TRIER (BLK) — Die Trierer Antikenfestspiele geben sich ein neues Profil: Künftig sollen in Vergessenheit geratene Opern, die sich mit antiken Themen beschäftigen, für die Reihe neu entdeckt werden. Unter dem Schlagwort „Wiederentdeckte Meisterwerke“ soll im Festivalsommer 2010 etwa „Nerone“ von Arrigo Boito zur Aufführung kommen, sagte der Intendant des Trierer Theaters, Gerhard Weber, am Mittwoch in Trier. 2011 sei dann „Die Königin von Saba“ von Karl Goldmark geplant. Populäre Werke wie „Aida“ oder „Nabucco“ werde es im Trierer Amphitheater dagegen nicht mehr geben, experimentelles, zeitgenössisches oder populistisches Musiktheater auch nicht.
Auch beim Schauspiel soll eine klare Linie gefahren werden: „Wir wollen eine Plattform gründen für eine Werkschau der aktuellen Auseinandersetzung des deutschsprachigen Theaters mit antiken Themen“, sagte Weber, der zugleich Festivalchef ist. Die Antike finde derzeit an vielen überregionalen Häusern wieder verstärkt Berücksichtigung. Diese Stücke sollten für die Antikenfestspiele in die älteste Stadt Deutschlands geholt werden. So etwas sei in der deutschen Festivallandschaft einzigartig, hieß es.
Die 1998 gegründeten Festspiele waren für 2009 abgesagt worden. Zum einen gab die Stadt Trier „finanzielle Zwänge“ als Grund an. Zugleich sollte die Pause genutzt werden, um ein neues Konzept zu erarbeiten. „Den Antikenfestspielen fehlte das notwendige Profil“, sagte Weber. Im Sommer 2008 hatte das Opern- und Schauspielspektakel rund 10.500 Menschen ins Amphitheater gelockt. Das Budget für Juli 2010 beläuft sich auf gut eine Million Euro. (dpa/mül/köh)