BERLIN (BLK) – Die Dramatikerin Dea Loher erhält den mit 30.000 Euro dotierten Berliner Literaturpreis 2009 der Stiftung Preußische Seehandlung. Gleichzeitig wird sie von der Freien Universität Berlin auf die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik zum Sommersemester 2009 berufen. Mit ihren frühen Stücken präge die 44-Jährige seit fast 20 Jahren die Gegenwartsdramatik. In ihren Texten stelle sie die soziale Frage auf überraschende Weise immer wieder neu, hieß es zur Begründung am Montag (22. Dezember).
Die in Traunstein geborene Loher lebt seit 1989 in Berlin. Sie studierte an der Universität München und lernte szenisches Schreiben bei Heiner Müller und Yaak Karsunke in Berlin. Ihre frühen Stücke „Olgas Raum“ und „Tätowierung“ wurden bereits 1992 am Hamburger Ernst Deutsch Theater und am Ensemble Theater in Berlin uraufgeführt. Seitdem sind mehr als 15 Theaterstücke und Hörspiele von ihr aufgeführt worden. Loher wurde unter anderem mit dem Mülheimer- und dem Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis sowie 2006 dem Bertolt-Brecht-Preis der Stadt Augsburg ausgezeichnet.
Die Jury gehörten die Kritikerin Sigrid Löffler, die Literaturwissenschaftler Ulrich Janetzki, Gert Mattenklott und Norbert Miller sowie der Regisseur und designierte Intendant des Deutschen Theaters Berlin, Ulrich Khuon, an. Preisträger des Berliner Literaturpreises waren unter anderem Herta Müller, Durs Grünbein, Ilija Trojanow und Ulrich Peltzer. (dpa/mir)