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Bibelgeschichten für Kinder

Achim Brögers kindgerechte Bibelschule

© Die Berliner Literaturkritik, 11.03.10

MÜNCHEN (BLK) – Im cbj Kinder- und Jugendbuchverlag ist Achim Brögers Sammlung kindgerechter Bibelgeschichten erschienen, anschaulich illustriert von Eva Czerwenka.

Klappentext: Die spannenden Geschichten aus Altem und Neuem Testament faszinieren Kinder schon im Kindergartenalter. Sie hören gespannt zu, wenn von der Schöpfung der Welt erzählt wird, von der Arche Noah und von Joseph und seinen Brüdern. Sie lernen die Weihnachtsgeschichte kennen und viele andere wunderbare Begebenheiten aus dem Leben Jesus. Achim Bröger hat die schönsten und bekanntesten biblischen Geschichten in modernem Ton nacherzählt und gibt in einer geschickt eingewobenen Rahmenhandlung, Antworten auf viele Kinderfragen zu den wichtigsten Bibelstellen. Stimmungsvoll und farbenfroh illustriert von Eva Czerwenka ist ein wunderbares Buch entstanden, das in keinem Kinderzimmer fehlen darf. Von Religionspädagogen geprüft und empfohlen.

Der 1944 in Erlangen geborene Achim Bröger zählt zu den renommiertesten Kinder- und Jugendbuchautoren. Er erhielt für seine Bücher bereits mehrere Auszeichnungen, u.a. den „Deutschen Jugendliteraturpreis“.

Leseprobe:

©cbj Verlag©

Adam und Eva im Paradies

Am nächsten Tag sitzen die Kinder wieder bei Herrn Leisner um den Wohnzimmertisch. Moritz stellt das Aufnahmegerät an und erzählt: »Adam und Eva waren die ersten Menschen überhaupt. Sie lebten im Paradies. Das war ein toller Garten mit schönen Pflanzen und vielen Tieren. Den hatte Gott extra für Adam und Eva gemacht. Er wird auch Garten Eden genannt. Eden heißt Freude. Das Paradies war also ein Garten der Freude. Hier war Gott immer in Adams und Evas Nähe. Wie ein guter Freund. Die beiden liefen nackt herum, aber das machte ihnen nichts aus.

Mitten im Garten gab es zwei besondere Bäume. Der eine war der Baum des Lebens. Wer von seinen Früchten aß, würde niemals sterben. Diese Früchte durften Adam und Eva essen. Das hatte Gott ihnen erlaubt. Es gab da aber noch einen anderen Baum, den Baum der Erkenntnis, den man auch Baum des Wissens nennt. Dessen Früchte durften Adam und Eva nicht essen. Gott hatte es ihnen streng verboten. Falls sie es doch tun würden, müssten sie sterben. Im Paradies lebte auch eine Schlange, die irgendwann zu Eva sagte: „Iss ruhig von den verbotenen Früchten. Gott lässt euch sicher nicht sterben. Er will nur nicht, dass ihr so viel wisst wie er. Denn dann seid ihr wie er und ihr braucht ihn nicht mehr.“

Eva hatte unheimliche Lust auf die lecker aussehenden Früchte. Sie pflückte sich einfach eine und aß sie. Danach gab sie Adam eine. Auch der aß eine Frucht. Plötzlich erkannten Adam und Eva, dass sie nackt waren. Sie hatten ja Früchte vom Baum des Wissens gegessen. Jetzt schämten sich Adam und Eva zum ersten Mal voreinander. Deswegen banden sie sich Palmblätter um. Am Abend ging Gott durch den Garten. Als er Adam und Eva nirgends sah, rief er: „Wo seid ihr?“ „Wir verstecken uns vor dir, weil wir fast nackt sind“, antwortete Adam. Natürlich wusste Gott gleich, was passiert war. Er hatte sich gewünscht, dass Adam und Eva immer ganz nah bei ihm im Paradies leben würden. Es sollte ihnen richtig gut gehen. Jetzt aber war er wütend und schimpfte: „Warum habt ihr das getan?“ „Die Schlange hat mich dazu überredet“, antwortete Eva. Adam sagte: „Eva hat mir die Frucht gegeben.“

Gott sagte zu den beiden, das Leben würde ab jetzt sehr schwer für  sie werden. Als Strafe, dass sie ihm nicht gehorcht hatten, würden sie Schmerz und Angst kennen lernen. Dann vertrieb er sie aus dem Paradies. Damit sie nicht halb nackt weggehen mussten, schenkte er ihnen Kleider aus Fell. Ins Paradies durften Adam und Eva aber nicht mehr zurückkehren. Gott stellte einen Engel mit einem Flammenschwert als Wächter vor den Eingang. Die Kinder und Herr Leisner sitzen da und schweigen. Schließlich sagt Herr Leisner: „Das herrlich paradiesische Leben im Garten Eden war nun vorbei. Adam und Eva hatten Gott nicht gehorcht. Als Strafe dafür hatte er sie aus dem Paradies vertrieben. Nun mussten sie getrennt von Gott leben. Aber ich bin sicher, sie dachten oft an ihn.“ „Wo war dieser Paradiesgarten eigentlich?“, will Daniel wissen.

„In der Bibel wird von vier Flüssen in der Nähe des Garten Eden berichtet“, antwortet Herr Leisner. „Zwei davon gibt es wohl nicht mehr. Die beiden anderen heißen Euphrat und Tigris. Die gibt es heute noch.“ Er holt einen Atlas und zeigt den Kindern, dass die Flüsse Euphrat und Tigris im heutigen Irak liegen. Jetzt fragt er: „Wer von euch erzählt morgen die nächste Geschichte?“ „Das mache ich“, antwortet Lilli.

©cbj Verlag©

 

Literaturangabe:

BRÖGER, ACHIM: Die schönsten Bibelgeschichten. cbj Verlag, München 2010. 128 S., 12,95 €.

Weblink:

cbj Verlag


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