9. Juli 2009
20 Uhr. Tante Horst Eröffnung. „7. linken Buchtage Berlin“. Friederike Habermann stellt ihr Buch „Halbinseln gegen den Strom“ vor. Anschließend diskutiert die Autorin mit dem Künstler Peter Schmidt. Eintritt frei. Oranienstraße 45, 10969 Berlin-Kreuzberg.
10. Juli 2009
18 Uhr. SfE 1 Buchvorstellung. Jens Wissel und Stefanie Wöhl (Hrsg.) – „Staatstheorie vor neuen Herausforderungen. Analyse und Kritik“. „Noch vor kurzem erschien der Nationalstaat in den internationalen staatstheoretischen Debatten bestenfalls als ein Überbleibsel aus vergangenen Zeiten. Neuerdings ist jedoch sein erstaunliches Comeback in den sozialwissenschaftlichen Debatten zu beobachten. Insbesondere im deutschsprachigen Raum gibt es wieder vermehrt staatstheoretisch angeleitete Forschungsprojekte. Die Beiträge in dem vorgestellten Band fragen nach der Transformation des Staates als Herrschaftsverhältnis und danach, wie Staatskritik heute möglich ist, wie sich die Geschlechterverhältnisse durch den Staat hindurch reproduzieren, wie sich der Staat im Prozess der Globalisierung räumlich restrukturiert, wie der neue Nationalismus beschaffen ist und welche Bedeutung die Debatten der transnationalen Migrationsforschung für eine Theorie des Staates im Postfordismus haben.“ (Verlag Westfälisches Dampfboot) Das Buch stellt Lars Bretthauer vor. Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
18 Uhr. Kneipe Clash Buchvorstellung & Spaziergang. Richard Reynolds – „Guerilla Gardening. Ein botanisches Manifest“. „Kohl auf dem Grünstreifen, Wildblumen auf Verkehrsinseln, Moosbilder an Betonmauern: Eine besondere Form des Gartenbaus ist unter dem Namen ‚Guerilla Gardening’ zu einer weltweiten Bewegung angewachsen und gewinnt immer mehr Anhänger, mit ganz unterschiedlicher Motivation und immer einfallsreicheren Methoden. Gärtnern ist cool geworden! Gemeinsam ist den verschiedenen Varianten, dass die Gärtner heimlich unterwegs sind. Sie kultivieren den öffentlichen Raum, indem sie ungefragt Brachflächen und Verkehrsinseln bepflanzen oder mit Blumen gegen die Verwahrlosung der eigenen Nachbarschaft vorgehen. So werden sie mit Spaten und Hacke zu Pionieren einer neuen Form der Stadtgestaltung.“ (Orange Press) Anschließend Spaziergang durch die Stadt. Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
18 Uhr. SfE 2 Buchvorstellung. AG gegen Rassismus in den Lebenswissenschaften (Hrsg.) – „Gemachte Differenz“. „Das Konzept der ‚Rasse’ wird seit einigen Jahren in den Biowissenschaften wieder vermehrt verwendet. Dies findet konträr zu den unzähligen Kritiken statt, die einen Bezug auf den Begriff eigentlich ausschließen sollten. Mehr noch: der Boom der Genetik hat zudem neue Formen der biologischen Unterscheidung von Menschen entlang von ‚Rasse’ produziert. Zwar weisen die Sozialwissenschaften darauf hin, dass rassifizierte Unterschiede immer häufiger mit ‚kulturellen Differenzen’ begründet werden, gleichzeitig sind jedoch biologische ‚Rasse’-Konzepte weiterhin virulent. Dies macht eine kritische Analyse und Diskussion dazu dringend notwendig.“ (Unrast-Verlag) Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
18 Uhr. Blauer Salon Buchvorstellung. Uli Cremer – „Neue NATO: die ersten Kriege. Vom Militär- zum Kriegspakt“. „Die NATO ist nach 60 Jahren keineswegs am Ende. Statt 16 Mitgliedern 1990 wird sie 2009 mindestens 28 haben. Mit vielen weiteren Ländern ist sie militärisch verbündet. Denn nach dem Ende des Kalten Krieges erwies sich die NATO als wandlungsfähiger Militärpakt. Während ihre Gegenspielerin, die Warschauer Vertragsorganisation, sich auflöste, erfand die NATO sich neu. Bereits Anfang der 1990er Jahre entwickelte sie eine Strategie, die sie fit für die neue Epoche machte. Die Neue NATO war von vornherein auf konkrete Kriegsführung angelegt. Inzwischen kämpfen über 50.000 NATO-Soldaten, darunter 4.500 Angehörige der Bundeswehr, in Afghanistan. Ihren ersten Angriffskrieg hatte die NATO 1999 gegen Jugoslawien geführt – ohne Mandat des UN-Sicherheitsrats.“ (VSA) Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
18 Uhr. Buchladen Schwarze Risse Buchvorstellung. Raul Zelik – „Die kolumbianischen Paramilitärs. ‚Regieren ohne Staat?’ oder terroristische Formen der Inneren Sicherheit“. „Kolumbien wird bisweilen als ‚Laboratorium des Krieges’ bezeichnet – und tatsächlich: Der brutal ausgetragene Bürgerkrieg gilt zwar als südamerikanische Tragödie, bedingte aber gleichzeitig radikale Transformationen von Staat, Ökonomie und Gesellschaft. Vor allem in der archaisch anmutenden Gewalt der Paramilitärs zeigen sich moderne ökonomische und politische Kalküle, die zur Überwindung der staatlichen Legitimationskrise beigetragen, die weltmarktorientierte Erschließung ländlicher Regionen ermöglicht und die soziale Kontrolle der Bevölkerung intensiviert haben. Bereits seit drei Jahrzehnten bestimmen Paramilitärs nachhaltig das Leben der Unterschichten – und statuieren ein aussagekräftiges Exempel für die Irregularisierung von Staatsmacht und Krieg: Bezeichnen lässt sich dies als einen informellen Ausnahmezustand mit der Tendenz zum Outsourcing staatlicher Gewalt – interessante Parallelen zu jenen Sicherheitsvorstellungen, die im ‚War on Terror’ propagiert werden.“ (Verlag Westfälisches Dampfboot) Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
20 Uhr. SfE 1 Buchvorstellung. Gisela Elsner – „Fliegeralarm“. „In dieser rabenschwarzen Satire führt Elsner eine Gruppe von Kindern vor, die in den Trümmerlandschaften, die die Bombenangriffe in den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges hinterlassen haben, regelrecht aufblühen. Im Gegensatz zu den Erwachsenen begrüßen die Kinder die Bombenangriffe, verschaffen diese ihnen doch immer neue Abenteuerspielplätze. In ihren Spielen imitieren die Kinder auf makabere Weise die Prinzipien und Strukturen des NS-Staates. Sie bezichtigen ihre Eltern der Feigheit, wobei sie selbst ‚hart wie Leder, zäh wie Kruppstahl’ sein wollen. Doch bald bemerken die Kinder, dass ihnen für das authentische Nachstellen der NS-Zeit noch etwas Entscheidendes fehlt: ein KZ und ein ‚Jude’.“ (Verbrecher Verlag) Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
11. Juli 2009
12 Uhr. SfE 1 Buchvorstellung. AG Queer Studies Hamburg (Hrsg.) – „Verqueerte Verhältnisse. Intersektionale, ökonomiekritische und strategische Interventionen“. „Dieser Sammelband präsentiert eine Auswahl von Beiträgen über Störaktionen in Ökonomie und Politik. Das Themenspektrum reicht vom Widerstand gegen die deutsche Besatzung im 2. Weltkrieg über Aktionen gegen die Rassentrennung der USA bis zu Scham und Selbstbehauptung am Arbeitsplatz. Die Beiträge diskutieren, wie herrschende Strukturen durchbrochen werden können, ohne in die Falle neuer Hierarchien und Ausgrenzungen zu tappen.“ (Männerschwarm Verlag) Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
12 Uhr. SfE 2 Buchvorstellung. Jens Hoffmann – „‚Das kann man nicht erzählen’. ‚Aktion 1005’. Wie die Nazis die Spuren ihrer Massenmorde in Osteuropa beseitigten“. „Anfang 1942, nachdem die Rote Armee den Vormarsch der Wehrmacht auf Moskau gestoppt hatte, begann die nationalsozialistische Staatsführung Vorsorge zu treffen für den Fall ihrer Niederlage. Unter der Bezeichnung ‚Aktion 1005’ ließ sie ab Frühjahr 1943 zahlreiche Kommandos aufstellen, die die Spuren deutscher Verbrechen in Osteuropa nach einem immer gleichen Muster beseitigten: Mehrheitlich jüdische Häftlinge wurden gezwungen, Massengräber zu öffnen, die Leichen aus den Gräbern zu holen und auf Scheiterhaufen zu verbrennen, bevor schließlich auch sie selbst ermordet wurden.“ (Konkret Verlag) Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
12 Uhr. Blauer Salon Buchvorstellung. John Kannankulam – „Autoritärer Etatismus im Neoliberalismus. Zur Staatstheorie von Nicos Poulantzas“. „Nicos Poulantzas’ Thesen zum autoritären Etatismus liegen zwar 30 Jahre zurück, dennoch kommt ihnen angesichts der aktuellen sozial- und sicherheitspolitischen Debatten und Umstrukturierungen ungemeine Aktualität zu. So sah Poulantzas, wie im Zuge der Krise der 1970er Jahre die fordistischen Staaten demokratische Errungenschaften drastisch abbauten, die Exekutive sich auf Kosten der Legislative durchsetzte, parallele Machtnetze sich ausbreiteten und gleichzeitig die Repression gegenüber den subalternen Klassen zunahm.“ (VSA) Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
14 Uhr. SfE 1 Buchvorstellung. Richard Gebhardt und Dominik Clemens (Hrsg.) – „Volksgemeinschaft statt Kapitalismus?“. „Ob ‚Global dient dem Kapital – Sozial geht nur national’ oder ‚Kapitalismus – Feind der Völker’, Neonazis gehen mit ‚antikapitalistischen’ Parolen auf Stimmenfang. Dabei kopieren NPD und ‚Freie Kameradschaften’ nicht nur in ihrer Agitation gegen die neoliberale Agenda 2010 linke Slogans, sondern ebenso bei der Kritik der Globalisierung. Erweitert wird dieses Spektrum durch die ‚Autonomen Nationalisten’, die sich als irritierende Imitation der rebellischen linken Jugendkultur geben. Gerade bei ihnen spielen ‚antikapitalistische’ Parolen eine wichtige Rolle. Unterwürfige Mitläufer, die nach einem Führer schreien und gezielt gegen demokratische Kräfte vorgehen, inszenieren sich als Avantgarde einer völkischen Revolte gegen den ‚vaterlandlosen’ High-Tech-Kapitalismus und recyceln die Propaganda des historischen Faschismus.“ (Papyrossa Verlag) Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
14 Uhr. SfE 2 Buchvorstellung. Alex Demirović – „Kritik und Materialität“. „Der epistemologische und institutionelle Raum für kritisch-materialistische Forschung in Deutschland wird immer enger. Neben diesem institutionellen negativen Aspekt hat sich positiv das Verständnis dessen verändert, was als materialistische und kritische Theorie gelten kann. Der Begriff der Materialität wurde in neueren wissenschaftlichen Diskussionen erweitert. Dies bleibt nicht ohne Folgen auch für das Verständnis von Kritik und gibt der Assoziation für Kritische Gesellschaftsforschung Anlass, die Frage nach einer Neubestimmung von kritischer Wissenschaft aufzuwerfen.“ (Verlag Westfälisches Dampfboot) Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
14 Uhr. Buchladen Schwarze Risse Buchvorstellung. Thomas Flierl und Elfriede Müller (Hrsg.) – „Vom kritischen Gebrauch der Erinnerung“. „War schon seit den 1980er Jahren ein neues Interesse an der Geschichte zu spüren, so rückten seit der Zeitenwende 1989/90, nach dem Ende des ‚kurzen’ 20. Jahrhunderts, die verdrängten, nicht bearbeiteten ‚Erinnerungen’ in den Mittelpunkt des historischen Interesses. Dem hatte die kulturwissenschaftlich orientierte Geschichtswissenschaft bereits zugearbeitet, nicht zuletzt durch das Konzept der Erinnerungsorte. Heute haben wir zu konstatieren, dass Geschichtspolitik vor allem bzw. fast ausschließlich ‚Erinnerungspolitik’ geworden ist.“ (Dietz Berlin) Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
14 Uhr. Kneipe Clash Buchvorstellung. Atlanta Athens, Roger Behrens, Martin Büsser, Jonas Engelmann und Johannes Ullmaier (Hrsg.) – „testcard #18. Regress. Beiträge zur Popgeschichte“. „1968 ist dieses Jahr in aller Munde. Aber wie steht es mit unserer gegenwärtigen Gesellschaft? Nahezu alle im Zuge von 1968 erkämpften Errungenschaften werden derzeit wieder schrittweise abgeschafft. ‚testcard’ #18 wirft einen kritischen Blick auf den reaktionären Backlash, den die westlichen Gesellschaften in den letzten Jahren erfahren haben. Dies betrifft die Renaissance von Religionen aller Art, spirituelle und irrationale Lebensmodelle, die erstarkte Bedeutung der Kleinfamilie und von traditionellen Geschlechterrollen, Neoromantik und Eskapismus in der Kunst und Musik und den Abbau von Bürgerrechten.“ (Ventil Verlag) Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
16 Uhr. SfE 1 Buchvorstellung. Albert Krölls – „Das Grundgesetz – ein Grund zum Feiern? Eine Streitschrift gegen den Verfassungspatriotismus“. Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
16 Uhr. SfE 2 Buchvorstellung. Bernard Schmid – „Frankreich in Afrika. Eine (Neo)Kolonialmacht in der Europäischen Union zu Anfang des 21. Jahrhundert“. „Bernhard Schmids Buch vermittelt ein detailliertes Bild von Frankreichs postkolonialem Einfluss in Afrika. Unter anderem geht es den aktuellen Fragestellungen nach, welche Rolle die ‚Mittelmeerunion’ spielt, die von Präsident Sarkozy als Kern eines neuen ‚EurAfrika’ bezeichnet wurde, und wie das offizielle Frankreich mit dem Vorwurf umgeht, 1994 in Rwanda den Völkermord begünstigt, gefördert und unterstützt zu haben. Darüber hinaus beleuchtet Bernhard Schmid den Einfluss der neuen Akteure China und USA auf den Kontinent, die innere Verfasstheit der afrikanischen Staaten sowie die dort vorherrschende Rentiersökonomie.“ (Unrast Verlag) Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
16 Uhr. Blauer Salon Buchvorstellung. Wolfgang Wippermann – „Dämonisierung durch Vergleich. DDR und Drittes Reich“. „Wolfgang Wippermann zeigt in seiner Streitschrift, wie Konstruktion und Erfindung von Totalitarismusdoktrin und Extremismuslegende ihre Anwendung auf die DDR finden. Danach sollen Faschismus und Kommunismus grundsätzlich miteinander vergleichbar, ja weitgehend identisch sein. Letzteres hat zur Verharmlosung des Dritten Reiches und zu einer Dämonisierung der DDR geführt. Beides geschieht aus vergangenheits- und gegenwartspolitischen Motiven. Die beschönigende Relativierung des Dritten Reiches diente der endgültigen Bewältigung der nationalsozialistischen Vergangenheit, und mit der Dämonisierung der DDR will man die Gegenwart überwältigen, die politikwissenschaftlichen Diskurse bestimmen und den politischen Gegner treffen. Fest steht: Wie auch immer man die Verbrechen der DDR be- und verurteilen mag – ein Auschwitz hat es in ihr nicht gegeben.“ (Rotbuch Verlag) Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
16 Uhr. Kneipe Clash Buchvorstellung & Diskussion. Leipziger Kamera. Initiative gegen Überwachung (Hrsg.) – „Kontrollverluste. Interventionen gegen Überwachung“. „Das Buch Kontrollverluste versammelt Beiträge zu Fragen einer emanzipatorischen und praktischen Kritik an der aktuellen Überwachungsgesellschaft. Es führt sehr unterschiedliche Strategien und Perspektiven der linken Überwachungskritik zusammen. Kritische Wissenschaftler, Aktivisten und Initiativen stellen theoretische, aber vor allem strategische und aktionsorientierte Überlegungen an, reflektieren ihre Handlungserfahrungen und beleuchten Probleme und Potenziale von Bewegung(en) gegen immer mehr Überwachung und Kontrolle.“ (Unrast Verlag) Es diskutieren die Autoren des Bandes: Peter Ullrich, Peer Stoll, Tobias Singelnstein, Lars Bretthauer und Peter Nowak. Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
16 Uhr. Buchladen Schwarze Risse Lesung. Ronald M. Schernikau – „Königin im Dreck“. „Dieses Buch versammelt Beiträge von Ronald M. Schernikau für Zeitungen, Journale und Anthologien. Zeittexte – Reportagen, Gedichtinterpretationen, Berichte, Glossen, Interviews –, die nach wie vor brennenden Fragen nachgehen: Wieso sind die Schlager der DDR so gut? Was macht ein revolutionärer Künstler ohne Revolution? Ficken mit AIDS? Das Besondre am Sonett? Wie wird ein Brötchen ein Brötchen im Sozialismus? Wofür verkaufe ich mich eigentlich, wie gehe ich mit Größe durch den Schund der Zeit?“ (Verbrecher Verlag) Es lesen Thomas Keck und Jörg Sundermeier. Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
18 Uhr. SfE 1 Buchvorstellung. Rebecca Pates und Daniel Schmidt – „Die Verwaltung der Prostitution. Eine vergleichende Studie am Beispiel deutscher, polnischer und tschechischer Kommunen“. „Prostitution wird häufig als moralisches oder rechtliches Problem diskutiert. Sie ist aber auch eine Herausforderung für die (lokale) Verwaltung: Polizisten bekämpfen Menschenhandel, Gesundheitsämter fürchten um die öffentliche Hygiene, Ordnungsbehörden mahnen Kunden auf dem Straßenstrich ab, Bauämter überwachen die Einrichtung von Bordellen, Vereine betreiben Aufklärung und HIV-Prävention. Auf welches Wissen sie dabei zurückgreifen und wie sie die Subjekte ihres Tuns herstellen – das zeigt diese staatsethnografische Studie am Beispiel deutscher, polnischer und tschechischer Kommunen.“ (Transcript) Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
18 Uhr. SfE 2 Buchvorstellung. Andrea Gabler – „Antizipierte Autonomie. Zur Theorie und Praxis der Gruppe ‚Socialisme ou Barbarie’ (1949-1967)“. „Noch bis vor kurzem galt die politische Gruppe um die Zeitschrift ‚Socialisme ou Barbarie’ (1949-1967) in Deutschland als Geheimtipp. In Frankreich hingegen war sie längst als wichtige Anregerin der Neuen Linken und des Mai ’68 anerkannt. Im angespannten Klima des Kalten Krieges zwischen den Apologeten des westlichen Kapitalismus und den Anhängern des Stalinismus entwickelte die linkslibertäre Gruppe um Cornelius Castoriadis, Claude Lefort, Jean-François Lyotard, Henri Simon, Yvon Bourdet, Benno Sarel, Daniel Mothé und andere ihre undogmatischen marxistischen Positionen weiter zur radikalen Kritik am Marxismus selbst. In revolutionärer Absicht knüpfte sie an rätedemokratische Traditionen an und entdeckte das kreative Potential und die Selbsttätigkeit der Menschen als wichtigste Quelle der angestrebten Emanzipationsprozesse zu einer selbstbestimmten radikaldemokratischen Gesellschaft.“ (Offinzin Verlag) Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
18 Uhr. Blauer Salon Buchvorstellung. Joachim Bischoff – „Jahrhundertkrise des Kapitalismus. Abstieg in die Depression oder Übergang in eine andere Ökonomie?“. „Die Finanzkrise war der Auftakt zu einer harten Rezession. Die Krise ist von den Finanzmärkten auf die Konsumenten, die Unternehmen und einzelne Staaten übergesprungen. Mit groß angelegten Notaktionen versuchen die Staaten gegenzusteuern. In Rekordzeit wurden in den Parlamenten gigantische Rettungspakete durchgewunken. Zu Recht rückt in den Vergleichen mit vorangegangenen Krisen im Kapitalismus die Weltwirtschaftskrise 1929 fortfolgend in den Mittelpunkt. Dies bewirkt weltweit einen Prozess des Abrückens von der neoliberalen Ideologie.“ (VSA) Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
20 Uhr. SfE 1 Buchvorstellung. Kerstin Köditz – „Und morgen? Extreme Rechte in Sachsen“. „Zivilcourage ist wichtig, ebenso eine funktionierende Zivilgesellschaft. Aber selbst wenn beides vorhanden wäre, könnte damit allein der Aufstieg der NPD nicht gestoppt werden. Der ‚Aufstand der Anständigen’ bleibt Stückwerk ohne den ‚Aufstand der Zuständigen’. Der allerdings ist in Sachsen die Ausnahme. Stück für Stück verankert sich die extreme Rechte in der Mitte der Gesellschaft. Auf der Straße, in den Köpfen, in den Parlamenten ...“ (Verbrecher Verlag) Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
20 Uhr. SfE 2 Buchvorstellung. Suitbert Cechura – „Kognitive Hirnforschung“. „Ausgangspunkt dieser Analyse ist die kontroverse öffentliche Diskussion um die Existenz des freien Willens. In seiner auch für naturwissenschaftliche Laien verständlichen Auseinandersetzung mit Autoren wie Roth, Singer, Spitzer, Damasio, Kandel und andere zeigt Cechura auf, dass ihre These, der menschliche Wille sei nicht frei, nicht das Ergebnis ihrer Forschung, sondern ihr Dogma ist, das den Ausgangspunkt ihrer Theorien bildet. Mit der Erfindung des Bestimmungsverhältnisses des Menschen durch sein Organ Gehirn formulieren sie psychologische Theorien und Konstrukte um und verwandeln diese in biologische Gegebenheiten. Der Mensch wird zum Informationsverarbeitungsmechanismus, der sich nur in seiner Komplexität von einer Schnecke oder einem Salamander unterscheidet.“ (VSA) Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
20 Uhr. Blauer Salon Buchvorstellung. Greg Jackson – „Tötet den Bullen in eurem Kopf! Zur US-amerikanischen Linken, White Supremacy und Black Autonomy“. „Trotz der Wahl Barack Obamas zum Präsidenten der USA hat für viele radikale afroamerikanische Aktivisten die Notwendigkeit eines revolutionären Schwarzen Befreiungskampfs nichts an Aktualität eingebüßt. Ein wichtiger Bezugspunkt für viele der in diesem Kampf engagierten Gruppen – etwa Anarchist People of Color – ist die von 1994 bis 1997 herausgegebene Zeitschrift ‚Black Autonomy’. Die Herausgeber, Greg Jackson und Lorenzo Komboa Ervin, verpflichteten sich einerseits einem internationalen Klassenkampf und versuchten mit ihrem Konzept einer ‚Black Autonomy’ einen ‚Black Nationalism’ zu überwinden; andererseits kritisierten sie die weiße US-amerikanische Linke unerbittlich für ihren strukturellen Rassismus und betonten die Notwendigkeit unabhängiger Schwarzer Organisation.“ (Unrast Verlag) Der Übersetzer Gabriel Kuhn stellt das Buch vor. Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
20 Uhr. Buchladen Schwarze Risse Lesung. Christian von Ditfurth – „Labyrinth des Zorns. Stachelmanns fünfter Fall“. „Der Universitätsdozent Stachelmann ist Vergangenheit: Seit seinem Abgang von der Universität hält er sich mit einem Büro für historische Ermittlungen über Wasser. Kaum hat er sich notdürftig eingerichtet, steht tatsächlich die klassische blonde Schönheit im Büro. Die Deutschamerikanerin Cecilia gibt Stachelmann den Auftrag, ihren Vater, Franz Laubinger, zu suchen, der Ende der Fünfzigerjahre spurlos verschwunden ist. Letzter Wohnort: Wolfsburg. Stachelmann findet bald heraus, dass Laubinger aus der Bundesrepublik fliehen musste, weil Menschen, die schon in Hitlerdeutschland verfolgt worden waren, in der Adenauerrepublik keineswegs unbehelligt leben konnten. Doch als er glaubt, den Fall gelöst zu haben, verstrickt er sich in einem Labyrinth aus Angst und Hass. Ein Unbekannter bedroht Felix, den Sohn seiner Freundin Anne. Wovor will der Unbekannte Stachelmann warnen? Wovon soll er abgehalten werden? Um Felix zu schützen, macht sich Stachelmann auf die gefährliche Suche. Am Ende verfolgt er einen Mörder, der das Töten von Staats wegen gelernt hat.“ (Kiepenheuer & Witsch) Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
12. Juli 2009
12 Uhr. SfE 1 Buchvorstellung. Gregor Maaß und Lars Stubbe (Hrsg.) – „Contra Continental. Der Widerstand der mexikanischen Euzkadi-Arbeiter gegen den deutschen Reifenkonzern“. „Drei Jahre lang streikten mexikanische Arbeiter des Reifenwerks Euzkadi in El Salto bei Guadalajara (Jalisco, Mexiko) gegen die Werkschließung durch die deutsche Continental AG. Während die Konzernführung in Hannover den Protest zunächst ignorierte, organisierten die Arbeiter eine der wichtigsten gewerkschaftlichen Bewegungen der letzten Jahre. Mit Erfolg, denn in dem Werk rollen seit 2005 wieder Reifen vom Band. Der Betrieb wird inzwischen als Kooperative geführt und die Produktion in Selbstverwaltung organisiert.“ (Neuer ISP Verlag) Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
12 Uhr. SfE 2 Buchvorstellung. Markus End, Kathrin Herold und Yvonne Robel (Hrsg.) – „Antiziganistische Zustände. Zur Kritik eines allgegenwärtigen Ressentiments“. „Antiziganismus ist ein weit verbreitetes und virulentes Phänomen, das in den westlichen Gesellschaften tief verankert ist. In nahezu allen Staaten Europas werden Menschen als ‚Zigeuner’ diskriminiert und teilweise verfolgt. Gleichzeitig mangelt es an politischen und theoretischen Analysen. Das gilt auch für eine linke Kritik, die oft nicht über moralische Empörung hinaus geht. Dieser Sammelband soll zu einer breiteren und differenzierteren Diskussion und Kritik des Antiziganismus beitragen. Neben unterschiedlichen gesellschaftstheoretischen Ansätzen werden internationale Fallstudien zu Italien, Kosovo und Rumänien ebenso bearbeitet wie der Bereich medialer Repräsentationen und die Verwerfungen im bundesdeutschen Gedenken an den nationalsozialistischen Massenmord. Eine Kritik der Mehrheitsgesellschaft tritt hierbei an die Stelle eines nicht selten antiziganistischen Schreibens über Roma.“ (Unrast Verlag) Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
12 Uhr. Blauer Salon Buchvorstellung. Gabriele Dietze, Claudia Brunner und Edith Wenzel (Hrsg.) – „Kritik des Okzidentalismus. Transdisziplinäre Beiträge zu (Neo-)Orientalismus und Geschlecht“. „‚Okzidentalismus’ wird hier als ein Diskurs abendländischer Hegemonie verstanden, der ein ‚orientalisches’ Anderes in muslimischen Diasporas und im politischen Islamismus verkörpert sieht. ‚Okzidentalismuskritik’ begreift Neo-Orientalismen und Islamophobien nicht als Folge von Migration, sondern als Kristallisation neuer nationaler und europäischer Identitätsbildungen, in der Gender und Sexualpolitik eine strategische Rolle spielen. Das transdisziplinäre Projekt führt Beiträge aus der ‚Postcolonial, Queer und Critical Whiteness Theory’ auf historischen sowie sozial- und kulturwissenschaftlichen Feldern zusammen.“ (Transcript) Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
12 Uhr. Buchladen Schwarze Risse Buchvorstellung. Cord Riechelmann – „Ein Gerücht namens Darwin“. „Darwinisten wie Anti-Darwinisten, gleich ob es sich um Biologen oder Geisteswissenschaftler handelt, eint in sehr vielen Fällen eins: Sie wissen nicht, was in den Texten Darwins tatsächlich steht. Dafür kennen sie alle die vermeintlich entscheidende Parole: Im Kampf ums Dasein überleben nur die Tüchtigsten. Charles Darwin ist neben Nietzsche und Marx, den anderen beiden Diskursgründern des 19. Jahrhunderts, die in herausragender Weise auf die Gewalttätigkeiten des 20. Jahrhunderts vorbereiten, auf zwei, drei Binsenweisheiten heruntergekommen, die buchstäblich die Spatzen von den Dächern pfeifen.“ (Merve Verlag) Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
14 Uhr. Blauer Salon Buchvorstellung & Diskussion. Sabine Berghahn und Petra Rostock (Hrsg.) – „Der Stoff, aus dem Konflikte sind. Debatten um das Kopftuch in Deutschland, Österreich und der Schweiz“. „Die Kontroversen um das ‚islamische Kopftuch’ haben gezeigt, dass dabei um mehr als nur ein Stück Stoff gestritten wird. Vielmehr dient der Kopftuchstreit als Projektionsfläche, auf der die verschiedenen Konfliktlinien der Einwanderungsdebatten in Europa sichtbar werden.“ (Transcript) Es diskutieren die Herausgeberinnen und die Beitragsschreibenden Halina Bendkowski, Cengiz Barskanmaz und Kirsten Wiese. Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
14 Uhr. Kneipe Clash Buchvorstellung. jour fixe initiative berlin (Hrsg.) – „Krieg. Über das Dilemma sozialrevolutionärer Gewalt“. „Angesichts der Notwendigkeit die Welt zu verändern, sind es nicht zuletzt ihre Kriege, die uns dazu zwingen, die Wege der Veränderung radikal neu zu denken. Die traditionellen Kategorien, mit denen auch die Linke Kriege betrachtete, scheinen nicht mehr die Auflösungen der Grenzen zwischen außen und innen, die Grauzonen zwischen Kombattanten und Zivilisten, Krieg, Revolution und Bürgerkrieg, zwischen Ausnahme- und Normalzustand erfassen zu können. Deutet Benjamins Bild, dass die Revolution nicht mehr die Lokomotive, sondern die Notbremse der Geschichte ist, darauf hin, dass die Linke unserer Zeit keine revolutionären Kriege mehr beginnen, sondern nur Verteidigungskriege führen kann?“ (Unrast Verlag) Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.
14 Uhr. Buchladen Schwarze Risse Buchvorstellung. Pun Ngai und Li Wanwei – „Dagongmei: Arbeiterinnen aus Chinas Weltmarktfabriken erzählen“. Eintritt frei. Mehringhof, Gneisenaustraße 2, 10961 Berlin-Kreuzberg.(ang/dan)