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Literaturkalender für Berlin / Februar 2011

Ob Lesung oder Vorleseshow - viele Veranstaltungen zum Thema Literatur

© Die Berliner Literaturkritik, 27.02.11

Dienstag, 1. Februar

Clärchens Ballhaus Theatergespräch: Theatrogene Textzonen oder Wie sexy ist das Authentische? Mit Valère Novarina, Matthias Lilienthal, Maurici Farré und Kerstin Beyerlein. Moderation: Frank Raddatz. 19 Uhr. Auguststr. 24, 10117 Berlin-Mitte.

Urania Lesung. Bascha Mika – „Die Feigheit der Frauen“. Bascha Mika, Publizistin, ehem. Chefredakteurin der taz, Honorarprofessorin an der Universität der Künste, Berlin, Autorin des gleichnamigen Buches. Die ehemalige Chefredakteurin der taz, die bereits eine viel beachtete kritische Biographie über Alice Schwarzer geschrieben hat, legt nun eine neue Streitschrift vor, die mit weiblichem Verhalten ins Gericht geht. Unterliegen gerade die modernen Frauen einem Selbstbetrug? Wird die Rede von Selbstbestimmung doch durch die Faszination traditioneller Rollen konterkariert? Sind die Frauen nur rhetorisch emanzipiert, bestärken aber eigentlich die alte Geschlechterordnung, noch dazu „freiwillig“, weil sie Konflikte scheuen oder sogar davon profitieren? Diskutieren Sie mit Bascha Mika ihre These von der „grassierenden weiblichen Geiselmentalität“ und darüber, wie Frauen den Mut entwickeln können, dem selbst gewählten Rückfall in alte Rollenmuster zu widerstehen! Moderation: Luzia Braun, Journalistin und Filmemacherin. 3,50-6 €. 19.30 Uhr. An der Urania 17, 10787 Berlin-Schöneberg.

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Buchhändlerkeller Lesung. Grenzgänge. Zum ewigen Frieden. Kants Theorie des Weltfriedens aus heutiger Sicht. Mit Rudi Thiessen und Justinus Pieper. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Mittwoch, 2. Februar

Literaturhaus ARTE-Filmpremiere. „Thomas Bernhard. Die Kunstnaturkatastrophe“. Eine Dokumentation von Norbert Beilharz, ARTE/WDR 2010, 52 Min. Er war Provokateur, intellektuelles Reibeisen und Komödienmaschine zugleich. Thomas Bernhard  starb 1989 mit 58 Jahren an Herzversagen. Die vorliegende Dokumentation von Norbert Beilharz entstand aus Anlaß von Thomas Bernhards 80. Geburtstag am 9. Februar 2011. Der Filmautor ging dafür an drei Orten auf Spurensuche, die in Bernhards Leben von zentraler Bedeutung waren: Salzburg, Ohlsdorf in Oberösterreich und Wien. Dabei geben Weggefährten, Freunde und Zeitzeugen Auskunft, die sich zum Teil noch nie öffentlich über Thomas Bernhard geäußert haben. Stimmen von zwei Künstlern der Gegenwart runden die Statements zu Thomas Bernhard ab: Sein Landsmann, der österreichische Erfolgsautor Daniel Kehlmann sowie der Münchner Schauspieler und Fotokünstler Stefan Hunstein, der sich intensiv mit Thomas Bernhard auseinandergesetzt hat. Sendetermin auf ARTE: Montag, 7. Februar 2011, um 22.35 Uhr Eintritt frei. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literaturforum im Brechthaus Lesung und Werkstattgespräch. Erzählte Zeit- Jochen Voit – „Er rührte an den Schlaf der Welt. Ernst Busch“. Annett Gröschner im Gespräch mit dem Biographen. Ernst Busch (1900–1980) war einer der schillernden deutschen Bühnenstars des 20. Jahrhunderts, ein Revolutionär und eine Ikone der Linken. Bekannt wurde er als Moritatensänger in Brechts „Dreigroschenoper“-Verfilmung, er war der Sänger des Spanienkrieges und der Sozialistischen Einheitspartei. Alles, was er tat, geriet ihm zur Gratwanderung zwischen Kunst und Politik, Ideologie und Entertainment. Jochen Voit erzählt die Biographie des Sängers als „Geschichte einer Versteinerung“. 20 Uhr. Chausseestraße 125, Berlin-Mitte.

Donnerstag, 3. Februar

Café Tasso Lesung. Michael Sollorz – „Piratenherz”. Der Autor, Michael Sollorz, 1962 in Ostberlin geboren, machte eine Berufsausbildung als Dachdecker und arbeitete dann als Zeltarbeiter beim Zirkus, als Verwaltungsmitarbeiter und Zootierpfleger. Anfang der 1980er begann er, literarische Texte zu verfassen; seit 1985 ist er freier Schriftsteller und Journalist. Seit Beginn der 1990er arbeitete Sollorz als Kolumnist für das Berliner Magazin Siegessäule und für die bundesweit erscheinende queer. Später erschienen seine Kolumnen in drei Sammelbänden (Paul und andere; Deutscher Meister im Seitensprung; Herrengedeck). 1994 veröffentlichte er seinen ersten Roman „Abel und Joe“. „Piratenherz“, das aktuelle Buch von Michael Sollorz, versammelt Kurzgeschichten, die das schwule Leben des berliner Ostens vor und nach dem Mauerfall spiegeln. Ein Seebär auf den Weiten des Meeres, zwei junge Männer, die den absoluten Kick suchen... auf der Suche sind wohl alle Protagonisten dieser Erzählungen. Authentisch und mit großer Intensität beschreibt Sollorz die Gefühle, Träume und Sehnsüchte seiner Helden, die alle eines wollen: das Leben spüren. Spenden erbeten. 20 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.

BUCHBOX! Kulturbühne Gespräch. Reinhard Kleist – „Castro“Moderiertes Gespräch mit Reinhard Kleist und Lars von Törne. Reinhard Kleist gehört seit geraumer Zeit unbestritten zur ersten Riege deutschsprachiger Comiczeichner. Seine von der Kritik und den Lesern gleichermaßen geschätzte Biografie über Johnny Cash ist nicht nur in Deutschland extrem erfolgreich, sondern wurde zudem in zahlreiche Sprachen übertragen. In seinem neuen Buch beschäftigt sich Kleist mit Kuba, einem der letzten Außenposten des real existierenden Sozialismus. Genauer gesagt mit dem „Maximo Lider“ der Revolution: Fidel Castro. Gewohnt kunstvoll erzählt und mitkraftvollem, vitalem Strich nähert sich Reinhard Kleist in seiner Biografie „Castro“ dem umstrittenen Revolutionär und Politiker und hält dessen bewegtes Leben und seine politischen Ideen und Ideale ebenso facettenreich fest wie deren Folgen für die kubanische Gesellschaft. Um die Stimmung vor Ort besser einfangen zu können, unternahm Kleist im Frühjahr 2008 eigens eine Recherchereise nach Kuba, aus der bereits das viel beachtete Reisetagebuch „Havanna“ hervorgegangen ist. Eintritt frei, Anmeldung erbeten unter 030-43 73 57 34. 20 Uhr. Greifswalder Straße 33, 10405 Berlin

Literaturforum im Brechthaus Buchvorstellung und Gespräch. György Dalos –  „Gorbatschow. Mensch und Macht“. Jörg Baberowski im Gespräch mit dem Autor. Am 2. März 2011 wird Michail Gorbatschow 80 Jahre alt und das Ende der Sowjetunion liegt 20 Jahre zurück. Dies ist Anlass, das Leben dieser politischen Ausnahmeerscheinung nachzuzeichnen. Gorbatschow war der Staatsmann, dessen Politik das Weltgeschehen der späten 1980er und frühen 1990er Jahre am nachhaltigsten geprägt hat. Seine Perestrojka, Glasnost und Neues Denken führten zur Entspannung zwischen den Supermächten, zum Abzug der Mittelstreckenraketen in Europa und – was nicht ganz seine Absicht war – zum Ende des Realsozialismus im ehemaligen Ostblock. 20 Uhr. Chausseestraße 125, Berlin-Mitte.

La Luz Vorleseshow. DIE BRAUSEBOYS. Vorleseshow mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Gäste: Gregor Mothes (Titanic-Autor), Doc Schoko (Musik). 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstraße 16-20, 13347 Berlin-Wedding.

Buchhändlerkeller Lesung. Sascha Reh – „Falscher Frühling“. Der Autor liest aus seinem Roman „Falscher Frühling“ (Verlag Schöffling & Co.). 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Freitag, 4. Februar

Instituto Cervantes Lesung. Eugenia Rico – „ Auch wenn wir Verdammte sind“. Den spanisch-deutschen Abend moderiert Inge Zenker-Baltes. „Schon als ich die Rothaarige sah, wusste ich, dass das nichts Gutes bedeutete. Sie kam an einem Gewittertag ins Dorf ... und als der Wagen in die Kurve beim Bramadoiro einbog, brach ein Höllenspektakel aus Blitzen los, und es wollte nicht mehr aufhören zu regnen.“ Die Rothaarige, das ist Ainur, die in dem kleinen Dorf an der spanischen Küste Zuflucht sucht. Um sich von ihren eigenen Problemen abzulenken, stürzt sie sich in ihre Doktorarbeit über Selene, eine Heilerin, die im 17. Jahrhundert in dem Dorf lebte und als Hexe verfolgt wurde. Ainur fühlt sich ihr verbunden, denn sie selbst ist ebenfalls Außenseiterin, auch sie fühlt sich verfolgt, wenngleich aus ganz anderen Gründen. Je tiefer Ainur in die Geschichte von Selene eintaucht, desto stärker scheint sich deren Schicksal auf unheimliche Art mit ihrem eigenen zu verschränken. Eines ist sicher: In Eugenia Ricos Roman über Identität, Schuld und Liebe ist am Ende nichts so, wie es scheint.  Eintritt frei. 19.30 Uhr. Rosenstraße 18-19, 10178 Berlin-Mitte.

Literaturforum im Brechthaus Lesung und Gespräch. Schöne Morde, dreiste Ermittler. Ästhetik und Menschenbild des Kriminalromans, Teil 3: Der Mörder: Reiz und Natur des Bösen. Mit Andrea Maria Schenkel und Harald A. Euler (Psychologe). Moderation: Thomas Wörtche. Seit es Menschen gibt, morden sie. Zertrümmerte Schädel, durchbohrte Herzen und gewürgte Hälse gehören zu ihrer Geschichte. Doch das blutige Treiben bleibt rätselhaft: Warum nur wieder und wieder ein Mord? Diesen alten Fragen spüren Andrea Maria Schenkel und Harald Euler nach. Die Autorin von „Tannöd, Kalteis“ und „Bunker“ (aus dem sie auch Passagen lesen wird) rollt wahre Fälle auf und seziert erzählerisch Opfer- und Verbrechernaturen. Woher rühren Sinn und Reiz des Bösen? 20 Uhr. Chausseestraße 125, Berlin-Mitte.

CVJM Berlin e.V. Lesung. Matthias Zimmermann – „Von nackten Rotkehlchen und furzenden Wölfen“. Wenn Europäer sich miteinander unterhalten, geht es lustig zu – vor allem, wenn sie einander beim Wort nehmen. Wer möchte nicht gern einmal „Beinchen stricken“, wie es die Franzosen tun, anstatt die Beine immer nur „in die Hand zu nehmen“? Und wäre es nicht aufregend, im nächsten Spanienurlaub, den Ort zu finden, „wo Jesus den Hausschuh verlor“? In seinem Buch „Von nackten Rotkehlchen und furzenden Wölfen“ versammelt Matthias Zimmermann über 800 Redensarten aus 15 Sprachen und lässt sie aufeinander los. Wenn Sie immer schon einmal wissen wollten, was Europäer alles sagen – und was sie damit eigentlich meinen –, lassen Sie sich aufklären! 2,50 €. 20 Uhr. Einemstraße 10, 10787 Berlin-Schöneberg.

Literaturhaus Lesung und Gespräch. Auftakt zu einer deutschen Geschichte. Heinz Dieter Kittsteiners große Erzählung über die Stabilisierungsmoderne. Karl Schlögel spricht über Heinz Dieter Kittsteiners großen Geschichtsentwurf, Hanns Zischler liest ausgewählte Passagen, Jürgen Kaube stellt das Gesamtprojekt vor. Im Anschluß daran sprechen die Beteiligten mit Helmut Lethen und Tobias Heyl.3-5 €. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Samstag, 5. Februar

Gendarmenmarkt Literatur und Kunst am Gendarmenmarkt. Literarischer Spaziergang. Um 1800 haben die Salons der Damen, allen voran Rahel Lewin, später Verheiratete  Varnhagen von Ense, das kulturelle Leben um den Gendarmenmarkt geprägt, sie hatte ihren ersten Salon in dem Dachstübchen in der Jägerstraße, vis-à-vis vom Geburtshaus  Alexander von Humboldts. Heinrich von Kleist wohnte in der Mauerstraße, der Philosoph und Theologe Friedrich Schleiermacher in den Pfarrhäusern Ecke Glinka/Taubenstraße, E.T.A  Hoffman vis-à-vis dem Schauspielhaus, in der Charlottenstraße, ein paar Häuser weiter, im Wirtshaus Wegener,  gab’s den berühmten Sekt, der den freiheitlichen Geist beflügelte. Die Hugenotten brachten den Berlinern die Seidenkunst und das gute Essen, was ja manchem Gourmet als die höchste Kunst gilt. In der Französischen Straße war das Haus der Hugenottenfamilie Archad, der der Erfinder des Rübenzuckers, Franz Carl Archad  (1753-1821) entstammte. Führung auch am 20.10. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

Lettrétage Lesung. „Aqualand“ - Italien - Pseudo-Italien. Autorenlesung mit Christoph Klimke und Friedrich Kröhnke. Die erste gemeinsame Berliner Lesung von Christoph Klimke und Friedrich Kröhnke, die beide in Kreuzberg leben. Friedrich Kröhnke, bekanntgeworden mit (fast alle bei Ammann in Zürich erschienenen) Romanen und Erzählungen, wird aus der Neuausgabe seines Romans Aqualand (Aachen: Rimbaud Verlag 2010) lesen, einem frechen Kultbuch der 90er Jahre, das ironisch bis sarkastisch von drei seltsamen Deutschland-Flüchtigen in Thailand berichtet. Klimke, ausgewiesener Kenner Roms und Pasolinis und Moravias und Tondellis und der Liparischen Inseln, liest ältere und neue Gedichte und Prosa über Italien (und Helsinki!). Kröhnke wiederum war in Asmara (Eritrea), einem verwunschenen Art Déco- und Mussolini-Rom in Ostafrika, und liest (Deutschland-Premiere) verstörende und groteske Eindrücke von dort. 5 €. 19.30 Uhr. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Sonntag, 6. Februar

Deutsches Theater Buchvorstellung. Adolf Dresen – „Siegfrieds Vergessen“. Kultur zwischen Konsens und Konflikt. Buchpräsentation mit Margit Bendokat, Andreas Dresen, Wolfgang Engel, Maik Hamburger und Anna Mülhöfer, in Zusammenarbeit mit dem Links Verlag. „Die Aufsätze und Vorträge faszinieren in ihrer Logik und wirken wohltuend durch ihre anschauliche, sarkastische Sprache.“ Neue Zeit. 11 Uhr. Saal, Schumannstraße 13a, 10117 Berlin-Mitte.

Buchhändlerkeller Lesung. LebensGeschichten mit Sabine Gieschler. ErzählBar. Zu Gast: Renate und Regine Heuser Schauspielerin und Cutterin/Dokumentarfilmerin. 17 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Montag, 7. Februar

KulturBühne an der Sphinx Lesung. Christoph Maria Herbst – „Ein Traum von einem Schiff“. Der aus der Kult-Serie „Stromberg“ bekannte Schauspieler Christoph Maria Herbst war im Januar 2010 zum ersten (und letzten?) Mal auf dem TV-Traumschiff engagiert und hat seine Erlebnisse auf dem Dampfer der Nation aufgezeichnet. Bei der Ankunft in Guatemala ist sein Koffer immer noch in Madrid, an der chilenischen Küste wird er als Stromberg erkannt und beschimpft und auf Bora Bora ist er viel zu hautnah dabei, als ein Zyklon die ganze Inselgruppe neu sortiert. Unvergessene Begegnungen mit Montezuma und liebenswerten öffentlich-rechtlichen Fossilien, aufgezeichnet mit höchst unterhaltsamem ironischen Blick auf Kollegen und Eingeborene, Sitten und Gebräuche. Drei Wochen unterwegs mit der „schwimmenden Schwarzwaldklinik“ – für Sie ein traumhafter Spaß, wenn Christoph Maria Herbst aus seinem ersten Buch liest! Eintritt frei. 19 Uhr. Friedrichstraße 90, 10117 Berlin-Mitte.

Dienstag, 8. Februar

Literaturforum im Brechthaus 8.-11.2. und 15.2. BRECHT-TAGE 2011 - Auf den Schlachthöfen der Geschichte. Jeanne d’Arc und ihre modernen Gefährtinnen bei Bertolt Brecht, Anna Seghers, Sarah Kane und Stieg Larsson. Gewalt ist für uns zu einem allgegenwärtigen Phänomen geworden – terroristisch, menschenverachtend, brutal oder subtil. Sie geht von Menschen aus, von Systemen, von Ideologien, von Staaten. Sie macht Menschen zu Opfern, zwingt sie in den Widerstand und den Überlebenskampf, zerstört sie physisch und psychisch. Der Wunsch nach Gerechtigkeit kann eine Gegen-Gewalt sein, zum Kampf motivierend, Widerstand legitimierend, Kräfte freisetzend, Ängste überwindend. Ausgehend von einem Brecht-Stück und fokussiert in der Figur der Jeanne d‘Arc verfolgen die Brecht-Tage 2011 an vier aufeinander folgenden Abenden die Thematik von Politik und Moral, Gewalt und Gerechtigkeit. Am 11. Februar haben darüber hinaus jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Chance, ihre Studien zu Bertolt Brecht vorzustellen. Am 15. Februar schließt sich dann ein musikalischer Brecht-Abend zum Thema Freundschaft an - nach vier Tagen über Recht und Gewalt ein sehr versöhnlicher Abschluss ... Über den genauen Ablauf der Tagung siehe unter www.lfbrecht.de. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Urania Vortrag. Frank Göse – „Brandenburg. Neues altes Land“. m Land Brandenburg haben die Menschen seit 1989/90 bewegte Jahre durchlebt: Den Umbruch in der DDR, die deutsche Vereinigung, die Wiederbildung des Landes und den folgenden Prozess seines Aufbaus. Brandenburgs Geschichte ist reich an Ereignissen und Veränderungen. Historische Dokumente belegen 1000 Jahre Landesgeschichte. Erst Markgrafschaft, dann Kurfürstentum, territoriale Mitte und später Provinz des Staates Preußen. Schließlich ein Land, das 1947 gegründet und bereits 1952 wieder aufgelöst wurde. Nach der Wiederherstellung der deutschen Einheit ist Brandenburg als föderatives Land der Bundesrepublik wieder erstanden, das durch seine Menschen gestaltet und repräsentiert wird. Seit der Gründung des neuen alten Landes bilden der Aufbau der Wirtschaft, Bildung und Kultur und eine Verwaltungsreform die Prioritäten. Brandenburg ist 20 Jahre nach seiner Gründung im Aufwind. 3,50-6€. 17.30 Uhr. Kleiststraße 13, 10787 Berlin-Schöneberg.

Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland Lesung. Lieve Joris – „Die  Stunde der Rebellen, Begegnungen mit dem Kongo“. Europa literarisch: Belgien. In Lesung und Gespräch: Lieve Joris (z. Zt. Amsterdam), Stéphane Lambert (Brüssel)  Moderation: Thomas Wohlfahrt (Literaturwerkstatt Berlin). Belgien kennt verschiedene literarische Landschaften. Zwei davon, die französische und die flämische, kommen zu Wort: Lieve Joris und Stéphane Lambert. Lieve Joris (*1953 Neepelt, Flandern) ist eine große Reisende, seit dreißig Jahren ist sie in Ost-Europa, Afrika und den Nahen Osten unterwegs, schildert ihre Erlebnisse in literarischen Reportagen. Die französische Zeitschrift Libération nannte sie „die beste Journalistin der Welt“. Lieve Joris liest aus „Die  Stunde der Rebellen, Begegnungen mit dem Kongo“ (Malik Verlag 2003, Übersetzung aus dem Flämischen von Barbara Heller). Stéphane Lambert (*1974 Brüssel) erzählt in seinem Roman „Die Farben der Nacht“ die Geschichte eines Belgiers, der in Prag ein Buch über den florentinischen Renaissance-Maler Bernardo Daddi schreibt. Aber: Zwischen Karlsbrücke und Pilsner Urquell, im nächtlichen Neonlicht einer 24/7-Tankstelle entdeckt Nathaniel ungeahnte Bezüge zwischen der Gegenwart und der Renaissance. Eine mitteleuropäische Reise durch Zeit und Raum. Seit  2008 stellt die Reihe „Europa literarisch“ Autoren aus Mitgliedsländern der Europäischen Union vor. Sie schlägt mit Autoren, Texten und Gesprächen eine Brücke von der Politik und Zeitgeschichte hin zur Literatur. 18 Uhr. Unter den Linden 78, 10117 Berlin-Mitte.

Museum für Kommunikation Vortrag. Falko Schmieder – „Das Gerücht als Angstkommunikation“. Im Phänomen des Gerüchts bündeln sich Aspekte, die das Emanzipationsversprechen und den Rationalitätsanspruch der Moderne herausfordern. Als Erscheinungsform kollektiver Ängste verweisen Gerüchte auf die politische Wirkkraft und Geschichtsmächtigkeit emotionaler Faktoren. In dem Vortrag soll das Gerücht in einer kommunikations- und kulturwissenschaftlichen Perspektive vermittelst des Konzepts der Angstkommunikation erschlossen werden. 18.30 Uhr. Leipziger Straße 16, 10117 Berlin-Mitte.

KulturBühne an der Sphinx Lesung. Marietta Slomka – „Mein afrikanisches Tagebuch. Reise durch einen Kontinent im Aufbruch“. Good morning, Africa! Marietta Slomka, die Frontfrau des ZDF-Flaggschiffs „heute-journal“, stellt im Gespräch mit TV-Moderator Jörg Thadeusz ihr persönliches Reisetagebuch vor. Sie eröffnet darin einen ganz eigenen Blickwinkel auf Afrika, jenseits der Klischees zwischen Armenhaus und Safari-Kulisse. Nicht zuletzt mit der Fußball-WM 2010 zeigte das überkommene Bild des Schwarzen Kontinents Risse. Afrika – das ist nicht nur Elend, Gewalt, Entwicklungshilfe, das ist auch Aufbruch, Lebensfreude, Erfolgswillen. Vor allem aber ist Afrika reich gesegnet mit Natur- und Bodenschätzen. Wer profitiert von diesen Schätzen? Mit dieser Frage ist Marietta Slomka nach Afrika gereist und hat ihre Begegnungen und Erlebnisse in ihrem Buch festgehalten. Eintritt frei. 19 Uhr. Friedrichstraße 90, 10117 Berlin-Mitte.

Hebbel am Ufer (HAU) Vortrag. Wolfgang Kraushaar – „Protest der Privilegierten? Oder: Was ist wirklich neu an den Demonstrationen gegen Stuttgart 21?“. Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe: Stuttgart 21 –Reflexiv. Gesellschaftstheorie eines lokalen Ereignisses. Zunächst war das Echo groß. Die Rede war von einem „Aufstand des Bürgertums”, gar von einer „Dagegen-Republik”. Diese Etiketten könnten sich jedoch als voreilig erweisen. Denn inzwischen liegen erste empirische Untersuchungen vor. Beim Protest gegen Stuttgart 21 handelt sich um den älterer Jahrgänge, zudem einen der Gebildeten und Besser-Informierten, die mit großer Mehrheit eine einstige „Anti-Parteien-Partei” präferieren - die Grünen. Damit steht die Frage im Raum, ob es sich in Stuttgart um einen Protest der bürgerlichen Mitte, gar der Privilegierten handelt? Denn Protest und gesellschaftliche Mitte schienen sich ja bislang auszuschließen. Eine Kooperation des HAU (Berlin) mit dem HIS. 3 €. 19.30 Uhr. Stresemannstraße 29, 10963 Berlin-Kreuzberg.

Deutsches Theater Lesung. Thomas Bernhard. Ulrich Matthes und Burghart Klaußner lesen aus „Autobiographische Schriften“, anschließend Gespräch. 8 €. 20 Uhr. Schumannstraße 13a, 10117 Berlin-Mitte.

Literaturhaus Lesung. Léda Forgó – „Vom Ausbleiben der Schönheit“. Die Autorin liest aus ihrem Roman. Einführung und Gespräch: Katharina Hacker. 3-5 €. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Lehmanns Buchhandlung Lesung. Götz W. Werner – „1.000 Euro für jeden - Freiheit. Gleichheit. Grundeinkommen“. Angst vor Armut und Erwerbslosigkeit prägen unsere Gesellschaft. Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein bahnbrechendes Konzept, um die Menschen von Existenzangst zu befreien. Angst vor Armut und Erwerbslosigkeit prägen unsere Gesellschaft. Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein bahnbrechendes Konzept, um die Menschen von Existenzangst zu befreien. Es schafft Sicherheit und Freiraum für Kreativität und Eigeninitiative, gibt der Arbeit ihren Sinn und den Menschen ihre Würde zurück. Götz Werner zeigt in seinem Buch, wie das Konzept in die Praxis umgesetzt werden kann und wie es den Traum von einer solidarischen Gesellschaft einlöst. Götz Werner, geboren 1944, ist Gründer und Aufsichtsratsmitglied der dm Drogeriemärkte. Er gilt als Vordenker der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens. 5 €. 20.30 Uhr. Hardenbergstraße 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Buchhändlerkeller Lesung. LebensBilder präsentiert von Jürgen Tomm. Skandalös selbständig  Filmdokumentation über die Schriftstellerin und Psychoanalytikerin Lou Andreas-Salomé. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Mittwoch, 9. Februar

Literatur und Kunst – Vom Brandenburger Tor zur Schloßbrücke. Untern Linden kannst du finden die schönsten Frauen, das dichtete bereits Heinrich Heine, als er von 1821 bis 1823 an der Berliner Universität sein Jurastudium fortsetzte. Er konnte die neueste Mode beobachten, die  die Damen trugen, unter anderem schöne Federhüte und Türkenschals. Und abends gingen sie noch feiner herausgeputzt in die Oper. Heine verkehrte im Salon von Rachel von Varnhagen, den sie in der Französischen Straße führte, er widmete ihr den Gedichtzyklus „Heimkehr“. 1822 wohnte er kurzfristig Unter den Linden. Der Bildhauer und Schöpfer der Quadriga auf dem Brandenburger Tor, Johann Gottfried Schadow, hatte sein Atelier in der ehemals Kleine Wall-, heute Schadowstraße.  Max Liebermann, impressionistischer Maler, Präsident der Akademie der Künste, war mit Walter Leistikow der Begründer der Berliner Sezession. Von  1893 bis zu seinem Tod 1935 wohnte und arbeitete er am Pariser Platz (Liebermann-Haus). Anna Dorothea Therbusch, geb. Lisiewiski (1721Berlin-1782 ebd.), war Portraitmalerin Friedrich II., sie portraitierte seine Familie ebenso wie Katharina II. von Russland. Sie malte in verschiedenen europäischen  Städten, in Paris wohnte sie bei Diderot. Sie war die erste Malerin, die sich traute, sich als alte Frau mit Monokel zu malen (Gemäldegalerie). Sie wohnte unweit der Akademie der Künste, die damals noch Unter den Linden war. Wegen Ernteausfall in europäischem Ausmaße gab es 1771/1772 Hungerjahre. Sie beklagte sich, „dass die Kaffeeregie keine einzige Bohne mehr herausgibt. Was nützen mir da die schönsten Brennscheine, die die Königin mir zukommen läßt.“ Die Königin Elisabeth Christine, die Gattin Friedrich II., die sommers in ihrem Schloß Schönhausen lebte und winters in der Stadt, war der Malerin zugetan. (Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. Auch am 17.11.) 14 Uhr.

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Lettrétage Autorenlesung. Gregor Eisenhauer – „Der ewige Zweite“. Ohne Leser keine Bücher! Das vergessen die Autoren meist, doch während der Leser die freie Auswahl unter den Autoren hat, kann sich der Autor sein Gegenüber keineswegs aussuchen. Er ist dem Leser schutzlos ausgeliefert. Und davon gibt es sehr viele unterschiedliche: der wohlmeinende Leser, der Kleinkarierte, der „Ich-könnte-es-ja-viel-besser“-Leser, der Verständnislose, der „Das-ging-mir-damals-genauso“-Leser …Der ewige Zweite entwirft eine kleine Typologie der Spezies „Leser“, eine Galerie der stets Verkannten, nicht allzu ernst im Ton, auf dass auch dieses Buch ein verständnisvolles Gegenüber findet. „Das Buch Der ewige Zweite beschreibt alle Lesetypen amüsant und mit Wiedererkennungseffekt.“ Börsenblatt. Gregor Eisenhauer, geb. 1960, lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Er veröffentlichte Romane, Erzählungen und Essays, zuletzt im Mitteldeutschen Verlag Die erste Versuchung (2009). Die Ergebnisse intensiver Feldforschung in seinem Freundeskreis waren Grundlage diverser Romane. Gregor Eisenhauer schreibt auch für den Tagesspiegel. 5 €. 19.30 Uhr. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Berliner Ensemble Lesung. Jürgen Holtz liest Thomas Bernhard – „Der Untergeher“. 19.30 Uhr. Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin-Mitte.

BKA-Theater Lesung. Gernot Wolfram – „Das Wüstenhaus“. Ein Lehrerehepaar verbringt mit seiner siebzehnjährigen Tochter Maja 2002 einen Urlaub auf der Insel Djerba. Im Hotel treffen sie auf einen Journalisten aus Berlin. Dieser kennt sich dort sehr gut aus, und so erzählt er von der Kultur der Insel und ihrem besonderen Licht. Die Eltern – sehr kulturinteressiert – hören begeistert zu, haben jedoch kaum einen Blick für die Bewohner der Insel übrig. Und so fragt schließlich auch ein Hotelangestellter Maja: „Was glauben deine Eltern, wer wir eigentlich sind?“ Der Journalist legt der deutschen Familie einen Ausflug besonders ans Herz: die alte Al-Griba-Synagoge; ein jüdischer Ort in einem islamischen Land. Eine Empfehlung mit fatalem Ausgang: Auf die Synagoge wird an diesem Tag ein Anschlag verübt, und nur Maja überlebt ihn. Sechs Jahre später trifft sich Maja wieder mit dem Journalisten. Sie wirft ihm vor, am Tod ihrer Eltern schuld zu sein, und doch werden alte Gefühle wach…20 Uhr. Mehringdamm 34, 10961 Berlin-Kreuzberg.

Monarch Lesung. Die drei Tenöre – Jan Off, Franz Dobler und Klaus Bittermann. Als wortgewaltiger bulgarischer Ringer, Komsomolze und im dekadenten Westen zum Punk mit Bierflasche und intellektuellem Format geworden, trägt Jan Off unerhörte Vorkommnisse aus der Welt der Unterschicht vor. Der Cowboy Franz Dobler gibt Einblicke in die Welt des lonesome hero, der nie mit dem Rücken zur Tür sitzt und nur eine Chance hat, wenn er schneller zieht. Und der Dandy Klaus Bittermann berichtet über merkwürdige Dinge, die in seinem Kiez vorgehen, den er nie verläßt, weil das mit einer Schildkröte an der Leine auch ein bißchen schwierig wäre. Die drei Tenöre lesen aus ihren opus magnussen. Garantiert noch unveröffentlichter Stoff. Das könnte Ihnen gefallen, wenn Sie schon mal eine Lesung besucht haben. 5 €. 20 Uhr.  Skalitzer Straße 134, 10999 Berlin-Kreuzberg.

Donnerstag, 10. Februar

Deutsches Theater Lesung. „Die Abenteuer des Homo Migrantes – Berlin“. Geschichten von Schülern. In Kooperation mit Lange Tafel e.V. Etwa 300 Schüler wurden Autoren und schrieben – unter Anleitung professioneller Literaten – Geschichten über die Migration ihrer Eltern und Großeltern. Eine Auswahl dieser Geschichten wird am 10. Februar um 17 Uhr im Saal vorgestellt. Eintritt frei. 17 - 19 Uhr. Saal, Schumannstraße 13a, 10117 Berlin-Mitte.

Urania Buchpremiere. Berndt Georg Thamm – „Terrorziel Deutschland“. 10 Jahre nach 9/11 – Wie gefährdet sind wir wirklich? Zweifellos ist Deutschland längst ins Fadenkreuz islamistischer Terroristen gerückt. Wie lange können Anschläge noch verhindert werden? Einer der renommiertesten Terrorismus-Experten des Landes liefert eine aufschlussreiche Beschreibung der Situation und der möglichen Gefahren. Er benennt tatsächliche Attacken und mögliche Gefahren und stellt klar: Der Feind befindet sich bereits im eigenen Land, denn junge Konvertiten rüsten alarmierend auf. Diskutieren Sie mit Berndt Georg Thamm die neuen Ausprägungen des Terrorismus! 3,50-6 €. 19.30 Uhr.  An der Urania 17, 10787 Berlin-Schöneberg.

Café Tasso Lesung. „Die Unerhörten“. Die Neue Lesebühne mit den künftigen Stars der unerhörten Literatur ... lesen heute zum Thema: Stars und Sternchen- garantiert unerhört = neu; allesamt neue Texte - ein brisantes aktuelles oder allgemeingültiges Thema wird kritisch aus mindestens 5 verschiedenen Perspektiven beleuchtet - keiner kann der inneren Wahrheit der Texte letztlich entkommen - jedes Genre ist willkommen; die Texte sollen nicht nur eine hörbare, sondern auch eine lesbare Qualität haben.. Spenden erbeten. Eintritt frei. 20 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain

Literaturhaus Lesung. Albert Vigoleis Thelen – „Briefe 1929-1953“. Quatschverzapfer, Prallerzähler und Phantasiemaschinenbetreiber. Richard David Precht erzählt von seinem persönlichen Zugang zu Albert Vigoleis Thelen. Texte von Thelen liest die Schauspielerin Kathleen Morgeneyer. 5-8 €. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literaturwerkstatt Lesung. Lyrikdebüts 2010. Mit: Roman Graf (Berlin), Martina Hefter (Leipzig), Nadja Küchenmeister (Berlin) Moderation: Michael Braun (Literaturkritiker, Heidelberg). Etwa fünfzehn Lyrik-Debüts erschienen im vergangenen Jahr im deutschsprachigen Raum, ein verschwindend geringer Anteil im Vergleich zu der enormen und stetig wachsenden Menge an Prosaliteratur. Drei der Autoren und Autorinnen, die es zum ersten Mal mit einem eigenen Lyrik-Band an die Öffentlichkeit geschafft haben, werden von Michael Braun an diesem Abend vorgestellt. Sie sprechen über ihre Arbeit und lesen aus ihren Texten. Roman Graf (*1978 Winterthur, Schweiz) lebt als freier Autor in Berlin. Nach dem mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Romandebüt „Herr Blanc“ erschien 2010 sein Lyrikdebüt „Zur Irrfahrt verführt“ im Limmat Verlag. Im Zentrum des Buches finden sich Grafs Nachdichtungen der griechischen Dichterin Sappho. Martina Hefter (*1965 Pfronten/Allgäu) debütierte bei kookbooks mit „Nach den Diskotheken“ In ihren Gedichten lotet sie die Ähnlichkeiten von Körper und Sprache, von Tanzen und Denken aus. Neben der literarischen Arbeit, sie veröffentlichte u.a. drei Romane, beschäftigt sich die ausgebildete Tänzerin mit tänzerischen/choreographischen Projekten an der Schnittstelle von Text und Bewegung. In Nadja Küchenmeisters (*1981 Berlin) Debüt „Alle Lichter“ (Schöffling&Co) geht es um die ewigen Themen Leben und Sterben, Liebe und Einsamkeit. 2010 wurde der Band von der Darmstädter Jury zum Buch des Monats Juni 2010 gewählt. Überdies erhielt sie für ihr Werk das Hermann Lenz-Stipendium. Die Auswahl der Autoren für diesen Abend übernahm der Literaturkritiker und Herausgeber zahlreicher Anthologien zeitgenössischer Lyrik Michael Braun. 20 Uhr. Knaackstraße 97, (Kulturbrauerei), 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

La Luz Vorleseshow. DIE BRAUSEBOYS. Vorleseshow mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Gäste: Kemal Hür (Texte aus Naunynstraße), Toni Mahoni (Die rauhste Stimme Berlins). 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstraße 16-20, 13347 Berlin-Wedding.

Buchhändlerkeller Lesung. Tina Uebel – „Last Exit Volksdorf“. Die Autorin liest aus ihrem Roman „Last Exit Volksdorf“ (Verlag C.H. Beck). 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Freitag, 11. Februar

Zentrum für Literatur- u. Kulturforschung Workshop. Zur Urgeschichte der Moderne: Freud und Adorno. Die Ansätze der ‚ersten’ Kulturwissenschaft sind vor allem dadurch charakterisiert, dass sie Gegenstände behandeln, die quer zu disziplinären Grenzziehungen stehen und einzelwissenschaftlich nicht zu bewältigen sind. Dem entsprechend sind die Arbeiten der Vertreter der ersten Kulturwissenschaft durch eine Vielfalt methodischer Zugänge und durch ihre Aneignung und Verbindung des Wissens verschiedener Disziplinen gekennzeichnet. Exemplarisch hierfür steht Sigmund Freuds Psychoanalyse und Kulturtheorie, die ihrerseits zum Bezugspunkt verschiedener interdisziplinärer Ansätze wurde, unter anderem des von Theodor W. Adorno. Auf dem Workshop soll die Wechselwirkung bzw. das Spannungsverhältnis zwischen Kritischer Theorie und Psychoanalyse diskutiert werden. Dauer: 11. und 12.2. 2011. 3. Et., Trajekte-Tagungsraum 308, Schützenstraße 18, 10117 Berlin-Mitte.

Zentral- und Landesbibliothek Buchvorstellung und Vernissage. Rolf Schneider – „20xBrandenburg“. Der Schriftstellers Rolf Schneider unternimmt in 20 Essays eine literarische Reise durch Brandenburg. Schneider erzählt von seinen Begegnungen mit Menschen und Landschaften: vom alten Derfflinger bis Gottfried Benn, von Walther Rathenau bis Hedwig Bollhagen, von der Schorfheide bis zu den Seelower Höhen, vom Industriekombinat Schwedt bis zum idyllischen Schloss Rheinsberg. Eintritt frei. 19 Uhr. Berlin-Saal, Breite Straße 36, 10178 Berlin-Mitte.

Literaturhaus Vortrag. Sabine Schneider – „Gottfried Keller: Das Sinngedicht“. Vorträge zur Literatur- und Wissensgeschichte. Offene Versuchskulturen. Gottfried Keller: Das Sinngedicht. Ein Vortrag von Sabine Schneider. Zur Einführung spricht Jutta Müller-Tamm. Eintritt frei. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Buchhändlerkeller Lesung. Günter Herburger – „Ein Loch in der Landschaft“. Der Autor liest aus seinem neuen Gedichtband „Ein Loch in der Landschaft“ (A1 Verlag) und erzählt von langen Läufen. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Samstag, 12. Februar

Schmargendorf Literarischer Spaziergang Die starken Frauen von Schmargendorf - Spaziergang von der alten Dorfkirche zum Wilden Eber, zum Prominentenstandesamt im Rathaus Schmargendorf. Obwohl Lou Andreas Salome (1861-1937) bereits eine bedeutende Schriftstellerin und mit Friedrich Nietzsche befreundet war, bevor sie den 14 Jahre jüngeren Rainer Maria Rilke (1875-1926), den sie vom 1.8.1898 bis 20.10.1900 in die gemeinsame Wohnung mit ihrem Ehemann, dem Orientalisten  Professor  Friedrich Andreas (1846-1930), aufnahm, ist es nicht gelungen, auch für sie eine Gedenktafel an der ehemaligen Villa Waldfrieden in der Hundekehlestraße anzubringen. Rilke schrieb hier die Erstfassung seines „Cornets“ in einer einzigen stürmischen Herbstnacht, der 1906 als 1. Band der Insel-Bücherei erschien und eins der erfolgreichsten Bücher der Literaturgeschichte wurde. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

Wirtshaus Moorlake Lesung. Ulrich Pleitgen – „Humor kennt keine Grenzen“. Ulrich Pleitgen erzählt die lustigsten Geschichten der Weltliteratur. Der TV Star leiht erlesenen Humoristen seine Stimme. Ein vergnüglicher Abend mit literarischen Überraschungen aus aller Welt- eben „ohne Grenzen“. Kartenpreis incl. Prosecco zum Empfang Hochwertiges 3-Gang Menü 60 € zzgl. Gebühr. 19 Uhr. Moorlakeweg 6, 14109 Berlin-Wannsee.

Sonntag, 13. Februar

Literaturhaus Lesung. Erlesene Sonntage - nachgesonnen - vom Sein, Dasein und Wegsein. Franziska Henning und Frank Kurt Schulz laden Kinder und Eltern ein, über Gott, die Welt und sich selbst nachzudenken. Für die ganze Familie mit Kindern ab 6 Jahren. Eintritt frei. 11 Uhr. Kaminraum, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literatur und Kunst – Vom Brandenburger Tor zur Schloßbrücke. Untern Linden kannst du finden die schönsten Frauen, das dichtete bereits Heinrich Heine, als er von 1821 bis 1823 an der Berliner Universität sein Jurastudium fortsetzte. Er konnte die neueste Mode beobachten, die  die Damen trugen, unter anderem schöne Federhüte und Türkenschals. Und abends gingen sie noch feiner herausgeputzt in die Oper. Heine verkehrte im Salon von Rachel von Varnhagen, den sie in der Französischen Straße führte, er widmete ihr den Gedichtzyklus „Heimkehr“. 1822 wohnte er kurzfristig Unter den Linden. Der Bildhauer und Schöpfer der Quadriga auf dem Brandenburger Tor, Johann Gottfried Schadow, hatte sein Atelier in der ehemals Kleine Wall-, heute Schadowstraße.  Max Liebermann, impressionistischer Maler, Präsident der Akademie der Künste, war mit Walter Leistikow der Begründer der Berliner Sezession. Von  1893 bis zu seinem Tod 1935 wohnte und arbeitete er am Pariser Platz (Liebermann-Haus). Anna Dorothea Therbusch, geb. Lisiewiski (1721Berlin-1782 ebd.), war Portraitmalerin Friedrich II., sie portraitierte seine Familie ebenso wie Katharina II. von Russland. Sie malte in verschiedenen europäischen  Städten, in Paris wohnte sie bei Diderot. Sie war die erste Malerin, die sich traute, sich als alte Frau mit Monokel zu malen (Gemäldegalerie). Sie wohnte unweit der Akademie der Künste, die damals noch Unter den Linden war. Wegen Ernteausfall in europäischem Ausmaße gab es 1771/1772 Hungerjahre. Sie beklagte sich, „dass die Kaffeeregie keine einzige Bohne mehr herausgibt. Was nützen mir da die schönsten Brennscheine, die die Königin mir zukommen läßt.“ Die Königin Elisabeth Christine, die Gattin Friedrich II., die sommers in ihrem Schloß Schönhausen lebte und winters in der Stadt, war der Malerin zugetan. (Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38) 14 Uhr.

Montag, 14. Februar

KulturBühne an der Sphinx Lesung. Horst Evers – „Für Eile fehlt mir die Zeit“. Horst Evers liest aus seinem neuen Buch und liefert eine erfreuliche Menge an Vorschlägen, wie man diese Welt ohne übertriebenen Aufwand erheblich verbessern könnte. Einer der wahrscheinlich wirkungsvollsten: „Wir nehmen allen Berlinern ihre Hunde weg und geben ihnen dafür je vier Hühner. Dann lägen auf den Bürgersteigen Eier. Es wäre quasi das ganze Jahr über Ostern.“ Er weiß auch, wie man auf einen Schlag zwanzig Kilo abnehmen kann, nämlich indem man die Art des Wiegens verändert. Für seine kleinen, liebevollen, lustigen Geschichten aus dem Hier und Jetzt erhielt Horst Evers unter anderem den Prix Pantheon (2001) und den Deutschen Kleinkunstpreis (2008). Jeden Sonntag ist er auch auf radioeins zu hören. Eintritt frei. 19 Uhr. Friedrichstraße 90, 10117 Berlin-Mitte.

Dienstag, 15. Februar

Wolfdietrich-Schnurre-Bibliothek Lesung und Gespräch. Eberhardt Panitz – „Die Feuer sinken“ und „Spielplatz in D.“ Literatur in Weißensee. Zwei Romane über die Ereignisse des Kriegsendes 1945 in Dresden und die Bombardements des bis dahin verschonten „Elbflorenz“ in den Tagen und Nächten vom 13./14.Februar. Panitz gelingt es in beiden Romanen, seine eigenen Erlebnisse, persönliche Schicksale der Dresdner und den Ablauf der letzten Kriegstage authentisch zu vermitteln. Er verschweigt aber auch nicht die Ursachen der Katastrophe und die Schuld einiger seiner Romanfiguren. Lesung anlässlich der Bombardierung Dresdens am 13./ 14. Februar 1945. Eberhard Panitz, geboren 1932 in Dresden. Nach einem Pädagogik-Studium in Leipzig als Verlagslektor tätig. Seit 1959 freischaffend. Zahlreiche Buchveröffentlichungen und Verfilmungen seiner Werke. Der Autor lebt im Berliner Süd-Osten. Gesprächsleitung führt Wilfried Platzek. Eintritt frei. 19.30 Uhr. Bizetstraße 41, 13088 Berlin-Weißensee.

Buchhandlung Starick Lesung. Tania Krätschmar – „Winterherz“. Tania Krätschmar studierte Germanistik in Berlin, Florida und New York. Heute ist sie als Texterin, Übersetzerin und Autorin tätig und lebt mit ihrem Sohn in Schmargendorf. In ihrem dritten Roman geht es um die große Leidenschaft einer Biologin: Wölfe; über deren Überlebensraum in der Schorfheide und um eine Liebesgeschichte. 7 €. 20 Uhr. Breite Straße 35-36, 14199 Berlin-Schmargendorf.

Buchhändlerkeller Lesung. Wiedergelesen: Gilgamesch - Von der Suche nach der Unsterblichkeit zu Bildern von Manfred Blessmann gelesen von Hanspeter Krüger. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Mittwoch, 16. Februar

Gendarmenmarkt Literatur und Kunst am Gendarmenmarkt. Literarischer Spaziergang. Um 1800 haben die Salons der Damen, allen voran Rahel Lewin, später Verheiratete  Varnhagen von Ense, das kulturelle Leben um den Gendarmenmarkt geprägt, sie hatte ihren ersten Salon in dem Dachstübchen in der Jägerstraße, vis-à-vis vom Geburtshaus  Alexander von Humboldts. Heinrich von Kleist wohnte in der Mauerstraße, der Philosoph und Theologe Friedrich Schleiermacher in den Pfarrhäusern Ecke Glinka/Taubenstraße, E.T.A  Hoffman vis-à-vis dem Schauspielhaus, in der Charlottenstraße, ein paar Häuser weiter, im Wirtshaus Wegener,  gab’s den berühmten Sekt, der den freiheitlichen Geist beflügelte. Die Hugenotten brachten den Berlinern die Seidenkunst und das gute Essen, was ja manchem Gourmet als die höchste Kunst gilt. In der Französischen Straße war das Haus der Hugenottenfamilie Archad, der der Erfinder des Rübenzuckers, Franz Carl Archad  (1753-1821) entstammte. Führung auch am 20.10. (Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38). 14 Uhr.

Akademie der Künste Lesung. Arno Geiger – „Der alte König in seinem Exil“. „Da mein Vater nicht mehr über die Brücke in meine Welt gelangen kann, muss ich hinüber zu ihm“, schreibt Arno Geiger in seinem bewegenden Buch über die Alzheimer-Krankheit seines Vaters. Die Krankheit lässt seinen Vater langsam die Vergangenheit, sein Haus und seine Kinder vergessen. Geiger erzählt, wie er den Vater über Jahre hinweg begleitet, wie eine neue Nähe entsteht und wie wertvoll dieses Leben nach wie vor ist. Entstanden ist ein sehr berührendes, oft auch komisches Buch, das eine neue Sicht auf die Krankheit eröffnet. Arno Geiger, der schon in seinem letzten Roman „Alles über Sally“ mit Empathie über die Ehe schrieb, beweist in seinem neuen Buch, dass er zu den einfühlsamsten Autoren seiner Generation zählt. Einführung und Gespräch mit Dirk Knipphals, Literaturredakteur der taz. 20 Uhr. Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte.

Literaturforum im Brechthaus Gespräch mit Lesungen. Das literarische Trio. Sechs Bücher und ein Gast. Jörg Magenau und Frauke Meyer-Gosau im Gespräch mit Ulrich Matthes. Zwei Kritiker laden einen prominenten Gast ins Literaturforum ein, um mit ihm über neu erschienene Romane zu diskutieren und ihn über seine Lese-Erlebnisse zu befragen. Der Gast stellt sein Lieblingsbuch vor, Jörg Magenau und Frauke Meyer-Gosau geben außerdem noch kurze Empfehlungen zu Büchern aus der laufenden Produktion. Und damit sich die Zuhörer auch selbst einen Eindruck von dem verschaffen können, wovon da die Rede ist, gibt es aus jedem vorgestellten Buch eine kurze Lesung. Im Februar geht es u. a. um Philip Roth: „Nemesis“, E. L. Doctorow: „Homer & Langley” und Silke Scheuermann: „Schanghai Performance”. In Zusammenarbeit mit „Literaturen“. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Berliner Ensemble Lesung. Otto Sander liest Thomas Bernhard – „Meine Preise”. 20 Uhr. Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin-Mitte.

Deutsches Theater Lesung. Rocko Schamoni – „'Tag der geschlossenen Tür“. Seit seinen so originellen wie erfolgreichen 'Sternstunden der Bedeutungslosigkeit' kennen wir Rocko Schamonis Held Michael Sonntag. Nun lässt er ihn noch einmal ins Gruselkabinett des Lebens treten, in dem er nichts verloren hat und schon gar nichts zu finden glaubt. Unbeirrt treibt Michael Sonntag durch seine Tage, sein Körper zeigt erste Gebrauchsspuren, und die großen Gedanken machen gewöhnlich einen Bogen um ihn. Entgegen der Erwartungen, die seine Umwelt an ihn stellt, verweigert Sonntag gern jede daseinserhaltende Tätigkeit. Nur seinem Freund Novak gelingt es hin und wieder, ihn mit hirnrissigen Geschäftsideen aus der Reserve zu locken. Und natürlich Marion Vossreuther, der Servicekraft aus dem Handy-Laden, die einen ganz eigenen Reiz auf ihn ausübt. Entschlossen geht Rocko Schamonis Held Michael Sonntag den Erfordernissen des Lebens aus dem Weg. Und dabei fordert der Irrsinn unserer Existenz seine Unerschrockenheit und seinen Witz öfter heraus, als ihm lieb sein kann. 8 €. 20 Uhr. Schumannstraße 13a, 10117 Berlin-Mitte.

Literaturwerkstatt Lesung. Wieder entdeckt: Die unbekannte Moderne. Heute: Wulf Kirsten – „Beständig ist das leicht Verletzliche. Gedichte in deutscher Sprache von Nietzsche bis Celan“. In Lesung und Gespräch: Wulf Kirsten (Autor und Herausgeber, Weimar) Moderation: Norbert Hummelt (Autor, Berlin). „Wieder entdeckt“ ist eine neue Veranstaltungs-Reihe in der Literaturwerkstatt Berlin. Sie begibt sich auf die Suche nach Solitären in der Poesiegeschichte. Der Dichter Norbert Hummelt stellt sie uns im Gespräch mit Fachleuten und kundigen Menschen vor. Eine außerordentliche Anthologie erobert das Feuilleton: Wulf Kirsten, einer der besten deutschen Dichter seiner Generation, hat die Ernte seines Lektüre-Lebens eingefahren. Die 1000-seitige Anthologie „Beständig ist das leicht Verletzliche. Gedichte in deutscher Sprache von Nietzsche bis Celan“ (2010, zunächst Amman Verlag, jetzt S. Fischer Verlag) begeistert die Kritik und setzt Maßstäbe: An Kenntnis, an Gründlichkeit, an Liebe zur Dichtung. Kirsten betrachtet die Zeit, in der die Moderne geboren wurde, er wirft einen frischen Blick auf die Epoche von 1880 bis 1945. Bewährtes wie Unbekanntes, kanonisierte oder auch weniger glanzvolle Texte schaffen einen „poetischen Spiegel der Zeitgeschichte“. Kirsten hat viele Randfiguren und Vergessene aufgespürt, die den Zeitläufen zum Opfer gefallen waren. Hier wird ihr Werk erstmals wieder zugänglich. Jahrzehnte der Lektüre und nicht endende Neugier münden in diesen Band. „Der Anthologist Wulf Kirsten … versteht sich eher als Diener der Dichter, als ihr sorgsamer und gerechter Herbergsvater, den neben seiner stupenden Belesenheit ein leidenschaftlicher Enthusiasmus leitet, der ihn vor Akademismus bewahrt.“ (Peter Hamm, Neue Zürcher Zeitung). Wulf Kirsten wird mit Norbert Hummelt über sein Leben mit den Gedichten sprechen und Texte aus diesem Fundus an Geheimtipps vorstellen. 20 Uhr. Knaackstraße 97, (Kulturbrauerei), 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Akademie der Künste Lesung und Buchpremiere. Arno Geiger – „Der alte König in seinem Exil“. Einführung und Gespräch: Dirk Knipphals. „Da mein Vater nicht mehr über die Brücke in meine Welt gelangen kann, muss ich hinüber zu ihm“, schreibt Arno Geiger in seinem bewegenden Buch über die Alzheimer-Krankheit seines Vaters. Die Krankheit lässt seinen Vater langsam die Vergangenheit, sein Haus und seine Kinder vergessen. Geiger erzählt, wie er den Vater über Jahre hinweg begleitet, wie eine neue Nähe entsteht und wie wertvoll dieses Leben nach wie vor ist. Entstanden ist ein sehr berührendes, oft auch komisches Buch, das eine neue Sicht auf die Krankheit eröffnet.  Arno Geiger, der schon in seinem letzten Roman „Alles über Sally“ mit Empathie über die Ehe schrieb, beweist in seinem neuen Buch, dass er zu den einfühlsamsten Autoren seiner Generation zählt. Einführung und Gespräch mit Dirk Knipphals, Literaturredakteur der taz. 3-5 €. 20 Uhr.  Plenarsaal, Pariser Platz 4, Berlin-Mitte.

Donnerstag, 17. Februar

Deutsche Gesellschaft e.V. Lesung und Gespräch. Ana Blandiana – „Die Versteigerung der Ideen“. Ana Blandiana und Hans Bergel im Dialog. Ana Blandiana liest aus dem auf Deutsch veröffentlichten Gedichtband Die Versteigerung der Ideen – in der Übersetzung von Hans Bergel, 2009 im Johannis Reeg Verlag erschienen. 19 Uhr. Europasaal Voßstraße 22, 10117 Berlin-Mitte.

Literaturwerkstatt Gespräch. Nach dem Krieg – Geschichte bezeugen, Geschichten erzählen. Mit Brigitte Döbert und Katharina Wolf-Grießhaber  Moderation: Volker Weichsel. Was auf der Landkarte 1991, zu Beginn des Bosnienkriegs, noch wie ein bunter Flickenteppich aussah, hatte sich mit Kriegsende 1995 und dem Dayton-Vertrag in drei große Farbfelder auseinander dividiert: Seither leben muslimische Bosniaken, katholische Kroaten und orthodoxe Serben nach Ethnien getrennt in zwei weitgehend autonomen „Entitäten“, der Föderation Bosnien und Herzegowina und der Republika Srpska. So kompliziert das neue Staatsgebilde, so frisch sind noch die Narben des Krieges. Die sogenannten ethnischen Säuberungen, das Aushungern der Enklaven, die Massaker an der Zivilbevölkerung, die im Genozid an den bosnischen Muslimen in Srebrenica gipfelten, auch das Versagen der internationalen Gemeinschaft   wie lässt sich darüber schreiben? Lässt sich mit Worten „dem Wahnsinn Sinn verleihen“ (Suljagić), „das geborstene Bild der Welt kitten“ (Jergović)? Der Bosniake Emir Suljagić (*1975), der dem Massaker von Srebrenica entging, weil er als Dolmetscher für die UNO arbeitete, und der bosnische Kroate und vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Miljenko Jergović (*1966) – beide haben, aus zeitlichem oder räumlichem Abstand, über den Krieg geschrieben. Katharina Wolf-Grießhaber hat Suljagićs „Srebrenica – Notizen aus der Hölle“ (Zsolnay 2009) aus dem Bosnischen, Brigitte Döbert Jergovićs „Sarajevo Marlboro“ (Schöffling 2009) aus dem Kroatischen übersetzt. Im Gespräch mit Volker Weichsel (Zeitschrift Osteuropa) stellen die Übersetzerinnen, Expertinnen des sprachlichen Abstands, die beiden Bücher vor. Eine Veranstaltung der WELTLESEBÜHNE in Zusammenarbeit mit SO-Übersetzen und der Literaturwerkstatt Berlin, gefördert durch die Robert Bosch Stiftung. 20 Uhr. Knaackstraße 97, (Kulturbrauerei), 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literaturhaus Lesung. Suchers Leidenschaften: Paul Celan. C. Bernd Sucher widmet sich Pauls Celans Leben und Werk.8-12 €. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

La Luz Vorleseshow. DIE BRAUSEBOYS. Vorleseshow mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Gäste: Jochen Reinecke (Texte und Geschichten), Martin Goldenbaum (Liedermacher). 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstraße 16-20, 13347 Berlin-Wedding.

Buchhändlerkeller Lesung. Lukas Hartmann – „Finsteres Glück“. Der Autor liest aus seinem Roman „Finsteres Glück“ (Diogenes Verlag). 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Freitag, 18. Februar

Schokofabrik Lesung. Toni Morrison - „Gnade“. Ein Meisterwerk über Sklaverei,  Rassismus und die innere Freiheit. Lesung mit der Schauspielerin Simone Petschke. Als die Literaturnobelpreisträgerin von 1993 Toni Morrison vor wenigen Jahren gefragt wurde, ob sie ihr Meisterwerk schon geschrieben habe, antwortete sie: „Noch nicht, es kommt noch“. Ihr letzter Roman, Gnade“, der im März letzten Jahres erschien, ist ein Meisterwerk. Er knüpft an „Menschenkind“ an, Morrisons bisher bekanntestes Werk, für das sie 1988 mit dem Pulitzerpreis belohnt wurde. Heute feiert sie ihren 80. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch! „Gnade“ ist die Geschichte von vier Frauen, die knapp 100 Jahre vor der Gründung der Vereinigten Staaten - und rund 200 vor dem Geschehen in „Menschenkind“ - in der gesetzlosen Welt von Amerika zu überleben versuchen. Das Ende des 17. Jahrhunderts sind die Anfangsjahre der Kolonialisierung und der Sklaverei. Damals, sagt Morrison, hätte der Handel mit Menschen noch gestoppt und der Rassismus, aus ihrer Sicht das Grundübel Amerikas, verhindert werden können. Tel: 615 29 99, e-mail: renatewitt@schokofabrik.de Nur für Frauen! Kostenlos! Bitte anmelden! 19 Uhr. Seminarraum, Naunynstraße 72, 10997 Berlin-Kreuzberg.

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Wirtshaus Moorlake Lesung. Dieter Hildebrandt – „Ich kann doch auch nichts dafür!“ Zum Glück hat Dieter Hildebrandt immer noch Spaß an seinem Publikum - u. umgekehrt. Wenn er dazu kommt, liest er auch etwas aus seinen Büchern. Kartenpreis incl. Prosecco zum Empfang Hochwertiges 3-Gang Menü 60 € zzgl. Gebühr. 19 Uhr. Moorlakeweg 6, 14109 Berlin-Wannsee.

Buchhändlerkeller Buchpremiere. Brigitte Karin Becker – „Jeden Abend Captain's Dinner. Auf Frachtschiffen durch Nord- und Ostsee“. Die Autorin liest aus ihrer literarischen Reiseerzählung „Jeden Abend Captain's Dinner. Auf Frachtschiffen durch Nord- und Ostsee“. Eine Gastveranstaltung der edition karo. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Samstag, 19. Februar

Literatur und Kunst am Kurfürstendamm. Zum 125. Geburtstag. Der Kurfürstendamm und seine Nebenstraßen beherbergten seit  der Bebauung 1886 großartige Menschen aus Literatur und Kunst, und das in allen Epochen. Der Kurfürstendamm ist immer noch in allen Befragungen die beliebteste Berliner Straße/Boulevard. Als in der Nacht vom 9./10. November 1989 die Mauer aufging, war das Ziel der nunmehr freien Ostberliner Bürger der Kurfürstendamm. Über Wochen waren die Parkplätze und die Gehwege des Kudamms mit ihren Trabbis voll geparkt. Am westlichsten Ende, in der Katharinenstraße, lebten die Lyrikerin Else Lasker-Schüler und Herwarth Walden, der Herausgeber der expressionistischen Zeitschrift „Der Sturm“, mit dem sie von 1903 bis 1912 verheiratet war. (Berliner Gedenktafel). Siegfried Kracauer wohnte unweit vom Kudamm, der Holtzendorffplatz ist erst kürzlich nach ihm umbenannt worden. Jeanne Mammen hatte ihr Atelier am Kudamm und Joseph Roth schrieb hier seinen „Radetzkymarsch“. Max Reinhardt machte das nunmehr bedrohte Kurfürstendammtheater berühmt und Peter Stein die „Schaubühne“ am Lehniner  Platz. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

Wirtshaus Moorlake Lesung. Dieter Hildebrandt – „Ich kann doch auch nichts dafür!“ Zum Glück hat Dieter Hildebrandt immer noch Spaß an seinem Publikum - u. umgekehrt. Wenn er dazu kommt, liest er auch etwas aus seinen Büchern. Kartenpreis incl. Prosecco zum Empfang Hochwertiges 3-Gang Menü 60 € zzgl. Gebühr. 19 Uhr. Moorlakeweg 6, 14109 Berlin-Wannsee.

Lettrétage Poet 10 Release Berlin. Das Literaturmagazin poet erscheint halbjährlich im poetenladen Verlag. Auf mehr als 200 Seiten gibt der poet Einblick in die junge Literaturszene. Für sein „beispielhaftes Konzept zur Förderung der jungen Literatur“ wurde das Magazin 2010 mit dem Calwer Hermann-Hesse-Preis ausgezeichnet. Zum Erscheinen der 10. Ausgabe präsentiert Verleger Andreas Heidtmann zusammen mit Autorinnen und Autoren Texte der aktuellen sowie vergangener Ausgaben. 5 €. 19.30 Uhr. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Sonntag, 20. Februar

Grunewald Literatur und Kunst um die Grunewaldseen I. - Halensee, Friedhof Grunewald. Literarischer Spaziergang. Auf dem Grunewald-Friedhof in Halensee ist die Begräbnisstätte des zu seiner Zeit mit Gerhard Hauptmann um Ruhm und Ansehen konkurrierenden, heute weniger bekannten Schriftsteller Hermann Sudermann (1857-1928) und seiner Ehefrau Clara, deren Drama „Die faule Mare“, 1904 in München uraufgeführt wurde unter dem Pseudonym E. Linde. Gerhard Hauptmann wohnte in der Nähe. Else Lasker-Schüler floh aus ihrer Ehe mit Herwarth Walden in die Humboldtstraße, in der auch die großen Soziologen und Philosophen Werner und Nicolaus Sombart, Vater und Sohn, lebten. Carl Zuckmayer wohnte in der Koenigsallee unweit vom Luna-Park, der in den 30iger Jahren dem Avus-Ausbau und der Halenseestraße weichen musste, ein fröhlicher Weinberg nach Preußischer Art verschwand Aufnimmerwiedersehn  und am Bismarckplatz thront noch immer über sein Areal wachend Otto von Bismarck mit seinem Lieblingshund, einer Dogge (Skulptur von Max Klein). Er gilt als Begründer des Kurfürstendamms und der Gemeinde Grunewald. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

Bibliothek der Indonesischen Botschaft Lesung. Agus R. Sarjono – „Poesie indonesisch und deutsch“. Moderation Berthold Damshäuser. Anschließend Imbiß. Eintritt frei! 18.30 Uhr. Lerther Straße 16-17, 10557 Berlin-Moabit.

Wirtshaus Moorlake Lesung. Dieter Hildebrandt – „Ich kann doch auch nichts dafür!“ Zum Glück hat Dieter Hildebrandt immer noch Spaß an seinem Publikum - u. umgekehrt. Wenn er dazu kommt, liest er auch etwas aus seinen Büchern. Kartenpreis incl. Prosecco zum Empfang Hochwertiges 3-Gang Menü 60 € zzgl. Gebühr. 19 Uhr. Moorlakeweg 6, 14109 Berlin-Wannsee.

Hotel Bogota Szenische Lesung. Premiere Kammer 1. Hermann Broch – „Die Erzählung der Magd Zerline“. Für Hannah Ahrendt ist sie „die schönste Liebesgeschichte der Welt“, und erlebte eine späte Berühmtheit durch die Inszenierung von Klaus Michael Grüber mit Jeanne Moreau in der Titelrolle. Unsere Adaption dieser Erzählung, die wir  zerlines kammern  nennen, kreist um das Geheimnis dieser von Maria Baton erzählten Geschichte der Magd Zerline.  zerlines kammern  - das ist schonungslose Lebensbeichte einerseits, spannender Krimi andererseits. Beide oszillieren  zwischen Wahrheit und Lüge. Zerline, diese „Terroristen der Liebe“ mit der“ Bibel unterm Herzen“ (zitiert nach Klaus Michael Grüber) porträtiert dabei am Vorabend des 20zigsten Jahrhunderts nicht nur das Erleben eines Epochenumbruchs aus der Sicht einer „Erniedrigten und Beleidigten“, sondern wirft brandaktuell Fragen nach der Verantwortung im Allerprivatesten und Gesellschaftlichen auf. Was dabei Lüge ist und was Wahrheit, was Intrige ist und Selbstbetrug aus radikaler Leidenschaft und Rachegelüsten -  das wollen wir an vier Abenden  - dahingestellt sein lassen. Die vier Kammern der Zerline geben dem Publikum nicht nur Einblick in vier Lebenspannen der Magd, sondern stellen im eigentlichen Sinne auch vier „Tatorte“ dar. Begleitet wird Zerline  / Maria Baton von A., einem Conferencier und geheimnisvollen Untermieter / Philip Brehse. Premiere. 20 Uhr. Schlüterstraße 45 10707 Berlin-Charlottenburg

Montag, 21. Februar

Zentrum für Literatur- u. Kulturforschung Workshop. Jacob Taubes. Mit Dana Hollander (McMaster University Hamilton), Arnd Wedemeyer (Duke University Durham), Herbert Kopp-Oberstebrink und Martin Treml (beide ZfL). Dauer:21.2. und 22.2.2011. 3. Et., Seminarraum 303Schützenstraße 18, 10117 Berlin-Mitte.

KulturBühne an der Sphinx Lesung. Hellmuth Karasek – „Im Paradies gibt´s keine roten Ampeln“. Genau betrachtet und mit sicherem Blick für das Kuriose oder gar Absurde schreibt Hellmuth Karasek seine Glossen über das große und kleine Weltgeschehen. Im Himmel, so hoffte eine verkehrssündige und bußfertige Pastorin, gibt es keine roten Ampeln. Aber auf Erden, so erfahren wir, werden die Japaner nicht dank Sushi hundert Jahre alt, sondern nur als Karteileichen. Bohrende Probleme: Hellmuth Karasek begleitet sie jede Woche mit seinen trostreichen Glossen. Er leitete über zwanzig Jahre lang das Kulturressort des „Spiegel” und war Mitherausgeber des „Tagesspiegel”. Hellmuth Karaseks neue Kolumnen erscheinen regelmäßig in der Berliner Morgenpost. Eintritt frei. 19 Uhr. Friedrichstraße 90, 10117 Berlin-Mitte.

Dienstag, 22. Februar

Urania Vortrag. Fürst Pückler – „... ein Kind meiner Zeit, ein ächtes, bin ich...“. Fürst Pückler (1785 -1871) hatte viele spannende Facetten: Schriftsteller, Reisender, Selbstdarsteller, Frauenheld und Schöpfer der Gärten von Branitz und Muskau. Diese Parkanlagen erlangten Weltruf und sind heute populärer denn je. Pückler bereiste England und Frankreich und schrieb Tagebücher darüber, er war in Nordafrika und Vorderasien und fasste das Erlebte in Reisebüchern zusammen. Ulf Jacob, der intensiv über Fürst Pückler geforscht hat, stellt Ihnen Persönlichkeit, Leben und Werk des schillernden Fürsten vor. 3,50-6 €. 17.30 Uhr. Kleiststraße 13, 10787 Berlin-Schöneberg.

Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung Lesung. Günter de Bruyn – „Die Zeit der schweren Not“. 19.30 Uhr. Tiergartenstraße 35, 10785 Berlin-Tiergarten.

Backfabrik Clinker-Lounge Lesung. Helmut Krausser – „Die kleinen Gärten des Maestro Puccini“. Serge Hanowski ist Mitte dreißig und Werbetexter in einer Berliner Agentur. Er ist manisch – mit einer Prise diabolischem Feuer. Eines Nachts wartet Serge auf die letzte Bahn nach Neukölln, als er auf den Gleisen ein Centstück liegen sieht. Er weiß sofort: Das ist mein Glückscent. Aber runterspringen? Die Vernunft siegt. Serges größter Wunsch ist es, endlich seine Freundin Kati zu heiraten. Was er nicht weiß: Kati hat ein Verhältnis mit seinem Arbeitskollegen David. Doch sie entscheidet sich für ihn und eine gemeinsame Auszeit auf Malta. Die beiden kommen bei den halbseidenen Angestellten eines Online-Poker-Servers unter, was ihr Leben nicht einfacher macht. Und auch auf der Insel wird Serge von Eifersucht getrieben. Er hackt sich in Katis E-Mail-Zugang ein und beginnt in ihr Leben einzugreifen. Kati kann nur ahnen, wozu Serge in der Lage ist. Tempo, Witz und die Fallstricke einer Dreiecksbeziehung machen Helmut Kraussers neuen Roman zu einer rasanten Tragikomödie um Liebe, Entsagung – und nahrungsverweigernde Kater. 20 Uhr. Saarbrücker Straße 36a, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literaturforum im Brechthaus Lesung und Gespräch. Gisela von Wysocki – „Wir machen Musik. Geschichte einer Suggestion“. Sigrid Löffler im Gespräch mit der Autorin. Wysocki hat einen Roman geschrieben, der eine Expedition ins Zwischenreich von Innen- und Außenwelt ist und gleichzeitig die Familiengeschichte eines musikbesessenen Haushalts. Darüber hinaus zeichnet er auch ein Bild der frühen Unterhaltungsindustrie und die Wendungen, die sie durch Hitlerdeutschland, Krieg und Nachkriegszeit erfuhr. Im Mittelpunkt stehen die Eltern der Erzählerin: ein von Platten besessener Vater und eine singende Mutter – beobachtet von einem Kind, das sich erzählend durch das Reich der Familienungeheuer tastet. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Theater im Palais Lesung. Franziska Troegner – „Fürs Schubfach zu dick“. Vom Berliner Ensemble bis Hollywood und zurück“. Franziska Troegner liest aus ihrem Buch. Die Biografie der Bühnen- und Filmschauspielerin Franziska Troegner bietet alles: Schauspielerschnurren und Anekdoten aus dem Theater und von diversen Filmarbeiten. Ernsthaftes wird über das Berliner Ensemble erzählt, dem sie bis 1993 angehörte, und über ihre Ehe mit Ulrich Thein. Und schließlich werden die Frauenbilder und -ideale kommentiert, mit denen sich die sympathische, komödiantische Troegner immer wieder konfrontiert sah. 20 Uhr. m Festungsgraben 1, 10117 Berlin-Mitte.

Literaturwerkstatt Lesung & Gespräch. Chamisso-Preis: Haratischwili, Khider, Sofronieva. Nino Haratischwili (Autorin, Hamburg), Abbas Khider (Autor, Berlin), Tzveta Sofronieva (Autorin, Berlin)  Moderation: Ijoma Mangold (stellvertretender Feuilletonchef „Die Zeit“, Hamburg). Der Chamisso-Preis und seine Förderpreise, gestiftet von der Robert-Bosch-Stiftung, werden seit 1985 jährlich an Autoren verliehen, deren Muttersprache nicht die deutsche ist. Sie haben unterschiedliche kulturelle Hintergründe und sind aus verschiedenen Gründen nach Deutschland gekommen. Eines aber verbindet sie: Die deutsche Sprache, in die sie eingewandert sind. Dieser Wechsel geht weit über den Alltagsgebrauch hinaus. Er macht das Werk der Preisträger zu einem selbstverständlichen Bestandteil der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Welche Widerstände dabei die neue Sprache leistet, was es bedeutet, mit Erinnerungen, Erfahrungen, auch literarischen Traditionen im Reisegepäck in einer neuen Sprache anzukommen, welche Freiheit der Sprachwechsel bringt, diskutiert Ijoma Mangold mit den Förderpreisträgern Nino Haratischwili, Abbas Khider und Tzveta Sofronieva. Abbas Khider (*1973 Bagdad) floh 1996 nach einer Verurteilung aufgrund „politischer Gründe“ aus dem Irak. Von 1996 bis 1999 hielt er sich als illegaler Flüchtling in verschiedenen Ländern auf, seit 2000 lebt er in Deutschland. Den Förderpreis erhielt er für seinen Band „Der falsche Inder“ (Edition Nautilus 2008), jetzt erscheint sein neuer Roman „Die Orangen des Präsidenten“. Tzveta Sofronieva (*1963 Sofia) studierte Poesie bei Joseph Brodsky. 1992 zog sie nach Berlin. Sie engagiert sich für Web Streaming Poetry und für Verbindungen zwischen Wissenschaftsgeschichte und Literatur. Sie schreibt auf Bulgarisch, Deutsch und Englisch und publiziert seit Anfang der 1980er Jahre. 2010 erschien im Verlag Hans Schiler „Diese Stadt kann auch weiß sein“ (Geschichten und Erzählungen). Nino Haratischwili (*1983 Tiflis, Georgien) studierte Film- und Theaterregie. Ihre mehrfach ausgezeichneten Stücke wurden in Hamburg, Heidelberg und in Göttingen aufgeführt. Im März erscheint im Verbrecher Verlag ihr erster Roman „Juja“. Adelbert von Chamisso hatte mehr Glück als viele andere politische Emigranten. Der gebürtige Franzose fand eine neue Heimat in Berlin und wurde noch zu Lebzeiten als Dichter deutscher Sprache und im internationalen Wissenschaftsbetrieb als Naturforscher anerkannt. Mit freundlicher Unterstützung der Robert-Bosch-Stiftung. 20 Uhr. Knaackstraße 97, (Kulturbrauerei), 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

totsicher Kriminalbuchhandlung Lesung. Martin Heesch liest Ljudmila Petruschewskaja. „Es war einmal eine Frau, die ihren Mann nicht sonderlich liebte....“. Tote, die im Traum erscheinen – Kranke, die wie durch ein Wunder geheilt werden – Menschen, die Selbstmord begehen und dann in ihrem Bett aufwachen. Die Geschichten von Ljudmila Petruschewskaja entführen die Leser in eine unheimliche Welt - an der Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit. Lange durften die Werke der Moskauer Autorin nicht erscheinen – heute zählt Petruschewskaja zu den bekanntesten Autorinnen Russlands. Der Schauspieler Martin Heesch wird einige ihrer Schauergeschichten erzählen, begleitet von Annika Hein auf dem Akkordeon. Dazu gibt es ein Buffet. 4,50 €. 20 Uhr. Winsstraße 16, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Buchhandlung Lehmann Hörbuchpräsentation. Südafrika erleben und genießen. geophon präsentiert das neue Südafrika-Hörbuch. Südafrika ist ein Land der Sinne, der Klänge, Farben und Geschmäcker – und diese Vielfalt können Sie an diesem Abend erleben. Südafrika hören, sehen und schmecken, das ist das Motto dieses Abends. Südafrika ist ein Land der Sinne, der Klänge, Farben und Geschmäcker – und diese Vielfalt können Sie an diesem Abend erleben: Hören Sie unterhaltsame Ausschnitte aus dem geophon Reise-Hörbuch über Südafrika, und lauschen Sie den Geschichten der geophon-Verleger und dem Reisejournalisten Jürgen Gutowski, der Südafrika für geophon mit dem Mikrophon erkundet hat. Wie sich Südafrika während und nach der WM verändert hat, sehen Sie in den eindrucksvollen Fotoshows der Journalisten Kai Schächtele und Christian Frey. Sie sind während der WM durch Südafrika gereist und ihr audiovisueller Reisebericht unterhält mit überraschenden Geschichten und spannenden Begegnungen. Dazu gibt es südafrikanische Spezialitäten für den Gaumen, ein Gewinnspiel und vieles mehr. 2-4 €. 20.30 Uhr. Hardenbergstraße 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Buchhändlerkeller Fundstelle und  Spurensuche. Tatarrrraaaaak. Futuristischer Abend - serata futurista. Von und mit Elettra de Salvo, in deutscher Sprache mit italienischen Einschüben. 6-8 €. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Mittwoch, 23. Februar

Friedenau Literarischer Spaziergang. Friedenau - ein kunstsinniger Ort. Wo Nobelpreisträger und Expressionisten lebten. Friedhof Stubenrauchstraße: Marlene Dietrich, Jeanne Mammen, Helmut Newton. Die Niedstraße ist die Schriftstellerstraße der 60/70iger Jahre schlechthin. Auf Grass’ Terrasse, der seine Gäste leidenschaftlich bekochte, schallten die Stimmen des Friedenauer Literatenchors, der Nachbar Uwe Johnson, Hans Magnus Enzenberger, dessen Bruder mit den anderen Kommunarden nebenan in Johnsons Wohnung die Kommune I gründete,  Max Frisch, Ingeborg Bachmann. Kästners Sekretärin wohnte hier einige Häuser weiter, die nach 1933 heimlich die Texte ihres Chefs weiter tippte, gleich um die Ecke, in der Görresstraße, gründete sich 1951 der ehemalige Buchhändlerkeller und in Wolff’s Bücherei in der Bundesallee ist jetzt ein neuer magischer Ort:  „Der Zauberberg“, eine Buchhandlung, 2009  von der russischen Literaturwissenschaftlerin  Natalia Liublina mit überwiegend russischer Literatur bestückt. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

Humboldt Bibliothek Lesung. Harald Martenstein – „Gefühlte Nähe“. Roman in 23 Paarungen. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Frühjahrsreihe „Lesezeichen – Literatur live in Tegel“ statt. Harald Martensteins neuer Roman besticht durch eine genaue Beobachtung unseres Paarungsverhaltens; er beschreibt dabei das erste und das letzte Mal, den One-Night-Stand ebenso wie das Ende einer Beziehung – 23 Männer in archetypischen Situationen, denen eines gemeinsam ist: Es handelt sich immer um dieselbe Frau, eine Frau, die wir nur als N. kennenlernen. An ihrem Liebesleben und Lebenslauf reiht der Autor die unterschiedlichen Männer und Verhältnisse auf. Ein Roman in 23 Liebhabern. Die Geschichten und Situationen ergänzen sich, zeigen Verhaltensmuster auf, sind eine Sittengeschichte im Privaten – aber sie sind vor allem eins: überraschend und komisch. Harald Martenstein, geboren 1953, ist Autor der Kolumne „Martenstein“ im ZEITmagazin und Redakteur beim Berliner Tagesspiegel. 2004 erhielt er den Egon-Erwin-Kisch-Preis. Sein Roman „Heimweg“ wurde im September 2007 mit der Corine ausgezeichnet. 2010 erhielt er den Curt-Goetz-Ring. Zuletzt erschien der Band Der Titel ist die halbe Miete. Moderation: Claudia Johanna Bauer. 19.30 Uhr. Karolinenstraße 19, 13507 Berlin-Tegel.

Lettrétage Lesung. Autorenlesung mit G.H.H. gedichte und prosa aus dem nachlass der letzten dreißig jahre. g.h.h. hat bei HOCHROTH einen band GEDICHTE IN ZWEI SPRACHEN veröffentlicht, von denen manche auch vorgetragen werden, aber auf deutsch. übersetzungen u.a. von william butler yeats und benoît gréan wurden bei früheren lesungen in der lettrétage vorgetragen. g.h.h. lebt und arbeitet in berlin und paris. wenn in berlin: anzutreffen im S-CAFÉ am s-bahnhof friedenau gegen halb zehn uhr morgens. 5 €. 19.30 Uhr. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Literaturhaus Gespräch. Vernünftig glauben. Ein Gespräch über Atheismus. Über die Schwerpunktthemen dieses Buches sprechen Ingo Langner, Walter Kardinal Brandmüller und Otto Kallscheuer. 3-5 €. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literaturforum im Brechthaus Dichterleben. Richard Pietraß im Gespräch mit Kathrin Schmidt. Alltags eine Einsilbige, ist die geborene Thüringerin in ihren Gedichten ein Fisch im Bachstrudel, schnellt sie durchs Silbenbett des Sprachflusses, bevölkert von den Schwestern Ramba und Zamba, Belladonnen und ihren Rosenkriegern, Gliederpuppen samt ihren Brandschätzen und Handlangern, die trotz ihrer Kunstgriffe nicht genug bekommen von der Schönheit münzrunder Weiber mit ihren Schießscharten und Blitzableitern. Nachdem sie ein Gefäßriß vom Gipfel ihres Könnens stieß, hat die Dichterin das Wunder vollbracht, nicht nur die Umgangs-, sondern auch ihre Kunstsprache zurückzugewinnen. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Berliner Ensemble Lesung. Bruno Ganz liest Roberto Bolano – „2666“. 20 Uhr. Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin-Mitte.

Donnerstag, 24. Februar

Literaturforum im Brechthaus Internationale Tagung vom 24-26.2. DAS ERSTE JAHRZEHNT – NARRATIVE UND POETIKEN DES 21. JAHRHUNDERTS. Über den genauen Ablauf der Tagung siehe unter www.lfbrecht.de. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Literaturwerkstatt Poesiegespräch. Marion Poschmann – „Geistersehen“. Moderation: Nico Bleutge (Autor und Literaturkritiker, Berlin). Poesiegespräche bieten die Möglichkeit eines tiefen Einblicks in Schreibstätten und Konzepte von Dichtern, zumal wenn es um deren neuestes Buch geht. Nico Bleutge, selbst Dichter, wird als kritisch begleitender Gesprächspartner auch die Februar-Veranstaltung in dieser Reihe moderieren. Marion Poschmann zählt zu den wichtigsten Stimmen der Gegenwartslyrik. Nun hat sie einen neuen Gedichtband vorgelegt, über den sie mit Nico Bleutge spricht und aus dem sie lesen wird: „Geistersehen“ (Suhrkamp Verlag 2010). Marion Poschmann sieht gewiss keine Geister oder gar Gespenster, aber Ungewisses schon. Zum Beispiel „das Nachbild der Glühbirne / auf der schwarzen Wand“. Es sind „Testbilder“, „Störbilder“, „Trugbilder“ und „Nachbilder“, die sie dem Leser anbietet, es sind „Spiegelungen“  – nur fixe Bilder sind es nicht. Weil die Welt verschwimmt, wenn man sie fest in den Blick nimmt. Die Ausgangspunkte können ganz alltäglich sein: „ich hatte versehentlich Teflon / zerkratzt, mit Metallbesteck“. Wenn die Autorin genau schaut, werden die Kratzer zu „Umrißlinien prähistorischer Tiere“, die letztendlich im Geschirrtuch verschwinden. „Marion Poschmann hat der zeitgenössischen Dichtung die Erfahrungsnaivität ausgetrieben. Die artifiziellen Spiegelungen und Vexierbilder ihrer Gedichte entwickeln eine Wahrnehmungskunst, die neue Maßstäbe setzt in der Dichtung des 21. Jahrhunderts.“ (Michael Braun, Neue Zürcher Zeitung). Marion Poschmann  (*1969 Essen) studierte Germanistik, Philosophie und Slawistik in Bonn und in Berlin, wo sie heute als freie Autorin lebt. Sie hat drei Prosabände („Baden bei Gewitter“ 2002, „Schwarzweißroman“ 2005, „Hundenovelle“ 2008) und drei Gedichtbände („Verschlossene Kammern“ 2002, „Grund zu Schafen“ 2004 und „Geistersehen“ 2010) veröffentlich. Marion Poschmanns Werk wurde vielfach ausgezeichnet. u. a. mit dem Wolfgang Weyrauch Förderpreis beim Literarischen März 2003 und einem Stipendium der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo 2004. 20 Uhr. Knaackstraße 97, (Kulturbrauerei), 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Café Tasso Lesung. Storyatella kommunizieren– Berliner Kurzgeschichten. Literatursaloon Lunge, Storyatella und die VirtuArtisten. Thema heute: Auf Schnee geschrieben. Seit 2001 veranstalten die VirtuArtisten die Kommunikationskunst-Veranstaltung LUNGE. Mittlerweile hat sich die LUNGE zu einer literarischen Leseveranstaltung abseits der Lach-Lesebühnen-Literatur Berlins entwickelt, an der explizit zu einem Thema jeweils neu verfasste Kurzgeschichten und Erzählungen von den VirtuArtisten und den STORYATELLA-Autoren vorgetragen werden. Ausgewählte Kurzgeschichten werden in der Kurzgeschichten-Taschenzeitschrift „STORYATELLA“ veröffentlicht, die zweimal im Jahr erscheint. Eintritt frei, Spenden erbeten. 20 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.

Literaturforum im Brechthaus Lebenszeugnisse. Alexandros Stefanidis – „Beim Griechen – Wie mein Vater in unserer Taverne Geschichte schrieb“. Wolfgang Benz im Gespräch mit dem Autor. Alexandros Stefanidis erzählt die Geschichte seiner Familie, in deren Zentrum sein Vater Christoforos und das familiengeführte Restaurant „Der Grieche“ stehen. Seit 1971 spielt sich dort nicht nur das Leben der Familie ab, es ist gleichzeitig eine einzigartige Bühne für deutsche Zeitgeschichte: Von der Gründerszene der Grünen bis zu absurden Situationen mit rassistischen Stammgästen, von der Zeit, als griechisches Essen fast schon ein politisches Statement war, bis zur Kapitulation vor der Döner-Welle hat die Geschichte des „Griechen“ neben komischen Alltagsepisoden alle Elemente einer griechischen Tragödie. In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Theater O.N. Lesung. Sonderausgabe. Mit Laurynas Katkus (Litauen) und Dmitri Golynko (Russland) mit deutscher Übersetzung. Gastgeber Martin Jankowski. 3-5 €. 20 Uhr. Kollwitzstraße 53, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Buchhändlerkeller Lesung. Richard Wagner – „Belüge mich“. Der Autor liest aus seinem Roman „Belüge mich“ (Aufbau Verlag). 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

La Luz Vorleseshow. DIE BRAUSEBOYS. Vorleseshow mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Gäste: Jacinta Nandi (the one and only british Vorleserin Berlins), N.N.. 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstraße 16-20, 13347 Berlin-Wedding.

Freitag, 25. Februar

Zentrum für Literatur- u. Kulturforschung Workshop. Max Leopold Wagner. Eine Biografie im Schnittpunkt von Wissenschafts-, Fach- und Sozialgeschichte. Mit Wilfried Busse, Jens Dobler, Johannes Klare, Marita Keilson-Lauritz, Christian Klein, Dirck Linck, Utz Maa. Dauer: 25.2. und 26.2.2011. 3. Et., Seminarraum 303, Schützenstraße 18, 10117 Berlin-Mitte.

Bibliothek der Freien Buchvorstellung. „Rebellen-Heil“ - Fritz Scherer - Vagabund, Wanderer, Hüttenwart, Anarchist. Fritz Scherer (1902-1988) war kein großer Agitator, er gehörte nicht zu den großen Theoretikern der anarchistischen Bewegung. Er war ein, wie es heute heißt, Aktivist. Sein Traum war die herrschaftslose Gesellschaft und dafür kämpfte er zeit seines Lebens. 19 Uhr. Greifswalder Straße 4, 2. Hof, Raum 1102, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Berghain Kantine Lesung. Astrid Rosenfeld – „Adams Erbe“. Astrid Rosenfeld wurde 1977 in Köln geboren. Nach dem Abitur ging sie für zwei Jahre nach Kalifornien, wo sie erste Berufserfahrungen am Theater sammelte. Danach begann sie eine Schauspielausbildung in Berlin. Im Buch hört Edward Cohen, Besitzer einer angesagten Modeboutique, seit seiner turbulenten Kindheit immer wieder, wie sehr er Adam gleicht – seinem Großonkel, den er nie gekannt hat, dem schwarzen Schaf der Familie. In dem Moment, in dem Edwards Berliner Leben in tausend Stücke zerbricht, fällt ihm Adams Vermächtnis in die Hände: ein Stapel Papier, adressiert an eine gewisse Anna Guzlowski. Berlin, 1938. Ein superspannendes Buch für alle Fans von Nicole Krauss und Siri Hustvedt. 20 Uhr. Rüdersdorfer Straße 70, 10243 Berlin-Friedrichshain.

Literaturforum im Brechthaus Lesung und Gespräch. Kathrin Schmidt liest aus ihren neueren Prosatexten. Moderation: Julia Schöll und Johanna Bohley. Begleitend zur Tagung „Das erste Jahrzehnt. Narrative und Poetiken des 21. Jahrhunderts“ wird Kathrin Schmidt aus neueren erzählenden Texten lesen. Das anschließende Gespräch wird von Julia Schöll und Johanna Bohley moderiert. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Kuppelsaal im Käthe Kollwitz-Museum Lesung. Hans-Jürgen Heinrichs: Peter Sloterdijk. Die Kunst des Philosophierens. Der Autor liest aus seinem neuen Buch und führt ein Gespräch mit Rüdiger Safranski. 6-10 €. 20 Uhr. Fasanenstraße 24, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Samstag, 26. Februar

Gendarmenmarkt Literatur und Kunst am Gendarmenmarkt. Literarischer Spaziergang. Um 1800 haben die Salons der Damen, allen voran Rahel Lewin, später Verheiratete  Varnhagen von Ense, das kulturelle Leben um den Gendarmenmarkt geprägt, sie hatte ihren ersten Salon in dem Dachstübchen in der Jägerstraße, vis-à-vis vom Geburtshaus  Alexander von Humboldts. Heinrich von Kleist wohnte in der Mauerstraße, der Philosoph und Theologe Friedrich Schleiermacher in den Pfarrhäusern Ecke Glinka/Taubenstraße, E.T.A  Hoffman vis-à-vis dem Schauspielhaus, in der Charlottenstraße, ein paar Häuser weiter, im Wirtshaus Wegener,  gab’s den berühmten Sekt, der den freiheitlichen Geist beflügelte. Die Hugenotten brachten den Berlinern die Seidenkunst und das gute Essen, was ja manchem Gourmet als die höchste Kunst gilt. In der Französischen Straße war das Haus der Hugenottenfamilie Archad, der der Erfinder des Rübenzuckers, Franz Carl Archad  (1753-1821) entstammte. Führung auch am 20.10. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

Wirtshaus Moorlake Lesung. Günter Lamprecht – „Kurzgeschichten von Heinrich Böll nach 1945“. Der große Menschendarsteller Günter Lamprecht („Franz Biberkopf „in Fassbinders „Berlin Alexanderplatz“ und „Komissar Malkowitz“) widmet sich den Nachkriegserzählungen von Heinrich Böll. Die abenteuerlichen „Trümmerjahre“ sind dem vortra-genden Leser noch in lebendiger Erinnerung. Kartenpreis incl. Prosecco zum Empfang Hochwertiges 3-Gang Menü 60 € zzgl. Gebühr. 19 Uhr. Moorlakeweg 6, 14109 Berlin-Wannsee.

Backfabrik Clinker-Lounge Lesung. Nicole Krauss & Sarah Kuttner. Die wahrscheinlich bedeutendste, amerikanische Autorin der Gegenwart ist Nicole Krauss, Gattin von Jonathan Safran Foer. Sie wurde mit ihrem Roman „Das große Haus“ (engl. „The Great House“) auf die Shortlist des National Book Award gewählt. Warum? Weil bereits ihr erstes Buch „Die Geschichte der Liebe“ die Kritiker umgehauen hat. Ihr neues Werk toppt diesen Erfolg und ihr könnt euch davon live überzeugen: Über Jahrzehnte jagt der jüdische Kunsthändler Georg Weisz den Habseligkeiten nach, die seiner Familie vor dem Abtransport ins KZ geraubt wurden. Besessen von dem Wunsch, das grauenvolle Geschehen seiner Kindheit ungeschehen zu machen, baut er in seinem Haus in Jerusalem das Zimmer seines Vaters genau so nach, wie er es aus dem Vorkriegs-Budapest in Erinnerung behalten hat. Der Schreibtisch jedoch fehlt...Nicole Krauss nimmt uns mit auf eine vertrackte Zeitreise in verschüttete Welten. Sie alle leuchten mit der Schärfe ihrer Erkenntnis, der Schönheit ihrer Bilder und der Prägnanz ihrer Kunst, die auslotet, was Sprache sagen kann. Eine Produktion der BUCHBOX! und des Rowohlt Verlages im Rahmen der Backfabrik Literatur-Station. Deutsche Passagen & Moderation: Kiezliebling Sarah Kuttner. 20 Uhr. Saarbrücker Straße 36a, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Sonntag, 27. Februar

Grunewald Literatur und Kunst um die Grunewaldseen II. – Vom Hagenplatz zum Bahnhof Grunewald. Literarischer Spaziergang. Der „reine Liebesfreund“ von Else Lasker-Schüler, „Tristan kämpfte in Feindesland…Bis der Feind brach seinen Leib“, so dichtete sie über den Tod des Dichters Hans Ehrenbaum-Degele, fiel 1915 in Russland. Sein Freund Friedrich Wilhelm Murnau (Plumpe), der große Stummfilm-Regisseur, erbte das Haus in der Douglasstraße.Alfred Kerr lebte in der Douglasstaße und um die Ecke betrieb Edith Jacobsohns, die Frau  des Verlegers der „Weltbühne“, Siegfried Jacobsohn, nach seinem Tod (1925) den Verlag Williams&Co, wo 1930 Kästners „Emil und die Detektive“, herauskam, hier erschienen „Pu, der Bär“ und die „Dr. Dolittle“-Bücher. Max Reinhardt hat in der Fontanestraße gelebt, Hermann Sudermann in der Bettinastraße, die nach Bettina von Arnim genannt ist. Und in der Erdener Straße war der Salon des Verlegers Samuel Fischer, wo sich die großen Schriftsteller und Geister der Zeit trafen, Gerhard Hauptmann, Thomas Mann, Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Stefan Zweig, Walter Rathenau. Nach dem 2. Welt-Krieg initiierte hier Hans Werner Richter die „Gruppe 47“. In der Koenigsallee und im Hasensprung wohnte Ingeborg Bachmann. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

Hotel Bogota Szenische Lesung. Kammer 2. Hermann Broch – „Die Erzählung der Magd Zerline“. Für Hannah Ahrendt ist sie „die schönste Liebesgeschichte der Welt“, und erlebte eine späte Berühmtheit durch die Inszenierung von Klaus Michael Grüber mit Jeanne Moreau in der Titelrolle. Unsere Adaption dieser Erzählung, die wir  zerlines kammern  nennen, kreist um das Geheimnis dieser von Maria Baton erzählten Geschichte der Magd Zerline.  zerlines kammern  - das ist schonungslose Lebensbeichte einerseits, spannender Krimi andererseits. Beide oszillieren  zwischen Wahrheit und Lüge. Zerline, diese „Terroristen der Liebe“ mit der“ Bibel unterm Herzen“ (zitiert nach Klaus Michael Grüber) porträtiert dabei am Vorabend des 20zigsten Jahrhunderts nicht nur das Erleben eines Epochenumbruchs aus der Sicht einer „Erniedrigten und Beleidigten“, sondern wirft brandaktuell Fragen nach der Verantwortung im Allerprivatesten und Gesellschaftlichen auf. Was dabei Lüge ist und was Wahrheit, was Intrige ist und Selbstbetrug aus radikaler Leidenschaft und Rachegelüsten -  das wollen wir an vier Abenden  - dahingestellt sein lassen. Die vier Kammern der Zerline geben dem Publikum nicht nur Einblick in vier Lebenspannen der Magd, sondern stellen im eigentlichen Sinne auch vier „Tatorte“ dar. Begleitet wird Zerline  / Maria Baton von A., einem Conferencier und geheimnisvollen Untermieter / Philip Brehse. Premiere. 20 Uhr. Schlüterstraße 45 10707 Berlin-Charlottenburg.

Buchhändlerkeller Lesebühne. Carmer Eins. Eigene Texte - Lyrik / Prosa - lesen und diskutieren mit Sabine Schönfeldt und Signe Ibbeken. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Montag, 28. Februar

Konrad-Adenauer-Stiftung Lesung. Saul Friedländer – „Pius XII. und das Dritte Reich“. Viel ist über das Pontifikat Pius’ XII. geschrieben und debattiert worden. Es ist bis heute umstritten wie kein anderes im 20. Jahrhundert. Hatte der Papst plausible Gründe, sich in seinen Äußerungen zur Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden zurückzuhalten, oder hat er moralisch versagt? Gab es einen latenten Antisemitismus im Vatikan? Warum hat Pius XII. selbst die Deportation der Juden Roms widerspruchslos hingenommen, während er anderen heimlich Hilfe zukommen ließ? Dem Streit der Meinungen hat Saul Friedländer eine historische Dokumentation entgegengesetzt. Mit einem aktuellen Nachwort versehen ist sie eine unverzichtbare Quelle zum Verständnis der Kontroverse. Saul Friedländer ist Professor für Geschichte an den Universitäten von Tel Aviv und von Kalifornien, Los Angeles. Für sein Werk Das Dritte Reich und die Juden, das seit 2010 auch in einer von Orna Kenan gekürzten Fassung vorliegt, erhielt er 2007 den „Friedenspreis des deutschen Buchhandels“ und 2008 den „Pulitzer-Preis“. Soeben ist im Verlag C.H.Beck erschienen: „Pius XII. und das Dritte Reich“ (2011). Außerdem liegen von Saul Friedländer vor: „Nachdenken über den Holocaust“ (2007); „Kurt Gerstein oder die Zwiespältigkeit des Guten“ (2007); „Wenn die Erinnerung kommt Autobiographie“ (2008); „Gebt der Erinnerung Namen“ (2007); „Wagner im Dritten Reich“ (2000). 9 €. 19.30 Uhr. Tiergartenstraße 35, Berlin-Tiergarten.

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Renaissance-Theater Lesung. Désirée Nick – „Gibt es ein Leben nach fünfzig?“. Hüftspeck, Truthahnhals, Hormonschwankungen – es trifft jede über fünfzig. Grund genug eine Diät zu machen und teure Antifaltencremes zu kaufen. Aber Achtung: Wer geliftet die Tanzfläche stürmt, sobald „I will survive“ ertönt, sieht echt alt aus ... Umwerfend komisch und umwerfend böse – Désirée Nick nimmt beim Thema Wechseljahre kein Blatt vor den Mund. Désirée Nick gehört zu den scharfsinnigsten, aber auch scharfzüngigsten Stimmen in Deutschland. Ihr neues Buch nimmt die Lage ab fünfzig gekonnt aufs Korn: Offen, ungeschminkt und mit dem Augenzwinkern einer Frau, die sich nichts mehr beweisen muss. 10-14 €. 20 Uhr. Hardenbergstraße 6, 10623 Berlin-Charlottenburg. (kum)


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