LONDON (BLK) – Sergei Prokofiev (1891-1953) sei einer der talentiertesten und hingebungsvollsten Komponisten gewesen, schreibt G. S. Smith für das „Times Literary Supplement“ („TLS“). Smith ist emeritierter Professor für russische Sprache an der Universität von Oxford und bespricht die Tagebücher des Musikers.
Der Russe Sergei Prokofiev sei nicht nur ein hervorragender Komponist gewesen, sondern habe auch viel Talent zum Schreiben gehabt, was in seinen präzisen Tagebüchern zum Ausdruck komme, meint der Rezensent. Durch die harrgenaue und immer wortgetreue Übersetzung von Anthony Phillips sei die Tagebuchsammlung brillant geworden, lobt Smith. Die Tagebücher beginnen 1907, als Prokofiev ein 16-jähriger Student in St. Petersburg ist. Der Autor der Tagebücher sei auch schon damals immer ungeduldig und zielstrebig gewesen, schreibt Smith. Prokofiev habe sein Leben der Musik und seinen Tagebüchern mit großer Hingabe gewidmet.
Prokofiev habe wohl seine Tagesabläufe nicht allein für sich selbst dokumentiert, führt der Rezensent an, dazu seien seine Texte zu inszeniert. Er berichte fast künstlerisch von persönlichen Nervenkrisen und emotionalen Chaoszuständen, schreibt G. S. Smith. Der dritte Band der Tagebücher, der die Zeit ab 1936 behandelt, sei schon in Arbeit, berichtet der Rezensent, und die begeisterten Leser – er mit einbezogen – würden sich jetzt schon sehr freuen. (lea/wip)
Literaturangaben:
PROKOFIEV, SERGEI: Diaries. Volume One, 1907-1914: Prodigious Youth. Aus dem Russischen von Anthony Phillips. Faber Press, London 2006. 835 S., 25 £.
---: Diaries. Volume Two, 1915-1923: Behind The Mask. Aus dem Russischen von Anthony Phillips. Faber Press, London 2008. 775 S., 25 £.
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