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Literaturkalender für Berlin / Dezember 2010

Von der Buchpräsentation bis zu Vorleseshow - zahlreiche interessante Literaturveranstaltungen

© Die Berliner Literaturkritik, 27.12.10

Mittwoch, 1. Dezember

Gendarmenmarkt Literatur und Kunst am Gendarmenmarkt. Literarischer Spaziergang. Um 1800 haben die Salons der Damen, allen voran Rahel Lewin, später Verheiratete  Varnhagen von Ense, das kulturelle Leben um den Gendarmenmarkt geprägt, sie hatte ihren ersten Salon in dem Dachstübchen in der Jägerstraße, vis-à-vis vom Geburtshaus  Alexander von Humboldts. Heinrich von Kleist wohnte in der Mauerstraße, der Philosoph und Theologe Friedrich Schleiermacher in den Pfarrhäusern Ecke Glinka/Taubenstraße, E.T.A  Hoffman vis-à-vis dem Schauspielhaus, in der Charlottenstraße, ein paar Häuser weiter, im Wirtshaus Wegener,  gab’s den berühmten Sekt, der den freiheitlichen Geist beflügelte. Die Hugenotten brachten den Berlinern die Seidenkunst und das gute Essen, was ja manchem Gourmet als die höchste Kunst gilt. In der Französischen Straße war das Haus der Hugenottenfamilie Archad, der der Erfinder des Rübenzuckers, Franz Carl Archad  (1753-1821) entstammte. Führung auch am 20.10. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

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Martin-Gropius-Bau, Vortrag. Titel: Stefan Willer: Vererbungswissen und moderne Kultur. Kurztext: Vortrag im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung „WeltWissen. 300. Jahre Wissenschaften in Berlin“. Der Zutritt zur Ausstellung ist kostenpflichtig. 4-6 €. 17 Uhr. Lounge neben dem Lichthof,  Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin-Kreuzberg.

Literaturhaus Lesung. Philosophisches Café mit Lutz von Werder. Die Ethik des Kapitals (Marx/Scheler). Veranstalter: Lutz von Werder. (Auskünfte: 211 92 04). 3 €. 17.30 Uhr. Kaminraum, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Finnland Institut Lesung & Gespräch. Oula Silvennoinen – „Geheime Waffenbrüderschaft – Die sicherheitspolizeiliche Zusammenarbeit zwischen Finnland und Deutschland 1933 bis 1944“. Moderation und Gespräch mit dem Autor: Prof. Dr. Arnd Bauerkämper, Freie Universität Berlin. In englischer Sprache (Publikumsfragen können auf Deutsch gestellt werden). Das Buch birgt eine Sensation: Ging man bisher vom sauberen Krieg Finnlands gegen den sowjetischen Aggressor aus, so zeigt Silvennoinens Untersuchung erstmals, wie deutsche Einheiten mit finnischer Unterstützung während des Zweiten Weltkrieges ungestört Jagd auf Juden, Partisanen und Kommunisten machen konnten. Organisiert wurden die Exzesse von einem bisher vollkommen unbekannten Sondereinsatzkommando auf finnischem Boden. Das Buch, das in Finnland viel Staub aufwirbelte, wird auch das hiesige Bild vom Krieg im Norden nachhaltig verändern. Eine gemeinsame Veranstaltung des Finnland-Instituts und der WBG. Eintritt frei. 19 Uhr. Georgenstraße 24, 10117 Berlin-Mitte.

Lettrétage Lesung. Luces in the sky[pe] – Junge Autoren aus Spanien (VII). Pablo Gutiérrez: Relikte von Flügeln. Mit Pablo Gutiérrez und Denis Abrahams. ‚Luces in the sky[pe]‘ holt Glanzlichter der jungen spanischen Literatur auf das Parkett der Lettrétage. Acht handverlesene Autoren der Jahrgänge 1970-78 können mit ihren Prosatexten erstmals auf deutsch entdeckt werden: Eine Autorenlesung via Videoübertragung, eine Schauspielerlesung der eigens dafür angefertigten Übersetzungen und ein Autorengespräch mit Dolmetscher via Skype gestalten den Abend. (Für die Veranstaltungen sind keine spanischen Sprachkenntnisse erforderlich.). Eintritt frei. 19.30 Uhr. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Martin-Gropius-Bau Vortrag. Titel: Hans Belting:"Weltwissen" ohne Kolonien. Zur Zeitgenossenschaft anderer Kulturen. Kurztext: Das Wissen über die (andere) Welt, solange sie aus Kolonien bestand, war ein Privileg der westlichen Wissenschaft, welche die "Erforschung der Welt" mit ihren eigenen Methoden betrieb und dafür Ausstellung und Sammlung in Dienst nahm. In der globalen Ära wird diese Blickhoheit infrage gestellt. Die Objekte melden sich selbst zu Wort, und Künstler aus anderen Weltteilen übernehmen seit 20 Jahren Funktionen, die bisher die Wissenschaft besetzt hat. Sie werden zu Ethnologen neuen Typs, die in eigener Sache auftreten und den Anspruch anderer Kulturen auf Zeitgenossenschaft anmelden. Vortrag im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung "WeltWissen. 300 Jahre Wissenschaften in Berlin“. 20 Uhr. Kinosaal, Niederkirchnerstraße  7, 10963 Berlin-Kreuzberg.

MAX und MORITZ 2. lauter niemand preis für politische lyrik 2010. Lesung mit Preisverleihung und Diskussion. Der lauter niemand preis für politische lyrik ging 2010 in die zweite Runde und fand mit 414 teilnehmenden Autoren wieder hohe Resonanz im ganzen deutschsprachigen Raum. Auffällig viele der Autoren, die wir hier noch mit ihren Texten veröffentlichen werden, sind zum Beispiel aus Wien. Erfreulich ist der deutlich erhöhte Anteil von Frauen, denn zu 238 Autoren folgten diesmal 176 Autorinnen dem Aufruf, sich mit Lyrik politisch zu äußern. Die engere Auswahl spiegelt dieses deutlich veränderte Verhältnis mit 3 Autorinnen zu 9 Autoren allerdings nicht: Aber was dieses Mal nicht ist, das kann nächstes Mal noch werden. In der Endauswahl stehen Clemens Schittko, Susanne Eules, Marcus Roloff, Kai Pohl, Johann Reißer und Thomas Rackwitz. Zur Lesung werden die Gewinner bekannt gegeben. Was ist das Politische in der Lyrik? - Dieser Frage werden die Juroren Katrin Heinau, Stefan Döring und Tom Schulz nach der Lesung und Preisvergabe nachgehen. Es moderiert Clemens Kuhnert. 20 Uhr Einlass, 20.30 Beginn. Oranienstraße 162, 10969 Berlin-Kreuzberg.

Literaturforum im Brechthaus Lesung & Gespräch. Hanns-Josef Ortheil – „Die Erfindung des Lebens“ und „Die Moselreise“. Marius Meller im Gespräch mit dem Autor. Der autobiografische Roman „Die Erfindung des Lebens“ handelt von einem Jungen, der die vor seiner Zeit liegenden Schicksalsschläge seiner Mutter mitträgt, indem er, wie sie, verstummt. Seine Ausdrucksmöglichkeit findet er zunächst in der Musik und wird nach sieben wortlosen  Jahren vom Vater doch noch zur Sprache geführt. „Die Moselreise“, der Bericht des Elfjährigen, zeigt, wie der junge Ortheil aus dem Stummsein in die Welt fand. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Literaturwerkstatt Poesiegespräch: Zsuzsanna Gahse – „Donauwürfel“. In Lesung und Gespräch: Zsuzsanna Gahse (Autorin, Müllheim/Schweiz). Moderation: Nico Bleutge (Autor und Literaturkritiker, Berlin). Poesiegespräche bieten die Möglichkeit eines tiefen Einblicks in Schreibstätten und Konzepte von Dichtern, zumal wenn es um deren neuestes Buch geht. Nico Bleutge, selbst Dichter, wird als kritisch begleitender Gesprächspartner auch die vierte  Veranstaltung in dieser Reihe moderieren. „Donauwürfel“ (Edition Korrespondenzen 2010) heißt der neue Band der Sprachkünstlerin Zsuzsanna Gahse, aus dem sie liest und über den sie mit Nico Bleutge und dem Publikum spricht. „Donauwürfel“ sind Gedichte und Geschichten von und über die Donau. Dem Sprach-Fluss folgend, tauchen sie auf, um in den nachdrängenden Fluten wieder zu versinken. Sie erzählen vom Leben am, im, auf, über, gegen und mit dem Wasser: von den Fischen am Flussgrund, dramatischen Hochwassern und Flussaustrocknungen, aber auch von Verzweifelten, die ihren Tod im Wasser suchten. So schwingt sich der Donaustrom lyrisch, episch und auch szenisch durch die Tiefebene, hoch zu den Quellen und hinab zum Schwarzen Meer. Wenn Zsuzsanna Gahse mit schlanker Sprache die Farben und Strömungen der Donau besingt, erweist sich als eigentlicher Hauptakteur – das Wasser. Zsuzsanna Gahse (*1946 Budapest) lebt als Schriftstellerin und Übersetzerin in der Schweiz. Sie gewann zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u.a. aspekte-Literaturpreis (1983), Adelbert-von-Chamisso-Preis (2006), Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung (2010) und veröffentlichte über 20 Bücher, zuletzt in der Edition Korrespondenzen „durch und durch“ (2004), „Instabile Texte“ (2005) und „Oh, Roman“ (2007). 20 Uhr. Knaackstraße 97, (Kulturbrauerei), 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Buchhändlerkeller Lesung. Gastveranstaltung  Verlag für Berlin und Brandenburg. Kurt Bellin – „Es war wie Glas zwischen uns. Die Geschichte von Mary und Kurt Tucholsky“. Der Autor stellt sein Buch vor. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Donnerstag, 2. Dezember

Berliner Ensemble Lesung. „ich bin ein dichter...“. Zeitgenössische literatur von jungen poeten - gelesen von ihnen selbst. Der Berliner Verein KulturPate e.V. veranstaltet zum 7. Mal unter der Leitung des Konzeptkünstlers und Dichters Misha Bolourie die Herbstliteratur Berlin. Kinder und Jugendliche präsentieren im Berliner Ensemble und im Literaturhaus Berlin ihre eigenen literarischen Texte, die sie in Schreibwerkstätten unter der Leitung von Autoren erstellt haben. Sie tragen in den Lesungen ihre Phantasien in das öffentliche Bewusstsein. Sie erzählen mit ihren eigenen sprachlichen und stilistischen Mitteln ihre privaten Geschichten und öffnen so, auch für das erwachsene Publikum, ein Fenster zu ihrem verborgenen Inneren, Gefühlen, Ängsten und Ansichten über die Welt. Herbstliteratur fördert und entdeckt Talente für die nächste Literaturgeneration. 11 Uhr. Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin-Mitte.

Zadig Buchhandlung Musikalische Lesung. À l’occasion des 25 ans des Éditions de l’éclat une lecture-performance de „Vie imaginaire d’Abraham Aboulafia“ de et par Patricia Farazzi. Mise en musique par Laura Ingalls, DJ français à Shanghai. Vie imaginaire d’Abraham Aboulafia est une postface à L’épître des sept voies, traduction française d’une œuvre d’Abraham Aboulafia, cabaliste juif du XIIIe siècle, parue pour la première fois aux Éditions de l’éclat en 1985, qui fit l’objet d’une réédition en 2008. Les Éditions de l’éclat, qui fêtent cette année leurs 25 ans, ont à leur actif un quart de siècle d’édition disparate, entre philosophie et littérature, livres et lybers, tirant les cartes de l’imaginaire vers les territoires de la pensée et vice-versa. Michel Valensi, leur directeur, a su imposer un style à l’image du nom de sa maison, ses publications reflétant divers centres d’intérêt : en philosophie, des ouvrages relatifs essentiellement au pragmatisme et à la philosophie morale, à la philosophie analytique, à la philosophie du langage, à la philosophie grecque présocratique et aux différentes mystiques, ainsi qu’à l’histoire, la théologie et la littérature hébraïque. Mais aussi des ouvrages de réflexion libre sur la société actuelle, ainsi que des récits contemporains, qu’ils soient en français ou traduits de l’allemand, l’espagnol, l’italien, l’arabe ou l’hébreu. Patricia Farazzi, photographe, traductrice et écrivain, a publié plusieurs récits aux Éditions de l’éclat dont La vie obscure (1999) à partir du personnage de Carlo Michelstaedter. Elle y codirige la collection „philosophie imaginaire” dans laquelle elle a traduit la plupart des livres de Giorgio Colli et notamment le livre de Sergio Bettini : Venise. Naissance d’une ville. Elle a obtenu en 2003 le prix de la Traduction du ministère italien des Affaires étrangères pour sa traduction du livre d’Arnaldo Momigliano : Contributions à l’histoire du judaïsme. Son dernier livre, L’Archipel vertical, a fait l’objet d’une lecture à la librairie Zadig en novembre 2007. 2,50-3,50 €. 19 Uhr. Linienstrasse 141, 10115 Berlin-Mitte.

Ingeborg-Drewitz-Bibliothek Lesung. Noah Klieger – „Zwölf Brötchen zum Frühstück - Reportagen aus Auschwitz“. Es gab nicht viele jüdische Häftlinge in Auschwitz, die eine unmittelbare Begegnung mit Josef Mengele überlebten. Einer von ihnen ist Noah Klieger, dem es dank seiner Chuzpe und einer Laune des Schicksals gelang, dem Tod in der Gaskammer zu entgehen, indem er den gefürchteten Lagerarzt bei einer Selektion im letzten Augenblick umstimmte. 19 Uhr. Grunewaldstraße 3, 12165 Berlin-Steglitz.

Institut français Lesung. „Berlin/Paris 2030: Utopien | Dystopien“. Zweisprachige Lesung mit Diskussion und visueller Präsentation. Mit Noémi Lefebvre (Autorin, Grenoble), Oliver Rohe (Autor, Berlin), Arnika Müll (Künstlerin, Paris) und den Grafikern Wanja Ledowski und Toan Vu-Huu (beide Paris). Moderation: Alban Lefranc und Aurélie Maurin. Eine Veranstaltung der Magazine la mer gelée und sprachgebunden. Weitere Infos: www.berlinparis2030.de. Gefördert vom Berliner Senat. 19 Uhr. Kurfürstendamm 211, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literaturhaus Preisverleihung. Walter Serner-Preis 2010. Der Berliner Autor David Wagner (Walter Serner-Preisträger 1999) hält die Laudatio. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Theater im Palais Weihnachtslesung. Franziska Troegner – „Grünkohl, Gänse und Geschenke“. Eine Weihnachts-Lesung. „Alle Jahre wieder“ ausgerechnet am Heiligen Abend haben die Menschen den größten Stress des Jahres. Es knallen die Türen, es fließen die Tränen, Enterbungen werden ausgesprochen. Und warum? Weil kein Lametta im Haus ist, der Weihnachtsbaum nicht in den Ständer passt, der Weihnachtsbaum schief steht, der Weihnachtspunsch zu stark ist, die geschenkte Hose zu eng ist, u.s.w., u.s.w. Genießen Sie einen fröhlichen Abend, um sich schon im Vorfeld auf das kommende schönste Fest des Jahres einzustimmen. 20 Uhr. Am Festungsgraben 1, 10117 Berlin-Mitte.

Literaturforum im Brechthaus Buchvorstellung & Gespräch. Bertolt Brecht – „Die Notizbücher“. Marc Silberman im Gespräch mit den Herausgebern Peter Villwock und Martin Kölbel. Es liest Meike Schlüter. „vieles versuchend äußerte er viel: haltet ihn doch nicht bei dem was er sagte bald ändert ers …“ So verteidigt Brecht um 1927 den schlechten Charakter seines Bühnenhelden Fatzer – und sein eigenes Schreiben, sein begieriges Versuchen und Verändern. Hierzu dienten ihm zeitlebens über fünfzig Notizbücher, von denen nun das 24. und 25. erstmals erschienen sind. In ihnen macht Brecht die ersten Schritte zu „Fatzer“ oder „Dreigroschenoper“, sammelt Kontakte und Diäten, erfindet „Versuche“, seine erste Werkausgabe. Die Herausgeber berichten von ihrer Arbeit und präsentieren neue Funde aus Brechts Schreibwerkstatt. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Literaturwerkstatt Lesung. Grenzlandreportagen – deutsch-polnische Schicksale und Perspektiven. Podiumsgespräch mit Włodzimierz Nowak (Autor, Poznan), Martin Pollack (Publizist und Übersetzer, Wien), Joanna Manc (Übersetzerin, Frankfurt am Main) . Moderation: Thomas Wohlfahrt (Literaturwerkstatt Berlin). Zwischenfälle an der deutsch-polnischen Grenze – daraus macht Włodzimierz Nowak große Literatur. Es sind alltägliche und unglaubliche, bewegende Schicksals-Geschichten von Kriegsopfern oder Grenzschleppern, in denen sich plötzlich die Mechanismen der Politik zeigen. Von Wanda erzählt er, die den Deutschen nicht wollte, oder von Adam und Ewka im Paradies. Nowaks »Die Nacht von Wildenhagen« (Eichborn Verlag 2009, übersetzt von Joanna Manc) wurde von der Kritik als Meisterwerk der hohen Kunst der literarischen Reportage gefeiert. Martin Pollack hat sich weiter nach Osten bewegt, er hat vergessene Landschaften wiederentdeckt, den kulturellen Horizont Europas entscheidend erweitert. Als Herausgeber, Übersetzer und Vermittler war er vor allem in Polen, der Ukraine, in Belarus unterwegs – in Sarmatien, dem Land zwischen Ostsee und Schwarzem Meer. Włodzimierz Nowak und Joanna Manc wurden 2010 mit dem Georg-Dehio-Buchpreis (Ehrenpreis) ausgezeichnet, Martin Pollack erhielt den Hauptpreis für sein Gesamtwerk. Thomas Wohlfahrt spricht mit diesen drei Preisträgern über deutsch-polnische Verständigung und wie sie in Worten geschehen kann. Der Georg-Dehio-Preis wird jährlich ausgelobt vom Deutschen Kulturforum östliches Europa e.V. Er erinnert an den bedeutenden, aus Reval (Tallinn) gebürtigen deutschen Kunsthistoriker Georg Dehio (1850–1932). 20 Uhr. Knaackstraße 97, (Kulturbrauerei), 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.

Mastul Lesung. Vorleseshow mit den Brauseboys. Vorleseshow mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Gäste: Sebastian Krämer (Klavierkabarettist der Extraklasse), Christian Bohrmann (Texte aus Berlin). 20.30 Uhr. Liebenwalder Straße 35, 13347 Berlin-Wedding.

Buchhändlerkeller Lesung. Gino Chiellino – „Landschaft aus Menschen und Tagen“. Mediterrane Landschaften. Gedichte. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Freitag, 3. Dezember

Literaturhaus Lesung. frauen.erlesen. Lange SLOW Book Nacht der edition ebersbach. Die edition ebersbach lädt ein zur „Langen SLOW Book Nacht“ im Literaturhaus Berlin. Unter dem Motto „frauen.erlesen“ erzählen Frauen an diesem Abend Geschichten von und über Frauen. Eine Autorin liest Annemarie Schwarzenbach, eine Biografin erzählt von Else Ury, eine Buchhändlerin bewundert Adrienne Monnier, eine Modeexpertin erklärt Coco Chanel. Diese und andere Frauen stehen im Mittelpunkt eines spannenden und abwechslungsreichen Abends, der musikalisch begleitet wird von der Jazz-Pianistin Clara Haberkamp. Eine Veranstaltung zum 20-jährigen Verlagsjubiläum der edition ebersbach in Kooperation mit dem Literaturhaus. Eintritt frei. 19-24 Uhr. Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Wirtshaus Moorlake Lesung & Menü. Hans-Peter Korff – „Man glaubt es nicht“. Schwarzer und weißer Humor von Hans-Peter Korff. Ein Fernsehliebling u. Meister der feinen Komik (Ferdinand Dünnewald in „Adelheid und ihre Mörder“) hebt einen weiteren Schatz amüsanter Lektüre. Kartenpreis incl. Prosecco zum Empfang Hochwertiges 3-Gang Menü 60 € zzgl. Gebühr. 19 Uhr. Moorlakeweg 6, 14109 Berlin-Wannsee.

Buchhändlerkeller Kreatives Schreiben. Gastveranstaltung der Creative Writing Group e.V. Schreiben in Berlin. Berliner Autoren aus verschiedenen Ländern - Mitglieder der Creative Writing Group e.V. lesen neue englische und deutsche Texte. Eintritt 5 € inkl. Begleitheft. 19.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Literaturhaus Lesung. Günter Brus – Das gute alte West-Berlin. Frank Arnold liest im Beisein des Autors aus dem Buch. Einführung und Gespräch: Mechthild Rausch. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literaturforum im Brechthaus Lesung & Gespräch. Joachim Geil – „Heimaturlaub“. Svenja Goltermann „Die Gesellschaft der Überlebenden“. Moderation Ferdinand Haenel. Szenen des Krieges von Vernichtung und Gewalt haben sich in Joachim Geils Hauptfigur eingenistet. Der Autor erzählt von der inneren Verrohung des Soldaten, dessen Seele angesichts der Massaker der Armee im Osten für immer Schaden genommen hat. Die Historikerin Svenja Goltermann hat sich mit der Hinterlassenschaft des Krieges beschäftigt. Sie forscht über deutsche Kriegsheimkehrer, ihre Gewalterfahrungen und darüber, wie schwierig es war, zurück in den Alltag zu finden. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Samstag, 4. Dezember

Schmargendorf Literarischer Spaziergang Die starken Frauen von Schmargendorf - Spaziergang von der alten Dorfkirche zum Wilden Eber, zum Prominentenstandesamt im Rathaus Schmargendorf. Obwohl Lou Andreas Salome (1861-1937) bereits eine bedeutende Schriftstellerin und mit Friedrich Nietzsche befreundet war, bevor sie den 14 Jahre jüngeren Rainer Maria Rilke (1875-1926), den sie vom 1.8.1898 bis 20.10.1900 in die gemeinsame Wohnung mit ihrem Ehemann, dem Orientalisten  Professor  Friedrich Andreas (1846-1930), aufnahm, ist es nicht gelungen, auch für sie eine Gedenktafel an der ehemaligen Villa Waldfrieden in der Hundekehlestraße anzubringen. Rilke schrieb hier die Erstfassung seines „Cornets“ in einer einzigen stürmischen Herbstnacht, der 1906 als 1. Band der Insel-Bücherei erschien und eins der erfolgreichsten Bücher der Literaturgeschichte wurde. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

Renaissance Theater Lesung. Harald Dietl – „Von Reisen und Menschen“. Der Schauspieler Harald Dietl, zuletzt sehr erfolgreich in dem Stück „Wind in den Pappeln“, stellt am Samstag, den 4. Dezember um 16 Uhr im Renaissance-Theater sein neuestes Buch vor. In „Von Reisen und Menschen“ erzählt er nicht nur von interessanten Erlebnissen an verschiedenen Theatern und mit Stars wie Mario Adorf, er schildert, dass Tiger kitzlig sind; was ihm passierte, als er in Teheran nur noch in einem burmesischen Männerrock auf die Straße gehen konnte und wie er in Hong Kong plötzlich nachts im kurzen Schlafanzug auf der Straße stand. Er beschreibt eine erotische Ärztin, die ihn leider nur untersuchen wollte, warum sein erstes großes Engagement fast geplatzt und seine Heirat fast gescheitert wäre. Außerdem schildert Harald Dietl u.a. wie gefährlich es in China war, eine Briefmarke ´falsch´ aufgeklebt zu haben und dass er sich in Brasilien vor der Polizei im Dschungel verstecken musste. 8 €. 16 Uhr. Knesebeckstraße 100, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Starick Buchhandlung Lesung. „Die Vor-Leser“. Wir, Buchhändler und Verlagsmenschen, stellen Ihnen unsere „Besten“ vor, zum selber lesen und zum Verschenken geeignet. Diese Veranstaltung ist schon Tradition und sehr beliebt. Also, unbedingt kostenlose Karten reservieren! 18 Uhr. Breite Straße 35/36, 14199 Berlin-Schmargendorf.

ICI Kulturlabor Gespräch. Raphael Gross: Anständig geblieben. Nationalsozialistische Moral. Dan Diner im Gespräch mit dem Autor. Ehre, Treue, Schande und Kameradschaft: Raphael Gross stellt in seinem neuen Buch erstmals eine moralhistorische Perspektive auf die NS-Geschichte vor. Er zeigt, dass erst ein System gegenseitig eingeforderter Gefühle und Tugenden die Begeisterung der deutschen Bevölkerung für die nationalsozialistische Volksgemeinschaft ermöglicht hat. Es prägte politische Reden, Schulbücher sowie den nur scheinbar apolitischen Unterhaltungsbetrieb. Und ist nach der militärischen Niederlage 1945 nicht auf einen Schlag verschwunden. 19 Uhr. Christinenstraße 18-19, Haus 8, 10119 Berlin-Mitte.

Wirtshaus Moorlake Kabarett. Martin Buchholz – „Mißverstehen Sie mich bitte richtig!“. Ein politisches Hardcore-Kabarett. Martin Buchholz versteht mal wieder gar nichts, oder wenn doch, dann meistens miss. Martin Buchholz entzündet ein gefährliches Feuerwerk von Pointen vor seinem Publikum. Die Teilnahme ist auf eigene Gefahr. Niemand wird geschont! Kartenpreis incl. Prosecco zum Empfang Hochwertiges 3-Gang Menü 60 € zzgl. Gebühr. 19 Uhr. Moorlakeweg 6, 14109 Berlin-Wannsee.

Literaturhaus Lesung. Komm! Ins Offene, Freund!. Blanche Kommerell liest Friedrich Hölderlin. Mit Wolfgang Bender (Violine). Veranstalter: Blanche Kommerell. (Auskünfte: 56 27 141). 8-12 €. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Sonntag, 5. Dezember

Literaturhaus Erlesene Sonntage. „abgebildet“ – von Kindern, Tieren und Dingen in bildschönen Büchern. Kathrin Buchmann und Frank Schulz laden Kinder und Eltern ein zum: Bilderbetrachten, Fälschungen erkennen und zum Streifzug durch Kunst-Bücher. Für die ganze Familie mit Kindern ab 6 Jahren. Eintritt frei. 11 Uhr. Kaminraum, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Grunewald Literatur und Kunst um die Grunewaldseen III. - Vom Roseneck zum Hagenplatz. Literarischer Spaziergang. Auf diesem Spaziergang erinnern wir uns an die Salonkultur in Grunewald. Die Villa derEdith Andreae, einer Schwester von Walter Rathenau, ist noch weitestgehend erhalten. Sie lud zu ihrem berühmten Salon die gesellschaftliche Creme ihrer Zeit. Hermann Ullstein lebte nicht weit entfernt und in der Hubertusbader Straße hatte Gerhard Hauptmann eine seiner vielen Wohnungen in Grunewald. Die Sphinxe an der Brücke über die Hertha-Hubertus-Seen, ebenso wie die Bismarck-Skulptur am Bismarckplatz wurden von dem Bildhauer Max Klein geschaffen, einem verschwägerten Familienmitglied von Katja Mann geb. Pringsheim. Kladderadatsch-Redakteur Ernst Dohm und seine Ehefrau die Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Hedwig Dohm waren die Großeltern von Katja Mann. Sie verkehrten im Hause des Verlegers Georg Bondi, der der Förderer des Kreises um Stefan George war! Er lebte in der Königsallee. Eine der größten  kulturstiftenden Villen war die des Bankiers und Freundes Wilhelms II.,  Franz von Mendelssohn, Wegbereiter der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft; sie ist neo-gotisch-expressionistisch nach dem Krieg von der Johannischen Kirche als Hotel und Sozialeinrichtung mit historischem Kern wiederaufgebaut worden. Im heutigen Schloßhotel wohnte der Justitiar Wilhelms II. Ihm wird eine Affäre mit der Gattin des Hausherrn nachgesagt. Die Geheimtreppe zu ihrem Schlafgemach existiert noch heute. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

Buchhändlerkeller Lesung. LebensGeschichten mit Sabine Gieschler. ErzählBar. Zu Gast: Volker Kühn, Autor, Regisseur, Kabarett-Historiker. 17 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Montag, 6. Dezember

Literaturhaus Lesung. „ich bin ein dichter“... zeitgenössische literatur von jungen poeten - gelesen von ihnen selbst. Der Berliner Verein KulturPate e.V. veranstaltet zum 7. Mal unter der Leitung des Konzeptkünstlers und Dichters Misha Bolourie die Herbstliteratur Berlin. Kinder und Jugendliche präsentieren im Berliner Ensemble und im Literaturhaus Berlin ihre eigenen literarischen Texte, die sie in Schreibwerkstätten unter der Leitung von Autoren erstellt haben. Sie tragen in den Lesungen ihre Phantasien in das öffentliche Bewusstsein. Sie erzählen mit ihren eigenen sprachlichen und stilistischen Mitteln ihre privaten Geschichten und öffnen so, auch für das erwachsene Publikum, ein Fenster zu ihrem verborgenen Inneren, Gefühlen, Ängsten und Ansichten über die Welt. Herbstliteratur fördert und entdeckt Talente für die nächste Literaturgeneration. 11 Uhr. Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

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Bar jeder Vernunft Lesung. Jörg Thadeusz – „Die Sopranistin“. Die Montagsleser - Der Showtalk mit Bettina Rust. Leseshow. Endlich ist er da! Der dritte Roman von Kultmoderator Jörg Thadeusz. Nach „Rette mich ein bisschen“ und „Alles schön“ heißt sein neuestes Werk „Die Sopranistin“. Worum geht es? Der Friseur Georg, Mitte 40, muss nach Berlin, um den Kudamm-Salon seines verstorbenen Onkels zu übernehmen. Auf dem Flug nach Deutschland trifft er die kühle aber attraktive Sofia, die ihn, jung und berechnend wie sie ist, ohne größere Gegenwehr zum unwissenden Mithelfer ihrer terroristischen Aktivitäten macht. Das ist mal eine Handlung, Herr Thadeusz! Bettina Rust freut sich sicher schon jetzt auf ihre Erklärungen. Und die versprechen mindestens genauso spannend zu werden. 20 Uhr. Schaperstraße 24, 10719 Berlin-Wilmersdorf.

Sophiensaele Lesung. Giwi Margwelaschwili – „Tiflis - Import / Export. 60 Jahre Unterschiede und Gemeinsamkeiten“. Lesung und Gespräch mit Giwi Margwelaschwili und Nino Haratischwili. Giwi Margwelaschwili und Nino Haratischwili lesen aus ihren Romanen „Kapitän Wakusch“ und „Juja“, anschließend Gespräch mit Prof. Dr. Alexander Kartosia (Viadrina Universität Frankfurt/Oder). 7-10 €. 20 Uhr. Virchowsaal, Sophienstraße 18, 10178 Berlin-Mitte.

Dienstag, 7. Dezember

Literaturhaus Lesung. ich bin ein dichter... zeitgenössische literatur von jungen poeten - gelesen von ihnen selbst. Der Berliner Verein KulturPate e.V. veranstaltet zum 7. Mal unter der Leitung des Konzeptkünstlers und Dichters Misha Bolourie die Herbstliteratur Berlin. Kinder und Jugendliche präsentieren im Berliner Ensemble und im Literaturhaus Berlin ihre eigenen literarischen Texte, die sie in Schreibwerkstätten unter der Leitung von Autoren erstellt haben. Sie tragen in den Lesungen ihre Phantasien in das öffentliche Bewusstsein. Sie erzählen mit ihren eigenen sprachlichen und stilistischen Mitteln ihre privaten Geschichten und öffnen so, auch für das erwachsene Publikum, ein Fenster zu ihrem verborgenen Inneren, Gefühlen, Ängsten und Ansichten über die Welt. Herbstliteratur fördert und entdeckt Talente für die nächste Literaturgeneration. 11 Uhr. Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literaturforum im Brechthaus Lesung & Gespräch. „Verlass dich, dass ich dir nicht fehle – Briefwechsel zwischen Herz und Ruhm“, Teil 4: Gretha Jünger und Carl Schmitt - Briefwechsel 1934-1953. Sebastian Kleinschmidt im Gespräch mit der Herausgeberin Ingeborg Villinger. Es liest Johanna Schall. Fast zwanzig Jahre schrieben sie einander Briefe: Gretha Jünger, geborene von Jeinsen - Aristokratin, Autorin und elf Jahre jüngere Ehefrau des bis heute umstrittensten deutschen Schriftstellers –, und Carl Schmitt, Patenonkel ihres zweiten Sohn und bis heute umstrittenster deutscher Staats- und Völkerrechtler („Kronjurist des Dritten Reiches“). In ihrem Briefwechsel, der mit der Geburt seines Patenkinds beginnt und mit dem Zerwürfnis zwischen ihm und Ernst Jünger endet, geht es um das Leben hinter den Kulissen der Texte dieser drei hochkarätigen Intellektuellen im Deutschland der Nazi- und Nachkriegszeit, um Kinder und Ehekrisen, Zeitgeist, Antiamerikanismus, Haltung und Charakter. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Buchhandlung totsicher Lesung. Barbara Keller – „Frauen vor dem Kadi“. In 31 Gerichtsreportagen, entstanden zwischen 2005 und 2009 (nach Verfahren am Moabiter Kriminalgericht), stellt die Journalistin und Historikerin Barbara Keller das 'schöne Geschlecht' auf den Prüfstand, wenn es um Frauen als Straftäterinnen geht. Autorin Barbara Keller und Schauspielerin Carsta Zimmermann präsentieren das Manuskript zum Buch „Sieht so eine Mörderin aus“. 4 €. 20 Uhr. Winsstraße 16, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Buchhändlerkeller Lesung & Filmvorführung. Fundstelle und Spurensuche. Mit Proust im Gulag. Joseph Czapski - ein Homme de lettre in bösen Zeiten vorgestellt von Lore Ditzen. Mit Filmdokumentation. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Mittwoch, 8. Dezember

Literaturhaus Lesung. Anna Amalia von Preußen. Mit Dr. Adelheid Krause-Pichler. Eine Veranstaltung der VHS City West. Anmeldungen: 9029-12 081 o. 9029-288 73. 5,50-8 €. 18 Uhr. Kaminraum, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Lettrétage Lesung. ‚Luces in the sky[pe]‘ holt Glanzlichter der jungen spanischen Literatur auf das Parkett der Lettrétage. Acht handverlesene Autoren der Jahrgänge 1970-78 können mit ihren Prosatexten erstmals auf deutsch entdeckt werden: Eine Autorenlesung via Videoübertragung, eine Schauspielerlesung der eigens dafür angefertigten Übersetzungen und ein Autorengespräch mit Dolmetscher via Skype gestalten den Abend. (Für die Veranstaltungen sind keine spanischen Sprachkenntnisse erforderlich.). Wer Pilar Adón liest, darf sich auf nichts verlassen. Nichts ist so, wie es scheint: die Idylle eines Waldspaziergangs offenbart sich als Horrorszenario, freundschaftliche Sorge als Machtgebaren, Zärtlichkeit als Grausamkeit, Sensibilität als subtile Manipulation. In ihrem neuen Erzählband „Der grausamste Monat“ (in Spanien im April 2010 erschienen) versammelt Pilar Adón eine Palette haarfeiner psychologischer Beobachtungen, die sie mit handwerklicher Perfektion minutiös ausarbeitet. Oft sind es langjährige, fast schicksalshafte Beziehungen, wie das sichere Ersticken in der elterlichen Fürsorge eines kleinen Jungen, der vor einer vermeintlich bösen Außenwelt beschützt werden muß. Der Rückzug in abgeschlossene Räume oder abgelegene Häuser, in Natur ohne menschliche Zivilisation, bildet die Kehrseite. Doch bietet auch dies keine Sicherheit, denn die tiefsten Abgründe liegen in der menschlichen Seele, in Erfahrungen, in der eigenen Vergangenheit. So läßt Pilar Adón, die unter anderem auch Henry James übersetzt hat, immer wieder das Rätselhafte und Geheimnisvolle in ihre Geschichten einziehen: leise, subtile Töne des Abgründigen und Unheimlichen, die ihre Leser in den Bann ziehen und so schnell nicht wieder loslassen. Eintritt frei. 19.30 Uhr. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Urania Lesung. Bernhard Kegel – „Der Rote - Rätselhafte Wesen der Tiefsee“. ZEIT-Krimi-Lesungen in der Urania. Autor Bernhard Kegel liest aus seinem Wissenschafts-Krimi "Der Rote": Hermann Pauli ist auf Whale-Watching-Tour in Neuseeland. Plötzlich beginnt das Meer zu kochen. Das Touristenboot tanzt wie ein Spielzeug auf den Wellen. An Bord bricht Panik aus. Hermann Pauli ahnt nicht, dass all das nur der Anfang eines dramatischen Geschehens ist, in dem er die Hauptrolle spielen wird. Bernhard Kegel lässt die marine Biologie zum Stoff eines klassischen Ökothrillers werden. 5-8 €. 19.30 Uhr. An der Urania 17, 10787 Berlin-Schöneberg.

Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Vortrag. Titel: Pierre Cassou-Noguès: To be a machine. Philosophy and Fiction. Kurztext:The lecture concerns the representations of the human being as a machine and the various ways in which the human being can be described as a machine. Two models will be distinguished, two paradigms for this machine that represents the human body. Firstly, Descartes' machine, conceived as a kind of clock, is to reproduce our bodily movements. Secondly, the Turing machine is a calculating machine, which above all is intended to reproduce our thinking processes. These two models can be used as markers to which compare other machines. Leibniz' spirituale automata, Poe's detective Arsène Dupin, Conan Doyle's Sherlock Holmes, Ph. K. Dick's androids or Jean Perdrizet' strange inventions will serve as examples. – Mittwochsvortrag am ZfL, in Kooperation mit dem Centre Marc Bloch. In englischer Sprache! 20 Uhr. 3. Et., Trajekte-Tagungsraum 308, Schützenstraße 18, 10117 Berlin-Mitte.

Institut français Lesung & Konzert. Bernhard Engel – “Le son de lecture Bach & Proust”. Vortrag/Vorstellung mit Xavier Phillips (Violoncello) et Bernhard Engel (Lesung). 3-7 €. 20 Uhr. Kurfürstendamm 211, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Akademie der Künste Heftvorstellung. Sinn und Form 6/2010. Die andere Seite der Luft. Musik in der Literatur. Lesung und Gespräch mit Dana Ranga, Natascha Wodin und Sebastian Kleinschmidt. Für Jean Paul war die Musik „eine wunderbare Dolmetscherin des Unsagbaren“, für E.T.A. Hoffmann „die romantischste aller Künste“, Rilke sah sie als „andere Seite der Luft“. Und Ingeborg Bachmann fragte: „Was aber ist Musik? Was ist sie, über der dein Geist zusammensinkt, ausgebrannt und verascht nach so viel Feuern, die an ihn gelegt wurden. Was ist dieses Entzücken und dieses Erschrecken, das ihm noch einmal bereitet wird?“ In der Literatur kann Musik zum Gegenstand der Erzählung und zum sprachlichen Ausdrucksmittel werden. Im aktuellen Heft von „Sinn und Form“ sind beide Phänomene vertreten. Dana Ranga wird ihre sprachmusikalische Prosaminiatur „Kardia“ lesen, Natascha Wodin ihre Erzählung „Notturno“. Im anschließenden Gespräch mit Chefredakteur Sebastian Kleinschmidt geht es auch darum, ob sich die rätselhafte Wahrheit der Musik im dichterischen und philosophischen Wort enthüllen lässt. 3-5 €. 20 Uhr. Plenarsaal, Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte.

Deutsches Theater Lesung. Lesung mit Katharina Matz und Helmut Mooshammer – „Liebe mit Achtzig“. Sie stammte aus ärmsten Verhältnissen und wurde zur Kultfigur des frühen europäischen Films: Asta Nielsen. Für die Produktion ihrer Kinokassenschlager baute man vor 90 Jahren in Babelsberg das erste Filmstudio und Nielsen wurde bald zum Inbegriff der schönen, selbstständigen Frau. Im Alter ereilten sie schwere Schicksalsschläge: mittellos und durch den Selbstmord ihrer einzigen Tochter verzweifelt, wollte die 83-jährige nur noch sterben. Da begegnete sie dem jüngeren Kunsthändler Christian A. Theede und verliebte sich. Der Briefwechsel des Paares „Liebe mit Achtzig“, erschienen im Jovis Verlagsbüro, erzählt von der späten, großen Liebe. 20 Uhr. Saal, Schumannstraße 13a, 10117 Berlin-Mitte.

Buchhändlerkeller Lesung. Gastveranstaltung Verlag diaphanes. Angelika Meier – „England“. Die Autorin liest aus ihrem Debütroman. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Donnerstag, 9. Dezember

Martin-Gropius-Bau Vortrag. Titel: Daniel Weidner: Kultur als Nachleben der Religionen.  Kurztext: Vortrag im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung „WeltWissen. 300 Jahre Wissenschaften in Berlin“. Der Zutritt zur Ausstellung ist kostenpflichtig. 4-6 €. 17 Uhr. Lounge neben dem Lichthof Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin-Kreuzberg.

Literaturhaus Vortrag. „Wer das Leben erforschen will, muss am Leben teilnehmen -- zur Ethik Victor von Weizsäckers“. Redner: Dr. des. Nikolaos Loukidelis. Veranstalter: Spree-Athen e.V.. Auskünfte: 39 40 80 43. Eintritt frei.19 Uhr. Kaminraum, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

tazcafé Buchvorstellung und Gespräch. Harald Welzer – „Gedächtnis und Erinnerung“. Von nichts lebt der politische Diskurs so sehr wie von dem, was wir Gedächtnis nennen. Zumal in Deutschland: Erinnerung und Gedächtnis konstituieren das moderne Deutschland. Was hat es aber auf sich mit dem individuellen Erinnern, mit dem, was ein persönliches Gedächtnis ist? Harald Welzer, Sozialpsychologe und Herausgeber des Bandes "Gedächtnis und Erinnerung" (Verlag J. B. Metzler), spricht mit Jan Feddersen (taz) über (organische und psychische) Grundlagen, (kultur- und geisteswissenschaftliche) Formen und Medien des Erinnerns (von Archiven und Bibliotheken bis zum Internet). Harald Welzer ist Professor für Sozialpsychologie an der Universität Witten/Herdecke und Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen. Jan Feddersen, studierter Soziologe, ist Redakteur der taz und arbeitet u. a. zu den Themen Geschichts- und Gesellschaftspolitik. Der Eintritt ist frei. 20 Uhr. Rudi-Dutschke-Straße 23, 10969 Berlin-Kreuzberg.

SoSCH Lesung. Vincent  Kliesch – „Die Reinheit des Todes“. Der Autor liest aus seinem Buch. 5 €. 20.30 Uhr. Johannisthaler Chaussee 301, 12351 Berlin-Britz.

Slowakisches Institut Lesung. „Die Madonna hat eine rote Seele“. Ein literarischer Abend mit der Präsentation einer Anthologie sorbischer Gegenwartspoesie in slowakischer Übersetzung. Die sorbische Poesie war slowakischen Lesern bisher nur durch die Versauswahl von Kito Lorenc bekannt, die vor etwa einem Vierteljahrhundert von Vlastimil Kovalčík übersetzt wurde, sowie auch durch sporadische Übersetzungen von Dana Podracká, die überwiegend Gedichte der jüngeren Generation der gegenwärtigen Dichter übersetzte und die in literarischen Zeitschriften erschienen. Die Anthologie „Die Madonna hat eine rote Seele“, die vor einem Jahr im Verlag Milanium erschien, ist eine repräsentative Auswahl von zehn zeitgenössischen sorbischen Dichtern. Vorbereitet wurde sie von Benedikt Dyrlich, dem Autor der Einleitung und der bibliographischen Angaben. In Zusammenarbeit mit dem Literaturinformationszentrum Bratislava und dem Sorbischen Künstlerverbund e.V. über die Autoren. Die Verse wurden von den renommierten Dichtern Ľubomír Feldek, Ján Zambor und Dana Podracká ins Slowakische übersetzt, letztere ist auch Autorin des Nachwortes. Peter Čačko arbeitete bei der Übersetzung der Verse in sprachlicher Hinsicht mit. Die sorbische Illustratorin Isa Bryccyna verlieh der bildkünstlerischen Ausgestaltung des Buches ihre Schönheit. Einführung: Peter Čačko – Übersetzer und Publizist. Gäste: Benedikt Dyrlich – Autor, Vorsitzender des Sorbischen Künstlerbundes e.V., Róža Domašcyna – Autorin, Christiana Pieniekowa – Autorin, Beno Budar – Autor, Daniela Humajová – Literaturinformationszentrum Bratislava, Ján Zambor – Dichter und Literaturwissenschaftler, Dana Podracká – Dichterin und Übersetzerin. Musikalische Gäste: Liane Bertók – E-Piano, Tanja Donatec – Mezzosopran. 19 Uhr. Zimmerstraße 27, 10969 Berlin-Kreuzberg.

Literaturforum im Brechthaus Szenische Lesung. Lasenkan Theater Berlin. Yoko Tawada „Das nackte Auge“ - Kapitel 3: „Tristana“ /Kapitel 4: „The Hunger“. Regie und Percussion Saburo Shimada. Es lesen Kei Ichikawa, Kana Torino, Franziska Piesche, Alejandra Langner, Amanda Schütze, Yumiko Saito und Young Kwan Kim. Ich-Erzählerin aus Vietnam landet in Paris. Ihr Leben verknüpft sich immer enger mit Filmhandlungen. Kapitel 3: Als ich zum ersten Mal den Film „Tristana“ sah und aus dem Kino auf das nächtliche Trottoir herauskam, sah ich in einer Entfernung von etwa zehn Metern eine vietnamesisch aussehende junge Frau. An ihrer Seite ging ein weißhaariger Mann, wahrscheinlich ein Franzose… „Wo wohnst du?“ … Kapitel 4: Jean trank gerade Tomatensaft. Ai Van ging ins Badezimmer und kam nicht sofort wieder… und ich war fasziniert von der blassen, trocknen Haut seines Handrückens…. Nach der szenischen Lesung laden die Autorin und das Ensemble zur Diskussion ein. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Volksbühne Lesung. Lesebühne: Thomas Heise – „Spuren“. Eine Archäologie der realen Existenz - Texte zum Dokumentarfilm. Eine Collage aus Monologen, Features, Filmskripten, Fragmenten und Fundstücken, die Heise von den 70ern an aufgelesen und nicht weggesschmissen hat. Bodensatz von Geschichte/n und Grundlagen seiner Filme. »Spuren« versammelt Fundstücke, Scherben, Abfall, filmische Reste, Drehbücher, andere Manuskripte, Reste auf Tonband gesprochen, Briefwechsel, Akten, Notizen, Befehle, Fragmente von Biographien und/oder Ereignissen, die noch nicht durch den Fleischwolf der großen Geschichte oder der Medien gedreht, die noch nicht zu den flurbereinigten Bildern unserer historischen Vorstellungen geronnen sind. Geschichten vom Volk und wie man da drin steckt. Mit: Thomas Heise; Gerry Franke und Julius Conrad an den Akustikgitarren. Thomas Heise *1955 in Ost-Berlin, u.a. Meisterschüler der Akademie der Künste, wichtigster Dokumentarist der Wende, sein Werk ein Speicher von Erfahrungen und Geschichten, die in den dokumentarischen Formaten des Fernsehens gewöhnlich keinen Platz haben. Bekannt wurde er mit seinen kontrovers diskutierten Filmen über rechte Jugendliche in Halle [„Stau – Jetzt geht’s los“]. Sein Interesse gehörte auch da schon den großen Transformationen in Ostdeutschland nach 1989. Im Anschluss an die Buchvorstellung der Film EISENZEIT von Thomas Heise. 20 Uhr. Roter Salon, Linienstraße 227, 10178 Berlin-Mitte.

Café Tasso Lesung. Die Unerhörten, Die Neue Lesebühne mit den künftigen Stars der unerhörten Literatur präsentiert: eine Gruppe unerhört guter/ interessanter/ talentierter…  auf jeden Fall noch zu entdeckender Autorinnen und Autoren, die sich der Unerhörten Literatur verschrieben haben und sich zusammenrauften, um ihre Texte mündlich zu verbreiten. Zu ihren Merkmalen zählen: - garantiert unerhört = neu; allesamt neue Texte- ein brisantes aktuelles oder allgemeingültiges Thema wird kritisch aus mindestens 5 verschiedenen Perspektiven beleuchtet- keiner kann der inneren Wahrheit der Texte letztlich entkommen- jedes Genre ist willkommen; die Texte sollen nicht nur eine hörbare, sondern auch eine lesbare Qualität haben. Eintritt frei, Spenden erbete. 20 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.

Literaturhaus Lesung. Gisela von Wysocki – „Wir machen Musik“. Die Autorin liest aus ihrem Werk und spricht mit der Literaturkritikerin Verena Auffermann. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

La Luz Lesung. Vorleseshow mit den Brauseboys. Vorleseshow mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Gäste: Andreas Gläser (Texte vom Urgestein der Leseszene), Tilman Birr (Musik und Texte vom songschreibenden Vorlesekabarettisten). 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstraße 16-20, 13347 Berlin-Wedding.

Buchhändlerkeller Lesung. Lutz Seiler und Jan Wagner lesen aus ihren Gedichtbänden „im felderlatein“ (Suhrkamp) und „Australien“ (Berlin Verlag). 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Europäische Haus Lesung. Leo Tuor und seine Werke. Die aus Anlass des Jahres des interkulturellen Dialogs begonnene Veranstaltungsreihe „Europa literarisch“ wird nunmehr mit der sechsundzwanzigsten Veranstaltung fortgesetzt Diese Veranstaltung ist der zeitgenössischen Literatur der Schweiz gewidmet. Zu Gast ist der Schriftsteller Leo Tuor. Er hat Texte ausgewählt, die von der Jagd und vom Töten erzählen, von der Nacht und von der Zärtlichkeit, die in der rätoromanischen Sprache liegt. Der Abend wird von Herrn Dr. Thomas Wohlfahrt, dem Leiter der Literaturwerkstatt Berlin, moderiert. 20.45 Uhr. Unter den Linden 78 (1. OG), 10117 Berlin-Mitte.

Freitag, 10. Dezember

Akademie der Künste Lesung. Begleitprogramm zur Ausstellung „15 Jahre Villa Aurora – Transatlantische Impulse“. Werden wir ewig leben? Gespräche über die Zukunft von Mensch und Technologie. Lesung der Stipendiaten Tobias Hülswitt und Roman Brinzanik. 3-5 € (mit Ausstellungsbesuch). 18 Uhr. Hanseatenweg 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Bibliothek der Freien Anarchistische Bücherei Lesung. Libertäre Bücherstunde - Mitarbeiter der Bibliothek der Freien präsentieren ihre libertäre Lieblingslektüre aus 2010. Das nahende Jahresende nehmen Mitarbeiter der Bibliothek der Freien zum Anlass, eigene libertäre Lieblingstexte vorzustellen, mit denen sie sich im Jahr 2010 auseinandergesetzt haben. Sie präsentieren zentrale Textpassagen und laden zur gemeinsamen Diskussion ein. Im einzelnen stehen folgende Bücher auf dem Programm: „Gründungskongreß der Ersten Internationale in Spanien“ (1870): Schon auf ihrem ersten Landeskongreß in Barcelona brachten die spanischen Internationalisten ihr sozialrevolutionäres und anarchistisches Sozialismusverständnis zum Ausdruck. Durch das Kongreßprotokoll sind die intensiven Diskussionen anschaulich und lebendig überliefert. „Das Gedächtnis der Besiegten“: Ein historischer Roman des Autors Michel Ragon, der die wichtigsten Phasen und Etappen des 20. Jahrhundert erzählerisch miteinander verknüpft und aus anarchistischer Sicht nacherzählt. „Der kommunitäre Sozialismus“ (aus: „Wege aus einer kranken Gesellschaft“): Der Sozialphilosoph Erich Fromm (1900-1980) legte im Rahmen dieser im Jahr 1955 erschienenen Publikation eine nach wie vor aktuelle Gesellschaftskritik und -analyse vor und entwickelte gleichzeitig einen konsequent emanzipatorischen Gegenentwurf in Gestalt eines „Kommunitären Sozialismus“, der hier in seinen Grundzügen vorgestellt werden soll. (Buchvorstellungen und Diskussion) Eintritt frei. 19 Uhr. Greifswalder Straße 4, 2. Hof, Raum 1102, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Gethsemane-Kirche Lesung. Manfred Krug liest. Manfred Krug - populär als Schauspieler, Sänger und Schriftsteller - ist wieder auf Achse. Er hat ein außerordentliches Vermögen, Texte zu interpretieren und vorzutragen. Er ist humorvoll, er parodiert, er hat kraftvolle und leise Töne, ist beschwingt und besonnen. Mit diesem Talent vermag er es, den Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. 19 Uhr. Stargarder Straße 77, 10437 Berlin-Prenzlauer Berg.

Literaturhaus Buchpremiere. Vorübergehend unsterblich. Buchpremiere mit dem Lyriker Mario Wirz und dem Musiker Tobias Schmidt. Veranstalter: Aufbau Verlag. Auskünfte: 28 39 41 74. Eintritt frei. 20 Uhr. Kaminraum, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literaturhaus Lesung. Urs Jaeggi – „Eudora“. Der Soziologe, Schriftsteller und Maler stellt sein neues Buch vor. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Theodor Tucher Restaurant Lesung. Lea Streisand – „Papa, der Baum steht wieder schief!“. Nie werden so viele Geschichten erzählt wie Weihnachten. Wie Hugo Heiligabend mal in Untersuchungshaft saß, weil er versucht hatte, den Tannenbaum vom Bahnhof Ostkreuz zu klauen zum Beispiel. Oder wie Oma die butterzarte Ente mit den Worten kommentierte „War wohl ne alte Dame, wa?“, weil sie ihre Zähne vergessen hatte. Oder die von dem Hippie, der vor knapp 2000 Jahren seine Zimmermannslehre abgebrochen hat, um mit einem Dutzend anderer Aussteiger durch die Gegend zu ziehen. Die Berliner Lesebühnenröhre Lea Streisand hat schon 30 Weihnachtsfeste überstanden. Am 10. Dezember liest sie im Tucher neue Geschichten vor. Denn irgendwie ist ja immer bald wieder Weihnachten. „Mit scharfem Blick beobachtet Streisand ihr Umfeld, spricht aus, was sich viele vielleicht denken, aber niemand wirklich aussprechen mag. Mit böser Ironie kommentiert sie das Verhalten, Leben und Leiden der Berliner. Aber nicht ohne auch über sich selbst zu lachen. Da gibt es kein Schönreden, keine falsche Schminke. Kurz und knackig erzählt jeder Text eine Episode, wie sie jeder erleben könnte oder auch schon erlebt hat. Sei es in der Berliner U-Bahn, in der Disco oder in der Bibliothek.“ (taz, 14.10.2010). 7 €. 20 Uhr. Pariser Platz 6a, 10117 Berlin-Mitte.

Akademie der Künste Musikalische Lesung. Der Pianist. Das wunderbare Überleben. Hommage an Władysław Szpilman - Chopin-/Szpilman-Recital und Lesung. Mit Ulrich Matthes, Lesung, und Mikhail Rudy, Klavier. Grußworte: S.E. Der Botschafter der Republik Polen, Marek Prawda, Halina Szpilman (Witwe von Władysław Szpilman). Seit der Verfilmung seines Buches durch Roman Polanski ist er weltberühmt: der polnische Pianist jüdischer Abstammung Władysław Szpilman, der Anfang der 1930er Jahre in Berlin bei Artur Schnabel und Franz Schreker studiert hatte – ein Star der Warschauer Musikszene. Ein Chopin-Recital mit Szpilman am Klavier war die letzte Live-Sendung des Polnischen Rundfunks im September 1939. Was dann folgte, berichtet Szpilman in seinen Erinnerungen aus der zerstörten Stadt, in der er dank der Hilfe von couragierten Freunden überlebte. Der Pianist Mikhail Rudy und der Schauspieler Ulrich Matthes verbinden Chopin- und Szpilman-Recital und Lesung zu einem Abend von bewegender Intensität, der beim diesjährigen Schleswig-Holstein Musik Festival zur deutschen Erstaufführung kam. 6-12 €. 20 Uhr. Plenarsaal, Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte.

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Literaturforum im Brechthaus Buchvorstellung & Gespräch. Stefan-Ludwig Hoffmann (Hg.) – „Moralpolitik. Geschichte der Menschenrechte im 20. Jahrhundert“. Moderation Annette Wilmes. Gesprächspartner Michael Jeismann (Historiker), Ulrike Poppe (Beauftragte für Stasi-Aufarbeitung in Brandenburg) und der Herausgeber. Anlässlich des Tags der Menschenrechte sprechen Stefan-Ludwig Hoffmann, Ulrike Poppe und Michael Jeismann darüber, wie die Menschenrechte in den globalen Krisen und Konflikten des 20. Jahrhunderts an Geltung gewonnen haben. Es existieren, so macht das Buch deutlich, ganz unterschiedliche Vorstellungen von den Menschenrechten, die man erst dann begreifen kann, wenn man sie in ihrer geschichtlichen Entwicklung sieht: zunächst paradox erscheint es, dass ganz unterschiedliche Weltanschauungen die jeweils universale Geltung von Menschenrechten behaupten können. Nur im historischen Überblick wird vieles klarer. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Buchhändlerkeller Lesung. Jusuf Naoum – „Karakand in Flammen“. Der Autor liest aus seiner Erzählung. Einführung: Michael Schneider. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Samstag, 11. Dezember

Literatur und Kunst – Vom Brandenburger Tor zur Schloßbrücke. Untern Linden kannst du finden die schönsten Frauen, das dichtete bereits Heinrich Heine, als er von 1821 bis 1823 an der Berliner Universität sein Jurastudium fortsetzte. Er konnte die neueste Mode beobachten, die  die Damen trugen, unter anderem schöne Federhüte und Türkenschals. Und abends gingen sie noch feiner herausgeputzt in die Oper. Heine verkehrte im Salon von Rachel von Varnhagen, den sie in der Französischen Straße führte, er widmete ihr den Gedichtzyklus „Heimkehr“. 1822 wohnte er kurzfristig Unter den Linden. Der Bildhauer und Schöpfer der Quadriga auf dem Brandenburger Tor, Johann Gottfried Schadow, hatte sein Atelier in der ehemals Kleine Wall-, heute Schadowstraße.  Max Liebermann, impressionistischer Maler, Präsident der Akademie der Künste, war mit Walter Leistikow der Begründer der Berliner Sezession. Von  1893 bis zu seinem Tod 1935 wohnte und arbeitete er am Pariser Platz (Liebermann-Haus). Anna Dorothea Therbusch, geb. Lisiewiski (1721Berlin-1782 ebd.), war Portraitmalerin Friedrich II., sie portraitierte seine Familie ebenso wie Katharina II. von Russland. Sie malte in verschiedenen europäischen  Städten, in Paris wohnte sie bei Diderot. Sie war die erste Malerin, die sich traute, sich als alte Frau mit Monokel zu malen (Gemäldegalerie). Sie wohnte unweit der Akademie der Künste, die damals noch Unter den Linden war. Wegen Ernteausfall in europäischem Ausmaße gab es 1771/1772 Hungerjahre. Sie beklagte sich, „dass die Kaffeeregie keine einzige Bohne mehr herausgibt. Was nützen mir da die schönsten Brennscheine, die die Königin mir zukommen läßt.“ Die Königin Elisabeth Christine, die Gattin Friedrich II., die sommers in ihrem Schloß Schönhausen lebte und winters in der Stadt, war der Malerin zugetan. (Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. Auch am 17.11.) 14 Uhr.

Französische Friedrichstadtkirche Lesung. Die Prinzensuite - Rober Meller liest aus „Der kleine Prinz“ mit Harfe und Flöte. 20 Uhr. Gendarmenmarkt 5, 10117 Berlin-Mitte.

Sonntag, 12. Dezember

Friedenau Literarischer Spaziergang. Friedenau - ein kunstsinniger Ort. Wo Nobelpreisträger und Expressionisten lebten. Friedhof Stubenrauchstraße: Marlene Dietrich, Jeanne Mammen, Helmut Newton. Die Niedstraße ist die Schriftstellerstraße der 60/70iger Jahre schlechthin. Auf Grass’ Terrasse, der seine Gäste leidenschaftlich bekochte, schallten die Stimmen des Friedenauer Literatenchors, der Nachbar Uwe Johnson, Hans Magnus Enzenberger, dessen Bruder mit den anderen Kommunarden nebenan in Johnsons Wohnung die Kommune I gründete,  Max Frisch, Ingeborg Bachmann. Kästners Sekretärin wohnte hier einige Häuser weiter, die nach 1933 heimlich die Texte ihres Chefs weiter tippte, gleich um die Ecke, in der Görresstraße, gründete sich 1951 der ehemalige Buchhändlerkeller und in Wolff’s Bücherei in der Bundesallee ist jetzt ein neuer magischer Ort:  „Der Zauberberg“, eine Buchhandlung, 2009  von der russischen Literaturwissenschaftlerin  Natalia Liublina mit überwiegend russischer Literatur bestückt. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

Akademie der Künste Lesung. Begleitprogramm zur Ausstellung „15 Jahre Villa Aurora – Transatlantische Impulse“. Lesungen von Stipendiaten der Villa Aurora. Lesungen der Stipendiaten Susanne Heinrich, Klaus Modick und David Wagner aus unveröffentlichten Texten. 3-5 € (mit Ausstellungsbesuch). 16 Uhr. Hanseatenweg 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Lettrétage Lesung. „Im Heiligkeitsgedränge“. Neue Weihnachtsgedichte. Buchpremiere mit Glühwein und Gebäck. Kein Zweifel: Weihnachten lebt! Gibt es ein besseres Geschenk zu Weihnachten als Handgemachtes mit Gedichten drin? Ja klar, außer Geld. Eben. Der Verlag Lettrétage lädt zur Präsentation der Anthologie Im Heiligkeitsgedränge. Neue Weihnachtsgedichte. Herausgeber Tom Bresemann hat Gedichte von aktuellen LyrikerInnen versammelt, u.a. Nora Bossong, Daniela Seel, Jan Wagner, Hendrik Jackson, Simone Kornappel, Björn Kuhligk, Andreas Altmann, Kurt Drawert, Philip Maroldt, Andre Rudolph, Birgit Kreipe. Zum Nachmittagskaffee werden ausgesuchte Exemplare vor Ort handgebunden, sowohl von einigen der beteiligten AutorInnen als auch vom Publikum, also Ihnen, so Sie Lust dazu haben. Eine wunderbare Möglichkeit, neben dem Handwerk des Buchbindens auch das Team der Lettrétage und einige der in der Anthologie versammelten LyrikerInnen aus der Nähe und persönlich zu erleben. Zum Abend hin geben die versammelten AutorInnen dann in einer kleinen Lesung einige der Weihnachtsgedichte zum Besten. So ist der geplante Abend mehr als nur ein nettes Beisammensein in besinnlicher Zeit. Er ist eine Einladung zur Gegenwart. Eintritt frei. 17 Uhr. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Buchhandlung BuchZeiten Buchpräsentationen. Abenteurerinnen auf Reisen. Brigitte Ebersbach nimmt Sie mit auf die Reise – mit den Lebenskünstlern Erika und Klaus Mann nach Cannes, mit der exzentrischen Journalistin Emily Hahn nach Shanghai, mit der Grande Dame der Reise- und Gourmetliteratur MFK Fisher ins Burgund und mit Jane Digby, der Nomadin des Herzens, in die Wüste. Eintritt frei. 19 Uhr. Naugarder Straße 8, 10409 Berlin-Prenzlauer Berg.

Montag, 13. Dezember

Literaturhaus Filmvorführung., Einsamkeit als Flucht. Filmvorführung Into the wild. Buch u. Regie: Sean Penn – nach einer Reportage von John Krakauer. Einführung: Marie-Luise Stammerjohann. Veranstalter: Berliner Psychoanalytisches Institut. Auskünfte: 26 55 49 18. 18 Uhr. Großer Saal, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Katholische Akademie Lesung & Gespräch. Dr. Bernhard Viel (Autor und Journalist) & Thomas Hürlimann (Schriftsteller) – „Frisch gewagt ist halb verloren“. Lebenskunst und Krisenbewußtsein bei Johann Peter Hebel (1760-1826) Johann Peter Hebel nimmt in der deutschen Literatur eine Sonderstellung ein. So wirkte der lutherische Theologe mit seinen Kalendergeschichten, deren schönste im berühmten Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreunds gesammelt sind, stilbildend und inspirierte Autoren wie Bloch, Canetti und Oskar Maria Graf. Zugleich waren Hebels Geschichten ihrer Lebensklugheit und ihres Humors wegen bei Bauern und Handwerkern beliebt. Als Vertreter der Spätaufklärung glaubte Hebels unerschütterlich an eine vernünftige, da von Gott geschaffene Weltordnung. Damit aber gewinnt die Vergänglichkeit, gewinnen Schmerz und Krisen ihren eigenen Wert: Sie werden geradezu zur Bedingung für ein bewusstes und geglücktes Leben. Dr. Bernhard Viel, der in diesem Jahr eine Hebel-Biographie vorgelegt hat, und Thomas Hürlimann laden zum Ende des Hebel-Jahres nicht nur zur Entdeckung des „Schatzkästleins“ ein. Im Anschluss an die Veranstaltung möchte ich Sie einladen, das Gespräch untereinander bei einem Glas Wein fortzusetzen. 2-3,50 €. 19 Uhr. Hannoversche Straße 5, 10115 Berlin-Mitte.

Lettrétage Lesung. Barto Smith – „Eine Frau griechischer Herkunft“ u.a. Autorenlesung mit Barto Smith und Rainer G. Schmidt. Barto Smith, weltbekannt auch als Pianist unter dem Namen Tzimon Barto, wurde 1963 in Eustis (Florida) geboren und erhielt bereits mit fünf Jahren seinen ersten Klavierunterricht. Nach seinem Studium an der berühmten New Yorker Juilliard School feierte er zahlreiche riesige Erfolge als Konzertpianist und Dirigent. Insbesondere in den letzten Jahren betätigt sich Barto Smith, der beeindruckende acht Sprachen beherrscht (neben Latein, Altgriechisch und Hebräisch unter anderem auch Deutsch), auch intensiv als Autor von Prosa und Lyrik, insbesondere im Rahmen seines Projekts The Stelae, das nach Fertigstellung aus 3367 Gedichten und Prosa-Stücken bestehen soll - der Zahl der Bibelstellen, an denen der Name Gottes genannt wird. Der erste, bereits fertig gestellte Teil des Zyklus erschien auf Deutsch unter dem Titel Eine Frau griechischer Herkunft. Bei seinem Gastspiel in der Lettrétage werden Smith sowie der Übersetzer einiger seiner Werke Rainer G. Schmidt dieses Werk ebenso vorstellen wie den Roman Harold Flanders (Auszüge der Übersetzung erschienen im Schreibheft 70) und die Novelle DOT. Eine lyrische Szene (erschienen auf Deutsch 2009 in der Achilla-Presse). 5 €. 19.30 Uhr. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Heimathafen Neukölln Lesung. Falko Rademacher – „Das Buch für Berlinhasser“. Falko Rademachers sarkastische Milieustudien öffnen nicht nur dem Neu-Berliner die Augen. Warum kriegt man während eines Uni-Streiks bei Starbucks keinen Sitzplatz mehr? Warum kann man Hunde und Punks manchmal so schwer auseinander halten? Was treibt die Kreuzberger in ihrem Kampf gegen Spekulanten und Fastfood-Ketten an? Warum ist Wilmersdorf multikultureller als Prenzlauer Berg? Dieses Buch erklärt das Unfassbare und spricht allen aus der vergrämten Seele, die Berlin schrecklich finden und trotzdem gern hier leben! 5 €. 20.30 Uhr. Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin-Neukölln.

Dienstag, 14. Dezember

Nikolaikirche Lesung. Brigitte Trübenbach liest Fontane – „L´Adultera“ (1882). „L´Adultera“ ist eine Novelle, die es fast auf Romanlänge bringt. Theodor Fontane (1819–1898) schrieb damit seinen ersten „Gesellschaftsroman“. Wir begleiten die Personen des Dramas mit nicht nachlassendem Interesse und bewundern Fontanes sichere Kunst der Charakterisierung und seine meisterhaften Dialoge. Die Geschichte der Verstrickungen eines sehr gehobenen bürgerlichen Milieus um 1880 beginnt in der Gegend um die heute verschwundene Berliner Petrikirche. Die Splitter liest Roland Florstedt. 19.30 Uhr. Nikolaikirchplatz, 10178 Berlin-Mitte.

Literaturhaus Lesung. Wolfgang Hegewald – „Die eigene Geschichte. Aufzeichnungen aus dem Jahr 2000“. Der Autor liest aus seiner Geschichte. Einführung und Gespräch: Katja Lange-Müller. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Literaturforum im Brechthaus Buchvorstellung & Gespräch. Herfried Münkler – „Mitte und Maß. Der Kampf um die richtige Ordnung“. Moderation Stefan Reinecke. Der Begriff der „Mitte“ beherrscht die politische Debatte. Aber was genau ist unter Mitte – gesellschaftlich, politisch, geographisch – zu verstehen? Und vor allem: warum ist sie mit der Idee vom „rechten Maß“ verbunden? Vielleicht weil die Mitte als ein Ort der Sicherheit und der Beständigkeit gilt? Der Politikwissenschaftler Herfried Münkler erzählt in seinem jüngsten Buch, wie sich die Ideen von Mitte und Maß gemeinsam entwickelten und verbindet dabei Gegenwartsdiagnose und Zukunftsprognose. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Buchhändlerkeller Lesung. Wiedergelesen. Alfred Kubin – „Die andere Seite“, vorgestellt von Natalie Junger und Dennis Grabowsky. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Mittwoch, 15. Dezember

Martin-Gropius-Bau Workshop. Titel: Unsichtbares Wissen.  . Kurztext:Wissen ist in den seltensten Fällen einfach sichtbar, meistens muss es sichtbar gemacht werden. Die Ergebnisse solcher Sichtbarmachungen verweisen oft nicht eindeutig auf ihren Sinnzusammenhang und zeigen interessanterweise viel mehr aus der Welt ihres Entstehungszusammenhangs als erwartet. Auf dem Workshop wird dieser Gedanke, dass die Sichtbarkeit von Wissen mit dessen Unsichtbarkeit einhergeht, an ganz verschiedenen Beispielen thematisiert. Mit Herbert Kopp-Oberstebrink, Uta Kornmeier, Erik Porath, Ernst Müller, Falko Schmieder, Heike Schlie, Katrin Solhdju, Margarete Vöhringer, Stefan Willer. (Beiträge von jeweils ca. 15 Minuten mit anschliessender Diskussion). Eine Veranstaltung im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung „WeltWissen. 300 Jahre Wissenschaften in Berlin“. Der Zutritt zur Ausstellung ist kostenpflichtig (4-6 €).12. 14 - 19 Uhr. (Lounge neben dem Lichthof), Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin-Kreuzberg.

Café Tasso Lesung und Gespräch. Wilfrid Jaensch - Ein Autor im Gespräch II. Fortsetzung der Veranstaltungsreihe mit Wilfrid Jaensch, Autor und Vortragsredner im Feld der Anthroposophie und Waldorfpädagogik. Jaensch liest aus seinen Werken und berichtet aus seinem bunten Arbeitsleben. Hier ein kleiner Auszug aus seinen Tätigkeiten. Jaensch studierte bei Walter Muschg in Basel und arbeitete u.a. mit: Kriegsdienstverweigerung, Kuratorium Unteilbares Polen, Arena Basel, Kritische Untergrundschule Schweiz, Lehrerseminar Liestal, Tief- und Straßenbau Kury AG Reinach...In Warrah Village (NSW, Australien), einer Dorfgemeinschaft mit landwirtschaftlichem Betrieb nebst Ausbildungs- und Therapiezentrum für geistig behinderte Menschen, war er im Landschafts- und Gartenbau und als Heilpädagoge tätig. Von 1963-71 gab Jaensch die Zeitschrift ÑPolemosì, ´Blätter für die Nach-Moderne' heraus. Eintritt frei. 19 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.

Literaturforum im Brechhaus Lesung & Gespräch. Michael Krüger – „Ins Reine“. Gedichte. Moderation Peter Geist. Er ist einer der wichtigsten Verleger in Deutschland, Herausgeber der „akzente“, Lektor, Essayist, Romancier – vor allem jedoch Dichter. Michael Krügers neuer Gedichtband „Ins Reine“ bezeugt pointierter denn je „die unerträgliche Lust, / eine Sprache zu finden, die entspricht.“ Insbesondere Naturwahrnehmung wird Ausgangspunkt raffinierter, dabei oft paradoxer Sprachgänge in die Rätselhaftigkeit der Existenz. Denn „gerade das Auge des Lyrikers wird von den Zeichen angezogen, die der Deutung widerstehen.” (Adolf Muschg über Michael Krügers Lyrik). Doch auch für diese Gedichte gilt: „Hinter den Tönen / geht eine Tür auf, die führt in dein Herz.“ 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Donnerstag, 16. Dezember

Lettrétage Lesung. Markus Feldenkirchen – „Was zusammengehört“. Autorenlesung. Ein Brief legt in Sekunden frei, was Benjamin jahrelang zu verdrängen versucht hat. Beim bloßen Anblick des Absenders kehrt er ins Jahr 1989 zurück, als die Mauer fiel und er bei einem Schüleraustausch in Irland sein Herz an die geheimnisvolle Victoria verlor. Genau so, mit derselben Adresse und ohne Namen, waren damals ihre heiß ersehnten Liebesbriefe eingetroffen. Inzwischen lebt Benjamin ein anderes Leben. Der Banker verdient hervorragend, hat eine Freundin, eine Geliebte und eine teure Wohnung, für deren Einrichtung er aber keine Zeit findet. Nun plötzlich, mit dem Brief in der Hand, kommt ihm nicht nur sein Zuhause leer vor. Benjamin steckt den Brief ungeöffnet in die Tasche und bricht zu einer Geschäftsreise nach Irland auf – lange kann er sich seiner Kraft jedoch nicht entziehen. 5 €. 19.30 Uhr. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Kreuzberg.

Literaturhaus Lesung. Suchers Leidenschaften: Heinrich Heine. C. Bernd Sucher widmet sich dem Düsseldorfer Dichter. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Akademie der Künste Lesung. Fisch sucht Angel. Kurt-Tucholsky-Abend von Volker Kühn mit Katherina Lange und Walther Plathe. Kooperation mit der Kurt Tucholsky-Gesellschaft und der Günter Neumann-Stiftung. 3-5 €. 20 Uhr, Studiofoyer, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin-Tiergarten.

Literaturforum im Brechthaus Lebenszeugnisse. Katarina Bader – „Jureks Erben. Vom Weiterleben nach dem Überleben“. Wolfgang Benz im Gespräch mit der Autorin. Im Februar 2006 stirbt Jerzy Hronowski, genannt Jurek, in seiner Wohnung in Warschau. Auf seiner Beerdigung wird Katarina Bader klar, wie einsam ihr Freund Jurek, den sie als 18jährige in der Jugendbegegnungsstätte in Auschwitz kennengelernt hatte, in seinen letzten Lebensjahren war. Seine traurigen Geschichten über seine Zeit im Lager sind ihr stets in Erinnerung geblieben, etwa wie er bei einem „medizinischen Versuch“ mit Fleckfieber infiziert wurde, aber überlebte, weil ein jüdischer Pfleger ihm heimlich Medikamente zuschob. Nach Jureks Tod bleiben Fragen: Wieso hat er sich von fast allen Menschen, die ihm eine Zeit lang nahe standen, im Streit getrennt? Um Antworten zu finden, besuchte Katarina Bader einen ehemaligen Mithäftling und Jureks Sohn, der seinen Vater bereits als Sechszehnjähriger im Streit verließ. In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.

Volksbühne Lesung. Lesebühne: Klaus Bittermann präsentiert Kinky Friedman seine Musik, seine Krimis, seine Gouvernor for Texas-Kampagne. Kinky Friedman ist bereits zu Lebzeiten eine Legende, sein Witz und sein Humor bringen Eisbären zum Kochen, seine Countryballaden die Pole zum Schmelzen und seine Kandidatur für die Wahl zum Gouverneur von Texas 2006 verursachte einen kleinen Tsunami in der Öffentlichkeit. Aus Anlass des Erscheinens des letzten Krimis Zehn kleine New Yorker referiert Klaus Bittermann die verantwortungslose Fröhlichkeit Friedmans in seinem einzigartigen Wahlkampf, spricht über die Melancholie in seinen Büchern und spielt dazu einige seiner schönsten Songs ein. 20 Uhr. Roter Salon, Linienstraße 227, 10178 Berlin-Mitte.

Mastul Lesung. Vorleseshow mit den Brauseboys. Vorleseshow mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Gäste: Clint Lukas (Texte vom jüngsten Mitglied der Surfpoeten), Zuckerklub (Süße Musik). 20.30 Uhr. 20.30 Uhr. Liebenwalder Straße 35, Berlin-Wedding.

Buchhändlerkeller Lesung. Jörg Schertenleib – „Cowboysommer“. Der Autor liest aus seinem Roman. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Freitag, 17. Dezember

Marienkirche am Alexanderplatz Lesung. Herbert Feuererstein Liest Geschichten, Gedichte und Musik. 19 Uhr. Karl-Liebknecht-Straße 8, 10178 Berlin-Mitte.

Literaturhaus Filmpremiere. ARTE-Filmpremiere: „OULIPO: Gebrauchsanweisung“ Eine Dokumentation von Jean-Claude Guidicelli und Frédéric Forte; ein Film von ARTE France 2010, 62 Min. Das Programm zur Tagung „Verbrechen der Diktaturen in Osteuropa“ (27. bis 29. Oktober) ist online unter www.literaturhaus-berlin.de/unten/programm/langversion/27_okt.html einsehbar. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.

Samstag, 18. Dezember

Renaissance Theater Lesung. Hans Jürgen Schatz & Horst Pillau – „Nie wieder Weihnachten!“. Die etwas andere Weihnachtslesung mit Hans-Jürgen Schatz und Horst Pillau. Hans-Jürgen Schatz und Horst Pillau, nach den Lesungen „Mit Briefen leben“ und „Adieu Tempelhof“ im Renaissance-Theater im vergangenen Jahr schon ein eingespieltes Dialog-Team, haben sich vorgenommen, diesmal alles über Weihnachten zu sagen. Die beiden Lesepartner Schatz & Pillau gehen der ursprünglichen Bedeutung des Festes auf den Grund, sie geben eine stark geraffte Übersicht des Weihnachtsfestes in der Literatur von E.T.A. Hoffmann bis Charles Dickens, von Erich Kästner bis Kurt Tucholsky. Sie beleuchten Weihnachten vergnügt mit sehr heiteren, wahnwitzig verrückten und auch ernsthaften Weihnachtsgeschichten aus eigener Sicht, etwa „Weihnachten jenseits des Stromes“, „Verliebt in den Weihnachtsmann“, „Bist du ein Engel?“ oder „Von Zweien, die auszogen, ein Bäumchen zu kaufen“. Ihre Gebrauchsanweisung „Nie wieder Weihnachten!“ ist nach dem jährlichen Weihnachtsfiasko das Fazit vieler Menschen, die jedoch ein Jahr später beharrlich wieder daran gehen, dieses Fest weiterhin zu feiern. Ziehen Sie ihre Schlüsse daraus! 13-18 €. 16 Uhr. Knesebeckstraße 100, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Wirtshaus Moorlake Jörg Gudzuhn – „Weihnachten mit 50 Mark“. Texte von Hans Fallada u.a. Der Star des Deutschen Theaters und Hauptkommissar Hoffer“ (Der letzte Zeuge) liest Texte von Hans Fallada und anderen. Eine Rückschau auf Weihnachtsfeste der längst vergessenen wirklichen (!) Notzeiten. Kartenpreis incl. Prosecco zum Empfang Hochwertiges 3-Gang Menü 60 € zzgl. Gebühr. 19 Uhr. Moorlakeweg 6, 14109 Berlin-Wannsee.

Sonntag, 19. Dezember

Haus der Berliner Festspiele Peter Stein liest „Eugen Onegin“. Lesung in drei Teilen. Puschkins Meisterwerk brilliert mit feinster Menschenkenntnis, Witz, raffinierten literarischen Anspielungen und Brechungen. Es ist das Gründungswerk und zugleich der Höhepunkt der russischen Literatur. In der geschmeidigen, den Vers und den Rhythmus des Originals wiedergebenden Übersetzung Ulrich Buschs lässt sich Puschkins Gedicht auch heute in einer anderen Sprache genießen. (Peter Stein). 12 Uhr (Dauer ca. 6 h mit zwei Pausen). Schaperstraße 24, 10719 Berlin-Wilmersdorf.

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Renaissance Theater Lesung. Hans Jürgen Schatz & Horst Pillau – „Nie wieder Weihnachten!“. Die etwas andere Weihnachtslesung mit Hans-Jürgen Schatz und Horst Pillau. Hans-Jürgen Schatz und Horst Pillau, nach den Lesungen „Mit Briefen leben“ und „Adieu Tempelhof“ im Renaissance-Theater im vergangenen Jahr schon ein eingespieltes Dialog-Team, haben sich vorgenommen, diesmal alles über Weihnachten zu sagen. Die beiden Lesepartner Schatz & Pillau gehen der ursprünglichen Bedeutung des Festes auf den Grund, sie geben eine stark geraffte Übersicht des Weihnachtsfestes in der Literatur von E.T.A. Hoffmann bis Charles Dickens, von Erich Kästner bis Kurt Tucholsky. Sie beleuchten Weihnachten vergnügt mit sehr heiteren, wahnwitzig verrückten und auch ernsthaften Weihnachtsgeschichten aus eigener Sicht, etwa „Weihnachten jenseits des Stromes“, „Verliebt in den Weihnachtsmann“, „Bist du ein Engel?“ oder „Von Zweien, die auszogen, ein Bäumchen zu kaufen“. Ihre Gebrauchsanweisung „Nie wieder Weihnachten!“ ist nach dem jährlichen Weihnachtsfiasko das Fazit vieler Menschen, die jedoch ein Jahr später beharrlich wieder daran gehen, dieses Fest weiterhin zu feiern. Ziehen Sie ihre Schlüsse daraus! 13-18 €. 15 Uhr. Knesebeckstraße 100, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Buchhändlerkeller Lesung. Lesebühne. Carmer Eins - die literarische Lesebühne. Eigene Texte - Lyrik / Prosa - lesen und diskutieren mit Sabine Schönfeldt und Signe Ibbeken. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Montag, 20. Dezember

Theater im Palais Lesung. Was? - Schon wieder Weihnachten? Garstig-Unterhaltsames zum Fest. Gedichte, Gedanken und Gemeines von Robert Gernhardt, Joachim Ringelnatz, Bill Clinton, Peter Ustinov, Rowan Atkinson, Raymond Chandler, Queen Victoria, Gottfried Keller, Helmut Qualtinger u.a. Gelesen von Armin Dietrichsen. Musikalisch umrahmt von Martin Karl-Wagner und Thomas Goralczyk. 20 Uhr. Am Festungsgraben 1, 10117 Berlin-Mitte.

Kaffee Burger Lesung. Dirk Bernemann – „Vogelstimmen“. Der Autor liest aus seinem  Anti-Pop Roman. Buchneuerscheinung bei UBooks! Nominiert für die Hotlist 2010: „Der Tag zieht mich wie einen alten Rollkoffer hinter sich her.“ …über Menschen mit Vergangenheit, die erkennen, dass sie auch Menschen mit Zukunft sein könnten…1 €. 21 Uhr. Torstraße 60, 10119 Berlin-Mitte.

Dienstag, 21. Dezember

Alfred-Döblin Bibliothek Lesung. Gaby Sikorski liest Weihnachtliches aus eigenen und fremden Federn. Eintritt frei. 16.15 Uhr. Vivantes Klinikum Am Urban (in der Eingangshalle), Dieffenbachstraße 1, 10967 Berlin-Kreuzberg.

Buchhandlung totsicher Lesung. Gabriela Zorn – „O'du Mörderische“. Weihnachtskrimilesung mit Gabriela Zorn. Auf ihre unnachahmliche Art und Weise erzählt Gabriela Zorn auch dieses Jahr wieder von bösen, skurrilen und sonderbaren Begebenheiten rund um das Heilige Fest. Dazu gibt es ein Buffet, Glühwein und die eine oder andere Überraschung. 4,50 €. 20 Uhr. Winsstraße 16, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.

Buchhändlerkeller Film. LebensBilder präsentiert von Jürgen Tomm. Deutschland, Deutschland über alles...Filmdokumentation. Zum 120. Geburtstag von Kurt Tucholsky. 20.30 Uhr. Carmenstraße 1, 10623 Berlin-Charlottenburg.

Heimathafen Neukölln Saalslam - Neuköllns Größter Poetryslam Jeden 3. Dienstag im Monat öffnet der Saal des Heimathafens seine Pforten für den größten Dichterwettstreit Neuköllns: 9 Poetinnen und Poeten bekommen jeweils 5 Minuten Zeit, um ihre selbstverfassten Texte vorzutragen. Danach stimmt das Publikum mittels Wahlchips ab, wer ins Finale kommt. Ob Kurzgeschichte oder Rap, ob zartes Liebesgedicht oder zynische Stand-Up Nummer; alles ist erlaubt. Dem Gewinner oder der Gewinnerin winkt neben der Gunst des Publikums wahlweise eine Flasche Vodka oder ein ... weiter lesenBüchergutschein. Durch den Abend im prunkvollen Saal führen Tilman Birr und Maik Martschinkowsky. 20.30 Uhr. Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin-Neukölln.

Mittwoch, 22. Dezember

Schlossparktheater Lesung. Uwe Ochsenknecht – „Früher war mehr Lametta“. Heitere, skurrile und nachdenkliche Geschichten zur nahenden Vorweihnachtszeit dargeboten von Uwe Ochsenknecht und seiner Weihnachtsband. Es geht humorvoll zu an Uwe Ochsenknechts Vorweihnachtsabend, an dem aber auch nachdenkliche Geschichten nicht fehlen. Die Geschichten aus der Feder von Autoren wie Kurt Tucholsky, Erich Kästner, Hanns Dieter Hüsch, Loriot, Ephraim Kishon und anderen sind dem großen Schauspieler und Komödianten Uwe Ochsenknecht wie auf den „Leib geschnitten“. Der Durchbruch kam für Ochsenknecht mit der Rolle eines Bootsmannes in dem Film „Das Boot” von Wolfgang Petersen. Schon vier Jahre später kam der nächste Erfolg: „Männer” von Doris Dörrie mit Heiner Lauterbach. Und längst hat sich Uwe Ochsenknecht als einer der beliebtesten deutschsprachigen TV- und Filmschauspieler etabliert. 20 Uhr. Schloßstraße 48, 12165 Berlin-Steglitz.

Freitag, 24. Dezember

Volksbühne Lesung & Musik. Weihnachten auf Russisch. Olga & Wladimir Kaminer lesen, Revolution rock by Russendisco DJs. Warum ist das jetzt eine Musikbühne, wo doch gelesen wird? Stimmt eigentlich. Andererseits ist Wladimir Kaminer eindeutig „Pop“ und schließlich wird auch Musik zu Gehör gebracht, aber eins nach dem anderen. „Weihnachten auf Russisch“ ist eine Anthologie, herausgegeben von Olga Kaminer mit Geschichten von Gogol, Nabokov und natürlich Wladimir Kaminer selbst. Daneben wird es verschiedene, teils unveröffentlichte, Geschichten von Wladimir Kaminer zu hören geben, in einem Setting aus surrealen Projektionen des Videokünstlers Lillevan Pobjoy. „Die Volksbühne, da habe ich Respekt vor. Da muss man etwas Besonderes machen“ sagte der Autor im Vorgespräch. Deshalb wird man sich nach der Lesung auf ein außergewöhnliches DJ-Set gefasst machen müssen. Unter dem Titel „Revolution Rock“ wird die Russendisco unter Leitung von General Kaminer zum Großangriff auf die Popgeschichte blasen und thematisch den Revolutionsgedanken bearbeiten, um ihn dialektisch mit dem Partygedanken zusammenzuführen. 21 Uhr. Linienstraße 227, 10178 Berlin-Mitte.

Samstag, 25. Dezember

Grunewald Literatur und Kunst um die Grunewaldseen I. - Halensee, Friedhof Grunewald. Literarischer Spaziergang. Auf dem Grunewald-Friedhof in Halensee ist die Begräbnisstätte des zu seiner Zeit mit Gerhard Hauptmann um Ruhm und Ansehen konkurrierenden, heute weniger bekannten Schriftsteller Hermann Sudermann (1857-1928) und seiner Ehefrau Clara, deren Drama „Die faule Mare“, 1904 in München uraufgeführt wurde unter dem Pseudonym E. Linde. Gerhard Hauptmann wohnte in der Nähe. Else Lasker-Schüler floh aus ihrer Ehe mit Herwarth Walden in die Humboldtstraße, in der auch die großen Soziologen und Philosophen Werner und Nicolaus Sombart, Vater und Sohn, lebten. Carl Zuckmayer wohnte in der Koenigsallee unweit vom Luna-Park, der in den 30iger Jahren dem Avus-Ausbau und der Halenseestraße weichen musste, ein fröhlicher Weinberg nach Preußischer Art verschwand Aufnimmerwiedersehn  und am Bismarckplatz thront noch immer über sein Areal wachend Otto von Bismarck mit seinem Lieblingshund, einer Dogge (Skulptur von Max Klein). Er gilt als Begründer des Kurfürstendamms und der Gemeinde Grunewald. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

Schlossparktheater Lesung. Rosemarie Fendel, Suzanne von Borsody – „Die Poetin Mascha Kaleko“. Die beiden bekannten Schauspielerinnen Rosemarie Fendel und ihre Tochter Suzanne von Borsody lassen sich gern für Ihre Lesungen von zeitgenössischer Lyrik hochbegabter Frauen, wie Mascha Kaléko, inspirieren. Sie interpretieren deren Texte auf herausragende und bewegende Weise. Mascha Kaléko (1907 – 1975) kam mit ihrer Familie 1918 nach Berlin. In den Zwanziger Jahren machte sie Bekanntschaft mit der künstlerischen Avantgarde und schloss Freundschaft mit Tucholsky, Ringelnatz, Kästner und Else Lasker-Schüler. Ab 1930 wurden ihre Zeitungsgedichte bekannt. 1933 veröffentlichte sie den Beststeller „Das Lyrische Stenogrammheft“, der der nationalsozialistischen Bücherverbrennung zum Opfer fiel. Die große Kunst des „Glückskinds an der Schreibmaschine, wie Kaléko auch genannt wurde, war ihre unglaublich humorige Ernsthaftigkeit, ihr heiteres Moll. Musikalisch wird der Abend vom Duo Leccornia begleitet. 20 Uhr. Schloßstraße 48, 12165 Berlin-Steglitz.

Sonntag, 26. Dezember

Grunewald Literatur und Kunst um die Grunewaldseen II. – Vom Hagenplatz zum Bahnhof Grunewald. Literarischer Spaziergang. Der „reine Liebesfreund“ von Else Lasker-Schüler, „Tristan kämpfte in Feindesland…Bis der Feind brach seinen Leib“, so dichtete sie über den Tod des Dichters Hans Ehrenbaum-Degele, fiel 1915 in Russland. Sein Freund Friedrich Wilhelm Murnau (Plumpe), der große Stummfilm-Regisseur, erbte das Haus in der Douglasstraße.Alfred Kerr lebte in der Douglasstaße und um die Ecke betrieb Edith Jacobsohns, die Frau  des Verlegers der „Weltbühne“, Siegfried Jacobsohn, nach seinem Tod (1925) den Verlag Williams&Co, wo 1930 Kästners „Emil und die Detektive“, herauskam, hier erschienen „Pu, der Bär“ und die „Dr. Dolittle“-Bücher. Max Reinhardt hat in der Fontanestraße gelebt, Hermann Sudermann in der Bettinastraße, die nach Bettina von Arnim genannt ist. Und in der Erdener Straße war der Salon des Verlegers Samuel Fischer, wo sich die großen Schriftsteller und Geister der Zeit trafen, Gerhard Hauptmann, Thomas Mann, Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Stefan Zweig, Walter Rathenau. Nach dem 2. Welt-Krieg initiierte hier Hans Werner Richter die „Gruppe 47“. In der Koenigsallee und im Hasensprung wohnte Ingeborg Bachmann. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

Café Tasso Philosophisches Sonntagscafé: Gerechtigkeit. Gesprächsrunde mit Matthias Neumann. Thema heute: Die neun Gesichter der Seele. Es gibt viele Versuche, Menschen nach zwei Extremen zu unterscheiden: Extraversion - Introversion, sinnliche Wahrnehmung - intuitive Wahrnehmung, Entscheidungsfindung durch Fühlen oder Denken. Doch es ist, wie bei einem großen Kartenspiel: Früher oder später kommt der Joker, und der ist weder rot noch schwarz, weder Pik noch Karo ...Ganz anders, wenn man drei Kategorien zulässt. Und diese kann man wieder durch drei teilen. Der schönste Name hierfür kommt aus kirchlichen Kreisen: Die neun Gesichter der Seele. Eintritt frei, Spenden erbeten. 16 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.

Montag, 27. Dezember

Bar jeder Vernunft Leseshow. Ralf Bauer – “Bauer in love. Goethe goes Goppfstand”. Show. Literatur mal anders... Der Schauspieler Ralf Bauer bringt uns auf seine ganz eigene, spannende Weise Schönheit, Ernst und Heiterkeit der großen Dichter nahe. Große Worte, oder!? Bauers große Leidenschaft und ungewöhnliche Rezeptur begeistert Literaturmuffel und Fans gleichermaßen! Von der Dichtkunst selbst beseelt findet er seine ganz eigene Art der Inspiration, den badischen „Goppfstand“ inklusive! Sein musikalischer Partner Pat Fritz transportiert darüber hinaus die „gedrechselten Wort heerer Kunst“ am Kopf vorbei direkt ins Herz. Mit Gitarre und großartiger Stimme schafft er Balance und Höhepunkt zugleich. Eine unterhaltsame und kurzweilige Reise durch die dichterischen Künste, gespickt mit musikalischen und szenischen Überraschungen. Mit Ralf Bauer (Rezitation und Kopfstand) und Pat Fritz (Musik und Beistand). 20 Uhr. Schaperstraße 24, 10719 Berlin-Wilmersdorf.

Mittwoch, 29. Dezember

Schiller-Theater Musikalische Lesung. Tiere und Töne. Il complesso barocco spielt Händels Bestiarium. Mit einer Lesung von Donna Leon in englischer Sprache. Dirigent: Alan Curtis, Sopran: Klara Ek, Mezzosopran: Romina Basso. 20 Uhr. Bismarckstraße 110, 10625 Berlin-Charlottenburg.

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Donnerstag, 30. Dezember

Friedenau Literarischer Spaziergang. Friedenau - ein kunstsinniger Ort. Wo Nobelpreisträger und Expressionisten lebten. Friedhof Stubenrauchstraße: Marlene Dietrich, Jeanne Mammen, Helmut Newton. Die Niedstraße ist die Schriftstellerstraße der 60/70iger Jahre schlechthin. Auf Grass’ Terrasse, der seine Gäste leidenschaftlich bekochte, schallten die Stimmen des Friedenauer Literatenchors, der Nachbar Uwe Johnson, Hans Magnus Enzenberger, dessen Bruder mit den anderen Kommunarden nebenan in Johnsons Wohnung die Kommune I gründete,  Max Frisch, Ingeborg Bachmann. Kästners Sekretärin wohnte hier einige Häuser weiter, die nach 1933 heimlich die Texte ihres Chefs weiter tippte, gleich um die Ecke, in der Görresstraße, gründete sich 1951 der ehemalige Buchhändlerkeller und in Wolff’s Bücherei in der Bundesallee ist jetzt ein neuer magischer Ort:  „Der Zauberberg“, eine Buchhandlung, 2009  von der russischen Literaturwissenschaftlerin  Natalia Liublina mit überwiegend russischer Literatur bestückt. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. 14 Uhr.

Volksbühne Lesung. Lesebühne: Berliner Stadtmeisterschaften im Poetry Slam 2010. Alle aktiven Berliner Slams werden Slammer ins Rennen schicken, um den Berliner Champion im Poetry Slam zu ermitteln. Titelverteidiger Julian Heun wird von einer hungrigen jungen Dichterszene wie Micha Ebeling, Till Reiners und anderen herausgefordert. Der Gewinner vertritt Berlin bei den nächsten deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaften in Hamburg 2011. Das Publikum ist die Jury! Durch den Abend führt der Poetry Slam-Champion Marc-Uwe Kling gemeinsam mit Wolf Hogekamp. 20 Uhr. Roter Salon, Linienstraße 227, 10178 Berlin-Mitte.

Freitag, 31. Dezember

Wirtshaus Moorlake Lesung. Silvesterlesung. Herbert Feuerstein berichtet aus seinen Reisebüchern über alles Mögliche, aber kein Wort über Weihnachten und Neujahr, versprochen. Wirtshaus Moorlake lädt ein zum beschaulichen Jahresausklang 2010. Wie alljährlich zum Jahreswechsel festliches Vier-Gang-Menü, mitternächtliches Turmblasen, Feuerwerk sowie Anstoßen mit Glühwein und Pfannkuchen im winterlichen Garten. 115 €. 19 Uhr. Moorlakeweg 6, 14109 Berlin-Wannsee.


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