BONN (BLK) – Der Tag des Kriegsbeginns gegen das frühere Jugoslawien soll nach Ansicht des Schriftstellers Peter Handke zum „Tag der europäischen Schande“ erklärt werden. „Der 24. März 1999, an dem der rechtsbrecherische Bombenkrieg der Nato gegen Jugoslawien begann, wird für die Rechtdenkenden … für alle Zeit das Datum bleiben, welches den Rückfall bedeutet in die deutsche Erbsünde, zwar unter anderen Vorzeichen als im Nationalsozialismus, aber genauso höllisch“, schrieb der Autor in einem Beitrag der Wochenzeitung „Rheinischer Merkur“. Handke schlug darüber hinaus vor, den Text der Europahymne, Schillers „Ode an die Freude“, umzuformulieren in „Bomben, holde Höllenfunken, Töchter aus Uranium“.
Handke, der sich in der Vergangenheit schon mehrfach kritisch zur westlichen Balkan-Politik geäußert hatte, war im März 2006 zur Beisetzung des jugoslawischen Ex-Diktators Slobodan Milosevic gereist und hatte an dessen Grab gesprochen. Die Haltung Handkes hatte auch in Deutschland zu einem Eklat geführt: Der von einer Jury dem Autor zuerkannte Düsseldorfer Heine-Preis war Handke vom Stadtrat Düsseldorfs verweigert worden. Dies hatte bundesweit zu heftigen Diskussionen über Handke und das Verhältnis von Literatur und Politik geführt. (dpa/wip)