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Literaturkalender für Berlin / Mai 2011

Ob Lesung oder Vorleseshow - viele Veranstaltungen zum Thema Literatur

© Die Berliner Literaturkritik, 27.05.11

Sonntag, 1. Mai

Madi- Zelt der Sinne Märchenbrunch. Folgen Sie dem Märchenerzähler in die fernen Lande der Fantasie und genießen Sie die schönsten Märchen und Speisen des Morgenlandes. Zauberhaft inszeniert von und mit Joey Bozat. So gemütlich kann ein Sonntag sein...11 Uhr. Bernauer Straße 1, 13507 Berlin-Mitte.

Grunewald II. Literatur und Kunst um die Grunewaldseen II. – Vom Hagenplatz zum Bahnhof Grunewald. Der „reine Liebesfreund“ von Else Lasker-Schüler, „Tristan kämpfte in Feindesland…Bis der Feind brach seinen Leib“, so dichtete sie über den Tod des Dichters Hans Ehrenbaum-Degele, fiel 1915 in Russland. Sein Freund Friedrich Wilhelm Murnau (Plumpe), der große Stummfilm-Regisseur, erbte das Haus in der Douglasstraße. Alfred Kerr lebte in der Douglasstaße und um die Ecke betrieb Edith Jacobsohns, die Frau des Verlegers der „Weltbühne“, Siegfried Jacobsohn, nach seinem Tod (1925) den Verlag Williams&Co, wo 1930 Kästners „Emil und die Detektive“, herauskam, hier erschienen „Pu, der Bär“ und die „Dr. Dolittle“-Bücher. Max Reinhardt hat in der Fontanestraße gelebt, Hermann Sudermann in der Bettinastraße, die nach Bettina von Arnim genannt ist. Und in der Erdener Straße war der Salon des Verlegers Samuel Fischer, wo sich die großen Schriftsteller und Geister der Zeit trafen, Gerhard Hauptmann, Thomas Mann, Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Stefan Zweig, Walter Rathenau. Nach dem 2. Welt-Krieg initiierte hier Hans Werner Richter die „Gruppe 47“. In der Koenigsallee und im Hasensprung wohnte Ingeborg Bachmann. 14 Uhr. Treff: Grunewald, vor Wiener Cafe Hagenplatz, nur mit Anmeldung 030/892 13 38.

Buchbox Buchpremiere. Sybille Hein – „Das Streiche Strolche Quatschbuch“. Die Prenzelberger Quatsch-Expertin, Sybille Hein, treibt ihren Unfug durchs Kiez und liefert zusammen mit der Mumpitzbande jede Menge Schabernack mit ihrem Streiche Strolche Quatsch Buch. Dazu gibt es Witz-Lieder vom unglaublichen Falk Effenberger, einen leckeren Strolche-Snack und am Ende mit viel Glück das Quatschdiplom…Bei dieser Lesung für Kinder ab 6 Jahren darf der Quatsch auch gleich mit Sybille ausprobiert werden und ist somit für alle nachahmungsfreudigen Schlitzohren und Knallschoten des Planeten Erde geeignet! 5-6 €. 15 Uhr. Greifswalder Straße 33, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

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CEDIO POINT Lesung. Otto Mellies – „An einem schönen Sommermorgen ...“. Otto Mellies gehörte über 40 Jahre zu den bedeutenden Protagonisten am Deutschen Theater. In zahlreichen Filmrollen wurde er zum Schwarm des weiblichen Publikums. In seiner Autobiografie erzählt er von seiner Kindheit, von Arbeits- und Lebensstationen – und spart auch nicht mit feinen, uneitlen Anekdoten. Otto Mellies stellt seine Biografie am Deutschen Theater in Berlin vor. 17 Uhr. Storkower Straße 207, 10369 Berlin-Lichtenberg.

Zimmertheater Monolog. Friderike Frei – „Unsterblich“ - Kabarettistischer Monolog zum Tod. (Alles neu macht der Mai). Von und mit Frederike Frei, Autorin und Schauspielerin. 19 Uhr. Bornstraße 17, 12163 Berlin-Steglitz.

Montag, 2. Mai

Komische Oper Krimilesung. Jens Luckwaldt – „Pulver und Blei“. Krimilesung mit Musik. Autor Jens Luckwaldt stelltam Ort des Geschehens seinen historischen Berlinkrimi vor. März 1786: Während ganz Berlin gespannt auf den Staatsbesuch eines orientalischen Paschas wartet, ist der englische Reiseschriftsteller Alexander MacKendrick spurlos verschwunden. Sein Verleger alarmiert den Ex-Kriminalgerichtspräsidenten Wilhelm August Schwan. Dieser, seines Ruhestandes überdrüssig, macht sich auf die Suche. Spuren führen ins Berliner Künstlermilieu. Ein Verdacht fällt auf den Komponisten Rotermund, der im Doebbelinschen Theater mit seinen Singspielen Triumphe feiert. Er steht kurz davor, in die feine Gesellschaft einzuheiraten, frequentiert jedoch insgeheim Lokale für "gewisse Kavaliere". Wusste Alexander MacKendrick zu viel von den Geheimnisse seiner Berliner Bekanntschaften und musste deshalb mundtot gemacht werden? Doch es tauchen weitere Spuren auf …Jens Luckwaldts neuer Roman, der gerade im Conte-Verlag erschienen ist, bietet eine spannende Mischung aus Fiktion und historischen Fakten aus dem friderizianischen Berlin. Das Doebbelinsche Theater, in dem der Hauptverdächtige des Krimis tätig ist, stand in der Behrenstraße 55, die Lesung im Foyer der Komischen Oper Berlin findet also sozusagen am Originalschauplatz der verwickelten Geschichte statt. Musikalische Begleitung: Duo Boreas: Almute Zwiener(Oboe), Jochen Schneider (Fagott), auf historischen Instrumenten. 19.30 Uhr. Behrenstraße 55-57, 10117 Berlin-Mitte.

Literaturwerkstatt Lesung und Gespräch. „Wieder entdeckt: Gottfried Benn“. „Wieder entdeckt“ ist eine Veranstaltungs-Reihe in der Literaturwerkstatt Berlin, die sich auf die Suche nach Solitären in der Poesiegeschichte begibt. Der Dichter Norbert Hummelt stellt sie uns im Gespräch mit Fachleuten und kundigen Menschen vor. „Benn ist ein Wunder“ (Falkner). Gottfried Benn (1886–1956), Pfarrerssohn, Offizier, Arzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Einzelgänger und Autor wurde am 2. Mai vor 125 Jahren geboren. Er ist einer der bekanntesten und gleichzeitig umstrittensten Dichter des 20. Jahrhunderts – seiner literarischen Provokationen wie seiner politischen Haltung wegen. Das Interesse an ihm ist ungebrochen, sein Nachruhm ist ebenso disparat wie sein Werk und sein Leben. Noch heute reizt er Dichter zu heftigen Reaktionen. „Man wird mit dem Benn einfach nicht fertig“ (Lentz). Drei Autoren, die sein Werk radikal subjektiv wieder und neu gelesen und ergründet haben, sind eingeladen, mit Norbert Hummelt über ihn zu sprechen und Benns Texte zu lesen: Ulrike Draesner, Gerhard Falkner und Michael Lentz. Veröffentlicht sind ihre Texte als Vorworte in der eben erschienenen fünfbändigen Ausgabe „Das Beste von Benn“ (Verlag Klett-Cotta). Benn führte ein „Doppelleben“ (so der Titel biografischer Texte, die Ulrike Draesner als „naiv, gruselig, grotesk“ bezeichnet), als Arzt und Autor. Berühmt wurde Benn rasch, mit seinem ersten skandalträchtigen Gedichtband „Morgue und andere Gedichte“ (1912), mit den Texten aus Krebsbaracke und Pathologie. Kurzzeitig näherte er sich Mitte der dreißiger Jahre der nationalsozialistischen Idee an, später hatte er Schreibverbot. Nach dem zweiten Weltkrieg war Benn wegen seiner politischen Haltung 1933/34 im Zwielicht, erst 1948 konnte er wieder publizieren. Bereits kurze Zeit später, 1951, erhielt er den Büchner-Preis im Nachkriegs-Deutschland. In Lesung und Gespräch: Ulrike Draesner (Autorin, Berlin), Gerhard Falkner (Autor, Weigendorf), Michael Lentz (Autor, Berlin); Moderation: Norbert Hummelt (Autor, Berlin). 3-5 €. 20 Uhr. Knaackstraße 97/Kulturbrauerei, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Theater O.N. Lesung. Literatursalon am Kollwitzplatz mit Joachim Helfer und Ron Winkler. In der Regel gibt es zwei Gäste für jeweils eine Dreiviertelstunde; die Autoren werden im lockeren Gespräch vorgestellt, lesen aus neuesten eigenen Arbeiten und widmen - so der stets für interessante Überraschungen sorgende Brauch des Hauses - einige Minuten einem ihrer Lieblingsautoren. Zwischendurch gibt es eine Pause, in der man sich an der kleinen hauseigenen Bar mit Getränken zu fairen Preisen versorgen kann. Zum Abschluß liest ein Überraschungsgast "aus den literarischen Untiefen des Prenzlauer Bergs" noch seinen "Text des Monats". 20 Uhr. Kollwitzstraße 53, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Dienstag, 3. Mai

me Collectors Room Buchvorstellung. Ekaterina Rietz-Rakul & Steve Schepens – „Berlin…Aber Sexy“. Ekaterina Rietz-Rakul und Steve Schepens stellen ihr Sachbuch „Berlin…Aber Sexy“, über Erotik in Berlin vor, das sich der Hauptstadt von ihrer verruchten Seite nähert. Das Buch erscheint im Grebennikov Verlag. Eintritt frei. 18.30 Uhr. Auguststraße 68, 10117 Berlin-Mitte.

Haus der Kulturen Lesung. Susanne Stemmler – „MULTIKULTUR 2.0 Willkommen im Einwanderungsland Deutschland“. Buchvorstellung mit Claudia Roth. ahrzehntelang hat sich Deutschland der Realität eines Einwanderungslands verweigert. Die Debatte um „Multikulti“ erstarrt in Integrations-Forderungen an die ‚anderen’. Dabei steht der 1990 aus den USA ‚importierte’ Multikulturalismus aus anderem Grund auch international in der Kritik: Er teilte Menschen nach ihrer Herkunft ein und reduzierte Kultur auf Ethnizität. Zeit also für ein Update: „Multikultur 2.0. Willkommen im Einwanderungsland“,... mehr herausgegeben von Susanne Stemmler für das Haus der Kulturen der Welt, stellt mit international renommierten Beiträgern neue Konzepte für diversifizierte Gesellschaften vor. Der Band lotet aus, wie Institutionen auf zunehmende Diversität reagieren und wie man eine Sprache für die Vielfältigkeit findet. Claudia Roth präsentiert das Buch im Gespräch mit Autorinnen und Autoren des Bandes, u. a. Nevim Çil (Politikwissenschaftlerin), Dan Diner (Historiker, tbc), moderiert von Mark Terkessidis (tbc). 19 Uhr. John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Georg Büchner Buchladen Lesung. Bascha Mika – „Die Feigheit der Frauen“. Was ist nur los mit uns Frauen? Wir wollen frei und gleich sein, doch wo sind wir angekommen nach einem halben Jahrhundert Emanzipation? Alle Sündenböcke sind ausgemacht, alle Entschuldigungen aufgebraucht, alle Spiele gespielt. Jetzt sind wir dran. Reden wir über uns selbst. Und das tut Bascha Mika in ihrem Buch – einem wichtigen Buch! Mika gießt ohne Rücksicht auf political correctness Öl in die klein gewordene Flamme um die Emanzipationsdebatte. Sie zeigt auf, portraitiert, stellt den Kontext „Frausein“ in den Raum. Ein zur Diskussion ermutigendes längst fälliges Buch. Bascha Mika lebt als Publizistin und Autorin in Berlin. Sie war Redakteurin, Reporterin und elf Jahre Chefredakteurin der tageszeitung (taz). Als Honorarprofessorin an der Universität der Künste Berlin bildet sie journalistischen Nachwuchs aus. 8-10 €. 20 Uhr. Wörther Straße 16, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Berliner Kriminal Theater / Umspannwerk Ost Lesung. Frank Schroeder – „Tod Im Weinkeller“ - Eine Kriminelle Weinlesung Inkl. Wein Und Brot. Vorgetragen, eingeschenkt und verkostet von Frank Schroeder (Autor & Vorleser) und Róman Noack (Weinexperte). n Schroeders Weinkellern spielt sich wahrhaft Schauriges und Furchtbares ab. Mäuse im Delirium huschen über vermoderte Balken, Leichen werden in alten Weinfässern entsorgt. Und woher stammen die seltsamen Flecken auf dem Kellerboden? Ist es Rotwein? Oder Blut? Überraschende Lösungen halten die wein-kriminellen Kurzgeschichten von Frank Schroeder bereit. Geschichten zum Gruseln, zum Staunen und zum Genießen. Die Verkostung von vier edlen Weinen der Handelsagentur "Weinroman" rundet diesen Abend für Genießer in perfekter Weise ab. Das ist nicht nur köstlich, sondern vor allem: kriminell! 20 Uhr. Palisadenstraße 48, 10243 Berlin-Friedrichshain.

Literaturhaus Lesung. Wolfgang Büscher – „Hartland. Zu Fuß durch Amerika“. 3-5 €. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Mittwoch, 4. Mai

Friedenau Literarischer Spaziergang. Wo Nobelpreisträger und Expressionisten lebten. Friedhof Stubenrauchstraße: Marlene Dietrich, Jeanne Mammen, Helmut Newton. Die Niedstraße ist die Schriftstellerstraße der 60/70iger Jahre schlechthin. Auf Grass’ Terrasse, der seine Gäste leidenschaftlich bekochte, schallten die Stimmen des Friedenauer Literatenchors, der Nachbar Uwe Johnson, Hans Magnus Enzenberger, dessen Bruder mit den anderen Kommunarden nebenan in Johnsons Wohnung die Kommune I gründete, Max Frisch, Ingeborg Bachmann. Kästners Sekretärin wohnte hier einige Häuser weiter, die nach 1933 heimlich die Texte ihres Chefs weiter tippte, gleich um die Ecke, in der Görresstraße, gründete sich 1951 der ehemalige Buchhändlerkeller und in Wolff’s Bücherei in der Bundesallee ist jetzt ein neuer magischer Ort: „Der Zauberberg“, eine Buchhandlung, 2009 von der russischen Literaturwissenschaftlerin Natalia Liublina mit überwiegend russischer Literatur bestückt. Treff: Friedenau, Friedrich-Wilhelm-Platz, vor der Kirche; Die Führungen dauern ca. 2 Stunden und kosten pro Person 10 €. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

Gendarmenmarkt. Literatur und Kunst am Gendarmenmarkt. Um 1800 haben die Salons der Damen, allen voran Rahel Lewin, später Verheiratete Varnhagen von Ense, das kulturelle Leben um den Gendarmenmarkt geprägt, sie hatte ihren ersten Salon in dem Dachstübchen in der Jägerstraße, vis-à-vis vom Geburtshaus Alexander von Humboldts. Heinrich von Kleist wohnte in der Mauerstraße, der Philosoph und Theologe Friedrich Schleiermacher in den Pfarrhäusern Ecke Glinka/Taubenstraße, E.T.A Hoffman vis-à-vis dem Schauspielhaus, in der Charlottenstraße, ein paar Häuser weiter, im Wirtshaus Wegener, gab’s den berühmten Sekt, der den freiheitlichen Geist beflügelte. Die Hugenotten brachten den Berlinern die Seidenkunst und das gute Essen, was ja manchem Gourmet als die höchste Kunst gilt. In der Französischen Straße war das Haus der Hugenottenfamilie Archad, der der Erfinder des Rübenzuckers, Franz Carl Archad (1753-1821) entstammte. Treff: Mitte, vor dem Hilton Hotel, Mohrenstraße. Die Führung dauert ca. 2 Stunden und kosten pro Person 10 €. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

Literaturwerkstatt Lesung und Gespräch. „Elementare Dinge. Neue Gedichte aus Russland“. Gesellschafts- und Sprachkritik, die den tiefen gesellschaftlichen Wandel in Russland begleitet – dafür steht der Dichter Dmitri Golynko. „ein elementares ding geht auf den markt des/ verbilligten blödsinns, kauft im/ ausverkauf etwas angenehmes und nützliches/ ein anathema oder liebe/ die ware hängt ihm unglaublich schnell zum hals raus …“ Dmitri Golynko (*1969 Leningrad, heute Sankt Petersburg), derzeit Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD, ist ein Dichter mit einer spezifisch sozialen Agenda, der über die Entwurzelung unabhängiger, nicht-kommerzieller Werte in der Konsumkultur nachdenkt und seine sozialen Interessen in linguistische Entscheidungen übersetzt: „Die Sprache seiner Gedichte ist die ordinäre Sprache der post-sowjetischen Wirklichkeit: hässlich, objektivierend, ausbeuterisch, kriminell – im Ganzen absolut emotionslos gegenüber allem, was sich möglicherweise kaufen oder verkaufen lässt. Die von ihm gefundenen und in seine höchst kontrastiven Pseudo-Collagen eingefügten Ausdrücke sind, leider, die Stimme des heutigen Russlands. Doch ist das heutige Russland zu sehr damit beschäftigt, sich selbst auszunehmen, als dass es Zeit hätte, ihm zuzuhören.“ (Eugene Ostashevsky) Monika Rinck, deren funkelnde Sprachwelten und Wundermaschinen poetischer Erfindungsgabe sich jeder Verortung verwehren, und Steffen Popp, den eine "radikale Schnitttechnik zwischen Landschaftsgedicht und Subjektivität" auszeichnet (Kurt Drawert), gehören zu den interessantesten jüngeren Dichtern hierzulande. Steffen Popp wurde eben mit dem Leonce-und-Lena-Preis ausgezeichnet. Mit ihnen tritt Dmitri Golynko ein ins Gespräch über deutsche und russische Poetiken heute. Mit dieser Veranstaltung in der Literaturwerkstatt Berlin und jener am 12.5. am selben Ort geht sein Aufenthalt als Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD zu Ende. In Lesung und Gespräch: Dmitri Golynko (Autor, Russland), Steffen Popp (Autor, Berlin), Monika Rinck (Autorin, Berlin); Moderation: Daniela Seel (Autorin und Verlegerin, Berlin). 3-5 €. 20 Uhr. Knaackstraße 97/Kulturbrauerei, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Donnerstag, 5. Mai

Buchhandlung Gralla Lesung. Beate Teresa Hanika – „Nirgendwo in Berlin“. Gefangen in der Chatroom-Falle. Ein einsames Mädchen und ein weißer Hund in Berlin, ein Chatroom, eine neue Freundin – doch kaum hat Greta sie kennengelernt, ist sie schon wieder verschwunden. Ob sie irgendwo in dieser Stadt steckt? Und wer ist der geheimnisvolle Fremde, der sich im Chat mit jungen Mädchen anfreundet? In ihrem neuen Roman für Jugendliche entwirft die preisgekrönte Autorin Beate Teresa Hanika ein bekanntes Szenario neu. Auf der Suche nach der eigenen Identität, Freundschaft und einem mysteriösen Entführer muss ihre junge Heldin zahlreiche Hindernisse überwinden. Und was als Entwicklungsroman beginnt, endet in einem spannenden Krimi. 10 Uhr. Hindenburgdamm 42, 12203 Berlin-Steglitz.

Akademie der Künste Lesung und Diskussion. Ayla Gottschlich – „Der Auftrag“. Ayla Gottschlich liest aus dem Expose zu „Der Auftrag“. In dem Dokumentarfilm begleitet sie drei Strafverteidiger mit ihren Mandanten und schaut hinter die Kulissen des deutschen Rechtsstaates. Im Anschluss Gespräch mit Helke Misselwitz und Ebbo Demant. Eintritt frei. 10.30 Uhr; 14 Uhr. Plenarsaal, Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte.

Landesvertretung von Schleswig-Holstein Lesung. Jan Wagner und Doris Runge – „Gedichte mit und ohne Ort“. Ort und Nicht-Ort verbindet die beiden Gedichtbände „was da auftaucht“ von Doris Runge und „Australien“ von Jan Wagner. Doris Runge lebt seit langem in Cismar, einem Ort, der sich selbst als Klosterdorf bezeichnet und – ganz natürlich – sind das klösterliche Leben und die Natur ein Unterton in ihren neuen Gedichten. Die Geographie gliedert den soeben erschienen Gedichtband von Jan Wagner: Die Abteilungen sind nach den Himmelsrichtungen benannt und als Schlussstein ist das Kapitel Australien gesetzt, mithin mit dem Kontinent, den Wagner noch nie besucht hat. Zwei Lyriker lesen an diesem Abend, die auf den ersten Blick nicht sehr viel mehr gemeinsam zu haben scheinen als ihren Bezug zu Schleswig-Holstein – die eine lebt da, der andere kommt von dort. Aber bei genauerer Betrachtung ist es nicht nur das Lakonische, das beide verbindet, sondern auch ihr genau abgewogenes Sprachgefühl und ihr feines Gespür für Rhythmik. Weiteren Gemeinsamkeiten und Unterschieden wird im Gespräch Stephan Opitz nachgehen, der diesen dem zeitgenössischen Gedicht gewidmeten Abend moderieren wird. Eintritt frei. 19 Uhr. In den Ministergärten 8, 10117 Berlin-Mitte.

Ricam Hospiz Lesung. Lisa Freund – „Das Unverwundbare - Wege der Heilung in Lebenskrisen“. Das Leben stellt uns immer wieder vor Herausforderungen, sei es durch Abschied, Trennung oder Verlust. Aus ihrer langjährigen Erfahrung in der Begleitung von Menschen in Grenzsituationen bringt Lisa Freund die tröstliche Überzeugung mit, dass jeder eine unverwundbare Kraftquelle in sich trägt: „Das Unverwundbare“ hilft dabei, auch in schweren Zeiten im Gleichgewicht zu bleiben und neuen Mut zu schöpfen. In ihrem gleichnamigen Buch (O.W. Barth) erklärt die Autorin, wie man diese Quelle der Kraft aktiviert, und so eine Krise in einen heilsamen Lernprozess verwandeln kann. "Das Unverwundbare" führt durch einen spannenden und kreativen Prozess im Umgang mit den Höhen und Tiefen des Lebens, aus dem der Leser gestärkt hervorgeht. Eintritt frei. 19 Uhr. Delbrückstraße 22, 12051 Berlin-Neukölln.

Volksbühne Lesung. Werner Fritsch – „Nico“. Sie war Sängerin der legendären Musikgruppe Velvet Underground, modelte bei Coco Chanel, spielte in Fellinis La Dolce vita und Filmen von Andy Warhol oder stand mit Tangerine Dream, Kevin Ayers und Brian Eno auf der Bühne. Sie suchte die Nähe schöpferischer Rockmusiker, die auch große Lyriker waren: Bob Dylan, Lou Reed, Leonard Cohen, Jimi Hendrix und vor allem Jim Morrison, der sie ermutigte, selbst zu komponieren. ¬Als Christa Päffgen im Nazi- und Nachkriegsdeutschland aufgewachsen, begann sie ein neues, kreativ-selbstzerstörerisches Leben in Paris, New York und Ibiza. Sie war Muse und Göttin, mütterlich warm und teutonisch kühl, produktiv und todesnah – eine Projektionsfläche, eine Sphinx aus Eis. Werner Fritsch legt in seinem Monolog Nico Wurzeln und Abgründe der unergründlichen Popikone offen und verleiht ihr eine neue, seine Sprache. Es spielt Fanny Risberg. Szenografie: Fubbi Karlsson, Musik: Philippe Boix-Vives. Englisch/Deutsch. 20 Uhr. Roter Salon, Linienstraße 227, 10178 Berlin-Mitte.

Café Tasso Lesung. „Lesezeichen: Josef W. Gastello“ Eine Urlaubsreise führt Josef W. Gastello 1997 nach Venezuela. Sein kleines Tagebuch wird Zeuge des „längsten Urlaubs“ seines Lebens. Weil er so naiv ist und einem Bekannten aus dem Ferienhotel einen kleinen Freundschaftsdienst erweist. Der Inhalt der drei Flaschen Rum für die Heimat, die er in seinem Gepäck mitnimmt, erweist sich als flüssiges Kokain. Ein Alptraum beginnt. „Ich wurde zu 7,6 Jahren Haft verurteilt. Sechs Jahre davon habe ich in fünf verschiedenen venezolanischen Gefängnissen verbracht. Mein Leben endete am Tag der Verhaftung ... Vorliegende Aufzeichnungen sollen als Warnung dienen.“ Josef W. Gastello. Eintritt frei, Spenden erbeten. 20 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.

La Luz Lesung. Vorleseshow. Die Brauseboys im Monat des Hasen. Vorleseshow mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Gäste: Franky Fuzz (Liedermacher) u.a. 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstraße 16-20, 13347 Berlin-Wedding.

Freitag, 6. Mai

Maxes Kohlenhof“ Autorenlesung. Michael Schwarz – „Geheimsache Lima“. Ernst Michael Schwarz liest aus seinem neuen Buch: „Geheimsache Lima“ In der Hauptstadt Perus tauchen geheimnisvolle Dokumente aus dem 1. Jahrhundert auf, die einige Dogmen der Kirche in Frage stellen. Die Jagd beginnt! 19 Uhr. Pritstabelstraße 60, 12557 Berlin-Köpenick.

Galerie Listros Lesung. Wanjohi Wa Makokha – „Nest of Stones – Kenyan Narratives in Verse”. Bis heute trägt Kenia an den Folgen der durch die Präsidentschaftswahlen 2007/08 ausgelösten Unruhen. Der kenianische Autor Wanjohi Wa Makokha verarbeitet und kommentiert in seinen im Gedichtband Nest of Stones: Kenyan Narratives in Verse veröffentlichten Gedichten das Zeitgeschehen und porträtiert dabei eindrücklich und ohne idealisierenden Blick die Wirklichkeit. Durch seine politische... mehr Poesie möchte Wa Makokha einer Welt der Menschlichkeit und der gegenseitigen Solidarität näher kommen. Poesie ist für Makokha so nicht „nur“ Kunst, sondern auch ein Beitrag, dem Traum einer besseren Welt ein bisschen näher zu kommen. AfricAvenir lädt zu einer Lesung mit anschließender Diskussion mit dem Autor. Wanjohi Wa Makokha, 1979 in Kenia geboren, arbeitet am Institut für englische Philologie der Freien Universität Berlin. Dort forscht und lehrt er zur englischen Literatur Asiens und Afrikas. 3-5 €. 19 Uhr. Kurfürstenstraße 33, 10785 Berlin-Mitte.

Periplaneta Lesung. Jörn Birkholz – „Deplaziert“. Jörn Birkholz’ namenloser Held betrachtet mit lakonischem Blick seine Welt aus anspruchsvoller Ziellosigkeit und einer Tristesse Royal in Reinkultur: Mit erfrischender Komik erzählt Deplatziert von einer Aneinanderreihung unerwarteter, skurriler Schicksalswendungen und zeichnet gleichzeitig ein stimmungsvolles Porträt einer Thirtysomething-Generation, die sich weigert, sich jenseits ihres Langzeitstudentendaseins dem Leben zu stellen. Da gilt es, sich mit der Rebellion gegen Borniertheit und Alltagstrott, die von Beziehungsenden, Magisterarbeit-Desastern, polnischen Kettensägenmassakern, schlechten Konzerten, und noch schlechteren Partys geprägt ist, auseinanderzusetzen. Doch wird der Aufstand gegen das Establishment von Erfolg gekrönt sein? 20 Uhr. Bornholmer Straße 81a, 10439 Berlin-Prenzlauer Berg.

Samstag, 7. Mai

galerie bild plus Lesung, Film & Gespräch. – „Blinder Fleck 3.0“. Lesung, Film, Gespräch zu den nächsten 10 Stolpersteinen in Friedrichshagen. Dieser Abend ist im Besonderen der Lehrerin Alice Leske gewidmet, die hier in der Friedrichshagener Mädchenschule gearbeitet hat - bis zu ihrer Entfernung aus dem Lehrkörper 1936 auf Grundlage der nationalsozialistischen Rassengesetze. Frau Leske und ihre Schwester Clara wurden 1941 deportiert und ermordet. 17 Uhr. Am Goldmannpark 20, 12587 Berlin-Friedrichshagen.

St. Johannis Benefizkonzert mit Lesung. – „Konzerte für Japan - Lyrik und Klangwelt“. In mehreren Kirchen Berlins findet eine Benefizkonzertreihe mit Lesung von japanischen HAIKUS und TANKAS im Originaltext und in einer deutschen Übertragung statt. Der Erlös dieser Konzertreihe geht ausschließlich an die japanische Botschaft in Berlin zum Wiederaufbau der zerstörten Teile Japans und zur Eindämmung der Atomreaktorkatastrophe von Fukushima. Den Auftakt bildet das von Thorbjörn Sjögren komponierte und gespielte Orgelstück ‚KYRIE’ aus der Vorlage eines finnisches Chorsatzes, der... mehr vor 13 Jahren entstanden ist. Es erklingen weiterhin die Sonate ES-Dur BWV 1031 für Flöte und Basso continuo und vier Choralbearbeitungen: Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ BWV 639, Oh, Mensch bewein dein Sünde groß BWV 622, Wenn wir in höchsten Nöten sein BWV 641 und Liebster Jesu, wir sind hier BWV 706 von Johann Sebastian Bach. Mit dem Flötensolo ‚Requiem’ (1956) von Kazuo Fukushima soll der Opfer der Katastrophe vom 11. März gedacht werden. Den musikalisch-inhaltlichen Höhepunkt bildet im Anschluss ein 2004 von dem Flötisten Tim Kunzke in Berlin uraufgeführtes Solostück für die Flöte von Shigehiro Yamamoto. „Der Weg des Windes“ ist ein „Seelenruf“, in dem Klangstrukturen des heutigen japanischen Tempels (Glocken, die vom Wind bewegt werden) und der Mogariflöte, dem Ritusinstrumentes des alten Japan, vereint werden. Beide Klangstrukturen haben den traditionellen Sinn, dass sich die Seele dessen, der den Klang hört, mit der Seele eines verstorbenen Angehörigen verbinden, ja sogar vereinigen kann. 18 Uhr. Alt Moabit 25, 10559 Berlin-Tiergarten.

Berliner Büchertisch Gespräch. Pegnesische Blumenorden in Zusammenarbeit mit dem Franz Fühmann Freundeskreis – „Im Spiel mit der Sprache“. Zeit seines beruflichen Lebens hat sich Fühmann (1922-84) mit „Spielformen der Poesie” befasst. Sein Herkommen von der Lyrik beförderte dieses tief greifende Interesse. 1978 brachte er sein Sprachspielbuch „WDie dampfenden Hälse der Pferde im Turm von Babel” heraus, in dem es um nichts weniger geht, als... mehr interessierten Menschen jeden Alters einen Ein- und Überblick zu den literarischen Gestaltungsmöglichkeiten von Sprache zu geben. Sprachspiel und Wortgestaltung in spielerischer Form bildeten auch die Triebkraft barocker Poesie bei Georg Phillipp Harsdörffer (1607 – 58) und Johann Klaj (1616 – 56), den beiden Begründern des „Pegnesischen Blumenordens” zu Nürnberg. Zu Verhältnissetzungen von Wort- und Sprachspiel, Vorstellungen von Vorstellungen von Poesie und zum Hören solcher sind Sie herzlich eingeladen! 19.30 Uhr. Mehringdamm 51, 10961 Berlin-Kreuzberg.

Sonntag, 8. Mai

Georg-Büchner-Buchladen Buchpremiere. Siri Hustvedt – „Der Sommer ohne Männer“. Siri Hustvedts neuer Roman (VÖ am 11.3.2011) ist eine hochkomische und blitzgescheite Beziehungsanalyse, in der kein Blatt vor den Mund genommen wird. Die New Yorker Dichterin Mia und der Neurowissenschaftler Boris haben eine Ehekrise. Boris möchte eine „Pause“. Mia stellt fest, dass die Pause viel jünger ist als sie und überdies Boris’ Laborassistentin. Nach einer klinischen Depression braucht sie eine Pause, fährt allein in ihre Geburtsstadt in Minnesota und verbringt den Sommer in der Nähe ihrer Mutter, die, mit neunzig noch recht aktiv, im Heim lebt. Ansonsten brütet Mia über den untreuen Boris und die Männer im Allgemeinen. Die Kur schlägt an, und siehe da, langsam entdeckt sie sich und das Leben neu. Kartenvorverkauf 15 €. 16 Uhr. Wörther Straße 16, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Montag, 9. Mai

Jüdisches Museum Buchpräsentation & Diskussion. Y. Michal Bodemann und Micha Brumlik – „Juden in Deutschland – Deutschland in den Juden“. Das Buch präsentiert ein Panorama jüdischen Lebens in Deutschland zu Beginn des 21. Jahrhunderts. In der Vielzahl der Stimmen – journalistischer wie belletristischer – wird der tiefgreifende Wandel deutlich, der die in Deutschland lebenden Juden seit dem Ende des Kalten Krieges erfasst hat. Inzwischen geht es nicht mehr um das klassische deutsche Judentum und auch nicht mehr um die bedrängte, weitgehend aus Überlebenden bestehende jüdische Gemeinschaft. Es geht um überwiegend aus der Sowjetunion stammende Immigranten und deren Kinder, die ganz eigenständig eine neue jüdische Gemeinschaft begründen. Die bunte, beinahe unübersichtliche Vielfalt wird von den Herausgebern sowie einer Reihe namhafter Autoren des Bandes in Lesung und Diskussion vorgestellt. Eintritt frei. 19.30 Uhr. Altbau 2.OG, Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin-Kreuzberg.

Literaturhaus Lesung & Gespräch. Willi Jasper – „Zauberberg Riva“. Im Gespräch mit dem Literaturkritiker und Publizisten Wilfried F. Schoeller. 3-5 €. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Dienstag, 10. Mai

airportworld bbi/Konferenzzentrum Buchpremiere. Günter Krönert – „Hubschrauber im Einsatz“. Günter Krönert war etwa 6.000 Stunden in der Luft. Mit Hubschraubern bauten er und seine Kollegen Fabriken auf und Brücken ab, sie kalkten Wälder und drehten Filme, errichteten Seilbahnen im Gebirge und Wellenbrecher an der Ostsee, sicherten Schornsteine und hoben Antennen ... Begonnen hatte alles 1957. Da erhielt die NVA die ersten Hubschrauber. Es waren sowjetische Mi4. Krönert gehörte zu den ersten, die damit flogen. Zwei Jahre später wechselten Piloten und Maschinen zur Deutschen Lufthansa der DDR. Daraus wurde der Bereich Spezialflug unter dem Dach der INTERFLUG. Nach 33 Jahren fl og er dort. Und zwar aus seinem speziellen Beruf, mit dem er Luftfahrtgeschichte schrieb. Eintritt frei. 16 Uhr. Flughafen Schönefeld, 12521 Berlin-Schönefeld.

Lehmanns Buchhandlung Buchpremiere. Jörg Thadeusz – „Die Sopranistin“. Sprachwitz, Humor, Hochspannung – Jörg Thadeusz’ neues Buch ist wieder ein Volltreffer! Bei der der Verleihung des Bruno-Fernsehpreises detoniert eine Bombe. Drei Menschen sterben. Die hysterischen deutschen Medien vermuten Terroristen hinter dem Anschlag. Zufällig gerät Friseur Georg in dieses Durcheinander, obwohl er eigentlich nur die Sopranistin Sofia für sich gewinnen wollte. Doch durch den Anschlag  wird er in eine Zeit seines Lebens zurückversetzt, die er für immer vergessen wollte. Und... mehr auch Sofia treiben ganz andere Dinge um, als Georg ahnt ... Mit sprachlicher Eleganz zeichnet Jörg Thadeusz ein Szenario, das sich genau so in Deutschland abspielen könnte. Grimme-Preisträger Jörg Thadeusz gehört zu den beliebtesten Moderatoren im Radio (radioeins) und im Fernsehen („Thadeusz“, „Dickes B.“, „Zimmer frei“). 5-7,50 €. 20.30 Uhr. Hardenbergstraße 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Buchhändlerkeller Lesung. Hans-Christian Oeser – „Söhne und Liebhaber“. Wiedergelesen: Hans-Christian Oeser liest aus seiner neuen, im Reclam Verlag erschienenen Übersetzung von D.H. Lawrence Roman Söhne und Liebhaber. 20.30 Uhr. Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Mittwoch, 11. Mai

Schleichers Buchhandlung Buchvorstellung, Lesung & Gespräch. „Immer auf der Hut. Ost-Schüler in Westberlin. Als die Mauer dazwischen kam.“. 50 Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer erinnern sich Ostklassen-Schüler der Bertha-von-Suttner-Oberschule in Berlin-Reinickendorf an ihre Schulzeit als Grenzgänger, Flüchtlinge und Abiturienten des Jahres 1961. Mit “geliehenem” West-Ausweis durch die Grenzkontrolle, Fluchten durch Abwasserkanäle unter selbstloser Hilfe von Lehrern und Mitschülern. Aber auch an 3 Jahre “Reifeprüfung” im Zuchthaus Bautzen nach gescheitertem Fluchtversuch; und vor allem an den Tod von Dieter Wohlfahrt. Er hat Mitschülern und dann auch Anderen zur Flucht verholfen. Am 9. Dezember 1961 wurde er bei einer Fluchthilfe-Aktion am Grenzzaun in Spandau – von der Stasi in eine Falle gelockt – erschossen. Die Deutsche Welle hat im Jahr 2008 über Dieter Wohlfahrts Fluchthilfe-Aktivitäten und seinen Tod eine Zeitzeugen-Dokumentation gesendet. Diese liegt dem Buch als DVD bei. Das Buch mit DVD wird zum Selbstkostenpreis 13,00 € abgegeben. Mögliche Überschüsse erhält der Förderverein der Bertha-von-Suttner-Oberschule. Eintritt frei. 12 Uhr. Aula der Bertha-von-Suttner-Oberschule, Reginhardstraße 172, 13409 Berlin-Reinickendorf.

Zentral- und Landesbibliothek Lesung. Miri Yu – „Gold Rush“. Die japanische Autorin Miri Yu ist auf Lesereise in Österreich und Deutschland! Buchvorstellung mit Miri Yu und Kristina Iwata-Weickgenannt. Miri Yu liest aus ihrem neusten, auf Deutsch erschienenen Werk "Gold Rush". Es geht um den 14-jährige Kazuki, der als Sohn eines einflussreichen und brutalen Spielhallen-Besitzers in einer verruchten Gegend von Yokohama aufwächst. Immer tiefer rutscht er in eine Welt aus Gewalt, Sex und Drogen ab, bis er eines Tages seinen tyrannischen Vater mit einem Schwert tötet. Er lässt die Leiche in dem mit Gold gefüllten Keller des väterlichen Hauses verschwinden und versucht, die Rolle des Familienoberhaupts einzunehmen – doch die Welt der Erwachsenen ist erbarmungsloser, als er es sich vorstellen konnte. 19 Uhr. Breite Straße 36, 10178 Berlin-Mitte.

HABBEMA Lesung. Lesung zum 80. Geburtstag von Wolfgang Kohlhaase. Thomas Keck liest in Anwesenheit von Wolfgang Kohlhaase aus „Inge, April und Mai“. Wolfgang Kohlhaase gibt als Beruf noch immer Journalist an. Dabei kennt ihn die Welt als Drehbuchautor seit „Berlin – Ecke Schönhauser“ (1957), spätestens aber seit seinen Arbeiten mit Konrad Wolf. Und seine dichterische Meisterschaft erwies sich, als 1977 bei Aufbau „Sylvester mit Balzac“ erschien, eine schmale Sammlung Erzählungen, die „Inge, April und Mai“. Mit atemberaubender Dialektik zeichnet Kohlhaase darin die letzten Kriegs- und ersten Friedenstage eines Berliner Jungen, den die umwerfende Erfahrung erster Liebe treibt, Antwort zu suchen auf die Fragen an den allgegenwärtigen Wahn von angemaßter Macht und dumpfem Vorurteil, die seine kindliche Beobachtung ihm stellt: „Kein Mensch traute mehr den Friseuren, sie schnitten einem die Haare, als ob der Krieg noch an der Wolga stattfand. Man bestellte Fasson, und wenn man wieder an die Sonne trat, leuchtete die Kopfhaut soldatisch weiß über den schamroten Ohren. Mein Haar also fiel lang ...“. 19 Uhr. 4-7 €. Mühlhauser Straße 6, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literaturwerkstatt Lesung und Gespräche. Christian Steinbacher – „Winkschaden, abgesetzt“. Es gibt nur wenige Autoren in der gegenwärtigen Lyrik, die das Komische beherrschen. Christian Steinbacher ist ein Meister unter ihnen. Ihm gelingt es immer aufs Neue, die (österreichische) Tradition der experimentellen Poesie mit barocker Sprachfreude zu verbinden. „Winkschaden, abgesetzt“ (2011 Czernin Verlag, Wien) ist der jüngste Gedichtband des Kurators, Veranstalters, Herausgebers, Vermittlers und natürlich Autors. Da wimmeln Haderlumpen und Pfundskerle, steht Wankelmut vor Donnerblech; Wiederholungen, Stab- und Binnenreime feiern fröhliche Urstände. Unterwegs zwischen den poetischen Schulen, setzt er gleichsam dem feinen Humor eines Oskar Pastior eine quietschbunte Narrenkappe auf. 3-5 €. 20 Uhr. Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literarisches Colloquium Berlin Vortrag. Thomas Lehr – „Der abgewandte Leviathan“. Öffentliche Antrittsvorlesung zur Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik. 2005 wurde die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik von der Stiftung Preußische Seehandlung und der Freien Universität Berlin eingerichtet. Gastprofessor am Peter-Szondi-Institut der FU wird in jedem Sommersemester der Träger des Berliner Literaturpreises. Thomas Lehr, nach Herta Müller, Durs Grünbein, Ilija Trojanow, Ulrich Peltzer, Dea Loher und Sibylle Lewitscharoff der diesjährige Preisträger, hält am heutigen Abend seine Antrittsvorlesung mit dem Titel „Der abgewandte Leviathan. Notizen zur politischen Literatur im Zeitalter ihrer vermeintlichen Beliebigkeit“. Der 1957 in Speyer geborene, seit 1979 in Berlin ansässige Schriftsteller wird in diesem Sommersemester an der Freien Universität ein Kolleg für junge Autoren leiten. 4-6 €, Eintriff frei für Studierende. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Backfabrik Clinker-Lounge Buchpremiere. Sahra Wagenknecht – „Freiheit statt Kapitalismus“. Gespräch mit dem Globalisierungskritiker Max Otte. Schon lange sind nicht mehr Wettbewerb oder gar Leistung die zentralen Merkmale und Perspektiven unserer Wirtschaft, sagt Sahra Wagenknecht. Der Kapitalismus hat seine Produktivität und Kreativität verloren. Wenn Ökonomie die Kunst des Anreizesetzens ist, wirken heute die Falschen, denn sie belohnen ab-strakte Renditeziele und Jobvernichtung statt Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen, Umweltschonung und Unternehmenswachstum. Die aktuelle Wirtschaftskrise ist auch eine Kreativitätskrise, sagt die Autorin. Sie nimmt die Theoretiker der Sozialen Marktwirtschaft wie Walter Eucken und Ludwig Erhard beim Wort und beschreibt es als dringlichste Herausforderung an die Wirtschaft, wieder produktiv und innovativ zu sein. Denn es muss nicht nur gerechter verteilt werden, sondern es muss auch wieder mehr zu verteilen geben. Ohne fundamentale Veränderungen der Eigentumsverhältnisse, also eine neue nichtkapitalistische Wirtschaftsordnung, ist dies nicht zu haben, so die Schlussfolgerung der politischen Vordenkerin. 8 €. 20 Uhr. Saarbrücker Straße 36a, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literaturhaus Gespräch. „Adelbert von Chamisso in der Literatur“ Beatrix Langner im Gespräch mit Joochen Laabs und Hanns Zischler. 3-5 €. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Donnerstag, 12. Mai

Club Spittelkolonnaden Lesung. Ralf Bachmann – „Die Bornsteins – Eine deutsch-jüdische Familiengeschichte“. 3 €. 15 Uhr. Leipziger Straße 47, 10117 Berlin-Mitte.

Kino Babylon Buchpräsentation, Diskussion & Filmausschnitte. Dominik Graf und Peter Körte – „Im Angesicht des Verbrechens“. Anhand des Beispiels seiner prämierten 10-teiligen Krimiserie „Im Angesicht des Verbrechens“ (es werden Filmausschnitte gezeigt) erörtert der Regisseur Dominik Graf den Entstehungsprozess eines Films und gibt Einblicke in die Produktionsbedingungen im deutschen Fernsehen und Film. 8-10 €. 20 Uhr. Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin-Mitte.

Volksbühne Buchpremiere. Frank Ruda – „Hegels Pöbel“. Hegel ist einer der wichtigsten Philosophen für unsere Zeit, denn er verbindet die Entfaltung universaler Kategorien wie Freiheit und Gleichheit mit der Möglichkeit, die geschichtliche Besonderheit einer politischen Situation zu denken. Genau dies ist entscheidend für jeden gegenwärtigen Diskurs über Politik. Zugleich scheitert sein Projekt in einer Weise, die für das Denken der Politik heute besonders lehrreich ist. Ein Name dieses Scheiterns lautet „Pöbel“. Das Buch von Frank Ruda, Übersetzer des französischen Philosophen Alain Badiou, Mitarbeiter der Freien Universität und mitverantwortlich für die Konferenz Idee des Kommunismus, die im vergangenen Jahr an der Volksbühne stattfand, geht diesem Scheitern nach. Slavoj Žižek wird in einem Vortrag mit dem Titel "The Limits of Hegel: Rabble, War, Sex and Marriage" weitergehende Überlegungen zur Aktualität Hegels vorstellen. Eintritt frei. 20 Uhr. Roter Salon, Linienstraße 227, 10178 Berlin-Mitte.

Café Tasso Lesung. Die neue Lesebühne – „Die Unerhörten“. Seid auf der Hut: Nach der revolutionären 1. Mai-Demo wenden sich die Unerhörten den großen und kleinen Revolutionen unserer an Umstürzen nicht armen Zeit zu. Doch für manch einen kann schon das regelmäßige Wechseln von Unterwäsche eine Revolution bedeuten. Auch in einigen unscheinbaren Hinterstübchen regt sich ein Wille zur Revolution, mit dem niemand gerechnet hätte. Zu den Stiften und Schreibfedern, Unerhörte! Es lesen für Sie: Friedhelm Feller-Przybyl, Doris Lautenbach, Ariane Meinzer, Mark Scheppert, Susanne Schmidt, Ralph Trommer und ein unerhörter Stargast zum Thema: „Revolution!“. Eintritt frei, Spenden erbeten. 20 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.

Instituto Cervantes Buchvorstellung. Leonardo Padura – „ El Periodico de la Publicidad”. Padura gelingt etwas Seltenes: Er macht aus einem historischen Stoff einen elektrisierenden Abenteuerroman. „El Periodico de la Publicidad“ Der kubanische Autor Leonardo Padura ist im Mai auf Lesereise in Deutschland unterwegs, begleitet wird er von seinem Übersetzer Hans-Joachim Hartstein. 20 Uhr. Rosenstraße 18-20, 10178 Berlin-Mitte.

La Luz Lesung. Vorleseshow. Die Brauseboys im Monat des Hasen. Vorleseshow mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Gäste: Kersten Flenter (Texte aus Hannover) undHagen Damwerth (Musik aus Berlin). 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstraße 16-20, 13347 Berlin-Wedding.

Buchhändlerkeller Lesung. Lorenz Langenegger – „Hier im regen“. Lorenz Lautenegger liest aus seinem im Verlag Jung & Jung erschienenen Roman. 20.30 Uhr. Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Freitag, 13. Mai

Anno Domini Lesung. – „Hildegard von Bingen - Philosophin und Dichterin“. Lesung aus den Visionen und Gedichten der klugen und wortgewaltigen Nonne. Auch der schöne Klang der lateinischen Originale kommt zu Gehör. 19.30 Uhr. Steglitzer Damm 5a, 12169 Berlin-Steglitz.

Buchladen Bayerischer Platz Lesung. Adriana Altaras – „Titos Brille“. „Ich finde, Geheimnisse sind das Allerletzte!“ Die Schauspielerin und Regisseurin Adriana Altaras führt ein ganz normales chaotisches und unorthodoxes Leben in Berlin. Mit zwei fußballbegeisterten Söhnen, einem westfälischen Ehemann, der ihre jüdischen Neurosen stoisch erträgt, und mit einem ewig nörgelnden, stets liebeskranken Freund, der alle paar Monate verkündet, endlich auswandern zu wollen. Alles bestens also ... 20 Uhr. Grunewaldstraße 59, 10825 Berlin-Schöneberg.

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Lehmanns Buchhandlung Lesung. Flix – „Faust - Der Tragödie erster Teil“. Flix ist zweifellos einer der produktivsten und kreativsten deutschen Zeichner der Gegenwart. Kaum hatte er im letzten Sommer die Arbeiten an seinem deutsch-deutschen Werk „Da war mal was...“ abgeschlossen, begann er für die Frankfurter Allgemeine Zeitung einen klassischen Dramenstoff umzusetzen: den „Faust“ von Goethe. Daraus entstand ein Buch, welches er bei uns vorstellt. Die Rahmenhandlung der Wettstreit zwischen Gott und Mephisto ist geblieben, doch bei Flix ist Heinrich Faust Student vieler Fächer und Taxifahrer in Berlin. Die vorliegende Graphic Novel enthält die komplette Geschichte in überarbeiteter Form und bietet sowohl für „Faust“-Liebhaber als auch für Comic-Fans eine vergnügliche Lektüre. 3-5 €. 20.30 Uhr. Hardenbergstraße 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Samstag, 14. Mai

Maxim Gorki Theater Lesung. „Lange Nacht der Familie“. Offene Türen in Häusern, die sonst des Nachts verschlossen sind, einladend gruselige Orte, spannende Filme oder nächtliche Musik – all das bietet die erste „Lange Nacht der Familie“ zum Lernen und Erkunden. Ensemblemitglieder des MGT Berlin lesen Geschichten für kleine und große Menschen. 18 Uhr. Gorki Studio, Hinter dem Gießhaus 2, 10117 Berlin-Mitte.

Stadtbibliothek Adalbertstraße Buchpräsentation. Betty Kolodzy – „Ali, der Tinnitus und ich“. Im Rahmen der Langen Buchnacht wird Betty Kolodzy ihr neues Buch „Ali, der Tinnitus und ich“ vorstellen, in einer dialogischen Lesung mit Jürgen Vetter und Martin Schenk-von Waldow. Was wäre, wenn die Bundesregierung jedem, der einen Migranten bei sich aufnimmt, eine Prämie von 500 Euro zahlen würde? Und was macht man mit einem Tinnitus, der sich als die Stimme eines Engels entpuppt? 22 Uhr. Adalbertstraße 2, 10999 Berlin-Kreuzberg.

Wirtshaus Max & Moritz Lesung. Abbas Khider – „Die Orangen des Präsidenten“. Im Rahmen der13. Lange Nacht des Buches in der Oranienstraße liest der Autor aus seinem aktuellen Buch. Moderation: Katharina Thiel. Das gesamte Programm unter www.lange-buchnacht.de. Eintritt frei. 23 Uhr. Oranienstraße 162, 10969 Berlin-Kreuzberg.

Sonntag, 15. Mai

Madi- Zelt der Sinne Märchenbrunch. Folgen Sie dem Märchenerzähler in die fernen Lande der Fantasie und genießen Sie die schönsten Märchen und Speisen des Morgenlandes. Zauberhaft inszeniert von und mit Joey Bozat. So gemütlich kann ein Sonntag sein...11 Uhr. Bernauer Straße 1, 13507 Berlin-Mitte.

Grunewald I. Literatur und Kunst um die Grunewaldseen I. - Halensee, Friedhof Grunewald. Auf dem Grunewald-Friedhof in Halensee ist die Begräbnisstätte des zu seiner Zeit mit Gerhard Hauptmann um Ruhm und Ansehen konkurrierenden, heute weniger bekannten Schriftsteller Hermann Sudermann (1857-1928) und seiner Ehefrau Clara, deren Drama „Die faule Mare“, 1904 in München uraufgeführt wurde unter dem Pseudonym E. Linde. Gerhard Hauptmann wohnte in der Nähe. Else Lasker-Schüler floh aus ihrer Ehe mit Herwarth Walden in die Humboldtstraße, in der auch die großen Soziologen und Philosophen Werner und Nicolaus Sombart, Vater und Sohn, lebten. Carl Zuckmayer wohnte in der Koenigsallee unweit vom Luna-Park, der in den 30iger Jahren dem Avus-Ausbau und der Halenseestraße weichen mußte, ein fröhlicher Weinberg nach Preußischer Art verschwand Aufnimmerwiedersehn und am Bismarckplatz thront noch immer über sein Areal wachend Otto von Bismarck mit seinem Lieblingshund, einer Dogge (Skulptur von Max Klein). Er gilt als Begründer des Kurfürstendamms und der Gemeinde Grunewald. 14 Uhr. Treff: Kurfürstendammbrücke/Schwarzbacher Straße (Tankstelle). Nur mit Anmeldung 030/892 13 38.

Galerie Fantom Lesung. Lena Hach – „Neue Leute“. Wo kann ich am schnellsten neue Leute kennenlernen?, fragen Internetbenutzer immer wieder. Lernen Sie sie hier kennen, Menschen von heute, in deren Leben Sie in den Kurzgeschichten von Lena Hach blicken können. Sei es das Mädchen, das alleine in einem Auto seine Tochter zur Welt bringt, sei es der Sammler von Augenblicken oder der Junge, der... mehr sein arabisches Aussehen versteckt, um nicht als Terrorist verdächtigt zu werden. 5 €. 18 Uhr. LeseLounge - Galerie Fantom, Hektorstraße 9-10, 10711 Berlin-Charlottenburg.

Berliner Ensemble Lesung. Max Frisch – „Wilhelm Tell für die Schule“. Zum 100. Geburtstag!Hermann Beil liest Max Frischs „Wilhelm Tell für die Schule“. 19.30 Uhr. Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin-Mitte.

Montag, 16. Mai

Jüdisches Museum Buchpräsentation. Autor Sayed Kashua & Schauspeiler Burghart Klaußner – „ Zweite Person Singular“. Der israelische Autor Sayed Kashua erzählt in seinem neuen Roman die kunstvoll verwobene Geschichte zweier arabischer Israelis, die sich nichts sehnlicher wünschen, als Teil des jüdischen Israels zu sein. Mit aller Macht versuchen sie ihre Fremdheit in der Mehrheitskultur, aber auch die in ihren Augen rückständige arabische Kultur durch eine neue Identität zu überwinden. Sie suchen ihr Heil in den Versprechungen der Popkultur und des westlichen Individualismus, nach denen alles möglich scheint. Doch sie sind damit zum Scheitern verurteilt. 7-9 €. 19.30 Uhr. Altbau EG, Auditorium, Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin-Kreuzberg.

Berliner Ensemble Lesung. Max Frisch zu Ehren. Zum 100. Geburtstag liest Bruno Ganz unveröffentlichte Texte und Briefe. Einführung: Ulla Unseld-Berkéwicz. Zusammen mit dem Suhrkamp Verlag und der Schweizerischen Botschaft Berlin. 20 Uhr. Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin-Mitte.

Sportmuseum Marzahn Lesung. Heinz Florian Oertel – „Halleluja für Heuchler“. So kennt und schätzt man ihn! Wieder greift Heinz Florian Oertel Themen auf, die bewegen und zur Diskussion herausfordern. Er spricht über Moral und Verantwortung der Führungskräfte und über die Werte der Gesellschaft, ist provokant, engagiert und positioniert sich. In seiner gewohnt polemischen Art stellt er Fragen und verbindet seine Überlegungen mit Berichten über Stationen aus der eigenen Biografie. Eine Veranstaltung des Sport und Gesellschaft e. V. 20 Uhr. Eisenacher Straße 121, 12685 Berlin-Marzahn.

Literaturwerkstatt Lesung und Gespräch. Alissa Ganijewa – „Das schönste Proletariat der Welt“. Das schönste Proletariat der Welt“, ein Erzählungsband, soeben im Suhrkamp Verlag erschienen, versammelt die mit dem Debut Prize gekrönten jungen literarischen Stimmen aus Russland, die nun auf Lesereise durch Deutschland und Österreich sind. Hier meldet sich eine neue Generation von Autoren zu Wort. Sie waren Kinder, als das Imperium 1991 zusammenbrach. Anders als ihre älteren Kollegen kennen sie keine sowjetische Vergangenheit, die sie verklären oder bekämpfen müssten. Doch ein riesiges Land wälzt sich um, die gewaltige Bewegung setzt sich bis in die Kapillaren des Einzelnen fort. Indem sie – sei es im Fernzug nach Samara oder in den Basarvierteln von Machatschkala am Kaspischen Meer – vom jähen Ende jeglicher Gewissheit erzählen, zeichnen sie die Erschütterungen der Gegenwart auf. Längst kommen die aufregenden neuen Stimmen der russischen Literatur nicht mehr nur aus Moskau und Petersburg, sondern aus Perm, Ufa und Kazan, aus Städten und Landschaften, in denen der Einfluss des Zentrums geringer, die konfliktträchtige Heterogenität aber um so größer ist. 3-5 €. 20 Uhr. Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Buchhändlerkeller Lesung. Zerah Cirak – „Der Geruch von Glück“.20.30 Uhr. Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Lehmanns Buchhandlung Buchpremiere. Tim Raue – „Ich weiß, was Hunger ist“. Tim Raue wächst im Berliner Wrangelkiez auf und zieht mit seiner Gang, den legendären „36Boys“, durch die Straßen. Auf der Straße erfährt er Respekt und Anerkennung – Dinge, die ihm die eigenen Eltern verwehren. Einzig die Stunden bei den Großeltern, die Gerüche und Geschmäcker dort, die Geborgenheit, bewahren ihn vor dem endgültigen Absturz. Raue verlässt Kreuzberg, träumt von einer Kochkarriere – und lernt seine große Liebe Marie-Anne kennen. Tim Raue hat gegen sein Schicksal... mehr gekämpft – und gewonnen: Heute gehört der preisgekrönte Sternekoch zur Spitze der internationalen Edelgastronomie und führt gemeinsam mit seiner Frau das Sterne-Restaurant „Tim Raue“ in Berlin. Die Autobiografie „Ich weiß, was Hunger ist“ erzählt seine bewegende Lebensgeschichte. Bei Lehmanns stellt Tim Raue sein Buch erstmals öffentlich vor. 4-6 €. 20.30 Uhr. Hardenbergstraße 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Dienstag, 17. Mai

Schleichers Buchhandlung Vortrag und Gespräch. Kurt Biedenkopf – „Wir haben die Wahl. Freiheit oder Vater Staat.“. Der Politiker und Wissenschaftler Prof. Dr. Kurt Biedenkopf ist einer der profiliertesten Vordenker unseres Landes. In seinem sehr persönlichen Buch zeigt er Weichenstellungen auf, die dringend notwendig sind, um Wohlstand und Freiheit zu bewahren. Wir hinterlassen den nachfolgenden Generationen einen riesigen Schuldenberg und marode Sozialsysteme. Nur wenn Zentralismus und Bürokratismus verhindert werden, mehr Bürgernähe der Politik ermöglicht wird und das Engagement und die Motivation der Bürger gestärkt werden, bleibt das Land zukunftsfähig. 8-12 €. 19.30 Uhr. schleichersbuch zu Gast in den Museen Dahlem, Lansstraße 8, 14195 Berlin-Wilmersdorf.

Literaturhaus Gespräch. Susan Neiman – „Moralische Klarheit“. Die Philosophin und Direktorin des Einstein Forums in Potsdam Susan Neiman spricht mit Jan Philipp Reemtsma und Michael Naumann (Moderation). 3-5 €. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Akademie der Künste Berlin Lesung, Gespräch & Musik. „Carlfriedrich Claus: Geschrieben in Nachtmeer“. Carlfriedrich Claus (1939–1998) war Universalist: ein Denker, der sich die Ausdrucksformen so wählte und entwickelte, dass sie seine komplexen Ideen vermittelten. Als solcher war er Zeichner, Radierer, Lautmaler, Poet, Essayist, Philosoph – und nicht zuletzt ein Vertrauter exotischer und historischer Mythen, die er auf die Zukunft hin befragte. Lange war er in der DDR künstlerisch isoliert und politisch verdächtig. Dennoch war seine Werkstatt seit den 1950er Jahren ein Gravitationszentrum europäischer intellektueller Kräfte. Die Ausstellung „Carlfriedrich Claus: Geschrieben im Nachtmeer“ in der Akademie der Künste, deren Mitglied er ab 1991 war, versammelt Sprachblätter, Druckgrafiken, Zeichnungen, Klang-Gebilde und eine Rekonstruktion des Lautprozess-Raums. Im Rahmen der Ausstellung widmen die Akademie der Künste und die Literaturwerkstatt Berlin dem Künstler einen Themenabend: Schnittstellen zur Lautpoesie mit einer Performance von Michael Lentz und Valeri Scherstjanoi, zu zeitgenössischer Musik von Paul-Heinz Dittrich und die Fokussierung auf kunsthistorische Aspekte sollen eine über die Ausstellung hinausgehende Lesbarkeit von Claus’ universellem Œuvre eröffnen und zur Diskussion stellen. Die Literaturwerkstatt Berlin weist mit dieser Veranstaltung auf das poesiefestival berlin hin, das vom 17.–24.6. in der Akademie der Künste stattfindet. Paul-Heinz Dittrich: Kammermusik XIV "Journal d’une métamorphose structurelle" (2005), Hommage à Carlfriedrich Claus nach der Radierung "Beginn eines Denkprozesses", Ib Hausmann (Klarinette), Peter Bruns (Violoncello), Frank Gutschmidt (Klavier) Lesung und Gespräch mit Michael Lentz (Autor, Berlin), Valeri Scherstjanoi (Autor, Berlin), Olaf Nicolai (Bildender Künstler, Berlin) und Gerhard Wolf (Verleger, Berlin) Moderation: Matthias Flügge (Kurator, Berlin). 4-6 €. 20 Uhr. Plenarsaal, Akademie der Künste Berlin, Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte.

Kaffee Burger Buchpremiere. Falko Hennig & Thomas Freitag – „Udo Lindenberg und der Osten“. Mit dem Sonderzug wollte er einst in die DDR, eine Tournee hat erst nach der Wende geklappt, doch sein Auftritt im Palast der Republik 1983 ist unvergessen – der Osten Deutschlands noch mal geteilt: Die, die dabei waren, die, die draußen standen und dabei sein wollten, und die Schlageraffen, für die der Panikrocker sowieso nicht singt. Thomas Freitag und Falko Hennig nehmen Udos Beziehung zum Osten unter die Lupe: die Politik, die Liebe, vor allem aber die Musik. 5 €. 20 Uhr. Torstraße 60, 10119 Berlin-Mitte.

Mittwoch, 18. Mai

Frauenzentrum Marie e. V. Vorträge & Diskussion. – „Geld und Geschlecht - in der Krise?!“. In welcher Gesellschaft leben wir? Kleine politisch-ökonomische Bildungsreihe. Die Krisen von Finanzsystem und Weltwirtschaft, von Euro und Europäischer Union, von Klima und Umwelt zeigen: Die Gesellschaften sind aus der Balance geraten. Wir fragen nach Ursachen. Wir fragen nach Auswegen. Wir prüfen das große Versprechen des Kapitalismus auf Wohlstand und Glück. Und fragen, wie wir es einlösen können - demokratisch und gerecht. Kostenlos, garantiert konstruktiv und kontrovers. Die Reihe besteht... mehr aus Vorträgen und freien Diskussionen zu verabredeten Themen. 18 Uhr. Flämingstraße 122, 12689 Berlin-Marzahn.

Café Sibylle Lesung. Maria Curter – „Das erfinderische Berlin“. Die Berliner sind ein Völkchen, das sich zu helfen weiß – schlagfertig, einfallsreich, pragmatisch. Wen kann es da noch überraschen, dass Innovationen wie die Litfaßsäule und der Dieselmotor oder auch die Hutkamera und der Bartschutzlöffel von Berliner Erfindern erdacht wurden? Die Wissenschaftsjournalistin Maria Curter wandelt auf den historischen Spuren von überzeugten Tüftlern, bahnbrechenden Neuerungen und nicht ganz so erfolgreichen Kuriositäten. Wer also schon immer wissen wollte, wie Badesofa und Schnapsbrennautomat funktionieren oder warum sich Feuerklosett und Fahrradheizung nicht durchsetzten, kann es hier erfahren. 19 Uhr. Karl-Marx-Allee 72, 10243 Berlin-Friedrichshain.

Lettrétage Szenische Lesung mit Musik. Holger Müller-Brandes – „Volksmund“. In „Volksmund“ werden wir an einen verlassenen Ort gebracht, von dem die Menschen - vor allem junge Leute - wegziehen, weil sich das Leben in der Stadt abspielt. Zurückgeblieben ist der harte Kern. Ausgerechnet an diesem mysteriösen "Ort der Frauen" entschließen sich unabhängig voneinander ein junges Pärchen, das sich verwirklichen will, und ein lesbisches Pärchen, das den Vorurteilen der Menschen in die Abgeschiedenheit entfliehen will, ihr Glück zu suchen. In der vermeintlichen Idylle jedoch blitzen Spuren einer dunkel verdichteten Vergangenheit auf. Da die alte Struktur der Dorfbewohner so stark verwoben ist, dass kein Neuling sie je zu durchblicken vermag, haben es die Neuankömmlinge nicht leicht, sich zu integrieren. Der neue Ort verändert die Menschen, beide Parteien können sich dem Sog der Verstrickungen nicht mehr entziehen. Jeder Versuch, sich einander anzunähern, wird von beiden Seiten vehement boykottiert, weil die Angst eines Zusammenlebens und einer Verschmelzung zu groß ist, die Vorurteile gegenüber der Fremdheit immens. Wie können sich dennoch zarte Bande zwischen den Fronten der Neuen und der Alteingesessenen entwickeln? Die Zukunft scheint ungewiss, bis eine brutale Gewalttat den Menschen die Chance bietet, sich einander näher zu kommen… Besetzung: Szenische Einrichtung: Lissy Pernthaler, Can Fischer; Dramaturgie: Holger Müller-Brandes; Musik/Komposition: Martín Matilla. 5-7 €. 19.30 Uhr. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Literaturwerkstatt Lesung. Rebecca Ciesielski, Max Czollek, LouLou Frankenstein, Alexander Makowka, Darian Meier, Yvonne Runzler, Peter Wegenschimmel – „open poems – Das Finale“. Die Schreibwerkstatt „open poems“ bringt junge Lyrik auf die Bühne. Unter der Leitung des Lyrikers Ulf Stolterfoht trafen sich junge Dichter ein halbes Jahr lang in der Literaturwerkstatt Berlin, um miteinander an Gedichten zu arbeiten und über Lyrik zu sprechen. Es wurde diskutiert über poetologische Grundhaltungen, über Ansprüche, Grundsätze und Vorgaben, über Maßstäbe und Bewertbarkeit von Lyrik, über unterschiedliche Wege, die nicht immer nach Rom führen, und darüber, dass die Entscheidung für ein traditionelles Liebesgedicht eine mutige ist. Es wurden Gedichte gelesen und besprochen, es wurden neue poetische Formen gefunden und neue Gedichte geschrieben. Die spannendsten werden an diesem Abend gelesen. 3-5 €. 20 Uhr. Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literarisches Colloquium Berlin Lesung und Gespräch. „Ein irisches Kleeblatt: Roman, Erzählung, Erinnerungen“. Claire Kilroy, Molly McCloskey und Hugo Hamilton in Lesung und Gespräch; Moderation und Lesung der Übersetzungen: Hans-Christian Oeser. Eine Irish Writers’ Tour macht Station im LCB: Claire Kilroy, geb. 1973, hat drei Romane veröffentlicht: „All Summer” (2003), ein literarischer Thriller über ein gestohlenes Gemälde, „Tenderwire” (2006), eine Liebesgeschichte über eine junge irische Geigerin und eine alte italienische Geige, und „All Names Have Been Changed” (2009), einen Campusroman. Molly McCloskey, geb. 1964 in Philadelphia, lebt seit 1989 in Irland. Ihr Roman „Wie wir leben“ über den rasanten sozialen und ökonomischen Wandel Irlands ist bei Steidl erschienen, genauso wie ihre Novelle „Schöne Veränderungen“ über eine Vater-Tochter-Beziehung. Hugo Hamilton, geb. 1953 in der Nähe von Dublin, ist Sohn einer deutschen Mutter und eines irischsprachigen Vaters, Autor von sieben Romanen und einem Erzählband. Er war Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD, sein neuester Roman „Der irische Freund“ (Luchterhand, 2011) handelt vom Schicksal eines serbischen Immigranten in Irland. Der Übersetzer Hans-Christian Oeser, zu Hause in Dublin und Berlin, stellt die Gäste vor und liest die deutschen Übersetzungen. 4-6 €. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Heimathafen Neukölln Lesung. Hülya Özkan – „Güle, güle Süperland“. Eine Reise zu meinen türkischen Wurzeln, zu meiner schrecklich netten Familie. „Wir haben dir ein Opferlamm geschlachtet“, verkündet Hülya Özkans Mutter gerne am Telefon. Auch sonst bleiben die kleinen Eigenheiten ihrer türkischen Familie kaum verborgen – etwa wenn Tante Handans Heiratsinstitut aktiv wird, sich der gut gemeinte Reiseproviant als gefüllte Eingeweide entpuppt oder der Kaffeesatz mal wieder Erstaunliches zu Tage fördert. Nun hat Hülya Özkan sich auf eine Reise zu ihren türkischen Wurzeln begeben. Humorvoll, warmherzig und mit einem feinen Blick für die kleinen Unterschiede erzählt sie, was sie dabei erlebt hat und wie ihr nach nächtelangen Verwandtenbesuchen klar wurde, dass ihre schrecklich nette türkische Familie vor allem eins ist: einfach süper! Hülya Özkan studierte in München Politische Wissenschaften und Journalismus. Heute arbeitet sie als Redakteurin beim ZDF und moderiert und das tägliche Magazin „heute in Europa“. Sie pendelt zwischen Mainz und Istanbul. 6-8 €. 20 Uhr. Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin-Neukölln.

Donnerstag, 19. Mai

Bruno-Lösche-Bibliothek Lesung. Ella Danz – „Ballaststoffe“. An einem traumhaften Sommertag in der Lübecker Bucht liegt Kurt Staroske tot auf dem Golfplatz. Sind die Rockmusiker Holger und Peggy deshalb so nervös? Was hat der Greenkeeper Rob Higgins damit zu tun? Will Ökobauer Henning vor seiner Frau Gesche etwas verbergen? Und sagt Kurts Chef, der Biomarktbesitzer Hauke Bohm, die ganze Wahrheit? Bei ihren Nachforschungen stoßen der Lübecker Kommissar Angermüller und sein Kollege Jansen auf so manch einen, der ein Geheimnis mit sich herumschleppt. Und... mehr auch die unermüdlichen Ermittler haben privat so manches Päckchen zu tragen …19 Uhr. Perleberger Straße 33, 10559 Berlin-Mitte.

Kino Babylon Lesung. Elfriede Brüning – „Und außerdem war es mein Leben“. Elfriede Brüning wurde am 8. November 1910 in Berlin-Prenzlauer Berg geboren. Ihr Vater war Tischlermeister, ihre Mutter Näherin. Die Autorin schrieb ab 1926 erste Berlin-Reportagen. Sie wurde Mitglied im „Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller“, dessen letztes lebendes Mitglied sie ist, und trat der KPD bei. Ihr erster autobiografischer Roman „Kleine Leute“ entstand 1932/33. Aus diesem Roman werden Szenen gelesen. In der Nazizeit war sie illegal tätig und saß in Untersuchungshaft. Sie schrieb insgesamt etwa dreißig Bücher, mit über 1,5 Millionen Auflage. Damit dürfte sie zu den erfolgreichsten deutschen Autorinnen des 20. Jahrhunderts zählen, die sich stets ihren Blick von unten bewahrte. Ein Dokumentarfilm von Sabine Kebir und Wolfgang Herzberg, der im Anschluss an die Lesung aufgeführt wird, legt davon Zeugnis ab. 8-10 €. 20 Uhr. Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin-Mitte.

Backfabrik Clinker Lounge Lesung. Markus Kavka – „Rottenegg“.Markus Kavka, jahrelang als Frontmann bei Viva und MTV das "Gesicht des deutschen Musikjournalismus", schreibt einen Roman über den Pop-TV-Moderator Gregor Herzl, das "Gesicht des Musikjournalismus" … Kann das funktionieren? Ja, kann es, sogar sehr gut. Weil Kavka für seinen Debütroman einen reizvollen Blickwinkel wählt: Wie fühlt sich das Leben für einen an, der innerhalb von Stunden Szene-Job und Glamour-Freundin verliert? Der von null auf hundert vor den Trümmern seiner Existenz steht? Wir begleiten Kavkas Helden, der mit dem wahren Kavka nur ein paar flüchtige biographische Bezugspunkt teilt, auf seinem Weg aus der lärmenden Großstadt ins beschauliche Rottenegg in Bayern. Heimat, süße Heimat? Das kann nicht lange gut gehen … 20 Uhr. Saarbrücker Straße 37a, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

La Luz Lesung. Vorleseshow. Die Brauseboys im Monat des Hasen. Vorleseshow mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Gäste: Sebastian Lehmann (Lesedüne, Kreuzberg-Slam) u.a. 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstraße 16-20, 13347 Berlin-Wedding.

Café Tasso Lesung. Miriam Eberhard. Mitten im rasanten 20. Jahrhundert, im Jahrhundert der zeitlichen Beschleunigung und der größten Veränderungen in der Menschheitsgeschichte, unter nationalsozialistischer Diktatur, in Kriegs- und Nachkriegszeit findet der soziale Ab- und Wiederaufstieg der Familie Thiel statt. Aus hunderten von Gesprächsstunden und durchaus unterschiedlichen Erinnerungen hat Miriam Eberhard ein faszinierendes Panorama der dreißiger bis sechziger Jahre komponiert: eine amüsante, anekdotenreiche, aber auch sehr bewegende schwäbische Familienalltagsgeschichte. Ein großes Beispiel für Lebenslust und Lebensmut. Und für Zivilcourage in politisch brisanter Zeit. Eintritt frei, Spenden erbeten. 20 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.

Buchhändlerkeller Lesung. Ulrike Almut Sandig – „Dickicht“ & Judith Zander – „oder tau“. Ulrike Almut Sandig liest aus ihrem im Schöffling Verlag erschienenen Gedichtband „Dickicht“, Judith Zander aus ihrem bei dtv premium erschienenen Gedichtband „oder tau“. 20.30 Uhr. Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Freitag, 20. Mai

Literaturwerkstatt Lesung und Gespräch. Gilles Leroy – „Europa literarisch: Frankreich“. Die Reihe „Europa literarisch“ wird im Mai fortgesetzt mit Literatur aus dem Nachbarland Frankreich: Gilles Leroy, der 2007 den wichtigsten französischen Literaturpreis, den Prix Goncourt, erhielt, ist einer der Stars der französischen Literaturszene. Im Januar 2011 erschien sein Roman „Zola Jackson“, übersetzt von Xenia Osthelder, im Verlag Kein&Aber. Nicht Frankreich steht im Mittelpunkt des Erzählens, sondern New Orleans im August 2005: Der Hurrikan Katrina versetzt die Menschen in Angst und Schrecken. Wer irgend kann, verlässt die Stadt. Nur die pensionierte Lehrerin Zola Jackson ist fest entschlossen, in ihrem Haus auszuharren. Als dann die Deiche brechen und Wassermassen die Stadt überschwemmen, droht auch Zolas Haus von der Flut mitgerissen zu werden. Doch während der Pegel von Stunde zu Stunde steigt und die letzten Nachbarn über Rettungsboote die Flucht ergreifen, bleibt Zola standhaft. Aber wird sie tatsächlich bis zum Schluss durchhalten? „Leroy hat ein unvergleichliches Talent, die weibliche Seele einzufangen“ (Le Nouvel Observateur) 3-5 €. 18 Uhr. Vertretung der Europäischen Kommission, Unter den Linden 78, 10117 Berlin-Mitte.

Bibliothek der Freien Anarchistischen Bücherei Lesung. Bakunin und Marx in der Ersten Internationale. Zerstörung oder Eroberung der politischen Macht? Vorstellung einer Neuerscheinung. Der Konflikt zwischen Marx und Bakunin markiert ein entscheidendes Ereignis in der politischen Ideengeschichte. Während die von Marx beeinflusste sozialdemokratische Strömung zentralistische Organisationsformen, die Gründung nationaler Arbeiterparteien und die Eroberung der politischen Macht propagierte, waren die von Bakunin unterstützten Basisbewegungen föderalistisch und pluralistisch orientiert. Die Wege gingen daraufhin auseinander: Die Parteipolitik trennte sich von emanzipatorischen Basisbewegungen. In der Ersten Internationale (1864-1877) wurde dieser Konflikt erstmals ausgetragen: Die unterschiedlichen Richtungen fanden in Marx und Bakunin ihre stärksten Exponenten - ihre Ideendifferenz wirkt bis heute fort. Wolfgang Eckhardt, Herausgeber der 'Ausgewählten Schriften' Bakunins, zeichnet den Konflikt um die Weichenstellung im internationalen Sozialismus nach (Buchvorstellung und Diskussion). Eintritt frei. 19 Uhr. Greifswalder Str. 4, 2. Hof, Raum 1102, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Berliner Ensemble Buchpremiere. Herta Müller – „Immer derselbe Schnee und immer derselbe Onkel“. Anschließend Gespräch mit Sigrid Löffler. Mit ihren Romanen ist Herta Müller berühmt geworden - in ihren Essays gibt sie Auskunft über sich und ihre Zeit. Wohl nirgends ist ihr bizarrer Weg aus einem Dorf in Rumänien in die Welt der Literatur so gut nachvollziehbar. Sie erzählt von Kindheit und Jugend, berichtet von den Verfolgungen durch die Geheimpolizei, aber sie widmet sich auch Fragen ihres eigenen Schreibens, seinen literarischen und politischen Seiten. Porträts von Freunden und Zeitgenossen geben diesem Band seinen besonderen persönlichen Ton. Ein bedeutendes Buch über ein gewaltsames Jahrhundert. 20 Uhr. Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin-Mitte.

Bertelsmann AG Buchpräsentation & Lesung. Sven Kuntze – „Altern wie ein Gentleman“. Der Ernst des Arbeitslebens sitzt uns tief unter der Haut – das merkt man spätestens mit der ersten Rentenrate, meint Sven Kuntze, renommierter Journalist – im Ruhestand. Denn mit dem Ende geregelter Arbeit drohen Verlust des Selbstwertgefühls und Lebensunordnung. Kuntze erinnert sich zu Beginn seiner neuen Zeitrechnung, dass über Jahrhunderte Muße unser Lebensziel war, nicht Arbeit. Wie aus dem Arbeitenden ein Flaneur, ein entschleunigter Genießer wird, verfolgt er an sich und einigen Altersgenossen. Um die Freiheit von Arbeit schätzen zu lernen, muss er sich neu erfinden, dabei alle unerbetenen Ratschläge genauso in den Wind schlagen wie frühes Aufstehen und Tagesplanung. Was Sven Kuntze in drei Jahren Ruhestand mit sich und anderen erlebt, mit Witz, Nachdenklichkeit und Lebensfreude kommentiert, gibt jedem Anlass, lange vor dem Ruhestand das „Schneller Höher Weiter“ des Alltags kritisch zu beleuchten. Zugleich ein weises Buch, das zum Nachdenken über die Werte und Ziele des Lebens anregt. 20 Uhr. Unter den Linden 1, 10117 Berlin-Mitte.

Lichtburgforum Lesung. Hülya Özkan – „Güle, güle Süperland“. Eine Reise zu meinen türkischen Wurzeln, zu meiner schrecklich netten Familie. „Wir haben dir ein Opferlamm geschlachtet“, verkündet Hülya Özkans Mutter gerne am Telefon. Auch sonst bleiben die kleinen Eigenheiten ihrer türkischen Familie kaum verborgen – etwa wenn Tante Handans Heiratsinstitut aktiv wird, sich der gut gemeinte Reiseproviant als gefüllte Eingeweide entpuppt oder der Kaffeesatz mal wieder Erstaunliches zu Tage fördert. Nun hat Hülya Özkan sich auf eine Reise zu ihren türkischen Wurzeln begeben. Humorvoll, warmherzig und mit einem feinen Blick für die kleinen Unterschiede erzählt sie, was sie dabei erlebt hat und wie ihr nach nächtelangen Verwandtenbesuchen klar wurde, dass ihre schrecklich nette türkische Familie vor allem eins ist: einfach süper! Hülya Özkan studierte in München Politische Wissenschaften und Journalismus. Heute arbeitet sie als Redakteurin beim ZDF und moderiert und das tägliche Magazin „heute in Europa“. Sie pendelt zwischen Mainz und Istanbul. 5 €. 20 Uhr. Behmstraße 13, 13357 Berlin-Wedding.

Samstag, 21. Mai

Kurfürstendamm I. Literatur und Kunst am Kurfürstendamm. Zum 125. Geburtstag. . Halensee bis Olivaer Platz. Der Kurfürstendamm und seine Nebenstraßen beherbergten seit der Bebauung 1886 großartige Menschen aus Literatur und Kunst, und das in allen Epochen. Der Kurfürstendamm ist immer noch in allen Befragungen die beliebteste Berliner Straße/Boulevard. Als in der Nacht vom 9./10. November 1989 die Mauer aufging, war das Ziel der nunmehr freien Ostberliner Bürger der Kurfürstendamm. Über Wochen waren die Parkplätze und die Gehwege des Kudamms mit ihren Trabbis voll geparkt. Am westlichsten Ende, in der Katharinenstraße, lebten die Lyrikerin Else Lasker-Schüler und Herwarth Walden, der Herausgeber der expressionistischen Zeitschrift „Der Sturm“, mit dem sie von 1903 bis 1912 verheiratet war. (Berliner Gedenktafel). Siegfried Kracauer wohnte unweit vom Kudamm, der Holtzendorffplatz ist erst kürzlich nach ihm umbenannt worden. Jeanne Mammen hatte ihr Atelier am Kudamm und Joseph Roth schrieb hier seinen „Radetzkymarsch“. Max Reinhardt machte das nunmehr bedrohte Kurfürstendammtheater berühmt und Peter Stein die „Schaubühne“ am Lehniner Platz. Die Führung dauert ca. 2 Stunden und kosten pro Person 10 €. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. Treff: S-Bahnhof Halensee. 14 Uhr.

Sonntag, 22. Mai

Friedrichshagen- Ein Luftkurort am Müggelsee. Ein (böhmisches) Kolonistendorf. Von Seidenzucht und Dichtkunst. Gerhard Hauptmann lebt in Erkner, Fidus (Hugo Höppener) in Woltersdorf und Wilhelm Bölsche (1861-1939) begründet mit Bruno Wille (1860-1928) den „Friedrichshagener Dichterkreis“ und in Berlin „Die Volksbühne“. Seit den 1890er lebten und wirkten hier: Erich Mühsam, Peter Hille, Knut Hamsun, August Strindberg, Gebrüder Hart u.v.a., auch Else-Lasker-Schüler und Lou Andras Salome verkehrten in diesen Kreisen, viele Reformer tarnten sich als Sommerfrischler während der Wilhelminischen Zeit. Bruno Wille persifliert diese Zustände in seinem Roman „Das Gefängnis zum Preußischen Adler“. Im neuen Dichterkreis verkehrten Manfred Bieler, Johannes Bobrowski, Günter Bruno Fuchs (West-Berlin), Robert W. Schnell (West-Berlin), Klaus Wagenbach (West-Berlin). 14 Uhr. Treff: S-Bahnhof Friedrichshagen, Ausgang Kurpark, nur mit Anmeldung 030/892 13 38.

Montag, 23. Mai

LaLuz Lesung. Jörn Birkholz – „ Deplatziert“. Die von Birkholz beschriebenen Erlebnisse sind skurril und mit unglaublich humorvollen Passagen ergänzt. Mit jeder Zeile wird der namenlose Hauptdarsteller sympathischer und wächst dem Leser ans Herz. Fazit: Nach kurzer Einlesephase lässt der Roman nicht mehr los. 19 Uhr. Oudenarder Straße 16-20, 13347 Berlin-Wedding.

Stadtteilbibliothek Lankwitz Lesung. Hartmut Walsdorff, Pfarrer i.R. der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde in Lankwitz, erzählt von heiteren und nachdenklichen Erlebnissen seiner Amtszeit und von seinen Begegnungen mit Prominenten. Die Sammlung von über viele Jahre zusammengetragenen Versprechern lässt einen unterhaltsamen Abend. Eintritt frei. 19.15 Uhr. Bruchwitzstraße 37, 12247 Berlin-Lankwitz.

Dienstag, 24. Mai

Alfred-Döblin Bibliothek Lesung. Dagmar Brodde – „Die Tänzerin vom Wassertor“. Am Ende eines feucht-fröhlichen Richtfestes prügelt der Kreuzberger Wilfried Axt seinen Neffen, den Studenten Jürgen Axt, fast zu Tode und verjagt ihn aus Berlin. Achtzehn Jahre später liegt der Maler schwer krank im Klinikum am Urban, die letzte Gelegenheit für Jürgen herauszufinden, was den Onkel damals zum Ausrasten gebracht hat. Was hatte Jürgen verbrochen? Und wieso löst sein Erscheinen eine neue Welle der Gewalt aus? Eintritt frei. 16.15 Uhr. Vivantes Klinikum Am Urban, Dieffenbachstraße 1, 10967 Berlin-Kreuzberg.

Jazzinstitut Berlin Lesung und Gespräch. Stéphane Hessel, Frank Arnold und Peter von Becker – „Franz Hessel: Spazieren in Berlin“. „Ein Lehrbuch der Kunst, in Berlin spazieren zu gehen. Ganz nah dem Zauber der Stadt, von dem sie selbst kaum weiß. Ein Bilderbuch in Worten“ - so stand es 1929 auf dem Schutzumschlag des Buches „Spazieren in Berlin“ von Franz Hessel, in dessen erstem Text der Spaziergänger noch als Verdächtiger auftrat. Denn anders als in Paris, wo man den Flaneur schon seit einem halben Jahrhundert kannte, erregte der scheinbar interesselose Spaziergänger in der deutschen Hauptstadt Verdacht: „Hierzulande muß man müssen, sonst darf man nicht. Hier geht man nicht wo, sondern wohin. Es ist nicht leicht für unsereinen.“ Franz Hessels erzählerische Liebeserklärung an „das Ding Berlin“ stellt für Stéphane Hessel den „Übergang zwischen Louis Aragons bahnbrechendem Paysan de Paris und dem unvollendeten Passagenwerk seines Freundes Walter Benjamin“ dar. Frank Arnold liest aus Franz Hessels „Spazieren in Berlin“ (neu herausgegeben von Moritz Reininghaus, Verlag für Berlin-Brandenburg). Peter von Becker spricht mit Stéphane Hessel über seinen Vater Franz Hessel und befragt ihn zu seinen in den letzten Wochen erschienenen Flugschriften „Empört Euch!“ (Ullstein Verlag) und „Engagez-vous!“ („Engagiert Euch!“, auf Deutsch noch nicht erschienen). 8-12 €. 20 Uhr. Einsteinufer 43-53, 10587 Berlin-Charlottenburg.

Georg Büchner Buchladen Lesung. Ruth Johanna Benrath – „Wimpern aus Gras“. Die Autorin eröffnet die 14. Literaturwoche Prenzlauer Berg. Das genaue Programm finden sie unter www.literaturortprenzlauerberg.de. 20 Uhr. Wörther Straße 16, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Buchhändlerkeller Lesung. Bernd Hüppauf – „Vom Frosch. Eine Kulturgeschichte zwischen Tierphilosophie und Ökologie“. 20.30 Uhr. Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Mittwoch, 25. Mai

Tageszeitung junge Welt Ladengalerie Lesung. Peter Michel – „Ankunft in der Freiheit“. Der Verlag edition ost bietet unter der Zeile "Beiträge zur Kritik der bürgerlichen Ideologie und des Revisionismus" aktuelle Überlegungen zu philosophischen, ästhetischen, juristischen, religiösen und ähnlichen Problemen. Also das, was gemeinhin zum Überbau der Gesellschaft gehört. In dieser Reihe ist jetzt das Buch "Ankunft in der Freiheit – Essays gegen den Werteverlust der Zeit" erschienen. Kulturwissenschaftler Peter Michel setzt sich darin kritisch mit dem Niedergang der Kultur seit 1990 auseinander. Sein besonderes Augenmerk gilt dem Kulturvandalismus im Osten Deutschland. Peter Michel spricht über den Umgang mit der Erinnerungs- und Denkmalkultur der DDR nach der deutschen Einheit. 2-3 €. 19 Uhr. 10119 Berlin-Mitte.

Schleichers Buchhandlung Gespräch. Kurt Flasch – „Dantes Hölle“. Der Philosoph und Philosophiehistoriker Prof. Dr. Kurt Flasch ist einer der großen Gelehrten unserer Zeit. Sein wissenschaftliches Werk zur Geschichte des philosophischen Denkens ist so umfangreich wie bedeutend. Zuletzt erschien von ihm das Buch über Meister Eckhart. Mit dem Vortrag über Dantes Hölle führt er uns ein in die Welt eines der bedeutendsten Werke der Weltliteratur und das Denken des Mittelalters. Darüber hinaus ergibt sich an diesem Abend die Gelegenheit, über sein umfangreiches Werk als Philosoph und Ideengeschichtler zu sprechen. Mit dem Autor im Gespräch der Philosoph Prof. Dr. Holm Tetens (FU Berlin). Moderation: Christian Richter. 8-12 €. 19.30 Uhr. schleichersbuch zu Gast in den Museen Dahlem, Lansstraße 8, 14195 Berlin-Wilmersdorf.

Café Sibylle Lesung. Jochen Voit – „Er rührte an den Schlaf der Welt: Ernst Busch – Die Biografie“. 4-7 €. 19.30 Uhr. Karl-Marx-Allee 72, 10243 Berlin-Friedrichshain.

Literaturwerkstatt Podiumsdiskussion. „Kritik zwischen Mode und Moral“. Die Tage der deutschsprachigen Literatur, kurz Bachmann-Wettbewerb genannt, stellen sich auch in diesem Jahr wenige Wochen vor dem Wettlesen in Klagenfurt in Berlin vor, wiederum mit einer brisanten Diskussion: Was ist (Literatur-)Kritik heute? Droht sie im medialen Rauschen der allgegenwärtigen Meinungsäußerungen zu verschwinden? Jeder übt Kritik und wir alle sind kritisch: Verbraucher, Bürger, Wähler, Stuttgart-21-Gegner, Energienutzer und viele andere mehr. Kritisch zu sein ist der kleinste gemeinsame Nenner einer mündigen Öffentlichkeit, auch wenn die Kritik sich als Protest äußert oder nur einen Klick auf Facebook für oder gegen etwas oder jemanden bedeutet. Mit Peter Geimer Kunsthistoriker, Richard Kämmerlings Literaturkritiker, Berlin Peter Kampits Philosoph, Wien Ursula März Literaturkritikerin, Berlin Burkhard Spinnen Schriftsteller, Münster Moderation Lothar Müller Literaturkritiker, Berlin. 3-5 €. 20 Uhr. Knaackstraße 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Café K Lesung. Jörn Birkholz – „ Deplatziert“. Die von Birkholz beschriebenen Erlebnisse sind skurril und mit unglaublich humorvollen Passagen ergänzt. Mit jeder Zeile wird der namenlose Hauptdarsteller sympathischer und wächst dem Leser ans Herz. Fazit: Nach kurzer Einlesephase lässt der Roman nicht mehr los. 20 Uhr. Sensburger Allee 26, 14055 Berlin-Charlottenburg.

Donnerstag, 26. Mai

Haus der Kulturen der Welt Lesung und Diskussion. Kossi Efoui & Bartholomäus Grill – „Literatur und Rassismus – Koloniale Vermessungen und narrative Gegenstrategien“. Kossi Efoui floh aus politischen Gründen aus Togo und lebt heute als politischer Journalist, Theaterregisseur und Schriftsteller in Nantes. Bartholomäus Grill ist Afrika-Korrespondent der „ZEIT“ in Kapstadt. Ihr Thema ist die Verstrickung der europäischen Literatur im Kolonialismus, insbesondere mit Bezug auf Afrika. Einerseits hat sie den zivilisatorischen Führungsanspruch Europas reproduziert, der eng mit anthropologischen Vermessungen der „Anderen“ verbunden ist, andererseits zeichnet sich Literatur durch eine antideterministische Offenheit aus: Welche ethische Widerstandsfähigkeit erwächst der Literatur aus der Fähigkeit, Leben zu erzählen? Der kolonialen Macht der Beschreibung im Falle Afrikas gehen die Teilnehmer in Lesung und Diskussion nach, moderiert von Markus Messling, Universität Potsdam. 3-5 €. 20 Uhr. John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

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Café Tasso Lesung. Storyatella: Berliner Kurzgeschichten – „Hirnzellen unter sich“. Die VirtuArtisten mit ihrer Kommunikationskunst-Veranstaltung LUNGE, einer literarischen Leseveranstaltung abseits der Lach-Lesebühnen-Literatur Berlins. Zu einem Thema werden jeweils von den beteiligten Autoren neu verfasste Kurzgeschichten und Erzählungen vorgetragen. Ausgewählte Kurzgeschichten erscheinen in der Taschenzeitschrift „STORYATELLA“ (2 x jährlich). Es lesen für Sie: Maggy Bartscher, J.T.A. Wegberg, Oliver Bauer, Andreas B. Vornehm. Diese Autorenbesetzung ist ohne Gewähr, d.h., kurzfristige Änderungen sind möglich. Der eine oder andere Gast kommt sicher auch noch dazu... Eintritt frei, Spenden erbeten. 20 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.

Literarisches Colloquium Berlin Vortrag. Susan Bassnett – „The Translator as (Re-) Writer”. Susan Bassnett (University of Warwick) hat mit ihren „Translation Studies” (1980) und vielen weiteren Arbeiten Grundlegendes zur wissenschaftlichen Reflexion und Kritik von Literaturübersetzungen geliefert. Ihr Vortrag (in englischer Sprache) geht den Veränderungen in der wissenschaftlichen Diskussion literarischer Übersetzungen nach, den Fragen nach der „Sichtbarkeit” und der Präsenz des Übersetzers im Text, der kreativen Rolle des Übersetzers als Schöpfer mit einer eigenen Autonomie. Eine gemeinsame Veranstaltung mit der Friedrich-Schlegel-Graduiertenschule der FU Berlin und dem Deutschen Übersetzerfonds. 4-6 €. Eintritt frei für Studierende. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Volksbühne Lesung. Thomas Knauf – „Babelsberg-Storys“. In den 80er Jahren ist Thomas Knauf ein festangestellter Drehbuchautor bei der DEFA in Potsdam-Babelsberg. Nach vielen Schwierigkeiten wird kurz vor dem Ende der DDR sein Drehbuch Die Architekten von Peter Kahane verfilmt. Der Film wird ein Erfolg, die Mauer fällt, und Knauf zieht nach New York, lebt dort mit der Performance-Künstlerin Laurie Anderson, geht mit Arthur Miller essen, meditiert mit Allen Ginsberg, fährt mit Cops in der Bronx Streife, hat eine eigene TV-Sendung, Filmangebote aus Hollywood und erwartet den endgültigen Durchbruch – doch der berufliche Erfolg bleibt aus. Er kehrt nach Berlin zurück, macht Filme fürs Fernsehen. Immer neue Projekte führen ihn nach Portugal und Brasilien, zu den Witwen von Joseph Beuys und Yves Klein, dem Spionage-Chef Markus Wolf. In Babelsberg-Storys erzählt Thomas Knauf von den Höhen und Tiefen eines Lebens im Film- und Fernsehgeschäft, von Bekanntschaften, seltsamen Zufällen, Erfolgen und Enttäuschungen. 20 Uhr. Roter Salon, Linienstraße 227, 10178 Berlin-Mitte.

Literaturhaus Lesung. Alban Nikolai Herbst – „Das bleibende Thier. Bamberger Elegien“. Der Autor liest aus seinem Gedichtband. 3-5 €. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

La Luz Lesung. Vorleseshow. Die Brauseboys im Monat des Hasen. Vorleseshow mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Gäste: Don Huki & The Brown Cows (Akustischer Minimal-Country) u.a. 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstraße 16-20, 13347 Berlin-Wedding.

Buchhändlerkeller Lesung. Dirk Kurbjuweit – „Nicht die ganze Wahrheit“. 20.30 Uhr. Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Freitag, 27. Mai

Kulturbrauerei Lesungen, Diskussionen & Kabarett. Das „Fest der Linken“ findet vom 27. bis 29. Mai in der Berliner Kulturbrauerei statt. In den vier Jahren seines Bestehens hat sich das Fest zu einem kulturellen Höhepunkt der Linken entwickelt - auch über die Partei „DIE LINKE“ hinaus. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung beteiligt sich mit einem abwechslungsreichen Programm aus Lesungen, Diskussionen und Kabarett. Am Sonnabend beginnt das Programm der RLS mit „Rosa goes America“, Lesung und Podiumsgespräch anlässlich der von der RLS unterstützten... mehr Herausgabe der englischen Werkübersetzung von Rosa Luxemburg. Abends debattieren NetzaktivistInnen, u.a. Wikileaks-Mitbegründer Daniel Mathews, über die umstrittene Informationsplattform und den Stellenwert von Transparenz in der (digitalen) Demokratie. Der Umgang des Staates und seiner Geheimdienste mit den Linken ist ein Schwerpunkt des Programms am Sonntag. Mit Bodo Ramelow und Rolf Gössner hat die Stiftung zwei prominente Opfer des Verfassungsschutzes eingeladen. Später beschäftigt sich die Podiumsdiskussion „Verdächtig links“ mit der Extremismus-Debatte und ihrer verhängnisvollen Gleichsetzung von Linken und Neonazis. Weitere Veranstaltungen der Stiftung finden zu Themen wie Stadtumbau und Gentrifizierung sowie zur neuen politischen Rolle der Schwellenländer statt. 18 Uhr. Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literaturhaus Lesung & Gespräch. „Literatur und Zusammenleben“. Lesung mit dem libanesischen Schriftsteller Elias Khoury, Gespräch: Ottmar Ette. 3-5 €. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Samstag, 28. Mai

Brandenburger Tor Literatur und Kunst – Vom Brandenburger Tor zur Schloßbrücke. Untern Linden kannst du finden die schönsten Frauen, das dichtete bereits Heinrich Heine, als er von 1821 bis 1823 an der Berliner Universität sein Jurastudium fortsetzte. Er konnte die neueste Mode beobachten, die die Damen trugen, unter anderem schöne Federhüte und Türkenschals. Und abends gingen sie noch feiner herausgeputzt in die Oper. Heine verkehrte im Salon von Rachel von Varnhagen, den sie in der Französischen Straße führte, er widmete ihr den Gedichtzyklus „Heimkehr“. 1822 wohnte er kurzfristig Unter den Linden. Der Bildhauer und Schöpfer der Quadriga auf dem Brandenburger Tor, Johann Gottfried Schadow, hatte sein Atelier in der ehemals Kleine Wall-, heute Schadowstraße. Max Liebermann, impressionistischer Maler, Präsident der Akademie der Künste, war mit Walter Leistikow der Begründer der Berliner Sezession. Von 1893 bis zu seinem Tod 1935 wohnte und arbeitete er am Pariser Platz (Liebermann-Haus). Anna Dorothea Therbusch, geb. Lisiewiski (1721Berlin-1782 ebd.), war Portraitmalerin Friedrich II., sie portraitierte seine Familie ebenso wie Katharina II. von Russland. Sie malte in verschiedenen europäischen Städten, in Paris wohnte sie bei Diderot. Sie war die erste Malerin, die sich traute, sich als alte Frau mit Monokel zu malen (Gemäldegalerie). Sie wohnte unweit der Akademie der Künste, die damals noch Unter den Linden war. Wegen Ernteausfall in europäischem Ausmaße gab es 1771/1772 Hungerjahre. Sie beklagte sich, „dass die Kaffeeregie keine einzige Bohne mehr herausgibt. Was nützen mir da die schönsten Brennscheine, die die Königin mir zukommen läßt.“ Die Königin Elisabeth Christine, die Gattin Friedrich II., die sommers in ihrem Schloß Schönhausen lebte und winters in der Stadt, war der Malerin zugetan. 14 Uhr. Treff: Mitte, Vor der Akademie der Künste, Pariser Platz. Nur mit Anmeldung 030/892 13 38.

Clinker-Lounge Lesung mit musikalischer Begleitung. Helme Heine – „Toto der Schatzsucher“. Helme Heine, der Erfinder des Bilderbuchklassikers Freunde, kommt zu Besuch nach Deutschland! Im Mai präsentiert er auf einer Lesereise sein neues Bilderbuch Toto der Schatzsucher. Malend und erzählend fängt Helme Heine in Toto der Schatzsucher das Großwerden ein und würzt seine fabelhafte Geschichte mit einer ordentlichen Prise Humor und einer Dosis Lebensweisheit. 10-12 €. 16 Uhr. Clinker-Lounge der Backfabrik, Saarbrücker Straße 36-38, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Sonntag, 29. Mai

Akademie der Künste Laudatio und Lesung. „Verleihung des Alfred-Döblin-Preises 2011“. Alfred Döblin ist einer der vielseitigsten Erfinder von Erzählwelten der Moderne, er war Journalist, Programmatiker, Visionär, Satiriker, streitbarer Zeitzeuge und lebenslanger Sinnsucher. Mit Werken wie „Die drei Sprünge des Wang-lun“ oder „Berge Meere und Giganten“ weitete er die Grenzen des Erzählens aus. „Berlin Alexanderplatz“, der die Gattung des deutschen Großstadtromans 1929 etablierte, begründete seinen Weltruhm. „Wer sich selbst genügt, sei vor Döblin gewarnt!“, schrieb einst Günter Grass, der Stifter des Alfred-Döblin-Preises, der für ein Prosaprojekt vergeben wird, das sich noch in Arbeit befindet. Über 500 Autorinnen und Autoren haben sich in diesem Jahr beworben; nachdem die dreiköpfige Jury nach Lesungen im LCB am Vortag ihre Entscheidung bekanntgegeben hat, wird der vom LCB gemeinsam mit der Akademie der Künste ausgerichtete Alfred-Döblin-Preis 2011 am heutigen Vormittag in festlichem Rahmen vergeben. Begrüßung: Günter Grass. 11.30 Uhr. Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte.

Grunewaldseen III. Literatur und Kunst um die Grunewaldseen III. - Vom Roseneck zum Hagenplatz. Auf diesem Spaziergang erinnern wir uns an die Salonkultur in Grunewald. Die Villa der Edith Andreae, einer Schwester von Walter Rathenau, ist noch weitestgehend erhalten. Sie lud zu ihrem berühmten Salon die gesellschaftliche Creme ihrer Zeit. Hermann Ullstein lebte nicht weit entfernt und in der Hubertusbader Straße hatte Gerhard Hauptmann eine seiner vielen Wohnungen in Grunewald. Die Sphinxe an der Brücke über die Hertha-Hubertus-Seen, ebenso wie die Bismarck-Skulptur am Bismarckplatz wurden von dem Bildhauer Max Klein geschaffen, einem verschwägerten Familienmitglied von Katja Mann geb. Pringsheim. Kladderadatsch-Redakteur Ernst Dohm und seine Ehefrau die Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Hedwig Dohm waren die Großeltern von Katja Mann. Sie verkehrten im Hause des Verlegers Georg Bondi, der der Förderer des Kreises um Stefan George war! Er lebte in der Königsallee. Eine der größten kulturstiftenden Villen war die des Bankiers und Freundes Wilhelms II., Franz von Mendelssohn, Wegbereiter der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft; sie ist neo-gotisch-expressionistisch nach dem Krieg von der Johannischen Kirche als Hotel und Sozialeinrichtung mit historischem Kern wiederaufgebaut worden. Im heutigen Schlosshotel wohnte der Justitiar Wilhelms II. Ihm wird eine Affäre mit der Gattin des Hausherrn nachgesagt. Die Geheimtreppe zu ihrem Schlafgemach existiert noch heute. Die Führung dauert ca. 2 Stunden und kosten pro Person 10 €. Nur mit Anmeldung 030/892 13 38. Treff: Grunewald, Taxistand Roseneck/Hundekehlestraße. 14. Uhr.

Literaturfest Zelt am Kollwitzplatz Lesung. Ulrike Draesner – „Richtig liegen“. 15 Uhr. Wörtherstraße/Ecke Knaack, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Kino Babylon Buchpremiere mit Film. Gunter Schoß – „Egon und das achte Weltwunder“. Bereits 1964 feierte das erst zwei Jahre alte Kultbuch "Egon und das achte Weltwunder" seine Leinwandpremiere. In der Hauptrolle des Egon Brümmer brillierte Gunter Schoß. Nach dem Neuerscheinen des Romans auf der Leipziger Buchmesse vom 17.–20. März 2011 nimmt Gunter Schoß für einen Nachmittag wieder die Rolle des Egon Brümmer ein. Am 29. Mai 2011 liest der renommierte Schauspieler, Synchronsprecher und Grimme - Preisträger aus dem Kultbuch Joachim Wohlgemuths. Zur Freude aller Egon- und Schoß-Fans gibt es im Anschluss die Urfassung des DEFA-Films von 1964 zu sehen! Kartenvorverkauf 13 €. 16 Uhr. Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin-Mitte.

Buchhändlerkeller Lesung und Gespräch. Sabine Schönfeldt & Signe Ibbeken – „Carmer eins - literarische Lesebühne“ Carmer eins - literarische Lesebühne: Eigene Texte - Lyrik/ Prosa - lesen und diskutieren mit Sabine Schönfeldt und Signe Ibbeken. 20.30 Uhr. Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Montag, 30. Mai

Lettrétage Buchpremiere. Kai Splittgerber und Dorothea Huber – „Brehms Tierland“. Der geniale Tierforscher Edmund Alfred Brehm reist mit Kapitän Pamphile und einer skurrilen Mannschaft auf die geheimnisvolle Insel Tierland, um unentdeckte Tiere mit unglaublichen Eigenschaften zu suchen. Doch Tierland birgt nicht nur fremde Tiere und phantastische Abenteuer, sondern auch bedrohliche Gefahren und eine sonderbare Liebe. Ein spannender und satirischer Abenteuerroman über einen ebenso genialen wie größenwahnsinnigen Tierforscher. Seite für Seite fesselt Dorothea Huber den Leser mit ihren ironisch-frischen Illustrationen und einfallsreicher Typografie. 5 €. 19.30 Uhr. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Jüdisches Museum Buchpräsentation. Stefan Meining – „Eine Moschee in Deutschland“. Der Redakteur Stefan Meining hat eine unglaubliche Geschichte recherchiert: Ausgediente NS-Bürokraten, Vertriebenenfunktionäre, Geheimdienstler und andere Kalte Krieger päppeln in den 1950er Jahren in München die Keimzelle des politischen Islam im Westen auf. Muslime, die im Zweiten Weltkrieg auf der Seite der Nazis gegen die Sowjetunion gekämpft haben, sollen nun für Unruhe in den islamischen Sowjetrepubliken sorgen. Aber die Münchner Muslime haben mit dem Kalten Krieg nichts im Sinn. Sie werden zur wichtigsten Filiale von Anhängern der Muslimbruderschaften im Westen und zur Schaltzentrale eines globalen Netzwerkes. 7-9 €. 19.30 Uhr. Altbau EG, Auditorium, Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin-Kreuzberg.

Literarisches Colloquium Berlin Lesung & Gespräch. Les Murray – „Größer im Liegen“. ist ein Dreizeiler aus dem neuen Band von Les Murray. „Es gibt keine Poesie in der englischen Sprache, die so verwurzelt ist in ihrer Heiligkeit, so breitblättrig in ihren Freuden und doch so intim und umgangssprachlich“, so bewundert der Nobelpreisträger Derek Walcott die Dichtung des von schottischen Einwandern abstammende Australiers Les Murrays. Der Dichter, der im australischen Nirgendwo lebt, ist einer der bedeutendsten Lyriker – nicht nur der englischsprachigen Welt – der Gegenwart. In einer kleinen Lesereise durch Deutschland stellt er gemeinsam mit seiner Übersetzerin und Verlegerin Margitt Lehbert seinen neuen Gedichtband „Größer im Liegen“ vor, der in diesen Tagen in der Edition Rugerup erscheint. Lesungen Les Murrays sind ein Ereignis. Durch den Abend führt der Literaturkritiker Tobais Lehmkuhl. 4-6 €. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Dienstag, 31. Mai

Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus / Stalinismus e.V. Lesung. Gerhard Gnauck – „Wolke und Weide – Marcel Reich-Ranickis polnische Jahre“. Jahre der Todesangst: Ausweisung nach Polen 1938, Warschauer Ghetto 1940, Flucht auf dem Weg zur Deportation 1943, Unterschlupf bis September 1944 …In höchster Not entkommen Marcel Reich und seine Frau Teofila; sie tauchen unter und können ein neues Leben beginnen. Er arbeitet ab Oktober 1944 für den polnischen Geheimdienst in Kattowitz, Berlin, London, Warschau. 1958 verlässt er seine erste Heimat Polen in Richtung Bundesrepublik, wo ihm eine unvergleichliche Karriere als Literaturkritiker gelingt. Seither nennt er sich Marcel Reich-Ranicki. Mit "Wolke und Weide" ist dem Warschauer Journalisten Gerhard Gnauck ein einfühlsames Porträt geglückt: Facettenreich skizziert er eine Jahrhundertgestalt und erzählt von Polen in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts, einem Land, in dem sich die europäische Geschichte wie kaum an einem anderen Ort kristallisiert. Auf Anregung Gerhard Gnaucks hin erhielt die Familie Gawin, bei denen Marcel Reich-Ranicki und seine Frau untertauchen konnten, die Auszeichnung „Gerechte unter den Völkern“ und eine Rente der Bundesrepublik. „Ich bin ein halber Pole, ein halber Deutscher und ein ganzer Jude.“ Marcel Reich-Ranicki. 19 Uhr. Nikolaikirchplatz 5-7, 10178 Berlin-Mitte.

DDR Museum Gespräch. – „Der Mauerbau 1961 – Anfang oder Ende der sozialistischen Utopie?“ Streitgespräch zwischen Jens Schöne und Stefan Wolle. Moderiert von Christian Booß. Dr. Jens Schöne, Stellvertretender Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen in Berlin, beschreibt in seinem Buch "Ende einer Utopie - Der Mauerbau in Berlin 1961" die Zusammenhänge, die zum Mauerbau führten und zeigt, dass der Mauerbau bereits das Ende der sozialistischen Entwicklung Ostdeutschlands in sich trug. Dr. Stefan Wolle, wissenschaftlicher Leiter des DDR Museums, stellt sich in seinem Buch "Aufbruch nach Utopia" die Frage, ob die Mauer nicht auch eine Chance bot und läßt die 60er Jahre in der DDR mit all ihren Facetten wieder lebendig werden. Eintritt frei. 19 Uhr. Karl-Liebknecht-Straße 1, 10178 Berlin-Mitte.

Kultursalon im Schoeler – Schlösschen Lesung. Ella Danz – „Ballaststoffe“. An einem traumhaften Sommertag in der Lübecker Bucht liegt Kurt Staroske tot auf dem Golfplatz. Sind die Rockmusiker Holger und Peggy deshalb so nervös? Was hat der Greenkeeper Rob Higgins damit zu tun? Will Ökobauer Henning vor seiner Frau Gesche etwas verbergen? Und sagt Kurts Chef, der Biomarktbesitzer Hauke Bohm, die ganze Wahrheit? Bei ihren Nachforschungen stoßen der Lübecker Kommissar Angermüller und sein Kollege Jansen auf so manch einen, der ein Geheimnis mit sich herumschleppt. Und... mehr auch die unermüdlichen Ermittler haben privat so manches Päckchen zu tragen …19.30 Uhr. Wilhelmsaue 126, 10715 Berlin-Wilmersdorf.

Literarisches Colloquium Lesung. Marie N'Diaye – „Europäische Erzähler“. Spätestens seit Marie N'Diaye im Herbst 2009 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet wurde, ist sie auch hierzulande keine Unbekannte mehr. Der preisgekrönte Roman „Trois femmes puissantes“, der 2010 in der Übersetzung von Claudia Kalscheuer unter dem Titel „Drei starke Frauen“ (Suhrkamp) erschien und Autorin und Übersetzerin den Internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt einbrachte, wurde als Buch von beklemmender Schönheit gefeiert. In diesem Frühjahr erscheint mit „Selbstporträt in Grün“ (Arche) die Übersetzung des bisher persönlichsten Buches der Autorin, das 2005 in Frankreich veröffentlicht wurde. Außerdem wird der bereits 2008 erschienene Roman „Mein Herz in der Enge“ in die Bibliothek Suhrkamp aufgenommen: Gründe genug, die 1967 in Pithiviers bei Orléans geborene Schriftstellerin, die seit 2007 mit ihrer Familie in Berlin lebt, in Lesung und Gespräch vorzustellen. Durch den Abend mit Marie N'Diaye führt die Romanistin Petra Metz. 4-6 €. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.

Buchhändlerkeller Buchvorstellung. Hubert Ortkemper & Elisabeth Trautwein-Heymann – „Liebling, mein Herz lässt dich grüßen“. 20.30 Uhr. Carmerstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.



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