Lebensmuster erkennen

Der Verlauf unseres Lebens folgt einem unbewussten Drehbuch

© Die Berliner Literaturkritik, 29.04.12

MÜNCHEN (BLK) – Im Dezember 2010 ist im Goldmann Verlag „Das Drehbuch des eigenen Lebens“ von Hermann Meyer erschienen. Der Psychologe und Naturheilkundler schildert, wie man sein Lebensmuster erkennen und wandeln kann.

Klappentext: Der Verlauf unseres Lebens folgt einem unbewussten Drehbuch. Elterliche Prägung und die „familiäre Szenerie“ schreiben daran mit. Wir selbst sind die Hauptdarsteller, unser Unbewusstes führt die Regie und bestimmt, ob wir uns als Pechvogel oder Glückspilz sehen, ob wir uns nicht beachtet oder geliebt fühlen, ob unser Leben eine Komödie, eine Tragödie oder ein Lustspiel wird. Bestseller-Autor Hermann Meyer hilft uns, das persönliche Drehbuch bewusst zu machen. Dadurch können wir uns aus dem alten Skript befreien, den Fokus anders stellen und mit mehr Lebensfreude neue Fähigkeiten herausbilden.

Hermann Meyer ist Partnerschafts- und Schicksalsforscher. Nach dem Studium der Psychologie und Naturheilkunde widmete er sich der psychosomatischen Forschung und war lange Vorstandsmitglied von IPSE (Psychosomatisches Forschungszentrum). Heute leitet er in München das Institut für Schicksalscoaching, gibt Einzel- und Gruppenberatungen, bietet Ausbildungen an und hält regelmäßige Wochenendseminare in verschiedenen Städten Deutschlands (München, Stuttgart, Köln etc.) sowie in Österreich und der Schweiz zum Thema Partnerschaft und Persönlichkeitsentfaltung.

Leseprobe:

 ©Goldmann Verlag©

I.

Ausflug in das Land

des Unbewussten

Das Unbewusste als Regisseur

„Das ist der größte Fehler bei der Behandlung von Krankheiten, dass es Ärzte für den Körper und Ärzte für die Seele gibt, wo beides doch nicht getrennt werden kann.“ PLATON

Unser Unbewusstes ist der Regisseur unseres eigenen Theaterstücks. Diese Erkenntnis ist noch nicht sehr alt. Als Sigmund Freud damit begann, die seelischen Leiden seiner Klienten zu behandeln, forderte er sie auf, sich auf die berühmt gewordene Couch zu legen und frei über das zu berichten, was sie bedrückte und bewegte. Was Freud dabei über das Leben seiner Klienten erfuhr, stellte ihn zunächst vor ein Rätsel: Wie konnte es sein, dass sie so oft Dinge taten, die genau die entgegengesetzte Wirkung von dem hatten, was sie angeblich wünschten? Offenkundig waren da Kräfte am Werk, von denen sie selbst überhaupt nichts wussten. Und diese unbewussten Kräfte verfolgten Ziele, die die bewussten Absichten der Menschen konsequent behinderten – und setzten sich in aller Regel durch. Die Idee von den im Verborgenen wirkenden Kräften des Unbewussten war irritierend. Der Weg, die Menschen aus leidvollen Mustern zu befreien, führte über die Frage, was das Unbewusste eigentlich ist und welche Funktionen es erfüllt.

  Nach Freuds Theorie ist das Unbewusste der Sammelort verdrängter und vergessener Inhalte, dementsprechend ist es auch ausschließlich persönlicher Natur.

  C. G. Jung ging noch einen Schritt weiter und unterschied zwischen persönlichem und kollektivem Unbewussten. Nach ihm ruht das persönliche Unbewusste auf einer tieferen Schicht, die nicht mehr persönlicher Erfahrung und Erwerbung entstammt, sondern angeboren ist. Diese tiefere Schicht nennt er das kollektive Unbewusste, das im Gegensatz zur persönlichen Psyche Inhalte und Verhaltensweisen hat, die überall und in allen Individuen mehr oder weniger gleich sind.

  In seinem Buch „Archetypen“ schreibt Jung: „Das Unbewusste gilt gemeiniglich als eine Art abgekapselter persönlicher Intimität. Hier, glaubt man, wohnen die schlimmen Blutgeister, rascher Zorn und sinnliche Schwäche. So sieht das Unbewusste aus, wenn vom Bewusstsein betrachtet. Wer das Unbewusste entdecken will, muss zuerst eine Mutprobe bestehen, eine Probe, die genügt, um die meisten abzuschrecken, denn die Begegnung mit sich selber gehört zu den unangenehmeren Dingen, denen man entgeht, solange man alles Negative auf die Umgebung projizieren kann. Ist man im Stande, den eigenen Schatten zu sehen und das Wissen um ihn zu ertragen, ist schon ein kleiner Teil der Aufgabe gelöst.“

  Alfred Adler, der dritte große Psychoanalytiker, erkannte das grundsätzliche Gesetz der Kompensation. Wer das drückende Gefühl einer (tatsächlichen oder angenommenen) Minderwertigkeit empfindet, strebt unbewusst nach Kompensation durch Streben nach Geltung, Überlegenheit, Macht, Anerkennung, Status und Prestige.

  Diese drei Pioniere der Tiefenpsychologie haben Großartiges geleistet und geben uns heute die Möglichkeit, die Funktionen des Unbewussten besser zu verstehen.

  Versuchen wir einmal, eine Ordnung in diese Funktionen zu bringen:

Das Unbewusste denkt in Bildern und Symbolen

Unsere nächtlichen Träume zeigen uns, dass das Unbewusste sich primär über Bilder und Symbole ausdrückt. Es denkt nicht abstrakt, sondern assoziativ und stellt eine Beziehung zwischen der Innenwelt und der Außenwelt her, indem es all das, was in uns wohnt, außen symbolisch abbildet (Gesetz der Affinität). Wir können an der äußeren Symbolwelt, in der wir leben, ablesen, wie es in uns aussieht.

  Die Welt, in der der Einzelne lebt, ist daher eine Art Lebenstraum, dessen Symbole genauso wie die nächtlichen Träume dechiffriert werden können. Dabei muss unterschieden werden zwischen den Symbolen der Kollektivneurose1, etwa indem man seine Aggression beim Autofahren durch verstärkten Druck aufs Gaspedal symbolisch ausagiert oder seinen Wunsch nach Freiheit über den Kauf eines Sportflugzeuges symbolisch zum Ausdruck bringt, und den Symbolen der Natur, etwa indem ein Löwe ein Symbol von Vitalität und Kraft darstellt, eine Eule ein Symbol der Weisheit ist oder eine Rose als Symbol für Schönheit und Liebe steht.

©Goldmann Verlag©

Literaturangabe:

MEYER, HERMANN: Das Drehbuch des eigenen Lebens. Lebensmuster erkennen und wandeln. Goldmann Verlag, München 2010. 320 S., 12,99 €.

Weblink:

Goldmann

 


Bookmark and Share

Copyright © 2002-2009 Die Berliner Literaturkritik. Alle Rechte vorbehalten. Realisierung: <script-o-flex/>