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Literaturkalender für Deutschland / Januar 2011

Von Augsburg bis Wuppertal - wichtige Termine rund ums Buch

© Die Berliner Literaturkritik, 30.01.11

Augsburg

18.1. --- Thalia Buchhandlung Lesung. Alexandros Stefanidis – „Beim Griechen“. Alexandros Stefanidis erzählt die Geschichte seiner Familie, in deren Zentrum sein Vater Christoforos und das familiengeführte Restaurant „Der Grieche“ in Karlsruhe stehen. Seit 1971 spielt sich dort im „Wohnzimmer“ der Stefanidis nicht nur das Leben der sechsköpfigen Familie ab, es ist gleichzeitig eine einzigartige Bühne für deutsche Zeitgeschichte: Von der Gründerszene der Grünen bis zu absurden Situationen mit rassistischen Stammgästen, von der Zeit, als griechisches Essen fast schon ein politisches Statement war, bis zur Kapitulation vor der Döner-Welle hat die Geschichte des „Griechen“ neben todkomischen Alltagsgeschichten alle Elemente einer griechischen Tragödie. 20 Uhr. Annastraße 21-23, 86150 Augsburg.

Bad Waldsee

27.1. --- Stadtbücherei Bad Waldsee Lesung. Mirjam Pressler – „Grüße und Küsse an alle“. Eine Sensation: Die ganze Geschichte von Aufstieg und Schicksal der Familie Anne Franks über drei Jahrhunderte, erzählt auf der Grundlage tausender unbekannter Briefe und Dokumente. Sommerfrische hoch über dem Silser See in den Schweizer Bergen: Alljährlich traf sich hier die Familie Frank, die sonst über ganz Europa verstreut war. Noch Anne Franks Ur-Ur-Großvater hatte als kleiner Junge in der engen Frankfurter Judengasse leben müssen; doch schon eine Generation später wurde ein Vorfahr Anne Franks zum ersten jüdischen Professor in Deutschland berufen; ihre Großmutter Alice führte als Bankiersgattin ein weltoffenes Haus in Frankfurt, bis die Familie nach London, Basel und Amsterdam übersiedelte, das dann zum Schicksalsort der Familie werden sollte. Der letzte noch lebende Verwandte Anne Franks, ihr Cousin Buddy Elias, wurde schließlich berühmt als Eiskunstläufer und Schauspieler. 20 Uhr. Spitalhof 2, 88339 Bad Waldsee.

Bonn

28.1. --- Dänisches Kulturinstitut Lesung & Gespräch. Helle Helle – „Rødby – Puttgarden“. Das Gespräch mit der Autorin führt Dr. Bernd Kretschmer, Leiter des Dänischen Kulturinstituts. Tine hat sich ihr Leben lang um ihre kleine Schwester gekümmert. Als Jane ihre Ausbildung schmeißt, verschafft ihr Tine sofort einen Job als Parfümerieverkäuferin auf der Fähre Rødby-Puttgarden, wo sie selbst auch arbeitet. Die beiden Schwestern leben trotz gelegentlicher Affären ein Leben ohne Männer, schnuppern tagtäglich den Duft der großen weiten Welt - Paris, Arpège, White Linen - und schippern von Rødby nach Puttgarden und zurück. Jeder Auf- und Ausbruchsversuch von Jane endet unwillkürlich wieder in Tines Obhut. Doch eigentlich wäre es ein fröhliches Leben mit Tine und ihrer kleinen Tochter Ditte im Königskarree, wenn ihnen nicht ständig der Tod begegnen würde. 19.30 Uhr. Quantiusstraße 8, 53115 Bonn.

Bremen

8.1. --- Literaturhaus Lesung Wiglaf Droste – „Auf sie mit Idyll“. Wiglaf Droste stellt sein neues Buch „Auf sie mit Idyll“ vor. In feiner Sprache belöffelt er trostferne Christen ebenso wie trübe islamistische Aufesser von Mohamettbrötchen. Tragödien wie das Draußenrauchen, die Übergangsjacke, den Pilgerstrom oder servile Servicekräfte werden ebenso gutgelaunt und kenntnisreich abgefertigt wie kulinarische Katastrophen vom Schlage Dollase oder Lafer. In saure Gurken wie Till Schweiger oder Guido Westerwelle beißt Droste kurz und final hinein, um sich dann doch lieber der Liebe und der Huldigung zuzuwenden: F.W. Bernstein, Johnny Cash, Raymond Chandler, Bob Dylan, Danny Dziuk, Peter Hacks, Randy Newman, Joachim Ringelnatz werden gefeiert. Und über allem waltet das Rheinsberger Idyll., 19.30 Uhr. Schildstraße 12-19, 28203 Bremen.

9.1. --- Café Ambiente Lesung. Peter Waterhouse – „Der Honigverkäufer im Palastgarten und das Auditorium Maximum“. LiteraTour Nord 2010/11, Autorenlesung. Peter Waterhouse, geboren 1956 in Berlin, studierte Germanistik und Anglistik in Wien und Los Angeles, promovierte über Paul Celan, debütierte 1984 mit dem Gedichtband „Menz“, veröffentliche seither zahlreiche Lyrikbände, Übersetzungen aus dem Englischen und Italienischen, Essays, 2006 seinen ersten Roman „(Krieg und Welt)“, erhielt 2008 den Literaturpreis der Stadt Wien, wo er lebt. Zum Inhalt: Der Ich-Erzähler, ein Wiener Schriftsteller und Übersetzer, wird eingeladen, ein Tiroler Tal zu bereisen und zu beschreiben, doch in seinem Kopf wandert er, einzelnen Worten und Wendungen nachspürend, durch die Werke von Dickens und Shakespeare, aber auch, bedrängt von seinen politischen Wahrnehmungen, in das von protestierenden Studenten besetzte Auditorium Maximum und in das postkoloniale afrikanische Ruanda. 20 Uhr. Osterdeich 69a, 28205 Bremen.

10.1. --- Lemon Lounge Buchbesprechung. PROSA! Erich Kästner - Fabian. Die Geschichte eines Moralisten. Literarischer Salon. 19.30 Uhr. Am Wall 164, 28195 Bremen.

10.1. --- Café Ambiente Schriftsteller/innen-Treff. Treffen der Bremer Autorinnen und Autoren. Verband deutscher Schriftsteller, Berufsgruppe Bremen und Autorengruppe Bremen. 20 Uhr. Osterdeich 69a, 28205 Bremen.

11.1. --- Thalia Buchhaus Lesung. Doron Rabinovici – „Andernorts“. Weshalb polemisiert der israelische Kulturwissenschaftler Ethan Rosen gegen einen Artikel, den er selbst verfaßt hat? Erkennt er seinen eigenen Text nicht wieder? Oder ist er seinem Kollegen Klausinger in die Falle gegangen, mit dem er um eine Professur an der Wiener Universität konkurriert? Herkunft, Identität, Zugehörigkeit - um und um wirbelt Doron Rabinovici in seinem neuen Roman "Andernorts" die Verhältnisse in einer jüdischen Familie, deckt ihre alten Geheimnisse auf und beobachtet sie bei neuen Heimlichkeiten. Am Ende dieser packend erzählten Geschichte sind alle Gewißheiten beseitigt. Nur eines scheint sicher: Heimat ist jener Ort, wo einem am fremdesten zumute ist. Doron Rabinovici, 1961 in Tel Aviv geboren, lebt seit 1964 in Wien. Er ist Schriftsteller, Essayist und Historiker. 20 Uhr. Obernstraße 44-54, 28195 Bremen.

12.1. ---  Kulturzentrum Schlachthof Autorenlesung. Rocko Schamoni – „Tag der geschlossenen Tür“. Seit seinen so originellen wie erfolgreichen »Sternstunden der Bedeutungslosigkeit« kennen wir Rocko Schamonis Held Michael Sonntag. Nun lässt er ihn noch einmal ins Gruselkabinett des Lebens treten, in dem er nichts verloren hat und schon gar nichts zu finden glaubt. Unbeirrt treibt Michael Sonntag durch seine Tage, sein Körper zeigt erste Gebrauchsspuren, und die großen Gedanken machen gewöhnlich einen Bogen um ihn. Entgegen der Erwartungen, die seine Umwelt an ihn stellt, verweigert Sonntag gern jede daseinserhaltende Tätigkeit. Nur seinem Freund Novak gelingt es hin und wieder, ihn mit hirnrissigen Geschäftsideen aus der Reserve zu locken. Und natürlich Marion Vossreuther, der Servicekraft aus dem Handy-Laden, die einen ganz eigenen Reiz auf ihn ausübt. Entschlossen geht Rocko Schamonis Held Michael Sonntag den Erfordernissen des Lebens aus dem Weg. Und dabei fordert der Irrsinn unserer Existenz seine Unerschrockenheit und seinen Witz öfter heraus, als ihm lieb sein kann. 20 Uhr. Findorffstraße 51, 28215 Bremen.

18.-30.1. Literarische Woche Bremen LitWo. Die Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung fördert seit 1976 in der Woche der Verleihung des Bremer Literaturpreises die „Literarische Woche“, eine Veranstaltungsreihe, die sich national und international längst einen Namen gemacht hat. Zahlreiche Termine unter LitWo 2011.

18.1. --- Café Ambiente Bremer Autorenstipendium 2010. Lesung mit Christina Böhm und Torsten Wohlleben. Zur Förderung des literarischen Nachwuchses vergibt der Senator für Kultur jährlich zwei Autorenstipendien in Höhe von 2.500 Euro an Bremer Autorinnen und Autoren. 2010 erhielten die Stipendien Christina Böhm und Torsten Wohlleben. Torsten Wohlleben wurde 1974 in Brake geboren, arbeitet bei der Polizeiinspektion Oldenburg. Soeben ist im Bremer Schünemann Verlag sein dritter Roman "Ausgerockt" erschienen. Christina Böhm wurde 1981 in Braunschweig geboren. Sie hat Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim sowie in Bergen (Norwegen) studiert. Zurzeit arbeitet sie in einem Bremer Kommunikationsbüro. Veröffentlicht hat sie bislang Gedichte und Artikel in Anthologien und Zeitschriften. Einführung und Moderation: Ulrike Marie Hille, Konstanze Radziwill. 20 Uhr. Osterdeich 69a, 28205 Bremen.

22.1. --- Stadtbibliothek Lesung. Clemens Meyer – „Gewalten“. Clemens Meyer schreibt ein Tagebuch über die Gewalten unserer Zeit: die Wirtschaft stürzt, der beste Freund liegt im Hospiz, Jubel beim Pferderennen. Mit Witz, Lust und Wut schreibt er über das Leben. Über das Ende der Träume und den Fall der Aufsteiger: Krisen, Tod, Krankheiten, das Wetter, Terror, Pandemie, Weltkriege. Er setzt sich aus und erzählt von der Welt, durch die wir täglich gehen. Von ihrer Roheit, Unheimlichkeit und Schönheit. Die psychiatrische Notaufnahme wird zur Endstation einer heillosen Nacht. Am eigenen Schreibtisch tobt der Kampf mit dem nächsten Roman. Aufbrausend und lakonisch, schelmisch und unmissverständlich berichtet Clemens Meyer ein Jahr lang aus unserer Gegenwart. 20 Uhr. Am Wall 201, 28195 Bremen.

23.1. --- Café Ambiente LiteraTour Nord 2010/11. Autorenlesung. Anna Mitgutsch – „Wenn du wiederkommst“. Anna Mitgutsch, geboren 1948 in Linz, studierte Anglistik und Germanistik in Salzburg, promovierte über den englischen Lyriker Ted Hughes, lehrte an den Universitäten Innsbruck, Salzburg und Graz sowie an mehreren britischen Universitäten und Colleges in den USA, veröffentlichte nach ihrem Debüt "Die Züchtigung" (1985) zahlreiche Romane, Essays und Übersetzungen, erhielt 2002 den Solothurner Literaturpreis, lebt als freischaffende Autorin in Linz. Zum Inhalt: Fünfzehn Jahre nach der Scheidung, aber ohne endgültige Trennung, hatten sie versucht, noch einmal von vorne anzufangen, Jerome, der als Sohn jüdischer Emigranten in Boston aufwuchs, und die namenlose Ich-Erzählerin, eine aus Österreich stammende Schrift-stellerin. Doch dann stirbt Jerome, und der Witwe bleibt nur eine einzige, das Jahr nach Jeromes Tod umspannende Trauerklage, die zugleich zum hellsichtigen Porträt eines großen Entwurfs von Ehe wird. 20 Uhr. Osterdeich 69a, 28205 Bremen.

Ditzingen

24.1. --- Evangelisches Gemeindehaus Lesung. Isabelle Müller – „Phönixtochter“. „Aus jedem Stein, den sie uns vor die Füße werfen, werden wir unseren Weg bauen.“ Das ist das trotzige Lebensmotto von Isabelle. Von Loan, ihrer lebenstüchtigen vietnamesischen Mutter hat sie den Willen, immer wieder Mut zu fassen und nach vorne zu blicken. Auch wenn das Leben fast unerträglich scheint. „Phönixtochter“ erzählt die Geschichte einer bemerkenswerten Frau, die sich vom Unglück nicht überwältigen lässt, die das Leben meistert und am Ende - trotz aller Schicksalsschläge - eine erfolgreiche Unternehmerin in Deutschland wird. 14 Uhr. Münchingerstraße 2, 71254 Ditzingen.

Dresden

27.1. --- Deutsches Hygienemuseum Buchpräsentation. Tobias Hülswitt und Roman Brinzanik – „Werden wir ewig leben?“. „Gespräche über die Zukunft von Mensch und Technologie“. Naturwissenschaftliche Forschungen zu den Themen Leben, Intelligenz und Materie erzielen derzeit revolutionäre Ergebnisse, die unsere Auffassung von der Natur des menschlichen Körpers und Geistes herausfordern. Der Erfinder und Futurologe Ray Kurzweil leitet aus möglichen technologischen Anwendungen dieser Erkenntnisse die Vision einer nahen Zukunft ab, in der Künstliche Intelligenz die menschliche auf allen Gebieten übertrifft, in der der Mensch mit intelligenter Technik verschmilzt, Krankheiten und Altern durch den Einsatz von Gentechnik und Nanomedizin bekämpft werden und schließlich niemand mehr eines natürlichen Todes sterben muss. In Kooperation mit dem MPI für molekulare Zellbiologie und Genetik Dresden. Moderation: Prof. Christian Schwarke. 19 Uhr. Lingnerplatz 1, 01069 Dresden.

Düsseldorf

18.1. --- Zentralbibliothek Lesung. Frisch gepresst: Markus Feldenkirchen – „Was zusammengehört“. Ein Brief legt in Sekunden frei, was Benjamin jahrelang zu verdrängen versucht hat. Beim bloßen Anblick des Absenders kehrt er ins Jahr 1989 zurück, als die Mauer fiel und er bei einem Schüleraustausch in Irland sein Herz an die geheimnisvolle Victoria verlor. Genau so, mit derselben Adresse und ohne Namen, waren damals ihre heiß ersehnten Liebesbriefe eingetroffen. Inzwischen lebt Benjamin ein anderes Leben. Der Banker verdient hervorragend, hat eine Freundin, eine Geliebte und eine teure Wohnung. Benjamin steckt den Brief ungeöffnet in die Tasche und bricht zu einer Geschäftsreise nach Irland auf – lange kann er sich seiner Kraft jedoch nicht entziehen. Gekonnt und feinsinnig erzählt Markus Feldenkirchen eine mitreißende Liebesgeschichte und davon, wie Mauern einbrechen. In Zusammenarbeit mit der Zentralbibliothek Düsseldorf. Eintritt frei. 18 Uhr. Bertha-von-Suttner-Platz 1, 40227 Düsseldorf.

18.1. --- Heinrich-Heine-Haus Werke von James Lee Byars und 100 Haiku für jetzt. Heinrich Heil. Im Nu des Perfekten. Werke von James Lee Byars und 100 Haiku für jetzt. (Piet Meyer Verlag). Ein Gespräch in der Reihe Kunst trifft Literatur. „The perfect moment” ist das letzte Buch, das der große amerikanische Installationskünstler James Lee Byars vor seinem Tod konzipierte. Hundert ausgewählten Haiku sind Bilder des Künstlers hinzugefügt und ein Essay des Herausgebers, Philosophen, Byars-Freund und Sammlers Heinrich Heil. Christiane Hoffmans, Redakteurin der Welt am Sonntag, diskutiert mit dem Kunstkenner Heil über Byars Auffassung des Zen und seine Arbeit. Heinrich Heil zeigt aus seiner privaten Sammlung Originale von James Lee Byars. Die japanischen Originaltexte werden von der vielfach ausgezeichneten Schriftstellerin Yoko Tawada vorgetragen. Gespräch: Heinrich Heil, Moderation: Dr. Christiane Hoffmans (Welt am Sonntag), Lesung: Yoko Tawada. 6-8 €. 19.30 Uhr. Bolkerstraße 53, 40213 Düsseldorf.

27.1. --- Buchhaus Sternverlag Lesung. Dietrich Grönemeyer – „Dein Herz“. An die drei Milliarden Mal schlägt es und hält uns dadurch am Leben: das Herz, unser wichtigstes Organ. Doch obwohl es wohl in vielen von uns eine latent schlummernde und oft nur mühsam unterdrückte Angst vor Herzbeschwerden, Herzkrankheiten, ja dem Herztod gibt, gehen wir mit diesem Organ sträflich nachlässig um. Wie gut ginge es vielen von uns, würden wir dem wichtigsten Muskel unseres Körpers nur die gleiche Aufmerksamkeit schenken wie, sagen wir, dem Bizeps! 20.15 Uhr. Friedrichstraße 24-26, 40001 Düsseldorf.

29.1. --- Heinrich-Heine-Haus Vernissage. „Fototagebücher“. Ausstellung. Bereits zum zweiten Mal stellen Studenten des Fachbereichs Design unter der Leitung von Olga Kaloussi ihre Fototagebücher im Heine Haus aus. Nach individuellen Konzepten sind künstlerische Unikate entstanden, die Fotos, Montagen, Zeichnungen und Texte beinhalten. Das Spektrum der Tagebücher ist weit, visualisiert wurden Realität und Fiktion, Rückblende und Zukunftswunsch, Kurzgeschichte und Märchen, Erinnerung, Legende, Chronik und Fabel. Die Fototagebücher sind im Heine Haus vom 29.01.2011 bis zum 12.02.2011 ausgestellt.16 Uhr. Bolkerstraße 53, 40213 Düsseldorf.

Erding

19.1. --- Gasthof Adlberger Lesung. Oliver Pötzsch – „Die Henkerstochter und der König der Bettler“. Der dritte Band der Bestseller-Serie. Der Schongauer Henker Jakob Kuisl ist in eine Falle getappt: Bei einem Besuch in Regensburg findet er seine Schwester und den Schwager tot in der Badestube.Die Stadtwache verhaftet ihn als Verdächtigen und wirft ihn in den Kerker. Nun drohen ihm, dem Henker, selbst Folter und Hinrichtung. Fieberhaft suchen seine Tochter Magdalena und der Medicus Simon Fronwieser nach dem wahren Täter und stoßen dabei auf ein Komplott, bei dem die Zukunft des Kaiserreichs auf dem Spiel steht. 20 Uhr. Ardeostraße 1, 85435 Erding.

Erlangen

21.1. --- VHS Erlangen Lesung mit Ricarda Junge – „Die komische Frau“. Geister oder die Schatten der Vergangenheit? Ein Haus nahe der Berliner Karl-Marx-Allee, durch das der Atem der Geschichte weht, eine junge Frau, die mit der Vergangenheit konfrontiert wird, als ihre Gegenwart aus den Fugen gerät, und ein kleiner Junge, dessen Phantasien immer realer werden. Lena und Leander ziehen mit ihrem Sohn von Hamburg nach Berlin in einen der stalinistischen Prachtbauten nahe der Karl-Marx-Allee. In diesen Häusern, einst verdienten Kommunisten vorbehalten, sind auch Jahre nach der Wiedervereinigung die alten Strukturen und Seilschaften noch lebendig. Belustigt beobachten die Neuzugezogenen die alten Mieter, die hier seit Jahrzehnten wohnen und wie in alten Zeiten ihr Hausbuch führen. Dann trennen sich Lena und Leander, er zieht aus. Und plötzlich geschehen merkwürdige Dinge: Hatte Lena die Fenster nicht geschlossen? Hat sie wirklich vergessen, die Kerzen zu löschen? Und wen sieht ihr kleiner Sohn, wenn er immer öfter ängstlich von der komischen Frau spricht? Eigentlich hatte sie gedacht, dass die Trennung von Leander eine Erlösung ist, dass sie den Weg frei macht für ein neues Leben. Plötzlich aber gerät alles aus dem Lot 19.30 Uhr. Friedrichstraße 19, 91054 Erlangen.

Eutin

25.1. --- Kreisbibliothek Lesung. Michael Kleeberg – „Das amerikanische Hospital“. Der Autor liest aus seinem neuen Roman. Paris, im Winter 1991. Hélène steht in der Empfangshalle des amerikanischen Hospitals, als vor ihr ein Mann zusammenbricht. Sein Blick brennt sich in ihre Augen. Das ist die erste Begegnung zwischen der dreißigjährigen Pariserin und David Cote, einem amerikanischen Soldaten. Die beiden vom Schicksal Gebeutelten freunden sich an und stützen einander auf ihrer schmerzhaften Suche nach der Wahrheit über sich selbst. Michael Kleeberg versteht es auf eindringliche Weise, Zeitgeschichtliches und Privates, die seelischen Qualen des Krieges und die körperlichen des unerfüllten Kinderwunschs mit der dichten Atmosphäre von Paris zu verweben. Ein meisterhaft komponierter Roman über die Liebe in Zeiten der neuen Kriege voll erschütternder und unvergesslicher Szenen. Michael Kleeberg, geboren 1959 in Stuttgart, studierte in Hamburg Politische Wissenschaften und Neuere Geschichte sowie an der Hochschule der Künste Visuelle Kommunikation. Nach Zwischen-stationen in Rom, Amsterdam und Paris lebt er seit 2000 als freier Schriftsteller und Übersetzer aus dem Französischen (Marcel Proust) und Englischen (John Dos Passos) in Berlin. Für sein in zahlreiche Sprachen übersetztes literarisches Werk wurde er mit dem Anna-Seghers-Preis (1996), dem Lion-Feuchtwanger-Preis (2000) und dem Irmgard-Heilmann-Preis (2008) ausgezeichnet, außerdem war er 2008 Mainzer Stadtschreiber. 19.30 Uhr. Schloßplatz 2, 23701 Eutin.

Frankfurt am Main

13.1. --- Literaturhaus Lesung & Gespräch. Matthias Borngrebe, Marcel Maas und Donata Rigg. Qualitätskontrolle. Moderation: Kathrin Fischer (hr2-kultur). Diese drei Bücher gehören nicht zusammen. Sie sind verschieden wie ihre Urheber. Versuche der Subsummierung unnötig. Es handelt sich um drei Debüts, die mit ihren belebend andersartigen Qualitäten auffallen. Matthias Borngrebe (Berlin University Press) schrieb mit „Die Nacht als Robert starb“ ein fiktives Dokudrama, eine Art „faction“. Marcel Maas nennt sein Debüt „Play.Repeat“ (Frankfurter Verlagsanstalt) gleich Prosa-Set, nicht Roman. Darin schwärmen vier halluzinogen-saure Visionäre durch die Nacht. Und Donata Rigg verfasste eine dunkle, stimmungssichere Dreiecksbeschwörung, entsponnen um einen Freitod: „Weiße Sonntage“ (Mairisch). Also ein Abend der Unterschiede, der verschiedenen Qualitäten. Gemein haben die drei Autoren vorerst nur, dass sie zwischen 76 und 87, zwischen Konstanz und Kassel in der BRD geboren sind. 3-5 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

20.1. --- Literaturhaus Lesung. 8-12 €. Herlinde Koelbl und Thomas Hettche – „Kunst und Leben“. Auf welche Weise bestimmt eine Kunst die Biografie eines Künstlers? Der Schriftsteller und Essayist Thomas Hettche spricht für das Literaturhaus mit Kulturschaffenden über den Raum, den sie ihrer Gabe einräumen, über das oftmals höchst fragile Arrangement zwischen Leben und Werk. Hettches dritter Gast ist die Fotografin Herlinde Koelbl, bei der man zunächst meinen könnte, sie verschwinde hinter der Neugier auf die von ihr Porträtierten, etwa, wenn sie die „Spuren der Macht“ verfolgt, oder sich auf die Gesichter ihrer wunderbaren„Jüdischen Portraits“ konzentriert. Doch bei aller Empathie für ihr Gegenüber spürt man gerade in den Interviews, die Herlinde Koelbl mit Vorliebe führt, eine tiefe Distanz, ja Skepsis. Wie ist eigentlich das Verhältnis einer Porträtfotografin zu sich selbst? Möbliert von Christoph Dettmering / www.dettmering-restaurator.de. 3-5 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

23.1. --- Literaturhaus Lesung. Alexander Steffensmeier – „Die Kuh Lieselotte“. Die Kuh Lieselotte ist eigentlich ganz friedlich. Wenn sie nicht gerade den Postboten erschreckt, schrille Schatzsuchen im Gemüsegarten unternimmt oder – ganz aktuell – nur, weil sie nicht einschlafen kann, alle Hofbewohner durcheinander wirbelt. In jedem Fall erlebt sie ein Abenteuer nach dem anderen und ist meistens der Auslöser für die wildesten Hofgeschichten. Der Erfinder von Lieselotte, Alexander Steffensmeier, stellt seine Kuh im Literaturhaus vor und hat einige Bände der Bilderbuchreihe (Sauerländer) im Gepäck. Auf dem Plan stehen u. a. Vorlesestunde, Bilderbuch-Kino und Live-Zeichnen am Flipchart. Alle Lieselotte-Fans und solche in spe hereinspaziert! Eine Veranstaltung des Jungen Literaturhauses Frankfurt / Für Kinder ab 4 Jahren. 3 €. 15 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

26.1. --- Literaturhaus Lesung. Kathrin Schmidt und Lutz Seiler – „Felder Bienen Rom“. Moderation: Michael Braun (Publizist). Der Publizist Michael Braun hat es jüngst für seine gemeinsam mit Hans Thill herausgegebene Bestandsaufnahme „Lied aus reinem Nichts. Deutschsprachige Lyrik des 21. Jahrhunderts“ noch einmal formuliert: „Gute Dichtung beginnt mit dem Totalverlust aller Gewissheiten. Jedes neue Gedicht verändert und überschreitet die Theorien. Der Glaube an den lyrischen Fortschritt, der an bestimmte Traditionen und gesicherte Einsichten der Moderne verlässlich anknüpfen möchte, ist ein Kinderglaube.“ – In diesem Sinne aufgeklärt sind die Schreibweisen von Kathrin Schmidt und Lutz Seiler. Ein großes Publikum haben beide für ihr erzählerisches Schaffen. Da der mit dem Deutschen Buchpreis 2009 gekürte Roman „Du stirbst nicht“, dort der mit dem Fontane-Preis geehrte Erzählband „Die Zeitwaage“. Beide debütierten in den 90ern mit Gedichten. Beide waren fortan Stimmen von Geltung. Beide wuchsen in der DDR auf. Inzwischen liegt von beiden ein vierter Gedichtband vor. Schmidts „Blinde Bienen“ (Kiepenheuer & Witsch), Seilers „im felderlatein“ (Suhrkamp). Und ein Zufall will es, dass Schmidt gerade ihren Aufenthalt in der Villa Massimo/Rom beendet, Seiler im Anschluss an seinen Frankfurter Aufenthalt dorthin aufbricht. 3 €. 15 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

27.1. --- Literaturhaus Lesung. Oskar Loerke. Sämtliche Gedichte. Das lyrische Werk – neu herausgegeben Lutz Seiler und Peter Heusch. Oskar Loerke (1884 – 1941) gilt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten deutschen Lyriker des 20. Jahrhunderts. Man bringt ihn in Verbindung mit Expressionismus, Naturdichtung, Innerer Emigration. Doch das wird seiner Dichtung nicht gerecht, die nämlich weite geschichtliche, mythologische und geografische Räume umgreift. Loerkes Hauptwerk, seine Lyrik, ist seit Jahrzehnten vom Markt verschwunden. Mit der nun vorliegenden Ausgabe wird sein Schaffen wieder zugänglich gemacht (Wallstein Verlag). Die zwei Bände enthalten seine zu Lebzeiten veröffentlichten sieben Gedichtbücher und ebenso das seiner Verzweiflung über die NS-Zeit abgetrotzte Spätwerk (1937 – 1941), das bisher noch kaum eine Öffentlichkeit gefunden hat. Hinzu kommen Essays, die sich unmittelbar auf seine Dichtung beziehen. Der Schriftsteller Lutz Seiler stellt Oskar Loerke in einem einleitenden Essay vor und lässt das Werk aus der eigenen Lektüreerfahrung heraus lebendig werden. Der Schauspieler Peter Heusch liest die Gedichte Loerkes. Eine Buchpräsentation in Zusammenarbeit mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Wüstenrot Stiftung und dem Wallstein Verlag. 3-5 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

30.1. --- Die Fabrik Lesung. Lale Akgün – „Der getürkte Reichstag“. Tante Semras Sippe ist nun im Herzen Deutschlands angekommen: Nichte Lale Akgün wird in den deutschen Bundestag gewählt. Und die ganze Familie nimmt regen Anteil an ihrem neuen Leben. Im Reichstag ist die gebürtige Türkin natürlich erst einmal eine Exotin. Und die Fraktionskollegen wundern sich: dass ihr Mann sie so ganz alleine und ohne Kopftuch in die Hauptstadt gehen lässt! Doch die Genossen erkennen schnell, was „gelungene Integration“ bedeutet, und so reist Lale mit langen Wunschlisten in den Türkeiurlaub, um ihnen preisgünstiges Viagra zu besorgen. Blaue Pillen für rote Genossen - schon die Vorstellung ist für Tante Semra so köstlich, wie ihre geliebten Leberkäsebrötchen. Heitere, komische und liebevolle Einblicke unter die Kuppel des Reichstags, in die Hinterzimmer deutscher Kneipen und türkische Wohnstuben. 20 Uhr. Mittlerer Hasenpfad 5, 60596 Frankfurt am Main.

31.1. --- Literaturhaus Lesung. Angelika Overath – „Alle Farben des Schnees“. Moderation: Katrin Hillgruber (Freie Journalistin). Viele Menschen träumen davon, an ihren liebsten Ferienort ziehen zu können: Filialleiterin an der Punta Cana, Bibliothekar auf Djerba, Börsenmakler auf Capri. Die Autorin Angelika Overath hat es aber auch tatsächlich gemacht, samt Familie. Sie zog in die Berggemeinde Sent im Unterengadin. Overath, ohnehin eine ausgezeichnete Chronistin (NZZ) und Autorin („Flughafenfische“), übte sich fortan darin, auf alles, was ihr zustieß, augenblicklich mit Sprache zu reagieren. In Notaten begann sie, Augenblicke des Alltags festzuhalten. Zunehmend aber erwies sich Sent, das Dorf der Auswanderer und Zurückgekommenen, als ein Kristallationspunkt für Fragen nach Heimat und Fremde. Und in den Sehnsüchten der Feriengäste brachen sich die Lebensentwürfe einer globalisierten Welt. Zugleich hieß es, rätoromanisch zu lernen. Und Overath konnte dies am besten, indem sie einfache Gedichte auf Vallader zu schreiben begann. „Poesias dals prüms pleds“, Gedichte aus ersten Wörtern. „Alle Farben des Schnees“ (Luchterhand) ist ein Tagebuch der Fiktionen, die das wacklige Geländer der Fakten prüfen. 3-5 €. 20 Uhr. Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main.

Frankfurt/Oder

13.1. --- Viadrina Vernissage – „Zoppot – Cranz – Rigaer Strand. Ostseebäder im 19. und 20. Jh." –. Die ersten Seebäder entlang der Ostseeküste entstanden um 1800, zuerst als Heilbäder für zahlreiche Krankheiten und zur allgemeinen Erholung. Im Laufe der Jahre entwickelte sich daraus eine vielseitige Badekultur, die den Küstenorten einen ungeheuren Popularitätsschub verlieh. Am Beispiel der drei Seebäder Zoppot, Cranz und Rigascher Strand zeichnet die Historikerin Olga Kurilo die Geschichte der Ostseebäder im 19. und 20. Jahrhundert nach. Vor dem Hintergrund der Epoche machenden Ereignisse dokumentiert sie die Entwicklung einfacher Küstenstädtchen zu Metropolen des See- und Badetourismus. Eintritt frei.1 7 Uhr. Hauptgebäude, Senatssaal, Große Scharrnstraße 59, 15230 Frankfurt/Oder

19.1. --- Stadt- und Regionalbibliothek Lesung. Hans Joachim Schädlich – „Kokoschkins Reise“. Der Exilrusse Fjodor Kokoschkin kehrt auf der Queen Mary 2 von einer Reise an die Orte seiner Kindheit und Jugend nach New York zurück. Seine Erinnerungen rufen die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts mit ihren Verfolgungen, Schicksalen und Emigrationen wach ...19 Uhr. Bischofstraße 17, 15230 Frankfurt/Oder.

Freiburg

17.1. --- Galerie Lesung. HörBAR: Art’s Birthday. Die HörBAR feiert den Geburtstag der Kunst. Zu seinem 80sten hat Federman „Body art“ geschrieben: In 9 Schritten zoomt er auf sein Haar, die Nase, die Zehen oder den Nabel - eine ironische vielstimmige Körperbiografie. Federman als Performer tritt im Zusammenspiel mit den Musikern und der Übersetzerstimme hervor. 4-5 €. 20 Uhr. Alter Wiehrebahnhof, Urachstraße 40, 79102 Freiburg.

17.1. --- Alte Wiehrebahnhof Party. Der Geburtstag der Kunst wird am 17. Januar 2011 gefeiert , in Gedenken an den Fluxus-Künstler Robert Filliou. Der behauptete 1963, dass exakt vor 1 Million Jahren die Kunst geboren worden sei, um präzise zu sein, am 17. Januar, seinem eigenen Geburtstag. Zur Geburtsstunde der Kunst ernannte Filliou ein fiktives, zufälliges Ereignis, nämlich „als jemand einen trockenen Schwamm in ein Gefäß voll Wasser fallen ließ“ , und bemerkte dazu selbstironisch: „bescheidene Anfänge, aber schaut uns heute an.“ Seit Fillious Tod im Jahr 1987 führen Künstler weltweit im Sinne von dessen Konzept der Kunst als „Eternal Network“ oder „Fête permanente“ den „Art’s Birthday“ fort: Mit „mailart“, Fax und „slow scan tv events“. Die Ars Acustica Group der European Broadcast Union (EBU) feiert seit 2004 mit: Über die EBU-Satellitenkanäle „Verdi“ und „Ravel“ werden akustische Geschenke zwischen den international beteiligten Radiostationen ausgetauscht. Das Ergebnis wird eine live gesendete »tour de force« der Klänge und Musiken sein. SWR2 organisiert im Medientheater des ZKM ein vierstündiges Live-Konzert mit To Rococo Rot, die sich in ihrem Act auf das Buch Grapefruit von Yoko Ono beziehen. Auch die deutsch-schweizerische Medienkunstgruppe „Institut für Feinmotorik“ wird mit von der Party sein. Ab 21 Uhr. Urachstraße 40, 79102 Freiburg.

20.1. --- Centre Culturel Français Lesung mit Weinprobe. Jürgen Ritte: Bis auf die Knochen & Hervé Le Tellier: Assez parlé d’amour. 50 JAHRE OuLiPo. Lesungen und Diskussionen. Am Anfang stand eine Verabredung zum Essen: Im November 1960 luden Raymond Queneau und François Le Lionnais befreundete Schriftsteller in ein Pariser Restaurant ein. Dies war die Geburtsstunde der Autorengruppe OuLiPo – „Ouvroir de Littérature Potentielle“, der Werkstatt für potentielle Literatur. Ihr Ziel: Spracherweiterung durch formale Zwänge, Revolution der Literatur durch spielerisch-mathematische Regeln. Zu den bekanntesten Autoren von OuLiPo gehören Italo Calvino, Oskar Pastior und Georges Perec. Das 50. Jubiläum von OuLiPo feiern das Literaturbüro Freiburg, das Centre Culturel Français Freiburg und das Frankreich-Zentrum der Universität Freiburg mit einer dreiteiligen Veranstaltungsreihe im Dezember und Januar.20 Uhr. Münsterplatz 11, 79098 Freiburg.

21.1. --- Alte Wiehrebahnhof Lesung. Emine Sevgi Özdamar liest. „Ich bin ein Mensch vom Weg, am liebsten ist mir, im Zug zu sitzen zwischen den Ländern. Der Zug ist ein schönes Zuhause“. So beschreibt Emine Sevgi Özdamar, geb. 1946 in Malatya in der Türkei, ihren Werdegang als deutsch-türkische Schriftstellerin. Nachdem sie bereits mit 19 Jahren ihrem Interesse für das deutsche Theater folgte, in einer Berliner Fabrik jobbte, kehrte die zwischenzeitlich in Istanbul ausgebildete Schauspielerin 1976 nach Berlin zurück. Im Laufe einiger Jahre in Berlin, Paris, Avignon und Bochum machte sich Özdamar in zahlreichen Theater- und Filmrollen einen Namen. Seit 1982 ist sie zudem als Schriftstellerin und Autorin tätig. Ihr Theaterstück Karagöz in Alemania (dt. Schwarzauge in Deutschland) wurde 1986 als erstes Werk einer deutsch-türkischen Autorin an einer großen deutschen Bühne, dem Frankfurter Schauspielhaus, uraufgeführt und beeinflusste das wachsende Interesse am Schaffen eingewanderter Autoren in der deutschen Gegenwartsliteratur maßgeblich. Ihr erster Erzählband Mutterzunge (1990) gehört zu den Best Books of Fiction published 1994 in Amerika; ihr Roman Das Leben ist eine Karawanserei hat zwei Türen aus einer kam ich rein aus der anderen ging ich raus wurde weltweit in zahlreiche Sprachen übersetzt. Zwei weitere Romane, „Die Brücke vom Goldenen Horn“ (1998) und „Seltsame Sterne starren zur Erde „(2003) komplettieren ihre Istanbul-Berlin-Trilogie. Emine Sevgi Özdamar hat ihre vielschichtigen Erfahrungen der Migration, des Lebens in unterschiedlichen Kulturen zu einem sprachlichen Kunstwerk von internationalem Rang verdichtet, das die literarische Kritik und die Literaturwissenschaft mit großer Anerkennung begleiten. Dr. Hansjörg Bay, Literaturwissenschaftler an der Universität Erfurt, moderiert die Lesung und führt in das Werk der Autorin ein. 20 Uhr. Kinosaal, Urachstraße 40, 79102 Freiburg.

27.1. --- Alte Wiehrebahnhof Lesung & Gespräch. Im „Literarischen Werkstattgespräch“ können Schreibende unveröffentlichte literarische Texte zur Diskussion stellen. Die Veranstaltung findet monatlich jeweils am letzten Donnerstag statt. Textbewerbungen bitte bis spätestens eine Woche vor dem Gespräch ans Literaturbüro schicken. Eintritt frei. 20 Uhr. Galerie, Urachstraße 40, 79102 Freiburg 

Friesoythe

12.1. --- Kulturzentrum „Alte Wassermühle“ Lesung. Nele Neuhaus – „Schneewittchen muss sterben“. & „Im Zweifel gegen den Angeklagten“. Sulzbach im Taunus: An einem regnerischen Novemberabend wird eine Frau von einer Brücke auf die Straße gestoßen. Die Ermittlungen führen Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein in die Vergangenheit: Vor vielen Jahren verschwanden in dem kleinen Taunusort Altenhain zwei Mädchen. Ein Indizienprozess brachte den mutmaßlichen Täter hinter Gitter. Nun ist er in seinen Heimatort zurückgekehrt. Als erneut ein Mädchen vermisst wird, beginnt im Dorf eine Hexenjagd…20 Uhr. Mühlenstraße6, 26169 Friesoythe. 

Göttingen

9.1. --- Literarisches Zentrum Lesung. Doron Rabinovici – „Andernorts“. „Dieses wunderbare Buch ist spannend wie ein Krimi, urkomisch wie die besten Woody-Allen-Filme und von einer berührenden Traurigkeit“, schreibt die FAZ über den dritten Roman von Doron Rabinovici. 5,50 – 8,50 €. 20 Uhr. Düstere Straße 20, 37073 Göttingen.

17.1. --- Literarisches Zentrum Michael Baute und Volker Pantenburg – „Minutentexte“. Es ist ein ausgefallenes Projekt, das sich Baute und Pantenburg da ausgedacht haben: Die 93 Minuten des Schwarzweiß-Klassikers The Night of the Hunter (Charles Laughton, 1955) losten sie unter 93 Filmschaffenden und Cineasten aus und baten sie alle, einen Text zu den jeweiligen 60 Sekunden zu schreiben. Herausgekommen sind dabei die 2006 erschienenen Minutentexte, in denen u. a. Harun Farocki, Christian Petzold, Monika Rinck und Hanns Zischler dieses teils expressionistische Schauermärchen beschreiben, analysieren und weiterdenken. 2009 folgte das aus den Minutentexten collagierte Hörspiel: das faszinierende vorläufig letzte Glied in der ästhetischen Verwertungskette. Ab 19 Uhr werden Ausschnitte des Films im Zentrum gezeigt. Im Anschluss präsentieren und erläutern Pantenburg und Baute ihr mehrteiliges Projekt in Ton, Bild und Wort. 5,50 – 8,50 €. 20 Uhr. Düstere Straße 20, 37073 Göttingen.

18.1. --- Literarisches Zentrum Lesung. Dirk Reinhardt – „Geheimnis im Schatten der Sphinx“. Als Tochter eines Archäologen kommt man ganz schön herum in der Welt: Vor kurzem noch hat Anastasia Cruz in Mexiko-City einen sagenumwobenen Schatz entdeckt, jetzt lockt die Reise nach Kairo. Und weil die dreizehnjährige Buchheldin keinem Abenteuer aus dem Wege geht, ist schnell klar, dass sie im Land der Pyramiden wieder Unglaubliches suchen und finden wird: Alles beginnt mit rätselhaften Gestalten in der Cheops-Pyramide und einer gestohlenen Papyrusrolle. Dann wird es richtig gefährlich bei der Jagd nach den verschollenen Büchern eines altägyptischen Gottes. Aber zum Glück kann sich Anastasia absolut auf ihre Freunde verlassen: Ihr treuer Hund Schliemann und eine ganz besondere Bande, angeführt vom cleveren Raschid, sorgen dafür, dass sie sich nicht verliert – nicht in der fremden Stadt und nicht in den unheimlichen Labyrinthen der Vergangenheit. Für Mädchen und Jungen ab 11. 3,50 – 6,50 €. 16.30 Uhr. Düstere Straße 20, 37073 Göttingen.

24.1. --- Literarisches Zentrum Lesung. Oswald Egger – „Ich starre Raster in den Tag“. „Die Mathematik ist das Instrument, welches die Vermittlung zwischen Theorie und Praxis bewirkt, zwischen Denken und Beobachten“, schrieb der Mathematiker David Hilbert. Oswald Egger, einer der experimentellsten, sich und ihre Umwelt ständig reflektierenden Dichter, folgt diesem Diktum. In seinem 2008 bei Suhrkamp erschienenen Band Diskrete Stetigkeit – Poesie und Mathematik wandelt er als dantesker Beobachter durch das verworrene Dickicht einer mathematisch-philosophischen Ideengeschichte. Auf der Suche nach Musterbildungen in Geometrie und Text stößt Egger auf ähnliche Verfahrensweisen, ähnliche Denkbewegungen, die er vermeintlich an den Haaren herbeizieht und am Schopfe packt. 5,50 – 8,50 €. 20 Uhr. Düstere Straße 20, 37073 Göttingen.

Greifswald

10.1. --- Koeppenhaus Lesung. TresenLesen mit den Schauspielern des Theaters Vorpommern. Ob nachdenklich und ernst, oder humorvoll und ironisch: für jeden Liebhaber der guten Literatur ist etwas dabei, wenn am Montag Abend am Tresen Texte von den Schauspielern des Theaters Vorpommern vorgetragen werden. Auch im neuen Jahr laden das Theater Koeppen und das Café Koeppen zu einer Lesung an den Tresen. Das Wachbleiben lohnt in jedem Fall! Der Eintritt beträgt - wie stets - 1,19 €. 21 Uhr. Bahnhofstraße 4/5, 17489 Greifswald.

17.1. --- Café Koeppen Lesung. Open Mic, 21 Uhr. Bahnhofstraße 4/5, 17489 Greifswald.

19.1. ----Koeppenhaus Lesung. Peter Wawerzinek – „Rabenliebe“. Über fünfzig Jahre quälte sich Peter Wawerzinek mit der Frage, warum seine Mutter ihn als Waise in der DDR zurückgelassen hatte. Dann fand und besuchte er sie. Das Ergebnis ist ein literarischer Sprengsatz, wie ihn die deutsche Literatur noch nicht zu bieten hatte. 20 Uhr. Bahnhofstraße 4/5, 17489 Greifswald.

21.1. --- Koeppenhaus Vernissage „Le Monde diplomatique - in 50 Comics um die Welt“. 20 Uhr. Bahnhofstraße 4/5, 17489 Greifswald.

24.1. --- Café Koeppen TresenLesen mit den Schauspielern des Theaters Vorpommern. Ob nachdenklich und ernst, oder humorvoll und ironisch: für jeden Liebhaber der guten Literatur ist etwas dabei, wenn am Montag Abend am Tresen Texte von den Schauspielern des Theaters Vorpommern vorgetragen werden. Auch im neuen Jahr laden das Theater Koeppen und das Café Koeppen zu einer Lesung an den Tresen. Das Wachbleiben lohnt in jedem Fall! Der Eintritt beträgt - wie stets - 1,19 €. 21 Uhr. Bahnhofstraße 4/5, 17489 Greifswald.

28.1. --- Lutherhof Lesung. Horst Evers – „Großer Bahnhof“. Wenn der Euro richtung Gulli rollt. Horst Evers’ neues Programm dreht sich nicht um Verspätungen oder die Bahnhofsbauten in Berlin oder Stuttgart. Es geht vielmehr um die großen Fragen: Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Ist das weit? Muss ich da mit? Vor allem aber auch: Holt mich wohl jemand ab? Suchen wir nicht alle jemanden, der uns wenigstens einmal, und sei es nur für ganz kurz, einen großen Bahnhof bereitet? 20 Uhr. Martin-Luther-Straße 8, 17489 Greifswald.

Hamburg

4.1. --- Mathilde Café Lesung. Poetry Slam „Qual der Wahl“. Seit 7 Jahren hebt sich Mathilde mit ihren Themenslams von der Masse ab - denn: Hier wird selten getanzt, gerappt oder gesungen. Das Publikum achtet ein klein wenig mehr auf den Inhalt und nicht so sehr auf die Form. Und auf das Publikum kommt es an. Ausgebuht oder ausgelacht wird hier niemand. Anders als beim "normalen" Slam bewertet nicht eine Jury sondern das komplette Publikum. Jeder einzelne bekommt einen Bewertungszettel und einen Stift und gibt Punkte von 1 bis 10. Die Autoren lesen jeder einen Text von höchstens 5 Minuten. (Achtung: Auch ein kurzer Text ist ein Text - und davon liest jeder Autor wirklich nur einen.). Der Text muss zum vorgegebenen Thema passen. Vorleser zahlen natürlich keinen Eintritt und der Publikumssieger noch nicht einmal seine Getränke. Der Gewinner bekommt einen Mathilde-Verzehrgutschein. Nur die ersten 10 Autoren können lesen und nur die ersten 50 Gäste zuhören. Voller als voll geht einfach nicht, und regelmäßig müssen Gäste wieder weggeschickt werden. Daher empfehlen wir den Vorverkauf und rechtzeitiges Erscheinen. 3-4 €. 20.15 Uhr. Bogenstraße 5, 20144 Hamburg.

6.1. --- Literaturhaus Festliche Verleihung des Mara-Casens-Preises. Sabrina Janesch wird für „Katzenberge“ ausgezeichnet. Für ihren Romanerstling „Katzenberge” (Aufbau Verlag) erhält die Autorin Sabrina Janesch den mit 10.000 Euro dotierten „Mara-Cassens-Preis für den ersten Roman” des Literaturhauses Hamburg. Der nach seiner Stifterin benannte Preis wird seit 1970 vergeben und gehört zu den bundesweit höchstdotierten Literaturpreisen für ein deutschsprachiges Romandebüt. Er ist der einzige Literaturpreis, der von einer Leserjury vergeben wird. Die Jury besteht aus 15 Mitgliedern des Literaturhaus Hamburg e.V., die nicht dem Literaturbetrieb angehören, sondern sich in ihrer Freizeit als begeisterte Leser mit den Büchern beschäftigen. In diesem Jahr las die Jury unter dem Vorsitz des Romanciers Joachim Helfer 21.722 Romanseiten, da sich 69 Verlage mit 87 Debüts an der Ausschreibung beteiligten. 20 Uhr. AUSGEBUCHT!!! 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

6.1. --- Jüdischer Salon am Grindel Lesung. „Der Geiger auf dem Dach“. Eine literarische Erkundung zu Chagalls Schtetl-Bildern. mit Wolf-Dietrich Sprenger und Brigitte van Kann. Marc Chagalls Bilder seiner Heimatstadt Witebsk begründeten den Mythos des Schtetl: Bis heute prägen sie unsere Vorstellung von den Orten, an denen die Juden Osteuropas lebten. Seit Chagall gehören Figuren wie der Geiger auf dem Dach zum imaginären Inventar dieser versunkenen und vernichteten Welt. Wie ist die ungeheure Wirkung von Chagalls Schtetl-Bildern zu erklären? Es sind ihre vielfach gebrochenen Spiegelungen in der Literatur, die Fährten zu einer Antwort legen: Auch die Prosa der Zeit nahm bildgewaltig Abschied von einer Jahrhunderte alten Lebenswelt, die einer Epoche revolutionärer Umbrüche und totalitärer Gewalt zum Opfer fiel. In literarischen Schtetl-Bildern hielten Schriftsteller wie Scholom Alejchem, Isaak Babel, Joseph Roth und Der Nister, der die jiddischen Buddenbrooks schrieb, noch einmal fest, was die kleine ostjüdische Stadt von allen anderen unterschied – und erschufen dabei, gemeinsam mit Marc Chagall, das Schtetl als europäischen Sehnsuchtsort. Wolf-Dietrich Sprenger (Lesung) und Brigitte van Kann (Kommentierung). Das Bucerius Kunstform zeigt die Ausstellung »Marc Chagall. Lebenslinien« bis 16. Januar 2011. Wegen des großen Interesses wiederholt der Jüdische Salon am Grindel e.V. die Veranstaltung aus dem Rahmenprogramm vom 3. November. 20 Uhr. Grindelhof 59, 20146 Hamburg.

12.1. --- Literaturhaus Lesung. Spaß mit Büchern. Martina Wildner liest aus ihrem Buch „Cora und Fred: Ein Zwilling kommt selten allein“. Cora und Fred sind fast neun, und sie sind Zwillinge. Im Grunde, finden sie, sind Zwillinge ja auch nichts anderes als Geschwister, und Geschwister streiten nun mal dauernd. Ob ihre Zahnputz-Sanduhren wirklich genau gleich lange drei Minuten anzeigen. Oder wer von ihnen mutiger ist. Aber wenn es ernst wird, halten sie natürlich zusammen. Zum Beispiel um den Eltern klarzumachen, dass sie nicht länger nebeneinander auf einer „Ehematratze” schlafen wollen, sondern getrennte Betten brauchen, und zwar Hochbetten. Das Problem ist nur, dass Coras Hochbett ein bisschen höher zu sein scheint als Freds. Für Kinder ab 5 Jahren. 15.30 Uhr. Eintritt frei. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

12.1. --- Literaturhaus Lesung. Manfred Schneider – „Das Attentat“. Das Attentat ist eine im politischen und gesellschaftlichen Alltag allgegenwärtige Möglichkeit: Politiker, Stars, Prominente und ganze Staaten schützen sich mit immer mehr Bodyguards und rigiden Sicherheitssystemen gegen eine offenbar wachsende Bedrohung. Manfred Schneider geht in seinem faszinierenden Buch der Geschichte, den Formen und Folgen des Attentats auf den Grund. An einer Vielzahl von Beispielen, von Brutus’ Cäsarenmord, über die Ermordung Marats, John F. Kennedys oder John Lennons bis hin zu den Selbstmordattentaten unserer Tage, skizziert er die psychologische Struktur des Attentäters, dessen Tat immer für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Stets will der Täter das Bild der Macht zerschlagen und selbst im Auge der Welt erscheinen. Mit diesen Taten geht aber auch eine Geschichte ihrer Interpretationen einher: Fragen nach den Gründen, den Verschwörungen und den Wirkungen auf die Geschichte. Schneider zeigt, dass sich die Paranoia der Täter in der Paranoia der Interpreten wiederholt und heute im Wahn einer Hochsicherheitsgesellschaft ihr Ziel erreicht. Lothar Müller moderiert. 4-8 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

12.1. --- Jüdischer Salon am Grindel Autorenlesung. Doron Rabinovici – „Andernorts“ (nominiert für den Deutschen Buchpreis). „Dieses wunderbare Buch ist spannend wie ein Krimi, urkomisch wie die besten Woody-Allen-Filme und von einer berührenden Traurigkeit.“ (F.A.Z., August 2010). Weshalb polemisiert der israelische Kulturwissenschaftler Ethan Rosen gegen einen Artikel, den er selbst verfaßt hat? Erkennt er seinen eigenen Text nicht wieder? Oder ist er seinem Kollegen Klausinger in die Falle gegangen, mit dem er um eine Professur an der Wiener Universität konkurriert? Ethan Rosen und Rudi Klausinger: Beide sind sie Koryphäen auf demselben Forschungsgebiet, und doch könnten sie unterschiedlicher nicht sein: Rosen ist überall zu Hause und nirgends daheim. Selbst der Frau, die er liebt, stellt er sich unter falschem Namen vor. Klausinger wiederum ist Liebkind und Bastard zugleich. Er weiß sich jedem Ort anzupassen und ist trotzdem ruhelos: Was ihn treibt, ist die Suche nach seinem leiblichen Vater; sie führt ihn schließlich nach Israel und zu Ethan Rosen. Dessen Vater, ein alter Wiener Jude, der Auschwitz überlebte, braucht dringend eine neue Niere. Bald wird die Suche nach einem geeigneten Spenderorgan für die Angehörigen zur Obsession. Und selbst der obskure Rabbiner Berkowitsch hat plötzliches Interesse an den Rosens. Herkunft, Identität, Zugehörigkeit – um und um wirbelt Doron Rabinovici in seinem neuen Roman „Andernorts“ die Verhältnisse in einer jüdischen Familie, deckt ihre alten Geheimnisse auf und beobachtet sie bei neuen Heimlichkeiten. Am Ende dieser packend erzählten Geschichte sind alle Gewißheiten beseitigt. Nur eines scheint sicher: Heimat ist jener Ort, wo einem am fremdesten zumute ist. Dr. Doron Rabinovici, 1961 in Tel Aviv geboren, lebt seit 1964 in Wien. 20 Uhr. Grindelhof 59, 20146 Hamburg.

13.1. --- Literaturhaus Lesung. Hamburger Ziegel. „Ziegelfest“ zum Erscheinen des 12. Hamburger Jahrbuchs für Literatur. Der neue „Hamburger Ziegel”, das zwölfte Jahrbuch für Literatur, liegt druckfrisch vor, 600 Seiten stark, und ist nicht nur wunderbar zu lesen, sondern mit seiner gestalterischen Qualität auch eine Freude für jeden Bibliophilen. Der „Hamburger Ziegel” ist von Beginn an mit einem Anspruch aufgetreten, der ihn von vielen regional gebundenen Anthologien unterscheidet. Verbandsproporz, große Namen und sonstige Verdienste zählen absolut nicht. Es zählen, so der Anspruch, nur die Qualität der Texte und die Möglichkeit, sie für den Leser in interessante Lesestrecken einzubinden. Traditionell findet im Literaturhaus das legendäre „Ziegelfest” statt, bei dem sich in einer fröhlichen Mischung aus Poetry Slam und traditioneller Lesung 10 Autoren des aktuellen Bandes vorstellen. Das Publikum stimmt schriftlich über seine Favoriten ab. Als Preise verteilt die Behörde für Kultur und Medien 500,- Euro für den ersten, 250,- Euro für den zweiten und 150,- Euro für den dritten Sieger. Der neue „Ziegel” liegt natürlich massenhaft zum Kauf aus. Es wird dringend um pünktliches Erscheinen gebeten - Moderation: Jürgen Abel und Wolfgang Schömel. Eintritt frei. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

15.1. --- Literaturhaus Lesung. Krimifrühstück. Petra Oelker – „Die Nacht des Schierlings“. Die erfolgreiche Hamburg-Reihe feiert Jubiläum: Komödiantin Rosina ermittelt zum zehnten Mal. An einem sonnigen Herbstmorgen 1773 liegt ein Toter im morastigen Fleet. War der honorige Bürger ein Mitgiftjäger und Betrüger? Viele Hamburger hatten gute Gründe, Konditormeister Hofmann zu hassen: vom Apotheker im Opernhof über den jungen Grafen mit fragwürdiger Vergangenheit bis hin zum stummen Akrobaten Muto. Selbst die Beziehung zu Stieftochter Molly war nicht ungetrübt. 11 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

18.1. --- Literaturhaus Lesung. Karen Duve – „Anständig essen. Ein Selbstversuch“. In einem fernen Land, in einer fernen Zeit liebte Karen Duve Grillhähnchenpfanne aus der Aluschale, Haribo Colorado, Früchtequark mit Schokostreuseln von Aldi und Curryketchup in unattraktiven Plastikflaschen. Ohne eine üppige Dosis Coca Cola light war ein Tag am Schreibtisch ein verlorener Tag. Doch dann zog Karen Duve vom Bauernhof in Schleswig-Holstein nach Brandenburg. Neben Pitbull Bulli, Huhn „der Piepsi” und dem störrischen Maultier Bonzo lebte auch Karen Duves fleischgewordenes Gewissen auf dem Hof und piesackte ihre Mitbewohnerin mit allerlei Lehrreichem über fleischlose Ernährung, Biokost und Tierrechte. Wie das moralische Insekt mit Zylinder und Gamaschen einst den hölzernen Disney-Pinocchio umschwirrte Duves persönlicher „Jiminy Grille” die Autorin Tag für Tag, bis diese ihre bisherige Lebensweise radikal in Frage stellte und zum Selbstexperiment schritt: „Je einen Mond lang würde ich in den Mokassins einer Bio-Lebensmittel-Konsumentin, einer Vegetarierin, einer Veganerin und einer Frutarierin gehen. Nein, lieber gleich zwei Monate.” Iris Radisch moderiert. 6-10 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

19.1. --- Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften ZBW Buchvorstellung. Udo Reifner – „Die Geldgesellschaft – Aus der Finanzkrise lernen“. Prof. Dr. Udo Reifner stellt sein neuestes vor. Dr. Brigitte Preissl, die Chefredakteurin von Wirtschaftsdienst und Intereconomics, wird die Veranstaltung moderieren. Die Analyse der Finanzkrise nimmt Udo Reifner zum Anlass für eine systematische allgemein verständliche Darstellung der modernen Geldgesellschaft. Verbrauchersicht und soziologische Perspektive verändern das Verständnis von der Anleger- zur Kreditkrise, stellen das Verhältnis von Geld- und Realwirtschaft vom Kopf auf die Füße. Dass auch die finanztechnischen Details übersetzt und verstanden werden können, zeigt dieser bisher einmalige Versuch finanzieller Allgemeinbildung zur Förderung von Wirtschaftsdemokratie. Eintritt frei. 18 Uhr. Neuer Jungfernstieg 21, Raum 519, 20354 Hamburg.

20.1. --- Literaturhaus Lesung. Ein Albert-Vigoleis-Thelen-Abend. Quatschverzapfer, Prallerzähler und Phantasiemaschinenbetreiber: Ulrich Faure und Jürgen Pütz stellen den großen Erzähler Albert Vigoleis Thelen vor, Michail Paweletz liest ausgewählte Texte. „von mutter bekam ich einen brief, wo von einem fasan die rede war. du schreibst von enten: das alles bewegt mein gemüt sehr, aber noch mehr meine kaldaune, die auf solche gaben verzichten müssen. die kartoffel hat ihren einzug in unser haus gehalten – es ist zum weinen! auch ohne sie selbst schälen zu müssen, bin ich erniedrigt” Thelen aus Amsterdam am 13.4.1953. Ein Geheimtipp? Ein Außenseiter? Es mangelte nie an Versuchen, den Autor Albert Vigoleis Thelen und dessen Werk zu etikettieren. 1903 am Niederrhein geboren, beginnt er in den frühen Vierzigerjahren zu schreiben, als er in Portugal Zuflucht vor den Nationalsozialisten gefunden hatte. Sein literarischer Ruhm verband sich hauptsächlich mit dem 1953 erschienenen Roman „Die Insel des zweiten Gesichts”, einem ab- und ausschweifenden Werk, das zu den Literaturdoktrinen jener Zeit wie die Faust aufs Auge passte und auf einer Tagung der „Gruppe 47” folgerichtig keine Gnade vor den Augen der Kahlschlagliteraturvertreter fand. Nach seinem Roman „Der schwarze Herr Bahßetrup” (1956) verließ Thelen die große literarische Bühne. 1989 starb er in Dülken. Anlass der Hommage an Albert Vigoleis Thelen ist die Veröffentlichung des ersten Bandes – „Meine Heimat bin ich selbst”– der Briefausgabe, die im DuMont Verlag erscheint. Kurzweilig und unterhaltsam werden die Herausgeber Ulrich Faure und Jürgen Pütz in das Werk Thelens einführen. Eine unveröffentlichte Filmaufnahme von Thelen wird zu sehen sein und ein Tondokument zu hören, in dem Thelen sich über Hans Werner Richter, den Gründer der „Gruppe 47”, beschwert. Thelens Humor, seine Sprachmächtigkeit und seine uneingeschränkt humanistische Haltung in Zeiten der Diktatur ziehen die Zuhörer in ihren Bann – und laden dazu ein, aus einem Geheimtipp endlich einen Nicht-Geheimtipp zu machen. 4-8 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

24.1. --- Literaturhaus Lesung. Schulhausroman – jeder kann schreiben. Schülerinnen und Schüler von Hamburger Gesamtschulen samt Schreibcoaches präsentieren ihre Schulhausromane. Mit der Franz-von-Assisi-Schule und Katrin Seddig, der Heinrich-Hertz-Schule und Gerhard Henschel, der Gesamtschule Kirchdorf und Laura de Weck sowie der Gesamtschule Stellingen und Stefan Beuse. Wie kann ich meine Gedanken in Worte fassen? Wie entwickle ich eine Figur? Wie wird meine Geschichte spannend? Die Rolle, die die Autoren beim Projekt Schulhausroman einnehmen, gleicht ein wenig der des Geburtshelfers. Denn an Ideen und Stoff für einen Roman fehlt es den Jugendlichen ganz bestimmt nicht. Schließlich leben sie nicht in Watte gepackt, sondern in den verschiedensten sozialen Realitäten. So haben sich Schüler zum Beispiel das folgende Szenario ausgedacht: „Florian wohnt in einer Wohnung im fünften Stock in der Tondernstraße in Dulsberg. Eintritt frei. 19 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

25.1. --- Literaturhaus Lesung. Philosophisches Café: Ines Geipel, Thema: Seelenriss, „Das Ich verlangsamt sich derart, dass es gleichsam aus der Welt fällt. Die Seele reißt.” Zum Beispiel der Torwart Robert Enke. Scheinbar eine Erfolgsgeschichte, wenn auch sein Aufstieg von Tiefs unterbrochen war. Ines Geipel erzählt sie als Entwurzelungsdepression. Oder Ute Krause, wie Enke ein DDR-Kind. Sie wurde mit Medikamenten zur Hochleistungsschwimmerin gezüchtet und stieg aus. Aber es gelang ihr nicht mehr, an sich selbst anzuknüpfen. Ines Geipel untersucht Nahtstellen zwischen der individuellen Lebensgeschichte und den Geschichten der Gesellschaft, der Wirtschaft, der Politik oder eben des Sports. Sie selbst war Leichtathletin in der DDR, holte mit der 4 x 100-Meter-Staffel den Weltrekord und geriet ohne ihr Wissen ins staatliche Dopingprogramm. Inzwischen ist sie Schriftstellerin und Professorin für Verssprache an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch”. In ihrem neuen Buch „Seelenriss” (Klett-Cotta) folgt sie den Spuren der Depression, ausgehend von den Individuen in die deutsche Geschichte hinein, bis zum alltäglichen Leistungsdruck der Gegenwart. Reinhard Kahl moderiert. 4-8 €. 19 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

25.1. --- Thalia Bücher Lesung. Arno Strobel – „Das Wesen“. Ein kleines Mädchen stirbt, und der Hauptverdächtige wandert in den Knast - unschuldig? 15 Jahre später: Wieder verschwindet ein Kind, und der Albtraum beginnt von vorn - für die Ermittler und den Täter von damals. Ein verurteilter Psychiater und ein besessener Kommissar - ein erbittertes Psychoduell um Schuld und Rache. 20.15 Uhr. Große Bleichen 19, 20354 Hamburg. 

26.1. --- Literaturhaus Lesung. Klaus Böldl – „Der nächtliche Lehrer“. In einer kleinen Stadt im hohen Norden von Schweden tritt Lennart eine Stelle als Lehrer an. Er heiratet die Bibliothekarin Elisabeth, die kurz darauf bei einem Unfall ums Leben kommt. Danach wird Lennart vollends zum Einzelgänger, der seine Tage auf einem prähistorischen Grabhügel verbringt und irgendwann seine Arbeit aufgibt. Nur manchmal kehrt er noch nachts in das Schulhaus zurück, wo er umgeht wie ein sanftes Gespenst, das sein Leben sucht. Klaus Böldl schreibt mit absoluter Souveränität über Sehnsucht, Erinnerung und den Lauf der Zeit voller Lakonie, Humor und höchster Spannung. Es ist eine Prosa, die den Schleier der Wirklichkeit zerreißt, um das verborgene Geheimnis des Lebens aufzudecken. 20.30 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

27.1. --- Löwenarthaus Rothenburgsort Lesung. Gedankenflieger – Philosophieren mit Kindern. Löwen, Kinder, Roboter – Wer ist hier eigentlich lebendig? Dass Kinder und Löwen lebendig sind, daran werden wenige zweifeln, ebenso wenig wie bei Meerschweinchen, Katzen oder Mäusen. Wie es um Aibo, dem Roboterhund, steht, den wir kennen lernen werden, ist schon eine andere Frage. Ein Schülerteam aus Wilhelmsburg hat in ihrem Schulhausroman (vgl. 24.1.) einen lebendigen Computer beschrieben: MegaTron hat ein Herz und eine Seele, sein Herz ist ein Mainboard, seine Seele ist ein Betriebssystem. MegaTron atmet wie jeder normale Mensch, nämlich durch seinen Cooler. MegaTron hat einen 24-Zoll-Kopf. Der Kopf ist schwarz und hat eine schön polierte Glatze. Was sagt man dazu? Ist das Illusion oder Science-Fiction? Wie fühlt sich denn etwas Lebendiges an? Woran kann ich es erkennen? Die Kinderphilosophin Kristina Calvert macht sich mit den Kindern auf eine spannende Gedankenreise. Für Kinder von 5 bis 7 Jahren | Anmeldung unter Telefon 040-22 70 20 14 | Mit Hilfe der SAGA-GWG-Stiftung Nachbarschaft2 €. 15.30 Uhr. Entenwerderstieg 10, Entenwerder Stieg 10, 20539 Hamburg-Billwerder.

27.1. --- Literaturhaus Lesung. Toter Salon Spezial (vol. 4). Das Allerfeinste aus 30 Jahren Gernhardt-Eilert-Knorr mit Stargast Pit Knorr und den Gastgebern Gerhard Henschel und Richard Christian Kähler. Gernhardt, Eilert, Knorr – diese drei Namen stehen für „allerfeinste Satire”. So jedenfalls stand es im „Spiegel”, als in der Jungsteinzeit der erste Otto-Film in die Kinos kam. Doch die drei „Titanic”-Chefsatiriker Robert Gernhardt, Bernd Eilert und Pit Knorr haben noch viel mehr erschaffen als das grandiose Material für die Fernsehshows, Platten, Bücher und Kinofilme von Otto Waalkes, dessen dreifaltig geniale Gaglieferanten sie jahrzehntelang waren. Hinter dem Kürzel „GEK” (Gernhardt-Eilert-Knorr) verbirgt sich ein ebenso hochproduktives wie tiefen-wirksames Kreativkollektiv der „Neuen Frankfurter Schule”, der Geburtsklinik des nachkriegsdeutschen Humors. „Helligkeit und Schnelligkeit” lautete das Credo der GEK-Gruppe (nach einem Satz von Christian Morgenstern). Und hell und schnell war demzufolge auch alles, was sie taten oder andere „Titanic”-Autoren zu tun anregten, egal, ob man in der „Stern”-Nachfolge „Hitlers Poesie-Album” entdeckte, den betrügerischen „Buntstiftlutscher” bei „Wetten, dass” einschleuste oder „Zonen-Gaby“ ihre erste Wiedervereinigungsbanane entdecken ließ. 6-10 €. 20 Uhr. Schwanenwik 38, 22087 Hamburg.

Hannover

13.1. --- Lehmanns Buchhandlung Lesung. LiteraTour Nord 10/11. Peter Waterhouse – „Der Honigverkäufer im Palastgarten und das Auditorium Maximum“. Moderation: Martin Rector. Der Ich-Erzähler, ein Wiener Schriftsteller und Übersetzer, wird eingeladen, ein Tiroler Tal zu bereisen und zu beschreiben, doch in seinem Kopf wandert er, einzelnen Worten und Wendungen nachspürend, durch die Werke von Dickens und Shakespeare, aber auch, bedrängt von seinen politischen Wahrnehmungen, in das von protestierenden Studenten besetzte Auditorium Maximum und in das postkoloniale afrikanische Ruanda. 5-7 €. 20.30 Uhr. Georgstraße 10, 30159 Hannover.

19.1. --- Lehmanns Buchhandlung Lesung. Petra Gerster & Christian Nürberge – „Charakter“. Bildung – das war einmal mehr als technisches Wissen und glattes Funktionieren. Bildung betraf einmal den ganzen Menschen, seine tägliche Lebensführung, seine Werte, seine Kultur, seine Leidenschaften und seine Verantwortung der Welt gegenüber. Zur Bildung gehörte einmal all das, was den Charakter formt. Eine solche Charakterbildung ist heute notwendiger denn je. Es herrscht Mangel an reifen, echten Persönlichkeiten, die die drängenden Probleme unserer Zeit mit Originalität, Mut und Eigensinn anpacken. Petra Gerster und ­Christian Nürnberger plädieren vehement dafür, das knappe Gut Charakter zu fördern – und zeigen, wie der Charakter reift, ein Leben lang. 20.30 Uhr. Georgstraße 10, 30159 Hannover.

27.1. --- Literaturhaus Lesung. LiteraTour Nord 10/11. Anna Mitgutsch – „Wenn du wiederkommst“. Moderation: Martin Rector. Fünfzehn Jahre nach der Scheidung, aber ohne endgültige Trennung, hatten sie versucht, noch einmal von vorne anzufangen: Jerome, der als Sohn jüdischer Emigranten in Boston aufwuchs, und die Ich-Erzählerin. Doch dann stirbt Jerome, und der Witwe bleibt nur die Trauerklage, die zugleich zum hellsichtigen Porträt eines großen Entwurfs von Ehe wird. 5-7 €. 19.30 Uhr. Sophienstraße 2, 30159 Hannover.

Heidelberg

24.1. --- Aula der Pädagogischen Hochschule Heidelberg Lesung. Peter Stamm – „Seerücken“. „Ein brillanter Erzähler.“ Der Spiegel „Was das Scheitern anbelangt, das leise Scheitern im Alltag, dem kein dramatisches Leiden folgt, darin ist der 1963 geborene Schweizer Peter Stamm ein literarischer Meister. (...) Auf geradezu prekäre Weise sind die Erzählungen auch darin stimmig, dass sie die Verzagtheit zum natürlichen Lebenszustand der Menschen erklären.“ Karl-Markus Gauss, Die Zeit Peter Stamm erzählt ungeheuer kunstvoll und scheinbar so einfach von Leben, die nicht gelebt, die aufgeschoben, erinnert und schließlich verpasst werden. In lakonischen Sätzen und unauffällig stimmungsvollen Szenen findet er – leicht lesbar, aber schwer verdaulich – die kaum spürbaren Eruptionen, die sich im Rückblick als Erdbeben erweisen. Die Einsamkeit im gemeinsamen Urlaub. Ein verlassenes Hotel in den Bergen. Ein Mädchen im Wald. Ein Pfarrer, der die Vögel füttert. Die erste Liebe mit Gewicht. Peter Stamm zeigt sich auch in »Seerücken« wieder als Meister der Kurzgeschichte. „Literatur und Musik am Montag“ 20 Uhr. Keplerstraße 87, 69120 Heidelberg.

Kamenz

23.1. --- Lessing-Museum/Röhrmeisterhaus Lesung. Lesung mit den Lessing-Förderpreisträgern Renatus Deckert (Berlin) und Andreas Heidtmann (Leipzig). 11 Uhr. Lessingplatz 1-3, 01917 Kamenz.

23.1. --- Stadttheater Gespräch. Michael Hametner im Gespräch mit Monika Maron anlässlich der Vergabe des Lessing-Preises 2011. Eintritt frei. 16.05 Uhr. Pulsnitzer Straße 11, 01917 Kamenz.

Keltern

19.1. --- Rathaussaal Keltern – Dietlingen Lesung. Oliver Bottini – „Das verborgene Netz“. Berlin: Ein Mann wird zusammengeschlagen, der Täter entkommt unerkannt. Kripo-Hauptkommissarin Louise Bonì ermittelt, denn eine Spur führt nach Freiburg. Ein beunruhigender Fall: Der Täter scheint ein Profi zu sein, das Opfer ein Geheimdienstspitzel, die einzige Zeugin weiß mehr, als sie sagt, und im Hintergrund agiert der Verfassungsschutz, verweigert aber die Kooperation. Ein ums andere Mal wird Louise Bonì ausgebremst doch wann hätte sie sich davon je beeindrucken lassen? Sie spürt, dass sich das Netz immer enger zusammenzieht. Doch bis sie die Wahrheit entdeckt, ist es für einen der Beteiligten bereits zu spät. Oliver Bottini, Träger des Deutschen Krimi Preises, erzeugt in seinem fünften Roman mit Kommissarin Louise Bonì eine faszinierend-bedrohliche Atmosphäre der Spannung, der sich keiner entziehen kann. 20 Uhr. Östliche Friedrichstraße 2, 75210 Keltern.

Kiel

23.1. --- Literaturhaus Lesung & Buchvorstellung. Moshe Zimmermann – „Das Amt und die Vergangenheit“. Der Historiker und Publizist Moshe Zimmermann, seit 1986 Direktor des Richard-Koebner-Center of German History und Professor für Neuere Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem, stellt „Das Amt und die Vergangenheit“ vor. An dem Buch arbeitete Zimmermann als einer von vier Autoren, die auf Anordnung des damaligen Außenministers Joschka Fischer die Geschichte des Auswärtigen Dienstes im Nationalsozialismus und den Umgang mit dieser Vergangenheit nach 1945 eingehend untersuchten. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Geschichte der deutschen Juden und des Antisemitismus und die deutsche Sozialgeschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts. Moshe Zimmermann, 1943 in Jerusalem geboren, gewann diverse Preise für seine Arbeiten, darunter den Jakob- und Wilhelm-Grimm-Preis des DAAD in 1997 den Lessing-Preis für Kritik in 2006 und den Dr.- Leopold-Lucas-Preis der Universität Tübingen für sein Engagement für Völkerverständigung und Toleranz. Eintritt frei. Anmeldung erbeten. 16 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

24.1. --- Literaturhaus Lesung. Michael Kleeberg – „Das amerikanische Hospital“. Der Autor liest aus seinem neuen Roman. Paris, im Winter 1991. Hélène steht in der Empfangshalle des amerikanischen Hospitals, als vor ihr ein Mann zusammenbricht. Sein Blick brennt sich in ihre Augen. Das ist die erste Begegnung zwischen der dreißigjährigen Pariserin und David Cote, einem amerikanischen Soldaten. Die beiden vom Schicksal Gebeutelten freunden sich an und stützen einander auf ihrer schmerzhaften Suche nach der Wahrheit über sich selbst. Michael Kleeberg versteht es auf eindringliche Weise, Zeitgeschichtliches und Privates, die seelischen Qualen des Krieges und die körperlichen des unerfüllten Kinderwunschs mit der dichten Atmosphäre von Paris zu verweben. Ein meisterhaft komponierter Roman über die Liebe in Zeiten der neuen Kriege voll erschütternder und unvergesslicher Szenen. Michael Kleeberg, geboren 1959 in Stuttgart, studierte in Hamburg Politische Wissenschaften und Neuere Geschichte sowie an der Hochschule der Künste Visuelle Kommunikation. Nach Zwischen-stationen in Rom, Amsterdam und Paris lebt er seit 2000 als freier Schriftsteller und Übersetzer aus dem Französischen (Marcel Proust) und Englischen (John Dos Passos) in Berlin. Für sein in zahlreiche Sprachen übersetztes literarisches Werk wurde er mit dem Anna-Seghers-Preis (1996), dem Lion-Feuchtwanger-Preis (2000) und dem Irmgard-Heilmann-Preis (2008) ausgezeichnet, außerdem war er 2008 Mainzer Stadtschreiber. 4-7 €. 20 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

27.1. --- Hansa48 Lesung. „Texte unter der Lupe“ - Öffentliche Präsentation zum Abschluss der Textwerkstatt mit Stephan Turowski. Die Teilnehmer der Textwerkstatt "Texte unter der Lupe" präsentieren zusammen mit dem Werkstattleiter Stephan Turowski Ergebnisse ihrer Werkstattarbeit, die in den letzten Monaten im Literaturhaus entstanden sind. Junge Texte der ebenso jungen Autorinnen und Autoren sind an diesem Abend in der Hansa48 live zu hören. Eintritt frei. 20-21 Uhr. Hansastraße 48, 24118 Kiel.

27.1. --- Literaturhaus Lesung. Die italienische Autorin Antonia Arslan stellt ihren Roman „Das Haus der Lerchen“ vor - Lesung in deutscher und italienischer Sprache. Mitten in den Hügeln Anatoliens liegt das eindrucksvolle „Haus der Lerchen“ – ein Paradies und der ganze Stolz des armenischen Apothekers Sempad. Voller Ungeduld erwarten er und seine zahlreiche Familie die Ankunft seines Bruders Yerwant, der es in Italien als Arzt zu großem Ansehen gebracht hat. Doch es ist das Jahr 1915, kurz vor Ostern: In der jungen Türkei kommt es zu Pogromen gegen die Armenier, und ein Blutbad verwandelt das Haus der Lerchen in einen Ort des Schreckens. Nur die Frauen bleiben verschont, aber ihr Schicksal ist noch nicht besiegelt …. Antonia Arslan war Professorin für Italienische Literatur an der Universität von Padua. Als sie an der Übersetzung von Gedichten des armenischen Dichters Daniel Varujan arbeitete, stieß sie auf ihre eigenen armenischen Wurzeln. Sie erinnerte sich an Erzählungen ihres Großvaters Yerwant Arslanian, der 1924 die italienische Regierung darum bat, die Endsilbe -ian aus dem Namen streichen zu dürfen, da sie eindeutig seine armenische Identität kennzeichnete. Und sie fragte ihre Eltern nach der eigenen Familiengeschichte. Mit der Niederschrift des Romans gelang es ihr, zu ihren Wurzeln, dem Haus der Lerchen zurückzukehren, etwas, das ihrem Großvater sein Leben lang verwehrt blieb. Als das Buch in Italien erschien, begeisterte es auf Anhieb Kritiker und Leser. Es stand monatelang auf der Bestsellerliste und wurde für den renommierten „Premio Campiello“ nominiert und wurde ausgezeichnet mit dem italienischen „P.E.N.-Club-Preis“ sowie dem „Manzoni-Preis“. Der Roman wird von den Taviani-Brüdern verfilmt. Antonia Arslan lebt in Padua. 4-7 €. 20 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

28.1. --- Literaturhaus Lesung. Haruki Murakami – „1Q84“. Der neue Roman von Haruki Murakami wird von seiner Übersetzerin Ursula Gräfe vorgestellt. Im Oktober 2010 erschien der neue Roman von Haruki Murakami „1Q84“, der die ersten beiden Bände einer Trilogie enthält, in deutscher Fassung. Murakamis Bestseller führt in eine Welt voller Geheimnisse und erzählt zugleich die Geschichte einer unsterblichen Liebe: Aomame, die als Auftragskillerin in Diensten einer alten Dame Vergewaltiger aus der Welt schafft und Trost bei älteren Gelegenheitsbekanntschaften sucht, und Tengo, der Schriftsteller sein möchte, aber nur dahinlebt. Sie leben plötzlich in einer Welt, in der zwei Monde am Nachthimmel hängen – einer Parallelwelt. Um diese Sphäre vom gewöhnlichen Leben im Jahr 1984 zu unterscheiden, gibt Aomame der neuen, unheimlichen Welt den Namen 1Q84. Das Buch wird von Murakamis Übersetzerin Ursula Gräfe, geboren 1956, vorgestellt. Die studierte Japanologin und Anglistin arbeitet seit 1988 als Literaturübersetzerin und hat u.a. Werke von R.K. Narayan, Haruki Murakami, Yasushi Inoue und Kenzaburo Oe ins Deutsche übertragen. Außerdem ist sie Autorin einer Buddha-Biographie und Herausgeberin mehrerer Anthologien. Ursula Gräfe lebt in Frankfurt am Main, verbringt aber jedes Jahr einige Zeit in Asien, vor allem in Indien. 3 € (Mitglieder der DJG und des Freundeskreises Literaturhaus SH frei). 19 Uhr. Schwanenweg 13, 24105 Kiel.

Köln

4.1. --- Lengfeld'sche Buchhandlung Lesung. Uwe Johnsons – „Jahrestage“, gelesen von Bernt Hahn. Lesung in 68 Teilen jeden 1. und 3. Dienstag im Monat. 19.30 Uhr. Kolpingplatz 1, 50667 Köln.

9.1. --- Literaturhaus Lesung. Betrachtungen eines Unzeitgemäßen. Ein Abend für Albrecht Fabri. Mit Jürgen Becker. Ein Abend für Albrecht Fabri. Mit Jürgen Becker Schreiben sei für ihn »mit und gegen sich selbst pokern« gewesen, hat der Essayist, Kunst- und Literaturkritiker Albrecht Fabri (1911-1998) gesagt. Seiner Frau und dem Mitherausgeber seiner Gesammelten Schriften hat er mit dieser Haltung die Arbeit erschwert. Ein Pokerspieler sei nun einmal kein Sammler, meint Ingeborg Fabri in der Editorischen Notiz zu Der schmutzige Daumen. Gerade das Momenthafte, Unberechenbare des Pokerspielers aber hat Fabri zu einem zeitlosen Kunsttheoretiker werden lassen. Am 20. Februar würde Albrecht Fabri seinen 100. Geburtstag in Köln feiern, wo er geboren wurde und lebte. Der Schriftsteller Jürgen Becker liest aus diesem Anlass aus Fabris Schriften und lässt sich von Insa Wilke nach der Kölner Legende befragen. Veranstaltungspartner: Kunstmeile Süd, Stadt Köln. 18 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

11.1. --- Literaturhaus Lesung. Esther Kinsky – „Rückkehr der Aura“. Eine literarische Entdeckung: Esther Kinsky. Als Esther Kinsky 2009 ihren ersten Roman veröffentlichte, ging ein Raunen durch die literarische Republik. Sommerfrische war der Überraschungserfolg der Saison. Schwarz auf weiß, nur Schrift, und doch ein Wunder, schrieb die FAS wenig später auch über Kinskys Gedichte. Bislang hatte sich die Autorin zwar einen Namen als Übersetzerin gemacht, zuletzt mit der Übertragung von Olga Tokarczuks Romanen. Doch seit Sommerfrische verzaubert ihr ganz eigener Ton äußerster Lakonie die Leser. Den Stoff für ihre auratischen Texte findet Kinsky im Grenzgebiet zwischen Ungarn, Rumänien und Serbien. Anders als Herta Müller feiert sie die Banater Landschaft und ihre Menschen, die dort mit ihr in der bergangsgesellschaft leben. Bei uns liest die Autorin aus ihrem neuen Mosaikroman Banatsko und unterhält sich mit der Literaturkritikerin Ina Hartwig über Leidenschaften und Hoffnungen, die im Boden versickern und so die Frösche ernähren. Fast ein Heimspiel für die Grenzgängerin, denn aufgewachsen ist sie in Bonn.5-9 €. 20 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

13.1. --- Literaturhaus Lesung. Der Literarische Salon International. Zu Gast bei Guy Helminger und Navid Kermani: Paul Maar. Zu Gast bei Guy Helminger und Navid Kermani: Paul Maar Jetzt kommt’s raus: Guy Helminger und Navid Kermani haben viele bekannte und großartige Autoren zu Gast im Salon gehabt. Aber von einem haben sie von Anfang an, ach was, seit ihrer Kindheit oder spätestens seit der Geburt ihrer Kinder geträumt: dem bekanntesten und großartigsten Kinderbuchautor Deutschlands. Was Paul Maar in seinen Büchern gelingt, von Herrn Bello bis zum Sams, ist ganz große Kunst, und zwar nicht nur für die Kleinen, wie verzückte Literaturkritiker seit langem schon zugeben. Wie schafft er das nur? Das wollen Helminger und Kermani von ihm wissen an einem Abend für Kinder, die noch wach bleiben dürfen, Eltern, die alles erlauben, und alle Anderen, die sich für gute Literatur begeistern. VvK: www.offticket.de Veranstaltungspartner: SK Stiftung Kultur, Stadt Köln, Augenklinik am Neumarkt, Stadtgarten, Buchhandlung Klaus Bittner, Schauspiel Köln. 20.30 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

18.1. --- Literaturhaus Lesung. Janne Teller – „Nichts. Was im Leben wichtig ist.“ Erst verboten, dann preisgekrönt. Zuerst wollte niemand diesen Roman veröffentlichen. Dann wurde er vom dänischen Schulamt verboten. Jetzt ist er ein preisgekrönter Bestseller. Selten hat ein Jugendbuch für so viele Diskussionen gesorgt wie der Roman Nichts. Was im Leben wichtig ist. Geschrieben hat ihn die dänische Autorin Janne Teller. In ihrem Buch behauptet ein Jugendlicher, es lohne sich nicht, irgendetwas zu tun. Denn nichts habe irgendeine Bedeutung. Seine Mitschüler fühlen sich von dieser Behauptung provoziert. Sie versuchen zu beweisen, dass bestimmte Dinge für sie doch eine Bedeutung haben – indem sie diese Dinge opfern. Was harmlos beginnt, eskaliert schon bald. Janne Teller stellt in diesem Roman keine geringere Frage als die, welchen Sinn unser Leben hat und welche Richtung wir ihm geben wollen. So radikal wurde dieses Thema selten behandelt, auch nicht für Erwachsene. Das Gespräch moderiert Margarete von Schwarzkopf. Veranstaltungspartner: Carl Hanser Verlag. 19 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

20.1. --- Literaturhaus Lesung. Rolf-Bernhard Essig – „Helden gesucht?!“. Rolf-Bernhard Essig zeigt echte Helden mit menschlichen Schwächen. Ein einbeiniger Marathonläufer, der für die Krebshilfe sammelt; die Feuerwehrleute des 11. September; Greenpeace-Aktivisten, die ihr Leben für den Umweltschutz riskieren – sie und viele andere, die sich selbstlos engagieren, sind die Helden unserer Zeit. In seinem neuen Buch Wann ist ein Held ein Held? erzählt Rolf-Bernhard Essig ihre Geschichten. Dabei macht er deutlich, dass echte Helden keine Supermänner und -frauen sind, sondern Menschen, die auch Schwächen besitzen und nicht immer liebenswürdig sind. Gleichzeitig fragt er, ob wir eigentlich Helden brauchen, und wenn ja, welche. Essig ist Autor zahlreicher Sach- und Hörbücher. Bekannt wurde er durch seine Beschäftigung mit Sprichwörtern und Redensarten, nachzulesen u.a. in seinen Büchern Warum die Schweine pfeifen und Wie die Kuh aufs Eis kam. Wer die Kuh am Ende vom Eis holt, das wird Essig an diesem Abend erzählen. Veranstaltungspartner: Lengfeld'sche Buchhandlung. 18 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

25.1. --- Literaturhaus Lesung. „Der Regen auf die Schlucht“. Eine Soirée mit französischer Literatur und Musik des 20. Jahrhunderts. Eine Soirée mit französischer Literatur und Musik des 20. Jahrhunderts An diesem Abend steigen die Zuhörer in Die Trambahn des Literaturnobelpreisträgers Claude Simon. Sie nimmt sie mit auf eine Reise der Erinnerung in die Stadt einer Kindheit: von der Endstation vor dem Kino mit den grell erleuchteten Plakaten, vorbei an Kriegsinvaliden bis hinunter zum mondänen Badestrand. Dort spielt die Tanzmusik. Die Reise geht weiter durch andere Romane Simons, in denen Wolken in der Morgendämmerung Farben und Formen pausenlos ändern und nasses Laub zu einer philosophischen Materie und zugleich greifbar wird. Diese Stimmungen setzen sich in den Gedichten Yves Bonnefoys fort. Bonnefoy konzentriert sich auf die einfachen Dinge, die kostbaren Momente reiner Präsenz: Ein Stein, Der Sommerregen, Der Regen auf die Schlucht. Begleitet und umwoben werden die Texte von der Musik Claude Debussys, Gabriel Faurés, Darius Milhauds, Jean Françaix‘ und Philippe Hersants. Sprecher: Jörg Hustiak. Musik: trio rot (Gillian Lampater – Flöte, Felicia Meric – Cello, Keiko Nakayama – Klavier). Veranstaltungspartner: Lengfeld‘sche Buchhandlung Vorverkauf: Lengfeld'sche Buchhandlung, 0221 2578403. 19.30 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

26.1. --- Literaturhaus Lesung. „Ein Abbild der Welt festhalten“. Die Lyrikerinnen Uljana Wolf und Swantje Lichtenstein fragen nach der Welt im Bild. Für seine Ausstellung Ins Wort gesetzt hat der Fotograf Robert Häusser 37 bekannte Lyrikerinnen und Lyriker gebeten, sich ein Bild auszusuchen und mit ihren Mitteln darauf zu antworten. Entstanden ist ein dichtes Netz von Assoziationen und ein vielstimmiger, in ganz unterschiedlicher Weise visueller Widerhall unserer Zeit. Eine der Lyrikerinnen haben wir eingeladen: Uljana Wolf, die jüngste Huchel-Preisträgerin und deutsch-polnische Grenzgängerin mit Wohnsitz in Berlin und New York. Sie wird sich mit der Kölner Lyrikerin Swantje Lichtenstein, die soeben mit dem Istanbul-Stipendium der Stadt Köln ausgezeichnet wurde, frei nach Kleist, in der allmählichen Verfertigung der Gedanken beim Reden üben. Denn im Raum steht die alte Frage nach Konkurrenz und gegenseitiger Inspiration von Bild und Wort. Gerade in Köln, der Stadt Rolf Dieter Brinkmanns, wurde in dieser Hinsicht Pionierarbeit geleistet. Im bildmächtigsten Jahrhundert wird es Zeit für eine Bestandsaufnahme. Gedichte werden natürlich auch gelesen. Veranstaltungspartner: Museum für Angewandte Kunst. 19 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

27.1. --- Literaturhaus Lesung. LATE NIGHT: Die Rottenkinckschow. Ann Cotten, Monika Rinck und Sabine Scho proben frei nach Karl Valentin den Tanz der Vernunft um beide Pole des Irrsinns. Die ROTTENKINCKSCHOW der drei Lyrikerinnen Ann Cotten, Monika Rinck und Sabine Scho ist eine Analyse-Show, die vor keinem Mittel zurückschreckt, um Anschaulichkeit herzustellen. Sabine Scho hat sie uns so erklärt: „Die RKS lebt vom allmählichen Verfertigen des Verstörens beim Machen. Und das öffentlich. Wir stellen sie nicht heimlich dann Zuhause nach oder studieren sie schon vorher wie das Forellenquintett ein. Es geht nicht um Perfektion, sondern um die Frage nach der Performance und ob üben eigentlich feige oder nur unüberraschend ist. Wir alle drei sind, so gut wie jeder Intellektuelle, der den Namen verdient, beherrscht vom Dämon der Selbstüberraschung. Denn wir sind es leid, einfach mit schon fertigen Torten zu schmeißen.“ Es ist bereits die fünfte RKS, die nun endlich auch in Köln gastiert. Thema: REPARATUR. Denn man merke sich: „Wenn Sie nichts haben als einen Hammer, dann wird Ihnen alles zum Nagel.“ – Wenn alles repariert ist, legen wir Musik auf, und vielleicht mögen Sie auch noch bleiben?! Veranstaltungspartner: Blue Shell, Hochschulradio Kölncampus. 21.30 Uhr. Schönhauser Straße 8, 50968 Köln.

Langenau

20.1. --- Pfleghof Lesung. Jan Weiler – „Mein Leben als Mensch“. Es gibt Neues von der Familie. Von Sara, der Ehefrau, und den Kindern Carla und Nick. Und natürlich von Antonio, dem italienischen Schwiegervater. Der zum Beispiel vor der Wä-Emme, der Fußball-Weltmeisterschaft, noch schnell «eine Geräte mitte Flakebilde» kaufen muss. Und dabei seinen Schwiegersohn ebenso in den Wahnsinn treibt wie das gesamte Verkaufspersonal. 20 Uhr. Kirchgasse 9, 89129 Langenau.

Leipzig

11.1. --- Literaturhaus Lesung Gunter Preuß – „Adane – die Geschichte einer Andersartigen“ Lesung mit Gunter Preuß. In der Schule lernte Raimund schwer, was man ihn lehren wollte. Es kam vor, da stand er auf und erzählte mit beschwörender Stimme von einem unsichtbaren Wesen, das er Adane nannte und das ihn auf abenteuerliche Wege brachte. Später, als Holzbildhauer, versuchte er mit seiner Kunst einen Schlüssel für jene Liebe zu schaffen. Dafür nimmt er alles auf sich. Auch sein Scheitern. 20 Uhr. Saal 1, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

12.1. --- Literaturhaus Lesung. Peter Ensikat – „Meine ganzen Halbwahrheiten“ (DuMont Buchverlag 2010). Mit entlarvendem Humor blickt Peter Ensikat auf ein Leben zurück, das für die Geschichte eines ganzen Landes steht. Er erzählt von den Nachkriegsjahren in Finsterwalde und dem ersten Wodkarausch mit den russischen Freunden vom Fliegerhorst, von den problematischen Jahren als Familienvater und Kabarettist in der DDR und den Veränderungen im wiedervereinten Deutschland. „Dass ich ein Deutscher bin, das wurde mir erst so richtig klar, als ich jetzt zum ersten Mal über längere Zeit im Ausland war. Auch als DDR-Bürger fühlte ich mich im Grunde erst, nachdem diese DDR aufgehört hatte zu existieren.“ Peter Ensikat, 1941 geboren, studierte an der Theaterhochschule »Hans Otto« in Leipzig, arbeitete als Schauspieler am »Theater der Jungen Generation« in Dresden und am »Theater der Freundschaft« in Ost-Berlin. Später avancierte er zu einem der meistgespielten Kabarett- und Theaterautoren der DDR. 1991 wurde er Gesellschafter, von 1999 bis 2006 künstlerischer Leiter des Kabaretts „Die Distel“. 2-3 €. 20 Uhr. Saal 3, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

13.1. --- SKALA Lesung. Nathalie Handal – „Love and Strange Horses“. die Autorin und aktuelle Picador Gastprofessorin Nathalie Handal unter anderem aus ihrem zuletzt erschienenen Gedichtband „Love and Strange Horses“. Im Anschluss spricht Nathalie Handal mit Annegret Richter von Dok Leipzig über sich, ihre Gedichte, ihre vielseitigen Projekte, auch am Theater, und die Stadt Leipzig. Nathalie Handal ist Dichterin, Bühnenautorin und Herausgeberin. Die Autorin, Jg. 1969, hat in Europa, den USA, der Karibik, Lateinamerika und der arabischen Welt gelebt. Von ihr wurden drei Gedichtbände, mehrere Theaterstücke und Anthologien veröffentlicht. Sie war Finalistin des Freedom Award 2009 und ihr jüngster Gedichtband Love and Strange Horses erhielt eine lobende Erwähnung auf dem San Francisco Book Festival und sie ist Gewinnerin des Pen Oakland/Josephine Miles National Book Award. Aktuell schreibt Nathalie Handal die Blog-Kolumne The City and The Writer für das Magazin Words without Borders. Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt! 20 Uhr. Gottschedstrasse 16, 04109 Leipzig.

18.1. --- Literaturhaus Vortrag. „Jour Fixe – Trends in der Buch- und Medienproduktion Carbon Footprint“. Vortrag von Achim Schorb (Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH). 18 Uhr. Saal 3, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

19.1. --- Literaturhaus Lesung. Alexander Osang – „Im nächsten Leben“ (Ch. Links 2010). Alexander Osang beschreibt Menschen, die gern etwas anderes sein wollen, die von einem nächsten Leben träumen oder einen Neuanfang wagen. Ob er von Cat Stevens erzählt, der sein Heil in einer neuen Religion sucht, oder von Ulrich Mühe, der nie seiner ostdeutschen Vergangenheit entfliehen konnte – seine Reportagen kommen mit Leichtigkeit daher, sind nie oberflächlich, immer tiefsinnig. Ein bescheiden machendes Buch mit Geschichten, wie sie nur das Leben schreibt. „Osangs Porträts sind etwas Besonderes: Nie erwartbar, manchmal abseitig, trotzdem immer irgendwie relevant. Es sind kleine, die ganze Aufmerksamkeit absorbierende Auszeiten von all dem, was eigener Alltag bedeutet“, befand die Süddeutsche Zeitung. Alexander Osangs Wege führten früh zum Journalismus. Nach einem Studium der Journalistik in Leipzig und einer Tätigkeit bei der Berliner Zeitung arbeitete er sieben Jahre als Reporter für den Spiegel in New York. Heute lebt Alexander Osang wieder in Berlin. Er veröffentlichte Romane, u.a. „Nachrichten“ (2000) und „Königstorkinder“ (2010). Für seine Reportagen erhielt er mehrfach den Egon-Erwin-Kisch-Preis und den Theodor-Wolff-Preis. Moderation: Christoph Links. 2-3 €. 19.30 Uhr. Saal 3, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

20.1. --- Literaturhaus Lesung. ÜBERSETZER STELLEN VOR. „Aldous Huxley – Porträt eines skeptischen Humanisten“. Der englische Autor und Philosoph Aldous Huxley (1894-1963) ist vielen Lesern allein durch seine düstere Anti-Utopie »Schöne neue Welt« (»Brave New World«) aus dem Jahr 1932 bekannt. Darin beschreibt er vorausschauend die Schrecken einer biologistisch harmonisierten Gesellschaft. Weniger verbreitet in Deutschland sind Huxleys lesenswerte Romane der 1920er und 1930er Jahre, die mit satirisch-kritischem Blick die britische Gesellschaft in der Zeit zwischen den Weltkriegen erfassen. Auch seine Essays, in denen er wichtigen ästhetischen, sozialen und politischen Fragestellungen nachgeht, verdienen unsere Aufmerksamkeit. – Aldous Huxley entstammt einer traditions-reichen Familie, die zu Englands Elite gehörte; sein Großvater Thomas Henry Huxley war ein Mitstreiter Darwins, der Großonkel Matthew Arnold eine der wichtigsten Geistesgrößen des viktorianischen Zeitalters. Zeitlebens hat sich der Autor für humane Werte eingesetzt. Sein bewegter Lebenslauf, der ihn für viele Jahre nach Frankreich und in die USA führte, sowie ein intellektueller Skeptizismus bewirkten, dass Huxleys Ideen einer größeren Leserschaft bisweilen fremd blieben. Dessen ehrliches Werk zeugt jedoch vom Engagement eines Intellektuellen und der stetigen Sorge um die Menschheit in einer schwierigen Zeit. Aus den Texten des Autors lesen die Schauspieler Nicole Haase und Jens-Uwe Bogadtke. Stefan Welz, der durch den Abend führt, lehrt am Institut für Anglistik der Universität Leipzig. 1-2 €. 20 Uhr. Literaturcafé, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

21.1. --- Literaturhaus Lesung. „Vom Wein der Weisheit einen Tropfen“. Bücher als Lebenskunst – so könnte das Motto über der Geschichte des Leipziger Verlages Faber & Faber lauten, der im Haus des Buches sein 20jähriges Bestehen feiert. 1990 in Berlin gegründet, 1994 nach Leipzig übergesiedelt, versucht der Verlag an die Traditionen der Leipziger Buchkultur anzuknüpfen. Zu seinen Glanzstücken gehören »Die Graphischen Bücher. Erstlingswerke deutscher Autoren des 20. Jahrhunderts«, ausgestattet mit Originalillustrationen. Editionen wie diese ließen Faber & Faber in die erste Reihe der deutschen Kunstverlage vorrücken. Nicht weniger originell sind die illustrierten Ausgaben von Büchern der Weltliteratur. Selbst vor dem „Kapital“ von Karl Marx, das Klaus Waschk verantwortete, scheute man sich nicht. „Was das Werk nicht leichter lesbar macht. Aber es sieht auf jeden Fall gut aus - und so mancher wird den Doppelband mit strahlenden Augen ins Regal gestellt haben, neben die Fontane-Auswahl ‚Wanderungen durch die Mark Brandenburg’ oder den ‚Wandsbecker Boten’.“ Ein herausragendes Verlagsprogramm ist ohne den schon sprichwörtlichen Mut des Verlegers fürs Riskante undenkbar. Solch eine risikovolle Entscheidung war die Herausgabe der DDR-Bibliothek mit Texten von Irmtraud Morgner, Wolfgang Hilbig, Thomas Brasch, Jurek Becker u.a. Eine Reihe, platziert in einer Zeit, da viele „die DDR samt ihren großen Autoren schon für erledigt hielten. Freilich: Die flammenden Statements wird man aus dem Hause Faber & Faber nicht hören. Gute Verleger wissen, dass auch Zurückhaltung dazu gehört, damit Bücher ihre Wirkung entfalten können.“ (LVZ). Zum Jubiläum lesen Christoph Hein, Volker Braun, Helmut Richter und Elmar Faber. 19 Uhr. Großer Saal, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

24.1. --- Literaturhaus Lesung. Lessing-Förderpreisträger 2011 im Gespräch: Renatus Deckert und Andreas Heidtmann. Moderation: Hans-Ulrich Treichel. Seit 1993 verleiht der Freistaat Sachsen alle zwei Jahre den Lessing-Preis sowie zwei Förderpreise zum Lessing-Preis auf dem Gebiet der Literatur, der Literaturkritik und des Theaters. Der Lessing-Preis 2011 geht an Monika Maron. Sie stehe mit ihrer Unabhängigkeit und Zivilcourage sowie mit ihrer poetischen Zeitgenossenschaft in der Nachfolge Lessings, heißt es in der Begründung des Lessing-Kuratoriums. Mit den beiden Förderpreisen zeichnet das Land Sachsen den in Dresden geborenen und in Berlin lebenden Herausgeber, Essayisten und Lyriker Renatus Deckert (*1977) und den vom Niederrhein stammenden, in Leipzig lebenden Schriftsteller, Verleger und Herausgeber Andreas Heidtmann (*1961) aus. Renatus Deckert wird mit dem Preis als ein talentierter Verfasser hervorragender Essays und Gedichte mit Lessingscher Scharfsinnigkeit geehrt. Andreas Heidtmann, Begründer des Internetportals poetenladen sowie des gleichnamigen Verlages und Herausgeber der 2010 mit dem Hermann-Hesse-Preis ausgezeichneten Zeitschrift »poet«, wird für sein Engagement für die Gestaltung und Bewahrung literarischer Vielfalt gewürdigt. Im Gespräch mit dem Schriftsteller und Germanisten Hans-Ulrich Treichel geben die beiden Träger des Lessing-Förderpreises 2011 Einblick in ihre Arbeiten, aus denen sie auch lesen. 2-3 €. 20 Uhr. Literaturcafé, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

25.1. --- Literaturhaus Lesung. „Geschichte, die noch qualmt – Erich Loest“ (Steidl 2010). In seinem Schreiben wie in der Biografie repräsentiert Loest deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert wie kaum ein anderer Autor. Grund genug, das Panorama seines Schaffens in den Blick zu nehmen. Buchpremiere mit Erich Loest, Carsten Gansel, Joachim Jacob und Michael Hametner. Veranstaltung des Steidl Verlages. 20 Uhr. Literaturcafé, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

26.1. --- Literaturhaus Lesung. Poetisches Podium I/2011: Der arme Poet – mit dem Laptop unterm wärmegedämmten Dach?Gespräch zur Situation freischaffender Lyriker mit Regine Möbius, Kunst- und Kulturbeauftragte der Gewerkschaft ver.di; Olaf Zimmermann (angefragt), Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, und einem Vertreter der Künstlersozialkasse. Moderation: Ralph Grüneberger und Christel Hartinger. Veranstaltung der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V. und des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) – Landesverband Sachsen. Weitere Informationen: www.lyrikgesellschaft.de. 17 Uhr. Saal 1, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

26.1. --- Literaturhaus Lesung. Lesung. ÜBERSETZER STELLEN VOR. Andreas Tretner und Alexander Nitzberg präsentieren das Werk von Daniil Charms (1905-1942).Der Meister des absurden Humors, der schwarzen Pointe, des Paradoxons wurde zu Lebzeiten in der sowjetischen Öffentlichkeit totgeschwiegen, erlitt Haft und Verbannung. Aber der Sog, der von ihm ausging, hält an: »Die fraglos beste Droge ist Charms. Wer einmal Daniil Charms probiert hat, wird ihn nicht mehr vergessen, nach mehr verlangen und von Herzen dankbar sein für jeden neuen Text, der sich auf Deutsch auftreiben lässt.« (Ingo Schulze) – Alexander Nitzberg, einer der wichtigsten jungen Übersetzer aus dem Russischen, lässt anhand der von ihm verantworteten Werkausgabe, die bei Galiani, Berlin, erscheint, das Phänomen Charms lebendig werden. Aus den Erinnerungen von Marina Durnowo, der Frau von Charms, liest der Übersetzer Andreas Tretner. Es sind dies Reminiszenzen an eine Ehe unter aberwitzigen Bedingungen. 1-2 €. 20 Uhr. Literaturcafé, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

Lüneburg

12.1. --- Heinrich-Heine-Haus Lesung. LiteraTour Nord. Peter Waterhouse – „Der Honigverkäufer im Palastgarten und das Auditorium Maximum“. Peter Waterhouse, 1956 in Berlin geboren, lebt als Schriftsteller und Übersetzer in Wien. Er verfasst Lyrik, Essays, Erzählungen, Theaterstücke, Sachbücher und Romane. Waterhouse studierte Germanistik und Anglistik in Wien und Los Angeles. 1984 debütierte er mit dem Gedichtband „Menz“, 2006 erschien sein erster Roman „Krieg und Welt“. 2008 erhielt er den Literaturpreis der Stadt Wien. 20 Uhr. Am Ochsenmarkt 1, 21335 Lüneburg.

18.1. --- Heinrich-Heine-Haus Lesung. „Wag mal Wagner“. Eine musikalisch-literarische Annäherung an Richard Wagner und den „Ring der Nibelungen“. Schauspiel, Musik, Video und Lesung werfen verschiedene Perspektiven auf Wagner und seine Werke. Auch verschiedene Meinungen und Aspekte der „Wagnerwelt“ werden dargestellt. Der Abend ist in zwei Abschnitte geteilt, im ersten geht es um Richard Wagner, seine Person und die Legende im zweiten Abschnitt steht der Der Ring der Nibelungen im Mittelpunkt. 20 Uhr. Am Ochsenmarkt 1, 21335 Lüneburg.
19.1. --- Ostpreußisches Landesmuseum Lesung & Gespräch. Ingeborg Jacobs – „Wolfskind“. 19 Uhr. Ritterstraße 10, 21335 Lüneburg.

20.1. --- Leuphana Universität Lesung. Daniel Kehlmann – „Ruhm“. Daniel Kehlmann wurde vom Literarischen Beirat des Literaturbüros, bestehend aus Linda Anne Engelhardt, Dr. Werner Schlotthaus und Martina Sulner, als Ehrengast im Heinrich-Heine-Haus 2010 benannt. Sein Werk umfasst Romane, Erzählungen und Essays. Sein Roman „Ich und Kaminski“ war ein internationaler Erfolg, „Die Vermessung der Welt“, in über vierzig Sprachen übersetzt, wurde zu einem der erfolgreichsten deutschen Romane der Nachkriegszeit. Zuletzt erschien „Ruhm. Roman in neun Geschichten“ (2009) und „Lob. Über Literatur“ - Reden, Essays, Rezensionen (2010). Werner Schlotthaus vom Literarischen Beirat des Literaturbüros moderiert. Bereits erworbene Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit. 20 Uhr. Hörsaal I, Scharnhorststr. 1, 21335 Lüneburg.

26.1. --- Heinrich-Heine-Haus Lesung. LiteraTour Nord. Anna Mitgutsch – „Wenn du wiederkommst“. Anna Mitgutsch, 1948 in Linz geboren, studierte Anglistik und Germanistik und promovierte über den englischen Lyriker Ted Hughes. Sie unterrichtete Germanistik und amerikansiche Literatur an österreichischen und amerikanischen Universitäten, lebte und arbeitete viele Jahre in den USA. 1985 erschien ihr Debütroman „Die Züchtigung“, seitdem hat sie zahlreiche Romane, Essays und Übersetzungen veröffentlicht. 20 Uhr. Am Ochsenmarkt 1, 21335 Lüneburg.

Marbach am Neckar

20.1. --- Literaturmuseum der Moderne Gespräch. „Drogen und Rausch“. AUTOR & AUTOR. Moderation: Jan Bürger und Heike Gfrereis Opium, Hasch, LSD, Kokain. Ernst Jünger steht in einer Reihe prominenter Schriftsteller, die mit Drogen experimentiert haben. Der Kulturwissenschaftler HELMUTH LETHEN diskutiert mit dem Biologen CORD RIECHELMANN, was Jüngers Selbstversuche mit denen von Vorgängern und Zeitgenossen wie Thomas de Quincey, Charles Baudelaire, Walter Benjamin und Jack Kerouac verbindet und was sie von ihnen trennt. 3-5 €. 20 Uhr. Schillerhöhe 10, 71672 Marbach am Neckar.

30.1. --- Literaturmuseum der Moderne Diskussion. SCHULE IM L IMO – LINA 5. Wider-Stehen. Moderation: Andrea Thormählen, Katrin Sterba und Martina Wolff Protest, Einwand, Aufstand, Verweigerung, Renitenz, Eigensinn, Zivilcourage – 13 Schülerinnen und Schüler der Neckarweihinger Friedrich-von-Keller-Hauptschule waren ein halbes Jahr lang jede Woche in Archiv und Museum, um diese Themen literarisch zu entdecken. Die Literaturschule LINA wird gefördert von der PwC-Stiftung. Eintritt frei. 11 Uhr. Schillerhöhe 10, 71672 Marbach am Neckar.

München

10.1. --- Substanz Lesung. Poetry Salm. Europas größter Poetry Slam! Wie immer mit internationalen poetischen Gästen, Features und DJs. Für den passenden Sound und echte Slam-Stimmung sorgt Resident-DJ Misanthrop. Europas größter Poetry Slam präsentiert auch diesmal wieder ein erlesenes Feld aus Bühnenpoeten von Nah- und Fern, die im legendären Münchner Substanz um die Gunst des Publikums kämpfen. Diesmal begrüßen wir als Gastslammer die Schwedische Ausnahmeslammerin LAURA WIHLBORG, den Frankfurter Beat-Box-Poeten DALIBOR, den Berliner Storyteller SEBASTIAN LEHMANN (Lesedüne), die Hamburger Spoken-Word-Poetin BENTE VARLEMANN und den Regensburger Newcomer THOMAS SPITZER. Als Local Slammer gehen die Spoken-Word-Poetin CARMEN WEGGE, derfrisch gebackene deutschsprachige Meister im Teamwettbewerb, HEINER LANGE, der Rap-Poet ANDIVALENT, die Debütantin AENKHTODAY und die Aufsteigerin des Jahres 2009, FRANZISKA HOLZHEIMER an den Start. Auch DU kannst als Local Slammer mitmachen! Wenn DU mit DEINEN Gedichten, Geschichten oder DEINEN Rap-Texten bei einem der nächsten Poetry Slams auf der Bühne stehen möchtest, melde DICH per e-Mail bei uns an: munichslam@yahoo.de (maximale Zeit auf der Bühne: 10 Minuten - weniger ist oft mehr) Für den passenden Sound und echte Slamstimmung sorgt auch diesmal wieder Resident-DJ MISANTHROP. 6 €. 20 Uhr. Ruppertstraße 28, 80337 München.

12.1. --- Kulturforum im Sudetendeutschen Haus Lesung. Magdalena Platzová – „Aarons Sprung“. Aus der Perspektive der 88-jährigen Prager Künstlerin Kristýna wird die Geschichte ihrer jüdischen Freundin Berta Altmann erzählt. In den Zwanziger- und Dreißigerjahren war sie eine aufstrebende Malerin, die in den Kreisen von Oskar Kokoschka, Alma Mahler und Paul Klee verkehrte. 1942 wurde sie nach Theresienstadt, später nach Auschwitz deportiert, wo sie 1944 starb. Ein israelisches Filmteam, das einen Dokumentarfilm über Berta drehen möchte, befragt Kristýna zu ihrer gemeinsamen Vergangenheit. Auch ihre 24-jährige Enkelin Milena entwickelt Interesse an der Geschichte der Großmutter und schließt sich dem Filmteam an. Zwischen ihr und dem Kameramann Aaron, der Tschechen wie Deutsche zuerst pauschal verurteilt, entwickelt sich eine zarte Liebesbeziehung. Peu à peu wird die Mitschuld Kristýnas an Bertas Deportation aufgedeckt ...Die Figur Berta Altmann orientiert sich am Leben der Malerin Friedl Dicker-Brandeis, die in Theresienstadt Kinder zum Malen ermutigt hat. Zeugnis geben davon über 4.000 Kinderzeichnungen, die bis heute erhalten sind. Magdalena Platzová, geb. 1972 in Prag, Studium der Philosophie an der Universität Prag, Journalistin und Übersetzerin. 2001-2004 Redakteurin des tschechischen Literaturmagazins „Literární noviny“, 2003 Veröffentlichung ihres ersten Romans „Salz, Schafe und Steine“. Sie ist die Tochter der Schriftstellerin Eda Kriseová. Die deutsche Übersetzung von Platzovás „Aarons Sprung“ erschien 2010 in der Edition Büchergilde Gutenberg, Frankfurt. Eintritt frei. 19 Uhr. Hochstraße 8, 81669 München.

12.1. ---Literaturhaus Lesung. Thomas Manns Tolstoi-Mythos. In Zusammenarbeit mit dem Thomas-Mann-Förderkreis München. 6-8 €. 20 Uhr. Salvatorplatz 1, 80333 München.

13.1. --- Lyrikkabinett Lesung. Ouyang Jianghe – „Schnellimbiss“. Der Autor liest aus seinen Gedichten (chinesisch). Einführung, deutsche Übersetzungen und deren Vortrag: Wolfgang Kubin. Ouyang Jianghe zählt zu den bedeutenden Stimmen der chinesischen Gegenwartslyrik. Geb. 1956 in der Provinz Sichuan, verfasste er bereits im Alter von 21 Jahren erste Gedichte und Essays über Musik und Ästhetik. 1993-97 hielt er sich in den USA auf. 1997 war er Gast der Akademie „Schloß Solitude“ in Stuttgart. Ouyang gehört (wie die gleichfalls von W. Kubin übersetzten Zhang Zao und Zhai Yongming) zu den sog. „Fünf Meistern aus Sichuan“, die sich bewusst von der „Hermetischen Schule“ eines Bei Dao oder Yang Lian absetzten. Modernen Idealen oder Allgemeinbegriffen – wie Geschichte, Kultur, Volk oder Nation – sowie großen, metaphysischen Erzählungen gegenüber skeptisch, beschäftigen sich seine Gedichte überwiegend mit Themen des Alltags, dem Unscheinbaren, Privaten in seiner Konkretion und Plastizität. Ouyang lebt in Peking, im Brotberuf als Berater für ein Import-unternehmen klassischer Musik. Wolfgang Kubin, geb. 1945 in Celle, ist Professor für Sinologie an der Universität Bonn, Lyriker und Schriftsteller, Herausgeber (etwa des zehnbändigen Referenzwerks Die Geschichte der chinesischen Literatur im K. G. Saur Verlag) und Übersetzer zahlreicher chinesischer Lyriker. 5-7 €. 20 Uhr. Amalienstraße 83 a, 80799 München.

13.1. --- Literaturhaus Gespräch & Lesung. Von der Handschrift zum Hörspiel - Franz Kafka: „Der Process“. Gespräch mit Klaus Buhlert und Roland Reuß & Lesung mit Manfred Zapatka. „Jemand mußte Josef K. verleumdet haben.« Franz Kafkas »Der Process« hat längst Klassikerstatus erlangt, 1925 erstmals von Max Brod herausgegeben, begründete dieses Buch Kafkas Weltruhm. Doch erst Editionen der letzten Jahrzehnte haben seine besondere Gestalt als Fragment in 16 handschriftlichen Konvoluten Kafkas zeigen können. Die Entwicklung von der Handschrift zum Klassiker war ein ganz eigener Prozess, der nun eine Fortsetzung bis zum Hörspiel erfahren hat. Der Bayerische Rundfunk hat eine Hörfassung produziert und auf Bayern 2 gesendet, die am 14.1. im Hörverlag erscheint und dieser offenen Textstruktur erstmals Rechnung trägt. Der Regisseur Klaus Buhlert stellt die Produktion im Gespräch mit Roland Reuß, dem Herausgeber der historisch-kritischen Kafka-Ausgabe (Verlag Stroemfeld / Roter Stern) vor. Manfred Zapatka liest Kafkas berühmtem Text, vom Anfang an: „Jemand mußte Josef K. verleumdet haben.“. 6-8 €. 20 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

16.1. --- Literaturhaus Lesung & Gespräch. Tolstoj am Sonntag: „Die Kreutzersonate“ & „Eine Frage der Schuld“. „Die Kreutzersonate“ & „Eine Frage der Schuld“ - Lesung mit Katalin Zsigmondy und August Zirner. Einführung: Johanna Renate Döring-Smirnov. Lev Tolstoj schreibt in seinen Tagebüchern über Ludwig van Beethovens Kreutzersonate: „Diese Sonate ist etwas Schreckliches. [...] Man sagt, die Musik wirke erhebend auf die Seele. Unsinn! Lüge! Sie wirkt auf die Seele, schrecklich wirkt sie – ich spreche von mir selbst -, durchaus nicht erhebend [...].“ In seiner 1890 von Raphael Löwenfeld erstmals in deutscher Übersetzung herausgegebenen Novelle zeichnet er das Bild einer zerrütteten Ehe. In der öffentlichen Wahrnehmung wurde Sofja Tolstaja mit der aufgrund ihrer Verfehlungen ermordeten Frau gleichgesetzt, eine Demütigung, auf die sie mit ihrem erst posthum veröffentlichten kleinen Roman „Eine Frage der Schuld“ (auf Deutsch 2008 erstmals im Manesse Verlag erschienen, aus dem Russischen von Alfred Frank, Ursula Keller) antwortete. August Zirner liest eine gekürzte Fassung der „Kreutzersonate“, nach einer kurzen Pause »antwortet« Katalin Zsigmondy mit einer Collage aus Sofja Andrejewnas „Eine Frage der Schuld“. Ab 10 Uhr: Kleines Frühstück im Foyer! 8-12 €. 11.30 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

17.1. --- Amerikahaus Vortrag. Vaget, Hans R. – „Zu Gast im Weißen Haus. Thomas Mann und Franklin D. Roosevelt“. Eine Veranstaltung des Thomas-Mann-Förderkreises München. 5-8 €. 19 Uhr. Karolinenplatz 3, 80333 München.

19.1. --- Literaturhaus Lesung. Unterwegs mit Tolstoj - Ein Abend mit Andreas Bernard und Lars Reichardt. „Der Audio Verlag“ hat sich zum 100sten Todestag von Lev Tolstoj an ein ungewöhnliches (und von den Feuilletons hoch gelobtes) Hörbuch gewagt: Ulrich Noethen hat Tolstojs Romanmonument „Krieg und Frieden“ (in der Übersetzung von Hermann Röhl aus dem Jahr 1923) vollständig eingelesen, das Hörbuch umfasst 54 CDs, die Laufzeit beträgt 67 Stunden. Die beiden SZ-Magazin-Autoren Andreas Bernard und Lars Reichardt wagten sich darauf hin ebenfalls an ein ungewöhnliches Experiment: Sie setzten sich in ein Auto, legten die erste CD ein und fuhren los. Vom Redaktionsgebäude in der Hultschinerstraße über das Salzkammergut nach Bratislava und Krakau, dann weiter über Lemberg und Kiew nach Jasnaja Poljana und Moskau – und wieder zurück. Über diese Reise mit Tolstoj verfassten die beiden Autoren einen Bericht, der viel mehr ist, als eine Reportage. Entstanden ist ein so unterhaltsamer wie kluger Text über einen der größten Romane der Weltliteratur, über die Kunst des Vorlesens und des Zuhörens, über russische Landstraßen und Hotels und über den Zauber, der noch immer über Jasnaja Poljana liegt. Andreas Bernard und Lars Reichardt lesen Auszüge aus ihrer »Tour de Tolstoj« und spielen Passagen aus dem Hörbuch ein. 6-8 €. 20 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

20.1. --- Literaturhaus Lesung & Gespräch. Übersetzerprofile - Die unsichtbare Zweite. Die Übersetzerin Elisabeth Edl, vorgestellt von Werner von Koppenfels. „Unsichtbar“ ist sie längst nicht mehr, die Übersetzerin Elisabeth Edl. Spätestens seit sie Stendhals „Rot und Schwarz“ und „Die Kartause von Parma“ auf Deutsch vorgelegt hat, gehört sie zu den Klassiker-Übersetzern, deren Werke der Leser nicht nur des Autors wegen zur Hand nimmt. Doch andererseits ist »unsichtbar« auch ein Übersetzer-Credo. An Textauszügen und im Gespräch stellt Elisabeth Edl dar, wie sie ihre Sprachkunst einsetzt, bei Klassikern oder bei Zeitgenossen (u.a. Julien Green, Patrick Modiano, Philippe Jaccottet). Befragen wird sie Werner von Koppenfels, Anglist und Komparatist. Ihn hat die Lust an der Literatur immer wieder zum Übersetzen (vor allem englischer und französischer Lyrik) geführt – und zur Übersetzungskritik. Konzeption der Reihe: Rosemarie Tietze. 6-8 €. 20 Uhr. Bibliothek, Salvatorplatz 1, 80333 München.

21.1. --- Carl-Orff-Saal Lesung . Görner spricht Schiller – „Champagnerrausch und Opiumschlummer“ Leben. Gedichte. Monologe. Briefe. Gitarre: Stefan Sell. „Ich werde von allen Glückseligkeiten naschen, ohne sie zu genießen“, gestand Schiller. Diese Unfähigkeit zum Glücklichsein war schon in der Jugend durch seine pietistische Erziehung angelegt, die Verzicht predigte. „Eine fatale Kette von Spannung und Ermattung, Opiumschlummer und Champagnerrausch“, nannte Schiller resignierend seinen Zustand. Und so mutete er seinem Körper Tabak, Alkohol, Schnüffeldrogen und Opiaten zu, um wenigstens für Augenblicke in einen beglückenden Rausch zu geraten. Selbst Dichtung wurde für ihn zur Droge, zum Rausch. Warf er doch seinen ganzen Körper ins Schreiben, was für ihn zugleich immer auch härteste Arbeit, unendliche Mühe war, ihm nie leicht von der Hand ging. „Ich kann mich nicht mit mir selbst versöhnen“, stellte Schiller schmerzhaft fest. Unglück des Körpers, Unglück des Gemüts? Armer Schiller und doch reich an Werk, das überraschender ist, als viele vermuten, die vielleicht seine Balladen, die Ode „An die Freude“, das „Lied von der Glocke“ oder einige seiner Dramen mit den ach so hehren Figuren kennen. Ein Werk, das verdeckt ist auch durch seine Rezeption in den beiden Jahrhunderten seit Schillers Tod, missbraucht oft im Schulunterricht, missbraucht als nationales Fanal, missbraucht gar vom Nationalsozialismus. Wie aber Schillers Leben erzählen, das hinter seinem Werk versteckt zu sein scheint? Wie sein Werk, das so abgespalten wirkt von seinem Leben, im Zusammenhang mit eben diesem Leben schildern? Wie von einem Menschen sprechen, der gegen sich selbst gelebt hat. Lutz Görner, die lyrische Stimme Deutschlands (FAZ), der poetische Staubwedel (Spiegel) und sein Musiker Stefan Sell werden diesen Versuch unternehmen, immer eingedenk des Schillersatzes: „Mein Leben hat die Farben eines Romans“. 18 €. 20 Uhr. Rosenheimer Straße 5, 81667 München.

21.1. --- Black Box Lesung. Rainer Maria Rilke – „Der Cornet - Die Achte Elegie“. Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke. Maurice Betz: Rilke vivant. Souvenirs etc. (1937). In der Übersetzung von Willi Reich (1938, S. 112). „Ich habe immer sehr schnell geschrieben“, sagte mir Rilke, „gleichsam improvisierend empfand ich einen Rhythmus, der durch mich lebendige Gestalt zu erhalten suchte. Wenn diese Bewegung in uns ist, dann ist die Darstellung nur mehr eine Sache des Gehorsams. So habe ich den 'Cornet' in einer einzigen Nacht geschrieben, indem ich, einem unwiderstehlichen Zwange gehorchend, die Bilder wiedergab, die der Widerschein der untergehenden Sonne auf den Wolken, die an meinem geöffneten Fenster vorüberzogen, hatte entstehen lassen.“ aus den Erläuterungen zur „Achten Elegie“ von Katharina Kippenberg. Das Tier, das kein zusammenfassendes Bewußtsein hat, gehört diesem reinen Raum unendlich viel mehr an als wir. Der Dichter hat Tiere immer viel beobachtet; besonders dem Hund fühlte er sich auf eine magische Weise verbunden. So spricht er von seinem, des Tieres unendlichen und ungefaßten Sein und reinen Ausblick, wie es mit allen Augen in das Offene schaut, wovon uns aber nichts fruchtbar werden kann, da das Offene der Form unseres Bewußtseins nicht zugänglich ist. Außerdem schrieb der Dichter dem Tier ein dumpfes Wissen seines bedrohten Zustandes zu und auch Erinnerung, so dass es offenbar nicht ganz der Ansätze entbehrt, die schmerzhaft genug zur Bildung des Individuums und damit zur Vereinzelung und Loslösung aus dem All führen. 15 €. 20 Uhr. Rosenheimer Straße 5, 81667 München.

23.1. --- Literaturhaus Lesung. Lev Tolstoj – „Krieg und Frieden“ - Lesung mit Stefan Wilkening. Einführung: Johanna Renate Döring-Smirnov. Lev Tolstoj spannt in „Krieg und Frieden“ einen großen Bogen von politischen und militärischen Machtkämpfen zu Familien- und Liebesgeschichten und reflektiert damit das nationale Trauma aus den Zeiten der Napoleonischen Kriege und des Russlandfeldzugs (1805-1812). Selbst die komplizierten Liebesgeschichten von Fürst Andrej, Pierre Besuchow und Natascha bleiben nicht im Privat-Emotionalen. Tolstoj stellt sich der großen philosophischen Diskussion des 18ten Jahrhunderts, ob es Ewigen Frieden geben kann, er reflektiert Herders Vorstellung von der Unsterblichkeit der Seele, überprüft die Ideale der Freimaurer, fragt nach der Identität des russischen Adels und nach der ursprünglichen Kraft des russischen Volkes. Lev Tolstojs Klassiker der Weltliteratur liegt nun in einer kongenialen Neuübersetzung von Barbara Conrad vor (Carl Hanser Verlag). Nach einer Einführung durch Johanna Renate Döring-Smirnov, Slavistin an der LMU und Kuratorin der Ausstellung „Ein Licht mir aufgegangen“ - Lev Tolstoj und Deutschland (bis zum 20.2.2011 in der Galerie), liest Stefan Wilkening Passagen daraus vor. Ab 10 Uhr kleines Frühstück im Foyer! 6-8 €. 11.30 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

25.1. --- Literaturhaus Podiumsdiskussion. Barbara Vinken und Edi Zollinger – „Die Demontage der Leitkultur. Flauberts innerer Orient“. Barbara Vinken, Professorin für Allgemeine und Französische Literaturwissenschaft an der Universität München, hat mit ihrem Buch »Flaubert. Durchkreuzte Moderne« (S. Fischer Verlag) eine brillante Studie zu Flauberts Funktion als „Vater“ und Erneuerer der modernen Literatur vorgelegt. Zusammen mit Cornelia Wild hat sie außerdem das gerade im Merve Verlag erschienene Flaubert-Wörterbuch »Arsen bis Zucker« herausgegeben, das, wie Christian Geyer in der FAZ pointiert hat, »süchtig macht«. Edi Zollinger, Professor für französische Literaturwissenschaft in Frankfurt/ Oder, inszeniert in „Arachnes Rache“ (Wilhelm Fink Verlag) einen fiktiven Autoren-Wettstreit zwischen Gustave Flaubert und Victor Hugo.In ihrer Podiumsdiskussion widmen sich Barbara Vinken und Edi Zollinger der Herkunft der neueren Vorstellungen von „Leitkultur“ aus dem Nationenbewußtsein des 19ten Jahrhunderts. Sie legen dar, wie der unbestrittene Gründungsvater der modernen Literatur in Frankreich, Gustave Flaubert, die damals neuesten Forschungen zum Orient für eine ätzende Kritik der katholischen Kirche und ihrer modernen, säkularen Folgeformationen, Republik und Kaiserreich, einsetzt. Paris, die Hauptstadt des 19ten Jahrhunderts, ist für Flaubert nichts als die Nachfolgerin Babylons. 6-8 €. 20 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

Lyrikkabinett Lesung. Jan Wagner – „Australien“. Der Autor stellt seinen neuen Gedichtband vor. Jan Wagner, geb. 1971 in Hamburg, studierte Anglistik in Hamburg und Dublin und lebt seit 1995 in Berlin. Schon während seines Anglistikstudiums begann er – zusammen mit Thomas Girst – die in einer Schachtel präsentierte Loseblattsammlung „Die Aussenseite des Elements herauszugeben“ (1995-2003). 2001 erschien im Berlin Verlag sein erster Lyrikband „Probebohrung im Himmel“ (2001), seither „Guerickes Sperling“ (2004) und 1“8 Pasteten“ (2007). Zusammen mit Björn Kuhligk gab Wagner die Anthologien „Lyrik von Jetzt“ (I: 2003 und II: 2008) heraus. Neben seinem Lyrikschreiben verfasst er Rezensionen für Zeitungen und Rundfunk und übersetzt englischsprachige Lyriker (Charles Simic, James Tate, Simon Armitage, Matthew Sweeney u.v.a.) ins Deutsche. Sein vierter Band zeigt ihn erneut als „Reisenden, der ebenso beobachtungsfreudig wie nuancen-achtsam die vier Himmelsrichtungen durchschweift und – formvirtuos und mit „traumwandlerisch-beiläufiger Exaktheit“ (Lothar Müller) – Szenen, Landschaften oder Tiere in prägnante Wahrnehmungsnotate von bestechender Eindringlichkeit bannt. Auszeichnungen (in Auswahl): Förderpreis zum Hermann-Hesse-Preis (2001), Mondseer Lyrikpreis (2004), Anna-Seghers-Preis (2004), Ernst-Meister-Preis (2005) und den ersten Arno-Reinfrank-Literaturpreis (2006). 5-7 €. 20 Uhr. Amalienstraße 83, 80799 München. 

27.1. --- Buch in der Au Lesung. Monika Goetsch – „Wasserblau“. Die Buchhandlung Buch in der Au stellt in ihrer Veranstaltungsreihe „Literatur im Stadtteil“ Literaturschaffende aus der Umgebung vor. An diesem Abend liest Monika Goetsch aus ihrem Debütroman Wasserblau. 19.30 Uhr. Humboldtstraße 12, München.
27.1. --- Literaturhaus Lesung & Gespräch. Ein Abend mit Karen Duve – „Anständig essen. Ein Selbstversuch“. Moderation: Marten Rolff (Süddeutsche Zeitung). Karen Duve gehörte nicht eben zur Gesundfraktion. Grillhähnchen, Gummibären, Cola liebte sie genauso wie eine gute Weihnachtsente. Aber dann zog eine neue Mitbewohnerin bei ihr ein, und Karen Duves geliebte »Grillhähnchen-Pfanne« für 2,95 € führt bei dieser erst zu Entsetzensschreien ob des qualvollen Daseins und Sterbens der Hähnchen, und dann zu grundlegenden Fragen: Wie viel Spaß gönne ich mir auf dem Rücken anderer? Und wie viel Erleichterung kann ich daraus ziehen, es nicht zu tun? Karen Duve berichtet in ihrem so komischen wie klugen Buch von ihrem Versuch, ein Jahr lang ein besserer Mensch zu werden. Sie testete verschiedene Ernährungsweisen und traf am Ende des Experiments eine Lebensentscheidung. 6-8 €. 20 Uhr. Saal, Salvatorplatz 1, 80333 München.

27.1. --- Münchner Kammerspiele Lesung Per La Vita. Lesung & Konzert zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus in den Münchner Kammspielen (Schauspielhaus)! „Theaterbesuch ist heute nationale Pflicht geworden“ stand in enem Text-Entwurf zur Saisoneröffnung der Kammerspiele 1934. Er war bezeichnend für die Ideologie der (neugekürten) „Kunststadt München“ und die clevere Strategie scheinbarer Anbiederung. Das Ensemble der Münchner Kammerspiele liest aus Zeugnissen der Verfolgung und des versäumten Widerstands in der Intendanten-Zeit von Otto Falckenberg, den Hitler in seine so genannte Gottbegnadetenliste der unersetzlichen Künstler aufnahm. Im anschließenden Konzert mit der Familie Bejarano und der Microphone Mafia treffen eine Holocaust-Überlebende und ihre Kinder auf deutsch-türkisch-italienische Rapper aus Köln. Ihr gemeinsames Album PER LA VITA mischt Hip Hop mit Liedern aus dem Widerstand, den Ghettos, den Konzentrationslagern. Esther Bejarano ist heute 85 Jahre alt, wurde im Nationalsozialismus als Jüdin verfolgt und überlebte Dank ihres musikalischen Talents als Mitglied des Mädchenorchesters im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Mit: Esther, Edna und Joram Bejarano, Microphone Mafia und dem Ensemble der Münchner Kammerspiele. Eintritt frei. 20 Uhr. Maximilianstraße 26-28, 80539 München.

30.1. --- Große Aula LMU Lesung & Gespräch. Axel Hacke und Giovanni di Lorenzo – „Wofür stehst Du? - Ein Plädoyer gegen die Gleichgültigkeit“. Giovanni di Lorenzo und Axel Hacke haben zusammen ein ungewöhnliches Buch geschrieben: Sie stellen die große Frage nach den Werten, die für sie maßgeblich sind – oder sein sollten. In diesem Buch versuchen die Autoren zu beschreiben, welche Werte sie für wichtig halten – und dies auf sehr ungewöhnlichen Wegen: nicht als abstrakten Tugend - katalog, sondern als eine Art Inventur bisheriger Lebensführung. Manchmal jeder für sich, dann wieder beide gemeinsam oder im Schlagabtausch, mal essayistisch, mal im Stile von Reportern, geradezu psychoanalytisch suchend, bisweilen poetisch und assoziativ, dann wieder sehr nüchtern reflektierend, immer subjektiv erzählend und sehr selbstkritisch suchen die Autoren nach Antworten in den großen Themen - feldern Politik und Staat, Klimawandel, Gerechtigkeit, Migration und Fremdheit, Angst und Depression, Krankheit und Tod. 10-20 €. 20 Uhr. Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München

31.1. --- Lyrikkabinett Lesung. Dirk von Petersdorff – „Nimm den langen Weg nach Haus“. Der Autor liest aus seinem neuen Gedichtband. Einführung: Uwe Wittstock. Dirk von Petersdorff, geb. 1966 in Kiel, studierte ebendort Germanistik und Geschichte. Heute lebt er in Jena und arbeitet an der Friedrich-Schiller-Universität als Professor für Neuere Deutsche Literatur. Seit 1992 hat er fünf Gedichtbände vorgelegt sowie je ein Buch mit Essays und autobiographischer Prosa (über die Geburt seiner Zwillinge). 2008 erschien im C.H. Beck Verlag seine Geschichte der deutschen Lyrik. Auszeichnungen (in Auswahl): 1991 Förderpreis des Leonceund-Lena-Preises; 1993 Friedrich-Hebbel-Preis; 1998 Kleist-Preis; 2009 Mainzer Poetikdozentur. Sein neuer Band vereinigt die besten Gedichte aus den früheren vier Lyrikbänden sowie neue Texte, darunter zahlreiche Liebesgedichte und den Sonettzyklus „Die Vierzigjährigen“. „Die neue Gedichtsammlung von Dirk von Petersdorff öffnet einen gewaltigen Spiegelsaal von Bildern. Dies ist das Werk eines wichtigen Zeitgenossen.“ (Lars Gustafsson) Uwe Wittstock, geb. 1955, studierte Germanistik und Philosophie und arbeitete 1980-89 in der Literaturredaktion der FAZ. 1989-99 war er leitender Lektor für deutsche Gegenwartsliteratur beim S. Fischer Verlag und Herausgeber der Neuen Rundschau. Nach einem Jahrzehnt bei der Welt ist er seit 2010 Literaturchef bei dem Magazin Focus. Er verfasste zahlreiche Bücher zur Gegenwartsliteratur und wurde 1989 mit dem Th.-Wolff-Preis für Journalismus ausgezeichnet. 5-7 €. 20 Uhr. Amalienstraße 83 a, 80799 München.

Nidda

20.1. --- Bürgerhaus Nidda Lesung. Peter James – „Und morgen bist du tot“. Die junge Caitlin ist fünfzehn Jahre alt und wird sterben, wenn sie nicht schnellstens die lebensnotwendige neue Spenderniere erhält. Caitlins Mutter würde jeden Preis für das Leben ihrer Tochter zahlen, deshalb kontaktiert sie auch im Internet eine Firma, die für sie ein Spenderorgan finden kann. Auf dem Schwarzmarkt zu einem exorbitanten Preis. Nach einigen Tagen ruft die Firma an: Sie haben ein passendes Organ gefunden. Zur gleichen Zeit sucht Detective Superintendent Roy Grace den Mörder zweier Teenager, deren Leichen in Brighton an Land gespült wurden. Als Roy Grace die Zusammenhänge begreift, heißt es, rasch zu handeln: Er muss eine verzweifelte Mutter aufhalten, die alles für ihr Kind tun würde, und er muss ein verängstigtes Straßenkind finden, dem alles genommen werden soll. 20 Uhr. Hinter dem Brauhaus 15, 63667 Nidda. 

Nordhorn

13.1. --- Kloster Frenswegen Lesung und Gespräch. Prinz Asfa-Wossen Asserate – „Draußen nur Kännchen“. Wie ein äthiopischer Prinz lernte, sich mit deutschem Filterkaffee zu arrangieren. Asfa-Wossen Asserate zeichnet ein Porträt seiner deutschen Wahlheimat, ihrer Bewohner und ihrer Eigenheiten ganz persönlich und aus vielen überraschenden Blickwinkeln, in unterhaltsamen Anekdoten und Ausflügen in die Geschichte. Seine Sichtweise ist keineswegs unkritisch, aber immer wohlwollend. Mit Nachsicht blickt er auf unsere Schwächen, stolz unterstreicht er Stärken, und aus jeder Zeile spricht seine Zuneigung zu diesem Land, das er in der Zeit seines Exils kennen und schätzen gelernt hat. „Draußen nur Kännchen“ ist eine Hommage an Deutschland aus der Sicht eines „Zugereisten“, der hier Wurzeln geschlagen hat. 20 Uhr. Klosterstraße49, 48527 Nordhorn.

Oerlinghausen

11.1. --- Gaststätte Alter Krug Lesung. Nele Neuhaus – „Schneewittchen muss sterben“. Sulzbach im Taunus: An einem regnerischen Novemberabend wird eine Frau von einer Brücke auf die Straße gestoßen. Die Ermittlungen führen Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein in die Vergangenheit: Vor vielen Jahren verschwanden in dem kleinen Taunusort Altenhain zwei Mädchen. Ein Indizienprozess brachte den mutmaßlichen Täter hinter Gitter. Nun ist er in seinen Heimatort zurückgekehrt. Als erneut ein Mädchen vermisst wird, beginnt im Dorf eine Hexenjagd. 20 Uhr. Bahnhofstraße 1, 33814 Oerlinghausen. 

Oranienburg

20.1. --- Orangerie im Schlosspark Lesung. Bernhard Hoecker – „Meilenweit für kein Kamel“. Ist es eine gute Idee, mit einem 20 Jahre alten Auto 6500 Kilometer vom beschaulichen Allgäu in die jordanische Wüste zu gondeln? Bernhard Hoëcker meinte: Ja! Zusammen mit seinem Freund Tobias Zimmermann stürzte er sich in ein irrwitziges Unterfangen – die Allgäu-Orient-Rallye: Fest stand das Ziel (Amman), der Siegpreis (ein Kamel) – und welche Straßen NICHT benutzt werden durften: alle Verkehrswege, die ein reibungsloses Fortkommen garantierten. Ein Abenteuerbericht voll witziger Begebenheiten, absurdem Wissen und skurriler Reiseimpressionen aus Okzident und Orient. 20 Uhr. Kanalstraße 26a, 16515 Oranienburg.

Osnabrück

10.1. --- BlueNote im Cinema-Arthouse Lesung. Doron Rabinovici – „Andernorts”. Weshalb polemisiert der israelische Kulturwissenschaftler Ethan Rosen gegen einen Artikel, den er selbst verfaßt hat? Erkennt er seinen eigenen Text nicht wieder? Oder ist er seinem Kollegen Klausinger in die Falle gegangen, mit dem er um eine Professur an der Wiener Universität konkurriert? Ethan Rosen und Rudi Klausinger: Beide sind sie Koryphäen auf demselben Forschungsgebiet, und doch könnten sie unterschiedlicher nicht sein: Rosen ist überall zu Hause und nirgends daheim. Selbst der Frau, die er liebt, stellt er sich unter falschem Namen vor. Klausinger wiederum ist Liebkind und Bastard zugleich. Er weiß sich jedem Ort anzupassen und ist trotzdem ruhelos: Was ihn treibt, ist die Suche nach seinem leiblichen Vater; sie führt ihn schließlich nach Israel und zu Ethan Rosen. Dessen Vater, ein alter Wiener Jude, der Auschwitz überlebte, braucht dringend eine neue Niere. Bald wird die Suche nach einem geeigneten Spenderorgan für die Angehörigen zur Obsession. Und selbst der obskure Rabbiner Berkowitsch hat plötzliches Interesse an den Rosens. Moderation: Lennart Neuffer. 7-9 €. 20.30 Uhr. Erich-Maria-Remarque-Ring 16, 49074 Osnabrück.

Pasewalk

30.1. --- Kulturforum Historisches U Lesung. Steffen Möller – „Viva Polonia, „Expedition zu den Polen“. Crashkurs für Auswanderer mit Steffen Möller. Steffen Möller, ein Name, der wohl den wenigsten etwas sagen dürfte. Nach diesem Buch wird sich dies gründlich ändern. Der jungenhafte Mann, der uns auf dem Cover aus der Ferne mustert, hat zur Befriedung des chronisch labilen Verhältnisses zu unseren polnischen Nachbarn vermutlich mehr beigetragen, als sämtliche Kartoffelkrieger und Vertriebenen-Erikas jemals zerdeppern konnten. Angefangen hatte alles mit der leicht abseitigen Studentenidee, einen zweiwöchigen Polnischkurs in Krakau zu belegen. Was im März 1993 als Gag gemeint war, entwickelte sich zur großen Liebe eines Lebens. Man fasst es kaum, aber Möllers Vernarrtheit in die unglaublich komplexe polnische Sprache gab den Ausschlag. Heute, dreizehn Jahre später, kennt in Polen jedes Fernsehkind diesen merkwürdigen Deutschen, der als Kabarettist und Schauspieler zu einem der Ihren wurde. Und uns nun Polen erklärt. Aber wie!17 Uhr. An der Kürassierkaserne 9, 17309 Pasewalk.

Ravensburg

26.1. --- Stadtbücherei Ravensburg Lesung. Mirjam Pressler – „Grüße und Küsse an alle“. Zeitzeugengespräch mit Gerti und Buddy Elias. Eine Sensation: Die ganze Geschichte von Aufstieg und Schicksal der Familie Anne Franks über drei Jahrhunderte, erzählt auf der Grundlage tausender unbekannter Briefe und Dokumente. Sommerfrische hoch über dem Silser See in den Schweizer Bergen: Alljährlich traf sich hier die Familie Frank, die sonst über ganz Europa verstreut war. Noch Anne Franks Ur-Ur-Großvater hatte als kleiner Junge in der engen Frankfurter Judengasse leben müssen; doch schon eine Generation später wurde ein Vorfahr Anne Franks zum ersten jüdischen Professor in Deutschland berufen; ihre Großmutter Alice führte als Bankiersgattin ein weltoffenes Haus in Frankfurt, bis die Familie nach London, Basel und Amsterdam übersiedelte, das dann zum Schicksalsort der Familie werden sollte. Der letzte noch lebende Verwandte Anne Franks, ihr Cousin Buddy Elias, wurde schließlich berühmt als Eiskunstläufer und Schauspieler. 20 Uhr. Kornhaus, Marienplatz 12, 88212 Ravensburg.

Rostock

11.1. --- andere buchhandlung Lesung & Gespräch. LITERATOUR NORD 2010/2011: Peter Waterhouse – „Der Honigverkäufer im Palastgarten und das Auditorium Maximum“. Moderation: Prof. Dr. Lutz Hagestedt. Die LiteraTour Nord führt jedes Jahr von Oktober bis Februar 6 Autorinnen und Autoren durch Norddeutschland. Für diese Saison wurden aktuelle Neuerscheinungen von Christoph Peters, Rolf Lappert, Iris Hanika, Peter Waterhouse, Anna Mitgutsch und Jan Faktor von der Jury ausgewählt, um sich bei der Lesereise für den Preis der LiteraTour Nord zu bewerben. Das Publikum und die Jury haben nach der Lesereise die schwierige Aufgabe, eine_n Autor_in für den mit 15.000 Euro dotierten Preis der LiteraTour Nord auszuwählen. Unser vierter Gast ist Peter Waterhouse mit seinem aktuellen Roman „Der Honigverkäufer im Palastgarten und das Auditorium Maximum“: Der Ich-Erzähler, ein Wiener Schriftsteller und Übersetzer, wird eingeladen, ein Tiroler Tal zu bereisen und zu beschreiben, doch in seinem Kopf wandert er, einzelnen Worten und Wendungen nachspürend, durch die Werke von Dickens und Shakespeare, aber auch, bedrängt von seinen politischen Wahrnehmungen, in das von protestierenden Studenten besetzte Auditorium Maximum und in das postkoloniale afrikanische Ruanda. 5-7 €. 20 Uhr. Wismarsche Straße 6/7, 18057 Rostock.

18.1. --- Literaturhaus Laudationes und Lesungen der Gewinner., Literaturhaus. 6. Prosawettbewerb. Es hat schon Tradition, dass das Institut für Germanistik der Universität und das Literaturhaus Rostock jedes Jahr zum PROSAWETTBEWERB aufrufen. Auch in diesem Jahr erreichten viele Einsendungen die Jury, die für die Prämierung drei der besten Prosatexte auswählte. Zur Preisverleihung stellen die Gewinner_innen ihre Texte vor Publikum vor. Die Jury verliest zur Begründung ihrer Auswahl die Laudationes und bestimmt nach der Lesung der Gewinnertexte die Erst- bis Drittplatzierten des diesjährigen Prosawettbewerbs. Auch die Stimme des Publikums ist gefragt: Das Publikum wählt an diesem Abend seinen Prosa-Favoriten. Eine gemeinsame Veranstaltung von: Institut für Germanistik der Universität Rostock und Literaturhaus Rostock mit freundlicher Unterstützung der anderen buchhandlung. Eintritt frei. 19.30 Uhr. Doberaner Straße 21, 18057 Rostock.

23.1. --- Literaturhaus Vortrag & Lesung. „Jorge Semprún und das KZ-Buchenwald“. Vortrag von Dr. Martin Rooney – Lesung – Filmausschnitt – Gespräch anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus. Jorge Semprún, 1923 als Sohn eines katholischen Republikaners und Diplomaten in Madrid geboren, kämpfte in der Resistance gegen die deutschen Besatzer und wurde 1943 von der Gestapo verhaftet und ins KZ Buchenwald verschleppt. Dort erlebte er Terror, Entwürdigung und Dehumanisierung. Diese Erfahrung prägte sein künftiges Leben. Nichts konnte mehr so sein wie vorher. Der Ermordung entronnen, fühlte er sich von nun an heimatlos. Nach der Befreiung arbeitete er zunächst als Übersetzer bei der UNESCO. Ab 1953 engagierte er sich in dem von Frankreich aus geführten Kampf gegen das Franco-Regime. Nach weiteren Brüchen in seinem politischen Engagement ist Semprún ab 1964 vor allem literarisch tätig. Mit der Kraft seiner Sprache arbeitet er gegen das Vergessen dessen, was nicht vergessen werden darf. Semprún wurde mit zahlreichen französischen und spanischen Literaturpreisen ausgezeichnet. 1994 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 1995 den Weimar-Preis der Stadt Weimar und 2003 die Goethe-Medaille. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen Semprúns um die Buchenwald-Erfahrung kreisenden Bücher sowie seine Auseinandersetzungen mit der totalitären Erfahrung im 20. Jahrhundert. Die Lesung aus verschiedenen Werken Semprúns wird durch Vortragselemente sowie einen Filmausschnitt ergänzt. Eintritt frei. 16 Uhr. Doberaner Straße 21, 18057 Rostock.

25.1. --- andere buchhandlung Lesung & Gespräch. LITERATOUR NORD 2010/2011: Anna Mitgutsch – „Wenn du wiederkommst“. Moderation: Prof. Dr. Lutz Hagestedt. Die LiteraTour Nord führt jedes Jahr von Oktober bis Februar 6 Autorinnen und Autoren durch Norddeutschland. Für diese Saison wurden aktuelle Neuerscheinungen von Christoph Peters, Rolf Lappert, Iris Hanika, Peter Waterhouse, Anna Mitgutsch und Jan Faktor von der Jury ausgewählt, um sich bei der Lesereise für den Preis der LiteraTour Nord zu bewerben. Das Publikum und die Jury haben nach der Lesereise die schwierige Aufgabe, eine_n Autor_in für den mit 15.000 Euro dotierten Preis der LiteraTour Nord auszuwählen. Unser fünfter Gast ist Anna Mitgutsch mit ihrem aktuellen Roman „Wenn du wiederkommst“: Fünfzehn Jahre nach der Scheidung, aber ohne endgültige Trennung, hatten sie versucht, noch einmal von vorne anzufangen, Jerome, der als Sohn jüdischer Emigranten in Boston aufwuchs, und die namenlose Ich-Erzählerin, eine aus Österreich stammende Schriftstellerin. Doch dann stirbt Jerome, und der Witwe bleibt nur eine einzige, das Jahr nach Jeromes Tod umspannende, Trauerklage, die zugleich zum hellsichtigen Porträt eines großen Entwurfs von Ehe wird. 5-7 €. 20 Uhr. Wismarsche Straße 6/7, 18057 Rostock. 

27.1. --- Literaturhaus Lesung. LesBar – der Lesertreff. Thema: Arto Paasilinna „Adams Pech, die Welt zu retten“. Im Januar wird der irrwitzige Roman „Adams Pech, die Welt zu retten“ des finnischen Bestseller-Autors Arto Paasilinna diskutiert: Es ist Frühling, aber für Aatami Rymättyla keine gute Zeit. Er wurde gerade von einer Wasserstoffexplosion aus seinem Labor geschleudert. Aatami, etwa vierzig Jahre alt und typisch finnisch aussehend, wird vom Pech verfolgt. Aber der ehrgeiziger Tüftler gibt nicht auf. Hat er doch einen Akku in Schokoladentafelgröße erfunden, mit dem er die Welt von Umweltverschmutzung und Ölkrisen erlösen kann. Zum Glück nimmt sich Eeva Kontupohja seiner an, ihres Zeichens rechtskundig und Quartalssäuferin. Sie erkennt das ungeheure Potenzial, das in Aatamis Schoko-Akku steckt und beschließt, die Erfindung zu vermarkten und die Welt zu retten. Zunächst mit großem Erfolg, doch haben die beiden nicht mit der Rache der ölexportierenden Länder gerechnet. Denn die setzen einen Killer auf Aatami an ... Leitung/Moderation: Kathrin Johansen und Doreen Katzberg. Eintritt frei. 19.30 Uhr. Doberaner Strße 21, 18057 Rostock.

Schorndorf 

9.1. --- Club Manufaktur Lesung. Vincent Klink & Patrick Bebelaar – „Sitting Küchenbull“. „Gastronomie, mein Sohn, das ist genau das Richtige für dich›, sprach der Papa, und ich senkte willig das Haupt, denn gegen meinen Vater hatte ich mich nie durchsetzen können, und obendrein war er der Stärkere. Andererseits liebte ich geradezu besessen den Bossa nova. Und so reifte in meinem Kopf ein infamer Plan, wie ich Papas Willen genügen und gleichzeitig meine eigenen Träume erfüllen könnte. Denn auch das hatte Papa gesagt: „Koch ist der elendste Beruf, wenn du mittelmäßig bist, aber es ist der schönste Beruf, wenn du gut bist. Dann steht dir die Welt offen. Du kannst aufs Schiff, bist immer in der Nähe der Reichen und immer dort, wo die Sonne scheint!“ Meine Zukunft war klar: In Brasilien kochen wie der Teufel und dann noch jazzen und die Hüften schwingen.“. 20 Uhr. Hammerschlag 8, 73614 Schorndorf

Schwabach

27.1. --- Galerie Gaswerk Lesung. Sabine Weigand –„Die silberne Burg“. Sie ist Ärztin, sie ist Jüdin, und sie ist auf der Flucht vor ihrem brutalen Ehemann: Sara hat viele Geheimnisse, die sie vor den Gauklern verbirgt, mit denen sie 1415 den Rhein entlang zieht. Auch der junge Ritter Ezzo schweigt über den Auftrag der ungarischen Königin, der ihn zu den Gauklern geführt hat. Und der irische Mönch Ciaran bewahrt in seiner Harfe das Vermächtnis des Ketzers John Wyclif, das die Kirche unbedingt vernichten will. Alle drei geraten auf dem Konzil von Konstanz in Machtintrigen, die sie in große Gefahr stürzen. Denn sie hüten ein Geheimnis, das die Welt von Kaiser und Papst erschüttern kann. Der spannende Mittelalterroman um die historisch verbürgte jüdische Ärztin Sara von Erfolgsautorin Sabine Weigand. 20 Uhr. Ringstraße 9, 91126 Schwabach.

Stuttgart

10.1. --- Literaturhaus Lesung mit Musik. Melinda Nadj Abonji – „Tauben fliegen auf“. Musikalische Begleitung: Jurczok 1001. Melinda Nadj Abonji liest aus ihrem Roman „Tauben fliegen auf“ und macht gemeinsam mit dem Rapper Jurczok 1001 Musik. 2010 wurde ihr Buch sowohl mit dem Deutschen Buchpreis als auch mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet. – Es ist ein schokoladenbrauner Chevrolet mit Schweizer Kennzeichen, mit dem sie zur allgemeinen Überraschung ins Dorf einfahren, und die Dorfstraße ist wirklich nicht gemacht für einen solchen Wagen. Sie, das ist die Familie Kocsis, und das Dorf liegt in der Vojvodina im Norden Serbiens, dort, wo die ungarische Minderheit lebt, zu der auch diese Familie gehört. Oder, richtiger, gehörte. Denn sie sind vor etlichen Jahren schon ausgewandert in die Schweiz, die sich als schwieriges Zuhause erweist, erst der Vater und dann, sobald es erlaubt war, auch die Mutter mit den beiden Töchtern, Nomi und Ildiko. Melinda Nadj Abonji, 1968 in der Vojvodina zur Welt gekommen, lebt als Schriftstellerin und Musikerin in der Schweiz. Im Rahmen des Grenzgänger Programms der Robert Bosch Stiftung. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

12.1. --- Hotel Royal Lesung. Isabelle Müller – „Phönixtochter“. „Aus jedem Stein, den sie uns vor die Füße werfen, werden wir unseren Weg bauen.“ Das ist das trotzige Lebensmotto von Isabelle. Von Loan, ihrer lebenstüchtigen vietnamesischen Mutter hat sie den Willen, immer wieder Mut zu fassen und nach vorne zu blicken. Auch wenn das Leben fast unerträglich scheint. „Phönixtochter“ erzählt die Geschichte einer bemerkenswerten Frau, die sich vom Unglück nicht überwältigen lässt, die das Leben meistert und am Ende - trotz aller Schicksalsschläge - eine erfolgreiche Unternehmerin in Deutschland wird. 19 Uhr. Sophienstraße 35, 70178 Stuttgart.

12.1. --- Literaturhaus Podiumsgespräch. Zülfü Livaneli & Klaus Kreiser – „Mustafa Kemal Atatürk - Einst Staatsmann, heute Säulenheiliger?“. Veranstaltungsreihe: BAKIS - Die Türkei im europäischen Dialog. Moderation: Sibylle Thelen. Gemeinsam mit dem Literaturhaus startet das Deutsch-Türkische Forum Stuttgart die neue Gesprächsreihe „BAKIŞ - Die Türkei im europäischen Dialog“. „BAKIŞ“ (türkisch für ‚Standpunkt’) widmet sich über die nächsten zwei Jahre Grundfragen der Politik und Gesellschaft, der Kultur, Religion, Wirtschaft und Geschichte der Türkei. Die Journalistin und Buchautorin Sibylle Thelen wird die Veranstaltungsreihe moderieren. Den Auftakt machen Zülfü Livaneli und Professor Dr. Klaus Kreiser, die sich dem Staatsgründer der türkischen Republik zuwenden. Mustafa Kemal Atatürk (1881-1938), der am 29. Oktober 1923 die moderne Republik ausrief, ist bis heute in der Türkei allgegenwärtig. Kein Amt, kein Kaffeehaus, kein Schulbuch ohne sein Bildnis. Wie aber steht es um die Auseinandersetzung mit dem Staatsgründer heute? Welche Bedeutung hatten seine Visionen für das Land damals – und welche Bedeutung haben sie nun? Ist der Kemalismus wandlungsfähig? Zülfü Livaneli wurde als Sänger, Komponist und Autor international berühmt. Er hat zu über 30 Filmen die Musik geschrieben, rund dreihundert Lieder komponiert und in Europa und den USA Hunderte von Konzerten gegeben. 2010 kam seine Filmbiographie „Veda / Atatürk – Der Abschied“ in die Kinos. Darin schildert Livaneli die Freundschaft zwischen Mustafa Kemal und Salih Bozok, die in der Kindheit in Thessaloniki begann. Klaus Kreiser war bis zu seiner Emeritierung 2005 Professor für Türkische Sprache, Geschichte und Kultur an der Universität Bamberg. 2008 veröffentlichte er das Buch „Atatürk: Eine Biographie“, das 2010 auch in der Türkei erschien. Er schildert auf der Grundlage neuer Quellen den Lebensweg Mustafa Kemals von seinen Jahren als Militärschüler und Verteidiger des osmanischen Erbes bis zum autoritären Reformer der Türkei. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

13.1. ---Literaturhaus Lesung und Gespräch. Peter Wawerzinek – „Rabenliebe“. Moderation: Manfred Heinfelnder. Ihre Abwesenheit war das schwarze Loch, der alles verschlingende Negativpol in Peter Wawerzineks Leben. Wie hatte seine Mutter es ihm antun können, ihn als Kleinkind in der DDR zurückzulassen, als sie in den Westen floh? Der Junge, herumgereicht in verschiedenen Kinderheimen, blieb stumm bis weit ins vierte Jahr, mied Menschen, lauschte lieber den Vögeln, ahmte ihren Gesang nach, auf dem Rücken liegend, tschilpend und tschirpend. Die Köchin des Heims wollte ihn adoptieren, ihr Mann wollte das nicht. Eine Handwerkerfamilie nahm ihn auf, gab ihn aber wieder ans Heim zurück. Wo war Heimat? Wo gehörte er hin? Dass er auch eine Schwester hat, erfuhr er mit vierzehn. Im Heim hatte ihm niemand davon erzählt, auch später die ungeliebte Adoptionsmutter nicht. Als Grenzsoldat unternahm er einen Fluchtversuch Richtung Mutter in den Westen, kehrte aber, schon jenseits des Grenzzauns, auf halbem Weg wieder um. Als er sie dann Jahre nach dem Mauerfall aufsuchte und mit ihr die acht Halbgeschwister, die alle in derselben Kleinstadt lebten, war das über die Jahrzehnte überlebens groß gewordene Mutterbild der Wirklichkeit nicht gewachsen. Es blieb bei der einzigen Begegnung. Aber sie löste – nach jahrelanger Veröffentlichungspause – einen Schreibschub bei Peter Wawerzinek aus, in dem er sich das Trauma aus dem Leib schrieb: Über Jahre hinweg arbeitete er wie besessen an "Rabenliebe" übersetzte das lebenslange Gefühl von Verlassenheit, Verlorenheit und Muttersehnsucht in ein großes Stück Literatur, für das er 2010 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

17.1. --- Literaturhaus Gespräch. Bernhard Schlink & Tilman Krause – „Wir sind, was wir gelesen haben“. Golo Mann hat eine seiner Essaysammlungen überschrieben „Wir sind, was wir gelesen haben“. Getreu diesem Motto wird sich der Schriftsteller und emeritierte Juraprofessor Bernhard Schlink mit dem Literaturredakteur der „Welt“, Tilman Krause, über literarischen Vorlieben und Antipathien, über Vergessene und Vergriffene, aber auch über aktuelle Leseerlebnisse unterhalten. Ausgehend von folgender Beobachtung, die sie bei gemeinsamen Abendessen in den Restaurants rund um den Victoria-Luise-Platz in Berlin-Schöneberg immer wieder machen: Auf Fragen wie „Was halten sie vom neuen Franzen?“ oder „Wie beurteilen Sie das letzte Buch von Daniel Kehlmann“ gelangen sie meist sehr schnell zu Büchern, die sie wirklich bewegt haben, Büchern, die ihnen durch Elternhaus, Schule, Universität vermittelt wurden und an denen sie sich abarbeiten, um die deutsche Geschichte, aber auch die eigenen Eltern oder Großeltern zu verstehen; Bücher und Autoren, die sie immer wieder lesen und befragen, weil sie sie einfach lieben oder weil sie durch ihre Lektüre erfahren (haben), wer sie selber sind. Bücher mit anderen Worten, die ihre Dringlichkeit und Nachhaltigkeit jenseits der Tagesaktualität unter Beweis gestellt haben. 4,50 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

19.1. --- Literaturhaus Lesung. Jonathan Coe – „Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim“. Moderation: Julika Griem. Deutsche Lesung: Boris Aljinovic. Jonathan Coe, einer der Stars der Londoner Literaturszene, präsentiert seinen neuen Roman "Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim": Es ist Valentinstag, und Maxwell Sim, 48 Jahre alt, sitzt in einem Restaurant in Sydney. Ganz allein. Nie zuvor hat Maxwell sich einsamer gefühlt. Seine Frau hat ihn verlassen und die Tochter mitgenommen, seine Jugendliebe hält ihn für einen bemitleidenswerten Verlierer, und auch seine vierundsiebzig Facebook-Freunde können ihm nicht helfen. Echte Freunde hat er schon lange keine mehr, und sein Vater Harold, für den er nach Australien gekommen ist, verweigert ihm seine Gesellschaft. Da kommt das seltsame Angebot, an einer Wettfahrt zu den Shetlandinseln teilzunehmen, wie gerufen. Voller Hoffnung macht er sich mit „Emma“, seinem freundlichen Navigationsgerät, auf den Weg – doch die Fahrt zum nördlichsten Punkt des Königreichs entwickelt sich zu einer Reise in die dunkelsten Ecken seiner Vergangenheit. Jonathan Coe wurde 1961 in Birmingham geboren. Für seine Bücher wurde er u. a. mit dem Prix Médicis Étranger ausgezeichnet. Zwei seiner bisher neun Romane wurden verfilmt. Auf Deutsch erschien zuletzt „Der Regen, bevor er fällt“ (2009/DVA)). Jonathan Coe lebt mit seiner Familie in London. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

20.1. --- Literaturhaus Essay und Gespräch. Oswald Egger – „Deutscher sein“. Veranstaltungsreihe: Essayreihe „Betrifft“. Moderation: Florian Höllerer. Gast der Essayreihe „Betrifft:“ ist der Dichter Oswald Egger, von dem letztes Jahr der 800 Seiten schwere Gedicht-Roman „Die ganze Zeit“ (Suhrkamp) erschien. „Deutscher sein“ lautet der Titel des Originalbeitrags, vorangestellt ist ihm ein Hölderlin-Motto: „So kam ich unter die Deutschen. Ich forderte nicht viel und war gefaßt, noch weniger zu finden.“ Oswald Egger, geboren 1963 in Lana (Südtirol), hat in Wien Philosophie und Literatur studiert und lebt als freier Autor auf der Raketenstation Hombroich. Von 1986 bis 1995 leitete er die Kulturtage Lana in Südtirol. Bis 1998 gab er die Zeitschrift „Der Prokurist“ in der „edition per procura“ heraus. Letztes Jahr wurde ihm der mit 40.000 € dotierte Oskar-Pastior-Preis verliehen. Egger, so das Urteil der Jury, erkunde in seinem Werk die vielstimmigen Erscheinungs- und Wahrnehmungsformen von Welt in Sprache: »Mit Spielwitz und Risikofreude macht er noch die entlegensten Vokabularien und Wortschätze zum Material seiner mathematisch-poetischen Versuchsanordnungen und treibt so die Traditionen experimentellen Schreibens voran.« Der Essay wird in der Stuttgarter Zeitung abgedruckt und noch am Abend an alle Besucher verteilt. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

23.1. --- Literaturhaus Lesung. Martin Mosebach – „Was davor geschah“. Veranstaltungsreihe: Niedlichs Literarischer Salon. Es ist eine gefährliche Frage, die bereits den Keim einer Eifersucht enthält: Wie war das eigentlich mit dir, bevor wir uns kannten? Die beiden sind seit Kurzem ein Paar, und sie stellt ihm jene Frage. Seine Antwort wird zu einem Gespinst aus Wahrheit und Dichtung, einem wahren Lügenpalast, errichtet aus soliden Bausteinen von Wirklichkeit. Auf der Bühne Frankfurts inszeniert Martin Mosebach, mit detektivischer Genauigkeit und meisterhafter Sprachkunst, ein böses Spiel von Liebe und Zufall. Ulrich Greiner („Die Zeit“) schreibt: „Der große Gesellschaftsroman unserer Tage: Ein Karussell der Eitelkeiten und Affären, in dem wir uns wiedererkennen, so unerbittlich, mit soziologisch analytischem Blick, erfasst er das Milieu. Der überzeugendste und subtilste Roman, den Mosebach bisher geschrieben hat.“. 5,50-8 €. 11 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

24.1. --- Literaturhaus Gespräch. Rainer Moritz, Denis Scheck – „Wie viele Bücher braucht der Mensch?“. Mit der Stuttgarter Antiquariatsmesse und der Antiquaria in Ludwigsburg wird die Region alljährlich, jeweils Ende Januar, zu einem Mekka der Büchersammler aus aller Welt. Zum 50. und zum 25. Jubiläum dieser beiden ältesten Antiquariatsmessen in Deutschland laden die Veranstalter zu diesem Bücher-Abend der besonderen Art ein: Loriot verdanken wir die empirisch verbürgte Einsicht, dass plötzliche Regenfälle zum Betreten einer Buchhandlung führen können. Denis Scheck, Redakteur beim Deutschlandfunk und Moderator der ARD-Sendung „druckfrisch“, und Rainer Moritz, Leiter des Hamburger Literaturhauses und Autor zahlreicher Bücher, gehören zu jener Spezies von Menschen, die selbst bei größter Hitze forschen Schrittes jede erreichbare Buchhandlung ansteuern. Das Leben dieser Sonderlinge gilt ganz und gar (oder: fast ganz und gar) den Büchern, und deshalb reden sie an diesem Abend über frühe Leseerinnerungen, die Schönheit von Bibliotheken und Buchhandlungen, über Lieblingsautoren, Lebensbücher („Zettel’s Traum“, „Die kleine Hexe“ oder „Der Kutscher und der Wappenmaler“) und die Möglichkeit, aus Romanen etwas fürs Leben zu lernen. Es steht zu erwarten, dass sie im Laufe des Abends zudem über die Zukunft des e-books, den Bahnhof als Motiv in der Weltliteratur und die Chancen des VfB Stuttgarts sprechen. Am Ende werden beide die titelgebende Frage der Veranstaltung exakt beantworten. 4,50-9 €. 20 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

26.1. --- Literaturhaus Film & Szenische Lesung. Thomas Bernhard. Mit Norbert Beilharz, Stefan Hunstein. Filmvorführung von „Thomas Bernhard. Die Kunstnaturkatastrophe“, Dokumentation von Norbert Beilharz, ARTE/WDR 2010, 52 Min (Sendetermin auf ARTE: Montag, 7. Februar 2011, um 22.35 Uhr) 20 Uhr: Szenische Lesung des Briefwechsels Thomas Bernhard-Siegfried Unseld. Er war Provokateur, intellektuelles Reibeisen und Komödienmaschine zugleich. Thomas Bernhard starb 1989 mit 58 Jahren an Herzversagen. Für seine Dokumentation ging der Stuttgarter Filmautor Norbert Beilharz an drei Orten auf Spurensuche: Salzburg, Ohlsdorf in Oberösterreich und Wien. Dabei geben Weggefährten, Freunde und Zeitzeugen Auskunft, die sich zum Teil noch nie öffentlich über Thomas Bernhard geäußert haben: Die Opernsängerin Catarina Ligendza, die in Bayreuth Rollen wie die der Isolde und der Brünnhilde sang – und über zehn Jahre mit Thomas Bernhard befreundet war. Der Studienkollege und Regisseur Klaus Gmeiner; in Oberösterreich der Gastwirt Sepp Fürtbauer sowie der Zeichenlehrer Gerhard Weigel, der Thomas Bernhard über Jahrzehnte auf seinen Spaziergängen begleitete. In Wien der Schauspieler Gert Voss, dem Thomas Bernhard das Stück "Ritter, Dene, Voss" auf den Leib schrieb. Stimmen von zwei Künstlern der Gegenwart runden den Film ab: Der Autor Daniel Kehlmann sowie der Münchner Schauspieler und Fotokünstler Stefan Hunstein, die sich intensiv mit Thomas Bernhard auseinandergesetzt haben. Gemeinsam mit Stefan Hunstein wird Norbert Beilharz dann im zweiten Teil des Abends den jüngst im Suhrkamp Verlag erschienenen Briefwechsel zwischen Thomas Bernhard und seinem Verleger Siegfried Unseld in einer szenischen Lesung vorführen: ein singuläres Wortgefecht um Geld und um Rechte, um Liebe und Anerkennung, in dem bei jeder Zeile alles auf dem Spiel steht. 6- 12 €. 19 Uhr. Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart.

Wangen im Allgäu

20.1. --- Stadtbuchhandlung Lesung. Joachim Rangnick – „Der Ahnhof“. Ein alter Bauernhof im Allgäu birgt ein tödliches Geheimnis. Immer wieder verschwinden Frauen und Männer in der Nähe des alten Korbach-Hofes. Die seit Generationen dort ansässige Familie steht unter Verdacht, etwas mit den Vermisstenfällen zu tun zu haben. Beweise wurden nie gefunden. Als der Hof zum Verkauf steht, ahnen Journalist Robert Walcher und seine kauzig-liebenswerte Haushälterin Mathilde, dass die Auflösung der Fälle endlich näher gerückt ist. 19 Uhr. Herrenstraße 9, 88239 Wangen im Allgäu.

Wiesbaden

12.1. --- Literaturhaus Villa Clementine Lesung. Ricarda Junge – „Die komische Frau“. Geister oder die Schatten der Vergangenheit? Ein Haus nahe der Berliner Karl-Marx-Allee, durch das der Atem der Geschichte weht, eine junge Frau, die mit der Vergangenheit konfrontiert wird, als ihre Gegenwart aus den Fugen gerät, und ein kleiner Junge, dessen Phantasien immer realer werden. Lena und Leander ziehen mit ihrem Sohn von Hamburg nach Berlin in einen der stalinistischen Prachtbauten nahe der Karl-Marx-Allee. In diesen Häusern, einst verdienten Kommunisten vorbehalten, sind auch Jahre nach der Wiedervereinigung die alten Strukturen und Seilschaften noch lebendig. Belustigt beobachten die Neuzugezogenen die alten Mieter, die hier seit Jahrzehnten wohnen und wie in alten Zeiten ihr Hausbuch führen. Dann trennen sich Lena und Leander, er zieht aus. Und plötzlich geschehen merkwürdige Dinge: Hatte Lena die Fenster nicht geschlossen? Hat sie wirklich vergessen, die Kerzen zu löschen? Und wen sieht ihr kleiner Sohn, wenn er immer öfter ängstlich von der komischen Frau spricht? Eigentlich hatte sie gedacht, dass die Trennung von Leander eine Erlösung ist, dass sie den Weg frei macht für ein neues Leben. Plötzlich aber gerät alles aus dem Lot. 20 Uhr. Frankfurter Straße 1, 65189 Wiesbaden.

Wuppertal

8.1. --- Opernhaus Buchpräsentation. Bettina Stöß und Jakob Peters-Messer – „Unverhofft“ in Kairo/ L'incontro improvviso“ (Joseph Haydn). Bettina Stöß und Jakob Peters-Messer stellen den Band im Gespräch mit Johannes Weigand, Intendant der Wuppertaler Oper, vor.18 Uhr. Kronleuchter-Foyer, Kurt-Drees-Straße 4, 42283 Wuppertal.


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