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Chronistin des Alltags

Das Debüt der Alice Munro

© Die Berliner Literaturkritik, 19.01.11

Zürich (BLK) – Das Debüt vom 1968 der Kanadierin Alice Munro „Tanz der seligen Geister“, wurde vom Dörlemann Verlag im Februar 2010 veröffentlicht. Die Erzählsammlung wurde aus dem Englischen von Heidi Zerning übersetzt.

Klappentext: „Tanz der seligen Geister“ war das Debüt der großen Meisterin der kleinen Form. Die Sammlung erschien im Original 1968 und wird nun erstmals auf Deutsch herausgegeben. Bereits hier zeigt sich Alice Munro als präzise, unsentimentale und abgründige Chronistin zeitgenössischen Alltagslebens. Stehen in ihren späteren Büchern Frauen mittleren Alters im Vordergrund, so finden sich in „Tanz der seligen Geister“ vor allem Erzählungen vom Erwachsenwerden. Erstmals auf Deutsch!

Alice Munro, 1931 geboren, stammt aus Ontario. Sie gehört zu den bekanntesten und bedeutendsten Autoren Kanadas und wurde mit vielen Preisen geehrt. Ihre Erzählungsbände sind in zahlreiche Sprachen übersetzt. Alice Munro lebt in Ontario und in British Columbia. 2009 wurde sie mit dem „Man Booker International Prize“ geehrt.

Leseprobe:

Auszug aus:
Alice Munro, »Tanz der seligen Geister«
Deutsch von Heidi Zerning
© 1968 by Alice Munro
© 2010 by Dörlemann Verlag AG, Zürich

Postkarte

Wahrscheinlich war Clare der Liebling aller alten Damen, seitdem er laufen konnte. Für die war er immer noch ein netter, dicker Junge, so manierlich, gar nicht hochnäsig, obwohl er ein MacQuarrie war, und mit einer Art, sie zu necken, von der sie auflebten und Farbe bekamen. Mama und Clare hatten ein Dutzend Spiele, mit denen ich nie mithalten konnte. Eines war, dass er an die Tür klopfte und so etwas sagte wie: „Guten Abend, Madam, ich wüsste gern, ob ich Sie wohl für einen Kurs zur Körperbildung interessieren kann, den ich verkaufe, um mein College-Studium zu finanzieren.“ Und Mama schluckte, setzte eine strenge Miene auf und sagte: „Schauen Sie mich an, junger Mann, sehe ich aus, als bräuchte ich einen Kurs zur Körperbildung?“ Oder er schaute bekümmert drein und sagte: „Madam, ich bin hier, weil ich mir Sorgen um Ihre Seele mache.“ Mama lachte schallend. „Du mach dir Sorgen um deine eigene“, sagte sie und setzte ihm Hühnerklößchen und Zitronenbaiserkuchen vor, all seine Lieblingsspeisen. Er erzählte ihr bei Tisch Witze, von denen ich nie gedacht hätte, dass sie sich die anhören würde. „Hast du von dem alten Herrn gehört, der eine junge Frau geheiratet hat und zum Arzt geht? Doktor, sagt er, ich habe ein bisschen Mühe …“ „Hör auf“, sagte Mama – womit sie allerdings wartete, bis er fertig war –, „du bringst Helen Louise nur in Verlegenheit. „ Überall außer zu Hause habe ich die Louise am Ende meines Namens abgelegt. Clare übernahm sie von Mama, und ich sagte ihm, dass ich keinen Wert darauf legte, aber er hielt daran fest. Manchmal fühlte ich mich wie ihr Kind, wenn ich zwischen ihm und Mama saß und beide scherzten, ihr Essen genossen und mir sagten, dass ich zu viel rauchte und einen Rundrücken bekommen würde, wenn ich mich nicht aufrichtete. Clare war – ist – zwölf Jahre älter als ich, und in meiner Erinnerung war er schon immer ein erwachsener Mann.

Als ich ihn früher auf der Straße sah, kam er mir alt vor oder zumindest so alt wie die meisten Erwachsenen. Er ist einer jener Menschen, die in ihrer Jugend älter aussehen, als sie sind, und im Alter dann jünger. Man konnte ihn oft im Queen’s Hotel antreffen. Da er ein MacQuarrie war, musste er nie hart arbeiten, er hatte ein kleines Büro, war als Notar tätig und ein bisschen auch als Versicherungsagent und Immobilienmakler. Er hat dieses Büro immer noch, das Schaufenster ist stets trüb und staubig, und im Hinterzimmer, wo sommers und winters Licht brennt, sitzt eine ungefähr achtzig Jahre alte Dame, Miss Maitland, die seine Schreibarbeiten erledigt oder was er ihr sonst zu tun gibt. Wenn er nicht im Queen’s Hotel ist, sitzt er mit einem oder zweien seiner Freunde um den Heizlüfter, sie spielen ein bisschen Karten, trinken ein wenig, aber meistens unterhalten sie sich nur. Es gibt eine bestimmte Sorte von Männern in Jubilee wie vermutlich auch in jeder anderen Kleinstadt, die man öffentliche Männer nennen könnte. Ich meine nicht Personen der Öffentlichkeit, wichtig genug, um für das Parlament oder sogar als Bürgermeister zu kandidieren (obwohl Clare das tun könnte, wenn es ihm mit etwas ernst wäre), lediglich Männer, die sich oft auf der Hauptstraße ergehen und deren Gesichter jeder kennt. Clare und seine Freunde gehören dazu

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„Ist er mit seiner Schwester da unten?“, fragte Mama, als hätte ich es ihr nicht erzählt. Viele meiner Gespräche mit Mama sind Wiederholungen. „Wie ist noch gleich ihr Rufname?“

„Porky“, sagte ich.

„Ja, ich weiß noch, dass ich dachte, komischer Name für eine erwachsene Frau. Und ich erinnere mich noch, wie sie getauft wurde, auf den Namen Isabelle. Lange vor meiner Heirat, ich sang damals noch im Kirchenchor. Sie hatten ihr eines dieser langen, reich verzierten Taufkleidchen angezogen, du weißt schon.“ Mama hatte eine Schwäche für Clare, aber nicht für die MacQuarrie-Familie. Sie fand, sie waren hochnäsig, wenn sie nur Luft holten. Ich weiß noch, wie wir vor ein oder zwei Jahren an ihrem Haus vorbeigingen und sie sagte, wir sollten aufpassen, nicht auf den Rasen vom Herrenhaus zu treten, und ich ihr antwortete: „Mama, in ein paar Jahren werde ich hier wohnen, das wird mein Haus sein, also hör lieber auf, es in diesem Tonfall das Herrenhaus zu nennen. „ Wir sahen zusammen hoch zu dem Haus mit all seinen dunkelgrünen Fenstermarkisen, die mit einem großen weißen altenglischen M verziert sind, mit all den Veranden und dem Farbglasfenster in der Seitenwand wie bei einer Kirche. Kein Lebenszeichen, aber oben lag die alte Mrs. MacQuarrie und tut es noch, sie ist halbseitig gelähmt und kann nicht sprechen, Willa Montgomery versorgt sie tagsüber, und Clare nachts. Fremde Stimmen im Haus regen sie auf, und jedes Mal, wenn Clare mich mit ins Haus nahm, konnten wir nur flüstern, damit sie mich nicht hörte und einen Krampfanfall bekam. Mama betrachtete das Haus, dann sagte sie: „Komisch, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass dein Name MacQuarrie sein wird.“

„Ich dachte, du hast Clare sehr gern.“

„Hab ich auch, aber ich seh ihn bloß, wie er dich Samstagabend abholt und wie er Sonntagabend zum Essen kommt, ich seh dich einfach nicht mit ihm verheiratet.“

„Wart’s doch ab, was passiert, wenn die alte Dame die Augen schließt.“

„Hat er dir das gesagt?“

„So ist es abgemacht.“

„Man stelle sich vor“, sagte Mama.

„Du brauchst nicht so zu reden, als täte er mir einen Gefallen, denn ich kann dir versichern, es gibt viele Leute, die das andersrum sehen.“

„Kann ich nicht den Mund aufmachen, ohne dass du gekränkt bist?“, sagte Mama sanft.

Clare stahl sich mit mir an den Samstagabenden immer zur Seitentür hinein, und in der hohen, altmodischen Küche machten wir uns Kaffee und etwas zu essen, waren dabei so leise und verstohlen wie zwei Kinder nach der Schule. Dann schlichen wir auf Zehenspitzen die Hintertreppe hinauf in Clares Zimmer und stellten den Fernseher an, damit sie dachte, er sei allein und schaue fern. Wenn sie ihn rief, lag ich alleine in dem großen Bett, sah mir an, was im Fernsehen lief oder betrachtete die alten Fotos an der Wand – er als Torhüter der Highschool-Hockeymannschaft, Porky in ihrer Aufmachung für die Schulabschlussfeier, er und Porky mit Freunden, die ich nicht kannte, in den Ferien. Wenn sie ihn lange festhielt und ich mich langweilte, ging ich im Schutz der Fernsehgeräusche hinunter und nahm mir noch Kaffee. (Ich trank nie etwas Stärkeres, das überließ ich Clare.) Nur mit der Küchenlampe als Lichtquelle ging ich ins Wohnzimmer, zog die Schubladen auf und betrachtete die Tischwäsche, öffnete den Geschirrschrank und die Silberkommode und kam mir vor wie ein Dieb. Aber ich dachte, warum soll ich das und den Namen MacQuarrie nicht genießen, wenn ich doch nichts weiter zu tun brauche als das, was ich ohnehin tue? Clare sagte: „Heirate mich“, bald nachdem wir anfingen, miteinander auszugehen, und ich sagte: „Lass mich in Ruhe, ich mag nicht ans Heiraten denken“, und er ließ es. Als ich es von mir aus zur Sprache brachte, all die Jahre später, schien er sich zu freuen. Er sagte: „Gibt nicht viele alte Büffel wie mich, zu denen ein hübsches Mädchen wie du sagt, sie will sie heiraten.“ Ich dachte, wenn ich erstmal verheiratet bin, dann gehe ich in King’s Warenhaus, lass mich von Hawes bedienen und scheuche ihn herum, den alten Armleuchter. Am liebsten würde ich ihm die Hölle heiß machen, aber ich werde mich zurückhalten, der guten Manieren wegen.

„Ich nehme jetzt diese Postkarte und tu sie in mein Kästchen“, sagte ich zu Mama. „Und ich kann mir nichts Besseres für diesen Nachmittag vorstellen, als dass wir beide ein Nickerchen machen.“ Ich ging nach oben und zog meinen Morgenrock an (chinesisch und bestickt, ein Geschenk von Clare). Ich cremte mir das Gesicht ein und holte das Kästchen hervor, in dem ich Postkarten, Briefe und andere Erinnerungsstücke aufbewahre, und legte die Karte zu den Florida-Postkarten vergangener Jahre und einigen aus Banff, Jasper, dem Grand Canyon und dem Yellowstone-Park. Um die Zeit zu vertrödeln betrachtete ich dann meineSchulfotos und - zeugnisse und das Programm von H. M. S. Pinafore, der Operette, die wir in der Highschool aufgeführt hatten und in der ich die Heldin gespielt hatte, wie heißt sie noch, die Tochter des Kapitäns. Ich kann mich erinnern, dass Clare mir auf der Straße entgegenkam und mir dazu gratulierte, wie gut ich gesungen und wie hübsch ich ausgesehen hatte, und dass ich ein bisschen mit ihm flirtete, einfach weil er mir so alt und ungefährlich vorkam und weil ich so stolz auf mich war, dass ich lieber flirtete als ihn stehenzulassen. Wie groß wäre wohl meine Überraschung gewesen, wenn ich gesehen hätte, was alles geschehen würde? Damals war ich sogar Ted Forgie noch nicht begegnet.

Ich erkannte seinen Brief schon am Umschlag und hatte ihn seit Jahren nicht mehr gelesen, aber aus reiner Neugier entfaltete ich ihn und fing an zu lesen. Normalerweise hasse ich es, einen Brief mit der Schreibmaschine zu schreiben, weil ihm dann die persönliche Note fehlt, aber ich bin heute Abend von all den ungewohnten Belastungen hier so erschöpft, dass ich hoffe, Du wirst mir verzeihen. Ob mit der Schreibmaschine geschrieben oder nicht, früher brauchte ich diesen Brief nur anzuschauen, damit ein Gefühl von Liebe – wenn man es so nennen will – in mir aufstieg, das stark genug war, um mich völlig zu überwältigen. Ted Forgie war sechs Monate lang Ansager beim Radiosender von Jubilee, um die Zeit herum, als ich die Highschool abschloss. Mama sagte, er sei zu alt für mich – von Clare sagte sie das nie –, dabei war er erst vierundzwanzig. Er hatte zwei Jahre mit TB in einem Sanatorium zugebracht, und das hatte ihn älter gemacht, als er eigentlich war. Wir gingen immer auf Sullivan’s Hügel, und er sprach davon, wie er mit dem Tod vor Augen gelebt hatte und dass er den Wert der Nähe eines anderen Menschen kenne, aber nur Einsamkeit gefunden habe. Er sagte, am liebsten würde er den Kopf in meinen Schoß legen und weinen, aber während er das sagte, tat er etwas ganz anderes. Als er fortging, wurde ich zur Schlafwandlerin. Ich wachte erst nachmittags auf, dann ging ich zum Postamt und machte mit weichen Knien das Fach auf, um nachzusehen, ob ein Brief für mich da war. Aber es war nie einer da, nach diesem einen. Bestimmte Orte machten mir zu schaffen, Sullivan’s Hügel, der Radiosender, das Café im Queen’s Hotel. Ich weiß nicht, wie viele Stunden ich in diesem Café damit verbrachte, im Kopf jedes Gespräch mit ihm zu wiederholen und mir jeden Ausdruck auf seinem Gesicht in Erinnerung zu rufen, ohne wirklich zu begreifen, dass Wünschen ihn nicht wieder zur Tür hereinbringen würde. Da drin freundete ich mich mit Clare an. Er sagte, ich sähe aus, als könnte ich eine Aufmunterung brauchen, und erzählte mir ein paar von seinen Geschichten. Ich ließ ihn nie etwas von meinem Kummer wissen, aber als wir anfingen, miteinander auszugehen, erklärte ich ihm, dass ich ihm nur Freundschaft zu bieten hatte. Er sagte, er werde das achten und sich gedulden. Und er tat es.

Ich las mir den ganzen Brief durch und dachte nicht zum ersten Mal, sogar dem letzten Dummkopf wird beim Lesen dieses Briefes klar, dass es keinen weiteren geben wird. Du sollst wissen, wie dankbar ich Dir für all Dein liebes Wesen und Dein Verständnis bin. Dein liebes Wesen waren die einzigen Worte, die mir damals im Gedächtnis haften blieben, um mir Hoffnung zu geben. Ich dachte, wenn Clare und ich heiraten, werde ich diesen Brief einfach wegwerfen. Warum es also nicht jetzt tun? Ich riss ihn durch, einmal und noch einmal, und es war so leicht wie das Zerreißen von Schmierzetteln nach der Schule. Da ich nicht wollte, dass Mama Bemerkungen über den Inhalt meines Papierkorbs machte, knüllte ich ihn zusammen und stopfte ihn in meine Handtasche. Nachdem das vollbracht war, legte ich mich aufs Bett und dachte über verschiedene Dinge nach. Zum Beispiel, wenn ich nicht wegen Ted Forgie in solch einer Trance gewesen wäre, hätte ich Clare dann mit anderen Augen gesehen? Unwahrscheinlich. Wenn ich nicht in dieser Trance gewesen wäre, hätte ich mich vielleicht gar nicht mit Clare abgegeben, ich wäre fortgegangen und hätte etwas völlig anderes angefangen; aber es war sinnlos, jetzt darüber nachzudenken. Wegen des Geweses, das er machte, tat er mir anfangs leid. Ich sah immer auf seinen Glatzkopf hinunter, lauschte seinem Gestöhne und Gezappel und dachte, was kann ich jetzt anderes tun als höflich sein? Er erwartete nichts weiter von mir, erwartete nie etwas, nur, dass ich dalag und ihn machen ließ, und ich gewöhnte mich daran. Ich blickte zurück und dachte, bin ich eine herzlose Person, einfach nur dazuliegen und zuzulassen, dass er mich packt und liebt und an meinem Hals stöhnt und all diese Dinge sagt, und ihm nie ein liebevolles Wort zurückzugeben? Ich wollte nie eine herzlose Person sein, und ich war nie gemein zu Clare, und ließ ich ihn nicht machen, neun von zehn Mal?

 Ich hörte Mama von ihrem Mittagsschläfchen aufstehen und den Kessel aufsetzen, damit sie eine Tasse Tee trinken und ihre Zeitung lesen konnte. Dann, ein wenig später, stieß sie einen Schrei aus, und ich dachte, jemand sei gestorben, also sprang ich vom Bett auf und rannte in den Flur, aber sie sagte von unten: „Leg dich wieder hin, tut mir leid, dass ich dich erschreckt habe. Ich hab mich geirrt.“ Ich ging zurück und hörte sie das Telefon benutzen, wahrscheinlich rief sie wegen einer Nachricht in der Zeitung eine ihrer alten Freundinnen an, und dann muss ich eingeschlafen sein.

Was mich weckte, war ein Auto, das hielt, jemand stieg aus und kam aufs Haus zu. Ich dachte, ist Clare früher als geplant zurück? Und dann, verwirrt und noch im Halbschlaf, dachte ich, den Brief habe ich schon zerrissen, das ist gut. Aber es war nicht sein Gang. Mama machte die Tür auf, bevor die Klingel eine Chance hatte, und ich hörte Alma Stonehouse, die an der Jubilee-Grundschule unterrichtet und meine beste Freundin ist. Ich ging in den Flur, beugte mich übers Geländer und rief hinunter: „He, Alma, willst du schon wieder hier essen?“ Sie wohnt im Bailey’s, wo das Essen seine Höhen und Tiefen hat, und wenn sie den Kartoffelauflauf dort riecht, kommt sie manchmal ohne Einladung bei uns vorbei.

Alma kam die Treppe herauf, ohne den Mantel abzulegen, ihr schmales dunkles Gesicht leuchtete vor Erregung, also wusste ich, dass etwas passiert war. Ich dachte, es musste etwas mit ihrem Mann zu tun haben, denn sie leben getrennt und er schreibt ihr schreckliche Briefe. Sie sagte: „Tag, Helen, wie fühlst du dich? Bist du gerade aufgewacht?“

„Ich habe dein Auto gehört“, sagte ich. „Einen Augenblick lang dachte ich, es ist Clare, aber ich erwarte ihn erst in ein paar Tagen.“

„Helen. Kannst du dich hinsetzen? Komm in dein Zimmer, wo du dich hinsetzen kannst. Bist du auf einen Schock vorbereitet? Ich wünschte, ich wäre nicht diejenige, die dir’s sagen muss. Halt dich fest.“

Ich sah Mama dicht hinter ihr und fragte: „Mama, soll das ein Witz sein?“

Alma sagte: „Clare MacQuarrie hat geheiratet.“

Auszug aus:
Alice Munro, »Tanz der seligen Geister«
Deutsch von Heidi Zerning
© 1968 by Alice Munro
© 2010 by Dörlemann Verlag AG, Zürich

Literaturangabe:

MUNRO, ALICE: Tanz der seligen Geister. Übersetzt aus dem Englischen von Heidi Zerning. Dörlemann Verlag, Zürich. 2010. 384 S., 23,90€

Weblink:

Dörlemann Verlag


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