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„Frau Walter Jens“

Schriftsteller und Editorin werden geehrt

© Die Berliner Literaturkritik, 06.11.09

BERLIN (BLK) - Ein aktualisiertes Filmporträt über Inge und Walter Jens wird an diesem Samstag (7. 11.) in der Berliner Akademie der Künste uraufgeführt. Die Premiere des Films „Frau Walter Jens“ von Thomas Grimm ist Höhepunkt der an diesem Freitag (6. 11.) beginnenden zweitägigen Herbst-Mitgliederversammlung der von Klaus Staeck geführten Künstlersozietät. Die filmische Hommage an Inge und Walter Jens gebe Einblick in die Schreibwerkstatt der beiden, wie die Akademie mitteilte. Dort entstand auch das Alterswerk des Ehepaars, „Frau Thomas Mann“, ein Porträt von Katia Mann (1883-1980).

Im Frühjahr und Sommer 2006 waren die letzten Gespräche für das filmische Doppelporträt von Inge und Walter Jens aufgezeichnet worden. Die Nachricht von der fortschreitenden Demenz des heute 86-jährigen Ehrenpräsidenten und früheren Präsidenten der Akademie der Künste Walter Jens hatte die Fertigstellung des Films unterbrochen.

Im Mai 2009 reiste Grimm erneut nach Tübingen, um Inge Jens (82) zu befragen, „wie sich ihr Leben und das literarische Schaffen verändert haben, seit der Partner jahrzehntelanger intellektueller Zusammenarbeit verstummt ist“. Entstanden ist laut Akademie „eine eindrucksvolle Darstellung des Ehepaars Jens, eine Auseinandersetzung mit der Krankheit Demenz und mit dem Thema Sterben sowie gleichzeitig eine Würdigung des großen Intellektuellen Walter Jens“. Inge Jens, die zu der Filmpremiere nach Berlin kommen wird, hatte zuletzt mit ihrer in diesem Jahr erschienenen Autobiografie „Unvollständige Erinnerungen“ große Beachtung gefunden. Der RBB will den Film „Frau Walter Jens“ am 20. Dezember (22.45 Uhr) ausstrahlen.

Auf der Tagesordnung der Herbst-Mitgliederversammlung der Berliner Akademie der Künste stehen auch das Urheberrecht und die Folgen der Digitalisierung für die Künstler. Dazu wurde als Fachmann der Heidelberger Urheberrechtsexperte Burghard Hess eingeladen. Die Künstler wollen erneut „ein deutliches Zeichen gegen einen weltweit drohenden Enteignungsprozess“ setzen, der Autoren und andere Kreative treffe, betonte die Akademie in ihrer Ankündigung zur Herbsttagung.

Sie hatte zuvor bereits in einem öffentlichen Appell „wirksame Maßnahmen für einen europäischen Urheberschutz gegen die Monopolisierungsabsichten von Google“ gefordert, der auch der Bundesregierung und den zuständigen EU-Gremien übermittelt wurde.

Im vergangenen Frühjahr war der Heidelberger Politgrafiker Klaus Staeck für weitere drei Jahre als Akademie-Präsident bestätigt worden. Mit insgesamt 20 Zuwahlen in die Künstlersozietät in diesem Jahr habe „ein deutlicher Verjüngungsprozess begonnen“, betonte die Akademie. (dpa/ros)


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