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Elvis lebt

Und noch ein Bildband über den unsterblichen King of Rock'n Roll

© Die Berliner Literaturkritik, 02.01.12

HEATHLEY, MICHAEL:Elvis. Englische Originalausgabe. Mit 20 Songs auf integrierter CD. Edition Olms, Oetwil am See/Zürich 2011. 192 S., 19,95 €.

Von Stephanie Schick

Bis heute halten sich hartnäckige Gerüchte, dass Elvis noch immer lebt. Das liegt wahrscheinlich an den regelmäßigen Neuerscheinungen von Elvis-Büchern und Tonträgern. Selbst 34 Jahre nach seinem Tod führt er immer noch die Forbes-Liste der am besten verdienenden, verstorbenen Berühmtheiten an. Elvis mischt also weiterhin kräftig mit und zieht nicht nur zu Jubiläen Heerscharen von Jüngern und Fans an, die nach Graceland pilgern und vor einem seiner Privatjets Schlange stehen, um einmal ihrem Idol so richtig nahe zu sein. Längst ist jede Vermarktungsnische besetzt und nahezu alles über Elvis Aaron Presley bekannt.

Im Olms-Verlag ist nun ein weiterer Bildband erschienen. Nicht nur ausgemachte Fans werden sich fragen: brauchen wir das überhaupt? Es ist nahezu unmöglich, noch Neues und Skandalträchtiges über den King of Rock ´n´Roll zu berichten. Neue Bilder oder andere Fundstücke sind selten. Alteingesessene Elvis-Fans kann man so schnell nicht mehr hinter den Ofen vorlocken, denn:

Einige wissen, dass Elvis eigentlich einen Zwillingsbruder hatte, der aber die Geburt nicht überlebte. Manche wissen, dass er sich das Gitarre spielen beim Radiohören selbst beibrachte. Viele wissen auch, dass Elvis seine Priscilla zum ersten Mal in einem weißen BMW abholte. Alle wissen, dass Elvis die schönsten Rock ´n´ Roll-Liebeslieder sang und viel zu früh mit nur zweiundvierzig Jahren starb.

Wer also keine Sensation erwartet, sondern einfach etwas Schmökern und in Erinnerungen schwelgen möchte, den erfreut dieser neue Bildband mit einer weiteren hübschen Auswahl von Bildern und Texten. Die Zusammenstellung ist gelungen und zeigt Elvis, wie wir ihn kennen und lieben: als Muttersöhnchen und schüchternen rising star, als Womanizer in Filmen und auf der Bühne sowie als Glitzer-Elvis in Las Vegas-Tracht. Natürlich sind auch wieder viele Armeefotos dabei. Sie zeigen den in Deutschland, in der Nähe von Bad Nauheim, stationierten GI Elvis Presley. Das ist für seine deutschen Fans besonders erfreulich, denn hier verliebte er sich in die damals erst vierzehnjährige Priscilla Beaulieu, die er später heiratete. Die Fotos von den beiden Verliebten bzw. dem späteren Ehepaar, das stolz mit Baby auf dem Arm die Klinik verlässt, gehören naturgemäß zu den schönsten im Band.

Die Zusammenstellung von Michael Heatley und Deke Leonard versteht sich aber auch als interaktives Medium, das nicht nur Texte und Bilder vereint. Vielmehr befinden sich sämtliche Chartplatzierungen, eine Filmo- und Discographie sowie eine Auflistung von wichtigen Internetadressen im Bildband. Außerdem kann man abschließend sein neu erworbenes Wissen in einem Quiz selbst nachprüfen. Solche Spielereien verführen natürlich genauso wie die beiliegende „Best of“- CD. So kann man quasi ganzheitlich ins Elvis-Universum eintauchen und allmählich zu einem „Elvis Mastermind“ reifen. Zeitsprünge zwischen den 50ern und dem Jetzt werden dem Leser insofern erleichtert, als dass auch einige aktuelle Neuigkeiten erwähnt werden. So erfährt man beispielsweise etwas über Elvis´ ehemalige Songschreiber und Komponisten, die sich jüngst wieder zusammengefunden haben, oder über Coverversionen alter Elvis-Klassiker, die posthum kräftig Geld in die Kassen spülten.

Manch einer mag es als störend empfinden, dass der Band nicht aus dem Englischen übersetzt wurde. Aber gerade die Originalsprache ist es, die der Zusammenstellung mehr Authentizität verleiht. Vor allem die Interviewzitate büßen so nichts von ihrer ursprünglichen Wirkung ein.


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