BERLIN (BLK) - Die Schriftstellerin Christa Wolf (81) stellt am 16. Juni in der Berliner Akademie der Künste ihren neuen Roman „Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud“ vor. Die von Klaus Staeck geleitete Akademie, deren Mitglied die Schriftstellerin ist, sprach am Dienstag von einer deutschlandweiten Buchpremiere. „Stadt der Engel“ meint Los Angeles, wohin sich Wolf nach dem Zusammenbruch der DDR und auf dem Höhepunkt des „deutsch-deutschen Literaturstreits“ für einige Monate zurückgezogen hatte. In zahlreichen Gesprächen im idyllischen Hotel in Santa Monica und Selbstreflexionen „nähert sich die Erzählerin dem Kern dessen, was sie quält, was sie überlebt hat, wovon sie zu berichten hat“, heißt es in der Ankündigung des Suhrkamp Verlages.
„In der DDR von der Staatssicherheit über Jahrzehnte bespitzelt, hat sie wenige Monate vor ihrem USA-Aufenthalt Einsicht in ihre Stasi-Akten genommen. 42 Aktenbände hat sie durchgesehen, hat Kopien bekommen, die Klarnamen der Spitzel erfahren. Dann fällt ihr die eigene „Täterakte“ in die Hand, ein harmloser, in ihrer Handschrift verfasster Bericht über einen Kollegen, Protokolle zweier Kontaktleute über einige „Treffs“ mit ihr“, heißt es in der Verlagsankündigung. Neben dem Medientrubel, der daraufhin über die Schriftstellerin („Nachdenken über Christa T.“, „Kindheitsmuster“) hereinbricht, habe sie vor allem eine Frage umgetrieben: „Wie konnte ich das vergessen?“ (dpa/ton)
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