KÖLN (BLK) - Die Lit.Cologne, das größte Literaturfest Europas, ist am Mittwoch (10.3.) in ihre zehnte Ausgabe gestartet. Auf elf Tage verteilen sich 175 Veranstaltungen wie Lesungen und Diskussion. Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller spricht zum Beispiel mit dem chinesischen Künstler Ai Weiwei über Kunst in Diktaturen. Im Mittelpunkt steht die Frage: „Wie politisch kann, darf oder muss künstlerische Arbeit sein, in der Literatur wie in der bildenden Kunst?“
Um diese Frage geht es am 19. März auch bei einer Solidaritätsveranstaltung für den chinesischen Autor Liao Yiwu. Er ist zwar eingeladen, kann aber nicht kommen, weil China ihm die Ausreise verweigerte. „Wir lassen trotzdem lesen“, kündigte Festivalleiter Rainer Osnowski an. Gelesen wird aus Liaos Buch „Fräulein Hallo und der Bauernkaiser – Chinas Gesellschaft von unten“. Außerdem wird aus Briefen zitiert und ein Telefon-Interview mit dem Autor abgespielt.
Gesellschaftskritisch geht es bei „Money makes the world go round“ mit der Kulturwissenschaftlerin Christina von Braun und der Bankmanagerin und Autorin Christine Novakovic zu. Inwieweit musikalische Texte zur Literatur zählen, ist Thema mehrerer Abende. Daneben gibt es eine Vielzahl klassischer Lesungen vor allem auch international bekannter Autoren wie Nick Hornby, Martin Walser, Margaret Atwood, Maarten 't Hart, Frank Schätzing und Henning Mankell. Siegfried Lenz musste krankheitsbedingt absagen. Im vergangenen Jahr zählte die Lit.Cologne 65.000 Besucher. Für Kinder und Jugendliche gibt es wieder eine Lit.Kid.Cologne. (dpa/sch)