trauma der Fatwa gegen Salman Rushdie und dessen Roman „Die satanischen Verse“. Vor zehn Jahren hat Reinhold Neven Du Mont den Verlag an den Holtzbrinck-Konzern verkauft, sich aber nach seiner Zeit als Verleger als Schriftsteller neu erfunden. Nach seinem Debütroman „Die Villa“ und einer „Gebrauchsanweisung“ für seine Geburtsstadt Köln legt Reinhold Neven Du Mont in diesem Herbst mit „Der Maskensammler“ (C.H. Beck) einen neuen Roman vor, in dem er sich einmal mehr als Chronist des deutschen Bürgertums erweist.  Im „Studio LCB” wird Reinhold Neven Du Mont aus seinem neuen Roman „Der Maskensammler“ lesen und mit den  Autoren und Literaturkritikern Ursula März und Walter van Rossum über sein Werk als Romancier und den Strukturwandel im literarischen Leben der Bundesrepublik diskutieren. In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk. Sendetermin: Samstag, 29. Oktober 2011 20:05 Uhr. Sendefrequenzen unter: www.dradio.de/dlf/frequenzen/. 4-6 €. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Café Tasso Lesung. Storyatella: Berliner Kurzgeschichten. LITERATURSALOON LUNGE, STORYATELLA und die VirtuArtisten. Tauchen Sie ein in ein Stück Berlin, das Sie so noch nicht erlebt haben: die Welt von STORYATELLA – das erzählte Berlin! Eine Kurzgeschichten-Anthologie aus dem Ort, der die Schreiber anzieht wie das Licht die Motten! Thema heute: „Was wollen DIE denn hier?“. Spenden erbeten. 20 Uhr. Liegnitzer Straße 15, 10999 Berlin-Friedrichshain.

Buchhändlerkeller Lesung. Alan Bennett – „Miss Fozzard findet ihre Füße“ und andere Geschichten von Alan Bennett. „Miss Fozzard findet ihre Füße“ und andere im Verlag Klaus Wagenbach erschienenen Geschichten von Alan Bennett. Hans Koch liest und plaudert aus der Werkstatt des Lektors. 20.30 Uhr. Carmerstraße1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

La Luz Lesung. Die Brauseboys - Die Vorleseshow im Wedding mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Gäste: Karl Neukauf und Kollegen (Musik), Clint Lukas (Surfpoet). 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstraße 16-20, 13347 Berlin-Wedding.

Freitag, 28. Oktober

Kulturforum Hellersdorf Lesung. 2.Krimimarathon. Wolfgang Schüler –„Das Gesicht des Täters. Authentische Kriminalfälle“. Einen Dieb verteidigen, einen Vergewaltiger hinter Gitter bringen, an der Unschuld eines Klienten ernsthafte Zweifel hegen, die Polizeiarbeit selber machen, einem Gewaltopfer in einem traumatischen Verfahren zur Seite stehen – immer offenbart sich dem Anwalt bei der Verteidigung das Verbrechen in allen grausigen Einzelheiten und werden die menschlichen Schicksale von Tätern, Opfern und Angehörigen sichtbar. Wolfgang Schüler erzählt authentische Fälle aus der Kanzlei. John K. Carson liest aus „Todestrieb und Seelenheil“: Eine Mordserie hält Karlsberg in Atem. Das neunte Opfer wird gefunden, vom Serientäter fehlt noch jede Spur. Das Ermittlerteam um die Kommissare Rosen und Schneider geraten immer mehr unter Druck. Der Täter sucht weiter nach Opfern, Spendern für seine Triebbefriedigung. Nach einem Eklat wird die Leitung des Teams an einen Erzfeind von Rosen übergeben. Nur die aufkeimende Romanze zu seiner Kollegin Sabine Traub gibt Johannes Rosen den Antrieb weiter zu machen. Ohne es zu ahnen, kommt Rosen dem Täter nahe und dieser beschließt, das Katz-und-Maus-Spiel umzudrehen… Bernd Udo Schwenzfeier liest aus seinem Buch: „Der Feind in meinem Haus – Der Pitzamörder“. 19 Uhr. Carola-Neher-Straße 1, 12619 Berlin-Hellersdorf.

Kulturhaus Spandau Lesung. 2.Krimimarathon. Horst Bosetzky liest  aus den Romanen: „Es geschah in Berlin“, „Mit Feuereifer“ und aus verschiedenen Anthologien. Marcell Feige liest die Kurzgeschichte „Rettender Engel“, die in einer eBook-Anthologie Ende Oktober erscheint. 19 Uhr. Mauerstraße 6, 13597 Berlin-Spandau.

Literarisches Colloquium Lesung. „Grenzgänger – Von Vätern und Vaterfiguren“. Peter Henning und Kolja Mensing in Lesung und Gespräch. Moderation: Jenny Friedrich-Freksa. 1946 wird im Nordwesten Deutschlands ein Kind geboren. Der Vater ist Pole, Soldat der Besatzungstruppen, die Mutter eine Deutsche. Die Liebe scheitert. Das Kind wächst heran, ohne den Vater, der in seine Heimat zurückgekehrt ist,  kennenzulernen. Viele Jahre später macht sich Kolja Mensing, der Enkel jenes polnischen Soldaten, auf die Suche. In „Die Legenden der Väter“ erzählt Mensing von der vorsichtigen Annäherung an seinen unbekannten Großvater Józef. Auf Spurensuche gehen will auch Peter Henning. Er wurde einige Jahre vom polnischen Lebensgefährten seiner Großmutter aufgezogen, der ihn sehr prägte. Viktor Knapik war eine disparate und schillernde Persönlichkeit, ein Offizier in NS-Uniform, ein Waffenschmuggler, Erfinder und Melancholiker. Für Henning blieb ein großer Teil der Biografie seines Ziehvaters lange im Dunkeln, und nun will er herausfinden, wer dieser Mann eigentlich war. Er arbeitet derzeit an einem Roman über diesen „polnischen Vater“ und wird aus seiner Werkstatt berichten. Beide Autoren erhielten für ihre Recherchen ein „Grenzgänger“-Stipendium der Robert Bosch Stiftung. Im Gespräch mit Jenny Friedrich-Freksa, Chefredakteurin der Zeitschrift „Kulturaustausch“, werden sie von den Freuden und Nöten berichten, Familiengeschichte eine literarische Form zu geben. In Zusammenarbeit mit der Robert Bosch Stiftung.4-6 €. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Starick Buchhandlung Lesung. 2. Krimimarathon. Eva Ehley – „Engel sterben“. Eva Ehley hat als ausgebildete Katechetin schnell erkannt, dass das Gute nicht ohne das Böse existieren kann. Nach einem Studium der Literaturwissenschaften ist sie diesem Spannungsverhältnis in ihrem Kriminalroman auf den Grund gegangen. Die Autorin lebt mit Mann und Kindern auf einem idyllischen Grundstück im Norden der Republik. 20 Uhr. Breite Straße 35-36, 14199 Berlin-Schmargendorf.

Hägeles ANTIQUA Krimidinner. 2. Krimimarathon. Jochen Senf & Angela Esser. Angela Eßer und Jochen Senf geben sich die Kugel! Eine Krimidinner der Extraklasse. Und dazu gibt es mörderisch Geschmacksknospen Schmeichelndes aus schwäbischen Landen. Lassen Sie sich einen guten Mord auf der Zunge zergehen, verwöhnen Sie sich mit brillanten Verbrechen und genießen Sie ein kulinarisches Krimi-Gericht mit mehreren Verhandlungen. Bei der kulinarischen Lesung im Hägels Antiqua präsentieren Jochen Senf und Angela Eßer ausgewählte Kriminalgeschichten. In unterhaltsamer und amüsanter Form wird von den Autoren eine denkwürdige Begegnung zwischen zwei  Nachbarn geschildert („Der Kunstpfeifer“ aus: Berlin blutrot) oder von einer Frau Professor berichtet, die endlich ihren ehebrecherischen Mann loswerden will, … die Frage ist nur wie („Vergiften, einfach vergiften“ aus Tatort Attersee)? Außerdem soll eine alte Liebschaft rettender Anker sein („Feuer und Wasser“ aus: Weinleichen) und ein kurzes Telefonat offenbart eine Katastrophe („Ein kurzes Telefongespräch“: aus Arsen und Kartöffelchen). 29 €. 20 Uhr. Eisenacher Straße 59, 10823 Berlin-Schöneberg.

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Jüdisches Museum Berlin Gespräch. Hamed Abdel-Samad spricht auf der Jubiläumskonferenz des jüdischen Museums. Hamed Abdel-Samad war während des Aufstandes im Frühjahr 2011 in Kairo. Nun gibt er aus unmittelbarer Anschauung Auskunft über Ursachen, Ausbruch und möglichen Verlauf der arabischen Revolution, die von der bildungshungrigen Generation Facebook getragen wird. Seine Prognose alarmiert und gibt Anlass zur Hoffnung: Denn es liegt nicht zuletzt in der Hand des Westens, ob aus der Auflösung der arabischen Diktaturen die Chance auf ein gedeihendes, blühendes Miteinander von Abendland und Morgenland erwächst – oder ob in den destabilisierten Nationen Bürgerkriege und eine kollabierende Wirtschaft Hunderttausende, ja Millionen junger Menschen auf den Weg nach Norden zwingen, wo sie die überalterten Gesellschaften Europas zu überlaufen drohen. Abdel-Samads Botschaft ist klar: der Westen muss sich wirtschaftlich und politisch engagieren, um den Menschen in ihrer Heimat eine Perspektive zu eröffnen. Dann gewinnen alle durch diese größte weltpolitische Erschütterung seit dem Fall des Eisernen Vorhangs. 5-7 €. 20 Uhr. Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin-Kreuzberg.

Literaturhaus Lesung zur Ausstellung. Ausstellung Urs Jaeggi. „Al_pha_be_te“ oder: „Wo bin ich, wenn es mich gibt?“. Gespräch über Kunst und Gesellschaft mit Beat Wyss und Urs Jaeggi. Moderation: Rolf Külz-Mackenzie. Beat Wyss, geboren 1947 in Basel, ist seit 2003 Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Er veröffentlichte zuletzt: „Die Pariser Weltausstellung 1889. Bilder von der Globalisierung“ (2010) und „Nach den großen Erzählungen“ (2009). 3-5 €. 20 Uhr. Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Samstag, 29. Oktober

Lehmanns Buchhandlung Lesemarathon. Skandinavisch gut - der kriminelle Lesemarathon. Der Lesemarathon von Lehmanns Media und den Ullstein Buchverlagen. Lassen Sie sich inspirieren! Von 12-18 Uhr starten wir einen kriminellen Lesemarathon, bei dem von Berliner Hörbuchsprechern, Moderatoren und Schauspielern je 20 Minuten aus einem von 2 brandaktuellen, spannenden Krimis vorgelesen wird. UND........UND: wir bieten Ihnen kostenlos den skandinavischen Rotweinpunsch „Glögg“ an, eine skandinavische Spezialität. Es wird gelesen aus Camilla Läckberg: „Meerjungfrau“ und Jo Nesbö: „Die Larve“. Eintritt frei. 12 Uhr. Hardenbergstraße 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Polizeihistorische Sammlung Lesung. 2. Krimimarathon. Ulrike Bliefert liest aus „Nikes letzter Sieg“ und „Geständnis gewisser Vorkommnisse“; Thomas Nommensen liest den Kurzthriller „Wertvolle Kinder“ aus der Anthologie „Mordsmütter“; Jutta Herrmann liest die Kurzgeschichte „Va Banque“ aus Tropical Island Krimi – Die mörderischen Schwestern / Band 1. 16 Uhr. Platz der Luftbrücke 6, 12101 Berlin-Tempelhof.

Buchhandlungen Lesensart Lesung. 2. Krimimarathon. Boris Pfeiffer – „Unsichtbar und trotzdem da!“. Die neue Berliner Krimireihe für Kinder von Boris Pfeiffer. Jan Flieger liest aus seinen Erzählungen. Überraschende Lösungen zeichnen Fliegers Geschichten aus. Bei seinen Erzählungen könnte man das Motto vermuten: „Wer zu früh handelt, den bestraft das Leben.“ Claudia Puhlfürst liest aus ihren Werken. Kriminelle Schreibtischtäterin aus Sachsen. Herrin von „Ungeheuer“ und „Sensenmann“. Liest, schreibt, guckt Horrorfilme, gruselt sich. Brotberuf Redakteurin und Schulberaterin bei DUDEN, Spezialgebiet Humanethologie und nonverbale Kommunikation. Gibt Anthologien heraus, schreibt auch Fachliteratur, organisiert die Ostdeutschen Krimitage (www.mord-ost.de), Mörderische Schwester, Rudelführerin eines Hundes und zweier Meerschweinchen. 16 Uhr. Landsberger Allee 277, 13055 Berlin-Hohenschönhausen.

Kunstzentrum Tegel – Süd Lesung. 2. Krimimarathon. Angela Eßer liest Mörderische Märchen; Wolfgang Schüler liest aus seinem aktuellem Buch: „Das Gesicht des Täters“; Amely Carson liest aus ihren Kurzgeschichten. 18 Uhr. Neheimer Straße 54-60, 13507 Berlin-Tegel.

Veranstaltungsscheune Fourage Lesung. Hilde Dethlefs – „Als ich noch ein Seepferdchen war, im vorigen Leben…“. Hilde Dethlefs erzählt aus dem bewegten Leben des Schriftstellers Joachim Ringelnatz vor dem Hintergrund von Kaiserzeit, Weltkrieg, Wirtschaftskrise und Naziherrschaft. Wolfgang Unterzaucher liest Gedichte, Autobiographisches und Briefe. 9-11 €. 19 Uhr. Chausseestraße 15a, 14109 Berlin-Wannsee.

Sputnik-Kino Lesung. 2. Krimimarathon. Wiener Blut – Österreichische Autoren auf dem 2. Krimimarathon: Andreas Pittler liest aus seinem neuen Krimi „Tinnef“; Susanne Wiegele liest aus „Fetzer und die Ordnung der Dinge“. 19.30 Uhr. Hasenheide 54, 10967 Berlin-Neukölln.

Sony Store Berlin Lesung. 2. Krimimarathon. Ella Danz liest aus „Ballaststoff – Angermüllers 6.Fall“; Stephan Hähnel liest aus: „Von gestressten Killern und genervten Opfern“. 20 Uhr. Am Potsdamer Platz, 10785 Berlin-Mitte.

Dorotheenstädtische Buchhandlung Lesung. 2. Krimimarathon. Andrea Vanoni liest „HOT SHOT”; Marcel Feige liest: „Treptower Tropfen”; Viktor Iro  liest: „Wartensteiners letzte Überweisung“. 20 Uhr. Turmstraße 5, 10559 Berlin-Moabit.

Krimibuchhandlung totsicher Lesung. 2. Krimimarathon. Willi Voss liest aus „Pforte des Todes“; Carla Rot liest aus „Blutasche“, dem zweiten Krimi um Hauptkommissar Zeitz. 20 Uhr. Winsstraße 16, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Walthers Buchladen Lesung. 2. Krimimarathon. Susanne Kliem liest aus „Die kalte Zeit“ und Gunnar Kunz liest aus: „Inflation“. 20 Uhr. Bismarckstraße 71, 12157 Berlin-Charlottenburg.

Sonntag, 30.Oktober

Literaturhaus Lesung. Das Literarische Kinderquartett 2011. Sechs Kinder im Alter zwischen 11 und 14 Jahren diskutieren über sechs ausgewählte neu erschienene Jugendbücher. Die ModeratorInnen und die vier VorleserInnen sind sämtlich aus derselben Altersgruppe. Die Kinder haben bereits durch ihre Mitarbeit in schulischen Lesezirkeln, Theaterarbeitsgemeinschaften und ähnlichen Gruppen ihr besonderes Interesse für diesen Bildungsbereich gezeigt und werden von entsprechend qualifizierten Personen auf den Auftritt vorbereitet. Ziel dieses Projektes ist es, jugendliche Leser durch Vertreter ihrer eigenen Altersgruppe auf lesenswerte Neuerscheinungen aufmerksam zu machen, die Kinder und ihre Begeisterung für Literatur als nachahmenswertes Beispiel herauszustellen, und Schulen anzuregen, ebenfalls Veranstaltungen nach diesem Muster durchzuführen. Als Veranstalter und Organisator haben sich das Literaturhaus Berlin und der Freundeskreis der Stadtbibliothek Charlottenburg-Wilmersdorf zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Mit freundlicher Unterstützung der Verlage: Rowohlt Verlag, dtv, Verlag Henselowsky Boschmann, Oetinger Verlag, Ravensburger Buchverlag, und Loewe Verlag. Folgende Bücher werden besprochen: Ursula Poznanski: Erebos; Wolfgang Herrndorf: Tschick; Jenny Valentine: Kaputte Suppe; Juma Kliebenstein: Der Tag, an dem ich cool wurde; Judith Kerr: Als Hitler das rosa Kaninchen stahl; Inge Meyer-Dietrich & Anja Kiel: Die Hüter des schwarzen Goldes. Eintritt frei. 11 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Villa Donnersmarck Lesung. „Halloween – Gruselgeschichten vom Feinsten“. Die schaurig schöne Lesereise mit Live-Saxofon zum Gruseln, Lauschen und Knabbern. Lesung: Ingrid Kähler; Marion Schwan – Saxophon. 5 €. 18 Uhr. Schädestraße 9-13, 14165 Berlin-Zehlendorf.

Buchhändlerkeller Lesung. Carmer eins - die literarische Lesebühne. Eigene Texte - Lyrik/Prosa - lesen und diskutieren. Mit Sabine Schönfeldt und Signe Ibbeken. 20.30 Uhr. Carmerstraße1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Montag, 31. Oktober

Literaturwerkstatt Schreibwerkstatt Dichte Geschichten. In der Schreibwerkstatt „Dichte Geschichten“ können sich Jugendliche von 11–15 Jahren auf die Suche nach spannenden Themen machen und deren literarische Bearbeitung ausprobieren. Die Schreibwerkstatt findet jeweils montags von 15-17 Uhr (Altersgruppe 11-13 Jahre) und 17-19 Uhr (Altersgruppe 14-15 Jahre) unter der Leitung von Sylvia Krupicka statt. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist unter mail@literaturwerkstatt.org erbeten. Mit freundlicher Unterstützung des Kulturamts Pankow. 15 Uhr. Knaackstraße 97/Kulturbrauerei, 10435 Berlin-Kreuzberg.

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Schwartzsche Villa Lesung. Autorenforum: Lesen – Zuhören – Diskutieren Vorlesen unveröffentlichter Texte. Das Autorenforum ist eine der ältesten Lesebühnen Berlins. Eintritt frei. 20 Uhr. Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin-Steglitz.


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