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Berliner Akademie eröffnet Hilbig-Archiv

Das Archiv des Schriftstellers jetzt vollständig in Berlin

© Die Berliner Literaturkritik, 21.09.09

BERLIN (BLK) - Die Berliner Akademie der Künste eröffnet am 24. September ihr Wolfgang-Hilbig-Archiv mit der Vorstellung des zweiten Bandes der Werkausgabe des 2007 gestorbenen Schriftstellers. Daran nehmen unter anderem die Autoren Volker Braun, Katja Lange-Müller und Ingo Schulze teil, wie die Akademie am Freitag (18.9.) ankündigte. Danach stehe der literarische Nachlass des im Braunkohlerevier südlich von Leipzig aufgewachsenen Lyrikers, Erzählers und Essayisten der Wissenschaft und Forschung offen. Ausgewählte Originaldokumente werden am Abend der Lesung am Pariser Platz in einer Vitrinenausstellung gezeigt, danach in faksimilierter Form in der Reihe „Archivfenster“.

Die Akademie der Künste hat 46 Archivkästen mit 30.000 Blatt aus dem Hilbig-Nachlass als Dauerleihgabe der S. Fischer Stiftung übernommen. Viele Manuskripte sind handschriftlich verfasst und spiegeln die Arbeitsweise des Autors wider. Erste lyrische Versuche sind ab 1959 überliefert, ein Prosafragment aus dem Jahr 1960 unter dem Titel “Die blaue Blume“ erinnert an Novalis. Manuskripte im Schulheftformat enthalten Fassungen vieler Erzählungen und Romane, darunter „Das Provisorium“ und „Ich“.

Zum Nachlass gehört auch Hilbigs Briefwechsel mit Kollegen wie Franz Fühmann, Stephan Hermlin, Sarah Kirsch und Uwe Kolbe. Schreiben von Gerichten oder der Zollverwaltung der DDR belegen laut Akademie „Repressalien, Ablehnungsbriefe von Verlagen das Unverständnis, dem der Autor in der DDR begegnete“. Wolfgang Hilbigs Arbeitsbibliothek enthält etwa 8.500 Bände und wird gegenwärtig bibliothekarisch erfasst. (dpa/kum)

Weblink:

adk

 


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