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Autorin Cornelia Funke sieht Schatten der Nazis auf ihrem Werk

Nazis hätten Mythen und Märchen für ihre Ziele missbraucht

© Die Berliner Literaturkritik, 17.09.08

 

HAMBURG (BLK) – Kinderbuchautorin Cornelia Funke („Tintenherz“) sieht den Schatten des Nationalsozialismus’ auf ihrem Werk. „Dadurch, dass die Nazis unsere Mythen und Märchen auf schmutzigste Weise für ihre Ziele benutzt haben, besteht heute eine große Angst vor dieser Art des Erzählens“, sagte Funke dem Magazin „Cicero“ (Oktoberausgabe 2008). Der Nationalsozialismus sei wie ein schwarzes Loch für die deutsche Literaturgeschichte, meinte die Schriftstellerin, die vor drei Jahren von Hamburg in die USA gezogen ist.

Die Autorin, deren Bucherfolg „Tintenherz“ als Kinofilm im Oktober startet, berichtete dem Magazin: „Mein Großvater war seit 1923 in der Partei, ein sanfter Mensch und zärtlicher Vater, so berichten es alle, aber er war auch Blockwart.» Diese Geschichten prägten die Deutschen bis heute. „Sie sollten aber kein Grund sein, unsere Geschichten und Filme von kaum etwas anderem erzählen zu lassen, sondern wir sollten diese Bewusstheit nutzen, um andere Geschichten zu finden“, betonte die 49-Jährige. (dpa/bah)


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