Donnerstag, 1. April
Friedenau Literaturspaziergang. Mit Jenny Schon durch Friedenau - ein kunstsinniger Ort. Wo Nobelpreisträger und Expressionisten lebten. Friedhof Stubenrauchstraße: Marlene Dietrich, Jeanne Mammen, Helmut Newton. Die Niedstraße ist die Schriftstellerstraße der 60/70iger Jahre schlechthin. Auf Grass’ Terrasse, der seine Gäste leidenschaftlich bekochte, schallten die Stimmen des Friedenauer Literatenchors, der Nachbar Uwe Johnson, Hans Magnus Enzenberger, dessen Bruder mit den anderen Kommunarden nebenan in Johnsons Wohnung die Kommune I gründete, Max Frisch, Ingeborg Bachmann. Kästners Sekretärin wohnte hier einige Häuser weiter, die nach 1933 heimlich die Texte ihres Chefs weiter tippte, gleich um die Ecke, in der Görresstraße, gründete sich 1951 der ehemalige Buchhändlerkeller und in Wolff’s Bücherei in der Bundesallee ist jetzt ein neuer magischer Ort: „Der Zauberberg“, eine Buchhandlung, 2009 von der russischen Literaturwissenschaftlerin Natalia Liublina mit überwiegend russischer Literatur bestückt. 10 €. 14. Uhr. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38. Führung auch am 18.4.
Literaturforum im Brecht-Haus Literarischer Abend. Heinrich Hoffmann – „Der Struwwelpeter“. Mit einem Nachwort von Peter von Matt. Lothar Müller im Gespräch mit Peter von Matt. Es liest Horst Hiemer. Der „Struwwelpeter“ des Arztes Heinrich Hoffmann war sein eigener „Anti-Struwwelpeter“ lange, bevor Bücher unter diesem Titel erschienen. Er hat das nicht-brave Kind so hinreißend ausphantasiert, dass es alle Zwecke, für die es erfunden wurde hinter sich ließ. Seine Bilderwelt ist mit den Elementen im Bunde: das Feuer verbrennt Paulinchen mit Haut und Haar, das Wasser droht den Hans-Guck-in-die-Luft zu verschlingen, das grüne Gras der Erde wird zur Bühne für den vom Hasen gejagten Jäger, die brausende Luft entführt den fliegenden Robert. Der Schweizer Germanist Peter von Matt hat dieses mit Ordnungssinn und Rebellionsgeist vollgesogene Kinderbuch in seiner Edition neu gelesen. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.
Café Tasso - Das andere Antiquariat Lesung. Emi Ono und Anne Krüger. Beide Autorinnen sind den Besuchern und Besucherinnen des Café Tasso gut bekannt. Heute werden sie neben Lyrik auch einiges aus ihren Prosawerken lesen. Emi Ono wurde in Tokyo geboren und kam mit 18 Jahren nach Deutschland. In der Schweiz studierte sie Sprachgestaltung. Seit 1998 lebt sie wieder in Japan und arbeitet an der selbstgegründeten privaten Schule für Rezitation in Tokyo. Emi Ono schreibt Gedichte auf Japanisch und auf Deutsch. Anne Krüger wurde 1975 in Berlin geboren. Ihre dramatischen Werke erscheinen beim Verlag der Autoren. 2009 wurde ihr Hörspiel „Koma Island“ beim Hessischen Rundfunk urgesendet. Sie war damit eine der diesjährigen Nominierten für den ARD Hörspielpreis. Anne Krüger war außerdem eine von 6 Finalisten der Sparte Lyrik des diesjährigen „open mike“, der am 24. und 25. November in der Literaturwerkstatt Berlin ausgetragen wurde. („open mike“ ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Literaturwerkstatt Berlin und der Crespo Foundation in Zusammenarbeit mit der WABE und dem Allitera Verlag). 20 Uhr. Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin-Friedrichshain.
Volksbühne Lesung. Andreas Bernard – „Vorn“. Mitte der neunziger Jahre: Tobias Lehnert gelingt der Sprung in die Redaktion einer großen deutschen Zeitung. Hier glaubt er das eine, richtige Leben zu finden. Bis er erkennt, wie ihm seine Freundin Emily immer mehr entgleitet. „Andreas Bernard ist, eben weil er so nah an der Normalität entlang erzählt, eine grauenhaft schöne und wahre Liebesgeschichte gelungen.“ (Moritz von Usla). Moderation: Matthias Kalle. 20 Uhr. Roter Salon, Linienstraße 227, 10178 Berlin-Mitte.
Buchhändlerkeller Lesung. Nadja Küchenmeister und Tom Schulz. Beide Autoren lesen aus ihren Gedichtbänden „Alle Lichter“ (Schöffling & Co. Verlag) sowie „Kanon vor dem Verschwinden“ (Berlin Verlag). 3-5 €. 20.30 Uhr. Carmenstr. 1, Parterre, 10623 Berlin-Charlottenburg.
La Luz Lesungen. Die Brausegirls. Die Boys räumen ihre Plätze für das Gipfeltreffen der Berliner Vorleseköniginnen. Es lesen: Daniela Böhle (Reformbühne Heim & Welt), Kirsten Fuchs (Chaussee der Enthusiasten), Sarah Schmidt (Frühschoppen), Ilka Schneider (Autorin und Vorleserin) und Katharina Greve (Cartoonistin und Titanic-Autorin). 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstr. 16-20, 13347 Berlin-Wedding.
Samstag, 3. April
Alte Kantine Kantinenlesen. Das Gipfeltreffen der Berliner Vorlesebühnen mit Dan Richter und anderen. Die Berliner Lesebühnen haben ein Gipfeltreffen. Jeden Samstag um 20.00 Uhr beginnt eine Lesung der besonderen Art in der Alten Kantine. Delegierte der renommiertesten Lesebühnen Berlins wie LSD, Surfpoeten, Chaussee der Enthusiasten, Reformbühne Heim & Welt und Gäste bieten ihre besten Stücke dar. Hören und sehen Sie vergnügliche Texte, Gedichte, Szenen, Geschichten, Hörspiele und Lieder. Werden Sie Zeuge der Fingerübungen gestandener Autoren und der literarischen Hoffnungen Berlins. Sie werden sehen, das ist der Gipfel. 5 €. 20 Uhr. Kulturbrauerei, Knaackstr. 97, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.
La Luz Vorleseshow. Die große Brauseboys-Geburtstagssause: 7 Jahre Brauseboys!!! Vorleseshow mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Die Brauseboys haben es geschafft! Das „verflixte siebte Jahr“ geht zu Ende, die sechsköpfige Lese-Ehe hat gehalten, ab jetzt wird fleißig auf die Silberhochzeit zugelesen! Doch zuvor wird gefeiert. Mit der großen Brauseboys-Geburtstags-Gala im LaLuz. Hoch die Tassen! 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstr. 16-20, 13347 Berlin-Wedding.
Dienstag, 6. April
Literaturforum im Brecht-Haus Buchvorstellung. Karl A. Varnhagen von Ense – „Rahel. Ein Buch des Andenkens für ihre Freunde“. Herausgegeben von Karl A. Varnhagen von Ense. Mit einem Nachwort von Ulrike Landfester. Moderation Andreas Isenschmid. Schon kurz nach Rahel Varnhagens Tod 1832 – und noch von ihr selbst redigiert – von ihrem Mann Karl August Varnhagen erstmals als Privatdruck für den unmittelbaren Freundeskreis publiziert, wurde das Buch des Andenkens 1833 von Varnhagen auf vielfache Nachfrage hin auch für die breite Öffentlichkeit herausgegeben. Die darin versammelten Briefe und Tagebuchauszüge Rahels zeugen von intimer Vertrautheit mit Geistesgrößen ihrer Zeit. Schleiermacher, Fichte, Fouqué, Chamisso, die Brüder Schlegel, Wilhelm von Humboldt, Heinrich Heine und viele andere fanden in Rahel eine ebenbürtige Brief- und Gesprächspartnerin. Im Buch des Andenkens offenbart sich Rahel als eine der großen Schriftstellerinnen Deutschlands. Der Zeit und dem Rang nach ist sie die erste Jüdin der deutschen Literatur. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.
Literaturwerkstatt Lesung und Gespräch. William Cody Maher – „Feldpost: Wenn der Krieg nach Hause kommt“. Lesung und Gespräch mit William Cody Maher (Autor, Heidelberg). Moderation: Claudia Kramatschek (Literaturkritikerin und Publizistin, Berlin). Krieg findet nicht nur auf dem Schlachtfeld statt, sondern überall. Zwei US-amerikanische Autoren, William Cody Maher und Francesco Levato, haben die Auswirkungen des Kriegs auf das alltägliche Leben zu Hause literarisch betrachtet. Maher im Buch, Levato mit seinem von ihm selbst verfilmten Langgedicht „War Rug“, das an diesem Abend seine deutsche Uraufführung erlebt. In den Kurzgeschichten, Dramoletten und Gedichten von William Cody Maher (*1950, San Francisco) gibt es keine „echten“ Kampfszenen, und doch ist alles Kampf, denn die moderne Feldpost, Medien und die Kriegsheimkehrer bringen den Krieg in die Heimat. Nachbarn erschießen sich gegenseitig und die Toten kommen aus dem Krieg zurück, um sich ihr Sterben mit der Familie im Fernsehen anzusehen – dunkler Surrealismus vermischt sich mit realer Amoralität. Der in Deutschland lebende William Cody Maher ist Autor und Performance Poet. Darüber hinaus wirkte er in Filmen und Theateraufführungen mit und organisierte Fotoausstellungen. Nach „Geisterstadt“ liegt mit „Spiel Sachen“ (Verlag Peter Engstler 2006 bzw. 2009) sein zweiter Band auf Deutsch vor. Beide wurden von Walter Hartmann und dem legendären Bukowski-Übersetzer Carl Weissner übertragen. Neben Mahers Texten bietet der Poesiefilm „War Rug“ einen weiteren Blick auf den gesellschaftlichen Wandel, den die mediale und tatsächliche Präsenz von Krieg bedeutet. Der in Chicago lebende Francesco Levato verwebt in „War Rug“ Textauszüge aus Autopsieberichten, Einkaufskatalogen und militärischen Reden mit Aufnahmen vom Kriegsgeschehen wie aus dem zivilen Alltagsleben zu einem Sprach- und Bildteppich, der eine beeindruckende Anklage der Kriegsgräuel darstellt. 20 Uhr. Knaackstr. 97 (Kulturbrauerei), 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.
Buchhändlerkeller Lesung. Sieglinde Geisel – „Nur im Weltall ist es wirklich still“. Vom Lärm und der Sehnsucht nach der Stille ( Galiani Berlin). Thomas Bächli spielt Werke von John Cage. 5-8 €. 20.30 Uhr. Carmenstr. 1, Parterre, 10623 Berlin-Charlottenburg.
Mittwoch, 7. April
Berliner Büchertisch e.V. Lesung. Nepomuk Ullmann – „Kreuzberger Literaturwerkstatt“. Der erfahrene Autor und Literatur-Workshopper Nepomuk Ullmann startet am neuen Ort mit seit 25 Jahren bewährtem Konzept seine Kreuzberger Literaturwerkstatt. Jeder kann vorlesen, was er geschrieben hat, oder nur zuhören. Anschließend Diskussion. Eintritt frei. Jeden ersten Mittwoch im Monat, 19.30 Uhr. Mehringdamm 51, 10961 Berlin-Kreuzberg.
Literaturforum im Brecht-Haus Buchvorstellung. Dieter Richter – „Der Süden. Geschichte einer Himmelsrichtung“. Adam Soboczynski im Gespräch mit dem Autor. In seiner Geschichte einer Himmelsrichtung, die gewissermaßen die Geschichte der Idee einer Himmelsrichtung ist, eröffnet der Autor eine Fülle ungewöhnlicher Perspektiven. Natürlich reisen wir mit ihm auch über die Alpen in den sonnigen Süden der Italiensehnsucht. Der Süden kann eiskalt sein, dann wieder sehr exotisch. Bei aller Gegensätzlichkeit und Erfahrung ist „der Süden“ immer ein Land der Neugier und der Sehnsucht gewesen. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.
Donnerstag, 8. April
Literaturtest Lesung & Gespräch. Ulrike Herrmann – „Hurra, wir dürfen zahlen. Der Selbstbetrug der Mittelschicht“. Die Journalistin Ulrike Herrmann, geboren 1964, sammelte ihre Erkenntnisse über die Mittelschicht nicht zuletzt als Wirtschaftskorrespondentin der Tageszeitung taz. Sie ist ausgebildete Bankkauffrau, hat Geschichte und Philosophie studiert und ist ein typisches Mittelstandskind. Sie stammt aus einem Vorort von Hamburg, in dem alle Bewohner an den gesellschaftlichen Aufstieg glaubten. Im Streitgespräch mit dem ehemaligen Berliner Finanzsenator und jetzigen Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin wird die taz-Journalistin Herrmann ihre Thesen vertreten. Die Veranstaltung ist auch einer der ersten öffentlichen Auftritte Sarrazins nach der Affäre um das „Kopftuchmädchen“-Interview in der Zeitschrift „Lettre International“. 19 Uhr. Dussmann das Kulturkaufhaus, Friedrichstraße 90, 10117 Berlin-Mitte.
Literaturforum im Brecht-Haus Buchvorstellung. Iris Hanika – „Das Eigentliche“. Moderation: Jörg Plath. Das Eigentliche ist ein wenig aus der Mode gekommen. Iris Hanikas neuer Roman heißt „Das Eigentliche“ und erzählt davon, wie Hans, Graziela und der deutsche Staat mit den Nazi-Verbrechen ringen. Sie alle sind im mittleren Alter, und zwei von ihnen fragen sich, ob das nazigegebene Unglück vielleicht das Uneigentliche ist. Und wie es sich mit einem anderen Eigentlichen verhält: mit der Hilflosigkeit angesichts der Nazi-Verbrechen. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.
Literaturwerkstatt Lesung und Gespräch. „Moorochsen und Elefantenfriedhöfe“. Mit John Mateer (Autor, Australien) und Jan Wagner (Autor, Berlin). Moderation: Josef Haslinger (Autor, Wien und Leipzig). Ein neuer Gedichtband und zwei noch unveröffentlichte: Jan Wagner stellt Gedichte aus seinem im Herbst im Berlin Verlag erscheinenden vierten Band „Australien“ vor. Der in Südafrika aufgewachsene und in Australien lebende John Mateer liest aus „Ex-White – Einmal weiß“ (Sisyphos 2009, Übersetzt von Ludwig Roman Fleischer), seinem ersten auf Deutsch erschienenen Band sowie aus „The West: Australian Poems 1989 – 2009“ (Fremantle Press), der im Juni veröffentlicht wird. Die Werke beider Dichter sind Blicke zurück, auf Unbeschwertheit und Bedrohliches. Wagners Texte spielen in der Natur. Moorochsen, Drosseln und Dommeln bevölkern seine Gedichte, zwischen Heilbutt und vergammelten Dorsch werden Erinnerungen an die Kindheit wach. Australien ist Symbol für die Ferne, ist Nicht-Ort. In „Ex-White – Einmal weiß“ reflektiert Mateer in narrativer und zugleich tänzerischer Weise das von Apartheid geprägte Südafrika, in „The West: Australian Poems 1989 – 2009“ sind seine Gedichte über Australien versammelt, die sich oft mit Migration, Fremdheit und deren psychischen Auswirkungen auseinandersetzen. Beide Bände sind Teil von Mateers Versuch einer „transnationalen Poesie“, die durch das Zurücklassen von Heimat als dichterische Position gekennzeichnet ist. Mit freundlicher Unterstützung der Australischen Botschaft, Berlin. 20 Uhr. Knaackstr. 97 (Kulturbrauerei), 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.
Akademie der Künste Diskussion. Jean-Michel Palmier – „Walter Benjamin“. Es diskutieren Horst Brühmann, Thomas Meyer, Bernd Schwibs und Heinz Wismann; Grußworte: Wolfgang Trautwein, Joachim Kersten und Thomas Sparr. 3-5 €. 20 Uhr. Plenarsaal, Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte.
Volksbühne Buchpremiere. Jörg-Uwe Albig –„Berliner Palace“. „Berlin Palace“ ist eine Liebesgeschichte mit Chinesen im Rotkäppchenkostüm, ein Roman über die Zukunft der Deutschen und der unglaubliche, neue Wurf des virtuosen Jörg-Uwe Albig. In einer nahen Zukunft wird die westliche Welt ihre globale Vormachtstellung an China verloren haben. Deutsche Arbeiter verlassen die marode Heimat, um in Asien ihr Glück zu finden. Doch die Germanen sind in China nicht nur geduldet – sie sind Kult. 20 Uhr. Roter Salon, Linienstraße 227, 10178 Berlin-Mitte.
Buchhändlerkeller Lesung. Ulrike Almut Sandig – „Flamingos“. Die Autorin liest aus ihrem aktuellen Buch „Flamingos“ (Schöffling Co.). 3-5 €. 20.30 Uhr. Carmenstr. 1, Parterre, 10623 Berlin-Charlottenburg.
La Luz Sinnliche Vorleseshow. Die Brauseboys im Rausch der Sinne (1): Sehen. Mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Die Brausboys im Rausch der Sinne. In den Monaten April und Mai spüren sie textlich den menschlichen Sinnen hinterher. Begeben Sie sich mit den Jungs und ihren Gästen auf Sinneswandel im Wedding! Gast: Tilmann Birr (ansehnlicher Vorleskabarettist). 5€. 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstr. 16-20, 13347 Berlin-Wedding.
Freitag 9. April
Liebermann-Villa Lesung. Hans Rosenthal – „Zwei Leben in Deutschland“. Hans-Jürgen Schatz liest aus „Zwei Leben in Deutschland“ zu Ehren von Hans Rosenthal (1925-1987). Nach dem Tode der Eltern, der Zwangsarbeit in Fabriken, der Deportation des Bruders, verbirgt er sich in einer Berliner Laubenkolonie. Die einfachen Leute dort schützen ihn, ernähren ihn, riskieren ihr Leben für ihn. Rosenthal erlebt die Stunde Null, die Berliner Blockade - und schreibt schließlich deutsche Unterhaltungsgeschichte beim RIAS Berlin und im ZDF. Der Schauspieler Hans-Jürgen Schatz liest anlässlich des 85. Geburtstages von Hans Rosenthal aus dessen Erinnerungen. Eine Benefizveranstaltung zugunsten der Liebermann-Villa. 15-20 €. 19 Uhr. Colomierstrasse 3, 14109 Berlin-Wannsee.
Zentral- und Landesbibliothek Lesung. Oskar Ansull liest Texte Bobrowskis und Texte von Freunden. Finissage der Ausstellung „Johannes Bobrowskis Bibliothek - Spuren seines Schaffens“. Am 9. April 2010 wäre Johannes Bobrowski 93 Jahre alt geworden. Ihm zu Ehren liest Oskar Ansull Texte des Dichters und seiner Freunde zur Finissage der Ausstellung in der ZLB. Die szenische Lesung Ansulls zeichnet ein lebendiges Portrait des Dichters. Sie ist eine überraschende Montage oder Montage mit Überraschungen - nichts wird zelebriert. Der in Berlin lebende Schriftsteller und Rezitator Oskar Ansull ist durch seine zahlreichen Leseprogramme zu Leben und Werk deutscher Autoren wie Georg Büchner, Wilhelm Busch, Kurt Tucholsky oder Arno Schmidt bekannt. Bobrowskis Texte trägt er mit Vieldeutigkeit, Witz und Überraschung vor und vermag das Publikum zu fesseln. Am Ende nehmen die Zuhörenden ein lebendiges Bild des Dichters Johannes Bobrowski mit nach Hause. Im Anschluss daran besteht letztmalig die Möglichkeit, die Ausstellung im Historischen Lesesaal der ZLB zu besuchen. 19 Uhr. Haus Berliner Stadtbibliothek/ Berlin-Saal, Breite Str. 32-34, 10178 Berlin-Mitte.
Schloss Britz Buchpremiere. „War oder wird Eiszeit“ (Buchpremiere) und „Auftakt mit Arnold Z.“ Ute Eckenfelder (Berlin) und Guntram Vesper (Göttingen) lesen aus Büchern der Corvinus Presse, mit Grafiken von Zoppe Voskuhl. Um Anmeldung wird gebeten.7-12 €. 19 Uhr. Festsaal, Alt-Britz 73, 12359 Berlin-Britz.
Literaturhaus Lesung. Olga Martynova – „Sogar Papageien überleben uns“. Die Autorin liest aus ihrem Roman. Einführung und Gespräch: Gregor Dotzauer. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.
Periplaneta Verlag Lesung. „Fundstücke“. Ein Abend mit Norbert Herrscher und René Gummelt. Es werden die eigenen Texte von Norbert Herrscher und René Gummelt gelesen. Autor, Leser und Musiker: Norbert Herrscher. Autor und Leser: René Gummelt. 20 Uhr. Bornholmer Str. 81a, 10439 Berlin-Prenzlauer Berg.
Theodor Tucher Restaurant Lesung. Lea Streisand – „Berlin ist eine Dorfkneipe“. Neue Geschichten aus dem sogenannten Großstadtalltag. Dachten Sie wirklich, Berlin wäre eine Metropole? Berlin ist die Kneipe auf dem verlassenen Marktplatz eines Kaffs namens Brandenburg. Manchmal tanzen wir auf den Tischen, manchmal liegen wir unten drunten, jeder war schon mal mit jedem im Bett und Weihnachten ist Lokalrunde. Lea Streisand ist in Berlin geboren, sie kennt sich aus. 7 €. 20 Uhr. Pariser Platz 6a, 10117 Berlin-Mitte.
Samstag, 10. April
Alte Kantine Kantinenlesen. Das Gipfeltreffen der Berliner Vorlesebühnen mit Dan Richter und anderen. Die Berliner Lesebühnen haben ein Gipfeltreffen. Jeden Samstag um 20.00 Uhr beginnt eine Lesung der besonderen Art in der Alten Kantine. Delegierte der renommiertesten Lesebühnen Berlins LSD, Surfpoeten, Chaussee der Enthusiasten, Reformbühne Heim & Welt und Gäste bieten ihre besten Stücke dar. Hören und sehen Sie vergnügliche Texte, Gedichte, Szenen, Geschichten, Hörspiele und Lieder. Werden Sie Zeuge der Fingerübungen gestandener Autoren und der literarischen Hoffnungen Berlins. Sie werden sehen, das ist der Gipfel. 5 €. 20 Uhr. Knaackstr. 97 (Kulturbrauerei), 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.
Sonntag, 11. April
Buchhändlerkeller ErzählBar. Lebensgeschichten mit Sabine Gieschler. Zu Gast ist Hanns Eckelkamp, Verleiher, Produzent - der Mann, der hinter Atlas-Film steht. 3-5 €. 17 Uhr. Carmenstr. 1, Parterre, 10623 Berlin-Charlottenburg.
Montag, 12. April
Schwartzsche Villa Lesung. Autorenforum – Lesen-Zuhören-Diskutieren. Vorlesen unveröffentlichter Texte. Das Autorenforum ist eine der ältesten Lesebühnen Berlins. Veranstalter: Autorenforum Berlin. Eintritt frei. 20 Uhr. Kleiner Salon, Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin-Steglitz.
Kino Babylon Buchpremiere. Christine Dähn – „Karat - Über sieben Brücken musst du gehen“. Buchpremiere mit Karat und Christine Dähn. Karats Super-Hit „Über sieben Brücken musst du gehn“ überstrahlt alles; aber Karat ist viel mehr: ist eine Band, die DDR-Rockgeschichte geschrieben hat, und das über die Grenzen des Landes hinaus; eine Band, deren Erfolg nicht 1990 endete, die bis heute zur Freude ihrer Fans aktiv ist und nicht vom alten Ruhm zehrt; eine Band, die aus Musikern besteht, die künstlerisch und menschlich Individualisten genug sind, um ein einzigartiges und unverwechselbares Ganzes zu ergeben. Christine Dähn lässt die Musiker zu Wort kommen, die auf die Bandgeschichte mit allen Höhen und Tiefen zurückblicken, dabei die amüsanten Schnurren nicht aussparen und auch ihre persönlichen Geschichten erzählen. Autorin des Buches ist Christine Dähn (Musikjournalistin, Autorin der Natschinski-Biografie). Ein Buch von Karat, nicht über Karat, wobei es der Autorin gelungen ist, den Protagonisten „eigene“ Stimme zu geben - anschaulich, emotional erzählt. 9-12 €. 20 Uhr. Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin-Mitte.
Theater O.N. Lesung. Mit Hans Waal (Prosa) und Nikola Richter (Lyrik) sowie einem Überraschungsgast. Gastgeber Martin Jankowski. 3-5 €. 20 Uhr. Literatursalon am Kollwitzplatz, Kollwitzstr. 53, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.
Die Wühlmäuse Lesung. Steffen Möller – „Viva Polonia. Als deutscher Gastarbeiter in Polen“. Steffen Möller liest aus seinem Buch „Viva Polonia. Als deutscher Gastarbeiter in Polen“. Da hängt er an der Hauswand, mitten in Warschau an der Hauptstraße: Steffen Möller, gigantische 29 mal 40 Meter groß. In Deutschland ist der Mann trotz des Erfolges seines Buches „Viva Polonia“ noch ein Geheimtipp, in Polen gehört er zu den Stars. Dort ist er der berühmteste Gastarbeiter. An der Grenze musste Möller längst vor dem Schengenbeitritt Polens nicht mehr den Reisepass vorzeigen, er wurde von den Zöllnern um Autogramme gebeten. 20 Uhr. Pommernallee 2-4/Ecke Heerstrasse, 14052 Berlin-Charlottenburg.
Dienstag, 13. April
Anna-Seghers-Gedenkstätte Buchvorstellung. Renate Hoffmann – „Luise – Königin der Preußen“. Die Autorin von zahlreichen Reiseberichten und Porträts beleuchtet den Mythos Königin Luise und klärt in behutsamer Annäherung, was diese Frau noch heute so interessant macht. Die große Sympathie und das Verständnis der Autorin für den Menschen Luise, macht diese Biografie zu einer Besonderen unter Vielen. Es entsteht ein umfassendes, authentisches Porträt von »Preußens Sissi« und das einzigartige Bild einer Mutter, Ehefrau, Regentin und einer Hoffnungsträgerin für Reformer und Volk. 18 Uhr. Anna-Seghers-Str. 81, 12489 Berlin-Treptow-Köpenick.
Tageszeitung jungeWelt/Ladengalerie Buchpremiere. Stefan Huth – „Vorsicht, Hacks! Der Dichter in der ‚jungen Welt’ 1999–2009“. Es liest: Teo Vadersen. „Ich bin schnell zu langweilen“, schrieb Peter Hacks in einem bisher nur in der „jungen Welt“ erschienenen Brief an eine unbekannte Adressatin. Mag sein, der medienkritische Dichter hätte sich gewundert, dass sich eine Zeitung mit der Publikation neuer Hacks-Texte sowie von längeren literaturwissenschaftlichen Analysen zu seinem Werk, Aufführungsberichten, Rezensionen und einer Vielzahl von Glossen und Berichten, u. a. von Heidi Urbahn de Jauregui, André Müller sen., Georg Fülberth, Kai Köhler und Wiglaf Droste, um seinen Nachruhm verdient macht. Gelangweilt hätte er sich gewiss nicht. 2-3 €. 19 Uhr. Torstraße 6, 10119 Berlin-Mitte.
Literaturwerkstatt Lyrik und Film. Vers Visionen – „Poesiefilme für die Schule“. Mit Ulrike Draesner (Autorin, Berlin) Claudia Maaß (Deutschdidaktikerin und Lehrerin, Berlin), Horst Stürmer (Schulbuchredaktion Duden Paetec Verlag, Berlin), Angela Zumpe (Filmemacherin und Professorin für Audiovisuelle Medien, Berlin). Moderation: Gudrun Sommer (Filmpädagogin und Kuratorin von doxs!, Duisburg). Poesie ist Klang, ist Stimme, ist Rhythmus, ist Bild, ist Ton. Poesie wird erst durch die Sinne lebendig. Durch sie werden unsere Gedanken und Gefühle berührt. Lyrik ist dennoch die Gattung, die im Deutschunterricht am ehesten vernachlässigt wird. Das sinnliche Erfassen von Lyrik durch unmittelbares „Erhören“ von Metrum, Gleichklang der Wörter und Vokale ist in den Schulen oft in den Hintergrund getreten. Poesiefilme können den leseorientierten Zugang aufbrechen. Sie verbinden lyrische Metaphern mit der Bilderwelt des Films. Deshalb haben die Literaturwerkstatt Berlin und der DUDEN Paetec Verlag eine DVD veröffentlicht, auf der 20 Poesiefilme auf Basis deutscher Gedichte gesammelt sind. Dabei sind unter anderen Verfilmungen von Gedichten von Schiller, Droste-Hülshoff, Rilke, Hugo Ball, Ringelnatz, Jandl, Gerhard Rühm, Heiner Müller, Arne Rautenberg und Oswald Egger. Wir zeigen Filme aus dieser DVD und diskutieren mit den Podiumsgästen über das Potential von Poesiefilmen für den Lyrikunterricht, welche Hilfe sie bei der Begegnung mit Gedichten im Unterricht leisten können. 20 Uhr. Knaackstr. 97 (Kulturbrauerei), 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.
Literaturforum im Brecht-Haus Lesung und Gespräch. Schöne Morde, dreiste Ermittler. Ästhetik und Menschenbild des Kriminalromans. Der Tatort: Schauplatz des Verbrechens. Mit Veit Heinichen und Rolf Lindner (Stadtethnologe). Moderation: Thomas Wörtche. Verbrechen passieren überall. Sie achten weder Grenzen noch Kulturen. Doch der Kriminalroman erzählt vom Mord geradezu ortsversessen: Tief dringt er ein in die Regionen, die Städte, die Milieus und spürt die sozialen Kraftfelder und Atmosphären auf. Gibt es stadtspezifische Verbrechen? Können Milieus tatsächlich Mörder machen? Veit Heinichen schreibt über die dunklen Machenschaften in der Grenzregion um Triest. Es geht um viel Geld, Liebe und die politisch-wirtschaftlichen Veränderungen in Europa. Jeder will ein Stück vom Kuchen, und dafür ist jedes Mittel recht. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.
Buchhändlerkeller Videoabend. „Wladimir Majakowski zum 80. Todestag“. Russische Reihe mit Giuseppe de Siati und Jürgen Tomm. Video: „Die Revolution, die Literatur und die Liebe“. 3-5 €. 20.30 Uhr. Carmenstr. 1, Parterre, 10623 Berlin-Charlottenburg.
Lehmanns Fachbuchhandlung Lesung. Josef Wilfling – „Abgründe - Wenn aus Menschen Mörder werden“. Der ehemalige Leiter der Münchner Mordkommission Josef Wilfling ist eine Legende: Er schnappte Serienmörder wie Horst David und klärte den Sedlmayer- und den Moshammer-Mord auf. Sein Buch berichtet von seinen spektakulärsten Fällen, beschreibt die Arbeit einer Mordkommission und geht der Frage nach wie aus Menschen Mörder werden. Die Wirklichkeit ist spannender als jeder Krimi! 4-6 €. 20.30 Uhr. Haus Hardenberg, Hardenbergstr. 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.
Mittwoch, 14. April
Literaturhaus Lesung. Maike Albath – „Der Geist von Turin“. Die Literaturkritikerin und Essayistin spricht mit dem Kulturhistoriker Carlo Ginzburg und dem Autor und Verleger Michael Krüger. 19 Uhr. Großer Saal, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.
SchwuZ Lesung. Adele Steidele – „Geschichte einer Liebe: Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens“. Lesung und Gespräch. 3-5 €. 19.30. Mehringdamm 61, 10961 Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg.
Schleichers Buchhandlung Lesung. Afrika-Abend mit Asfa-Wossen Asserate und Rupert Neudeck. Der Kontinent Afrika, seine Länder und Menschen befinden sich im Aufbruch. Aber Armut und politische Gewalt nehmen zu. Das koloniale Erbe und die Misswirtschaft seiner Eliten sind dabei treibende Kräfte. Zwei exzellente Afrika-Kenner, der Historiker und Großneffe des letzten Kaisers von Äthiopien und der Gründer von Cap Anamur bringen uns mit ihren neuen Büchern den Kontinent, seine Geschichte und Probleme nahe. Christian Richter im Gespräch mit den Autoren. 5-10 €. 19.30 Uhr. Museum Dahlem, Lansstr.8, 14195 Berlin-Dahlem-Dorf.
Literaturforum im Brecht-Haus Lebenszeugnisse. Anatol Chari – „Undermensch“. Die Erinnerungen eines Mitglieds der jüdischen Ghettopolizei von Litzmannstad. Wolfgang Benz im Gespräch mit Anatol Chari. „Undermensch“ ist der Bericht eines der wenigen Überlebenden aus dem Ghetto Litzmannstadt. Anatol Chari war ein Mitglied der dortigen jüdischen Ghettopolizei. Der Vorsitzende des Judenrats, ein Freund seines Vaters, schützte ihn. Diese Umstände sicherten ihm ausreichende Ernährung, warme Kleidung, eine eigene Wohnung und legten so die Grundlagen für sein Überleben nach der Deportation in die Konzentrationslager Auschwitz, Groß-Rosen und Bergen-Belsen, wo Chari befreit wurde. Es gab immer wieder Wendungen, die ihm das Leben retteten, er hat sich Zeit seines Lebens damit auseinandergesetzt, warum ausgerechnet er überlebt hat. In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.
Literarische Colloquium Lesung. Benjamin Stein – „Die Leinwand“. Moderation: Ijoma Mangold. „Ich bin nicht Stiller”, so beginnt der berühmte Roman von Max Frisch. Sein Theaterstück „Biografie: Ein Spiel” könnte das Motto des fulminanten Doppelromans „Die Leinwand” des Münchener Schriftstellers Benjamin Stein sein. Denn in der „Leinwand” dreht sich alles um die Wahrhaftigkeit von Literatur, um die Schwierigkeit eine Identität zu erlangen und um biographische Glaubwürdigkeit in der Fiktion und in der Realität. Stein erzählt die Geschichten von Amnon Zichroni und Jan Wechsler, beide leben streng nach jüdischen Vorschriften und beider Leben ist rätselhaft miteinander verknüpft. Das Buch kann man von hinten und vorne zu lesen beginnen oder sich abwechselnd Kapitel um Kapitel in die beiden erzählten Biographien vorarbeiten. Wie ernst es Stein dann aber bei allem ist, lässt sich aus dem Wechslerteil des Buches ersehen, wenn er aus Ostberliner Sicht schildert, dass es bei den Zusammenkünften in der Synagoge weniger um Religion als um die mühsame Suche nach Identität ging. Dem gegenüber steht das Zitat eines westdeutschen Autors, der sagte, dass die jüdische Identität in Westdeutschland nur zwei Anker hatte: Israel und Auschwitz. „Die Leinwand” ist aber auch ein ganz gegenwärtiger Zeitroman, der viel vom jüdischen Leben in Europa, Israel und den USA erzählt. Durch den Abend führt der stellvertretende Chef des Feuilletons der Wochenzeitung DIE ZEIT Ijoma Mangold. Eintritt 4-6 €. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.
Buchhändlerkeller Lesung. Douglas Kennedy – „Aus der Welt“. Die deutschen Textpassagen liest Katharina Spiering. Moderation: Margarete von Schwarzkopf (NDR). 3-5 €. 20.30 Uhr. Carmenstr. 1, Parterre, 10623 Berlin-Charlottenburg.
Donnerstag, 15. April
Literaturwerkstatt Europa literarisch: Rumänien. In Lesung und Gespräch: Filip Florian (Autor, Bukarest). Moderation: Thomas Wohlfahrt (Literaturwerkstatt Berlin). In einem Karpatenstädtchen wird in den Ruinen einer römischen Festung ein Massengrab entdeckt. Alles scheint auf ein Verbrechen aus kommunistischer Zeit hinzudeuten. Da die Bevölkerung den Ermittlungen der zuständigen Militärstaatsanwälte nicht traut, werden argentinische Experten nach Rumänien geholt, die mit der Suche und Identifizierung der Opfer der Junta befasst waren. Die Suche nach der Wahrheit, die nur zersplittert, perspektivisch, als Wahrheit einzelner Menschen zu haben ist, bestimmt auch die Dramaturgie des Romans. Im Zentrum steht der Archäologe Petrus, der sich der allgemeinen Hysterie entzieht und eigene Forschungen anstellt. Die abenteuerlichen und wundersamen Lebensgeschichten, auf die Petrus stößt und die Filip Florian mit großer Sprach- und Imaginationskraft wie eine Grusel-Groteske erzählt, lassen Epochen des 20. Jahrhunderts in Europa und Lateinamerika wiederauferstehen. Sein Roman schildert eine von Diktaturen malträtierte Welt, die sich nach Gerechtigkeit sehnt. Eintritt frei. 18 Uhr, kein Nacheinlass. Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, Unter den Linden 78, 10117 Berlin-Mitte.
Literarische Salon der Allianz Lesung. Die Stipendiaten der Berliner Autorenwerkstatt Prosa 2009 lesen im Literarischen Salon der Allianz. Moderation: Thorsten Dönges. Im letzten Jahr wurde das renommierte Stipendium der „Berliner Autorenwerkstatt Prosa“ an acht junge, deutschsprachige Autoren, deren eingereichte Manuskripte eine herausragende literarische Begabung erkennen ließen, vergeben. An vier Werkstattwochenenden von September bis Dezember arbeiteten sie unter Anleitung von Ursula Krechel und Thorsten Dönges an ihren Texten. Kristine Bilkau, Hannes Köhler, Emanuel Maeß, Inger-Maria Mahlke, Anne Richter, Kristina Schilke, Sina Tahayori und Andreas Martin Widmann stellen die Ergebnisse jetzt in Lesung und Gespräch vor. Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Literarischen Colloquium Berlin. Die Autorenwerkstatt Prosa wurde von der Kulturabteilung des Berliner Senats unterstützt. 19 Uhr. An den Treptowers 1, Towerlounge in der dreißigsten Etage, 12435 Berlin-Treptow.
Literarisches Colloquium Öffentliche Antrittsvorlesung von Sibylle Lewitscharoff – „Über den ANFANG“. Öffentliche Antrittsvorlesung zur Heiner-Müller-Gastprofessur für deutsch-sprachige Poetik. Moderation: Lothar Müller. Begrüßung: Georg Witte (Peter-Szondi-Institut der FU Berlin). Am 2. März wurde der Berliner Autorin Sibylle Lewitscharoff der Berliner Literaturpreis 2010 verliehen. Die von der Stiftung Preußische Seehandlung eingerichtete Auszeichnung ist mit 30.000 Euro dotiert und mit der Berufung auf die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik am Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der FU Berlin verbunden. Die Autorin wurde für ihr ungemein dichtes und originelles Prosawerk ausgezeichnet, das sich – in den Worten der Jury – „in seinem eigentümlichen Amalgam aus Humor und Tiefsinn gegen alle Zuordnungen sperrt. Lewitscharoffs sprachlicher Gestus ist ein geistreiches Parlando, eine virtuose Rhetorik, getragen von schrägem Witz und abgründigem Humor”. Auf ihre öffentliche Anrittsvorlesung über den ANFANG und das anschließende Gespräch mit dem Literaturkritiker Lothar Müller (Süddeutsche Zeitung) darf man gespannt sein! Eintritt 4-6 €, Studenten frei. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.
Literaturforum im Brecht-Haus Lesung und Gespräch. Mark Twain – „Ein Yankee in Europa“. Mark Twains europäische Reise von Hamburg nach Florenz. Es liest Otto Mellies. Moderation: Holger Teschke. Am 11. April 1878 begibt sich Mark Twain mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in New York an Bord des Dampfers „Holsatia“, um zu einer sechzehnmonatigen Europareise aufzubrechen, die ihn von Hamburg über Heidelberg, Baden-Baden, Luzern, Genf und Mailand bis nach Florenz führt. Nach dem Erfolg von „Die Arglosen im Ausland“ und „Durch dick und dünn“ erscheint dem gefeierten Humoristen die Alte Welt als geeignetes Ziel seiner Reise- und Spottlust. Der im Frühjahr 1880 erschienene Spaziergang durch Europa wurde schnell zu einem der beliebtesten Reisebücher seiner Zeit. Mark Twains ironischer Blick, vor allem auf die Merkwürdigkeiten der deutschen Kultur und Küche, hat bis heute nichts von seiner Schärfe und seinem Humor verloren. In Zusammenarbeit mit der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika Berlin. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.
Buchhändlerkeller Lesung. Katja Oskamp – „Hellersdorfer Perle“. Die Autorin liest aus ihrem neuen Roman „Hellersdorfer Perle“ (Eichborn Verlag). 3-5 €. 20.30 Uhr. Carmenstr. 1, Parterre, 10623 Berlin-Charlottenburg.
La Luz Sinnliche Vorleseshow. Die Brauseboys im Rausch der Sinne (2): Hören. Mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Die Brausboys im Rausch der Sinne. In den Monaten April und Mai spüren sie textlich den menschlichen Sinnen hinterher. Begeben Sie sich mit den Jungs und ihren Gästen auf Sinneswandel im Wedding! Gäste: Jochen Reinecke (Leise Töne, laute Wirkung), Jan Koch (Stimm-Schmied und Klangmacher). 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstr. 16-20, 13347 Berlin-Wedding.
Lehmanns Fachbuchhandlung Buchvorstellung und Live-Shooting. Carina Meyer-Broicher Moderne digitale People-Fotografie. Die Fotografie boomt wie nie zuvor. Aber mit den neuen technischen Möglichkeiten steigen auch die Ansprüche an das Ergebnis. Dabei ist gerade das Aufnehmen von Menschen die Königsdisziplin der Fotografie. Wie meisterhafte People-Fotos gelingen, verrät Profi-Fotografin Carina Meyer-Broicher in ihrem Buch „Menschen fotografieren”. Im Rahmen der Buchvorstellung geht sie auf alle relevanten Facetten der Menschen- bzw. Porträtfotografie ein und stellt bei einem Live-Shooting praktische Beispiele vor. 3-5 €. 20.30 Uhr. Haus Hardenberg, Hardenbergstr. 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.
Freitag, 16. April
Literaturhaus Buchpräsentationen. Was ist denn hier passiert? Jörg Baberowski und Michael Jeismann sortieren Neuerscheinungen zur Geschichte, Politik und Literatur. Als Gast: Luca Giulliani. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.
Literaturforum im Brecht-Haus Feature mit Musik. Mark Twain – „Dem Äquator nach!“ Mark Twains Reise um die Welt in 365 Tagen. Von Holger Teschke. Es lesen Christian Grashof, Ruth Reinicke und Holger Teschke. Um nach einem Bankrott die Forderungen seiner Gläubiger bezahlen zu können, muss der sechzigjährige Twain eine Weltreise antreten, von Vancouver über Hawai, Fiji, Australien, Neuseeland, Indien, Ceylon und Mauritius bis nach Südafrika. In London angekommen, verfasst er dort mit „Dem Äquator nach!“ eines der scharfsinnigsten und humorvollsten Reisebücher seiner Zeit. Holger Teschke stellt anlässlich von Twains 100. Todestag nicht nur die Höhepunkte seiner Weltreise, sondern auch Auszüge aus den Briefen, Tagebüchern und Interviews dieser Zeit vor. Musikalisch begleitet wird diese Reise von englischen Shantys in den berühmten Aufnahmen von A.L. Loyd und Ewan MacColl. In Zusammenarbeit mit der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika Berlin. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.
La Luz Buchpremiere. Heiko Werning: – „Mein wunderbarer Wedding. Geschichten aus dem Prekariat“. Heiko Werning & Stargäste stellen seine neue Geschichtensammlung vor. 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstr. 16-20, 13347 Berlin-Wedding.
Samstag, 17. April
Jagdschloss Grunewald Lesung mit Musik. Ein Wilhelm-Busch-Programm – „Ach die Welt ist so geräumig und der Kopf ist so beschränkt“. Literamus, Lesung mit Musik. Wilhelm Busch, wer kennt ihn nicht, den Meister des Humors, Erfinder von Max und Moritz, jener Bildergeschichte, die 1865 erstmals veröffentlicht, einen Siegeszug rund um die Welt begann und inzwischen in fast 300 Sprachen übersetzt wurde! 1832 in Wiedensahl bei Hannover geboren und 1908 in Mechtshausen (Harz) gestorben, war er als Dichter und Maler eine geniale Doppelbegabung. Bis heute fragt man sich, warum seine Werke so verblüffend zeitlos sind. Der Grund dafür liegt vermutlich vor allem in dem realistischen Menschenbild des Künstlers. Es sind dieselben Schwächen, Dummheiten, Eitelkeiten und Unzulänglichkeiten, die wir selbst alle nur zu gut kennen. Sie werden uns in allen möglichen Verkleidungen vorgeführt. Golo Mann sagte anlässlich seiner Festrede zu Buschs 150. Geburtstag im Jahr 1982: „Er brachte etwas höhere Heiterkeit in unsere Welt.“ Eben diese höhere Heiterkeit werden Ihnen Astrid Graf (Klarinetten, Saxophon) und Susan Muhlack (Sprecherin, szenische Darstellung) in ihrem Programm: „ach die Welt ist so geräumig, und der Kopf ist so beschränkt“ präsentieren. 10-12 €. 16 Uhr. Jagdzeugmagazin, Hüttenweg 10, 14193 Berlin-Dahlem.
Schwartzsche Villa Lesung. Romy Schneider – „Zwei Gesichter einer Frau“. Romys Lebensgeschichte in Original-Texten aus Tagebüchern und Briefen. Der von der bekannten Theater und Filmschauspielerin Chris Pichler aus Originalzitaten zusammengestellte Abend vermittelt die dramatische Bandbreite von Romys Leben. Ihren Lebenskampf, das Ringen mit ihrer katholisch-bürgerlichen Erziehung, ihr Erblühen im Glitter von Paris, dem das Verglühen folgte. Das Scheitern ihrer Beziehung mit Alain Delon. Das Umworbensein von den Großen der Filmwelt wie Orson Welles und Luchino Visconti. Ab 18.50 €. 16 Uhr. Schlossparktheater Schloßstrasse 48, 12165 Berlin-Steglitz.
Lettrétage Autorenlesung. Volker Kaminski liest aus seinen Werken. Volker Kaminski, freier Autor, geboren 1958 in Karlsruhe, lebt in Berlin. Studium der Germanistik und Philosophie in Freiburg und Berlin. 1995 Teilnahme am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb, Klagenfurt. Zahlreiche Stipendien, u.a. 1996 Alfred-Döblin-Stipendium, 1998 Arbeitsstipendium des Berliner Senats, 2008 Stipendium des Künstlerhauses Edenkoben. Zahlreiche journalistische und literarische Veröffentlichungen. Eigenständige Publikationen: Die letzte Prüfung (Novelle, Wagenbach 1994), Söhne Niemands (Roman, Volk und Welt 2000), Spurwechsel (Roman, DVA, 2001); außerdem zahlreiche Erzählungen, Aufsätze, Rezensionen, Glossen u.a. in Berliner Zeitung, Das Magazin, ndl, Sprache im technischen Zeitalter, Am Erker uvm. 5 €. 19.30 Uhr. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg.
Literaturhaus Konzert. M. A. Numminen – „Die Heidegger Suite.“ Weltpremiere des Musikstückes mit: Herman Wallén (Heidegger), der Sopranistin Ida Wallén (Hannah Arendt), M. A. Numminen (Gesang), Riikka Lampinen (Cello), Mika Siekkinen (Klavier und Arrangements).Reservierungen aufgrund eingeschränkter Platzkapazitäten empfohlen. 8-10 €. 20 Uhr. Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.
Alte Kantine Kantinenlesen. Das Gipfeltreffen der Berliner Vorlesebühnen mit Dan Richter und anderen. Die Berliner Lesebühnen haben ein Gipfeltreffen. Jeden Samstag um 20 Uhr beginnt eine Lesung der besonderen Art in der Alten Kantine. Delegierte der renommiertesten Lesebühnen Berlins LSD, Surfpoeten, Chaussee der Enthusiasten, Reformbühne Heim & Welt und Gäste bieten ihre besten Stücke dar. Hören und sehen Sie vergnügliche Texte, Gedichte, Szenen, Geschichten, Hörspiele und Lieder. Werden Sie Zeuge der Fingerübungen gestandener Autoren und der literarischen Hoffnungen Berlins. Sie werden sehen, das ist der Gipfel. 5 €. 20 Uhr. Knaackstr. 97 (Kulturbrauerei), 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.
Sonntag, 18. April
Deutsches Theater Buchpräsentation. Katrin Brack – „Bühnenbild Stages“. Katrin Brack sagt „meine Räume denken nicht darüber nach, ob sie Kunst sind“. Und doch: Warum drängt sich beim Betrachten ihrer Bühnenräume stets diese Frage auf? Da sind sachte sich über die Bühne bewegende Nebelwände, Theaterstücke im Dauerregen, im Konfettiregen, im Schneetreiben. Dann ein einzelner Baum, ein Himmel voller Schaukeln, voller Glühbirnen, voller glitzernder Girlanden. Man betrachtet ihre Räume wie bewegte Skulpturen, Installationen, Ding gewordene Ideen, in eine radikale Zeichenhaftigkeit überführt, zu Metaphern geworden. Katrin Brack gehört zu den bedeutendsten Bühnenbildnerinnen der Gegenwart. Sie prägte wesentlich die Bühnen von Regisseuren wie Dimiter Gotscheff (aktuell: „Krankenzimmer Nr. 6“) oder Luk Perceval, die auch in diesem Buch zu Wort kommen. Dreimal (2004, 2005, 2007) wurde sie zur Bühnenbildnerin des Jahres gewählt. Im Verlag Theater der Zeit ist jetzt die erste umfassende Werk-Monografie erschienen. Buchpremiere mit Katrin Brack, Samuel Finzi, Dimiter Gotscheff, Harald Müller, u.a. Eintritt frei. 11 Uhr. Saal, Schumannstraße 13a, 10117 Berlin-Mitte.
Akademie der Künste Film und Gespräch. Klara Obermüller spricht mit Ivan Nagel (TV 2001). Ab 19 Uhr Gespräch mit Norbert Miller und Ivan Nagel. Zur Gesamtausgabe: Ursula Berkéwicz und Thomas Sparr. Elisabeth Schwarz liest. 3-5 €. 18 Uhr. Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte.
Montag, 19. April
Institut français Lesung. Louis-Philippe Dalembert – „Die Insel am Ende der Träume“. Veranstaltungsreihe: „IHRE INSELN, UNSERE TRÄUME“ L'ïle du bout des rêves (Bibliophane Daniel Radford, 2003). Der haitiianische Schriftsteller Louis-Philippe Dalembert, der kürzlich eines der begehrten Stipendien des Berliner Künstlerprogramms des DAAD erhielt, lädt uns auf eine Reise durch seine Bücher ein. L'auteur Haïtien, Louis-Philippe Dalembert, qui a récemment reçu la prestigieuse bourse "Artists in Berlin Programme", décernée par le DAAD, nous fera voyager au-travers de ses livres. Zweiprachige Lesung - Lecture bilingue. 19 Uhr. Kurfürstendamm 211, 10719 Berlin-Charlottenburg.
Jüdisches Museum Buchpräsentation. Rainer Maria Rilke und Eva Cassirer: „Briefwechsel“. Buchpräsentation mit der Herausgeberin Sigrid Bauschinger. Der von vielen Gönnerinnen und Gönnern gehegte Dichter Rilke fand in Eva Cassirer seine wohl großzügigste Wohltäterin, sie in ihm einen Mentor. Ihre aus den Kriegsjahren 1914/1915 erhaltenen Briefe an Rilke, ihre Notizen über das letzte Treffen kurz vor seinem Tod und ihre eigene Biographie zeigen die diskrete Mäzenin als singuläre Erscheinung in seinem Freundeskreis. Weder Aristokratin oder Künstlerin noch Geliebte des Dichters, war sie eine Repräsentantin jenes jüdischen Mäzenatentums, ohne das die deutsche Kunst und Literatur in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht zu denken ist. Zugleich wirft der von Sigrid Bauschinger herausgegebene und kommentierte Briefwechsel ein neues Licht auf den Dichter. In Zusammenarbeit mit der Literaturhandlung. 7-9 €. 19.30 Uhr. Altbau EG, Auditorium, Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin-Kreuzberg.
Literarisches Colloquium Lesung. Hans Joachim Schädlich – „Kokoschkins Reise”. Gesprächspartner: Hans-Christoph Buch und Richard Wagner. Moderation: Maike Albath. 1935 in Reichenbach geboren, lagert sich in Hans Joachim Schädlichs Lebensweg die deutsch-deutsche Geschichte ab: Nach dem Studium der Germanistik und Geschichte arbeitete der Schriftsteller als Linguist an der Ostberliner Akademie der Wissenschaften und verfasste erste Prosastücke, die er vergeblich bei Zeitschriften einreichte. Er schreibe gut, lautete die Begründung für die Ablehnung, sei aber zu dunkel und verneinend – man empfahl ihm einen „neuen Ansatz“. Als er 1976 gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann protestierte, verlor er seinen Posten; im Jahr darauf kam im Rowohlt Verlag sein Debüt „Versuchte Nähe” heraus und erregte großes Aufsehen. Mit sprachlicher Strenge und einer parabelhaften Konzentration entwarf Schädlich Bilder der ostdeutschen Seelenlage, wie man sie so noch nicht gelesen hatte. Noch im Winter desselben Jahres genehmigte man ihm die Ausreise. Seit seinem Prosaband von 1977 betreibt Hans Joachim Schädlich eine unbeirrbare Bestandsaufnahme, manchmal sprachspielerisch verfremdend, manchmal nüchtern und sachlich. Historische Verwerfungen geraten ebenso in den Blick wie die typisch deutschen Eigenarten eines obrigkeitstreuen Polizeispitzels in „Tallhover” (1988) oder die bundesrepublikanische Karriere des Nazi-Germanisten Schwerte in „Anders” (2003). Sein jüngster Held, ein über neunzigjähriger Emeritus der Biologie namens Fjodor Kokoschkin, ist per Schiff unterwegs nach New York und durchquert gleichzeitig seine bewegte Vergangenheit, die ihn von Odessa bis nach Berlin führte. Hans Joachim Schädlich liest aus „Kokoschkins Reise” (Rowohlt Verlag) und diskutiert mit den Autoren Hans-Christoph Buch und Richard Wagner, ob sich historische Stoffe und das eigene Leben literarisch bändigen lassen 4-6 €. 20 Uhr. Studio LCB, A, Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.
Schwartzsche Villa Lesung. Autorenforum – Lesen-Zuhören-Diskutieren. Vorlesen unveröffentlichter Texte. Das Autorenforum ist eine der ältesten Lesebühnen Berlins. Veranstalter: Autorenforum Berlin. Informationen: 693 73 51. Eintritt frei. 20 Uhr. Kleiner Salon, Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin-Steglitz.
Literaturhaus Lesung. Robert Åsbacka und Joel Haahtela. Die beiden finnischen Autoren lesen aus ihren aktuellen Werken „Das zerbrechliche Leben“ und „Der Schmetterlingssammler“. Moderation: Antje Mortzfeld. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.
Dienstag, 20. April
Buchbox 3. Literaturfest. Buchbox-Literaturfest mit Fil. Das literarische Highlight des 1. Halbjahres in Berlin? Kommt und bildet euch euer eigenes Urteil! Hier das line-up in aller Kürze: FIL, Marc-Uwe Kling, Jakob Hein, Bastienne Voss, Sven Marquardt. Tickets nur in unseren Läden solange der Vorrat reicht. 10-12 €. 19 Uhr. Maria am Ostbahnhof, Straße der Pariser Kommune 10, 10243 Berlin-Friedrichshain.
Literarisches Colloquium Lesung & Gespräch. Yiyun Li – „Weltensammler“. Moderation: Sigrid Löffler. Noch kaum bemerkt und gewürdigt, doch mit Nachdruck und ungeheurer Dynamik vollzieht sich neuerdings ein Umbruch in der Bücherwelt: von der Weltliteratur zur Global Literature. Es handelt sich hierbei um eine Literatur im Transit ohne festen Wohnsitz, geschrieben von Migranten aus Weltgegenden, deren Literaturen uns bislang oft verborgen blieben – meist Krisen- und Bürgerkriegsregionen wie Äthiopien, Pakistan, Libanon oder Somalia. In unserer Veranstaltungsreihe stellt die Literaturkritikerin Sigrid Löffler die bemerkenswertesten „Weltensammler“ und ihre Bücher vor. In ihrem Roman „Die Sterblichen“ (aus dem Englischen von Anette Grube, Hanser Verlag) montiert die aus China stammende Autorin Yiyun Li die Stimmen verschiedener Bewohner der chinesischen Provinzstadt Hun Jiang zu einem eindrucksvollen Requiem für die Opfer der Post-Mao-Ära. Die Geschichte beginnt im Frühling des Jahres 1979, in einer Zeit, in der die Schreckensjahre der Kulturrevolution zwar vorüber sind, doch die Allmacht und Willkür des Staatsapparates weiterhin ungebrochen zu sein scheint. Die grauenvolle Hinrichtung der Dissidentin Gu Shan steht am Anfang dieses düsteren und hoffungslosen Panoramas einer Gesellschaft, in der Mitmenschlichkeit bestraft wird und absolute Unterordnung als Überlebensmaxime gilt. Yiyun Li wurde 1972 in Peking geboren und zog 1996 zur Weiterführung ihres Biologiestudiums in die USA. Wenige Jahre später fand sie dort zu ihrer eigentlichen Berufung, dem Schreiben, und wurde bereits für ihre erste Veröffentlichung, der 2005 erschienenen Geschichtensammlung „A Thousand Years of Good Prayers“, mit zahlreichen Preisen wie dem PEN/Hemingway Award und dem California Book Award geehrt. Heute lebt Yiyun Li in Oakland/Kalifornien und lehrt Kreatives Schreiben an der University of California. „Die Sterblichen“ ist ihr erster Roman. 4-6 €. 20 Uhr. Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee.
Literaturforum im Brecht-Haus Buchvorstellung. Markus Gasser – „Das Königreich im Meer. Daniel Kehlmanns Geheimnis“. Moderation: Hans-Peter Kunisch. Mit seiner Monografie über Daniel Kehlmann stellt Gasser dessen Werk in einen weltliterarischen Kontext. Wenn Daniel Kehlmann attestiert wird, er schreibe klug, charmant und fast unverschämt unterhaltsam, so ist das in Deutschland ein Lob mit Haken, hinter dem Skepsis lauert, ob man „ganz große Literatur“ nennen könne, was derart angenehm zu lesen sei. Es ist diese Leichtigkeit nicht zu bestreiten, wohl aber die Berechtigung der skeptischen Folgerung.3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.
Buchhändlerkeller LebensBilder – „Das Dilemma des Ferdinand Marian“ oder „Den letzten beißen die Hunde“. Dokumentation eines Alptraums. Mit Jürgen Tomm. Eintritt frei, Spende wird erbeten. 20.30 Uhr. Carmenstr. 1, Parterre, 10623 Berlin-Charlottenburg.
Lehmanns Fachbuchhandlung Lesung. Jo Nesbø – „Leopard“. Jo Nesbø ist der erfolgreichste Schriftsteller Norwegens. Mit „Leopard“ legt er bereits den 8. Fall für Ermittler Harry Hole vor. Erneut stellt Jo Nesbø eindrucksvoll unter Beweis, warum er zu den besten Krimi-Autoren der Welt zählt. Jo Nesbø liest auf Norwegisch. Der Schauspieler Oliver Mommsen, unter anderem bekannt als Tatort-Ermittler Nils Stedefreund, liest einige Passagen auf Deutsch. Moderation: Daniel Haas (SPIEGEL ONLINE). 6-9 €. 20.30 Uhr. Haus Hardenberg, Hardenbergstr. 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.
Mittwoch, 21. April
Grunewaldseen I. Literarischer Spaziergang mit Jenny Schon. Literatur und Kunst um die Grunewaldseen I. Spaziergang vom Roseneck zum Hagenplatz. Villa Mendelssohn, Schloßhotel. Auf diesem Spaziergang erinnern wir uns an die Salonkultur in Grunewald. Die Villa der Edith Andreae, einer Schwester von Walter Rathenau, ist noch weitestgehend erhalten. Sie lud zu ihrem berühmten Salon die gesellschaftliche Creme ihrer Zeit. Hermann Ullstein lebte nicht weit entfernt und in der Hubertusbader Straße hatte Gerhard Hauptmann eine seiner vielen Wohnungen in Grunewald. Die Sphinxe an der Brücke über die Hertha-Hubertus-Seen, ebenso wie die Bismarck-Skulptur am Bismarckplatz wurden von dem Bildhauer Max Klein geschaffen, einem verschwägerten Familienmitglied von Katja Mann geb. Pringsheim. Kladderadatsch-Redakteur Ernst Dohm und seine Ehefrau die Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Hedwig Dohm waren die Großeltern von Katja Mann. Sie verkehrten im Hause des Verlegers Georg Bondi, der der Förderer des Kreises um Stefan George war! Er lebte in der Königsallee. Eine der größten kulturstiftenden Villen war die des Bankiers und Freundes Wilhelms II., Franz von Mendelssohn, Wegbereiter der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft; sie ist neo-gotisch-expressionistisch nach dem Krieg von der Johannischen Kirche als Hotel und Sozialeinrichtung mit historischem Kern wiederaufgebaut worden. 10 €. 14 Uhr. Nur mit Anmeldung unter 030/892 13 38.
Literaturforum im Brecht-Haus Lesung. Ulrike Draesner – „Vorliebe“. Ulrike Draesner, 1962 in München geboren, studierte Rechtswissenschaft, Anglistik, Germanistik und Philosophie in München und Oxford. 1992 promovierte sie in Germanistischer Mediävistik und war von 1989 bis 1993 wissenschaftliche Assistentin an der LMU München. Seit 1994 lebt Ulrike Draesner, nach längeren Aufenthalten in England, als freie Autorin in Berlin. Neben ihren Lyrikbänden und Prosawerken hat sie auch Übersetzungen aus dem Englischen verfasst und an verschiedenen intermedialen Projekten mitgewirkt. Sie ist Gründungsmitglied des Poetikforums neuedichte.de. Im Sommersemester 2004 lehrte sie als Gastprofessorin am Literaturinstitut der Universität Leipzig, 2005 erhielt sie die Liliencron-Poetikdozentur. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.
Literaturhaus Lesung. Ilpo Tiihonen – „Gedichte“. Der Lyriker präsentiert seine Gedichte. Moderation: Stefan Moster. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.
Literaturwerkstatt. Diskussion. „Geistiges Eigentum im Web 2.0“. Es diskutieren Kathrin Passig (Autorin und Internetaktivistin, Berlin), Mathias Schindler (Projektmanager Wikimedia Deutschland), René Strien (Verlegerischer Geschäftsführer Aufbau Verlag, Berlin) und Alexander Unverzagt (Medienanwalt, Hamburg). Moderation: Ilja Braun (Journalist und Redakteur iRights.info, Köln). Die Wellen der Diskussionen in den Feuilletons, auf den Websites und in den Verwertungsgesellschaften schlagen seit Jahren immer wieder hoch. Ob es um die populistische Kulturflatrate oder um Googles Book Search geht – der Begriff des geistigen Eigentums erodiert. Auf der anderen Seite reift die „Sharing-Kultur“ des Internets, die Mashups und Collagen als zeitgemäßes ästhetisches Modell – allerdings wird nur innerhalb der eigenen Szene geteilt. Die Komplexität des Urheberrechts erhöht sich enorm, und logischerweise hinkt die Gesetzgebung den Ereignissen hinterher. Das ist die eine Seite. Die andere ist: Das geistige Eigentum verlangt nach Verbreitung. Und die ist fast nicht mehr zu kontrollieren. Die Technik hat die Art und Weise, wie die Menschen Welt erfahren, stark verändert. Und sie wird die Distribution und Rezeption von Kunst, besonders von Literatur und Musik, weiter umwälzen. In der Musik beträgt der Anteil der Downloads am Umsatz bereits 25 Prozent, für Fach-Literatur und Belletristik werden diese Zahlen nicht erreicht – noch nicht. Diskussionsstoff für Autoren, Erst- und Zweitverwerter, Literaturliebhaber, Literaturkritiker, Literaturblogger, und alle, die lesen und hören und schauen: Experten stehen Rede und Antwort. 20 Uhr. Knaackstr. 97 (Kulturbrauerei), 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.
Kulturhaus Lesung. Mit dem Dichter Azhari (Banda Aceh/Sumatra-Indonesien) und weiteren Gästen. Gastgeber Martin Jankowski. 3-5 €. 20 Uhr. Auguststr. 21, Berlin-Mitte.
Buchhändlerkeller Lesung. Ulrich Merkel – „Fenster ins Offene“. Die Sprache der Dichtung oder die Suche nach der verlorenen Gegenwart. 3-5 €. 20.30 Uhr. Carmenstr. 1, Parterre, 10623 Berlin-Charlottenburg.
Donnerstag, 22. April
Zentral- und Landesbibliothek Lesung. Dorota Terakowska – „Im Kokon“. Deutsche Buchpremiere. Lesung und moderiertes Gespräch. „Kein Ratgeber, kein Arzt, nicht der ambitionierteste Down-Syndrom-Spezialist sagt mir, was im Inneren meiner Tochter steckt. Aber ich weiß auch so: Dort ist ein Schmetterling, den ich niemals sehen werde, versteckt wie in einem Kokon...“. Der erschütternde Roman über das Schicksal eines Down-Syndrom-Kindes, der nicht nur in Polen ein Bestseller war, liegt nun auch in deutscher Sprache vor. Über weite Teile geschrieben aus der Sicht des „behinderten“ Kindes eröffnet er nicht nur völlig neue Sichtweisen auf eine Ehe, die durch die Geburt des Down-Babies auf eine harte Bewährungsprobe gestellt wird, sondern auch auf die unaussprechbare innere Welt, in die das Kind immer wieder entflieht: Die Welt der immerwährenden Schöpfung, deren Teil es mehr und mehr zu werden scheint. Lesung mit der Übersetzerin Andrea Müller in Anwesenheit der Tochter der Autorin, Malgosia Szumowska (Dokumentarfilmerin, Paris). 19 Uhr. Haus Berliner Stadtbibliothek/Berlin-Saal, Breite Str. 32 - 34, 10178 Berlin-Mitte.
Akademie der Künste Lesung und Diskussion. Rendez-vous littéraire! Ein französisch-deutsches Literaturfest. Deutsche und Franzosen - Fremde Freunde? Gespräch mit Jürg Altwegg, Pascale Hugues, Johannes Willms u.a. Lesung Marie NDiaye und Ulrich Matthes. 3-5 €. 19 Uhr. Plenarsaal, Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte.
Berliner Ensemble Lesung. Joachim Ringelnatz – „Ich bin etwas schief ins Leben gebaut“. Wegen des großen Erfolgs noch einmal! Ein Ringelnatzabend mit Otto Sander & Gert Bressler (Piano & Phono-Viola). 20-22 Uhr. Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin-Mitte.
LCB im Münzsalon Lesung. Patrick Hofmann – „Die letzte Sau“. Samstag, 5. Dezember 1992. Muckau, ein Dorf südlich von Leipzig. Weder Wende noch Wiedervereinigung haben den Tagebau zum Stillstand gebracht. Obwohl der Zusammenbruch der Braunkohleindustrie absehbar ist, drehen sich die Schaufelräder weiter, haben sich die Bagger bis an die Ortschaft herangefressen, deren Bewohner seit einem Jahr umgesiedelt werden. Die alten Schlegels sind die letzten. Ihr Abschied von Haus und Hof steht kurz bevor. Deshalb ist die Familie zusammengekommen, um Albrechts letztes Schwein zu schlachten. Am frühen Morgen erscheint jedoch kein Schlachter, sondern eine Schlachterin und schlägt die drei Generationen dieser einst systemtragenden ostdeutschen Familie in ihren Bann. 20 Uhr. Münzstraße 23, Berlin-Mitte.
Literaturforum im Brecht-Haus Buchvorstellung. Hans-Ulrich Treichel – „Grunewaldsee“. Moderation: Tilman Krause. Paul lernt die Spanierin Maria in Málaga kennen, sie wird für ihn zur Liebe seines Lebens, und doch muss er sie bald verlassen: Sie ist verheiratet und erwartet ein Kind. Zum Abschied ruft sie „Permanecemos juntos!“ – „Wir bleiben zusammen!“ Marias Versprechen soll kein leeres bleiben: es gibt ein Wiedersehen in Deutschland, an den mit Hunde-Urin verseuchten Stränden des Grunewaldsees. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.
Literaturhaus Lesung. Jáchym Topol – „Die Teufelswerkstatt“. Gemeinsam mit seiner Übersetzerin Eva Profousová liest der Autor aus seinem Roman. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.
Literaturwerkstatt Lesung und Gespräch. „Ihr nennt es Sprache“: Rolf Dieter Brinkmann. In Lesung und Gespräch Hans Christoph Buch (Autor, Berlin), Matthias Göritz (Autor, Frankfurt), Günter Herburger (Autor, Berlin) und Stephan Turowski (Autor, Kiel). Moderation: Jan Röhnert (Autor, Weimar und Sofia). Rolf Dieter Brinkmann, der Popliterat und Liebling des Feuilletons, der Provokateur, der Kritiker über den Haufen schießen wollte, Brinkmann, das einzige Genie der westdeutschen Literatur (Heiner Müller), der Dichter, Essayist und Prosaautor, geboren vor 70 Jahren (16.4.1940), ist vor 35 Jahren (23.4.1975) tödlich verunglückt. Seine Wirkung war und ist groß. Eigene Texte zu Brinkmann, Gedichte, Gespräche geben an diesem Abend ein Bild des widersprüchlichen provokativen Krawattenträgers und gehen seinem Einfluss, seiner durchaus spaltenden Wirkung auf Zeitgenossen und die nach ihm kommenden Autoren-Generationen nach. Die Widersprüche von Brinkmanns Leben und die neuartige Kraft und Sperrigkeit seiner Texte gehören zusammen. 1962 begann Brinkmann mit „Ihr nennt es Sprache“ Gedichte zu veröffentlichen, es folgten Erzählbände, Romane („Keiner weiß mehr“ 1968), die Reihe schließt mit dem zehnten Gedichtband „Westwärts 1 & 2“ (1975). Als Herausgeber und Übersetzer machte er die „Neue amerikanische Szene“ bekannt mit „Acid“ (1969, hg. mit Ralf-Rainer Rogalla), „Silverscreen“ (1969) und „Guillaume Apollinaire ist tot“ (1971). 20 Uhr. Knaackstr. 97 (Kulturbrauerei), 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.
Buchhändlerkeller Lesung. Alissa Walser – „Am Anfang war die Nacht Musik“. Die Autorin liest aus ihrem neuesten Roman „Am Anfang war die Nacht Musik“ (Piper Verlag). 3-5 €. 20.30 Uhr. Carmenstr. 1, Parterre, 10623 Berlin-Charlottenburg.
La Luz Sinnliche Vorleseshow. Die Brauseboys im Rausch der Sinn (3): Riechen. Mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Die Brausboys im Rausch der Sinne. In den Monaten April und Mai spüren sie textlich den menschlichen Sinnen hinterher. Begeben Sie sich mit den Jungs und ihren Gästen auf Sinneswandel im Wedding! Gäste: Ralf Sotscheck (geruchsneutrale Texte), Danny Dziuk (duftende Musik). 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstr. 16-20, 13347 Berlin-Wedding.
Volksbühne Buchpremiere. Ralph Hammerthaler – „Der Sturz des Heinrich Voss“. Friedrich Voss ist ein begnadeter Chirurg. Mit dem Sozialismus hat er sich arrangiert, für ihn ist die DDR eine überschaubare Bühne für seine Selbstinszenierung. Aber der Direktor eines Krankenhauses an der Ostseeküste schafft sich mit seiner selbstherrlichen Art auch Feinde. Und bald fragen die Ersten, warum seinen Vorhaben nie ein Stein in den Weg gelegt wird. Was hat es mit dem Gerücht auf sich, er sei bei der Stasi? Dann ist die DDR am Ende, und mit ihrem Sturz stürzt auch Friedrich Voss. Er stellt sich als parteilos hin und wird als Wendehals beschimpft. Anonyme Anrufer terrorisieren ihn. Für eine gütliche Einigung ist er zu stolz. Ralph Hammerthalers präziser, wirklichkeitsgesättigter Roman spürt einem Leben nach, das keine Grenzen kannte. Vielstimmig wie bei Uwe Johnson führt „Der Sturz des Friedrich Voss“ die widersprüchliche Geschichte eines Landes vor, das längst Geschichte geworden ist und immer noch nachwirkt. Mit dem Autor liest Anne Ratte-Polle. 21 Uhr. Roter Salon, Linienstraße 227, 10178 Berlin-Mitte.
Freitag, 23. April
Akademie der Künste Lesung und Diskussion. Rendez-vous littéraire! Ein französisch-deutsches Literaturfest. Deutsche und Franzosen - Fremde Freunde? Gespräch mit Tanguy Viel/Thomas Hettche, François Beaune/André Kubiczek, Marie Darrieussecq/Ingo Schulze, Véronique Ovaldé/Judith Kuckart. 6-10 €. 18 Uhr. Plenarsaal, Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte.
Literaturhaus Lesung und Gespräch. Suchers Leidenschaften: Bertolt Brecht. C. Bernd Sucher und ein Gast der Schaubühne Berlin widmen sich: Bertolt Brecht. 8-12 €. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.
Theodor Tucher Restaurant Lesung. Albert Vigoleis Thelen – „Ein Doppelgänger seiner selbst“ Über Werk und Leben des vergessenen Kultautors Albert Vigoleis Thelen. Mit Cornelia Staudacher und Clemens Füsers. 7 €. 20 Uhr. Pariser Platz 6a, 10117 Berlin-Mitte.
Literaturforum im Brecht-Haus Lesung und Gespräch. Martha Gellhorn – „Ausgewählte Briefe“. Aus dem Amerikanischen von Miriam Mandelkow. Mit einem Nachwort von Sigrid Löffler. Sigrid Löffler im Gespräch mit Susanne Kippenberger. Es liest Nina Petri. Als Kriegsreporterin ging Martha Gellhorn an die schlimmsten Schauplätze der Welt und schrieb über neun Kriege. Sie berichtete aus dem Spanischen Bürgerkrieg, wo sie sich mit dem Fotografen Robert Capa anfreundete, von verschiedenen Fronten im Zweiten Weltkrieg, vom D-Day wie von der Befreiung Italiens oder aus dem Vietnamkrieg. Die Briefe geben Zeugnis vom intensiven Leben der Schriftstellerin, die die Herausforderungen suchte, sie sprechen vom lebenslangen Bemühen um eine Vergewisserung ihrer selbst – schmerzhaft, dramatisch und konsequent. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.
Samstag, 24. April
Akademie der Künste Lesung und Diskussion. Rendez-vous littéraire! Ein französisch-deutsches Literaturfest. Deutsche und Franzosen - Fremde Freunde? Gespräch mit Yannick Haenel/Eva Menasse, Laurent Mauvignier/Ulrich Peltzer, Emmanuelle Pagano/Terézia Mora. Podiumsgespräch über Literaturvermittlung. 6-10 €. 17 Uhr. Plenarsaal, Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte.
Kino Babylon Lesung. Nick Cave – „Der Tod des Bunny Munro“. Blixa Bargeld liest „Der Tod des Bunny Munro“, exklusive Hörbuch-Weltpremiere. Einziger Termin in Deutschland. Bunny Munro verkauft einsamen Frauen Kosmetikartikel und den Traum vom Glück. Nach dem plötzlichen Tod seiner Frau tut er das einzig Sinnvolle, das ihm einfällt: Er packt seinen Sohn ins Auto und fährt einfach los. Während Bunny Senior also seinem Job nachgeht und vor eifersüchtigen Ehemännern flieht, sitzt Bunny Junior im Auto und versucht, dem Geist seiner Mutter zu glauben, dass alles gut wird. Doch als Bunny seinen alten Vater aufsucht, die Boshaftigkeit in Person, hat seine Stunde scheinbar geschlagen …Der Wortakrobat und Sänger der Einstürzenden Neubauten Blixa Bargeld fängt Caves Doppelzüngigkeit und brillanten Witz durch den düster bis wütenden Sound seiner Stimme - irgendwo zwischen Melancholie und Coolness - eindrucksvoll ein. Nick Cave, geb. 1957 in Australien, ist Sänger und Songwriter und seit mehr als 30 Jahren im Musikgeschäft erfolgreich. Zusammen mit Blixa Bargeld, Mick Harvey und Barry Adamson gründete er 1984 die Band The Bad Seeds. Sein Romandebüt Und die Eselin sah den Engel wurde nicht nur in der Musikwelt zum Kultbuch. Nick Cave lebt heute in Brighton, England. 15 €. 20 Uhr ( Einlass ab 19.30 Uhr). Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin-Mitte.
FEHRE6 Lesung & Preisverleihung. Die 10. Ausgabe der Zeitschrift für Lyrik und Prosa „lauter niemand“ wird mit einem Literaturfest gefeiert. Zudem wird der zweite „lauter niemand preis für politische lyrik“ ausgelobt. Es lesen Ruth Benrath, Nikolas Schmidt-Voigt, Markus Hallinger, Rery Maldonado, Simone Kornappel, Timon Seibel; Musik: Kristoff Becker (Blechcello); Bilder: Monika Rinck (Zeichnungen für die 10. Ausgabe). 20 Uhr. Fehrbelliner Str. 6, 10119 Berlin-Mitte.
Alte Kantine Kantinenlesen. Das Gipfeltreffen der Berliner Vorlesebühnen mit Dan Richter und anderen. Die Berliner Lesebühnen haben ein Gipfeltreffen. Jeden Samstag um 20.00 Uhr beginnt eine Lesung der besonderen Art in der Alten Kantine. Delegierte der renommiertesten Lesebühnen Berlins LSD, Surfpoeten, Chaussee der Enthusiasten, Reformbühne Heim & Welt und Gäste bieten ihre besten Stücke dar. Hören und sehen Sie vergnügliche Texte, Gedichte, Szenen, Geschichten, Hörspiele und Lieder. Werden Sie Zeuge der Fingerübungen gestandener Autoren und der literarischen Hoffnungen Berlins. Sie werden sehen, das ist der Gipfel. 5 €. 20 Uhr. Knaackstr. 97 (Kulturbrauerei), 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.
Sonntag, 25. April
Literaturhaus Lesung. Erlesener „Sonntag umgekehrt – von verrückten Menschen und Dingen“. Kathrin Buchmann und Frank Kurt Schulz stellen mit Kindern und Eltern „verrückte“ Figuren und Sachverhalte vom Kopf auf die Füße. Für die ganze Familie mit Kindern ab 6 Jahren. Eintritt frei. 11 Uhr. Kaminraum, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.
Berliner Ensemble Buchpremiere. Peter Zadek – „Die Wanderjahre: 1980-2009“. Mit: Elisabeth Plessen, Helge Malchow. 11 Uhr. Foyer, Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin-Mitte.
Bertelsmann AG Lesung. Wolfram Eilenberger – „Finnen von Sinnen“ Yksi, kaksi, kolme ... - Finnland für Anfänger und Liebhaber! Sie leben im hohen Norden. Sie gehen ständig in die Sauna. Haben Millionen Handys und leben mit Milliarden von Mücken. Die Finnen sind ein eigenwilliges und lustiges Völkchen. Wolfram Eilenberger liebt sie. Ganz besonders eine. Deswegen zieht er mit ihr für ein halbes Jahr nach Finnland, um Land, Leute und insbesondere ihre Familie zu erkunden. Das ist 13 Jahre her. Mittlerweile hat er festgestellt: Sie sind wunderbar, aber irgendwie spinnen sie auch, die Finnen. 15 Uhr. Unter den Linden 1,10117 Berlin-Mitte.
Schwartzsche Villa Lesung mit Musik. Marie Luise Kaschnitz – „Dass dich mein Gedanke sucht…“. Gespräch mit Marie Luise Kaschnitz in Gedichten und Prosatexten von und mit Blanche Kommerell. Klavier: Sebastian Kommerell. Marie Luise Kaschnitz, 1901 geboren, wuchs als Tochter eines hohen Offiziers in Potsdam und Berlin auf. Sie war Buchhändlerin in Weimar, München und Rom. 1925 heiratete sie den Archäologen Guido von Kaschnitz-Weinberg. Nach Veröffentlichung von Gedichten und Prosatexten in Zeitungen und Zeitschriften erschien 1933 ihr erster Roman, „Liebe beginnt“. Ihm folgten Lyrik, Erzählungen, Romane, Tagebücher. 1955 wurde sie mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Marie Luise Kaschnitz starb am 10. Oktober 1974 in Rom. Blanche Kommerell wurde 1950 in Halle/Saale geboren und ist in Berlin aufgewachsen. Studium der Germanistik und Musikwissenschaften an der Humboldt-Universität, Schauspielstudium an der Staatlichen Schauspielschule in Berlin. Danach engagiert an verschiedenen Theatern, zuletzt als Gast am Maxim-Gorki-Theater und am Deutschen Theater Berlin. Zahlreiche Filmrollen, u.a. in dem Oscar-nominierten Film „Jakob der Lügner“, 1974. Seit 1990 Lehrbeauftragte für Sprache und Schauspiel an der Universität Witten/ Herdecke, seit 2005 auch Lehrauftrag für Sprache und Diktion an der Humboldt- Universität Berlin. Seit 1994 zahlreiche Monologe nach literarischen Vorlagen, literarische Porträts und Lesungen mit Musik. Trägerin des Deutschen Sprachpreises 2008. Veranstalterin: Blanche Kommerell. 6-8 €. 20 Uhr. Großer Salon, Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin-Steglitz.
Montag, 26. April
Schwartzsche Villa Lesung. Autorenforum – Lesen-Zuhören-Diskutieren. Vorlesen unveröffentlichter Texte. Das Autorenforum ist eine der ältesten Lesebühnen Berlins. Veranstalter: Autorenforum Berlin. Informationen: 693 73 51. Eintritt frei. 20 Uhr. Kleiner Salon, Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin-Steglitz.
Dienstag, 27. April
Vivantes Klinikum Am Urban Lesung. Irina Fischer – „Unwahrscheinliche 99% Wahrheit“. Die Autorin wurde am 28.9.1931 geboren. Als sie 13 Jahre alt war marschierte die sowjetische Armee in Bulgarien ein. Die Deutsche Schule, die sie besucht hatte, wurde zum Hospital für die sowjetischen Soldaten. Die Kommunisten übernahmen die Macht. Die Schilderungen aus ihrer Vergangenheit, die vielen Jahre willkürlicher Unterdrückung sind unerträgliche, nie völlig ausheilende Wunden. Gegen das Vergessen ist es notwendig, die Lebenden mit den Gespenstern von gestern zusammen zu bringen. Von den ca. 7.000 Büchern, die sie gelesen hat, war der größte Teil über ferne Länder. Leider war Bulgarien hinter dem Eisernen Vorhang und sie konnte diese schöne Welt nicht besichtigen. Als sie endlich mit 45 Jahren frei in West-Berlin war, hat sie alle sechs Kontinente bereist. In 138 Ländern hat sie viele Freunde gefunden, mit denen sie in Kontakt steht. Es liegen zahlreiche Video- und DVD-Filme vor. Sie würde sich freuen, wenn sie per Internet neue gleichgesinnte Freunde finden könnte. Eintritt frei. 16.15 Uhr. Foyer im Neubau, Dieffenbachstraße 1, 10967 Berlin-Kreuzberg.
Institut français Lesung. Judith Schalansky – „Atlas der abgelegenen Inseln“. Veranstaltungsreihe: „IHRE INSELN, UNSERE TRÄUME. Die deutsche Schriftstellerin Judith Schalansky schickt uns mit der Lesung ihres Werkes Atlas der abgelegenen Inseln (Fünfzig Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde) auf eine Reise in unsere Träume. L’écrivain allemande Judith Schalansky nous fera rêver au travers de la présentation de son ouvrage sur les îles, Atlas der abgelegenen Inseln: Fünfzig Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde. 19 Uhr. Kurfürstendamm 211, 10719 Berlin-Charlottenburg.
VIA Verbund gGmbH Lesung und Gespräch. Lena Gorelik – „Verliebt in St. Petersburg“. Die Stadt für Verliebte und Kunstbeflissene, Schlaflose, Wodkatrinker und Pelzträger: Sankt Petersburg, eines der beliebtesten, neuerdings auch eines der sexysten Reiseziele, war immer schon Opfer seiner Klischees. Lena Gorelik greift diese freudig auf und liefert Insiderwissen, mit dem Sie bestimmt in keine Touristenfalle tappen. Lena Gorelik, selbst gebürtige Petersburgerin, streift zweimal im Jahr ihre Sehnsucht ab und verbindet das mit dem unvermeidlichen Verwandtenbesuch. Ergebnis ihrer Feldstudien ist dieses witzige, sehr persönliche Reisebuch, das keine Museenöffnungszeiten enthält, aber dafür ultimative Tipps, wie Ihre Reise an die Newa bestimmt unvergesslich wird. „Mit einem liebevollen Blick für Details abseits von Touri-Routen und für russische Eigenheiten, Traditionen und Weisheiten... Auf dem vergnüglichen politisch-kulinarisch-kulturellen Streifzug durch Russlands heimliche Hauptstadt verrät Lena Gorelik in ihrer typisch frischen Art Sehens- Wissens- und Vermeidenswertes...“ 5 €. 19.30 Uhr. Schönhauser Allee 175, 10119 Berlin-Prenzlauer Berg.
Literaturforum im Brecht-Haus Buchvorstellung. Bastienne Voss – „Mann für Mann“. Moderation: Salli Sallmann. Sibylle will raus aus der DDR-Provinz, will Schauspielerin werden und kommt endlich nach Berlin, zum Ex-Geliebten ihrer Mutter, mit dem sie nicht nur eine Nacht verbringt, sie lässt nichts aus. Bis die Mauer fällt, auch erotisch. Bastienne Voss erzählt in ihrem Roman abgründig und mit Witz über ostwestdeutsche Vereinigungen, und zwar über die von Männern und Frauen, und der Rundfunkjournalist Salli Sallmann fragt nach. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.
Kriminal Theater Lesung. Jan Feddersen – „Wunder gibt es immer wieder“. Der Autor erzählt aus seinem neuen Buch. Moderation: Johannes Arens. 20 Uhr. Palisadenstr. 48, 10243 Berlin-Friedrichshain.
Literaturhaus Lesung. Georg Klein – „Roman unserer Kindheit“. Der Schriftsteller liest aus seinem neuen Roman. Einführung und Gespräch: Sebastian Januszewski. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.
Literaturwerkstatt. Lesung und Gespräch. Rumänische Quasiliteratur. In Lesung und Gespräch Augustin Cupsa (Autor, Bukarest) und Octavian Soviany (Autor, Bukarest). Einführung: Nora Iuga (Lyrikerin und Übersetzerin, Bukarest). Moderation: Mirko Schwanitz (Literaturkritiker, Berlin). Es kommt viel Neues und Spannendes aus dem Osten und Südosten des vereinigten Europa. Aus Rumänien ist es z.B. eine Literatur zwischen Lyrik und Prosa. Quasiliteratur wird sie in Rumänien genannt. Ihre Anhänger „gehen davon aus, dass die Welt simultan durch alle unsere Sinne wahrgenommen wird, die umgebende Realität wird gleichzeitig gesehen, gehört, gerochen, gekostet, angetastet. Der Schriftsteller wechselt auch seine Stimmungen immer wieder nach seinen Wahrnehmungen, und seine Empfindungen befinden sich in einem ständigen Wandel. … Also weg mit den Barrieren zwischen Genren und Gattungen. Ein Buch ist ein Mensch, ein Buch ist die Welt, deshalb muss es ‚alles in einem‘ sein: Poesie, Erzählung, Essay, Theater – ein permanenter Wechsel von Stimmen und Gattungen.“ (Nora Iuga). Wie reizvoll es dort ist, zwischen den Definitionen, wo sich die Sowohl-als-auch-Literatur bewegt, zeigen Augustin Cupsa und Octavian Soviany. Eine Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Rumänischen Kulturinstitut „Titu Maiorescu“. 20 Uhr. Knaackstr. 97 (Kulturbrauerei), 10435 Berlin-Prenzlauer Berg.
Lehmanns Fachbuchhandlung Lesung. Helge Timmerberg – „Der Jesus vom Sexshop“. Durch seine Reisereportagen aus aller Welt ist der Abenteurer und Journalist Helge Timmerberg berühmt geworden. In seinem neuen Buch erzählt er die besten Stories aus vier Reise-Jahrzehnten. Entstanden ist ein Abenteuerbuch, das seinesgleichen sucht – hintergründig, lebensklug, lustig und vor allem: Packend von der ersten bis zur letzten Seite. 6-9 €. 20.30 Uhr. Haus Hardenberg, Hardenbergstr. 5, 10623 Berlin-Charlottenburg.
Buchhändlerkeller Lesung. Pauline de Blok – „Blankow oder das Verlangen nach Heimat“. Die Autorin liest im Rahmen der Veranstaltung „Zur Sache“. Die Einführung hält Waltraut Hüsmert. 3-5 €. 20.30 Uhr. Carmenstr. 1, Parterre, 10623 Berlin-Charlottenburg.
Mittwoch, 28. April
Akademie der Künste Buchvorstellungen. Fünf-Uhr-Tee. „Katrin Brack. Bühnenbild/Stages“ und „Samuel Finzi“. Gespräch über Spielen in Bühnenräumen mit Katrin Brack, Michael Eberth, Samuel Finzi und Harald Müller. Eintritt frei. 17 Uhr, Clubraum Ebene 4, Pariser Platz 4, 10117 Berlin-Mitte.
Café Sibylle Lesung. Merle Hilbk – „Die Chaussee der Enthusiasten“. Eine Reise durch das russische Deutschland. 3-6 €. 19.30 Uhr. Café Sibylle, Karl-Marx-Allee 72, 10243 Berlin-Friedrichshain.
Lettrétage Lesung. Tom Bresemann und Matthias Müller-Lenrodt – „from fairest creatures we desire“. Eine Lesung in deutscher und englischer Sprache mit Matthias Müller-Lentrodt und Tom Bresemann. Shakespeares Sonette vermehren sich seit nunmehr 400 Jahren ungehemmt, sei es in poetischer Weiterschreibe, in literaturwissenschaftlicher oder biographistischer Rezeption, und, vor allem, in nicht abreißenden Übersetzungsversuchen, weltweit. Tatsächlich sind Shakespeares Sonette, nach den biblischen Psalmen, die meistübersetzten literarischen Texte überhaupt. Tom Bresemann und Matthias Müller-Lentrodt lesen anläßlich des 400. Jahrestags der Sonnets-Erstausgabe einige der Übersetzungen, von Celan, George, Gildemeister und Regis. Aber auch moderne(re) Adaptionen werden zu Gehör genommen. Dass es dabei nicht immer bierernst (und vor allem nicht Biermannsch) zugehen wird, darf gerne angenommen sein. 5 €. 19.30 Uhr. Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg.
Literaturforum im Brecht-Haus Lesung und Gespräch. Brigitte Burmeister – „Die Sinne und der Sinn. Erkundungen der Sprachwelt Claude Simons“. Thomas Stölzel im Gespräch mit der Autorin. Der französische Autor Claude Simon, der 1985 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde, ist – ungeachtet hervorragender Übersetzungen – hierzulande erst noch zu entdecken. Brigitte Burmeisters Buch eröffnet dem Leser ein Romanwerk, das zu den bedeutendsten jenes 20. Jahrhunderts gehört, in dessen geschichtlichen Katastrophen es verankert ist mit seinen Stoffen und seiner faszinierenden Sprachgestalt. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.
Buchhändlerkeller Lesung. Erika Pullwitt – „Im Lande Gänseklein“. Die Autorin liest aus ihrem neuen Werk „Im Lande Gänseklein“ (edition ebersbach). 3-5 €. 20.30 Uhr. Carmenstr. 1, Parterre, 10623 Berlin-Charlottenburg.
Donnerstag, 29. April
Institut français Lesung. Prof. Dr. Margarete Zimmermann – „Ach, wie gut schmeckt mir Berlin. Französische Passanten im Berlin der 20er und frühen 30er Jahre“. Prof. Dr. Margarete Zimmermann, Lehrstuhl für Französische und Vgl. Literaturwissenschaft (Frankreichzentrum), führt uns in ein Berlin der Vergangenheit. Auf dem Podium: Margarete Zimmermann (éditrice de l'anthologie), Gilda Rodeck (traductrice), Stefanie Drews (traductrice), Peter Moses-Krause (éditeur; Verlag Das Arsenal, Berlin). 19 Uhr. Kurfürstendamm 211, 10719 Berlin-Charlottenburg.
Theodor Tucher Restaurant Lesung. Tom Schwebe – „...das Spiel lesen können!“. Eine Fußballlesung mit Texten von Fußballverrückten zur WM 2010 in Südafrika! Tom Schwebe präsentiert Texte von diversen Autoren, Satirikern, Humoristen, Schauspielern und Sportjournalisten sowie selbst Verfasstes. 7 €. 20 Uhr. Pariser Platz 6a, 10117 Berlin-Mitte.
Volksbühne Buchpremiere. Tom Wolf – „Der rote Salon”. Dezember 1793: Gerardine de Lalande, vor Kurzem über Paris aus den Vereinigten Staaten nach Berlin zurückgekehrt, bezaubert mit ihrer kleinen Manufaktur für Camera obscura und Laterna magica die Hauptstädter. Während die ganze Stadt von der bevorstehenden Hochzeit des Thronfolgers mit der jungen Prinzessin Luise spricht, wird Gerardines beste Freundin stranguliert und mit einer mysteriösen Tätowierung auf der Schulter aufgefunden. Gegen den Willen ihres Mannes beginnt Gerardine mit eigenen Ermittlungen und gerät in den Strudel eines dunklen Geheimnisses. 20 Uhr. Roter Salon, Linienstraße 227, 10178 Berlin-Mitte.
Literaturforum im Brecht-Haus Buchpremiere. Lothar Trolle – „Greikemeier. Szenen zwischen Himmel und Erde.“ Mit Lothar Trolle, Thomas Kuczynski und Axel Schalk. Lothar Trolles erstes Stück ging 1972 aus einer Wette hervor, die Thomas Brasch anbot. Wer schreibt schneller eine Komödie über den 17. Juni 1953: „Du schreibst über den 17. Juni auf dem Land und ich über den in der Stadt.” Trolle gewann—mit einer Faust-Parodie, einem politischen Märchen über die ostdeutsche Zeit der stalinistischen Kollektivierung. Lesung und Gespräch aus Anlass der Erstveröffentlichung des Textes über die Möglichkeiten des künstlerischen ebenso wie des geschichtlichen Dramas. 3-5 €. 20 Uhr. Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte.
Clinker Lounge in der Backfabrik Lesung. Clemens Meyer – „Gewalten“. Clemens Meyer schreibt ein Tagebuch über die Gewalten unserer Zeit: Eine Stadt sucht ihren Mörder, Jubel beim Pferderennen, der beste Freund liegt im Hospiz. Ein Hund stirbt. Endlose Zahlenreihen fließen über einen Bildschirm in einer menschenleeren Fabrikhalle. Die psychiatrische Notaufnahme wird zur Endstation einer heillosen Nacht. Roh, unheimlich und geheimnisvoll ist die Welt, durch die wir täglich gehen. Clemens Meyer entwirft Szenen von großer poetischer Kraft und verstörender Klarheit. Ein Jahr lang erkundet er Seelenlandschaften, reale Orte und imaginäre Welten. Er erzählt von Alpträumen, jubelnder Euphorie und dem Irrwitz unseres Lebens. Clemens Meyer, geboren 1977 in Halle / Saale, lebt in Leipzig. 2006 erschien sein Debütroman „Als wir träumten“, für den er zahlreiche Preise, darunter den Mara-Cassens-Preis, erhielt. 2008 folgten die Erzählungen „Die Nacht, die Lichter“, die unter anderem mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurden. Im Frühjahr 2010 erscheint „Gewalten. Ein Tagebuch“. 20 Uhr. Saarbrücker Straße 36a, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg.
Literaturhaus Diskussion. Die SWR-Bestenliste. Verena Auffermann, Andreas Isenschmid und Rainer Schmitz diskutieren über Bücher, die im Mai auf der SWR-Bestenliste erscheinen werden. Moderation: Helmut Böttiger. Doris Wolters und Karl-Rudolf Menke lesen ausgewählte Passagen. 20 Uhr. Großer Saal, Fasanenstrasse 23, 10719 Berlin-Charlottenburg.
Buchhändlerkeller Lesung. Hanna Lemke – „Gesichertes“. Stories. Die Schriftstellerin Hanna Lemke liest aus ihrem neuen Roman „Gesichertes“ (Verlag Antje Kunstmann). 3-5 €. 20.30 Uhr. Carmenstr. 1, Parterre, 10623 Berlin-Charlottenburg.
La Luz Sinnliche Vorleseshow. Die Brauseboys im Rausch der Sinne (4): Schmecken. Mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Die Brausboys im Rausch der Sinne. In den Monaten April und Mai spüren sie textlich den menschlichen Sinnen hinterher. Begeben Sie sich mit den Jungs und ihren Gästen auf Sinneswandel im Wedding! Gast: Tobias Geigenmüller (geschmackvolle Texthäppchen). 20.30 Uhr. Osramhöfe, Oudenarderstr. 16-20, 13347 Berlin-Wedding.
Freitag 30. April
Buchhandlung Sosch Lesung. Susanne Fröhlich – „Und ewig grüßt das Moppel-Ich“. Die Autorin liest aus ihrem aktuellen Buch. 20.30 Uhr. Gropius-Passagen, Johannisthaler Chaussee 301, 12351 Berlin-Britz. (har/kör/sch/kum)