KÖLN (BLK) - Das Migranten-Drama „Arabboy“ hat am Donnerstag den zehntägigen Vorlesungsreigen des Kölner Literaturfestivals Lit.Cologne eröffnet. Als Stargast des ersten Abends sollte Erfolgsautor Daniel Kehlmann („Die Vermessung der Welt“) sein neues Buch „Ruhm“ vorstellen. Auf dem nach eigenen Angaben größten Literaturfest Europas hat in diesem Jahr unter anderem der US-amerikanische Schriftsteller T.C. Boyle Premiere. Lit.Cologne-Gäste sind außerdem der Philosoph Peter Sloterdijk und Filmemacher Volker Schlöndorff. Der britische Historiker Timothy Garton Ash musste wegen einer Erkrankung kurzfristig absagen. Bis zum 21. März werden zu insgesamt 158 Veranstaltungen rund 65.000 Besucher erwartet.
Überschattet hatte die Festival-Vorbereitungen der Einsturz des Kölner Stadtarchivs in der vergangenen Woche. Einige Lesungen mussten kurzfristig in Ausweichquartiere umziehen. Sie sollten ursprünglich in einem Gymnasium nahe der Unglücksstelle stattfinden. Die Autoren treten traditionell nicht in Buchhandlungen vor ihr Publikum, sondern an ungewöhnlichen Lokalitäten - zum Beispiel auf einem Rheinschiff, im Polizeipräsidium oder im Tropenhaus des Zoos.
Das Programm setzt auch in der neunten Auflage wieder auf spannungsreiche Begegnungen und große Namen. Alt-Aufklärer Oswalt Kolle trifft auf Jung-Autorin Alexa Hennig von Lange. Hannelore Hoger und Richy Müller führen durch die „Geschichte der Onanie“. Die französische Politikerin Simone Veil, erste Präsidentin des EU-Parlaments, blickt zurück auf ihr Leben. Simon Beckett, Juli Zeh, Benjamin Lebert und Richard David Precht präsentieren ihre neuen Bücher. Gleich mehrfach vertreten ist Elke Heidenreich, deren TV-Sendung „Lesen!“ vom ZDF auf die Website litCOLONY.de umgezogen ist. (dpa/jud)
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