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Henri-Nannen-Preis wird in Hamburg verliehen – Merkel hält Laudatio

Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki wird für sein journalistisches Lebenswerk geehrt

© Die Berliner Literaturkritik, 07.05.08

 

HAMBURG (BLK) – Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als prominentester Laudatorin verleihen Europas größter Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr und sein Magazin „Stern“ an diesem Freitag (9. Mai 2008) zum vierten Mal den Henri-Nannen-Preis. Vor rund 1200 hochkarätigen Gästen im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg werden am Abend preisgekrönte Reporter, Redaktionen und Fotografen die Bronze-Skulpturen entgegennehmen. Um den Preis haben sich Journalisten mit mehr als 830 Beiträgen aus 181 deutschsprachigen Zeitungen und Zeitschriften beworben. Die Auszeichnung, benannt nach dem „Stern“-Gründer Henri Nannen, ist in fünf Kategorien ausgeschrieben und mit insgesamt 30.000 Euro dotiert.

Zu den Preisträgern gehört Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, der für sein journalistisches Lebenswerk geehrt wird. „Durch seine entschiedenen Kritiken, seine leidenschaftlich geführten Debatten und seinen passionierten Einsatz für die Literatur und ihre humanitäre Kraft hat Marcel Reich-Ranicki Maßstäbe gesetzt – auch für den Qualitätsjournalismus in Deutschland“, erklärte Thomas Osterkorn, „Stern“-Chefredakteur und Mitglied der Hauptjury. Die Laudatio auf Reich-Ranicki hält Kanzlerin Merkel. Kritiker Hellmuth Karasek widmet seinem Kollegen im neuen „Stern“ (8. Mai) den Beitrag „Man wird doch noch etwas gegen Walser sagen dürfen“ – laut Verlag „eine persönliche Hommage an Deutschlands ‚Literaturpapst’“.

Ebenfalls bereits bekannt ist der Preis für die irakische Journalistin Zainab Ahmed. Die 41-jährige werde die Ehrung stellvertretend für alle irakischen Journalisten des „Institute for War and Peace Reporting“ (IWPR) entgegennehmen, teilte der Verlag mit. In den vergangenen fünf Jahren seien 210 irakische Journalisten getötet worden, hunderte seien geflohen. Zainab Ahmed, Mutter zweier Kinder und studierte Mikrobiologin, habe sich nicht vertreiben lassen und weiter Tag für Tag berichtet, was im Irak tatsächlich geschieht. (dpa/car)

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