FRANKFURT AM MAIN (BLK) – Gesine Hindemith rezensiert in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ den von Paula-Irene Villa herausgegebenen Sammelband „schön normal“. In dem Buch schreiben verschiedene Autoren über die Akzeptanz und Vorbehaltlosigkeit der Gesellschaft bezüglich Schönheitschirurgie.
Woher kommen unsere Vorstellungen vom Selbst? Woher stammen Urteile wie klein, groß, dick, dunkel, schwabbelig, gesund, fit, weiblich? Essays wie „Schönheitschirurgie als Biopolitik“ von Sabine Maasen und „Unbehangen an Michael Jacksons Nase“ von Kathy Davis sprechen die Notwendigkeit an, die Entwicklung der Körpertechnologie im Blick zu behalten. Denn die Entwicklung ist im Gange und ein Rückgang zu einem „authentischen“ Körperselbst undenkbar. Neben Sabine Maasen fragt auch Thomas Lemke, wie liberale Regierungsformen auf Körpertechniken zurückgreifen, wie sie Interessen, Bedürfnisse und Präferenzstrukturen formen.
Laut Hindemith sei die Fähigkeit, zwischen persönlichen Motiven und gesamtgesellschaftlichen Folgerungen zu unterscheiden, eine Stärke, die das ganze Buch durchzieht. Und der Tenor des Bandes sei, dass Frauen, die sich einer Schönheitsoperation unterziehen, oft mehrere Jahre der Überlegung und Auseinandersetzung mit ihrem sozialen Umfeld hinter sich ließen, bis sie sich dann trotz aller Widersprüche unters Messer legten. (tam/dan)
Literaturangaben:
VILLA, PAULA-IRENE: schön normal. Manipulation am Körper als Technologien des Selbst. transcript Verlag, Bielefeld 2008. 279 S., 28,80 €.
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